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Zwei Mädchen flüstern auf einem Friedhof im Frühjahr 2010: Der Großvater ist gestorben, die Urne wird beigesetzt.
Die Ältere: Wenn unser Papa stirbt, werde ich nicht zulassen, dass er verbrannt wird...... und schon gar nicht, dass seine Asche über dem Meer verstreut wird! Ich werde ihn neben Mama legen, auf den Friedhof in ihrem Dorf in Schwaben, wo die andere Oma beerdigt ist, auch wenn Mama und Papa sich nicht mehr verstehen
Die Jüngere: Ich würde aus der Asche vielleicht einen kleinen Diamanten pressen lassen, den kann ich immer bei mir haben....
Hier endet der 74. Eintrag: Dieser Blog mischt Fiktion mit Realität. Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind zufällig und in der historischen Überlieferung nicht verbürgt. Ich bin nur der Navigator, mein Name sei NEMO:
Ich schreibe um unser Leben. Bitte bleib dran.
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ein kleines mädchen
doch das große auf einem friedhof vor ihr menschen schwarz hinter ihr menschen zwei schwarze und die zwei bunten jacken die eltern und die schwestern an deren händen allein sie beginnt sich zu schütteln die tränen rollen und rollen versucht das schluchzen zu bändigen beherrschen unterdrücken weint und schluchzt schluchztweint... kann nicht aufhören nie wieder geht am loch im boden vorbei wirft erde und rose mit zitternden händen steht am rand, menschen herum gehen vorbei werden weniger allein trotz umarmung rollen die tränen wird die stimme langsam heiser trottet hinter den wenigen letzten aus dem friedhofstor schluchzt noch immer hört hinter sich betäubt "so langsam ... kind ... sich beruhigen. ...albern... ...hat ihn nie sonderlich gemocht." weint auch jetzt wieder lässt es sich nicht mehr verbieten. |
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Liebe cassandra,
das Weinen und das Sterben wird ja nicht in der Schule gelernt..... Dein Text ist sehr berührend, Herzlichsten Dank dafür! |
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Lieber archinaut,
ich lese Deine Trauer. Viele hier sind wohl nah bei Dir. Eine schöne Vorstellung, gepresster Diamant zu sein. weinsztein |
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Dito.
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Und nun führt mich die fehlende frontale Hemmung noch auf dünnes Eis:
Als Diamant tut man seinen Kindern und Enkeln noch einen Gefallen, weil man Kohlenstoff bindet, der nicht zu CO2 werden kann. |
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nicht doch! (dünnes Eis): Tote binden ja auch Gefühle
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"diamonds are a girl's best friend"
hat die Monroe gesungen..... ob sie die gebrochenen Herzen gemeint hat? |
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schrieb am
12.03.2010 um 10:24
... und Shirley Bassey war der Meinung: »Diamonds are forever«
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schrieb am
12.03.2010 um 10:26
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Auf der Beerdigung meines Opas musste ich mich bemühen nicht zu lachen. Mit 14 konnte ich mit all den weinenden Menschen nicht gut umgehen, sogar der Pastor weinte, als er seine Ansprache hielt. Ich hatte ein furchtbar schlechtes Gewissen und meinen kleinen Bruder an der Hand. Meinen Opa vermisse ich manchmal immer noch.
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Dein Opa war bestimmt ein guter Mensch,
sonst würdest Du ihn nicht vermissen.... vielleicht hätte ihn ein Lachen sogar mehr gefreut als Weinen und Wehklagen.... |
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Vor ein paar Jahren hab ich einem alten Kollegen die letzte Ehre erweisen wollen. Bin in rechter Friedhofsstimmung zur Beisetzungsfeier in die Halle gegangen. Es waren sehr viele Menschen da. Er war als Professor sehr beliebt, als Alt-Rektor wichtig und verdienstvoll. Also Reden, ernste Musikstücke usw. Dann hieß es, auf Wunsch des Verstorbenen erklingt jetzt xxx, hab es nicht genau verstanden. Es hub eine plump fröhliche 60erJahre-Filmmusik an, aus einem Miss-Marple-Film oder sowas. Die dauerte so 10 Minuten, also eine Ewigkeit. Ich konnte nach 3 Minuten fast nicht mehr. Die Trauergäste um mich herum, besonders die Honoratioren, behielten tapfer ihre Gedenkmienen auf. Ich habs auch gerade so geschafft, die Konventionen. Der Mann hatte den Schalk im Nacken, schon immer. Danach bin ich frohen Mutes nach Hause gegangen.
