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Soeben wurde ein konservativer Wikipedia-Mitarbeiter des Missbrauchs überführt. Wikipedia ist bekanntlich ein politisches Schlachtfeld geworden. Leider wird in den Kämpfen um die richtige Formulierung nicht nur argumentativ einwandfrei auf wissenschaftliche Quellen zurückgegriffen, sondern zunehmend wird emanzipatorischen Wikipedia-AutorInnen die Mitarbeit vermiest. Ein bekannter konservativer Mitschreiber bekannte jetzt, dass er Mehrfach-Accounts angelegt hatte, mit denen er Abstimmungen manipulierte und mit Troll-"Sockenpuppen" gezielt in Diskussionen eingriff, von denen er inhaltlich keine Ahnung hatte, um "linken" Widersachern das Leben schwer zu machen.
Ja, ich habe Sockenpuppen mißbräuchlich eingesetzt und auch das eine oder andere Getrolle mal unwissentlich, mal wissentlich, unterstützt. Ich habe das Mentorenprogramm mißbraucht und eine Menge Leute verarscht und auch vor den Kopf gestoßen, keine Frage!
Von einem schlechten Gewissen oder einem Schuldgefühl jedoch ist der Benutzer mit dem Account-Namen MARK weit entfernt. In seinem Abschied formulierte er an der Adresse seiner Kritiker, dass auch ohne ihn für sie alles das gleiche in Grün bleibe. Damit dürfte er Recht haben. Denn dieses missbräuchliche Vorgehen scheint typisch zu sein für rechte und konservative Diskussionstrolle.
Volkmar Weiss, Rosa Liebknecht, Boris Fernbacher, Mark waren alles keine Eintagsfliegen, sondern Wikipedia-Autoren, die sehr viele Artikel geprägt haben. Es ist auffällig, dass rechte/konservative Autoren sehr schnell zu Manipulationen in Wikipedia bereit sind. Meine These hierzu ist, dass rechte und konservative Weltbilder stärker durch Machiavellismus geprägt sind als linke und emanzipatorische Weltbilder. In einem dem Gleichheitsansatz verpflichteten Denken wird davon ausgegangen, dass das Wissen allen zugänglich ist und dass alle Menschen Argumentationen gegenüber zugänglich sind - Wissen ist an sich nicht privilegiert, oder besser gesagt: sollte es nicht sein. Im elitären und konservativen Denken hingegen ist das Überzeugen der Unwissenden nur Mittel zum Zweck - man ist von Natur aus im Recht und es bleibt sich gleich, ob ich die "Wahrheit" mit Argumenten oder mit Manipulation durchsetze. In der Welt gibt es in diesem Denken nur Pöbel und der will betrogen werden.
Ich hoffe, dass der "Fall MARK" zum Umdenken bei den Admins führt, die in den politisch brisanten Artikeln nur nervige Politnicks zu erkennen vermögen, die sich in ihren "Kindergartenkleinkriegen" gegenseitig nicht viel tun. Und ich hoffe, dass diejenigen, die an die Kraft der quellenbasierten und fairen argumentativen Auseinandersetzung glauben, an einen Fortschritt durch Diskussionen, sich in Wikipedia nicht unterkriegen lassen, sondern die Hegemonie der fairen Auseinandersetzung herstellen.
Zum Abschluss noch ein Link zum Wikipedia-Blog von Günter Schuler:
wikipedia-inside.unrast.org/2009-06-07-schwachkopf-am-richtigen-ort,45.html#more-45
Übrigens: Jeder und jede kann bei Wikipedia mitschreiben und insbesondere der Bereich mit soziologischen Themenfeldern ist noch ausbaufähig. Wer Lust hat, in bestimmten Bereichen sein Wissen zur Verfügung zu stellen, kann sich anmelden und hier MentorInnen bitten, beim Verfassen und Verbessern von Artikeln zu helfen: de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Mentor
Andreas
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"und dass alle Menschen Argumentationen gegenüber zugänglich sind"
Hier liegt wahrscheinlich das Problem, wann hast Du Dich denn das letzte Mal von den Argumenten eines Rechten überzeugen lassen (der umgekehrte Fall ist natürlich auch selten). |
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Das kommt doch ständig vor in Wikipedia, dass ich mich von Argumenten überzeugen lasse. Wann es das letzte mal gewesen ist, weiß ich nicht. Aber ich habe viel gelernt durch den argumentativen Austausch. Z.B. bin ich davon ausgegangen, dass es nur Sexismus gegenüber Frauen, nicht aber gegen Männer geben könne. Ich habe dann gelernt, dass es tatsächlich auch Sexismus gegenüber Männer gibt - im zwischenmenschlichen, personalen Bereich.
