Politik

Ernährung | 20.01.2012 12:34 | Kathrin Zinkant

Es grünt so grün im Messezelt

Auf der größten Lebensmittelausstellung der Welt ist alles lecker und nachhaltig. Um die reale Verfasstheit des Grundbedürfnisses Essen ist es dagegen schlecht bestellt

Hermann Höcherl, der hatte es noch gut: Als der CSU-Landwirtschaftsminister 1967 von Bonn nach Berlin zur Grünen Woche reiste, saßen ihm bloß die tobenden Bauern im Nacken. Die wollten Subventionen und drohten mit der NPD. Aber auf der Messe floss der Schnaps. Höcherls Ausweg hieß Betäubung. Dann flog er wieder ab.

Das Los der Ilse Aigner ist weit schwerer: In einen Flieger flüchten kann sie nicht. Auf der Grünen Woche gibt es heuer eher Saft als Schnäpse. Und wenn sich die Amtierende in dieser Woche durch die größte, älteste und medial am meisten beachtete Lebensmittelschau des Landes zwangsprobekostet, werden draußen nicht nur Bauern stehen. Mit ihnen demonstriert eine viel größere Wählerschar von Verbrauchern, zum zweiten Mal in Folge und wieder unter dem Motto „Wir haben es satt“. Befeuert vom jüngsten Skandal um resistente Keime auf Hühnchen, noch immer erbost über das, was die Nahrungsindustrie seit BSE an Ärgernis geboten hat, wird nun gegen Agrarfabriken protestiert, gegen Dioxin im Tierfutter, gegen den heillosen Antibiotikaeinsatz in der Tiermast, gegen irreführenden und betrügerischen Etikettenschwindel, gegen die Überproduktion, gegen den Wegwerfwahnsinn, gegen Agrarspekulationen von Banken, gegen Ausbeutung von Erntehelfern, gegen Welthunger durch Preiskartelle und Biosprit – und gegen die Gentechnik natürlich. Gegen alles eigentlich, was der modernen Lebensmittelproduktion heute anhaftet und was sie als Stiller eines Grundbedürfnisses in weiten Teilen völlig inakzeptabel macht. Wovon drinnen, in der Messehalle, so natürlich keiner etwas wissen will.

In jedem Problem steckt eine marketingstrategische Herausforderung. Und ja, die Grüne Woche müht sich sehr, den Fordernissen einer nachhaltigen Esskultur gerecht zu werden. Sie inszeniert Ernährung so, wie sie sich der Verbraucher wünscht: liebevoll, ökologisch, regional, verantwortungsbewusst, gesund und sicher. Mit gutem Fleisch, Biogemüse, Landbrot und Bauernmilch. Wogegen auch nichts einzuwenden wäre.

Nur führt den neuen hohen Anspruch einer ökologisch verträglichen, ressourcenschonenden Ernährung nicht allein die produktionsbedingte Realität ad absurdum. Er ist, in Umkehr des schlichten Nachkriegsziels, der Bevölkerung viel Nahrung zu kleinen Preisen zu verschaffen, schlimmer: Gutes Essen, so, wie es die Politik heute so gerne in den Einkaufskörben der Verbraucher sähe, setzt Bildung voraus und kostet vor allem Geld. Und zwar soviel, dass es nicht allen Arbeitnehmern zugänglich ist. Erst recht nicht Hartz-IV-Empfängern. Was dazu führt, dass es jenseits der ge­hobenen Milieus Ernährungsklassen gibt, die meistens oder immer industriell erzeugtes Billig- statt Bio-Essen kaufen.

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Davon lebt die Lebensmittelindustrie. Und davon wird sie leben, samt Skandalen, Betrügereien, Umweltproblemen und Ausbeutungen, bis die große Mehrheit der Verbraucher in die Lage versetzt wird, sich die Wahl zu leisten. Es ist dies eine Dimension, die keineswegs übertrieben ist, sondern der aktuellen Verfasstheit unseres Staates und seiner Gesellschaftsform entspricht. Zu lösen ist das nicht durch ein neues Antibiotikarecht. Aber soziale Gerechtigkeit und Bildung? Keine Ernährungsthemen. Noch immer nicht.

 
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Kommentare
Technixer schrieb am 20.01.2012 um 14:00
"und gegen die Gentechnik" ich glaube Viele sind nicht bewusst gegen Gentechnik. Fragt man mal rum, so ist für viele Biotechnologie und Gentechnik das Gleiche.
Der Einsatz von AB Resistenzkassetten zur Selektion sind wissenschaftlich veraltete Methoden, aber sie halten die Produktionskosten niedrig. Ein Genmarker tuts längst auch, kostet halt mehr.
Die Gentechnik ist doch längst im Alltag überall vertreten. Es sind nicht die technischen Methoden und die Veränderung des Erbguts, sondern die unter dem Pseudonym "Effizienz" verborgene Profitgier internationaler Konzerne, welche mit ihren Monokulturen Artenvielfalt zerstören und bäuerliche Abhängigkeiten schaffen.

