Der Gulag im Körper: Kaśka Brylas Roman der Erschöpfung
Die österreichische Schriftstellerin Kaśka Bryla verknüpft in ihrem Roman „Mein Vater, der Gulag, die Krähe und ich“ die Pandemie-Isolation kunstvoll mit dem stalinistischen Terror
Wenn Bücher zu Vögeln werden: Allan N. Derains magische Philippinen
„Das Meer der Aswang“ von Allan N. Derain ist ein modernes Märchen, das rauschhaft das Bewusstsein ergründet. Annette Hug hat den zauberhaften Roman aus den Philippinen kongenial ins Deutsche übersetzt
Einzelhaft, Prügelstrafe, Missbrauch: Sorj Chalandons Roman „Herz in der Faust“
Der französische Schriftsteller Sorj Chalandon erzählt in dem fesselenden Roman „Herz in der Faust“ die Geschichte des Jungen Jules, der im Gefängnis sitzt. Damit beweist er, wieso er zu den großen Romanciers der Gegenwart zählt
Frank Castorf inszeniert „Hamlet“ in Hamburg: Er weiß, wie man aus Text eine Party macht
Darunter macht er es eben nicht: Frank Castorf verquickt für einen sechsstündigen „Hamlet“ am Deutschen Schauspielhaus Hamburg Shakespeares Stoff mit Heiner Müllers „Hamletmaschine“. Und macht sich am Ende sogar über sich selbst lustig
Fatih Akins „Amrum“: Heimat heißt, man hat mit Nazis zu tun
Fatih Akin verfilmt die Kindheitserinnerungen von Hark Bohm, der als Sohn von überzeugten Nazis die letzten Kriegstage auf Amrum erlebte. Es ist Akins erster Film über deutsche Geschichte. Wieviel Mitverantwortung tragen wir Nachgeborenen?
„Die Tore von Gaza“ über den 7. Oktober als Stück: Wie führt man so einen Text auf?
Amir Tibon überlebte den 7. Oktober 2023 im Kibbuz Nir Oz. In „Die Tore von Gaza“ erzählt er davon. Nuran David Calis eröffnete mit diesem Text seine Schauspieldirektion am Salzburger Landestheater. Wie funktioniert das auf der Bühne?
„A Song for Esther“: Candice Breitz würdigt die Antifaschistin Esther Bejarano
Peaches nennt sie „Bad Ass“: Ein Abend auf Kampnagel in Hamburg erinnerte an die Shoah-Überlebende und Antifaschistin Esther Bejarano. Organisiert von der Künstlerin Candice Breitz, soll auch an Bejaranos Kritik an Israel angeknüpft werden
Chronistin der Verlorenen: Fernanda Melchor zeigt, was hinter den Schlagzeilen liegt
Über Narcos, Misogynie und Gewalt: Der mitreißende Erstling „Das hier ist nicht Miami“ der mexikanischen Autorin Fernanda Melchor ist nun endlich auf Deutsch erschienen
Die Einstein-Protokolle enthüllen nicht nur das Liebesleben des Nobelpreisträgers
Johanna Fantova schrieb auf 62 Seiten mit, wie der berühmteste Physiker der Welt über Liebe, Israel, Atombomben und Papageien sprach. Sie war Einsteins letzte Liebe. Jetzt hat Peter von Becker daraus ein faszinierendes Buch gemacht
Robert Habeck bittet zum Gespräch über den Ausnahmezustand. Heraus kommt Harmonie
Schon vorab spotteten viele: Das soll kontrovers werden? Robert Habeck startet seine Gesprächsreihe „Habeck live“ am Berliner Ensemble mit Volker Wissing und Anne Will. Es sollte um den Ausnahmezustand gehen – und wurde sehr harmonisch
Wie eine Linie ihre Waffe wurde: Das Werk der Künstlerin Lotty Rosenfeld in Lübeck
Lotty Rosenfeld ist als Kritikerin der Militärdiktatur in Chile bekannt und prägte die „Nein-Kampagne“ gegen Pinochet mit. Ihre Werkschau in Lübeck zeigt auch eine neue Seite
„Slow Horses“ Staffel 5: Der Agententhriller als Sittenkomödie
Die fünfte Staffel von Slow Horses eröffnet mit einem mutmaßlich rechtsextremen Attentat – und dann ist mal wieder nichts, wie es scheint. Noch interessanter sind wie eh und je das Pech und das Fehlverhalten von Jackson Lambs Loser-Truppe
