Alltag

Werbekritik | 11.08.2009 15:40 | Irene Habich

Zurück marsch marsch

Obwohl sein Körper so fit aussieht wie eh und je, hat Michael Schumacher sein Comeback in der Formel 1 abgesagt. Seine Werbepartner sollten ihm dafür dankbar sein

Michael Schumacher trainiert wirklich hart: er drischt auf eine Boxwurst ein, hüpft behende Seil, stemmt Hanteln. Dann tritt er ziellos in die Luft, versucht wie ein Kampfsportler zu posen, und sieht dabei aus als ob er über sich selbst lachen muss. Und immer wieder zoomt die Kamera auf seinen nackten Oberkörper, der steht im Mittelpunkt der neuen Kampagne für Rosbacher Sportgetränke. Ernsthaft und angezogen tritt Schumacher in einem weiteren Video auf der Homepage des Getränkeherstellers auf, und erklärt, mit wenig schauspielerischem Talent, dass er auf Reisen immer extra ein paar Flaschen Rosbacher mitnimmt. Es gäbe ja nichts Vergleichbares und schließlich sei in seinem Privatjet reichlich Platz. (Klar, bestimmt auch noch für L'Oreal Shampoo, einen kleinen Fiat – und an die 40 weitere Produkte, für die Schumacher schon geworben hat. Hat er bestimmt auch immer dabei, weil er so dermaßen hinter all den Marken steht).

In dem Video lobt dann noch ein Angestellter von Schumachers Sportklinik die dubiose medizinsche „Formel“ des Wässerchens. Eine Kampagne, die zeigt, dass Rosbacher virales Marketing missversteht: keine witzige Idee, bloß Körperkult und eine pseudowissenschaftliche Inszenierung à la Dr. Best. Und nun hat Schumacher auch noch sein geplantes Comeback kurzfristig abgesagt – er scheint nicht halb so fit zu sein, wie es die Spots darstellen. Vielleicht sollte ihm Rosbacher für die Absage dankbar sein: Ein über die Rennbahn kullernder Michael Schumacher hätte die Werbung eher albern aussehen lassen.

 
Senden Bookmarken Drucken
Artikelaktionen
Kommentare
Ludwig Hasselberg schrieb am 12.08.2009 um 12:23
Da hat wohl jemand den einen oder anderen Sonntagnachmittag durch gelitten...


Meistkommentiert
7 Tage
Monat
Bisher
David Graeber Schulden. Die ersten 5000 Jahre Klett-Cotta 2012

536 Seiten. Gebunden.

26,95
 
Seit der Erfindung des Kredits treibt das Versprechen auf Rückzahlung Menschen in die Sklaverei. Die Geschichte der Menschheit erzählt David Graeber als eine Geschichte der Schulden: eines moralischen Prinzips, das nur die Macht der Herrschenden stützt. Damit durchbricht er die Logik des Kapitalismus und befreit unser Denken vom Primat der Ökonomie >> mehr
Arte-Kooperation

portlet_ArabienArte.png

portlet-gaertnerbuch.png

Probe-Abo

probeabo260x120.jpg

Aktuelle Ausgabe bestellen
Ziemlich beste Freunde

Ausgabe 20/2012
16.05.2012

keine Versandkosten
kein Aufpreis

Einzelpreis: 3.60 €

>> bestellen
der Freitag Kollektion

Freitag-Kollektion_Gaertner.jpg

Arte

portlet_arte+zeile.pngportlet_arte+zeile.png

Freitag-Buchshop.png

Blog-Tipps

Boing Boing
Ein Verzeichnis wundervoller Dinge

Wired News
Technologie-Trends von heute und morgen

Jezebel
Das US-Frauennetzwerk

maedchenmannschaft. net
Das Blog der Alphamädchen

flannel apparel
girlism. großkariert.

nutriculinary.com
Große Küche von Herrn Paulsen

Frau Freitag
Na, wie war's in der Schule

 
 
 
 
© der Freitag Mediengesellschaft mbH & Co. KG