In Kooperation mit Leonine Distribution GmbH

Director’s Note: Alauda Ruiz de Azúa

Warum sollte ein 17-jähriges Mädchen Nonne werden wollen? Diese Frage stellte sich Regisseurin und Drehbuchautorin Alauda Ruiz de Azúa. Sie erklärt, inwiefern dieser Wunsch mit Sinnsuche zusammenhängt und welcher reale Geschichte sie inspirierte.

Ainara umarmt Ihren Vater Iñaki in der Kirche.
Ainara umarmt Ihren Vater Iñaki in der Kirche.

Filmstill: David Herranz (2025)

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Glaube

Glaube

Alauda Ruiz de Azúa

Drama

Spanien 2025

115 Minuten

Ab 29.10.2026 im Kino!

In Kooperation mit Leonine Distribution GmbH

Glaube

Alauda Ruiz de Azúa: Schwierige Dilemmata sind es, die mich motivieren. Dieser Punkt, an dem man hin- und hergerissen ist zwischen dem, was man tun sollte, dem, was man tun möchte, und dem, was man empfindet.

Die Geschichte kam mir in den Sinn aufgrund einer Anekdote, die ich vor einiger Zeit gehört hatte: Ein 18-jähriges Mädchen beschloss über Nacht, in ein Klausurkloster einzutreten. Die Versuche ihrer Familie, sie davon abzubringen, waren vergeblich. Warum sollte jemand in diesem Alter eine Klausurnonne werden? Warum beschließt man, der Welt den Rücken zu kehren, gerade wenn man ins Erwachsenenalter eintritt? Wie kann man jemanden davon überzeugen, dass das Erwachsenenleben lohnenswert ist, wenn die Außenwelt unsicher und schwierig sein kann?

Die Berufung zum Klosterleben ist vielleicht einer der extremsten Ausdrucksformen der Suche nach einem Platz in der Welt, und mir wurde schnell klar, dass dies der perfekte Vorwand war, die Familie als unseren natürlichen Zufluchtsort in Frage zu stellen. Letztendlich müssen wir, ob wir nun Atheisten, Agnostiker oder Gläubige sind, an etwas glauben, um weitermachen zu können. Wir alle gehen Risiken des Glaubens ein. Wir alle setzen auf etwas, wir binden uns an verschiedene Beziehungen, ohne den absoluten Beweis zu haben, dass sie echt sind. Es fühlt sich echt an, und das reicht uns. Es gibt diejenigen, die an Gott glauben, andere an ihre Partner und manche an die Familie als etwas Unauflösliches.

Der Film trägt im Original den Titel LOS DOMINGOS – „Sonntage“, denn für Katholiken ist der Sonntag der Tag des Herrn, und für viele Familien ist er ein Tag des Zusammenkommens und der Wiedervereinigung, oftmals aus Pflichtgefühl. Wie viele Familien streiten sich zu Weihnachten stundenlang? Wie viele zögern, familiäre Verpflichtungen einzugehen? Dort begann diese Geschichte, die davon handelt, wie schwer es ist, sich von der Familie zu lösen, denn selbst wenn man sich nicht nahesteht, sind familiäre Bindungen doch einzigartig.

Religion und Spiritualität sind in dem Film sehr präsent. Rituale, Berufungsprozesse, der Alltag im Kloster, sogar die Art von intimen Gesprächen, die ein Priester mit einer Minderjährigen im Rahmen der geistlichen Begleitung führen könnte. Ich habe versucht, dieses Universum aus einer sehr strengen Perspektive darzustellen, nachdem ich mühsame Recherchen durchgeführt hatte.

