Alltag

Koch | 02.07.2011 09:00 | Jörn Kabisch

Warum heißt es Gurkentruppe?

Rehabilitierung: Die Gurke ist besser als ihr Ruf. Unser Koch wirft ein Blick auf das zu Unrecht verschmähte Gemüse

Es ist Zeit für eine Ehrenrettung der Gurke. Vielleicht ist es Ihnen auch so gegangen? Nach einigen Wochen der Abstinenz nimmt man dieses Gemüse, das sonst so alltäglich ist, anders wahr. Bei mir war das so. Der erste Gurkensalat nach Ehec hat anders geschmeckt als jeder zuvor. Denn trotz Seuchen-Entwarnung hat der erste Genuss etwas von einem Abenteuer – der höhere Adrenalinpegel sensibilisiert die Geschmacksnerven. Man fragt sich: Schmeckt es so wie immer? Und merkt, dass man gar nicht genau weiß, wie es immer geschmeckt hat.

Und warum sollte man das auch, bei einem Gemüse, das in jedem Supermarkt das ganze Jahr en gros ausliegt, meist zum Dauertiefstpreis von 49 Cent das Stück.

Die Gurke ist ein so allgegenwärtiges wie vernachlässigtes Gemüse. Der Genuss ist zweitrangig. Wenn sie nicht als Gesichtsmaske verwendet werden, liegen Gurkenscheiben als Garnitur auf Tellerrändern – mehr als Versprechen für eine gesunde vitaminreiche Ernährung, denn als Bestandteil.

Unreife Ernte

Und wir wissen doch genau, wie wenig Respekt wir dem Gemüse entgegenbringen. Wofür im Tierreich das Schwein her­halten muss, ist in der Flora die Gurke: „Faule Sau“ oder „dumme Gurke“ sind Schimpfwörter von gleicher Abschätzigkeit. „Gurkennase“ etwa ist der einzige vegetarische Kraftausdruck in dem an Verwünschungen überbordenden Wortschatz von Kapitän Haddock in Hergés Tim und Struppi. Ob „Höllenhunde“, „Kaulquappen“, „Affenpinscher“ oder „Salatschnecken“ – in der Tierwelt bedient sich Tims aufbrausender Gefährte dagegen eifrig. Ein fester Begriff ist inzwischen die „Gurkentruppe“. Ursprünglich eine Bezeichnung für die Nationalelf bei der Männer-WM 1986 (Ersatz-Torhüter Uli Stein, der Franz Beckenbauer auch noch „Suppenkasper“ geziehen hatte, musste deshalb die Heimreise antreten), ist sie heute häufig im politischen Sprachraum an­zutreffen. Wobei immer das Herumeiern oder „Gegurke“ einer Gruppe von Menschen gemeint ist. Verständlich, der Begriff geht nämlich auf das mittelgriechische Wort ágūros zurück, übersetzt: grün, unreif. Die Gurke ist bis heute die einzige Gartenfrucht, die unreif gegessen wird – die Samenstände sind noch weich und gallertartig.

Machen wir also ein Ende mit der Missbilligung. Setzen wir die Gurke in ein neues Licht. Sie ist ein hervorragendes Sommergemüse, in der chinesischen Küche gilt sie als kühlende Zutat – und das ist sie tatsächlich, nicht nur, weil die Kürbisfrucht zu über 90 Prozent aus Wasser besteht. Der süßliche, leicht bittere Geschmack macht sie aus.

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Sommerlich im Geschmack

Ich habe nach Rezepten gesucht, die der Gurke die Hauptrolle einräumen. Sehr interessant ist das der Gurkenroulade, ich habe es aus einem westdeutschen Kochbuch aus den 60er Jahren. Für die Roulade wird eine Salatgurke entkernt und mit Hackfleisch gefüllt, dann wird ein kurzes Rinderschnitzel, das mit Senf bestrichen ist und mit Dill bestreut, darum gebunden. Die Salatgurke verträgt Hitze, die Rolle ist noch nach einer Stunde im Schmortopf in Form. Zugegeben, so kocht man heute nicht mehr. Aber in Stifte geschnitten passt die Gurke durchaus in Wok-Gerichte. Und aus einfachen Supermarkt-Gurken lassen sich auch Schmorgurken machen. Die Gurkenstücke werden in wenig Wasser mit Lorbeer und Zwiebel gedünstet, bis sie glasig sind, anschließend mit Senf, Zitrone und Dill verfeinert. Ein großer Klacks saure Sahne, fertig.

