1962 veröffentlichte die Band The Crystals einen Song mit dem Titel "He Hit Me (And it Felt like a Kiss)". „If he didn’t care for me“, trällerte die Band, die eine der beliebtesten „Girl Groups“ ihrer Zeit war, „I could have never made him mad. But he hit me and I was glad.“ Schläge werden in dem Song als Zeichen der Zuneigung gedeutet, als Beweis des Interesses des Mannes an der Frau.
Deborah Finding vom Institut für Genderforschung an der London School of Economics rezitiert diese Zeilen mit monotoner Stimme, bevor sie fortfährt: „Der Text lässt einen noch mehr frösteln, wenn man bedenkt, was wir über Phil Spector, den Produzenten der Band, so alles wissen. Nicht nur, dass er Lana Clarkson umgebracht hat, sondern auch, wie er Ronnie Bennett von den Ronettes behandelt hat.“ Ronnie war von 1968 bis 1972 Spectors Ehefrau. In ihrer Autobiographie behauptet sie, er habe im Keller einen goldenen Sarg mit einem gläsernen Deckel aufbewahrt und ihr gedroht, er werde sie umbringen, wenn sie ihn verlassen sollte.
Finding hat unlängst ihre Doktorarbeit vollendet. Sie trägt den Titel „Give Me Myself Again – Sexual Violence Narratives in Popular Music“. Der erste Teil des Titels ist dem Song "Little Earthquakes" von Tori Amos entnommen, die sie eine „Schutzpatronin gegen sexuelle Gewalt“ nennt. Amos erzählt in dem Song von ihrer eigenen Vergewaltigung.
Finding hat viel Zeit damit verbracht, mit Amos’ Fans zu Konzerten in den USA und in Großbritannien zu reisen und sie hat Online-Befragungen durchgeführt, um zu untersuchen, welchen Einfluss Amos’ Musik auf sie hat. „Ich hatte damit gerechnet, dass sich etwa 50 Testpersonen melden“, sagt sie. „Am Ende waren es 2.000. 98 Prozent der Befragten gaben an, Amos’ Musik würde ihnen emotionalen Halt geben.“
Wieviele hatten das Gefühl, dass Amos ihre eigenen Erfahrungen ansprach? „Die Zahl bestätigte die These, dass jede vierte Frau schon einmal sexuelle Gewalt erfahren hat“, sagt Finding. Shannon Lambert, eine 30 Jahre alte Frau aus Minneapolis fühlte sich durch Amos’ Song so bestärkt, dass sie das Online-Forum Pandora’s Aquarium (auch dies der Name eines Tori-Amos-Songs) gründete, das anderen Opfern seelische Unterstützung bieten soll. Lambert sei im Alter von 15 Jahren vergewaltigt worden, erzählt Finding: „Es half ihr, sich zu öffnen, als sie hörte, dass da eine Frau über eine ähnliche Erfahrung sang.“
Die Angst, dass einem keiner glaubt
Was die meisten Frauen davon abhält, sich „zu öffnen“, ist die Angst, dass ihnen keiner glauben wird. „Es ist nicht einfach, zu erzählen, was sich abgespielt hat, wenn es nicht den allgemeinen Erwartungen entspricht“, betont Finding. Sie kritisiert, dass der typische Vergewaltiger in Fernsehfilmen und -serien als ein fremder Mann dargestellt wird, der in einer finsteren Gasse lauert. Die meisten Opfer jedoch kennen ihre Täter. „In der Popmusik werden ganz unterschiedliche Varianten des Themas erzählt, die ich so in anderen Medien nicht gefunden habe.“
Deborah Findings Eltern betrieben eine Diskothek. „Unser Schrank zuhause lief über vor Maxi-Singles“, erzählt sie. Sie selbst hat eine eindrucksvolle Sammlung von 2.000 CDs in ihrer Wohnung im Londoner Westen. „Ich habe immer sehr genau auf die Songtexte geachtet,“ erzählt sie. Das sollte von Vorteil sein, als sie ihr Projekt in Angriff nahm, das direkt an ihre Arbeit mit Vergewaltigungsopfern anschloss. Seit ihrem Abschluss in Cambridge 2000 hatte sie für mehrere Nichtregierungsorganisationen gearbeitet. Sie hat einen Abschluss in Philosophie und Theologie. „Ich habe mich schon immer dafür interessiert, wie Menschen über ihre Traumata erzählen und ob ihnen Glauben geschenkt wird oder nicht.“