Als Filmemacherin habe ich mich für eine gewisse Unverblümtheit in der Sprache entschieden, indem ich die Figuren so sein lasse, wie sie sind, und mir erlaube, sie aus einer intimen Perspektive, aber dennoch aus der Distanz zu beobachten. Gleichzeitig habe ich gesehen, wie Spiritualität durch viele Risse ins Alltägliche einsickert. So wie das, was die Figuren nicht sagen, genauso wichtig oder sogar wichtiger ist als das, was sie sagen, habe ich auch sorgfältig ausgewählt, was außerhalb des Bildausschnitts bleibt, was nicht zu sehen ist – wie zum Beispiel göttliche Figuren oder Statuen. Ich habe mich für einen einzigen Soundtrack entschieden: einen Chor.

Diese Chormusik verleiht dem Alltag weitere Tiefe, eine gewisse Poesie, Verletzlichkeit. Das Spirituelle ist im Kloster, aber auch außerhalb davon. Es ist keine religiöse spirituelle Dimension, sondern eine emotionale. Dieses unsichtbare Etwas, das uns alle umgibt. Die Zerbrechlichkeit der Dinge. Der Verlust von Menschen, die wir lieben. Die Trennungen, die ohne Geschrei oder Streit geschehen. Die erste unsichere Liebe. Die Abgründe, die sich auftun, während scheinbar nichts passiert. Das Bedürfnis zu lieben oder geliebt zu werden, das uns unser ganzes Leben lang begleitet, ebenso wie das Gefühl, dass jeder an etwas glauben muss.

Biografie: Alauda Ruiz de Azúa erwarb einen Abschluss in Anglistik an der Universität Deusto sowie in audiovisueller Kommunikation an der Polytechnischen Universität in Valencia (UPV) und absolvierte später ein Studium der Filmregie an der ECAM (Escuela de Cine y del Audiovisual). Es folgten mehrere Kurzfilme, die großen nationalen und internationalen Erfolg feierten, insbesondere „Dicen“.

Im Jahr 2022 schrieb und inszenierte sie ihren ersten Spielfilm „Lullaby (Cinco Lobitos)“, der mehr als 30 Auszeichnungen gewann, darunter drei Goyas, den Feroz für das beste Drehbuch, den Forqué-Preis für Kino und Werteerziehung, den Gaudí-Preis für den besten europäischen Film und die CEC-Medaille für die beste Nachwuchsregisseurin. Der Film wurde bei den Filmfestivals in Berlin, Seattle, Karlovy Vary und Málaga ausgewählt, wo er den Biznaga de Oro für den besten Film, den Preis für das beste Drehbuch, den Preis für die beste Darstellerin und den Publikumspreis gewann. Anschließend wurde er als spanischer Beitrag für die Oscars nominiert.

Im Jahr 2024 veröffentlichte sie ihre erste Serie „Querer – Hinter verschlossenen Türen“, die drei Forqué-Preise, drei Feroz-Preise und den Grand Prix beim internationalen Festival Series Mania gewann. „Glaube (Los Domingos)“ ist ihr zweiter Kinofilm als Drehbuchautorin und Regisseurin.

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Sehnsucht nach Gott

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Ainara ist 17, liebt Chorgesang und sehnt sich nach Gott. Ihr Wunsch, Nonne zu werden, erschüttert die Familie. „Glaube“, Bester Film in San Sebastián und fünffacher GOYA-Gewinner, erzählt anmutig und berührend von einer ungewöhnlichen Berufung.

Über die Besetzung

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Neuentdeckung Blanca Soroa gibt als Ainara ihr Filmdebüt. An ihrer Seite: GOYA-Gewinnerin Patricia López Arnaiz als Tante Maite und weitere. Erfahren Sie hier mehr über den Cast.

Glaube | Trailer

Ein junges Mädchen, das Partys mitfeiert und sich auf den ersten Blick nicht von anderen Teenagern unterscheidet, entdeckt, dass ihre größte Liebe Gott gilt. Als sie erklärt ins Kloster eintreten zu wollen, stößt sie auf heftigen Widerstand.

Interview: Alauda Ruiz de Azúa

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