Im Sommer passt die Gurke natürlich am besten als Suppe. Servieren Sie sie bitte nur nicht zu kalt. Mit ein paar Eiswürfeln leicht gekühlt, ist sie am schmackhaftesten. Und: Mogeln Sie der Suppe ein paar Senf­gurken unter. Das zahlt sich aus.

 
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Artikelaktionen
Kommentare
Calvani schrieb am 02.07.2011 um 09:19
Die Gurke steht auf meiner persönlichen Gemüsehitliste nicht sehr weit oben, aber als Gegenstand dieser Kolumne hat sie mir trotzdem Spaß gemacht - rundum gelungen, lieber Jörn!
luggi schrieb am 02.07.2011 um 21:21
man o man, warum muss denn die Gurke für Schmorversuche und Hackfleischfüllungen herhalten

Also mal für Fans und Gesundheitsbewusstnovizen und Abnehmwillige ... ein unklompliziertes Rezept.
Man nehme ein paar Landgurken, die das Stadium zur potenziellen Senfgurke noch nicht erreichen konnten, schäle diese und jage sie durch einen Scheibenhobel. Die endgefertigte Masse wird dann mit der bekannten Schubeck-Methode gewürzt ... a bisserl a Solz, a paar Spritzerl an Öl und den Soft einer erpressten Zitrone. Danch das Ganze mit ein paar Umdrehungen aus der Pfeffermühle abschmecken. A wenig von ein paar Prisen Zucker geben dem Gurkensalat dann den Rest ... also ernährungsphysiologisch.
Also, und wem das immer noch nicht schmeckt ... der mischt Dressings, Joghurt etc. drüber.
;-) ist doch klar, dass ich hier Buchstaben tippe ... und geht doch so i.O. wa?
Rene Artois schrieb am 02.07.2011 um 23:10
luggi, der "champ2001" des ZEIT-online-Forums in anderer Gestalt?
Schachnerin schrieb am 03.07.2011 um 13:59
mit Sauerrahm und Dill ist es mizeria.
luggi schrieb am 04.07.2011 um 21:18
@ Rene
Ich verstehe die Frage nicht, nicht?
Für dich zum Nachdenken ... ich habe im Augenblick nur eine Blogfamilie, weil ... ich mag keine Polyblogamie.
Ähm, und ich würde gern festmachen, warum ich ein ZEIT-Champ-ausvergangenenJahren sein soll. Wenn er sich gegen deine Geschmaxverirrung gewendet hat, ist das für mich zu 50% in Ordnung.
luggi schrieb am 04.07.2011 um 21:20
@Schachnerin
das wird doch deutsches Zaziekie
Schachnerin schrieb am 07.07.2011 um 09:17
oder mit Joghurt und Pfefferminz eine indische Raita.
luggi,
wissen Sie warum Gurkensalat auf Polnisch mizeria heißt?
weinsztein schrieb am 03.07.2011 um 03:53
Ganz wunderbar setzen Sie die Gurke in ein neues Licht, lieber Jörn Kabisch. Ihr Schmorgurkenrezept liest sich recht gut.

Hier in der Türkei bedarf die Gurke keiner Ehrenrettung, sie ist quasi in aller Munde, frisch oder als Salzgurke. Die riesigen deutschen Gurken gibt es hier nicht, nur solche, die einem Penisvergleich stand hielten, nebst den üblichen Unter- und Übertreibungen, also 10 -18 cm.