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Danke, lieber goedzak,
eine liebenswerte Erinnerung, der letzte Gruß an die Mitwelt hat die Erinnerung an den Verstorbenen offensichtlich besonders lebhaft bewahrt.... gelegentlich frage ich mich schon, welche Konventionen und welche Ängste unsere Trauerrituale geprägt haben... |
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Lieber archie,
danke für den Blog. Der Tod ist ein Teil des Lebens und gehört in die Blogs. Du hast vor kurzem auch über Deinen Verlust geschrieben. Irgendwie möchte ich Dir helfen, was einen Regung in mir ist, und Dir gleichzeitig nicht zu dicht auf die Pelle rücken und Dich in Ruhe lassen. Das können Trauernde nämlich auch oft gut gebrauchen. Für mich wäre persönlich die Begräbnisform nicht so wichtig. Wenn Schluß ist Schluß und das hängt nicht von der Geschwindigkeit der Zersetzung des Körpers ab. Mit dem Diamanten könnte ich mich nicht anfreunden, möchte aber auch nicht über die richten, denen das helfen könnte. All zu viele Tote abe ich noch nicht gesehen. Von einer Verwandten habe ich mich aber im Aufbahrungsraum verabschiedet. Das war auch gut so. Der Körper ohne Leben hatte in dieser Situation noch viel Würde ausgestrahlt und irgendwie noch etwas zurückgegeben, was mich berührt hat. Als junger Mensch hatte ich Anblick vor Toten. Als Jugendlicher bin ich mal ungewollt in einen Aufbahrungsraum auf der Insel Korsika gelangt. Danach war ich ich auf Gott und die Welt ärgerlich. Herzliche Grüße rr |
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dank dir für diesendeinen
längeren kommentar. grüsse lausemädchen |
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Lieber rr,
Streifzug schrieb in einem anderen Blog: "Es gibt keine endgültige Trennung. Etwas bleibt erhalten, Teil eines größeren Ganzen." Das ist kurz und zutreffend, im Abschied von einem wichtigen Menschen liegt auch ein Gewinn, nicht zuletzt die Aufforderung, die eigene Zeit zu nutzen, die einem bleibt.... Vielen Dank für Dein Mitgefühl und für Deine Besorgnis, auch für Deine Erinnerungen an eigene Erfahrungen. Dein Ärger auf die Welt hat sich bhoffentlich inzwischen etwas gelegt...? Herzlich archie |
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Lieber archie,
danke für Deine tolle Antwort, die mich berührt hat. Der Ärger auf die Welt hat sich natürlich gelegt. Der Tod ist ein Teil des Lebens und ich habe ihn im Auge, aber versuche mich nicht von ihm beherrschen zulassen. Sympathisch finde ich Kulturen, die dem Tod auch mal eine kleine Grimasse schneiden und über ihn lachen können, die ihn aber trotzdem in vollem Umfang akzeptieren und ernst nehmen. Im Fernsehen habe ich mal so was von einern Nacht der Toten in Mexiko gesehen. Die verbringen einen Nacht auf dem Friedhof und feiern sogar ein bißchen. Da wird sogar Kuchen mitgebracht. Von so einer Einstellung haben wir in Deutschland zu wenig. Herzliche Grüße rr |
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Lieber rr,
das muß wirklich eine fröhliche Sause sein, habe nur davon gehört, würde es gerne mal erleben...vielleicht gibt es ja irgendwann auch mexikanische Friedhöfe in Deutschland.... Arriba! ruft archie |
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Lieber Archie,
Vielen Dank für die Antwort. Ich auch. Herzliche Grüße rr |
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Archi, ich hab erst mal ein paar Tage lang gekniffen, was nicht heißt, dass ich nicht diesen und einige der Vorgänger-blogs nicht sehr mitgefühlt habe, aus diversen Erinnerungen heraus.
Abschiednehmen ist nicht einfach... Ein schönes Zitat, allerdings kenne ich die Quelle nicht: "Niemand ist wirklich tot, der nicht vergessen ist." Die Mädchen hier erinnern mich an meine Kinder, als ihr Großvater starb. Den hatten sie sehr geliebt, und das letzte, was sie für ihn tun wollten, war, sich so gut zu benehmen, dass er auf sie stolz gewesen wäre. Das haben sie auch bestens geschafft, und ich glaube, sie haben sich damit einfach einen Halt gegeben, so traurig sie auch waren, denn sie hatten ihn sehr geliebt. Es war auch ihr eigener Wunsch, mit auf die Beerdigung zu kommen. Zu einer anderen ging ich - viel später - ohne sie. Die war anders, aber auch endgültiger - dieser Mensch hatte noch im Sterben meine Hand gehalten. Ich wünsche dir viele gute Erinnerungen und den Mädchen auch. |
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Sehr berührt hat mich, liebe Alien 59,
dass dieser Blog Dich sogar in Amman erreichte, Deine Erinnerungen und Deine guten Wünsche habe ich gerne gelesen..... Wie wahr: "Niemand ist wirklich tot, der nicht vergessen ist,"- wenn jemand uns stark beeinflusst hat, ist es dann nicht so, dass dieser Mensch eine geheime Stimme in uns hinterlässt...? |
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Erinnerungen und Gefühle reisen mit, vergrößern nicht das Übergepäck im Flug, noch wären sie zu verzollen. Einlagern, für spätere Bearbeitung, kann man sie prinzipiell auch nicht. Sie sind da, und Texte wie deine öffnen dann die Seiten des inneren Fotoalbums - jüngere Menschen würden vielleicht sagen, lassen die Video-Clips ablaufen ....
Manche Bilder sind leicht vergilbt, vielleicht auch ein wenig unscharf nach langer Zeit, andere behalten ihre Farben und ihre Klarheit - als wären sie heute morgen auf dem nächsten Hügel inmitten der weißen Häuser entstanden. |
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... auch wenn man heute zu den weißen Häusern auf dem nächsten Hügel schaut, geben die Bilder den Chor, der uns ermöglicht zu erkennen, denke ich...
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Ausgabe 07/12
16.02.2012
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