Empfehlung der Woche

Meine Liebe stirbt nicht

Meine Liebe stirbt nicht

Roberto Saviano

Hardcover, gebunden

400 Seiten

26 €

Zur Empfehlung
European Media Art Festival № 39

European Media Art Festival № 39

An Incomplete Assembly

Festival vom 22. bis 26. April 2026

Ausstellung vom 22. April bis 25. Mai 2026

in Osnabrück

Zur Empfehlung
DJ AHMET

DJ AHMET

Georgi M. Unkovski

Tragikomödie

Nordmazedonien

99 Minuten

ab dem 19. März im Kino!

Zur Empfehlung
An die Substanz. Bauhaus Dessau 100

An die Substanz. Bauhaus Dessau 100

Bauhaus Dessau

Glas | Beton | Metall (28.3.26–10.1.2)

Bauhausgebäude [Gropiusallee 38, Dessau]

Algen | Schutt | CO2 (28.3.–27.9.2026)

Ehemaliges Kaufhaus Zeeck [Kavalierstraße 72, Dessau]

Zur Empfehlung

Kultur : Land in Sicht

Die Piratenpartei schickt einen schwedischen Abgeordneten ins Europaparlament. Der Erfolg der Ein-Themen-Partei zeigt: Netzaktivisten entern die Offline-Welt

Zum Kommentar-Bereich

Dieser Artikel ist für Sie kostenlos. Unabhängiger und kritischer Journalismus braucht aber Unterstützung. Wir freuen uns daher, wenn Sie den Freitag abonnieren und dabei mithelfen, eine vielfältige Medienlandschaft zu erhalten. Dafür bedanken wir uns schon jetzt bei Ihnen!

Share Icon
Jetzt kostenlos testen

Wer bei der Europawahl nur auf die deutschen Ergebnisse blickt, verpasst Aufregendes. In Schweden hat die sich für Internetfreiheit einsetzende Piratenpartei 7,1 Prozent der Stimmen erhalten - und damit einen Sitz im Europaparlament gewonnen. Ein Überraschungserfolg einer Ein-Themen-Partei, begünstigt durch die niedrige Wahlbeteiligung und die hohe mediale Aufmerksamkeit in Schweden?

Ja. Aber nicht nur.

Klar, die Partei profitierte von der Berichterstattung über den in Schweden geführten Urheberrechtsprozess gegen die Download-Plattform thepiratebay.org. Doch dass ein solcher Prozess derartige Wellen schlägt, beweist: es ging um mehr als nur um rechtliche und technische Fragen. Es ging um Gerechtigkeit. Um die Frage, ob das bestehende Recht eher die Profitinteressen von Unterhaltungskonzernen schützt als die Belange der Urheber und Nutzer.

Man mag in dieser Debatte stehen, wo man will. Wichtig ist, dass es den Netzaktivisten gelang, ihr Thema auch außerhalb der eigenen Kreise debattenfähig zu machen. Die schwedischen Piraten sind offline, quasi an Land gegangen - und überzeugten auch dort. Insofern ist ihr Überraschungserfolg auch ein Beweis dafür, dass Netzthemen im politischen Diskurs anschlussfähig geworden sind.

Zugegeben, der deutsche Ableger der Piratenpartei erlangte bei der Europawahl gerade einmal 0,9 Prozent der Wählerstimmen. Und zurzeit müssen die deutschen Piraten noch Unterschriften sammeln, um überhaupt das Mindestquorum für die Teilnahme an der Bundestagswahl zu erreichen.

Der Verlauf der Diskussion um die Petition gegen Kinderporno-Sperren zeigt allerdings, dass sich auch in Deutschland an Internet-Themen gesellschaftliche Debatten auskristallisieren, die über technische Details hinausreichen. Sollte es keiner der etablierten Parteien in den nächsten Monaten gelingen, diese Themen zu besetzen, müssen die Piraten um ihre Teilnahme an der Wahl kaum bangen.

Themen

sticky banner image

Pünktlich zum Osterfest – 35 Tage gratis

der Freitag digital mit Zugang zu allen Artikeln auf freitag.de inkl. F+