archinaut

nirgends.......... sicher... nie

27.05.2011 | 23:55

Dürfen Islamisten die Schlosskuppel sponsern?

Erstaunliche Volten schlägt das bürgerliche Gewissen im Berliner Tagesspiegel zwischen dem 25.05.2011 und dem 26.05.2011:

Schlossplaner stöhnen über Auflagen titelt das Bürgerblatt zunächst hämisch, ein Artikel von Ralf Schönball führt drastisch das zu erwartende Umfeld der Berliner Schlossrekonstruktion vor Augen: Mehrere hundert Edelstahlbügel für Fahrräder, ein Wald von Hinweisschildern, eine kahle Schneise rund um den Neubau und als Sahnehäubchen die urinöse Fassadenanmutung. Am Schloss wird der Baustoff sandsteingelb erscheinen. Sichtbeton ist ein preiswerter Baustoff, dessen leicht poröse Oberfläche anfällig für Umwelteinflüsse wie vom Dach ablaufendes Wasser oder Schmutzpartikel ist.

Sichtbeton? Richtig gelesen, leider anfällig für Umwelteinflüsse...... vielleicht nehmt’s lieber a bisserl Waschbeton? Aber nein, die Kommunikationsgewaltigen der Stiftung haben eine neue Bezeichnung kreiert: Architekturbeton! Da mag man doch gerne Souverän sein, kein Revolutionär wird es wagen, ein Schloss aus Architekturbeton zu sprengen!

Im Gespräch, aber nicht im Budget ist auch ein Dachrestaurant mit Platz für 200 Besucher. Die Kosten in Höhe von 3,3 Millionen Euro können durch den Betrieb eingespielt werden. Jeder Gastronom wird diese Zahl Hände reibend bestätigen, solange die Bank den Zaster vorschießt. Zur Erhöhung der Wirtschaftlichkeit sollte man auch Windkraftanlagen und Photovoltaik-Schirme auf dem Dach in’s Gespräch bringen, schmückten sich auch die vordemokratisch feudalen Landnehmer stets mit dem dernier cri zeitgenössischer Hochtechnologie.

Fünfzig Leserkommentare am ersten Tag finden wenig gute Haare in der alten Suppe... vielleicht schiebt man deswegen einen zweiten Artikel nach?

Christina Tilmann wird jetzt neben Ralf Schönball als Autorin genannt, unter dem rätselhaften Titel Ornament der Masse werden Einblicke in die brillante Gedankenwelt des bundesbestallten Stiftungspersonals gewährt.

In den Berliner Schulen will Stiftungschef Rettig das Schloss vorstellen: Weil dort die Nutzer sind, die bei Fertigstellung volljährig sein werden! Wie rührend: Dann können sich die Lehrer daran erinnern, wie zu ihrer Zeit für den Palast der Republik gesammelt wurde! Ja, so freut man sich auf die Identität und das Gedächtnis der Stadt (O-Ton Architekt Stella)! Über fünfhundert Jahre Widerstand seit dem Berliner Unwillen, jetzt wird Bürgertum und Stadtgeschichte endlich interkulturell und überdisziplinär als Unterrichtsstoff erschlossen!

Der Planungsstand wird im voll besetzten Audimax der Humboldt-Universität präsentiert, der Artikel würdigt auch die Stimmungslage des Publikums: Viele von ihnen, auch das wurde an diesem Mittwoch Abend deutlich, würden sich noch mehr Rekonstruktionen, auch im Inneren des Gebäudes wünschen. Und weiter noch: Buhrufe, Pfiffe und „Aufhören“-Rufe ertönten erst beim Einwurf der Berliner Grünen-Abgeordneten und Stadtplanungsexpertin Franziska Eichstädt-Bohlig, ob die Fassade nicht etwas mehr „zeitgenössisches Spiel“ vertragen würde und nicht auch Anklänge an den abgerissenen Palast der Republik erforderlich seien. Diese Berliner wollen ihr Schloss zurück.

Ja, das Schloss war mal Eigentum der Berliner.... Diesen in der Debatte weitestgehend ausgeblendeten Teil der Geschichte des Schlossplatzes berücksichtigen jetzt Pläne, die einst für das Foyer des Palastes geschaffene „Gläserne Blume“ an einem „zentralen Ort“ des Forums wieder aufzustellen. Zudem soll an der Stelle, an der das große Palastrestaurant seinen Platz hatte, im Neubau ein Restaurant entstehen. So dass „Paare, die seinerzeit im Palast der Republik ihre Hochzeit gefeiert haben, nun dort ihre Goldene Hochzeit feiern könnten“, wie Rettig für eine neues „Haus des Volkes“ wirbt, ist in der Märkischen Oderzeitung zu lesen, was der Tagesspiegel seinen Lesern schamhaft verschweigt.

