Wochenthema

Der Frauenfußball umdribbelt alte Klischees der Männer. Endlich!

Partizipation | 22.06.2011 17:30 | Katrin Rönicke

Sie will nicht nur spielen

Am Samstag startet die Weltmeisterschaft: Der Frauenfußball umdribbelt alte Klischees der Männer und neue Erwartungen der Emanzipationsbewegung

Wenn in Kürze der Anpfiff zur Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen ertönt, werden so unterschiedliche Erwartungen, Forderungen und Hoffnungen an Spielerinnen, Veranstalter und das Publikum herangetragen worden sein, dass man sich fragen muss: Kann das gut gehen? Ein Teil der Medien und der Zuschauer scheint sich vor allem zu wünschen, dass die Spielerinnen sexy vor Kameras posieren, andere wiederum überlegen, ob die Emanzipation jetzt nicht wirklich den Durchbruch schafft, wenn Frauen selbst in die Männerbastion der Rasenspiele einfallen.

Um zu verstehen, warum der Frauenfußball auf so andere Art und Weise im Fokus der Aufmerksamkeit steht, als es der Männerfußball je tat, muss man zunächst feststellen: Fußball ist historisch gesehen eine Männersportart. Seine moderne Geschichte begann 1848 in Cambridge, von wo er sich zunächst auf den britischen Inseln ausbreitete. Tatsächlich ist dort auch der Frauenfußball entstanden – und das bereits Ende des 19. Jahrhunderts. Ebenso schnell, wie der Männer-Fußball zu nationaler Popularität gelangte, griffen die alten Rollenbilder auf den Frauenfußball über: Der Sport wurde als „unweiblich“ gebrandmarkt. Zwischen den zwanziger und sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurden in vielen Ländern offizielle Verbote durch die Fußball-Verbände ausgesprochen. Der Deutsche Fußballbund hob das Verbot für Deutschland 1970 wieder auf. Erst 1971 bekannte sich die UEFA dazu, diese Sportart für Frauen anerkennen und fördern zu wollen.

Das Stigma der Unweiblichkeit haftet dem Frauenfußball bis heute an. Damit einher gehen viele Stereotype: Das Mannweib, die Kampflesbe, sogar sexuelle Frustration werden mit Fußball spielenden Frauen assoziiert. Eine Ursache für die Bezeichnung „unästhetisch“ ist die vermeintliche „Gefahr“, Fußballspielen mache dicke Waden – was offenbar immer noch skandalös ist.

In anderen Sportarten wird stereotype Weiblichkeit zelebriert: So dürfen Beachvolleyballerinnen nur Bikini-Höschen tragen. Viele Kleiderordnungen für Frauen – etwa beim Badminton oder Hockey – dienen dazu, durch Sexyness den Vermarktungswert zu erhöhen. Im Fußball dagegen lässt sich so etwas schwer durchsetzen. Und so können sich viele Fußballerinnen stereotypen Sexyness-Ansprüchen verweigern und es ablehnen, zu Sexobjekten gemacht zu werden.

Sport trennt die Geschlechter

Der Sportunterricht trennt seit jeher die Geschlechter: Während die Jungen Fußball spielen, greifen die Mädchen zum Band oder allenfalls zum Volleyball. Bänderturnen für Jungen ist dabei ebenso tabu wie Kicken für die Mädchen. Nur langsam brechen diese Mauern auf: Sportwissenschaftlerinnen der Uni Dortmund haben 536 hessische Schülerinnen und Schüler befragt, ob Mädchen den Schulsport anders erleben als Jungen. Das Ergebnis: Für 62 Prozent der Jungen, aber nur für 38 Prozent der Mädchen steht im Sport der Leistungsvergleich im Vordergrund. Siegfried Eid von der Sportkommission der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft sagt es so: „Sportlehrer müssen sich immer fragen: Will ich mir Platzhirsche heranzüchten oder das Miteinander fördern?“ – wobei vor allem auch das Miteinander der Geschlechter im Sportunterricht spätestens ab der Pubertät nach wie vor ein Tabu ist.