Rezept:
Einige dieser kleinen Gurken schälen, längs vierteln und 3 mm dick scheibeln, mit sehr dünnen Spitzpaprikascheiben (scharf und weniger scharf, gemischt), vielen kleinen Tomatenwürfeln und reichlich gehacktem Knoblauch in eine Schüssel geben, reichlich fein gewiegte Blattpetersilie, sowie Dill, wenig frische Minze und dazu eine Salz-Pfeffer-Zitronensaft-Senf-Zucker- Olivenöl-Vinaigrette, in dieser Folge mit dem Schneebesen kräftig zu einer sämigen Sauce verschlagen.

2. Rezept:
demnächst
weinsztein schrieb am 09.07.2011 um 02:01
Beim Gurkenkauf beachten, dass sie fest im Griff und dunkelgrün sein sollte. Das deutet Frische an.

2. Rezept:
Feiner deutscher Gurkensalat.

Zutaten für 4 Personen:
2 Schlangengurken, Salz.
Für die Marinade:
1 Bund Dill, 200 g Schmandt, 1 TL Senf, 2 oder 3 feiste Knoblauchzehen, 1 kleine Zwiebel, Saft von 1/2 Zitrone oder weißer Balsamico, 1/2 TL Zucker, schwarzer Pfeffer, wenig Salz.

Zubereitung:

Gurken längs streifig schälen, so dass etwa 10 % der Schale dran bleibt. Dann in dünne Scheiben schneiden und sparsam salzen. (Achtung! Salz zieht Wasser aus den Gurkenscheiben, gut so. Die meisten Rezepte empfehlen, dieses Wasser abzugießen, aber das lassen wir schön bleiben. Das Wasser hat Geschmack und bleibt drin.)

Dill fein wiegen (also schneiden oder zerhacken), Knoblauchzehen und die Zwiebel möglichst fein würfeln. Alles mit Schmandt, Senf, Zucker, Pfeffer, Salz, Zitronensaft/weißer Balsamico gut verrühren und über die Gurkenscheiben geben. Mischen.

Und genießen.
dame.von.welt schrieb am 03.07.2011 um 14:52
Meine erste Post-Ehec-Gurke war ein Salat, mit etwas süßlicher Vinaigrette aus vermutlich u.a. Reisessig, überraschend scharf, nämlich mit frischen roten atomisierten Chilis. Außerdem mit geringen Mengen geröstetem Sesam und marinierten Zwiebeln. War sehr gut, mochte ich gern.

Ich esse auch gern Gurke mit gar nix. Wenn es richtig schlimm heiß ist und selbst Wassermelone zu süß wird, ist das säuerlich-bittere-süßliche von Gurken der Knaller.
Gurke gehört auch zu anständigem Gin-Tonic (vorm Igittsagen: probieren!) und natürlich in die Gazpacho.
Calvani schrieb am 03.07.2011 um 19:39
Gin Tonic mit Gurke klingt für mich gar nicht igitt - solange wir über Fever Tree Tonic reden und nicht vom allzu süßen, schwer chininlastigen Schweppes Tonic. By the way: Ich habe mal einen Cucumber Cocktail mit Wodka und Gin getrunken: köstlich! Leider finde ich das Rezept im Netz nicht, Google spuckt nur Ergebnisse mit Martini aus. Martini war nach meinem Geschmack aber nicht drin. In der Bar, in der ich den Cocktail getrunken habe, kann ich nicht nachfragen, die gibt es nicht mehr. Haben Sie eine Idee?
dame.von.welt schrieb am 03.07.2011 um 23:10
Martini ist nicht das, was die Fa. Cinzano Ihnen gern verkaufen möchte ...;-)... de.wikipedia.org/wiki/Martini_(Cocktail)

Meinen Sie vielleicht in etwa so etwas? www.yumsugar.com/Happy-Hour-Cucumber-Cocktail-754163 wär' mir arg grün.

