Andreas Kemper

Blog von Andreas Kemper

17.07.2009 | 15:01

IE6 must die! Globaldemokratie Twitter?

Der Microsoft-Browser von 2001 soll sterben

Momentan ist die Forderung "IE6 must die!" bei den Twitter-Trends sehr weit oben. "IE6 must die" soll heißen: der Browser von Microsoft "Internet-Explorer 6" soll bei Entwicklungen im Internet fortan nicht mehr berücksichtigt werden. Auslöser für dieses sehr hohe Ranking in Twitter-Trends war ein Artikel von Ben Parr, den dieser erst gestern, am 16. 07. 2009 veröffentlichte. Unter dem Titel "IE6 Must Die for the Web to Move On" forderte er, dass IE6 nicht mehr berücksichtigt werden soll, da es die Weiterentwicklung im Netz lähmt. Während Digg, Facebook und Youtube bereits ihre Unterstützung für IE6 zurückfuhren, würde mit der Entwicklung von HTML5, welches mit IE6 nicht kompatibel sein wird, das Ende des alten Microsoft-Browsers eingeleitet. Internet-Anbieter sollten daher keine Rücksicht mehr nehmen auf die 15-25 Prozent Internet-Surfer_innen, die noch immer IE6 benutzen.

Die Bürger_innen drehen den Daumen nach unten

Das Thema an sich ist spannend genug. Mir ist hier jedoch aufgefallen, wie schnell der Artikel aufgegriffen wurde und zigtausendmal in Tweeds bei Twitter verlinkt wurde. Das ganze hat was von einer Gladiatoren-Arena, wo die Zuschauer einhellig den Daumen nach unten drehen: IE6 must die! Mit dem Unterschied, dass kein Gottkaiser oder Tribun die Frage stellt, sondern ein Unbekannter. Ben Parr hat noch nicht mal einen Wikipedia-Eintrag. Er schreibt bei Mashable, was nicht ganz unwichtig ist. Oder haben wir es hier mit einer Oligarchie zu tun, mit einem Netzwerk von Internet-Seiten, die einen großen Einfluss auf das Twitter-Verhalten haben?

Haben Twitter-Votings Folgen?

"IE6 must die!" Das Votum ist eindeutig. Wird nach dem Votum in der Twitter-Arena IE6 der Todesstoß versetzt? Wieviel Macht haben solche Votings? Und haben wir es hier mit neuen emanzipatorischen Möglichkeiten zu tun? Könnte hier auch ein Konsument_innen-Boykott weltweit innerhalb kürzester Zeit organisiert werden? Müssen sich Konzernchefs vor einer Twitter-Parole wie beispielsweise "Shell to hell!" fürchten? Mich würden Eure Meinungen hierzu interessieren.

 

 

 
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