Es steht also eine starke Tradition hinter der Auseinandersetzung mit der Frage: Warum eckt Frauenfußball an? Spielerinnen in Europa haben dabei vor allem mit Schubladendenken und der mangelnden Erfahrung mit Frauen in einem „Männersport“ zu tun. In Ländern, wo die Geschlechterrollen mehr Kontrolle und Sanktionen unterworfen sind, hat eine Fußball spielende Frau oft andere Sorgen, und zwar existenzieller Art. Aber bleiben wir in Europa. In der Geschichte des deutschen Frauenfußballs darf ein Name nicht fehlen: 1. FFC Turbine Potsdam. Gegründet im schon erwähnten Jahr 1971 ist der Club eines der erfolgreichsten Frauen-Teams. Ab 1998 war der Verein stets unter den Top Fünf in der Bundesliga und 2003 zum ersten Mal auf Platz eins. Der Rundfunk Berlin Brandenburg (rbb) berichtet seit Jahren von den Spielen. Spätestens mit der Frauen-WM 2007 brachen auch die restlichen Medienanstalten ihr Schweigen und wagten, anfangs noch zaghaft, in einen kleinen Freudentaumel zu verfallen, als die Deutschen Runde für Runde weiterkam und schließlich siegten.

War der Playboy nötig?

Doch das wahre Sommermärchen fand eben nicht 2007, sondern 2006 statt. Männerfußball gilt nach wie vor als interessanter, wird besser bezahlt, bekommt mehr Aufmerksamkeit und löst bei allen Beteiligten weniger ambivalente Gefühle aus. Fußball und Männer „passen“ zusammen. Eine oft genannte Erklärung dafür ist scheinbar die Biologie: Männer bauen eben schneller Muskeln auf. Frauen sind im Schnitt kleiner, langsamer und weniger kräftig als Männer. Und dann noch das Testosteron: Aggressivität und Kampfgeist – das sind selten mit Frauen assoziierte Eigenschaften. Dabei verschwimmen so genannte biologische Unterschiede sehr schnell mit völlig konstruierten Verschiedenheiten. Denn die Varianz zwischen den Geschlechtern ist insgesamt deutlich geringer als innerhalb.

Manche betonen denn auch die Chancen, die das WM-Turnier für ein neues Frauenbild in der Gesellschaft mit sich bringt. Anlass zur Hoffnung besteht: Seit Frauenfußball in den Medien mehr Beachtung erlangt, gibt es plötzlich neue Rollenvorbilder. Bestes Beispiel für eine kleine Revolution ist etwa der Erfolg des britischen Films Kick it like Beckham (2002). Bei aller Kritik an den kitschigen Vorstellungen und den weitergetragenen Stereotypen, mit denen der Film sicherlich nicht konsequent brechen wollte: Er bildet einen Meilenstein in der Wahrnehmung des Verhältnisses von Frauen und Fußball. Die kann sich durch die Weltmeisterschaft nun weiterentwickeln.

Schon vor der WM begann in der Öffentlichkeit ein Nachdenken, wie man sich nun zu verhalten habe: Müssen wir uns jetzt, weil die Gesellschaft doch so emanzipiert ist, genauso jubelnd und feiernd auf Fanmeilen zusammenrotten? Wie stehen wir zu den Frauen, die in diesem Sport „ihren Mann“ stehen? Das Turnier bringt das Gewohnte ins Schwanken – das ist immerhin etwas.

