Der jähzornige Isaac lebt ein Leben auf Bewährung – vor sich selbst und vor seiner Mutter, die er schon zu oft enttäuscht hat. Als der aus einfachen Verhältnissen stammende Bundeswehrsoldat auf die wohlhabende Familie von Edith trifft, wittert er die Chance, sich neu zu erfinden. Was Edith und ihre Angehörigen in ihm sehen, verführt ihn. Er berauscht sich an dem Gefühl, endlich als etwas Besonderes wahrgenommen zu werden. Um diesem Bild zu entsprechen, redet er sich Gefühle ein, die er nicht spürt, und verspricht Dinge, die er nicht halten kann.
Stefan Zweig beschreibt in seinem Roman von 1939 eine Abgetrenntheit von den eigenen Gefühlen, die mir heute aktueller erscheint denn je. In einer Zeit, in der man seiner Identität auf Instagram hinterherläuft und Authentizität zur Ware geworden ist, bleibt das Gefühl, nicht zu genügen – nicht genug zu fühlen, nicht echt zu sein.
– Lauro Cress, Regisseur von Ungeduld des Herzens