archinaut

nirgends.......... sicher... nie

02.07.2010 | 10:15

Achte Forderung an Utopia

Hör den Chor der Sehnsüchtigen: Was erwarten wir von der Stadt unserer Träume? Geheimnis!

Dem Gesichtsfeld der Öffentlichkeit entzogen gedeihen die diskreten Sensationen, die Mysterien der Stadt. Die mächtige Verführungskraft der Rätsel liegt darin, dass sie zu lösen, aber nicht zu besiegen sind.

Eine Stadt ist in ihrer Totalität nicht vollständig zu erkennen. Wer verstehen will, muss vermuten. Ambivalenz eröffnet das wunderbare Feld der Spekulation. Ein Gerücht entsteht.

Verdeckte Organisationen wirken im Schatten, verteilen erleuchtendes Gedankengut oder verbotene Substanzen. Die Geschichte der sichtbaren Polis ist undenkbar ohne das Myzel der Stadt im Schatten,  die okkulten Netze der Tribaden, der Geheimbünde, der Gangster oder der Sicherheitsdienste.

Verborgen hinter den Fassaden breitet sich ein Labyrinth der Mysterien aus. Wir wissen nicht, was sich hinter den dunkel getönten Scheiben einer schwarzen Limousine oder hinter der Sonnenbrille eines Mitmenschen versteckt. Aber an der Schnittstelle nimmt Dich die Phantasie an die Hand und erzählt Dir eine unerhörte Geschichte aus dem kollektiven Unterbewusstsein der Metropole.

 

Der Topist* pflegt seine privaten Geheimnisse, das nie vollendete Drehbuch, die schlagende Geschäftsidee oder die Vorbereitung der Weltrevolution.

Die Heimlichkeit der Nachbarwohnung bleibt unerlöst.....Was sind das für Geräusche? ....Warum hört man jetzt nichts mehr? Darüber öffnet der Topist* sich schließlich der wichtigsten Frage: Begegnet mir heute noch der Mensch, den ich gerade dringend suche?

 

 

*Topist: wie lange habe ich dieses Wort schon gesucht!

PAOLI:... Wie kann man bestimmte Theorien recyclen? Nicht neue entwerfen. Wir sind keine Utopisten, sondern Topisten. Utopie ist ein nicht existierender Ort, Topos aber ist das, was da ist. Topisten sind Leute, die mit dem, was da ist, basteln und spielen, und nicht den großen Gegenentwurf machen.

Interview Guillaume Paoli im kreuzer online am 15.09.2008

 


Hier endet der 100. Eintrag: Dieser Blog mischt Fiktion und Realität. Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind zufällig und in der historischen Überlieferung nicht verbürgt. Ich bin nur der Navigator, mein Name sei NEMO:

Ich schreibe um unser Leben. Bitte bleib dran.

 

 

Erste Forderung -  Gesellschaft

Zweite Forderung - Freiheit

Dritte Forderung -  Reichtum

Vierte Forderung - Recht

Fünfte Forderung – Wissen

Sechste Forderung – Erinnerung

Siebte Forderung – Überraschung

Achte Forderung - Geheimnis

Neunte Forderung - Spiegelbild

Zehnte Forderung - Dauer

 

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Kommentare
seering schrieb am 02.07.2010 um 10:30
die achte forderung: eine schöne überraschung :) wer verstehen will, muss leben. danke!
archinaut schrieb am 02.07.2010 um 23:06
....ja, psst, nicht weitersagen
(sonst könnte ja jeder kommen!)

Vielen Dank für den netten Kommentar!
poor on ruhr schrieb am 02.07.2010 um 13:46
Lieber archie,

Happy Blogbeitragsgeburtstag!
Wieder die gewohnte Spitzenklasse von Dir zu Deinem 100 ten Blog. :)

In der Meinung über Deinen Blog möchte ich mich gerne seering anschließen! :)

Besser kann man das nach meiner Meinug kaum ausdrücken! ;)

Allles Gute Dir!

Herzliche Grüße

Dein Bloggerfreund

rr
archinaut schrieb am 02.07.2010 um 23:05
Lieber rr,

ohne Deine vielen, vielen Kommentare
hätte ich vielleicht schon längst aufgegeben...
deswegen möchte ich mich sehr, sehr herzlich für Deine anhaltende Neugier und Deinen "Applaus"
bedanken!

Hoffentlich macht es Dir auch weiter Spass,
hier zu lesen.....