„Ein anonymer Spender hat Portal 5 komplett übernommen.“ wird Rettig zitiert, „die erste Million ist schon überwiesen!“ Er verrät nicht ob die Spendenbescheinigung schon an den Spender übergeben wurde. Unterliegt die Stiftung dem bundesdeutschen Geldwäschegesetz? Ab einem Betrag von 15.000,-Euro ist jeder Einzahler zu identifizieren..... man möchte doch wissen, woher das Geld kommt! Erbschaft, Lottogewinn, legale Geschäfte, steuerflüchtige Griechen, Gazprom oder Narco-Business? Ist Hasso Plattner wieder dabei? Will Carsten Maschmeyer einziehen? Messingplatte für den Spender inklusive...

Für die Finanzierung der Rekonstruktion ist ein weitläufiger Spendensumpf zu erwarten, wo gewiss auch die eine oder andere toxische Fracht eingebracht werden darf: Die Sammlung des rührigen Fördervereins hat in achtzehn Jahren nach eigenen Angaben bis Ende des Jahrs 2010 knapp 15 Millionen Euro erreicht, das entspricht zweikommasieben Prozent (2,7 %) der geschätzten Baukosten, die seit Jahren unverändert mit 552 Millionen Euro geheuchelt werden. 440 Millionen werden vom Bund „herbeigesteuert“, 32 Millionen aus der Berliner Landeskasse gepresst und 80 Millionen will der Förderverein beschaffen. Hat er für das Einsammeln von 15 Millionen bisher 18 Jahre benötigt, sind wohl in 100 Jahren die restlichen Milliönchen aufgetrieben oder aufgerieben.... Zur maximalen Transparenz und Effektivität der privaten Schloss-Initiativen hat die Bundesregierung im Jahr 2009 die gemeinnützige "Stiftung Berliner Schloss - Humboldtforum" errichtet (Selbstdarstellung auf der Website), deren Vorstandssprecher Manfred Rettig ist.

Bei der Kuppel rechnet Rettig gar mit einem Wettbewerb unter den Namen, die „sich als Großspender damit in Verbindung bringen können,“ schreiben Tilmann/Schönball im Tagesspiegel. Denkt der Sprecher der Stiftung an die allzeit potenten Energieversorger? Vielleicht gar an ein absolut sicheres Demonstrationsatomblockheizkraftwerk unter der klassischen Wölbung? Damit nicht nur die Äuglein strahlen angesichts der neuen Wunderwerke, die der Deutsche Michel in seiner Hauptstadt des jungen Jahrtausends rühmen soll?

Franziska Eichstädt-Bohlig fragt an, ob Architekt Stella den islamischen Sammlungen der Museen Preußischer Kulturbesitz genug Raum geben wird, möglicherweise ist die feudal maskierte Rumpelkammer viel zu klein!

Aber Vorsicht: jeder Spenden-Euro eines deutschen Steuerzahlers geht dem hungernden Fiskus des Bundes und der Länder verloren, das ist ja der süße Lohn beim Spenden für einen gemeinnützigen Zweck!

Neue Finanzquellen sind zu erschließen damit die die Spendensammler nicht vor der Fertigstellung in’s Gras beißen! Schauen wir in die Vergangenheit: Haben unsere Altvorderen nach einem Krieg nicht zuerst die Kanonen des besiegten Feindes zum Siegesmal gegossen?

Osama bin Laden ist endlich erlegt, der böse Gottseibeiuns des Islamismus, der die wildwestliche Welt in einen Krieg gegen den Terror gezwungen hat, in die Aufrüstung der Flughäfen und Sicherheitskräfte in allen Staaten der nordatlantischen Bündnisse, in neue Waffen und Aufklärungssysteme, zur Einrichtung von CIA-Geheimgefängnissen.... wer weiß, ob nicht auch die Bankenkrise auf seine Konto geht (kann man das so schreiben, widersinnig irgendwie, na egal, weiter im Text..)..... ist es nicht an der Zeit, dass seine Gefolgsleute, seine Glaubensgenossen, seine Erben und seine Unterstützer jetzt Reparationen an den Westen zahlen?

Aber nicht mit Gewalt, nein: Gebt ihnen die Schlosskuppel! Verlangt ihre fähigsten Baumeister, deren Lehrer schon die Süleymaniye-Moschee, die Hagia Sophia oder das Taj Mahal in die Himmel schickten, und natürlich muss die Kuppel von Hand mit Blattgold belegt werden!