Ich hab' auch gar nix dagegen, prophylaktisch die Malaria zu bekämpfen und finde Schweppes ganz in Ordnung, nicht aber seifige Plörre wie Bombay Sapphire, lieber Tanqueray oder Beefeater. Fever Tree Tonic hat mir zu wenig Gepritzel, find' ich ein bißchen langweilig.
Tycho schrieb am 03.07.2011 um 23:27
ch, Dame, ich war neulich in Holland am Meer in so einer Fressbude und dachte, nimmste mal so ein Sandwich mit Sprossen. Das war am Sonntag xy und am Montag dann die Headline in der Zeitung.
Schiss war okay.

By the way: Schweppes Deutschland vetreibt Orangina in den alten Glasflaschen, aber leider auch in den gleichförmigen Gefäßen aus PET.
Nur: Die haben das dem thiutisken Fantageschmack angepasst. Kein Vergleich zu der aus Spananien oder France. Oder meine Knospen sind hinüber.

Bombay Sapphire is overrated. Ich finde der gute Gordons taugt allemal für einen ordentlich Fizz.
weinsztein schrieb am 04.07.2011 um 01:15
@
Calvani

Cucumber Cocktail
Modified from Liquor Snob

6 limes, rinsed
1 cup packed mint leaves, no stems, plus 6 sprigs for garnish
3 unwaxed cucumbers (*)
½ cup sugar
2 cups vodka or gin
Sparkling wine

1.Thinly slice 3 limes and place in a pitcher. Juice the rest and add juice to pitcher. Add mint leaves. Slice 2 cucumbers and add, then add sugar. Muddle ingredients. Add vodka or gin. Place in refrigerator to steep 30 minutes or longer.
2.Cut remaining cucumber into super thin rounds.
3.Fill cocktail shaker with ice and top with mixture. Shake and strain into a martini glass. Top with a splash of sparkling wine, garnish each glass with a cucumber round, and serve.

(*) unwaxed cucumbers irritiert mich, denn Gurkenschale enthält einen natürlichen Wachsanteil. Ich würde die Gurken dünn schälen und einige Schreiben mit Schale für die Dekoration verwenden.
www.yumsugar.com/Happy-Hour-Cucumber-Cocktail-754163
weinsztein schrieb am 04.07.2011 um 01:19
Oh, das hatte die Dame ja schon erwähnt.
:(
weinsztein schrieb am 04.07.2011 um 02:15
Cucumber-Martini ohne Martini

20 Gurkenscheiben ohne Schale
5 Blättchen frische Minze
1 TL Zucker
100 ml Wodka oder Gin
einige Eiswürfel
100 ml Tonic Water
Minze und Gurkenscheiben für die Deko

Gurkenscheiben in einen Shaker oder in sonst ein hohes Gefäß geben, dazu einige Blätter frischer Minze und nach Geschmack etwas Zucker, um die Aromen zu extrahieren. Alles leicht zerdrücken, dann mit 100 ml Wodka (Moskovskaja) oder Gin (Bombay Saphhire, aber schlichte Marken wie Gordon's oder Beefeater tun's auch) oder mit beidem auffüllen. Behälter verschließen und zwei, drei Minuten ziehen lassen. Erst jetzt einige Eiswürfel einfüllen und kurz und kräftig schütteln, mit 100 ml Tonic Water auffüllen, noch mal schütteln und durch ein feines Sieb in vier Martinigläser füllen. Jedes mit einer Gurkenscheibe und einem Minzeblatt garnieren.

Alternativen:
1.) Gurke würfeln, mit den Minzeblättern und Zucker per Stabmixer zu einem Mus pürieren und dann wie oben fortfahren.
2.)Tonic Water weglassen und ersetzen durch Wodka oder Gin. Statt einem TL dann einen Esslöffel Zucker zufügen.
thinktankgirl schrieb am 04.07.2011 um 21:48
Meine Bekannten aus irgendeiner In-Szene aus Berlin haben mir voriges Jahr das zu trinken geben:



Aus Höflichkeit sagte ich nichts.
thinktankgirl schrieb am 04.07.2011 um 21:54
Ich esse auch gern Gurke mit gar nix. Wenn es richtig schlimm heiß ist und selbst Wassermelone zu süß wird, ist das säuerlich-bittere-süßliche von Gurken der Knaller.