Zwei Stränge im Hype

Zugleich zeigen sich die Schattenseiten des Hypes: Die ersten fünf Kickerinnen waren bereits im Playboy zu bewundern. Als müssten sie beweisen, dass sie sexy sind, obwohl sie Fußball spielen. Noch dazu in Posen, deren homoerotische Anspielungen gerade im Zusammenhang mit einer Sportart, der ein Lesben-Klischee anhängt, mehr als kritisch sind. Warum war das nötig? Damit der Frauenfußball die mediale Aufmerksamkeit bekommt, die er verdient? Damit das Portemonnaie der Frauen wenigstens ein bisschen mehr von dieser WM profitiert – denn zugegeben: Es muss für Spielerinnen frustrierend sein, ihre Gehälter mit jenen der Männer zu vergleichen. Wichtiger ist aber wohl: Es gehört zu unserer Kultur, dass berühmte Frauen sich nackig machen. Zumindest, wenn ihr Körper nicht „unweiblich“ ist.

So lassen sich im Hype um die Frauen-WM zwei Stränge ausmachen: Der eine tendiert dazu, nach dem Motto „die schönste Seite des Fußballs“ zwar Vorfreude zu empfinden, sich aber vor allem auf Basis von Geschlechterklischees mit diesem „Phänomen“ zu befassen. Da spielen halt Frauen und das ist eben anders, aber lassen wir sie doch. Sind ja auch ein paar Schöne dabei.

Der andere tendiert dazu, zu viel von dem Turnier zu erwarten. „Die Spielerinnen haben bei der WM schon ein schweres Päckchen zu schultern“, sagt die Sprecherin des Lesben- und Schwulen-Verbandes in Deutschland, Renate Rampf. „Sie sollen die Sportart aufwerten – auch als Akt der Emanzipation. Es sollen tolerante, weltoffene Spiele werden. Und dann wäre da noch die Aufwertung Homosexueller.“ Die Fußballfrauen haben also eine altbekannte Aufgabe übertragen bekommen: Sie sollen alles unter einen Hut bringen – mit einem strahlenden Lächeln im Gesicht. In diesem Sinne: Haut rein, Mädels – so was haben wir doch schon immer gekonnt!

 
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Artikelaktionen
Kommentare
przeja schrieb am 24.06.2011 um 01:51
So sehr die WM bzw. der Frauenfussball Chancen bietet Klichees zu überwinden, so sind es gerade auch die Fussballerinnen selbst die der Emanzipation einen Bärendienst erweisen. Denn auch durch die Mitwirkung in zahlreichen Werbespots, die alte Rollenbilder bedienen, stellen sie sich wortwörtlich ins Abseits.
KalleWirsch schrieb am 24.06.2011 um 09:59
Warum gibt es nicht einfach eine einzige Fußball WM. Für beide Geschlechter. Wie in anderen Sportarten auch. Das fördert Normalität.
Popkontext schrieb am 24.06.2011 um 19:35
Weil es "Fussball" und "Frauenfussball" gibt...
THX1138 schrieb am 27.06.2011 um 14:27
Genau: Eine einzige Fussball-WM und fertig.

Statt dessen wird wieder versucht, aus diesem vergleichsweise banalen Ereignis (für mich ist Fussball banal) so viel Genderkapital heraus zu ziehen wie möglich.

Diesen Frauen hier gehts ausschliesslich ums Fussball spielen und nichts anderes, punkt. Meine Tochter spielt auch Fussball, leidenschaftlich gerne sogar. Eine politische oder gar feministische Komponente ist weit und breit nicht feststellbar. Ausser für die Feministinnen natürlich.

Irgendwie muss das drohende mediale Sommerloch
offenbar ausgefüllt werden.
Popkontext schrieb am 27.06.2011 um 14:37
Oh, das ist mir neu: Die FIFA, die das Event gerade heftigst zu vermarkten versucht als Hort des Feminismus, der Feminismus als Grund dafür, dass Fußball für Frauen lange Zeit verboten war, und bis heute weithin als "unweiblich" gilt?

Da haben Sie sich, um mal im Bild zu bleiben, ein Eigentor geschossen, weil Sie da das verdrehte Denken aufzeigen. "Frauenfußball" ist leider nicht die Exklusivklasse für die "besseren Menschen", sondern der Katzentisch in einer Sportart, die immer noch als Männerdomäne ("Fußball") gilt.
THX1138 schrieb am 27.06.2011 um 15:13
Ich beziehe mich auf die Verfasserin des vorliegenden Textes, nicht auf die FIFA.