„Ich wollte eine Doktorarbeit schreiben, die dazu beiträgt, dass wir besser verstehen, wie häusliche und sexuelle Gewalt in unserer Gesellschaft repräsentiert werden und wie unsere persönliche und politische Einstellung zu diesen Themen dadurch beeinflusst wird.“
Ende der achtziger Jahre und in den frühen Neunzigern, so Finding, sei häusliche Gewalt als gesellschaftliches aber vor allem auch als individuelles Problem wahrgenommen worden. „Deshalb gibt es aus dieser Zeit eine ganze Reihe von Songs, die das feministische Bewusstsein für das, was sich da hinter verschlossenen Türen abspielte, widerspiegeln.“
Tracy Chapman sang über die Schreie hinter der Wand und die Polizei, die immer zu spät kommt, wenn sie denn überhaupt kommt. Dann war da Suzanne Vegas "Luka" über Gewalt gegen Kinder („If you hear something late at night/ Some kind of trouble, some kind of fight/ Just don't ask me what it was“) und der Song "Woman in the Wall" von The Beautiful South („Cry freedom for the women in the wall/ cry freedom for she has no voice at all“). Alanis Morissette und Sheryl Crowe schrieben über eine Grauzone der sexuellen Ausbeutung, über junge Mädchen, die von älteren Männern benutzt werden.
Finding schreibt in ihrer Doktorarbeit fast ausschließlich über Künstlerinnen. Was ist mit den Männern? Welche Rollen spielen Gansta-Rap und Hip-Hop, die oft ein frauenfeindliches Verhalten propagieren? „Darüber würde an anderer Stelle genug geschrieben“, betont die Autorin. „Mich stört außerdem an dieser Debatte, dass sie einen rassistischen Unterton hat. Schwarze Künstler werden verdammt, wohingegen man bei Bands wie den Rolling Stones oder den Stranglers äußerst unangenehme Songtexte durchgehen lässt. Mich hat mehr interessiert, wie Frauen selbst ihre Erfahrungen mit sexueller Gewalt erzählen und wie sie sich die Erfahrungen anderer Frauen vorstellen.“
Ist heute alles gut?
Immerhin dürfte ein Song wie der Crystals-Hit, in dem es darum geht, dass sich Schläge wie Küsse anfühlen, heute kaum mehr geschrieben werden. Oder doch? „Wir nähern uns in der post-feministischen Ära wieder dem Ausgangspunkt“, sagt Finding. „Die britische Band Florence and the Machine, die in diesem Jahr gute Aussichten auf den renommierten Mercury-Preis hat, veröffentlichte vor kurzem einen Song mit dem Titel "A Kiss With a Fist is Better Than None". Gewalt wird da in einer Weise mit Leidenschaft gleichgesetzt, die mir auf traurige Art bekannt vorkommt.“
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"Gemäss der Stadtpolizei Zürich ist immerhin in jedem fünften Fall von häuslicher Gewalt der Mann das Opfer"
mal abgesehen davon, dass diese weicher das eh nicht besser verdient haben, weist die zum artikel gehörige statistik irgendwie darauf hin, dass frauen häuser nötiger haben. mfg mh |
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mh, Dich gab's aber auch schon differenzierter ;-)
Aber auch ich habe einige Mühe mit der Vorstellung, von einer Frau verhauen zu werden. Doch 25 Prozent- das ist statistisch betrachtet alles andere als ein Pappenstiel! Nur existieren diese in der öffentlichen Wahrnehmung nicht- häusliche Gewalt ist immer noch ausschliesslich männlich konotiert. Diese Lücke in der öffentlichen Wahrnehmung gilt es auszufüllen und nichts anderes. Wobei hier noch erwähnt werden müsste, dass solche Beziehungen, in denen Männer (oder Frauen) dreinhauen meistens Beziehungen sind, deren Fundament nicht Liebe- und wenn, dann nur destruktive- ist, sondern gegenseitige Manipulation, Machtdifferenzen, Machtspielchen und sonstige Nettigkeiten. Erschwerend hinzu kommen sehr häufig Suchtproblematiken. Das weiss ich jetzt einfach aus beruflicher Erfahrung. Dann wäre da noch die Herkunft der Beteiligten- doch in dieser Beziehung seid Ihr Deutschen recht sensibel, wie ich bereits schon einige Male festgestellt habe. Mit oder ohne Migrationshintergrund- das sind Fakten, über die man in der Schweiz problemlos diskutieren kann- ohne dabei gleich als xenophob zu gelten. |
