Die Quitte, Gott ja: „Wenn Krieg kommt und ich hätte nichts zu essen, esse ich die auch.“ Nicht gerade die Antwort, die man hören möchte, wenn man ein neues Produkt auf den Markt bringen will. Aber der Öko-Limonaden-Hersteller Bionade macht aus der Not eine Tugend, sprich: Aus der Mafo (Marktforschung) einen Werbespot.
„Würden Sie was trinken, was nach Quitte schmeckt?“ – „Also ja ...", druckst die junge Frau herum, "geht so ... eher nicht." „Da gibt es Früchte, die sich eher eignen“, meint ein männlicher Proband diplomatisch. „Würde ich mir nicht kaufen“, sagt unverblümt eine ältere Dame am Ende des Werbespots. „Wir machen es trotzdem", sagt der Getränke-Hersteller aus Ostheim an der Rhön.
Es ist: "Quitte. Die neue Sorte von Bionade“. Eine Marktforschung, die sich selbst ad absurdum führt. Weil sich Bionade natürlich schon längst festgelegt hatte. Das Kunststück der Kampagne ist, dass sie das Prinzip „Marketing“ offenlegt – der Welt soll etwas aufgedrückt werden, was sie gar nicht braucht – und gleichzeitig das Bild eines „guten“ Unternehmens zeigt, das eine Sache, von der es überzeugt ist, einfach durchzieht. Bionade inszeniert sich als selbstloser Retter einer zu Unrecht als Oma-Obst verschrienen Frucht. Aber ein biederes Image ist besser als gar keins: Laut einer Umfrage haben 40 Prozent der Deutschen keine Ahnung, wie die Quitte schmeckt. Ideale Voraussetzung für ein neues Produkt.
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Nur technische Anmerkungen: Da sind einige falsche umbrüche drin. Und ich weiß nicht, ob das Bild absichtlich unten sitzt?
Ansonsten finde ich, man hätte diesen Artikel in Sachen Kritik etwas ausführlicher machen können. So ist es zwar ganz interessant, man hört auch einen kritischen Ton heraus, aber letztlich macht man doch nur Werbung. |
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die Quitte, aha! Mensch! war ich doch zwei Wochen nicht auf freitag.de - hab ich wohl nichts verpasst. nun ist ja der online-auftritt des Freitag an Irrelevanz kaum noch zu überbieten. oder? geht da doch noch was? schöne Grüße, Flori
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Bin ein großer Freund solcher Miszellen. Es musss ja nicht immmmmer Stuyvesant zu schnüffeln geben oder von der Weltlesebühne berichtet werden. Und da ich nicht mehr im Prenzlauerberg wohne - wo beim Flüssigverzehr Bionade gleich nach der Muttermilch kommt –, sondern in Lichtenberg, hätte ich von der neue Sorte nie nichts mitbekommen ;-) Danke, Herr Henrici, und schöne Grüße, Ferdy.
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Ja ja, der Bionade-Biedermeier ist jetzt auch beim Freitag eingekehrt...;-) @flori: Wir behandeln neben solchen Konsumthemen aber auch weiterhin die wirklich wichtigen K-Fragen (Kapitalismus, Krise, Kino, Kirche), keine Angst
Grüße, Axel Henrici |
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16.05.2012
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