Ist es bei Ihnen in der BRD gerade auch so unerträglich heiss?
KalleWirsch schrieb am 27.06.2011 um 15:13
Sagen wir es mal so:
Da es noch keine gemeinsame WM gibt, wei in anderen Sportarten auch, brauchen wir wohl noch eine gehörige Portion Feminismus.
KalleWirsch schrieb am 27.06.2011 um 15:59
PS
Ich jedenfalls habe noch niemanden sagen hören oder schreiben gelesen

Männer WM 2010
Arkadi schrieb am 24.06.2011 um 11:49
"Noch dazu in Posen, deren homoerotische Anspielungen gerade im Zusammenhang mit einer Sportart, der ein Lesben-Klischee anhängt, mehr als kritisch sind. Warum war das nötig? Damit der Frauenfußball die mediale Aufmerksamkeit bekommt, die er verdient?"

Der Playboy ist nunmal keine Sportzeitschrift. Das Hauptmotiv des Playboy bei diesen Bildern ist die erotischen Fantasien heterosexueller Männer zu bedienen und dies geht eben mit den besagten Damen besser als mit der Fussballerin auf dem Titelbild dieses Artikels.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 24.06.2011 um 14:59
Jenes Titelbild konterkariert geradezu die Subline des Artikels, denn wir sehen habituell und designtechnisch den billigen Abklatsch (clichè) eines Fussballmachos, der doch für gewöhnlich als überkommenes und konstruiertes "Auslaufmodell" klassifiziert wird.
luzieh.fair schrieb am 24.06.2011 um 16:56
ich sehe eine Frau, zugegeben ungewöhnlich (für nicht-Fußballspielerinnen) muskulös, die schöne Tatoos hat und sich (über ein Tor?) freut.

Warum sollten Frauen sich auch anders freuen, als Männer?
Arkadi schrieb am 24.06.2011 um 17:30
@ smith und luzieh.fair

Da wurde ich jetzt eventuell falsch verstanden.
Natürlich darf sich eine Frau genauso freuen, Tatoos haben, muskulös sein und vieles mehr.
Mir ging es nur darum dass der Playboy ein Erotikmagazin ist und keine Zeitung die differenziert über Rollenbilder berichten muss.

Bei einem aktiven Schwulen der auf 18-25 jährige schlanke Männer steht würde ich auch keine bestimmte Einstellung gegenüber Männern vermuten, es ist halt seine Sexualität.
Da sollte man lieber an anderen Stellen meckern und sich daran nicht so aufhängen.

ich hoffe dass es jetzt zum Fußballmacho reicht, und nicht nur zum billigen Abklatsch :) ...
KalleWirsch schrieb am 24.06.2011 um 19:16
Jetzt würde mich allerdings interessieren, was ein inaktiver Schwuler ist.
Rahab schrieb am 24.06.2011 um 19:22
das möchte ich jetzt lieber nicht wissen!
Rahab schrieb am 24.06.2011 um 19:52
also... das phänomen nennt sich 'der blick'
und geht ungefähr so:
da wird eine domina gesehen, wie sie ausschauen tät ohne den latexdress - aber weil es peinlich wär, das zu sagen, wird es zum cliché des fußballmachos erklärt, der aber ein aus-lauf-modell sei

kurzum: es wird versucht, so zu tun, als gäb es tatsächlich frauenbilder und männerbilder...
dabei gibt es bestensfalls ab und zu weibsbilder und mannsbilder
und gelegentlich kommt es dann auch noch vor, dass wer denkt: oh! das ist aber ein bild von...!
luzieh.fair schrieb am 24.06.2011 um 20:02
@Arkadi schrieb am 24.06.2011 um 17:30

nee, dich meinte ich garnicht...

ich meinte Schmittis Mannsweib-Kommentar.

Naja, und dass der Playboy Fotos macht, wie er nunmal tut, ist (für mich) nicht die Frage.