Im Übrigen sind die Methoden zur Veränderung des Erbguts der Natur entlehnt. Bakterien und Viren sind speciesfremde Organismen und stehen ständig mit und im DNA Ausstausch
Kathrin Zinkant schrieb am 20.01.2012 um 14:27
lieber technixer, das ist natürlich alles richtig. aber die entscheidende einschränkung haben sie ja auch gleich erkannt: die profitgier, die zur monokulturalisierung der landwirtschaft geführt hat. dagegen zu protestieren ist nicht gerade verkehrt.

herzlich: ihre zint
Technixer schrieb am 20.01.2012 um 15:13
Mein Kommentar sollte auch nicht so rüberkommen, als wäre ich gegen die Proteste, im Gegenteil ich bin sogar dafür diese auszuweiten.
Er war ergänzend für den Leser gedacht. Die Medien haben jahrelang ein Ungeheuer herbeigeredet was als Avatar herhalten musste, in das jeder emotional Erregte seine Stammtischgabel rammen konnte, während durchs Hintertürchen Nahrungsergänzungsmittel uvm. Einzug auf unsere Teller hielten.
@dllxllb schrieb am 23.01.2012 um 03:10
@Technixer

Was die Gentechnik angeht, muss ich Ihnen widersprechen. Da sie diese zu befürworten scheinen. Es ist wohl so ziemlich alles was der Mensch so geschaffen hat irgendwie der Natur entlehnt. Selbst die Atombombe.

Es gibt keine Langzeitstudien zu genetisch modifizierter Nahrung und deren Auswirkungen (auch was die Nahrung für Nutztiere angeht). Die Unbedenklichkeitsatteste die so für die Zulassung herangeschafft werden sind doch alle mehr oder weniger direkt vom Hersteller.

Und wie Sie sagen ist eine gegenseitige Beeinflussung der DNA's nicht auszuschließen. Siehe dazu auch www.theatlantic.com/health/archive/2012/01/the-very-real-danger-of-genetically-modified-foods/251051/

Dass die Industrie genetisch veränderte Pflanzen in Umlauf bringt liegt doch wohl in erster Linie am Patentanspruch den sie geltend machen kann.

Dazu gibt es interessante Aussagen von Maisbauern in den USA. Außerdem scheinen die genetisch modifizierten Pflanzen gar nicht den Vorteil gegenüber sich über Jahrtausende entwickelten Pflanzen zu haben. In Mittel-/Südamerika findet man mutiert aussehende Maiskolben die keiner gerne kauft, oder in Indien Baumwoll-Ernten die nicht den Erwartungen entsprachen. Und. so. weiter.
Technixer schrieb am 23.01.2012 um 13:03
"genetisch modifizierter Nahrung" was ist das?

"Dass die Industrie genetisch veränderte Pflanzen in Umlauf bringt liegt doch wohl in erster Linie am Patentanspruch den sie geltend machen kann. " du brauchst mich nicht zu wiederholen ;-) diese Aussage stellt eben kein Gegenargument zu Gentechnik da, sondern wofür die Industrie sie benutzt. Im Übrigen benutzen diese jetzt genetische Marker und patentieren darüber die heißgeliebte jahrtausende alte Züchtung, genetische Marker bedeuten zwar einen technischen Einsatz, aber sie sind keine Gentechnik...

"Außerdem scheinen die genetisch modifizierten Pflanzen gar nicht den Vorteil gegenüber sich über Jahrtausende entwickelten Pflanzen zu haben." die europäisch mediale Berichterstattung greift sich natürlich immer nur negativ Beispiele raus, da die Gewichtung ganz eindeutig auf Seiten der Gegner des Einsatzes von Gentechnik bei Nutzpflanzen. Zu den jahrtausende entwickelten Pflänzlein, wie du so schön den Wortlaut von Greenpeace und anderen zitierst, gehört auch der heutige Kulturmais, welcher durch Überzüchtung die Fähigkeit verloren hat sich gegen den Maiszünsler zu wehren (anlocken von Nematoden durch Chemotaxis, diese sind Gegenspieler der Maden des Maiszünslers, welche die Wurzeln zerfressen)

"mutiert aussehende Maiskolben" vom Phänotyp auf den Genotyp schließen...

"Es gibt keine Langzeitstudien" , mal abgesehen davon das dies wieder ein 1:1 Zitat von NGOs ist und du dies bestimmt überprüft hast ;-) gibt es tatsächlich mehrere Langzeituntersuchungen und zwar über Zeiträume von 10 bis 20 Jahren, angeordnet zuerst von Deutschland (1986 Regulation von Gentechnik) und 2001 von der EU, aber auch in den USA.
Warum sollte ein eingebrachtes Gen eine stärkere Wirkung haben, als eines dessen Expressionsrate durch menschliche Selektion unnatürlich erhöht wurde?
@dllxllb schrieb am 24.01.2012 um 22:48
@Technixer

"genetisch modifizierte Nahrung" ist die straighte Übersetzung von "GM Food".

