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Kultur : Schwierige Liaison

Jogi Löw begibt sich im Nivea-Spot auf eine Gratwanderung zwischen Metro- und Homosexualität. Nur, wo ist der Grat?

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Es gibt Paare,bei denen stellt sich die Frage: Wie haben es die Partner eigentlich ohne einander ausgehalten? So ­perfekt harmonisieren sie. Dann gibt es Paare, die sogar das Gesetz der Gegensätze, die sich anziehen, in Frage stellen. So verkämpft wirkt ihre Liaison. Beim neuen Werbepaar Joachim Löw, Trainer des Fußball-Nationalteams, und der Kosmetikfirma Nivea trifft ­lustigerweise beides zu.

Löw hat gemeinsam mit Jürgen Klinsmann den metrosexuellen Trainertypus (kann sich elegant in figur­betontem Anzug kleiden) in Deutschland stammtischkompatibel gemacht. Nivea wiederum war lange Zeit das ­einzige Mittelchen, das der echte Kerl überhaupt an seine Haut ließ, der ­Legende folgend, dass es sich dabei um Medizin handle, die man sich bei Schnupfen unter die Nase schmiere. Beide gemeinsam sollen nun kauffreudigen Männern in Fernsehspots beibringen, dass sich in Duschräumen mehr abspielen kann, als es billige Sportheim-Witze so nahelegen: Körperpflege mit echt cooler Seifenalternative.

Weil eine nur im Ansatz – Achtung! – schwule Konnotation des Ganzen aber im Zusammenhang mit Fußball zu vermeiden ist, schneidet er sein „Duschcoaching“ quer mit Hetero-Szenen: Frau und Mann knutschen an eine Haustüre gelehnt, die öffnet sich leicht. Löw: „Männer, so ist es richtig, eng, ganz eng am Gegner, nicht nachlassen. Und wenn der Gegner in die ­Dusche ausweicht? Dann geh mer mit!“ Hihi. Eine Frage noch: Welche Gegnerin kauft eigentlich Nivea?

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