Die Frage wäre, warum (wie die DFB-Managerin Fitschen es feststellte) diese Art der Aufmerksamkeit nötig ist, um die Frauen-WM zu etablieren, will mir nicht in den Kopf.
Klar, sex sells und so, aber es sagt schon einiges aus, wenn die abgelichteten Frauen ihre Motivation mit "wir wollen zeigen das wir echte Frauen sind" erklären.
Also, es sagt vielleicht weniger über die Frauen, als über die Gesellschaft, die sie geprägt hat aus.
Rahab schrieb am 24.06.2011 um 20:17
bilder gehen allerdings auch so
www.fooloffun.co.nz/sport%20suzie%20photos.htm

und nu geh ich hier
berlin-lacht.com/?cat=0&sid=1⟨=de
gucken, wie das life aussieht!
luzieh.fair schrieb am 24.06.2011 um 21:57
:-D also ich wär gern auf einem der Fahrräder, die die Wand rauf fahren.
Arkadi schrieb am 25.06.2011 um 15:04
Ein inaktiver Schwuler ist wahrscheinlich ein Schwuler der keinen Sport treibt.

Das meinte ich aber nicht, sondern die Selbstbezeichnung mancher Schwuler als aktiv oder passiv. Mir ging es um Rollenvorstellungen gemäß einer sexuellen Orientierung (nicht zwingend gemäß des eigenen biologischen Geschlechts oder der Sicht auf das andere Geschlecht, wichtiger Unterschied!).
Rahab schrieb am 25.06.2011 um 15:19
hm.
also kann ein schwuler, der gern schlanke 18-25-jährige männers sieht, ein passiver sein
und der, welcher lieber dickliche beguckt, ein aktiver.
oder?
Arkadi schrieb am 25.06.2011 um 15:25
"diese Art der Aufmerksamkeit nötig ist, um die Frauen-WM zu etablieren"

Wie kommt die Managerin eigentlich zu dieser Annahme? Die Aufmerksamkeit die Sila Sahin bekam für ihre Playboyfotos (als erste Türkin) war doch recht begrenzt obwohl Sie komplett blank gezogen. Die Fußballerinnen waren "untenrum" bedeckt nicht mal ein nackter Hintern ist komplett zu sehen.

"wir wollen zeigen das wir echte Frauen sind"

Wenn der Grund für das Shooting die Tatsache ist dass die Damen sich anhöhren mussten Sie seien keine richtigen Frauen und Sie jetzt durch ausziehen beweisen mussten dass Sie es sind dann muss ich Ihnen zustimmen, wirft das kein gutes Licht auf die Angelegenheit.
Arkadi schrieb am 25.06.2011 um 16:46
da reden wir glaub ich aneinander vorbei,...

Mit meinem Beispiel wollte ich darauf hinaus dass die Vorstellung einer Rollenverteilung innerhalb einer Beziehung oder sexuellen Fantasie nicht unbedingt eine bestimmte Geisteshaltung gegenüber einer bestimmten Personengruppe vorraussetzt.

Letzten Endes stehn die Leute auf alles mögliche, manchmal eben auf planschende Nationalspielerinnen, das ist dann auch schon alles.
KalleWirsch schrieb am 25.06.2011 um 18:56
Na bin ich ja mal gespannt, was es für Rollenverteilungen gibt, wenn beide Schwuppen aktiv und passiv sind. Viel schwieriger wird es natürlich, wenn Schwule gar nicht auf Analsex stehen. Dann kann man die gar nicht mehr einordnen. Außer als Homos natürlich.
Bleibt die Frage: Kann man eigentlich aktiv passiv sein?

