Wer bei der Europawahl nur auf die deutschen Ergebnisse blickt, verpasst Aufregendes. In Schweden hat die sich für Internetfreiheit einsetzende Piratenpartei 7,1 Prozent der Stimmen erhalten - und damit einen Sitz im Europaparlament gewonnen. Ein Überraschungserfolg einer Ein-Themen-Partei, begünstigt durch die niedrige Wahlbeteiligung und die hohe mediale Aufmerksamkeit in Schweden?
Ja. Aber nicht nur.
Klar, die Partei profitierte von der Berichterstattung über den in Schweden geführten Urheberrechtsprozess gegen die Download-Plattform thepiratebay.org. Doch dass ein solcher Prozess derartige Wellen schlägt, beweist: es ging um mehr als nur um rechtliche und technische Fragen. Es ging um Gerechtigkeit. Um die Frage, ob das bestehende Recht eher die Profitinteressen von Unterhaltungskonzernen schützt als die Belange der Urheber und Nutzer.
Man mag in dieser Debatte stehen, wo man will. Wichtig ist, dass es den Netzaktivisten gelang, ihr Thema auch außerhalb der eigenen Kreise debattenfähig zu machen. Die schwedischen Piraten sind offline, quasi an Land gegangen - und überzeugten auch dort. Insofern ist ihr Überraschungserfolg auch ein Beweis dafür, dass Netzthemen im politischen Diskurs anschlussfähig geworden sind.
Zugegeben, der deutsche Ableger der Piratenpartei erlangte bei der Europawahl gerade einmal 0,9 Prozent der Wählerstimmen. Und zurzeit müssen die deutschen Piraten noch Unterschriften sammeln, um überhaupt das Mindestquorum für die Teilnahme an der Bundestagswahl zu erreichen.
Der Verlauf der Diskussion um die Petition gegen Kinderporno-Sperren zeigt allerdings, dass sich auch in Deutschland an Internet-Themen gesellschaftliche Debatten auskristallisieren, die über technische Details hinausreichen. Sollte es keiner der etablierten Parteien in den nächsten Monaten gelingen, diese Themen zu besetzen, müssen die Piraten um ihre Teilnahme an der Wahl kaum bangen.
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Ich hab dazu eine Frage in die Wahlkampfarena eingestellt:
230.000 Denkzettel für die großen Parteien – ist die Piratenpartei auf dem Weg zu bundespolitischer Relevanz? www.freitag.de/community/arena/debatte?frage=140 |
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Nachdem mehrere andere Zeitungen, Magazine etc. wirklich rein gar nichts im Bezug auf die Piratenpartei kapiert und alles nur einseitig beleuchtet oder falsch widergegeben haben, schaffen Sie es mit Ihrem Artikel eine gut formulierte neutrale Meldung abzugeben.
Vielen Dank dafür! |
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Find ich richtig gut: seriös, ohne Lobhudelei und auf den Punkt.
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Da arbeiten Journalist und Blogger wieder am gleichen Thema."Wird in zehn oder zwanzig Jahren aus dieser digitalen Ein-Punkt-Bewegung eine etablierte und ernst zu nehmende liberale und/oder grüne Fortschrittspartei geworden sein?" fragt Blogger Friedland ebenfalls heute.
Na, was denn sonst? Piraten, Partisanen, Rebellen aller digitalen Länder vereinigt euch. Auf zur Bewegung der Matrix in der Matrix. Entscheide dich: willst du die rote oder blaue Pille? Gruß BW |
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Der Erfolg der Piratenpartei liegt vor allem am Krieg, den die Generation Web 0.0 (z.B. Zensursula und Schäuble) dem freien Internet erklärt haben. Inzwischen reichts.
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...entern die Offline-Welt.
Der ist gut. |
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Ach ja, der Freitag hat übrigens schon früh eine Interview mit einem Vertreter der Piratenpartei geführt:
www.freitag.de/alltag/0917-piratenpartei-urheberrecht-interview |
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09.02.2012
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Na, wie war's in der Schule