Was habe ich gelesen?
"Sachlicher Bericht über das Glück, ein Morphinist zu sein", Hans Fallada.
Seitenzahl: 155 Seiten.
Amazon-Verkaufsrang: 58'214.
Warum habe ich es gelesen?
Ich fand das schmale Bändchen im Regal meines Vormieters, der Titel gefiel mir und veranlasste mich, das Buch zu lesen.
Worum es geht es?
Um acht (angeblich autobiographische) Kurzgeschichten aus dem Leben des Schriftstellers Hans Fallada. Die titelgebende Geschichte ist die beste. Sie behandelt Hans Falladas Suchterlebnisse im Berlin der 1920er Jahre: Er injiziert sich Morphium, bis zu 30 Spritzen am Tag. Fallada – dessen etwas anstrengendes Meisterwerk „Kleiner Mann, was nun“ vielen, die ein humanistisches Gymnasium besuchen mussten, ein Begriff sein wird, und der posthum für seine Pennerballade „Der Trinker“ geehrt wurde – beschreibt auf 25 wunderbar sachlichen Seiten die unglaublichen Facetten der Morphiumsucht. Wer glaubt, Irvine Welsh hätte in „Trainspotting“ die richtigen Worte für Heroin gefunden, sollte Fallada lesen. Gegen seine Hölle sind Welshs Beobachtungen ein Kindergeburtstag.
Was bleibt hängen?
Es gibt im Prinzip nur zwei Arten von Menschen: Solche, die schon einmal Opiate probiert haben, und die anderen. Wer schon einmal Opiate – also Morphium, Opium, Heroin – gekostet hat, weiss, dass es nur eine Geliebte im Leben geben wird. „Sie ist böse, sie quält mich unermesslich, aber sie belohnt mich auch über jedes Begreifen hinaus“, so beschreibt sie Fallada.
Das beste Zitat?
„Wie Wolf satt ist, wie dick satt er ist! Hingegossen liegt er da, kaum noch sitzend, seine Augenlider hebt er kaum und träumt. Ich neide ihm jede Minute, da er in den glücklichen Banden meiner Geliebten weilen darf, indes ich unaussprechlich leide.“
Wer sollte es lesen?
Alle, die Lust auf Heroin haben, aber Angst vor den Folgen.
Was lese ich als nächstes?
„Bis(s) zum Abendrot“, Stephenie Meyer
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Das macht Spaß auf mehr. Danke für diesen knackigen Einblick.
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"Wer schon einmal Opiate – also Morphium, Opium, Heroin – gekostet hat, weiss, dass es nur eine Geliebte im Leben geben wird. "
Das ist barer Unsinn. Auch wenn es womoeglich vielen so gehen mag. Allen (er)geht es jedenfalls nicht so. |
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hallo mikael,
hier mal ein tip für deine buchbesprechungen zum zwischenschieben: der roman "goodbye bismarck" von s. u. bart. und zwar weil grade der wettbewerb fürs einheitsdenkmal gescheitert ist. im roman gehts um ein einheitsdenkmal von 1990, ein temporäres. ziemlich lustig. |
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Danke für den Tip, lieber hrössler, leider viel zu spät gesehen (habe die Funktion: so sehen Sie, ob jemand Ihren Text kommentiert, noch nicht entdeckt). Das Buch klingt vielversprechend. Vielleicht taucht es auf zur Einheits-Feier. Es grüsst: mikael
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Ausgabe 20/2012
16.05.2012
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