Ich wiederholte? Schaden kann's nicht :) Ich sehe es durchaus als Problem an wenn gentechnisch veränderte Pflanzen/Tiere durch Patentrechte irgendwie zum Eigentum von Unternehmen mutieren. Da wird dann durch einen Eingriff hier und da privatisiert. Ein Eingriff der noch nichtmal sinnvoll sein muss. Oder sogar verheerende wirtschaftliche oder gesundheitliche Auswirkungen haben kann. Das mit dem Marker-Patentwahn ist mir bekannt. Und die andere Seite der Gen-Medaille.

Was die Überzüchtung des Kultrumais angeht... Es gibt mehrere Sorten, wie Sie sicher wissen. Die verlorene Fähigkeit findet/fand sich bei nordamerikanischen Sorten www.nature.com/nature/journal/v434/n7034/abs/nature03451.html Ausserdem gibt es auch andere Methoden der Schädlingsbekämpfung/-vermeidung. Sei es durch Zucht oder mechanische Maßnahmen am Feld, Nützlinge usw.

Was die Langzeitstudien angeht hätte ich gerne mal eine Quellenangabe, falls zur Hand. Und wenn ich hier so lapidar von Langzeitstudien sprach, dann meinte ich tatsächlich einen Untersuchungszeitraum der sich über Jahrzehnte, am besten Generationen, einer Stichprobe erstreckt. Und als diese Mensch/Nutztier selbst, nicht Mäuse, oder die Pflanzen.

Warum ein eingebrachtes Gen eine stärkere Wirkung haben sollte? Nun, das Problem wäre nicht die Stärke, sondern die Art der Wirkung.

So weit mir bekannt wird zum Beispiel beim Bt-Toxin davon ausgegangen dass es unschädlich für den Menschen ist. Da keine Rezeptoren bekannt sind.

Dazu kann ich nur sagen dass der Mensch weder sich selbst noch die Natur (geschweige denn das Universum) kennt und verstanden hat. Er kann nur beobachten und experimentieren um sich die Dinge zu erklären. Es ist doch geradezu dämlich ein groß angelegtes Live-Experiment zu fahren wenn man die Auswirkungen nicht abschätzen kann. Und sich, was die weitestgehend objektive Risiko-Abschätzung angeht, auch keine große Mühe gemacht hat. Aber die Bilanzen sind sicher durchkalkuliert.

Was das Phänotyp-Genotyp-Problem angeht www.youtube.com/watch?v=U9cIqjxl40I#t=1h29m40
Technixer schrieb am 25.01.2012 um 12:45
Hmm, Transposonmutagenese. Da hoppst das Gen hin und her. Die Industrie interessiert nur ob die gewünschten Effekte auftreten, unerwünschtes (wie bei Amflora) ist denen Wurscht.
Aber dir ist hoffentlich klar das Mutationen, auch bei konventioneller Züchtung vorkommen, weil Pflanzen in stetiger Wechselwirkung mit allem möglichen stehen?
Übrigens widerspricht das obig gepostete Paper nicht meiner Aussage, in bestimmten Maissorten wurde der Abwehrmechanismus durch Züchtung ausgekreuzt in anderen Sorten war er evolutionär niemals vorhanden. Der Maiszünsler stammt nämlich aus Süd- und Mitteleuropa...

"dann meinte ich tatsächlich einen Untersuchungszeitraum der sich über Jahrzehnte, am besten Generationen, einer Stichprobe erstreckt." was soll der Quatsch? Mal abgesehen davon, dass so etwas bei großen Säugetieren keiner bezahlen kann, gab es dazu einfach keine Veranlassung. Mehrere Mausmodell Versuche zeigten bei Folgegenerationen keine Veränderungen des Erbguts (Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam).
Deine Forderung impliziert, dass das Immunsystem und auch die Magensäure nicht in der Lage ist artfremde Gene zu eliminieren.
Dann müssten wir alle schon längst mutiert sein (Retrovirus induzierte Transposonmutagenese).
Man muss unterscheiden zwischen direkt in die Zelle eingebrachter DNA und der Aufnahme freier DNA. Wenn du isst gelangt das Genom der Kartoffelzellen wohin? Genau. Wenn Fremd DNA bspw. bei Infektionen in den Körper gelangt was passiert dann?

Ansonsten deutsche Untersuchung zu MON810 als Futtermittel bei Kühen...

Es werden in der Argumentationsstrategie der NGOs richtige wissenschaftlich geprüfte Sachverhalte mit Behauptungen zu Pseudoargumenten verstrickt.
"So weit mir bekannt wird zum Beispiel beim Bt-Toxin davon ausgegangen dass es unschädlich für den Menschen ist. Da keine Rezeptoren bekannt sind." bspw. hier sind die Aussagen der Industrie problematisch da Toxine von Bacillus thuringiensis verstoffwechselt werden. Außerdem muss für ein Gift nicht unbedingt ein Protein (Rezeptor) vorhanden sein damit es wirksam ist...
@dllxllb schrieb am 25.01.2012 um 18:17
Kurze Zwischenfrage: Glauben Sie es ist hilfreich mir in jedem Kommentar anzudichten, dass ich unreflektiert irgendwelche Standpunkte von NGO's übernehmen würde und andere Dinge einfach Quatsch seien weil sie zu teuer in der Durchführung wären? Follow-up: Sie entnehmen Ihre Argumente wohl der Pressemappe von der Gentechnik-Förder NGO (mit freundlicher Unterstützung des nächsten Unternehmens), ja?

