Alltag

Werbekritik | 23.02.2010 21:55 | Susanne Lang

Sozial mit Cheese

McDonald's präsentiert sich im Agendajahr 2010 mit einer Mitarbeiter-Kampagne als besonders toller Arbeitgeber. Sieht paradiesisch aus. Schmeckt trotzdem nicht

McDonald’s zählt zu den beneidenswerten Unternehmen, die nichts falsch machen können. Ungesundes Essen? US-amerikanischer Fast-Food-Kulturimperialismus, der obendrein den Regenwald zerstört? Ja, für all das stand und steht McDonald’s – trotz diverser Gutfirmen-Kampagnen (I'm lovin' it, Heidi Klum). Am Ende des Tages jedoch sticht die Tatsache, dass McDonald’s ganz einfach: fettig, schnell und bezahlbar ist. McGenuss und McEffizienz in den modernen McCafés. Was bitte wollte der Kunde mehr?

Einen zufriedenen Arbeitnehmer eventuell – zumindest all jene Kunden, die offiziell dort nie nie nie essen, geschweige denn mit dem Auto Essen holen. Die trotzdem an den sozialen Bedingungen interessiert sind, zu denen ein Produkt verkauft wird. Um dieses Milieu kümmert sich McDonald’s in seiner neuen Kampagne und präsentiert: „Echte Menschen mit wahren Geschichten: Theresa, Isa und Helga sind stolz auf das, was sie bei McDonald’s erreicht haben.“ Immerhin handle es sich bei dem Unternehmen um einen "Weltbürger mit Verantwortung".

So dürfen die drei ausgewählten Arbeitnehmer in einem Spot erzählen, wie peinlich berührt die Leute zunächst seien, wenn sie hörten, dass der Arbeitgeber eine globalisierte Burger-Fritten-Bude ist. Wie toll die Leute und Mutti (wie im Fall der Auszubildenden Theresa, 23) es dann aber fänden, wenn sie merkten, wie weit sie es bei McJob gebracht hätten. Und Restaurantmanager Isa, der klassisch nach Kriterium Migrationshintergrund gecastet ist, verrät stellvertretend das Geheimnis dieses Arbeiterparadieses: „Hier zählt deine Leistung, wo Du herkommst, ist egal.“ Ebenso wie alt man sei und welches Geschlecht man habe. Ja, ein absoluter Traum. Nur: Seit wann steht die FDP auf Burger?

 
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Artikelaktionen
Kommentare
zelotti schrieb am 24.02.2010 um 16:43
McDonalds ist inzwischen in die Jahre gekommen. Und es gibt immer mehr gute Alternativen ohne Hochpreispolitik, die schneller, freundlicher und individueller sind, auch - schrecklich zu sagen - mit "besserem Publikum". Natürlich hat man da auch ein Problem mit der Sozialstruktur des Personal, das man beschäftigt, sonst gäbe es diese Imagekampagne nicht. Es ist eben eine fabrikmässige Sicht des Kunden. Individualität ist nicht zugelassen und wo sie vorkommt, fällt sie eher negativ auf.
MathiasRichel schrieb am 26.02.2010 um 15:54
Hallo Frau Lang,

vielleicht können Sie mir helfen, ich suche die ganze Zeit verzweifelt den Weiterlesen-auf-Seite-2-Button, der sich irgendwo unter Ihrem Text befinden muss. Ich kann ihn aber leider nicht finden. Er muss hier aber irgendwo sein, schließlich möchte ich noch Ihre Werbekritik lesen. Die Seite Eins haben Sie ja gebraucht, um emotional, wenn auch ein wenig oberflächlich, leider gar nicht fundiert, ohne jede erkennbare Notwendigkeit für diesen Text und ohne Ergebnis in die Thematik einzuführen. Danke schon einmal für Ihre Hilfe.
Susanne Lang schrieb am 26.02.2010 um 16:01
Hallo MathiasRichel,

danke für Ihren fundierten, vorzüglich argumentierten Kommentar.
ThomasPraus schrieb am 26.02.2010 um 18:42
Der Artikel klingt tatsächlich wie die Einleitung zu einem Text in dem dann dargelegt wird, wie sehr Schein und Wirklichkeit voneinander entfernt sind. Der also aufzeigt, dass bei McDonalds tatsächlich schlechte Arbeitsbedingungen herrschen, die die schöne Werbewelt konterkarieren. Diesen Part vermisse ich hier aber.

Ist es so? Ich weiß es nicht. Dass das Essen ungesund ist, dass Burger nur durch Massentierhaltung rentable Produkte sind und dass das Geld, das in die Werbung fließt vielleicht besser woanders aufgehoben wäre - alles nachvollziehbar. Aber das steht alles nicht im Text.
schmitz schrieb am 27.02.2010 um 16:57
Ich hätte den Artikel auch gerne etwas konkreter gehabt. McDonalds ist ein Unternehmen, das seit einigen Jahren mit enorm viel Aufwand versucht, das schlechte und teilweise ungerechte Image loszuwerden.

Qualitativ ist das Essen, wie von Untersuchungen immer wieder bestätigt wird, nicht so schlecht, wie man immer sagt, so ungesund, wie es kolportiert wird, ist es auch nicht (wenn man es nicht immer isst) und die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter haben sich auch gebessert. Das sind alles Dinge, die bekannt sind. Trotzdem schafft McDonalds es nicht, das Image so richtig zu wenden (wie Microsoft auch einfach nicht sympathisch wirken kann), da helfen auch die teure neue Einrichtung, Salate und Heidi Klum nichts.

Vor diesem Hintergrund hätte mich die Kritik und auch ein Kommentar interessiert. Auch ich habe die zweite Seite gesucht, nachdem Einleitung ja in Ordnung war. Vielleicht kommt sie noch oder sie wird in einem weiteren Artikel fortgeführt. Es würde mich freuen.
hussong schrieb am 27.02.2010 um 17:11
Kann mich meinen Vorrednern nur anschließen. Um mal im Bild zu bleiben: Where's the beef?


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