In meinem Garten sollten jetzt ein paar abruzzesiche Gurken-Melonen wachsen, sofern ich nicht die Sämereien verwechselt habe.
Laut Samentütchen sehen sie aus wie helle Schlangengurken. Wir werden es in 2-3 Wochen sehen!
weinsztein schrieb am 05.07.2011 um 02:14
@thinktankgirl am 04.07.2011 um 21:48

Was das Gurke mit Pepsi?
weinsztein schrieb am 05.07.2011 um 02:14
@thinktankgirl am 04.07.2011 um 21:48

Was das Gurke mit Pepsi?
weinsztein schrieb am 05.07.2011 um 02:35
Diese kleineren Gurken (türkischer Laden), grob geschält, etwas Salz drüber gerieselt und sonst gar nichts: eine köstliche Sommererfrischung.

Alternativ: Wassermelone mit ein, zwei Scheiben weißem Käse. (Von mir bevorzugt.)
Calvani schrieb am 05.07.2011 um 12:07
Vielen Dank für die Rezepte und Anregungen! Allerdings war der Cocktail, den ich getrunken hatte, klar und durchsichtig - wie Wasser, die Gurke lag zu Spiralen gezogen lose im Glas ... egal! Besonders die Kombination Minze und Gurke klingt gut! Ich werd's bei nächster Gelegenheit ausprobieren.
thinktankgirl schrieb am 05.07.2011 um 13:05

weinsztein schrieb am 05.07.2011 um 02:14
@thinktankgirl am 04.07.2011 um 21:48

Was das Gurke mit Pepsi?


weinsztein, du mußt auf das Bild klicken, dann erscheint das Rezept.
ed2murrow schrieb am 04.07.2011 um 22:07
Wegen der gekühlten Gurkenscheiben auf den Augen. Garantiert.
weinsztein schrieb am 05.07.2011 um 02:27
Manche legen sich kalte Gurkenscheiben fächerig aufs Haupthaar und hoffen auf ein ähnliches Gelingen wie beim Versuch auf den Augen, dass auch das Hirn sich straffe. Ein Fehlglaube, herr ed2murrow, leider.

Siehe auch:
www.tagesspiegel.de/wissen/seegurken-im-gehirn/1418606.html
ed2murrow schrieb am 05.07.2011 um 13:15
Das Letzte, was mir im Zusammenhang mit Gurken in Flora und Fauna noch fehlte, ist das Herr, lieber weinsztein. Denn e2m ist weder w noch m, sondern v. Wie virtuell und mit Vlügel ;)
thinktankgirl schrieb am 05.07.2011 um 13:25
Das ist meine erste Gurke dieses Jahr. In 2-3 Tagen ist sie schlachtreif:



Und das wird eventuell mal abruzzesische Gurken-Melonen produzieren:

thinktankgirl schrieb am 05.07.2011 um 13:35
Aha, nochmals:

Schlachtreife Gurke



Die zukünftige abruzzesische Gurken-Melone:

http://desmond.imageshack.us/Himg232/scaled.php?server=232&filename=dscf9488t.jpg&res=medium
thinktankgirl schrieb am 05.07.2011 um 13:36
thinktankgirl schrieb am 06.07.2011 um 17:28
So, jetzt isse tot, die schöne Gurke!

Geschält, in Scheiben geschnitten, mit französischer gesalzener Butter auf italiensischen Cracker ....
Schachnerin schrieb am 07.07.2011 um 09:19
Ich habe eine Gurke auf Mist von der dicken Specki gepflanzt, damit sie einen warmen Fuß hat, nicht die Kuh, die Gurke.
Kunibert Hurtig schrieb am 05.07.2011 um 14:35
Ich erkühne mich zu der Aussage:
Sphärisch und political correct gekrümmte Gurken sind der Traum jeder Jungfrau.
Hänge mich, wer will ... denn an elektromagnetischen Wellen kann man nicht sterben ... es sei denn an Mikrowellen der richtigen Wellenlänge oder mega-ultrakurzen hochenergetischen Feuchtgebieten ... aber vielleicht verwechsle ich da etwas.
dame.von.welt schrieb am 05.07.2011 um 15:56
Meinen Sie nicht, lieber Kuni, daß Sie Jungfrauen mit 'sphärisch und political correct gekrümmten Gurken' (wenigstens, wenn man von der EU-Norm ausgeht) ein ganz klein bißchen überstrapazieren, sodaß sie nach Umsetzung Ihrer feuchten Träumerei womöglich keine mehr wären? (Erzähl mal, wie war denn Dein erstes Mal...? Ohhh, schrecklich groß, grün und kalt!)