Übrigens: www.guardian.co.uk/world/2011/jan/03/wikileaks-us-eu-gm-crops

Mir ist natürlich klar, dass Mutationen von allen möglichen Einflüssen ausgelöst werden können. Nur handelt es sich bei gentechnisch behandeltem Erbgut ja wohl um einen direkten Eingriff und keine Mutation in dem Sinn.

In Anbetracht der Maiszünsler-Debatte kann man sich auch fragen warum dann nicht andere Sorten und andere Maßnahmen ergriffen werden, sondern das Erbgut direkt verändert wird. Zumal weder die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt genau abzuschätzen sind, noch Resitenzentwicklungen etc. ausgeschlossen werden können. Denn der Maiszünsler zum Beispiel kann ja wohl auch mutieren.

Was mit DNA oder, wie im Atlantic-Artikel angeführt, microRNA passiert ist eben nicht geklärt.

Es geht auch nicht nur um wie auch immer gearteten horizontalen Gentransfer, sondern auch um ganz banale Dinge wie Allergien, Immungeschichten, Krebs usw... die neu geschaffene Organismen mit neuen Eigenschaften auslösen könnten.

Wenn Sie von Giftwirkung nicht am Rezeptor schreiben meinen Sie synaptische Bläschen als Wirkort nehme ich an. Das ändert aber auch nichts an der Debatte.

Und überhaupt bin ich nicht gegen Gentechnik per se sondern, wie in einem vorhergehenden Kommentar angedeutet, gegen einen sorglosen Umgang mit Dingen deren Risiken nicht abzuschätzen sind bzw. nicht genug überprüft worden, und deren Sinnhaftigkeit fraglich ist.
Technixer schrieb am 26.01.2012 um 11:26
"Glauben Sie es ist hilfreich mir in jedem Kommentar anzudichten, dass ich unreflektiert irgendwelche Standpunkte von NGO's übernehmen würde " bei deiner Wortwahl, ja. Ich will das kurz erklären:
GM Food wird im Englischen verwendetet, weil die eigentlich korrekte Bezeichnung 'Food derived from genetically modified Organism' etwas zu sperrig ist. Im deutschen wird allerdings tatsächlich von Nahrung aus genetisch veränderten Organismen gesprochen. Der Hintergrund ist die Zweideutigkeit des Terminus 'genetisch modifizierte Nahrung', diese Ungenauigkeit wird von den PR Strategen großer NGOs bewusst eingesetzt.
"synaptische Bläschen" ist ebenfalls eine Bezeichnung die ich aus Molekularbiologie nicht kenne, sie ist mir erstmalig untergekommen bei einer Diskussion mit Greenpeace und dem Gen-ethischen Netzwerk. Ich kenne nur Vesikel und den damit verbundenen vesikulären Molekültransport,dieser findet auch in unseren Synapsen vor. In Bezug auf Toxine meinte ich auch nicht den vesikulären Transport sondern den über Kanalproteine.

Nein, ich habe kein Interesse an der Pressmappe von EuropaBio (die du wahrscheinlich meinst). Aber den Vorwurf des NGO Plagiats musste ich machen, weil deine Argumentationsstrategie einfach extrem ähnlich ist. Schon die Aussage es gäbe keine Langzeituntersuchungen per se.

"bin ich nicht gegen Gentechnik per se" naja so liest sich aber deine Argumentation ;-) also relativier das nicht. Denn mein erster Kommentar sollte klar darlegen, dass ich die industrielle Nutzung der Gentechniken nicht befürworte.

Wie würden eigentlich die NGOs oder du persönlich reagieren, wenn Gentechnik hilft mittels Stammzellen den Schneeleoparden zu retten? Oder in von Verwüstung bedrohten Gebieten Pflanzen mit Palisadenparenchym nachzurüsten, damit diese Trockenresistenter werden?

"warum dann nicht andere Sorten und andere Maßnahmen ergriffen werden, sondern das Erbgut direkt verändert wird." weil andere Maßnahmen ineffizient waren. Außerdem hat Monsanto natürlich massives Interesse daran sein scheiß Round-Up zu verhökern, da werden die nicht arteigene Gene für chemotaktische Nematoden Anlockung einbasteln. Was im übrigen mal eine gar nicht so schlechte Überlegung ist, allerdings ist das auch Gentechnik ;-)
@dllxllb schrieb am 31.01.2012 um 04:20
"GM Food wird im Englischen verwendetet, weil die eigentlich korrekte Bezeichnung 'Food derived from genetically modified Organism' etwas zu sperrig ist. Im deutschen wird allerdings tatsächlich von Nahrung aus genetisch veränderten Organismen gesprochen. Der Hintergrund ist die Zweideutigkeit des Terminus 'genetisch modifizierte Nahrung', diese Ungenauigkeit wird von den PR Strategen großer NGOs bewusst eingesetzt." Das lasse ich, auch in Anbetracht Ihrer "was ist das"-Frage weiter oben, einfach mal so stehen.