Worum ging es noch? Ach ja, um Fußball und Frauen. Meinetwegen können die Junx spitz wie Nachbars Lumpi am Spielfeldrand stehen. Es kommt doch darauf an, wie man das lebt. Man kann eine Fußballerin scharf finden und begeistert die Spiel gucken, oder nach jedem Tor Ausziehen rufen.
Es stört mich weniger die Tasache, dass die Mädels sich für den Playboy nackig gemacht haben, als viel mehr, dass die Jungs nicht nackig im Playgirl erscheinen. Dass da niemand überhaupt auf die Idee käme, aber Frauen selbstverständlich beweisen sollen, dass sie Frauen sind, weil.sie Fußball spielen. So wie viele (auch offen) schwule Männer ständig beweisen wollen, was für harte Kerle sie sind.
Und weil.die Frauen sehr erfolgreich, erfolgreicher als die Kerle, den "Männersport" Fußball betreiben, müssen sie natürlich auch alle lesbisch sein. Denn Frauen können sowas nicht und Lesben sind eh halbe Männer.
Ich kriege Kopfschmerzen.
Maxi Scharfenberg schrieb am 24.06.2011 um 14:51
Es gibt noch einen dritten Strang, den ich ausgemacht habe. Es sind dort die vereint, denen das ganze Thema einfach nur auf den Wecker geht. Wie bei den Nichtwählern, so kann hier nicht völlig ausgeschlossen werden, dass es sich um die absolute Mehrheit handeln könnte. Meine Leser merken, wie vorsichtig ich geworden bin.
Eines muss ich dazu trotzdem loswerden: Vielleicht können sich die Protagonisten des Damenfussballs noch einig werden, ob uns das lustige Ballspiel wegen der hübschen Spielerinnen, wegen der feministischen Kundgebungen mancher AktivistInnen oder trotz der scharfen Kostüme der SpielerInnen und der Nähe zu noch sexistischeren Outfits gefallen soll?
Maxi Scharfenberg
(KPM)

Deshalb und wegen der Neutralität der Geschlechter und weil es angeblich um Sport geht: Ganzkörperanzüge aus praktischen und haltbaren dunklen Stoffen könnten ein Ausweg sein, um neuen Vorwürfen schon einmal optisch aus dem Weg zu gehen.
luzieh.fair schrieb am 24.06.2011 um 17:08
Gern gelesen, liebe Katrin!

Ich glaube allerdings, dass diese:
"Die ersten fünf Kickerinnen waren bereits im Playboy zu bewundern."
nicht (das ist oben etwas missverständlich) die sind, die nun bald auf dem Platz stehen, sondern Kickerinnen der U20 Nationalmannschaft, wenn ich das richtig verstanden habe.

Hier: www.freitag.de/community/blogs/luzieh/der-ball-bleibt-rund-oder#comment-280093
hat Kalle Wirsch einen ganz interssanten Kommentar unter einen meiner Beiträge geschrieben.

Was bei dem Thema (speziell WM) aber sicher auch interessant wäre, ist die Frage nach dem Verhältnis Nation und Geschlecht. Bin aber noch nicht eingelesen.

Liebe Grüße, Luzieh
Arkadi schrieb am 24.06.2011 um 17:44
www.faz.net/artikel/C32667/absatzkick-die-frauenfussball-kolumne-von-haeschen-und-mannweibern-30436894.html

Die Spielerinnen sind alle nicht aus der A-Mannschaft
sondern aus den Juniorinnenmannschaften.Im oben genannten Artikel kann man die Namen der Spielerinnen nachlesen.
ausbein schrieb am 25.06.2011 um 11:13
Es lässt sich noch ein weiterer Strang ausmachen, der weniger mit Hype oder Nicht-Hype zu tun hat und mehr mit dem Fußball selbst: Wenn ein Spiel beginnt, möchte ich guten Fußball sehen, in der etablierten Ausdrucksweise erhoffe ich: ein geiles Spiel.
Das liefern die Frauen relativ oft, dazu dann noch als Krönung die Endspielsiege.

Vor Jahren wurde der Frauenfußball vor allem schöngeredet. Für die andere Spielweise, die andere Ästhetik fehlte es an der Menge von passenden Zuschauer/innen, die sich damit wirklich anfreunden konnten.