Ich könnte noch x Beispiele nennen. Aber darum geht es ja nicht. Es ist ja auch gut, wenn man sich nicht sofort überzeugen lässt, sondern nach Gegenbeweisen sucht. Aber der Unterschied ist: ich denke: "wenn der das jetzt liest, dann muss er doch einsehen, dass..." und die Manipulationsversuche der Rechten scheinen darauf zu beruhen: "wenn ich den und den Trick anwende, dann wird er aufgeben". |
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"Soeben wurde ein konservativer Wikipedia-Mitarbeiter des Missbrauchs überführt."
Spannend ! Welchen Vergehens hat er sich schuldig gemacht ? "Ja, ich habe Sockenpuppen mißbräuchlich eingesetzt und auch das eine oder andere Getrolle mal unwissentlich, mal wissentlich, unterstützt. Ich habe das Mentorenprogramm mißbraucht und eine Menge Leute verarscht und auch vor den Kopf gestoßen, keine Frage!" Sowas würde bei "Linken" (muß man das neuerdings angeben, als ich noch bei Wikipedia schrieb, war das nocht nicht so) selbstverständlich n i e m a l s vorkommen. Dazu fällt mir ein kleiner Scherz "von damals" ein. Man fasse sich reihum an den Händen und spreche im Chor: "Piep, piep, piep, wir hab'n uns alle lieb, der Sozialismus siegt". |
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@Nelly
Zitat: "Welchen Vergehens hat er sich schuldig gemacht ?" Er hat in so vielen Fällen so massiv die Leute in Wikipedia verarscht, dass er sofort und für immer gesperrt wurde. Zitat: "Sowas würde bei "Linken" [...] selbstverständlich n i e m a l s vorkommen." Genau, darüber handelt mein Beitrag. Warum sind es immer die Konservativen und Rechten, die so massiv manipulieren und sich dem Diskurs entziehen? Hast du dafür eine Erklärung? Meine These: eine egalitäres Weltbild führt zu einer größeren Bereitschaft sich argumentativ und quellenbasiert auseinanderzusetzen; ein elitäres Weltbild führt eher zu einem machiavellistischen Vorgehen. |
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Ehrlich gesagt, mir stellen sich die Nackenhaare angesichts dieses dichotomischen Weltbildes auf.
Wer verteilt eigentlich bei Wikipedia jetzt die Etiketten "konservativ" oder "links" ? Konservativ (rechts) = elitäres Weltbild = machiavellistisches Vorgehen = Manipulation + sich dem Diskurs entziehen; Links = egalitäres Weltbild = sich argumentativ und quellenbasiert auseinandersetzend. Besonders das letztere rührt mich irgendwie richtig in seiner Naivität, sorry. Ich habe einige Zeit unter Linken verbracht und weiß, daß "sich dem Diskurs entziehen" noch das harmloseste ist, was man dort antreffen kann. Man sollte ab und zu auch einen Blick zurück werfen und sich immer mal wieder bewußt machen, welches Ausmaß an Unterdrückung, Ausbeutung bis zur Versklavung, Entrechtung bis zur physischen Vernichtung mit einem egalitären Weltbild durchaus vereinbar war. Aber das ist Stoff für eine globalgalaktische Debatte, die wohl den Rahmen dieses Wikipedia-Blogs hier sprengen würde. |
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Zitat: "Aber das ist Stoff für eine globalgalaktische Debatte, die wohl den Rahmen dieses Wikipedia-Blogs hier sprengen würde."