Ich denke oft auf Englisch und schreibe auf Deutsch ohne groß darüber nachzudenken. Das ist alles. Dass Sie fragen ob ich diese und jene Lobby-Group meinte... Ich meinte gar keine. Das war eine rhetorische Frage, die Ihnen die - Sie verzeihen - Absurdität einer NGO-Anhänger-VerschwörBlendung bewusst machen sollte. Offensichtlich tat sie das nicht. Ist dann wohl mein Fehler.

Dass Sie "synaptische Bläschen" nicht kannten (aus der Molekularbiologie oder sonstwo her - das dürfte in jedem Biologiebuch der Oberstufe stehen), nun gut. Tut aber m. E. auch nichts zur Sache. Oder... Vielleicht ist das doch aus der Eur-Bio Pressemappe, genauer gesagt aus darin veröffentlichten Auszügen aus Streitschriften mit anderen NGO's? :) Das ganze dient dort als Case Study um potentiellen Geldgebern aufzuzeigen wie effektiv und effizient Argumente auf Nebenschauplätze geleitet werden könnten indem dem 'Gegner' böser Wille angelastet wird weil die NGO's eingedeutschte Begriffe ganz bewusst verwenden würden... um was zu tun? Oder so ähnlich ;)

Wie NGO's reagieren würden weiß ich nicht. Aber ich sehe das so: der Mensch lässt Arten aussterben. Jeden Tag. Er greitf in Dinge ein deren Stellenwert er im Zusammenhang der Komplexität nicht versteht. Oder die ihm egal sind, weil sie anderen Dingen im Wege stehen. Andere Frage: Was nützt es dem Schneeleopard dass seine Art gerettet wird? Oder einer Pflanze wenn ihr Parenchym verändert wird. Wir haben es hier mit einem egozentri(sti)schen Weltbild zu tun. Der Mensch ist irgendwie dämlich (das schließt mich ein, so als Mensch ;). Und somit ist er dann auch der geeignete Kandidat um im Erbgut und der Natur an sich rumzupfuschen. Anstatt nach Wegen zu suchen und durchzusetzen die solche Eingriffe gar nicht erst notwendig erscheinen lassen. Wünsche einzelner werden als Notwendigkeit für alle verkauft. Verkauft ist hier das Stichwort... Diesen Egozentrismus kann man auch im - sozusagen - umgekehrten Fall beobachten. Da wird die Notwendigkeit von Dingen die alle betreffen, Wünschen einzelner untergeordnet. (Nicht-)Bekämpfung der Ursachen von Umweltverschmutzung und deren Folgen zum Beispiel... Für die Flora und Fauna wäre es wohl eh besser wenn der Mensch ausstirbt. Und dank seiner Bemühungen kann das auch nicht mehr allzu lange dauern. Ich fürchte allerdings er reißt das Restleben mit sich... Aber vielleicht lässt sich ja hier vimeo.com/30893953 der Schneeleopard ansiedeln. Oder der Weltuntergang im Dezember kommt dem zuvor. :)

PS: Eine Langzeituntersuchung kann auch eine 3-monatige Studie an zehn Mäusen sein. Und bei jeder Untersuchung kommt es auf die Fragestellung/Hypothesen an. Wenn man aufgrund der Kenntnislage nicht weiß wonach man sucht... Aber das wissen Sie sicher alles. Und Sie konnten sich bestimmt denken, dass ich (auch wenn ich ein verblendeter NGO-Öko-Aktivist wäre :) nicht von einer Untersuchung an Mäusen sprach. Zumal man einen Einfluss auf den Menschen, oder eventuelle Auswirkungen auf Erbgut, Mutationen usw. so nicht hinreichend untersuchen kann. Aber Studien am Mensch gibt es nicht, da sie "zu teuer" wären. (Falls es die doch gibt, immer her damit. Mir ist davon nichts bekannt). Sind Sie übrigens sicher dass Sie nicht doch, auch in Ihrem ersten Kommentar, für eine industrielle Nutzung plädieren. Da wird von Kosten und Effizienz gesprochen... Und weiter unten dann über monetäre Gründe im Zusammenhang mit Studien. Wie eine Befürwortung dezentraler Bio-Landwirtschaft sieht das alles nicht aus... Was ist eigentlich mit den Schäden die verursacht werden könnten. Externalisierte Kosten. Könnte weitaus teurer werden. Finanziell beziffert oder anderweitig...