Erst durch eine Schlosskuppel wird der grässliche Kasten (O-Ton meiner Mutter, sie kannte noch das Original) zum Schloss geadelt. Die Kuppel ist nicht nur unverzichtbar, sie ist der geheime Motor für die gesamte Anstrengung der Rekonstruktion, das Ziel der letzten Sehnsucht.... sie steht für Harmonie, Frieden, ewig stillende Milchbrust, und wenn der Muezzin aus der Laterne zum Gebet ruft (natürlich nur für die Touristen ;-)): dann kann ein friedliches neues Jahrtausend in Berlin beginnen!

 

 

Hier endet der 169. Eintrag: Dieser Blog mischt Fiktion und Realität. Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind zufällig und in der historischen Überlieferung nicht verbürgt. Ich bin nur der Navigator, mein Name sei NEMO:

Ich schreibe um unser Leben. Bitte bleib dran.

 

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Kommentare
miauxx schrieb am 28.05.2011 um 00:34
Die Preußen können Dekadenz eben nicht richtig.
Na gut - damals hat der Kaiser eben z.B. noch verfügt, es brauche eine neue Königlich-Preußische Bibliothek (heute Staatsbibliothek) und dann wurde die auch ohne Wenn und Aber und ohne genug Geld gebaut.
Aber im Ernst: es ist nur zum Heulen. Da kommen ein paar erzreaktionäre Hampel mit der Idee, erneut Geschichte in Berlin zu zerstören, um das Kaiserreich, als offenbar besseren Teil der Geschichte, wieder zu seinem Recht kommen zu lassen - und heraus kommt ein halbgarer Entwurf, wo keiner weiß, was der in Berlin nun soll, wie er aussehen soll, wozu er genutzt werden könnte, was er überhaupt mal kosten wird usw.
Berlin hat auch keine anderen Sorgen als "Spaßideen", für die Wowereit immer zu haben ist, die dann doch der Bund wieder finanzieren muss, weil Berlin eben eine bestimmtes Appeal und endlich eine Hotelbetten-Auslastung wie Paris oder New York braucht.
Am besten schafft sich Berlin dann eben auch eine Isle de la Cité mit einem Graben oder Mauer um die Mitte, so dass der Besucher möglichst auch hier nicht merkt, in was für einer Stadt er wirklich ist.
archinaut schrieb am 28.05.2011 um 00:46
Oh hallo miauxx,
mit einer "Mauer um die Mitte"??
Irre, das ist ja total retro!

Danke für den Kommentar
sagt archie
miauxx schrieb am 28.05.2011 um 00:54
Nachgereichter Dank auch an Dich für den Artikel. Auch wenn das Thema für mich ein Aufreger ist, muss man es auch mal mit 'nem ironischen Auge sehen können.

mit einer "Mauer um die Mitte"??
Irre, das ist ja total retro!


Mauer -> retro. Stimmt! Jetzt, wo Du's sagst!
Damals, mit der großen Mauer, war Berlin ja auch noch wirklich spannend!
.
.
.
Ok - der war jetzt 'n bissel sarkastisch.
archinaut schrieb am 28.05.2011 um 01:08
.... vielleicht findet sich ja ein Sponsor!
Dabei denke ich zum Beispiel -
an eine amerikanische Schnellrestaurantkette ;-))
goedzak schrieb am 28.05.2011 um 13:47
"das Kaiserreich, als offenbar besseren Teil der Geschichte" - na, aber hallo! Was heißt hier "offenbar"? Kann es daran überhaupt irgend einen Zweifel geben? Alles ständisch wohlgeordnet, jeder an seinem Platz, Ansehen in der Welt, Wertarbeit, volksgemeinschaftliche Mitwirkung von allen, die dafür moralisch qualifiziert sind, Beachtung der Unterschiede von Mann und Frau, und in Moment des Höhepunkts waren sogar die Sozen mit dem Nationalherzen dabei. - Leider kam dann der feige Dolchstoß...
archinaut schrieb am 28.05.2011 um 16:11
... Dolchstoß?
Meinst Du die Sprengung?

Leider habe ich noch kein Originalvideo gefunden:

archinaut schrieb am 28.05.2011 um 16:14
..... aber da Du gewiss die
"Dolchstoßlegende" meinst:

goedzak schrieb am 28.05.2011 um 16:17
Dolchstoßlegende: Kommunisten, Juden und sonstige 'Novemberverbrecher' sind 1918 den tapfer kämpfenden deutschen Soldaten zu Hause in den Rücken gefallen:

de.wikipedia.org/wiki/Dolchstoßlegende
goedzak schrieb am 28.05.2011 um 16:18
Ja, die, bist mir zuvorgekommen.
archinaut schrieb am 28.05.2011 um 16:38
... manchmal
bin ich schneller als der Freitag-Server!
Magda schrieb am 28.05.2011 um 11:41
Yepp, das ist so herrlich, eine so klasse Zusammenfassung und Beschreibung des ganzen Schloss-Gespenst-Theaters, dass ich nur gratulieren kann.