Herzliche Grüße an die Rote Ruhr
archie
poor on ruhr schrieb am 03.07.2010 um 10:39
Lieber archie,

vielen Dank. Du bist so furchtbar nett. :)

Herzliche Grüße

rr
archinaut schrieb am 04.07.2010 um 10:10
Pssst....
das ist doch ein Geheimnis :-))
poor on ruhr schrieb am 04.07.2010 um 13:27
@archie

....psst! :)

rr
hibou schrieb am 02.07.2010 um 19:15
Ja, Spitze! Die Stadt ist aber auch ein unerschöpfliches Thema gell?
archinaut schrieb am 02.07.2010 um 23:00
... zwei Forderungen kommen noch :-))
Dann eine Erschöpfungspause........
archinaut schrieb am 02.07.2010 um 23:00
... zwei Forderungen kommen noch :-))
Dann eine Erschöpfungspause........
lausemädchen schrieb am 02.07.2010 um 23:21
sehnsucht
erwartung
traum

forderungen.

danke für 100mal lese-dürfen
lausemädchen
archinaut schrieb am 03.07.2010 um 02:25
Herzlichen Dank für Deine erfrischend eigenwilligen Kommentare (...und für die Blumen natürlich :-)))
Ehemaliger Nutzer schrieb am 02.07.2010 um 23:47
Für mich bist DU immer für eine Überraschung gut, Archinaut ;-))

Danke für Deine überraschenden, spannenden, einfühlsamen, klugen, nachdenklichen Texte.
archinaut schrieb am 03.07.2010 um 02:20
Liebe Leif Miles,

bei soviel Lob bin ich sprachlos...
(Danke für die roten Ohren :-)))
luggi schrieb am 03.07.2010 um 10:49
Ja gut archie, deine Forderungen an Utopia sind vordergründig an die Totalität der Stadt gerichtet. Aber was ist mit'z Dorf? Meine erste Forderung: Nicht mehr odeln (Gülleverbringung)!!!!!!!!!
archinaut schrieb am 04.07.2010 um 10:05
Lieber luggi,
die zehn Forderungen beschreiben, was Menschen in eine Stadt-Community zieht oder was sie in einer Stadt-Community hält.
Wer auf's Dorf zieht, hat bestimmt seine Gründe, wer dort aufwächst, stellt sich irgendwann die Frage, ob er/sie bleibt, dort also die richtige Gemeinschaft, die gewünschte Freiheit, das notwendige Einkommen, Gerechtigkeit, Bildung etc. finden kann.
Aber technische Erfindungen ermöglichen das Leben auch in lebensfeindlicher Umgebung: gegen Lärm helfen Ohrstöpsel, gegen Geruchsbelästigungen vielleicht Nasenstöpsel?
luggi schrieb am 04.07.2010 um 10:20
Berlin ist ein Dorf; aber schon lange.
archinaut schrieb am 04.07.2010 um 10:38
Nasenstöpsel braucht man auch in Berlin, besonders in der Nähe vom Reichstag (Gülle und so...:-))
hibou schrieb am 04.07.2010 um 10:47
Stadt und Dorf verschmelzen heutzutage. Wers net glaubt, komme nach İstanbul
luggi schrieb am 04.07.2010 um 10:52
Nö, hibou, schon viel länger als heutzutage.
Ackerbürger
archinaut schrieb am 04.07.2010 um 10:52
In der Stadt
leben die Dörfer weiter :-))

Aber Istanbul ist schon auf der Reiseliste....
archinaut schrieb am 04.07.2010 um 18:26
Lieber luggi,
das ist ein aufschlussreicher Link,
weil genau in die Kinderstube der Stadt gesetzt,
als noch nicht klar war,
ob Handel oder Handwerk das Überleben sichern.....

vielleicht auch ein Ausblick in eine Zukunft,
in der nur der eigene Acker die Existenz ermöglicht ??

"Wenn wir nicht die Gärten gehabt hätten,
wäre der Speiseplan sehr eintönig gewesen..."
erzählte mir jemand aus Thale am Harz.
koslowski schrieb am 04.07.2010 um 12:04
Herzlichen Glückwunsch zum 100. Auf dass die Topisten erfolgreich "mit dem, was da ist, basteln und spielen".
archinaut schrieb am 04.07.2010 um 18:27
Vielen Dank für Deinen herzlichen Glückwunsch,
freue mich von Dir zu hören !-))
h.yuren schrieb am 05.07.2010 um 21:49
meinen herzlichen glückwunsch auch, lieber archie.
meine forderung an die stadt sind bäume, die so hoch wachsen wie die gebäude.
vielleicht suchen ja die sprüher unbewusst ähnliches und ersetzen durch graffiti die winterliche grafik der äste und zweige wie auch die sommerlichen und herbstlichen laubfarben.
vgl. wer könnte leben ohne den trost der bäume? von wem ist der vers doch noch? auf jeden fall von einem topisten.
archinaut schrieb am 05.07.2010 um 23:58
Lieber h. yuren,

freue mich sehr über Deinen Besuch,
Deine Forderung verstehe ich gut.
Bäume lebten schon vor den Menschen hier,
und man möchte sich gerne wünschen,
dass auch einer
auf dem letzten Menschengrab steht...

Aber heute nacht steht draußen noch der Sommer,
und die Linden schwitzen........
Deaktivierter Nutzer schrieb am 05.07.2010 um 22:22
Und nun, lieber Archie, hab schön 8,
der hundertste Eintrag ist vollbracht.

Ein Zweizeiler in Dank und Güte
für Dich und Deine Utopiatüte
archinaut schrieb am 05.07.2010 um 23:49
Vielen Dank für das schöne Geschenk:
U T O P I A T Ü T E
(das kriegt einen Ehrenplatz :-)))
archinaut
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