Ich habe kein Problem mit der Gentechnik oder irgendwelchem technischen Fortschritt. Sondern mit Hybris die mir auffällt wenn ich mir den Einsatz von, zum Beispiel, Gentechnik ohne eine hinreichende Risiko-Bewertung so anschaue. Und dass es die nach meinen Öko-NGO-Aktivist-Ansprüchen, im Lebensmittelbereich der die Natur im großen Stil und die Menschheit an sich, betrifft, so nicht gibt; habe ich ja mehrfach geäußert...
Gustlik schrieb am 20.01.2012 um 17:17
Das Messezelt ist mächtig in Schieflage, wenn (laut EU-Presseinfo) jeder EU-Bürger laut Schätzungen pro Jahr 179 Kilo Lebensmittel wegwirft.

... aber Hauptsache es schmeckt.
Matto schrieb am 21.01.2012 um 16:06
Der Artikel und die Kommentare alles in Ordnung und was bringt es?
Ich habe mich, auch jetzt wieder, an viele Demos beteiligt. Zufrieden ist man nach Hause gefahren, denn man war dabei.
Das Resultat ist immer wieder dasselbe, es ändert sich nichts, auf keinem Gebiet. Frau Aigner hängt an den Fäden von Seehofer und anderen Lobbygruppen. Wenn die daran ziehen, dann hat Aigner zu gehorchen.
Ich gehe jetzt einen anderen Weg und nehme an nichts mehr teil. Sollen sich die Menschen, die so wieso nicht hören, krank fressen, mir soll es jetzt völlig egal sein. Es ist eben ein Trugschluss, dass man durch Demos eine Umkehr erzielen kann. Zuviele Volksvertreter sitzen in den Parlamenten, die mit Lobbygruppen verbandelt sind. Und wenn wirklich einer Interesse zeigt, wird er von den anderen weg gebissen oder nicht mehr aufgestellt. Die Bürger hätten eine große Macht, aber auch ihre Gier hinsichtlich des sinnlosen Fressens, kennt eben auch keine Grenzen. Ich muss mich als Vegetarier immer rechtfertigen, dass Tiere eben als Lebensmittel des Menschen dienen. Wo steht das eigentlich geschrieben. Wo steht das Recht auf ein Wurstbrot? Ich muss mich noch beleidigen lassen, dass ich angeblich den Tieren das Gras und die Körner wegfresse. Wer so eine Denkvermögen hat beweist, dass er schon ganz schön an resistenten Keimen erkrankt ist.
Ich gehöre ja nun einer Generation an, die Hunger kennen. Ich gehöre aber auch einer Generation an, die mit Verstand essen und das heißt, dass man eben nur das zu sich nimmt, was der Körper braucht. Genau gegen dieses Prinzip verstoßen die meisten, vorallem auch junge Menschen und darum werden unsere Strassen immer mehr von übergewichtigen Gestalten verstopft. Ich bin der Meinung, dass die Krankenkassen diese Leute zur Kasse bitten sollten, wenn es diesbezüglich gesundheitliche Probleme geben sollte.
Ein Schelm schrieb am 23.01.2012 um 02:54
Meinen Sie die jeweils letzten Sätze der letzten beiden Absätze wirklich ernst, Matto?
Ich kommentiere ungerne Zeilen, bei denen ich davon ausgehen muss, dass ein emotionaler Ausnahmezustand zu eingeschränktem Denkvermögen geführt hat, daher frage ich vorher lieber nach ... ;-)
Mochinho schrieb am 21.01.2012 um 18:19
Muss es immer Kobe-Rind sein?

Bei der Lektüre dieses Artikels kann einem der Gedanke kommen, dass hier wieder die Stereotypen von den guten Bio-Lebensmitteln und den bösen Industriewaren gepflegt werden.

Als vor gut einem Jahr im „Freitag“ im Zusammenhang mit dem Dioxin-Skandal über die Qualität von Lebensmitteln geschrieben wurde, wurde seinerzeit sogar konstatiert, dass es in Deutschland möglich ist, für wenig Geld gesundheitlich unbedenkliche Lebensmittel erwerben zu können. Außerdem war vor einigen Jahren im „Stern“ zu lesen, dass ein bekannter Discounter keine Waren, die bei Warentests schlechter als mit gut befunden wurden, in seinem Sortiment duldet.

Der vorliegende Artikel bewegt sich allerdings, wie auch andere seiner Art in dieser Zeitung, auf der Metaebene. Er stellt die Systemfrage, nämlich diejenige, ob die konventionell-industrielle Landwirtschaft weiterhin Bestand haben kann oder ob die ökologische Nachhaltigkeit zum Leitbild unserer Ernährung werden soll.
Den finanziell weniger gut situierten Mitmenschen hilft diese Diskussion jedoch wenig bei der Befriedigung des Grundbedürfnisses der Ernährung. Daher muss in der Debatte um die Erzeugung unserer Nahrungsmittel auch auf die soziale Nachhaltigkeit abgestellt werden, und zwar von der Erzeugung über den Konsum bis zur Entsorgung.
Kathrin Zinkant schrieb am 23.01.2012 um 14:48
lieber mochinho, solange bio-lebensmittel innerhalb des bestehenden ökonomischen zusammenhangs produziert werden, ist es unmöglich, von bio als gut und konventionell als per se schlecht zu sprechen. ist hier auch nicht passiert. es geht aber tatsächlich um die metafrage der sinnvollen erzeugung, um die muss es nach allen skandalen und angesichts der vielen defizite der industriellen lebensmittel doch gehen. oder möchten sie weiter über verbrauchertäuschung sprechen, wenn die maßnahmen gegen eine solche täuschung systemimmanent neue täuschungen hervorbringen muss? nein, die problematik ist umfassender und sie bezieht sich auch längst nicht mehr allein auf die frage, ob einer von wenig geld viel gemüse kaufen kann. (was ja durchaus möglich ist)