Genau. Daher lass uns beim Thema bleiben und nicht in eine Totalitarismusdiskussion abgleiten. Vielleicht hilft es weiter, wenn wir nicht von "Links" und "Rechts" sprechen, also von Zuordnungen, die nicht nur ungenau sind, sondern auch noch das Universum an differenzierten politischen Einstellungen auf eine Linie, auf zwei Dimensionen herunterbrechen wollen. Bleiben wir beim Thema. These 1: Die von mir aufgelisteten Wikipedia-Mitarbeiter hatten meiner Meinung nach elitaristische bzw. anti-egalitäre Auffassungen. Sie hatten Kontroversen mit Wikipedia-Mitarbeitern, die egalitäre bzw. anti-elitaristische Auffassungen hatten. These 2: Diese elitaristischen Wikipedia-Mitarbeiter griffen in den Diskussionen zu unlauteren Mitteln, vor allem zum Anlegen mehrerer Accounts. In allen Fällen überschritten sie die wikipedia-internen Regeln, die gewährleisten sollen, dass durch einen fairen Austausch "neutrale Artikel" entstehen, soweit, dass sie für immer gesperrt wurden. These 3: Es gibt hier, in diesen Fällen, einen Zusammenhang zwischen einem anti-egalitärem Weltbild und der niedrigen Hemmschwelle, auf machiavellistische Methoden zurückzugreifen. Das sind meine Thesen. Hierüber können wir gerne diskutieren. |
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"Totalitarismusdiskussion" - alles klar, bin prompt mit einem Schlagwort markiert worden. Genau wie diese hier:
"elitaristische bzw. anti-egalitäre Auffassungen", "egalitäre bzw. anti-elitaristische Auffassungen", "diese elitaristischen Wikipedia-Mitarbeiter" mit "anti-egalitärem Weltbild" und "machiavellistische(n) Methoden" usw.usf. Das ist nicht zum Aushalten, deshalb klinke ich mich an dieser Stelle aus. |
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@Nelly
Versprochen? |
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nein, andreas,damit du es weißt, mit dir zu diskutieren, lehne ich ab. du mit deinem dichotomischen bild von welt und mensch. das ist unerträglich. wenn du wenigstens etwas zur mitte neigen wǘrdest, aber rein links, das geht wirklich nicht. du scheinst ohnehin unbelehrbar und besserwisserisch bis hartneckig zu sein. ich werd doch nicht meine kostbare zeit verschwenden. da vergreif ich mich lieber an leutchen, die etwas unbefangener sind und aufgeschlossener für unerhörte sprüche. grüß gott.
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1. Du hast gerade einen Diskussionsbeitrag geschrieben. Unaufgefordert.
2. Weiter oben habe ich betont, dass die Links-Rechts-Dichotomie nicht sehr tauglich ist. Weshalb hälst du es für sinnvoll, Weltbilder in diese Kategorien aufzuteilen? 3. Es geht also nicht um Links-Mitte-Rechts, sondern um emanzipatorisch-egalitär versus konservativ-elitär. Lieben Gruß |
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lieber andreas, ich wusste gar nicht, dass es persönliche aufforderungen zur teilnahme an der diskussion gibt.