Danke, danke

Man kann nur bitter kichern oder so.
Aber, das mit der Glasblume ist jut.
Das ist so ein Trostpreis und das Ding mit dem Hochzeitsessen an gleicher Stelle auch.

Und nu alles an die Kuppel. Und dann wollen wir endlich, endlich endlich auch einen König.
Baphomed schrieb am 28.05.2011 um 11:56
ne Magda, ich will lieber ne Königin sollte doch wenigstens etwas Hübsches zum angucken dabei rauskommen.
archinaut schrieb am 28.05.2011 um 15:55
Ja, liebe Magda,
leider weiss ich nicht, warum der Tagesspiegel die Glasblume nicht erwähnt...... vielleicht aus der Befürchtung, dass der Spendenfluss versiegt?

Vielleicht schaffen sie es, zwei Programme unterzubringen,
es gibt ja den Osthof und den Westhof :-))

Vielen Dank für die Gratulation..... bei solchen Steilvorlagen fällt das Lästern leicht....
miauxx schrieb am 28.05.2011 um 18:41
@Magda

Die Glasblume im Schloß "is jut"? Die Ossis tragen immerhin einen "Trostpreis" davon? Damit 'se ruhich sin, wa?
Na, ick weeß nich ...

Na, nochmal zu Erinnerung (Und es soll sie noch geben? Noch nicht verkauft nach Hollywood oder als Retrochic im Vestibül eines Wirtschaftskonzerns):
Magda schrieb am 28.05.2011 um 20:46
"Die Glasblume im Schloß "is jut"? Die Ossis tragen immerhin einen "Trostpreis" davon? Damit 'se ruhich sin, wa?
Na, ick weeß nich ..."

Haste auch wieder Recht. Man ist zu bescheiden, so als Ossi. :-)) Ja und zu stille.
goedzak schrieb am 28.05.2011 um 14:46
"Dürfen Islamisten die Schlosskuppel sponsern?" - Jein! 'Sponsern' heißt, ich gebe Geld und werde dafür lobend erwähnt, nicht? Ersteres ist völlig okay, schließlich riecht man dem Geld bekanntermaßen nicht an, wo es herkommt; letzteres aber ergäbe schlechte Presse.
Baphomed schrieb am 28.05.2011 um 14:55
oh godezak stimmt ja, dann darf ich als Linker ja auch nicht spenden. Ich sehe schon die Schlagzeilen vor mir:

Linke Finazieren Feudalbau aus der Kaiserzeit, Jetzt zeigen Sie Ihr wahres Monarchistisches gesicht.

bestimmt finden sich auch wieder ein paar Studenten für einen Aufsatz:

Die Wahrheit über die Linke, sie Fordern rückkehr zur leibeigenschaft um Ihrer Wählerschaft zu vergrößern.
goedzak schrieb am 28.05.2011 um 15:37
:))
archinaut schrieb am 28.05.2011 um 16:04
Ja, lieber goedzak, ein Sponsor will,
dass die gute Tat ruchbar wird....
was aber ist von Spendern zu halten,
die anonym bleiben wollen?

Sparstrumpf?
Steuerfahndung?

Ein Schelm, wer dabei Böses denkt....
archinaut schrieb am 28.05.2011 um 16:08
Jede/r darf spenden, lieber Baphomed,
schließlich geht es auch um Arbeitsplätze beim
- Steineklopfen
- Staubwischen
- Sicherheitsdienst
- Recycling nach Ende der Nutzungsdauer
(moderne Gebäude max. 20 Jahre)
Ehemaliger Nutzer schrieb am 28.05.2011 um 16:08
Nicht schlecht, alles durchdacht: ein Wald von Hinweisschildern braucht nicht bewässert werden, genauso wie die paar hundert Edelstahlbügel für Fahrräder. Passt doch alles. Perfekt! Vor allem würde die Selbstbefindlichkeit der ökologischen Biedermeier Schaden nehmen wenn aus ökonomischer Vernunft heraus die Erkenntnis erwächst das dieser Gartenzwerg Palast gar nicht erst gebaut werden kann. Ist Architekturbeton eigentlich feuerfest?