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"mal abgesehen davon, dass diese weicher das eh nicht besser verdient haben"
Ich glaube ohne deine Beiträge, würden diese Community mehr gewinnen, als mit ihnen. Das hätte ich jetzt unter eines der tausend anderen überflüssigen Kommentare schreiben können, aber hier passt es ganz besonders schön. |
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@thx:
ja eben, das fängt bei der vorstellung an. wenn noch nicht einmal die ausreicht, dann wirds ganz schwer mit der realität anzukommen. fakt ist dennoch, dass mehr frauen, in bezug auf körperliche gewalt, unter männern leiden als umgekehrt. dein reines linkposten mit "hier schaut, männern gehts auch schlecht" wird dem in keinsterweise gerecht. also wie differenziert willste es denn haben, bei so nem undifferenzierten einwurf? @jacob fricke: würdest du mir dies umbedingt mitteilen wollen, hätteste diese kurze formulierung auch in einer pn untergebracht. warum du da nun zwanghaft die öffentlichkeit suchst, musste wohl mit dir selbst ausmachen. |
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"also wie differenziert willste es denn haben, bei so nem undifferenzierten einwurf?"
Völlig verkehrt, MH, weit neben dem Ziel: Ich sprach von der Wahrnehmung mein Lieber, nicht von den absoluten Zahlen. Was die absoluten Zahlen anbelangt- da sind wir uns einig. |
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3 von 4 misshandelten Menschen sind Frauen. Sie wurden zu Opfern, weil sie Frauen sind.
Nicht, weil sie zufällig im Wege standen, sondern weil die Gewalttäter wußten, dass die Frauen sich nicht wehren konnten. Das bedeutet, dass eine große Gruppe der Deutschen Männer sehr ernste psychische Probleme hat. Wandelnde Zeitbomben. Das gilt auch für einen Teil der Frauen. Es ist nicht gesund oder "normal", auf wehrlose Menschen einzuprügeln und auch deren Tod in Kauf zu nehmen. Sondern eine schwere seelische Störung. Eine Krankheit. Und die ist auch noch ansteckend! Die Gesellschaft guckt zu. Denn häusliche Gewalt und psychische Kranke, gibt es in allen Gesellschaftsschichten. Als Täter geoutet werden will natürlich niemand. Darum gibt es Vokabeln für die Gesellschaft, welche die Verantwortung auf das Opfer schieben: "Die hat das verdient. Die ist doch selber schuld. Warum ist die denn nicht weg von dem? Pack schlägt sich, Pack verträgt sich!" Ein misshandelter Mann wird hier öffentlich als "Weichei" verspottet. Meinem Kumpel Harry hat seine damalige Frau ein Messer in die Brust gerammt. Er war gar nicht darauf gefasst. Harry ist kein Weichei. Er hat mehr als 30 Jahre Straßenkampferfahrung. Aber er schlägt grundsätzlich keine Frauen und Kinder. Alkohol, Drogen, Gewalt & die Justiz: Eigenartigerweise ist es für Gewalttäter von Vorteil zum Tatzeitpunkt nicht nüchtern gewesen zu sein. Es wird strafmildernd berücksichtigt. Das ist eine Sache, welche ich niemals verstehen werde. Wer sich selbst in einen Zustand der höchsten Gefahr für seine Umwelt versestzt, wird dafür auch noch belohnt. Gewalt & Sex: Passt nicht zusammen. SM ist eine schwere seelische Störung & hat grundsätzlich nichts mit Sexualität zu tun. Liebe ist das am meisten mißbrauchte Wort. |
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is auch gar kein unterschied, ob ne frau nen mann verprügelt oder ihm einfach nen messer in die brust rammt ...