Zwei Möglichkeiten standen offen: Entweder mehr Interesse an der anderen Art des Fußballspiels zu wecken oder sich wie der Männerfußball zu entwickeln und auch athletischer und schneller zu werden. Der Frauenfußball hat letzteres getan und das sogar besser - es sind Männer, die die unendlich nervende Angewohnheit haben, beim leichtesten Foul ausgiebig den sterbenden Schwan zu geben. Oder ewig zu reklamieren, auch wenn es nichts zu reklamieren gibt. Und noch einigen Quatsch mehr, den es beim Frauenfußball (bisher) nicht gibt.

Ach ja, der Rausch, den ein gutes Fußballspiel beim "echten" Fan erzeugt, spielt sich nicht in der Hose ab. Es ist ein viel freierer Flug.

Und was "das Nationale" angeht, gab es bei echten Fußballfans schon immer den Respekt für den Besseren/die Bessere. Wenn die Heldin am Ende Marta heißt und nicht Popp, dann schlägt ihr mindestens Respekt und Applaus, wenn nicht sogar eine gewisse Zuneigung entgegen - wenn sie denn die Bessere war.

(PS: Damit keine Missverständnisse aufkommen, es gibt beim Fußball wie überall deutlich mehr Böse als Gute, d. h. mehr A...löcher als echte Fans.)
Dion schrieb am 25.06.2011 um 16:47
Der Artikel spiegelt auch meine Meinung zum Frauenfußball wider. Aber es gibt andere Presseerzeugnisse, die wie ehedem der Meinung sind, Frauen haben zuallererst sexy zu sein, dann erst Erfolg im Beruf oder Sport zu haben. Dabei denke ich weniger an Playboy als an sogenannte konservative Zeitungen, allen voran die Springerpresse. So schrieb z.B. die welt.de kürzlich:

„Von wegen Frauen-Fußball ist nicht sexy. Das haben wieder einmal fünf Spielerinnen in der aktuellen Ausgabe des „Playboy“ kurz vor dem Startschuss zur Fauen-WM bewiesen.“

Zuerst wird so getan, als ob Frauenfußball sexy sein müsse, um dann den Beweis antreten zu können.
mh schrieb am 26.06.2011 um 22:05
seit zwei wochen.. und die dosis wird auch nicht geringer.. muss ich mir nun diskussionen darüber anhören, was am fussball der fussballerinnen anders ist als an denen der fussballer.

obersexist tichy lässt das gar wissentschaftlich erläutern. furchtbar, diese vielen tore im frauenfussball und sind die auch noch so lahm.. für die ist doch glatt das spielfeld zu groß.

heute hole ich mir die FAS aus dem briefkasten, sehe das thema gleich auf seite 1 und schmeiss das ding komplett weg. es nervt.

man fragt sich mittlerweile, in was für einer bescheuerten gesellschaft wir eigentlich leben, die sich einer sportart auf diese weise nähert. ich sehe da nicht wirklich einen unterschied zu den früheren aussagen des DFB, so sie denn stimmen mögen, dass die trikots der frauen aus anatomischen gründen für werbung nicht geeignet seien.

und natürlich muss mann sich dann noch auf twitter hinstellen und fragen, ob heute wirklich schon der slutwalk in berlin ist. weil bescheuert sein durch den medialen diskurs legitimiert wurde.

bei der schwemme dämlicher artikel und radiointerviews habe ich bestimmt nur übersehen, dass sich auch ganz viel mit taktik, verletzungen der spielerinnen, möglichen aufstellungen und ähnlichem beschäftigt wurde.

es ist dann nur auch nicht hilfreich, wenn fussballerinnen ihre zielgruppe als frauen definieren.

das bild dann noch eine macho-ecke mit mario basler besetzt, in der er darum bittet den rasen zu schonen.. ist dann nur noch konsequent.

boaaarrrr

mfg
mh tat gut, dieses aufregen :P
THX1138 schrieb am 27.06.2011 um 14:29
Genau so isses.
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