Jedenfalls, bei solch einem Spendenrummelsumpf ist's ja schon wurscht ob Hatschie-Halef-Oma oder Baron-di-Drogi die Kuppel zahlt , - Hauptsache Biedermeier ist happy und ruhig. Obwohl, gerade wegen Biedermeier: Es würde vollkommen ausreichen ein Mahnmal für den letzten royalistischen Knallkopp und Irren zu errichten. Dann sich dort auch kein Irrer wieder einnisten.

Als Alternative schlage ich eine aufblasbare, durchsichtige Kuppel aus Plastik vor. Die muss dann jeden Morgen von 1 €uro-Sklaven neu aufgeblasen werden.
archinaut schrieb am 28.05.2011 um 16:36
Hallo sachichma,
gespannt bin ich ja auf die Stellplatzberechnung:
wieviel Reisebusse, wieviel PKW, wieviel Kutschen, wieviel Fahrradrikschas, wieviel Pommes-Kisten (ach nee, andere Verordnung...)..... wegen des Parkhauses stiegen die Baukosten des ICC in Westberlin über eine Milliarde DM. Bei der Grundsteinlegung ging man von weniger als der Hälfte aus..... finde die Kostenentwicklung aber gerade nicht im Internet...

de.wikipedia.org/wiki/Internationales_Congress_Centrum_Berlin

Hier noch ein historischer Film zum ICC:

www.bauforum24.tv/strabag-icc-berlin-1979-71/

Dein Vorschlag zur Kuppel ist bedenkenswert,
besonders dass die Kuppel transparent sein soll ;-))
miauxx schrieb am 28.05.2011 um 18:49
Na, wenn's dann doch hinten und vorne nicht reicht - um die Ecke steht schon eine Variante historischen Wiederaufbaus für den kleinen Geldbeutel. Is zwar ein bisschen zugig, aber Sponsoren bezahlen die leicht zusammenfaltbare, auswechselbare Fassade Marke 'Sichtleinwand'.

Magda schrieb am 28.05.2011 um 21:27


Hier ist noch ein schöner Schnappschuss vom Abriss.
Magda schrieb am 28.05.2011 um 21:30
schlossdebatte.de/wp-content/uploads/2008/07/fred-rubin-bild-1.jpg

Das ist der Palast im Exil. Auch eine hübsche Idee.
archinaut schrieb am 29.05.2011 um 02:10
Liebe Magda, ein schönes Filmchen
habe ich noch gefunden:

poor on ruhr schrieb am 28.05.2011 um 22:31
Lieber archie

mit srht großem Interesse gelesen. Wie Magda schreibt wirklich eine hochklassige Zusammenfassung der Details in der Schloß-Diskussion.

Ich finde es großartig, dass Du dranbleibst. Es ist wirklich nicht nur der geplante Bau, der schlimm genug ist, sondern auch ein Kampf um die Köpfe. Starke Signale in die Zukunft wollen die Kriese dahinter ausstrahlen und ihre Werte auch noch ganz lange Zeit nach ihrem Ende baulich dominieren lassen.

Wir brauchen kein wiedererwärmtes altes Preußen und kein Stadtschloß in der Tradition dieses so unglückseligen und fatalen alten Preußens mit all seinen dreckigen Kriegen.

Wir brauchen ein lebendiges Berlin mit linken Freiräumen!

Herzliche Grüße

por
poor on ruhr schrieb am 28.05.2011 um 22:48
P.S.

Ach ja , 5* sind bei Deiner Schreibqualität schon fast obgligatorisch geworden. :)

Herzliche Grüße

por
archinaut schrieb am 29.05.2011 um 10:39
Lieber por,
danke für Deine Zustimmung!

Für die Berliner ist die Schlossdiskussion leider erledigt,
einige glauben, dass es nie gebaut wird (weil die Idee so doof ist und die Umsetzung so teuer etc. etc.),
andere bauen munter weiter (weil es ihr Job ist, der dran hängt),
außerdem soll der Löwenanteil von anderen bezahlt werden.

Die anderen haben ihre eigenen Bausorgen (Stuttgart 21, Waldschlösschenbrücke, Elbphilharmonie o.a.),
das Schloss ist da noch weit weg.

Nur die Preussenfans sind hartnäckig.

Herzliche Grüße in den Westen

archie
archinaut schrieb am 29.05.2011 um 12:13
Update:

In der Berliner Morgenpost ist auch zu lesen, dass die verbindliche Kostenfestsetzung aus dem Jahr 2007 natürlich mit der Baupreisentwicklung hochgeschrieben werden soll:

www.morgenpost.de/berlin/article1652006/Berliner-Schloss-kostet-44-Millionen-Euro-mehr.html

(auch ein informatives Video ist hier eingebunden)
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