Ich würde aber meinen, daß auch Jungfrauen mit 10 gesunden Fingern und hinreichend Phantasie dafür ausgestattet sind. Das sei Ihnen übrigens zur Nachahmung anempfohlen, mitunter vielleicht auch vor dem Schreiben gurken-fixierter Kommentare.

Seien Sie auch lieber ein bißchen vorsichtig, den hier derzeit grassierenden männlichen Verlustängsten nicht noch insofern Vorschub zu leisten, als Jungfrauen anhand Ihrer Träumerei herausfinden könnten, daß Gurken (sofern sie es denn groß und kalt mag) billiger, williger und austauschbarer sind.

Wer wollte auch Sie und Ihren kleinen Freund hängen sehen? Schafft der doch ganz alleine...;-)...
Kunibert Hurtig schrieb am 05.07.2011 um 19:57
dame.von.welt schrieb am 05.07.2011 um 15:56

Verzeihen Sie, ich habe die Dimensionen der hochgezüchteten Cucumis sativi nicht in Betracht gezogen ... wirklich unverzeihlich. Und Jungfers zarte Finger können wohl auch lustvolle Verheerungen anrichten ... es ist schon so lange her, als ich der letzten echten Gurke begegnete.

Erzähl mal, wie war denn Dein erstes Mal...? Ohhh, schrecklich groß, grün und kalt!

Tja, ich war zwölf und sie war dreizehn, die Erinnerungen sind verblasst, aber die überhängenden Büsche im Freibad, noch nicht von Gärtners Hand gezähmt, verbargen unser garstig Tun ... was blieb, war ein Ulcus Molle ... recht unangenehm, aber Mutter konnte auch schweigsam sein.
weinsztein schrieb am 06.07.2011 um 20:25
@Herr Hurtig,

Ihr GURKENNEID beutelt Sie schwer, gell?
Kunibert Hurtig schrieb am 07.07.2011 um 07:54
weinsztein schrieb am 06.07.2011 um 20:25

Oh ja, lieber weinsztein,

Leer der Beutel, lahm der Fuß
Schlepp ich mich am Bordszteinrand
Weil man sich bewegen muss
Und manchmal stoppt den Lauf ne Wand.

Schon seit Jahren abgeeutert
Vom Finanzamt abgezockt
Hab ich anfangs noch gemeutert
Und mich später aufgebockt.

Leider hat es nichts bewirkt
Zaubermeister sind heut rar.
Als Renitent hab ich verwirkt
Was der Jugend Traum einst war.

Und so schlepp ich meine Tage,
frag nicht mehr nach her und hin.
Schwachsinn ist die größte Plage
Wahrheit ist der Tugend Sinn.

Um zu enden alle Wonnen,
schütt ich mir ´nen Ouzo ein,
auch ein Pfeifchen ist willkommen
gibt dem leeren Beutel Sein.

… oder so, nicht wahr oder Nicht war?
Ehemaliger Nutzer schrieb am 07.07.2011 um 10:56
@Hurtig:
"Ich hab bei Frauen so schrecklich viel Glück... das ist kein Wunder, denn mein Sternbild ist der Stier... mein Blut aus Lava und das ist der Trick"
Seiens ehrlich, es ist das sommerliche Wetter, das Sie so ulkig-gurkige Blüten träumen lässt.