mfg mh |
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@ MH120480
Erst mal ein Kompliment an Dich, dass Du Dich hier im Thread überhaupt zum Thema äußerst. Sind ja nicht so viele hier.Ob andere User sich schämen? Interessieren die sich nicht für das Thema? Oder kennen die Gewalt nur aus dem Gameboy? Gewalt hat viele Facetten. Wir sprachen ja nicht nur über "verprügeln". Ein Wort, dass ich viel zu harmlos finde für das, was tatsächlich in den Wohnungen alltäglich passiert. Quer durch alle Schichten. Auch Männer sind und werden Opfer von Gewalttaten durch Männer. Und das kann im Elternhaus oder im Kindergarten schon anfangen. Wir müssen unserer Gesellschaft ein einheitliches Bild für den Umgang mit Gewalt vermitteln. Als Täter. Als Opfer. Als Angehörige von Opfern & Tätern. Unsere Justiz, die Medien & die Polizei sind mit ihren Aufgaben offensichtlich überfodert.Wenn man diese Berufsgruppe weitrhin so vor sich hin wurschteln läßt. Darum können wir Änderungen nur auf kultusministerischer Ebene im Rahmen der Bildungspolitik provozieren. Wir müssen bei uns anfangen. Und wir müssen unseren Kindern vermitteln, wie man sich gegen Gewalt schützt. |
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-"is auch gar kein unterschied, ob ne frau nen mann verprügelt oder ihm einfach nen messer in die brust rammt ... "-
Nur auf den ersten geschockten Blick. Wenn der Mann hier wohl keine "Kampfmaschine" wäre, dann hätt sie ihn wohl auch nur verprügelt.... |
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@chrislow: ka was du da in meine worte reingedeutet hast. es war eine mE offensichtliche replik auf chrisamars sehr eigenartige übertreibung auf das thema schlagen mit nem messerstich zu reagieren.
@chrisamar: die motive anderer sind mir egal, so lange sie mich nicht betreffen. ich kann deiner statistik-fördernden einstufung von "was gewalt ist" jedenfalls nicht folgen. ich bezweifel bspw., dass SM ein reiner akt der gewalt ist und zum großteil nicht einvernehmlich stattfinden soll. in japan ist es üblich, also die regel. hier wird es stigmatisiert. ich halte nichts davon die neigungen anderer menschen per se zu stigmatisieren, wenn sie anderen nicht schaden. das hat jeder für sich selbst zu entscheiden. hingegen finde ich den begriff verprügeln sehr passend, denn er gibt die wahllosigkeit des aktes der gewalt gegen andere wieder. worin ich dir zustimmt ist, dass drogen keine mildernde wirkung auf das strafmaß haben sollten. drogen wirken nur als beschleuniger der grundsätzlichen "art und weise" eines menschen. wer sie nimmt, muss das wissen und sich im griff haben oder es lassen. mfg mh |
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@h.yuren