wie im artikel geschrieben, verschärft der anspruch an "bessere" nahrung die bestehende soziale ungerechtigkeit: ein hartz-iv-empfänger bekommt geld für lebensmittel, die im engen sinne zwar gesund sein können, aber besagtem anspruch gewiss nicht gerecht werden, sondern den nun als minderwertig erkannten ausstoß des systems darstellen.
Columbus schrieb am 24.01.2012 um 13:24
Sie haben da völlig Recht, Frau Zinkant. Ohne soziale Gerechtigkeit und mehr Bildung (Kultur) für alle, gibt es keine weitgehend ökologische und biologische Landwirtschaft.

Das alte Biosiegel (auf dem Foto) und das neue EU-Biosiegel, erlauben und befördern die industrielle, globale und eben nicht regionale Produktion. Regionale Märkte gibt es in wenigen Regionen Deutschlands, auf Wochenmärkten mit Tradition. Aber schon ein Gang, z.B. durch die Frankfurter Kleinmarkthalle lehrt, es gibt immer mehr von den zartgemüsigen Bioböhnchen aus dem schwarzen Kontinent zu Winterszeiten, zu satten Preisen, es entwickeln sich dazu Supermarktstrukturen für Bio-Produkte, die einfach nur Nicht-Bio nachahmen, die nach den Siegelregeln, aber nicht nach Lohn, regionaler Nähe und Nachhaltigkeitskriterien, Bio sind.

Anteil der schon weitgehend marktgerecht angepassten Bio-Lebensmittelproduktion derzeit ca. 5%! Davon wird ein Großteil zunehmend global produziert. In Deutschland herrscht diesbezüglich eher eine Stagnation in der LW. Der weit überwiegende Anteil der Produktion ist sogenannte intergrierte Landwirtschaft, industriell ausgerichtet, exportfähig, z.B. Schweinefleisch, Milchprodukte.

Bewusstheit und Emotion fallen auseinander. Da existieren Parallelen, die z.B. das Paradoxon erklären, warum z.B. Gedanken der Linken oder der Ökologen in aller Munde sind und geschätzt werden, aber wenn es zum Schwur kommt, eher wenig kompetente und abhängige, konservative Politiker gewählt werden und die Ernährungsfrage über die "Fülle", sogar die nur vorgegaukelte Menge, individuell gelöst wird. Oder, warum zwar für Politiker gilt, dass sie generell so schlechte Vertrauens- und Glaubwürdigkeitswerte wie Journalisten aufweisen, aber gewählt und gekauft wird trotzdem die Blockschrift in Rot und Schwarz, die typischen politischen Altfarben der Republik.

Ein interessanter Nebenbefund: Die Parteien, die 2/3 der Sitze im Bundestag einnehmen, sind sich, jenseits jeder Farblehre, auch in grundsätzlichen Agrarindustriefragen einig.

LG und Mahlzeit
Christoph Leusch
cuchulainn schrieb am 24.01.2012 um 14:46
verehrter christoph leusch,

zugegeben: so richtig verstehe ich ihren kommentar nicht. - aber das ist ja das schöne an dieser art der kommunikation, dass man direkt nachfragen kann. (und schön auch, dass sie eigentlich so gut wie immer antworten, wenn man nicht grad den grössten käse schnattert.)

also - "bildung" - ich weiss nicht, wie ihre beobachtungen da ausfallen, aber nach meiner erfahrung geben sich an der kühltheke beim [x-beliebigen discounter ihrer wahl hier einsetzen] die professoren, doktoren, magister reihenweise die klinken in die hand, und wenn die dann fertig sind, kommen die anderen arrivierten der höheren bildungsfabriken der nation. offenkundig ist der zusammenhang zwischen formaler bildung und "bewusster ernährung" also ... nicht allzu signifikant, muss also von anderen faktoren abhängen.

"industrielle globale produktion" - deutschland ist, trotz seines mächtigen agrarektors, ein netto-importeur von nahrungsmitteln. übrigens auch schon immer gewesen, trotz "kornkammern" an main und donau und den ostelbiern. selbst wenn wirs uns also noch so sehr wünschen - komplett regional/lokal werden sich die deutschen nie ernähren können und also so oder anders auf den global produzierten nahrungsreichtum zurückgreifen müssen, es sei denn, sie wollten die bevölkerung entsprechend anpassen (die dann nicht nur in summe weniger benötigt, sondern auch, häufiger unterschätzt, weniger flächen anderweitig verbraucht und also mehr davon für landwirtschaft verwenden kann).