Warum heißt es Gurkentruppe? - Fragen Sie doch Ihren Kulturleiter, Herr Kabisch, der kokettiert mit seiner kickenden Gurkentruppe.
Kunibert Hurtig schrieb am 07.07.2011 um 12:18
Des Kabisch komisch Gurkentrupp,
die Bein’ rasiert, doch auch behaart,
wird geführt von einem Jupp
der sich im Mittelkreise paart.

Der Ball, den diese Truppe tritt,
treibt über satt begrünten Rasen,
bekommt vom Sommer gar nichts mit,
beginnt das Triebgas abzublasen.

Die Gurke, die zuletzt getreten,
schaut darob ziemlich konsterniert
und beginnt im Stoß zu beten,
denn der Jupp tut’s ungeniert.

Dem Ball, der kugelrund geplatzt,
ist zuvor die Naht gesprungen,
der Gurke, die das hat verpatzt,
scheint jedoch der Tritt gelungen.

Denn der Ball fliegt hoch und höher,
in den sommerlichen Himmel,
steigt auf zu einem Regenbogen,
wähnt dahinter einen … Simmel.

… oder so, nicht wahr oder Nicht war?
Calvani schrieb am 07.07.2011 um 13:04
Bei riesigen Nebenwirkungen treten Sie auf die Packungsbeilage und sagen Sie Ihrem Arzt, er sei Apotheker!
Kunibert Hurtig schrieb am 07.07.2011 um 17:43
Calvani schrieb am 07.07.2011 um 13:04

... oder rollen Sie die Packungsbeilage und träumen davon, der Dealer sei ein Altruist.
weinsztein schrieb am 08.07.2011 um 13:32
Gut gewollt, Herr Hurtig!
thinktankgirl schrieb am 08.07.2011 um 16:36
Extra für Kuniberts Gurkenphantasien:



Nein, die Gurke wächst nicht in Stockach noch am Bodensee.
Kunibert Hurtig schrieb am 08.07.2011 um 16:59
thinktankgirl schrieb am 08.07.2011 um 16:36

Festgewachsen in der Erde,
steht die Gurk' und lehnt sich an
den Zollstock ... wat en Merde
weil nicht allein sie stehen kann.
Sucht den Halt an fremder Latte
weil wässrig unter rauher Haut
läg lieber auf ner weichen Matte
an zarten Fingern sich erbaut.

Besser?
Rene Artois schrieb am 05.07.2011 um 14:43
Der Cocktails sind genug geschlorfen, nun lasst uns endlich was Richtiges essen:

Schweinelenden mit Gurke

Zutaten (4 Personen)
100 g Schweinelende
1 Zwiebel
2 Eier
½ Gurke
½ Paprikaschote
Etwas Weißwein
1 TL Zucker
1 TL Olivenöl
2 TL Sojasauce

Zubereitung
Gurke halbieren, Kerne herauskratzen und den Rest in feine Scheiben schneiden; diese leicht salzen und 5 Minuten ziehen lassen.

Zwiebel in Ringe schneiden und mit dem gewürfelten Fleisch im Öl anbraten.

Die Eier gründlich verquirlen.

Gurkenwürfel abspülen und trocknen; Paprika fein würfeln.

Fleisch und Zwiebeln aus der Pfanne nehmen und darin Gurken und Paprika anbraten.

Fleisch, Zwiebeln und Eier hinzufügen und rasch verrühren.

Mit dem Weißwein, dem Zucker und der Sojasauce abschmecken und mit Reis servieren.
weinsztein schrieb am 05.07.2011 um 17:02
Sollte dazu ein Kilo Reis gekocht werden, würden die vier Esser am Ende doch noch gesättigt, nach 25 g Lende, 1/2 Ei, 1/4 Zwiebel und 1/8 Paprikaschote (gelb, grün oder rot?)
luggi schrieb am 05.07.2011 um 21:37
@ Rene
das Rezept scheint großer Mist zu sein ... für 4 Personen

Richtige Köche lernen ein gerüttelt Maß an Kalkulationssicherheit.