Schonungslose Bilanz einer Selbstvernichtung: Die Erinnerungen von Konstantin Wecker
Oft gefallen und immer wieder aufgestanden: In „Der Liebe zuliebe“ erzählt der Liedermacher und Schriftsteller Konstantin Wecker von Abgründen und Hoffnung. Er verschweigt dabei nichts – weder Alkohlräusche noch Gefängnisaufenthalte
Lena Brasch inszeniert Sibylle Berg: Boom, ich bring euch um
Am Staatstheater Hannover inszeniert Regie-Star Lena Brasch ein Antikriegs-Stück von Sybille Berg. Katja Riemann spielt einen rasenden, nachdenklichen Ingenieur
Von der Bratwurst bis zum Blowjob unterm Tisch: „Das Pen!smuseum“ erstarrt in Klischees
Es gibt nichts Überflüssigeres als Männer auf dieser Welt – so lautet die Botschaft einer feministischen Anthologie von Mareike Fallwickl und Eva Reisinger mit dem Titel „Das Pen!smuseum“
„Call My Agent Berlin“: Jede Menge deutsche Kinostars als Versionen ihrer selbst
Mit „Call My Agent Berlin“ gibt es nun ein deutsches Pendant zur französischen Erfolgsserie „Dix pour cent“. Der Plot rund um eine Schauspielagentur liefert nur den Vorwand, um jede Menge Stars sich selbst auf die Schippe nehmen zu lassen
In Yulia Marfutovas neuem Roman sagen uns am Ende die Mäuse, wie es war
Die Autorin Yulia Marfutova verschränkt Traum und Geschichte, Leichtigkeit und Trauma – ihr Buch „Eine Chance ist ein höchstens spatzengroßer Vogel“ erzählt vom Sowjetreich und seinen Gespenstern – scharfsinnig und voll wilder Fantasie
Musikfest Berlin 2025: Dionysischer Taumel am Ende
Mit Helmut Lachenmanns Musik begreift man, warum seit Anton Webern vereinzelte Töne an die Stelle von Melodien getreten sind. Mit dem Improving Symphony Orchestra die fast unerträgliche Anspannung gewisser Akkordfolgen bei Anton Bruckner
Neu im Rampenlicht: Sonja Anders und ihre Vision für das Thalia Theater
Sonja Anders eröffnet ihre Intendanz am Thalia mit Shakespeares „Was ihr wollt“ und setzt auf Derbheit und Diversität
Anderson-Film „One Battle After Another“: Revolutions-Spektakel trifft Zeitgeist
Paul Thomas Andersons neues Actiondrama erzählt von Revolte und dem langsamen Zerbröckeln männlicher Machtgesten. Mit Sean Penn, Leonardo DiCaprio und Teyana Taylor gelingt ein Film, der zugleich ironisch und überraschend gegenwärtig wirkt
Heinrich August Winkler: Der große Erklärer der BRD erinnert sich – aber nicht an alles
In seiner Autobiografie „Warum es so gekommen ist“ führt der Historiker Heinrich August Winkler durch die wichtigen Debatten der BRD – als Akteur und Beobachter. Aber warum schweigt er sich über Privates aus?
Superstar T.C. Boyle: Warum ist der US-Autor in Deutschland so beliebt?
T.C. Boyles neues Buch „No Way Home“ erscheint zuerst auf Deutsch und erst nächstes Jahr in den USA. Was ist das für ein Roman? Eine vorhersehbare Abrechnung mit dem Trump-Amerika ist er jedenfalls nicht
„Der Absturz“ von Édouard Louis: Die Arbeiterklasse richtet ihre Männer zu
Édouard Louis erzählt in „Der Absturz“ vom frühen Tod seines Bruders – wieder ein Roman über ein Familienmitglied. Doch während seine Autofiktion sich als Bestseller verkauft, bleibt unsere Autorin irritiert zurück
Volkstheater Wien: Jan Philipp Gloger begründet mit dem Auftakt eine neue Ära
Jan Philipp Gloger eröffnet seine Intendanz am Wiener Volkstheater mit „Ich möchte zur Milchstraße wandern“ aus Texten von Jura Soyfer. Zwei Tage später legt Felicitas Brucker mit Michael Hanekes „Caché“ nach. So beginnt eine neue Ära