was die schwarzweißmalerei betrifft, gebe ich der vertikalen vor der horizontalen den vorzug, will sagen, nicht die randerscheinungen im politischen spektrum von einem extrem bis zum anderen sind bedeutungsgeladen, sondern die unübersehbaren und allgegenwärtigen höhenunterschiede in status und einkommen und vermögen. grüß dich herzlich. |
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Hallo h.yuren
Mit diesem Bild der vertikalen und der horizontalen Achse hast du eine klassische soziologische Graphik dargestellt. Bei Bourdieu wird jedoch im sozialen Raum das Gesamtkapital von unten nach oben dargestellt, und nach rechts das finanzielle, nach links das kulturelle Kapital. knol.google.com/k/andreas-kemper/kapitalsorten/8bgikaqot3ts/107# Das würde dann zu dem, was du schreibst zwar nicht so ganz passen. Aber es gibt auch die Sinus-Studien und die teilen die Millieus in Deutschland in etwa so auf. Die Reichen sind oben, die Armen unten, rechts finden sich eher linksliberale, links eher konservative Positionen. Michael Vester versucht in seinen Analysen immer einen Mix aus dem Sinus- und dem Bourdieu-Diagramm. Die letzte Sinus-Studie im Auftrag der Antidiskrkiminierungsstelle des Bundes hat übrigens die Klassendiskriminierung in Deutschland hervorgehoben. klassismus.blogspot.com/2009/04/ohrfeige-fur-aktuelle.html Ich finde es nach wie vor nicht sehr hilfreich die Gesellschaft in Oben und Unten, in Links und Rechts abzubilden. Oben und Unten sind mit Gut und Schlecht konnotiert. Von "Unterschicht" zu "Untermensch" ist es nicht weit. Es gibt bereits Formulierungen wie "unterbürgerlich". Soweit ich weiß ist der Marxismus die einzige Sozialphilosophie, die von einem Nebeneinander der Klassen ausgeht (das Proletariat steht nicht unter, sondern auf gleicher Augenhöhe neben dem Klassenfeind, der Bourgeosie). Die Schicht- und Millieumodelle sind hingegen schon deswegen klassistisch, weil sie bestimmte Schichten und Millieus unterordnen. Wo also verläuft die Front? Ich habe gerade hierzu einen Artikel geschrieben. Der ist noch nicht fertig, bedarf noch einiger Ergänzungen aus dem Prinzip Hoffnung: knol.google.com/k/andreas-kemper/front/8bgikaqot3ts/316# Doch zurück zu deiner Anmerkung: natürlich ist die Klassenposition bedeutungsgeladen. Und sie bildet sich auch weitgehend ab in Habitus und in sozialphilosophische Ansichten. Aber ich gestehe reichen Menschen zu, nicht konservativ-elitaristische Positionen zu vertreten. Daher ist für mich indirekt die Klassenposition (und auch die Position in allen anderen Macht- und Herrschaftsverhältnissen und deren intersektionelle Manifestation im Individuum) meines Gegenüber wichtig, in erster Linie aber sein Habitus und sein Gedankengebäude. |
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Da wegen eines Serverausfalls der Link von Günter Schulers Blog nicht funktionierte, poste ich ihn hier nochmal.
wikipedia-inside.unrast.org/2009-06-07-schwachkopf-am-richtigen-ort,45.html#more-45 Der Beitrag bezieht sich auf das Ohnesorg-Zitat. Der Benutzer MARK bekam dafür nur eine Sperre von einem Tag, was allerdings unter den Admins umstritten war. Bis zu dem Zeitpunkt war noch nicht (für alle) offensichtlich, wie MARK in Wikipedia agierte. Viel Spaß beim Lesen. |
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hallo andreas, was bourdieu und andere götter der soziologie an diagrammen verbrochen haben, wollte ich gar nicht thematisieren. mir gings nur darum, auf die welten hinzuweisen, die zwischen einem obdachlosen auf der parkbank und dem bankhochhaus daneben liegen.
aber ich habe früher mal oberstufenschüler/innen mit einer grafik angeödet, zumindest heftig irritiert, bei der die y-achse für gewalt stand und die x-achse für wissen; in den quadranten waren die verschiedensten tätigkeiten oder handlungen verortet, je nach ihrem grad an gewalt und wissen, wobei "wohltätigkeit" oberhalb der x-achse, kriminalität unterhalb, wahn links von der y-achse und wissen rechts davon zu finden waren. "das ethische koordinatensystem". und kein bourdieu, mon dieu, ist auf die gleiche idee gekommen oder doch? |
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Doch, solche Koordinatenkreuze finden sich häufig in der empirischen Sozialforschung. Die Ausreisser sind dann spannend und deuten darauf hin, dass die allzu offensichtlichen Zuschreibungen nicht passen. Z.B. amoklaufende Mittelschichtskinder...
