Empfehlung der Woche

Wasser – das bedrohte Element

Wasser – das bedrohte Element

Mojib Latif

Klappenbroschur

240 Seiten

22€

Zur Empfehlung
Sechswochenamt

Sechswochenamt

Jacqueline Jansen

Drama

Deutschland 2025

98 Minuten

Ab 18. Juni 2026 im Kino!

Zur Empfehlung
„… dieser Feind steht rechts!“ Der Kampf gegen den Nationalsozialismus vor 1933

„… dieser Feind steht rechts!“ Der Kampf gegen den Nationalsozialismus vor 1933

Stiftung Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Stauffenbergstr. 13-14 | 10785 Berlin

Bis zum 23. August 2026!

Zur Empfehlung

Kultur : Geld oder Baby

Die Geschichte zeigt: In Zeiten der Rezession sinkt die Zahl der Geburten. Doch das krisengeplagte Island verzeichnet gerade einen Geburtenboom. Was ist da los?

Zum Kommentar-Bereich

Dieser Artikel ist für Sie kostenlos. Unabhängiger und kritischer Journalismus braucht aber Unterstützung. Wir freuen uns daher, wenn Sie den Freitag abonnieren und dabei mithelfen, eine vielfältige Medienlandschaft zu erhalten. Dafür bedanken wir uns schon jetzt bei Ihnen!

Share Icon
Jetzt kostenlos testen

Das Getrampel kleiner Füße wird in Island zur Zeit offenbar lauter. Hat das etwa etwas mit der Bankenkrise zu tun? Die Geburtenrate ist in diesem Jahr um 3,5 Prozent angestiegen und hat dem Land damit die höchste Zahl an Neugeborenen seit mindestens einem halben Jahrhundert beschert. „Ich denke, viele von uns haben Trost in Liebe und Sex gesucht“, schreibt die bekannte Bloggerin Alda Sigmundsdóttir wehmütig.

Eigentlich ist es widersinnig, in wirtschaftlich harten Zeiten mehr Kinder zu bekommen und es gibt auch kein historisches Beispiel für solch einen Fall. Das ganze 20. Jahrhundert hindurch gingen die Geburtenraten in wirtschaftlichen schwierigen Zeiten stets eher zurück. So beispielsweise in den USA der dreißiger Jahre - damals fiel die Rate von drei auf zwei Kinder pro Frau. In nachfolgenden Rezessionen wiederholte sich dies.

Was also ist los in Island? Helga Gottfreösdóttir, Professorin für Geburtshilfe an der Universität von Island, sagt, das Land habe bereits vor der Krise einen Anstieg der Geburtenrate verzeichnet. Sie sei von 2,09 Geburten pro Frau auf 2,14 gestiegen (in Großbritannien liegt sie bei 1,95, in Frankreich bei 2,02). Angesichts der mit 320.000 geringen Bevölkerungszahl Islands, bedeutet der Anstieg in absoluten Zahlen lediglich 275 tatsächliche Geburten.

Gottfreösdóttir zeigt sich skeptisch, dass Island sich auf lange Sicht dem internationalen Trend widersetzen wird, fragt sich aber, ob ein Grund für den Anstieg vielleicht in Islands großzügigem Elternurlaub liegt. „Hier werden Eltern von Neugeborenen neun Monate lang freigestellt: Drei Monate die Mutter, drei Monate der Vater, und drei zusätzliche für einen von beiden.“

Noch besser treffen es die arbeitslosen Isländer mit Familienzuwachs. Sie bekommen sechs Monate lang ein Gehalt für die Kindererziehung bezahlt. Wer behauptet da noch, die Wirtschaft entscheide nicht über das Leben?

Übersetzung: Holger Hutt
sticky banner image

Neue App. Neue Möglichkeiten.

Freitag digital zum Aktionspreis lesen