An Dich meinen Dank für Deine Aufmerksamkeit. Peinliche Panne der Zahlendreher... @ chrislow Deine Antwort ist typisch für den Umgang der Gesellschaft mit Opfern von häuslicher Gewalt. Die Schuld wird immer zuerst beim Opfer gesucht. Der Täter wird entschuldigt oder gilt als unschuldig, weil... Das wirkliche Motiv für den lebensgefährlichen Angriff mit dem Messer war Eifersucht. Sehr viele Menschen werden durch Eifersucht zu Straftaten verleitet. Auch eine psychische Störung. Straßenkampf Mein Freund Harry prügelte sich gerne. Sehr gerne fair. Denn er hatte viele Jahre lang geboxt. Es gibt Menschen / überwiegend Männer, die sich gerne körperlich auseinandersetzen. Solche Leute treffen sich üblicherweise in Discos oder auf Rummelplätzen. Die erkennen sich und dann prügeln die aufeinander ein. Zu dem Thema gibt es auch einen sehr erfolgreichen, amerikanischen Film: "Fightclub". Das gibt es auch in der Tierwelt. Ab einem gewissen Alter verschwindet diese Neigung aber wieder. @MH120480 Außer Dir hatte ich hier keine anderen bemerkt, welche sich "echauffierten". Japan & SM Zwei Cousins meines Mannes sind eigenartigerweise mit Japanerinnen verheiratet. Die japanische Kultur wirkt sehr fremd auf Europäer. Da stimme ich Dir zu. Und es gibt auch genau wie in Deutschland SMler. Auch unter den Künstlern. Trotzdem ist das natürlich Quatsch, dass SM in japanischen Schlafzimmern die Regel sei. Das weiss ich aber 100%ig. Es gibt da sicherlich unterschiedliche Auffassungen über die Bereiche SM. Sonst würden wir beide uns über dieses Thema nicht posten. Eine kleine Geschichte zu diesem Thema / SM werde ich gleich mal in meinen Blog stellen. Sie heisst: "Der Dompteur" |
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ich wollte auch nicht sagen dass es in den schlafzimmern die regel ist, das war meinerseits ungenau formuliert.
es ging mir um den fakt, dass es in der japanischen gesellschaft nicht stigmatisiert wird und eben dazu gehört, also vollwertige sexual-praktik anerkannt wird. im gegensatz zu europa . von den amis brauchen wir da nicht anfangen. wobei die eh alles treiben, was sie verbieten.^^ ich seh da auch keine großen diskussionsspielräume, denn sofern einvernehmlich, ist es sm und somit jedem selbst überlassen. wenn von einer seite aus nicht mehr einvernehmlich, ist es eine vergewaltigung und fällt in eine andere kategorie. horrorgeschichten kann ich auch erzählen und die abstrusesten meinungen damit begründen. :P mfg mh |
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@ MH120480
Über eine Horrorgeschichte aus Deiner Feder würde ich mich freuen. Beruhigt stelle ich weiter fest, dass es sich bei Dir vermutlich nicht um einen Kenner der SM-Szene handelt. |
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lieber mh, vor deinen äußerungen hier hast du offensichtlich nicht nachgedacht. das ist nun keine verbale gewalt meinerseits, sondern meine überzeugung.
liebe chrisamar, dir darf ich danken für dein klares wort zur sache. du hast, wie ich an anderer stelle schon erfahren habe, genau hingesehen. dass du nicht genau gezählt hast (3 von 4, wo es für zürich 4 von 5 heißt), ist zweitrangig. |
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ich weiß genau was ich tue. auch hier.
mfg mh |
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Danke für das Kompliment, h. yuren: "jetzt fehlt nur noch, um das bild abzurunden, der hinweis auf die möglichen übrigen täter und opfer: die kinder zuerst, dann aber auch die weiteren familienmitglieder und nachbarn und freunde."