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Nun, da die halbe Intelligentsia der Republik angesichts der neuen Funde den Fall Kurras/Ohnesorg diskutiert, ist es nicht verwunderlich, dass diese Diskussion mit all ihren Auswüchsen auch in Wikipedia ihren Niederschlag findet. Für mich zählt, was im Gefolge der Diskussion schlussendlich beim entsprechenden Artikel rauskommt. Wenn ich das richtig sehe, hat MARK, egal wie lange er nun gesperrt wurde, langfristig ja keinen Erfolg mit seiner Diskussion gehabt. Insofern funktioniert für mich das System Wikipedia, trotz aller zwischenzeitlichen Aufgeregtheiten, nach wie vor. Darauf hätte der Autor sinnvollerweise hinweisen sollen.
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Hallo Mazbln
"Wenn ich das richtig sehe, hat MARK, egal wie lange er nun gesperrt wurde, langfristig ja keinen Erfolg mit seiner Diskussion gehabt. Insofern funktioniert für mich das System Wikipedia, trotz aller zwischenzeitlichen Aufgeregtheiten, nach wie vor." Wäre MARK der einzige, der Wikipedia manipuliert(e), dann hättest du sicher Recht gehabt. Aber Wikipedia ist ein Prozess. Es wird manipuliert und die Manipulationsversuche nehmen zu. Die letzten Worte von MARK: es wird auch ohne ihn alles beim alten bleiben. Zwei Beispiele die letzte Woche für Aufsehen sorgten: * Einem Wikipedia-Autoren fiel auf, dass innerhalb eines Jahres nach und nach der Kritik-Teil in dem Artikel zu MacDonalds verschwunden ist. * Das Schiedsgericht der englischsprachigen Wikipedia entschied, sämtliche Beiträge von Servern der Scientology zu sperren, da die subtilen Manipulationen nicht mehr durch Admins bewältigt werden konnten. Auch hier kannst du sagen: Ja guck, funktioniert doch. Aber du siehst hier halt nur Sachen, wo es funktioniert. Du siehst nicht, wo es nicht funktioniert. Gleichzeitig sinkt die Zahl neuer MitarbeiterInnen dramatisch. Und versetze dich bitte in die Lage der Wikipedia-AutorInnen, die nicht nur unentgeltlich arbeiten und in endlosen Auseinandersetzungen versuchen, die Artikel voranzubringen, sondern die auch immer wieder beleidigt und verarascht werden. Entschädigungen sind hier nicht vorgesehen. |
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schrieb am
11.06.2009 um 20:24
Wikipedia ist als offenes System vor Manipulationen nicht gefeit, das stimmt. Einen Beleg dafür, dass die Manipulationen zunehmen, bleibst du allerdings schuldig. Den kann es aus der Logik heraus auch nicht geben. Nun gibt es aber praktsich kein Medium, wo ich sicher sein kann, dass es keine Manipulation gibt. Wie sowas im kommerziellen Umfeld funktioniert, hat Zapp gestern Abend eindrucksvoll dargestellt: www3.ndr.de/sendungen/zapp/archiv/ethik_journalismus/bahnpr100.html. Neben den Initiatoren der Manipulation (hier: Deutsche Bahn) gibt es offensichtlich immer willfährige Journalisten, die sich für gutes Geld für die Manipulation der Öffentlichkeit hergeben. Da spielen dann auch Forsa und FTD mit. Von einer Korrektur oder gar Entschuldigung für die Machenschaften habe ich von dort in den letzten Tagen nichts gehört. Da lobe ich mir dann doch Wikipedia, wo zumindest aufgedeckte Manipulation korrigiert und auch diskutiert werden.