Aber köstlich sind vor allem die unpraktikablen Handlungsanweisungen ... z.B. Eier gründlich verquirlen ... wenn du 3 Minuten drüber nachdenkst, wirst du es verstehen; oder brauchst du 5 Stunden?
thinktankgirl schrieb am 06.07.2011 um 13:18
Mich stört vor allem die Kombination Ei mit Fleisch. Wenn das Ei nicht wäre, könnte ich mir, als in Sünde verfallenene Vegetarierin, das Gericht ganz interessant vorstellen - abgesehen von den Mengen und sonstigen Kritikpunkten.
weinsztein schrieb am 07.07.2011 um 01:34
Ist sowie ein Rezept des Grauens, finde ich.
Merkwürdig, dass die feinen Gurkenscheiben sich in Würfel verwandeln, die noch abgespült und getrocknet werden. Die unverdauliche Schale scheint noch dran zu sein.

Hochgerechnet für 4 Personen, dann mit acht Eiern, kommt an Ende eine bunte chinesische Rührei- oder Omelette-Variation zustande, so n Fu Yong Hay.

Abkupfern kann tückisch sein, dass kenn ich.
Karl Kraus schrieb am 06.07.2011 um 13:37
Da schau' her: weinzstein und luggi im pharisäerischen Keifen vereint. Meine Herrn, dann nimmt man eben die Mengen anghaben pro Person, oder reicht's nicht zum Multiplizieren mit vier?
Wie glücklich viele Menschen wären, wenn sie sich genausowenig um die Angelegenheiten anderer kümmern würden wie um die eigenen.
Georg Christoph Lichtenberg
weinsztein schrieb am 07.07.2011 um 01:20
Ah, der zitierfreudige Herr Kraus wieder.
Also, die "Mengenangaben pro Person" mit 4 zu multiplizieren, krieg ich mit etwas Hilfe noch hin.
Und wie geht's sonst so?
Rene Artois schrieb am 08.07.2011 um 11:46
Danke, am liebsten gut ;-)
Calvani schrieb am 08.07.2011 um 13:43
Kloppt euch doch! Hole schon mal Chips und Bier... Ich bin übrigens für weinsztein!
weinsztein schrieb am 09.07.2011 um 02:32
Ach was, Calvani.

Warum sollte ich gebildete Mitforisten verkloppen, nur wegen einer kurzweiligen Verstimmung? Allein für mich erschuf Herr Artois sein alter ego Krause. Und Herr Hurtig widmet mir Gedichte.

Viel lieber setze ich mich zu Dir in den Sand und bitte um ein Glas so kalten Weißweins, dass mein Glas beschlägt. Wir schaun leise gurrend auf die Ägäis, die ruhig über den Strand schwappt. Du teilst eine Mandarine...
Dieser Duft..., diese Nacht!
claudia schrieb am 09.07.2011 um 01:54
Die Gurke, hmmm

Ich bin in Freidrichshafen aufgewachsen, der Zeppelinstadt. Die Gurken aus dem Garten sahen im Prinzipe aus wie ein Luftschiff, nur die Farbe war anders: Grün mit vielen gelben Sprenkeln.
Diese "Zeppelingurken" habe ich im Kopf.
Sie waren pur eine leichte Zwischenmahlzeit an heissen Sommertagen: Feines Aroma und sehr erfrischend.
Salat auch, öfter mit Tomaten vergesellschaftet.
Und: ein Felchen, mit einem Salbeiblatt im Bauch in Butter gebraten, dazu neue Kartoffeln und Gurkengemüse: Ein Gedicht.

Später habe ich das noch mal probiert, aber ohne die Zeppelingurken war es nur der halbe Genuss.
Die "Zeppelingurken" vermisse ich, die sogenannten "Landgurken" können sie nicht ersetzen...
weinsztein schrieb am 09.07.2011 um 02:42
Google nach Zeppelingurken, @claudia

Übrigens schmecken mir späte Kartoffeln besser als neue. Die späten haben mehr Stärke und Charakter, die neuen brauchen Salz und Butter, um nach Salz und Butter zu schmecken und nach sehr wenig mehr.


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