Das ist eben der springende Punkt- ist mir auch schon in den Sinn gekommen. Bei der vorliegenden Statistik der Kantonspolizei Zürich handelt es sich lediglich um eine Interventionsstatistik. Wer das Opfer dieser weiblichen Gewalt ist, darauf geht die Statistik mit keinem Wort ein, soviel ich weiss. Das müssen nicht immer die Männer sein, wie der Text suggeriert- das können sehr wohl auch die Kinder sein. By the way: Einem Presseartikel entnehme ich gerade, dass Premierminister Fillon in Frankreich plant, gegen häusliche Gewalt mit aller Härte vorzugehen- und jetzt kommt der v. a. juristisch springende Punkt: "(...) Künftig soll auch psychische Gewalt in der Ehe mit Haft betraft werden." Leider liegt der Artikel online nicht vor. Aber diesen Aspekt finde ich ausgesprochen interessant: Wenn es schon bei physischer Gewalt für die Justiz zum Teil ausgesprochen schwierig wird, zu ermitteln und zu beweisen, wer Täter und wer Opfer ist, wie soll das denn bei psychischer Gewalt möglich sein? Anyway: Ich werde mal nachfragen ob man mir entsprechende Polizeistatistiken aushändigen könnte- ich habe da einen sehr guten Draht. |
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@ thx
schön, dass du das thema häusliche gewalt um eine wichtige komponente ergänzt hast. danke dir dafür. jetzt fehlt nur noch, um das bild abzurunden, der hinweis auf die möglichen übrigen täter und opfer: die kinder zuerst, dann aber auch die weiteren familienmitglieder und nachbarn und freunde. hauptursache: no control oder das haus oder die wohnung als tatort. |
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"mal abgesehen davon, dass diese weicher das eh nicht besser verdient haben, weist die zum artikel gehörige statistik irgendwie darauf hin, dass frauen häuser nötiger haben."
ich kann nächstes mal auch schreiben: wer ein huhn ist der schreit hier. wer keines ist, der ignoriert die klischeebedienende standardpolemik und widmet sich das aussage, die eine replik auf thx war. es darf gerätselt werden, über wen es mehr aussagt .. die echauffierten oder den auslösenden. mfg mh |
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Abschliessend zum Thema SM:
Da denke ich wie Michel Houellebecq.Den finde ich auch sonst ziemlich toll. |
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Du findest Michel Houellebecq toll? Das erstaunt mich jetzt aber!
"Die Welt als Supermarkt"- eine Sammlung von Essays ist für mich sein bestes Werk. Ab "Plattform" wurde er immer flacher. Heute nehme ich ihn kaum mehr wahr. "Die Möglichkeit einer Insel" habe ich gar nicht erst zu Ende gelesen. |
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Michel Houellebecq
er liebt Hunde er ist klug und ich finde, dass er gut aussieht. Warum sollte ich ihn nicht toll finden? Am besten gefallen mir seine Streitereien mit seiner Mutter. Vielleicht äußert sich hier jemand mal zu Jackson Brown oder James Brown ( RIP ) ? Das sind doch zwei prominente Beispiele für Frauenschläger. |
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Liebe chrisamar; lieber MH;
Uff. Ganz schön weit weg vom Topic des Blogs, die Kommentare hier. Oder auch nicht, im weitesten Sinn... @ chrisamar: "Nicht, weil sie zufällig im Wege standen, sondern weil die Gewalttäter wußten, dass die Frauen sich nicht wehren konnten. Es ist nicht gesund oder "normal", auf wehrlose Menschen einzuprügeln und auch deren Tod in Kauf zu nehmen." Letzteres Zitat beinhaltet, dass es aber "gesund" ist, auf Menschen "einzuprügeln", die sich wehren können. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Du es so gemeint hast... Und: Frauen können sich durchaus wehren. Sie haben es nur verlernt, kein Vertrauen in ihre eigene Kraft, oder sie können sich nicht genügend wehren. Aber, s.o. auch wenn sie es könnten, gäbe es keinerlei Rechtfertigung für körperliche Gewalt gegen sie. Und umgekehrt. Den Punkt finde ich sehr wichtig! Mir gehst Du, m. V., in Deinen Kommentaren mit dem Begriff "seelische Störung" etwas leichtfertig um. Nicht alles ist gleich eine seelische Störung. Ich bin vor allem gegen diese vorschnelle Etikettierung, weil sie die Täter - in unserer Rechtssprechung - vorschnell von Verantwortung freispricht. Verantwortung aber muss jeder Gewalttäter übernehmen. Es gibt sicher Gründe für die Ausübung von Gewalt, die vielfältig sind: Erlernte Verhaltensmuster und das Gefühl von Hilflosigkeit sind die Gründ vor allem bei Männern. Nahezu jeder Täter war auch einmal Opfer, meist als Kind. Oder er hat beobachtet, dass sein Vater die Mutter auch schlug, wenn sie "Widerworte" gab. Muster also, Traumata manchmal. Trotzdem hat jeder Täter eine Wahl, und da liegt seine Verantwortung: Er kann und muss sich Hilfe holen. Idealerweise, bevor er übergriffig wird, spätestens aber danach. Dafür aber braucht er eine Einsicht, eine Art Kapitulation, die auch Süchtigen häufig sehr schwer fällt: Ich habe ein Problem. Das ich nicht allein lösen kann, mit dem ich aber anderen seelischen und körperlichen Schaden zufüge. @ MH + chrisamar: Es ist ja so ein Totschlagargument: "Ich habe schon Geschichten darüber gemacht" - aber ich habe nunmal einige Jahre in der Lokalredaktion einer (linksnahen) Boulevardzeitung gearbeitet. Die Reeperbahn war nicht weit, und ich habe einige Geschichten über Dominas gemacht. (Immer gern gelesen. Da gruselt sich der Leser so schön und kommt sich so GESUND vor...:)) Solange dieser Art der Sexualität im beiderseitigen Einverständnis "stattfindet", sind sie kein Akt von Gewalt, denn beide (Erwachsenen) haben ja zugestimmt! Hier bin ich ganz mit MH, der ja betont, dass Sie keinem anderen schaden. Wichtig sind, nach Auskunft o.g. Expertinnen, (und das meine ich nicht ironisch, denn diese Dominas sind es), klare Regeln, damit nicht durch Missverständnisse Grenzen verletzt werden. So etwas muss in einem geschützten Raum stattfinden, eben bei solchen Dominas z.B. Es ist auch, in meinen Augen, keine "schwere" seelische Störung, wie Du es schreibst, chrismamar. Das rückt das Ganze in die Nähe des pathologischen Befunds, und da sind wir dann schnell wieder bei der Homosexualität, von der das manche heute auch noch denken ... Für mich ist das heute eine sexuelle Spielart, die mir sehr fremd ist. Übrigens sind es meist Männer auf sehr gehobenen Posten, die zu Dominas gehen. Weil sie das Gefühl brauchen, dass ihnen wenigstens EINER eine Grenze setzt, weil sie sich auch einmal klein machen wollen. Herzliche Grüße, Anna |
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... jede Menge Flüchtigkeits-Fehler. Vorschnelles Posten ist der Grund. Tut mir Leid!
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ganz klar, Gewalt gegen Frauen ist in jedem einzeln Fall ein Fall zu viel.
Allerdings bin ich mir nicht sicher, dass es zielführend ist, den Aspekt "gegen Frauen" überzubetonen. Gewalt an sich ist ein Problem, und damit ist die vor allem männliche Gewalt gegen Frauen letztlich nur ein Unterpunkt von "Gewalt gegen Frauen oder Männer". Es ist ja nicht so, dass gewalttätige Männer ihre Geschlechtsgenossen schonen würden. Es gibt sicher Statistiken, die den Anteil von Gewalt gegen Frauen unter allen Gewalttaten gegen Menschen ausweisen; und es würde mich schwer überraschen, wenn der Anteil der Gewalt von Männern gegen Männer nicht deutlich höher läge als der von Männern gegen Frauen. Die Gründe dürften allerdings verschieden gelagert sein, Frauen dürften für gewalttätige Männer eher eine Art Sandsack-Therapie sein: schlägt nicht zurück und man kann sich herrlich gefahrlos abreagieren. Gewalt von Männern gegen Männer folgt eher kommerziellen und/oder hierarchischen Absichten. Ein Brechen des Willens des Opfers erfolgt so oder so. Das sind natürlich nur Tendenzen innerhalb der übergeordneten Bösartigkeit und sicher gibt es jede Menge Ausnahmen. Trotzdem will es mir nicht so vorkommen, dass Gewalt gegen Frauen das besonders Verwerfliche wäre. Gewalt als solche ist das Verwerfliche, gleichgültig, gegen wen sie sich richtet. |
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