"industriell ausgerichtet" - das klingt so, lieber christoph leusch, als seien sie grade aus einem traum erwacht und stellten erschreckt fest: ja wie können die kapitalisten nur aus der nahrung ein geschäft machen! der kapitalismus ist aber gar kein zunächst gesonderter bereich der geschäftstätigkeit, der nach und nach, zug um zug alles in beschlag nimmt, sondern ein totales gesellschaftsverhältnis, das von vornherein die bedingungen setzt, unter denen überhaupt nur irgendwas produziert werden kann. - das haben die frühen grünen auch mit einiger verbitterung feststellen müssen: wie konnte es nur dazu kommen, dass all die feinen grünalternativen theorieschwarten der siebziger und achtziger letztendlich wieder nur rechnungen des kapitals waren? - genau so!

"links denken, aber konservativ wählen" - vielleicht hat das ja etwas damit zu tun, dass der agrarsektor, obwohl er nach wie vor reht stiefmütterlich behandelt wird, traditionell zu den dickschiffen zählt. volumen des agrarmarkts in der EU 2010: 290 milliarden dollar! das sind summen, herr leusch, die auch erklären, warum die agrarindustrie immer auch zu den strategischen sektoren gehört, die jeder staat mit argusaugen hütet: erstens weiss jede obrigkeit nur zu genau, dass ein leerer bauch der grösste revolutionskatalysator aller zeiten ist und zweitens ist die wertschöpfung in diesem sektor kein kleinvieh, auch wenn natürlich öl, flugzeuge und waffen viel spannender sind.

wenns um die wurst geht, denken halt immer alle an monsanto, aber nie an conagra.

genau so, wie alle immer bloss an weizenspekulanten denken, aber nie an das europäisch/nordamerikanische globale agrardumping, das wesentlich mehr tote produziert als selbst der schlimmste krieg um den sprit im nahen osten - nicht nur ganz direkt, sondern auch indirekt, indem es traditionelle lokale bzw. regionale produktionskreisläufe in entwicklungsländern erst völlig zerstört und dann politisch rezepte anbietet, die wieder niemandem helfen ausser den vested interests der industriestaaten.

wie zur demonstration des gesagten ist übrigens mein kaffee gerade fertig - ich hauche ihnen also mein freundliches "ciao!" schon auf der flucht ins ohr.
Columbus schrieb am 24.01.2012 um 19:16
ad cuchulainn, 24.01.2012:

Bildung ist ja ein wenig mehr als Ausbildung. Stimmt schon, auch Akademiker gehen auf vermeintliche Schnäppchenjagd und ich gehe jede Wette ein, dass gerade in der Media-Branche unter dem Gefühl der ständigen Verfügbarkeit, der Wichtigkeit durch Dauerpräsenz, des Ranking und der Quotenmentalitäten, die Akademischen sich besonders schlecht ernähren.

Andererseits ist Ernährung kein wirklich wichtiges Thema in den weiterführenden Schulen, ich beobachte das ja am eigenen Nachwuchs.

Es stimmt, wir sind über alles Importeur, aber auch nur deshalb, weil wir uns billige Futtermittel und billige Rohprodukte (z.B. Futtermittel für die Milchwirtschaft und die Tiermast), sowie die Spezialitäten, Kaffee, Tee, Exotenprodukte beschaffen. Verkauft wird von hier aus die "Veredlung", Milchprodukte, Fleisch (Schwein billig und industriemäßig). Milch kann z.B. nirgendwo so billig industriell produziert werden, wie in der EU (Großeinheiten, Molkereien) und sie wird exportiert. Aber die Milchkuh-Futtersysteme produzieren extreme Nebenkosten die ihnen nicht angerechnet werden.

Na, ich schau´ schon ein wenig länger auf den Alptraum Landwirtschaft und sehe doch mehr Möglichkeiten nachhaltig und schonend Nahrungsmittel zu produzieren. Allein, sie werden nicht erschlossen.

community.zeit.de/user/col%C3%B3n/beitrag/2009/06/15/milch-ist-gut-gegen-maroditis

community.zeit.de/user/col%C3%B3n/beitrag/2009/05/20/romantik-milch-aus-dem-pfaffenwinkel

Ja, der Agrarsektor! Mit relativ geringem Beschäftigenanteil (4-5%) ein Riesenmarkt mit Riesensubventionen in den USA und in der EU. Fragen Sie sich nicht wie das sein kann und wo die Profite bleiben, aus diesem Giga-Gewerbe?

Agardumping: Das sehe ich wie Sie, als eines der größten Probleme. Es funktioniert nur aufgrund der Subventionen und der Marktmacht der Einkäufer und Verkäufer aus den Industriestaaten in den Futtermittel-, Dünger-, Monokultur- und Tierbesatzstaaten. Die Börsennotierung und der Handel über Börsen, hat das Problem nur noch verschärft.

LG
Christoph Leusch


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