„Die Wut wächst und Schuldige werden gesucht“

Netzschau „Es war in der deutschen Geschichte oft so, dass sich in Krisenzeiten Teile der Bevölkerung politisch nach rechtsaußen gewandt haben, weil sie den regierenden Demokraten vorgeworfen haben, sie nicht vor einem drohenden sozialen Abstieg zu schützen.“
Die Armut in Deutschland wächst – und damit auch die Obdachlosigkeit
Die Armut in Deutschland wächst – und damit auch die Obdachlosigkeit

Foto: Ina Fassbender/AFP/Getty Images

„Während Armut immer stärker in die Mitte der Gesellschaft vordringt, konzentriert sich der Reichtum immer stärker in wenigen Händen. Die Menschen spüren die wachsende Ungleichheit.“ – zdf.de

Es geht ein Riss durch Deutschland

Meistens erschüttern Krisen eine Gesellschaft und verschärfen die vorhandenen Interessengegensätze und sozialen Ungleichheiten. Man kann sie jedoch auch als große Herausforderung betrachten und solidarisch bewältigen, ohne dass Menschen einen Niedergang fürchten müssen, gedemütigt und von materiellen Sorgen oder Verlustängsten geplagt werden. Dazu bedarf es geeigneter Maßnahmen im Bildungs-, Gesundheits- und Sozialsystem. – focus.de

Tagtäglich wird umverteilt – von unten nach oben

Die soziale Ungleichheit wächst nicht zuletzt, weil sich der Reichtum immer stärker in wenigen Händen konzentriert: Die fünf reichsten deutschen Unternehmerfamilien (Albrecht/Heister, Böhringer, Kühne, Quandt/Klatten und Schwarz) besitzen zusammen circa 250 Milliarden Euro – mehr als die ärmere Hälfte der Bevölkerung, das heißt weit über 40 Millionen Menschen. Rund 40 Prozent der Bevölkerung haben gar kein nennenswertes Vermögen. Über 30 Millionen Menschen leben also – streng genommen – von der Hand in den Mund, weil ihnen Rücklagen fehlen, die man etwa in einer Krisensituation wie der Covid-19-Pandemie braucht. Sie sind im Grunde nur eine Kündigung oder eine schwere Krankheit von der Armut entfernt.“ – fr.de

Von Armut betroffen: Die Zahlen steigen

„Eine Person gilt in der Europäischen Union dann als von Armut oder Ausgrenzung bedroht, wenn mindestens eine der folgenden drei Bedingungen zutrifft: Ihr Einkommen liegt unter der Armutsgefährdungsgrenze, ihr Haushalt ist von erheblicher materieller und sozialer Entbehrung betroffen oder sie lebt in einem Haushalt mit sehr geringer Erwerbsbeteiligung. Für jede dieser Lebenssituationen kann jeweils der Prozentsatz der Betroffenen ermittelt werden.“ – merkur.de

30.05.2024, 08:50

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