Ich arbeite seit 5 Jahren bei Wikipedia unter anderem im Bereich westlicher Balkan (Ex-Jugoslawien), ein Feld, das gern von nationalistischer Propaganda oder subtiler Manipulation heimgesucht wird. Insofern weiß ich ziemlich genau, wovon ich rede. Wenn da nur 4 oder 5 regelmäßige Autoren (wie dort) darauf achten, dass die Neutralität gewahrt bleibt, ist die Chance der Manipulatoren recht gering. Hier verspüre ich zudem in den letzten Monaten einen deutlichen Rückgang bei den manipulativen Angriffen. Auf Grund der immer weiter ausgebauten und belegten Artikel in diesem Umfeld fällt es den potenziellen Manipulatoren offensichtlich immer schwerer, aktiv zu werden, weil sie wissen, dass sie da kaum eine Chance haben. Das mag nicht für alle Bereich in Wikipedia gelten, zeigt aber auch, dass das System durchaus funktioniert. All das kommt in deiner Suada gegen Wikipedia nicht vor, was für mich dann auch eine Form der Manipulation ist. Und nur nebenbei: Die wichtigsten Kritikpunkte lese ich sehr wohl im Artikel über McDonald's, einschließlich Link auf die McDonald's-kritische Website McSpotlight. |
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Hallo Mazbln
Ich bin ebenfalls seit einigen Jahren Autor bei Wikipedia und ich habe auch nicht vor, meine Autorenschaft dort zu beenden. Ich verstehe allerdings nicht die Verteufelung jeder Kritik. In den letzten fünf Jahren hat wahrscheinlich die Auseinandersetzung um Jugoslawien zumindest in den Medien nachgelassen, daher kann es durchaus sein, dass die Konflikte in Wikipedia in diesem Bereich ebenfalls nachgelassen haben. Ich spreche nicht nur von meinen Erfahrungen, wenn ich behaupte, dass die Manipulationsversuche zunehmen. Wikipedia ist ein politisches Feld und die Idee, Politik aus Wikiepdia rauszuhalten, um politisch neutral zu sein, ist meiner Meinung nach nicht machbar. Dies zeigt sich an der Scientology-Sperre, die für mich ein Novum und richtig ist. Wikipedia sollte sich antirassistisch positionieren. |
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Hallo Andreas :)
In einem Kommentar schriebst du: Wikipedia sollte sich antirassistisch positionieren. Die Wikipedia sollte in keinster Weise politisch orientiert sein, sondern neutral und sachlich. Leider haben sich die Linken und die Rechten es zu ihrer "Pflicht" gemacht, ihren politische POV in die Lemmas einzubauen. In einem Artikel den ich derzeit verfolge, aber nicht einschreite (mich interessiert die (manchmal doch sehr niveaulose) Diskussionskultur), erlebe ich immer wieder wie sachliche Gegenargumente als Nazigelabere abgetan wird, aber ein sachliches Gegenargument ist hierbei nicht zu erwarten. Im Gegenteil man ist dann schon selber ein Nazi. Und genau solche Situationen führen dazu, dass die (politisch rechts) Artikel in der WP nicht mehr als neutral zu betrachten sind, sondern als Warnhinweise und Pranger für gefährliche Weltanschauungen, Personen und Instuitionen. Die WP hat durch solches leider ihre Sachlichkeit/Neutralität verloren bzw ist sie meiner Ansicht nach auf dem Weg dieses zu tun. |
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Hallo Dada
Es gibt keine Neutralität. Wie soll man neutral zur Shoa stehen? Wikipedia nimmt sich selber nicht ernst. Die Grundlage von Wikipedia ist die Idee, dass alle mitschreiben können, vorausgesetzt, sie betrügen nicht und teilen die Ansicht, dass alle mitschreiben können. Rassisten hingegen teilen diesen egalitären Ansatz nicht. Sie stehen dem Wiki-Prinzip diametral entgegen, aber leider entfernt sich Wikipedia selber immer weiter vom Wiki-Prinzip. Die Enzyklopädisten waren ebenfalls alles andere als neutral. Sie waren im höchsten Grade politisch und der Aufklärung verbunden. Das jetzige Wikipedia ist ein positivistischer Rückschritt hinter dem enzyklopädischen Ansatz. Es wird nicht Wissen in seiner politischen Prozessualität und gesellschaftverändernden Brisanz geliefert, sondern leicht verdaulicher Content der Mitte. |
Ausgabe 11/10
18.03.2010
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