Empfehlung der Woche

Die Balkan-Odyssee, 1933-1941

Die Balkan-Odyssee, 1933-1941

Marie-Janine Calic

Hardcover, gebunden

383 Seiten, mit 38 Abbildungen und 2 Karten

28 €

Zur Empfehlung
Klavier-Festival Ruhr 2026

Klavier-Festival Ruhr 2026

Katrin Zagrosek (Intendantin)

7. Mai bis 21. Juli 2026

In 17 Städten zwischen Dinslaken und Wuppertal, Düsseldorf und Hagen!

Zur Empfehlung
ROSE

ROSE

Markus Schleinzer

Historiendrama

Deutschland, Österreich 2026

93 Minuten

Ab 30. April 2026 im Kino!

Zur Empfehlung
Intermezzo. Revisiting Helmut Newton

Intermezzo. Revisiting Helmut Newton

Helmut Newton Foundation im Museum für Fotografie

Jebensstrasse 2
D | 10623 Berlin

Ab 24. April. 2026!

Zur Empfehlung

Politik : Wer der Basis traut

Wenn Andrea Nahles vorschlägt, künftig auch Nicht-Parteimitglieder über Kandidaten abstimmen zu lassen, könnte dies ein Schritt gegen die Verfilzung an der Basis sein

Zum Kommentar-Bereich

Dieser Artikel ist für Sie kostenlos. Unabhängiger und kritischer Journalismus braucht aber Unterstützung. Wir freuen uns daher, wenn Sie den Freitag abonnieren und dabei mithelfen, eine vielfältige Medienlandschaft zu erhalten. Dafür bedanken wir uns schon jetzt bei Ihnen!

Share Icon
Jetzt kostenlos testen

Weit verbreitet ist die Erzählung von parteiinternen Konflikten als Auseinandersetzungen zwischen „Spitze“ und „Basis“. Dabei steht „Basis“ für die integre, unverdorbene Stimme der Vielen, die „Spitze“ für die machtkorrumpierte und postenfixierte Stimme der Wenigen. Ein Blick in die immer noch so genannten Volksparteien verrät jedoch, dass sich oft genug als „Basis“ zitieren lässt, wer eigentlich ein sehr eigenes Süppchen kocht: Intriganz herrscht nicht bloß im Bundesvorstand. Auch im Unterbezirksvorstand gilt es, Pfründe zu sichern.

Wenn die SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles nun vorschlägt, bei der Kandidatenkür in der SPD künftig auch Nicht-Parteimitgliedern Stimmrecht zu geben, könnte dies ein wichtiger Schritt sein, die Verfilzung an der Basis aufzuweichen. Bislang sorgen die lokalen Parteifürsten dafür, dass nur der Kandidat oder die Kandidatin ihres Geschmacks für einen Wahlkreis in Landtag oder Bundestag ziehen darf. Dabei geht es natürlich nicht darum, ob der Abgeordnete den Wahlkreis, die Partei oder ihre Inhalte im Parlament gut repräsentiert – sondern welche Zusagen dem Kandidaten abzuringen waren: Die Autobahnauffahrt, die nicht durch den eigenen Vorgarten gehen darf, die Versorgung mit Posten für Kind und Kegel, solche Sachen.

Kommt Nahles mit ihrem Vorschlag durch – was bezweifelt werden darf, denn es wird die „Basis“ sein, die darüber abzustimmen hat – so könnte am Ende sogar ein Kanzlerkandidat von nicht-SPD-gebundenen Interessierten mitbestimmt werden. Dass hierbei nun auch die Parteispitze ihre Vorgaben durchsetzen wird, ist klar. Nahles hat einen Katalog an Bedingungen: Nicht-Mitglieder müssen persönlich abstimmen – und bezahlen. Das wird interessant: Wird es gestaffelte Sätze nach Einkommen geben? Werden Mittelständler zusammen­legen: Geht hin und macht Steinbrück zum Kanzlerkan­didaten? Und: Werden die Bezirksfürsten sich demnächst mit dem Geld aus der Wahlkampfkasse ihre „unabhängigen“ Stimmen auf dem Marktplatz zusammenkaufen?

Das Schöne an der SPD: Sie setzt stets Phantasie frei, was alles noch schiefgehen kann.

sticky banner image

35 Tage gratis zum 35. Geburtstag

der Freitag digital mit Zugang zu allen Artikeln auf freitag.de inkl. F+