archinaut

nirgends.......... sicher... nie

28.11.2011 | 21:38

Haus November

 

Eingebracht des Jahres Ernte

Keller und Speicher gefüllt

das Haus gerichtet

gegen den Frost

bald

 

Giebel dicht an Giebel

rings um den alten Markt

der Brunnen schweigt

die Sonne sinkt

bald

 

Geduldig warten meine Bücher

auf die erste Winternacht

schließ den Fensterladen

zünd ein Licht

bald

 

Buchenscheit und Reisig glühen

Wärme strahlt und Rauch

steigt auf und küsst

die kalten Sterne

bald

 

Für die Freundin meiner Seele

brennt das Kaminfeuer im Haus am Markt

 

Hier endet der 221. Eintrag: Dieser Blog mischt Fiktion und Realität. Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind zufällig und in der historischen Überlieferung nicht verbürgt. Ich bin nur der Navigator, mein Name sei NEMO:

Ich schreibe um unser Leben. Bitte bleib dran.

 

 

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Kommentare
poor on ruhr schrieb am 28.11.2011 um 21:46
Lieber archie,

einfach schön! Klasse! Danke! Du dichtest toll!

Tschüß

por
archinaut schrieb am 28.11.2011 um 21:50
Lieber por,

danke für die Blumen... von Dichter zu Dichter ;-))
Schön, dass Du reingeschaut hast!

Herzliche Grüße

archie
luggi schrieb am 29.11.2011 um 00:14
Bald
Bald ist wieder Frühling und bald hat die B6N einen direkten Anschluss an die A9.

Ich weiß, manchmal bin ich ein Stimmungskiller, sry.
archinaut schrieb am 29.11.2011 um 01:31
Es gibt Stimmungen, lieber luggi,
die rufen nach einem neuen Frühling
mit Autobahnanschluss...;-))

No mercy!
kay.kloetzer schrieb am 29.11.2011 um 01:20
lieber archie, das gedicht ist sehr schön.
dieses "bald" ist der hammer, der immer und immer wieder ... keinen nagel einschlägt.
das all-video macht mir angst. das sieht aus wie "melancholia" in der reisebüro-fassung. und dabei sei doch melancholie ein gefühl der unvollkommenheit. wenn sie vollkommen scheint, geht gar nichts mehr, oder?
Popkontext schrieb am 29.11.2011 um 01:28
Mir als Musikfreundin macht eher die grauenvolle "Relaxing space music" Angst - ansonsten sieht das doch eher aus wie ein innovativer Bildschirmschoner ;)...
archinaut schrieb am 29.11.2011 um 01:38
Liebe kay,
es freut mich,
dass Du den Nagel auf den Kopf getroffen hast...
"bald" heißt manchmal nie....
Das Video hat es mir angetan,
weil die Bilder so grausam schön sind...
von einer überwältigenden Schönheit,
die ganz gut ohne Menschheit auskommt,
vielleicht die letzte Konsequenz der Melancholia...

Dabei hat das Teleskop doch so einen ulkigen Namen!
archinaut schrieb am 29.11.2011 um 01:40
Liebe Popkontext,
das ist wahr, die Musik schafft es locker,
jeden Anflug eines Gefühls der Erhabenheit (oder so)
im Keim zu ersticken... ;-))

Ob man Youtube auch ohne Ton verlinken kann?
kay.kloetzer schrieb am 29.11.2011 um 01:47
@Popkontext
"Bilschirmschoner" ist ja ein wunderbarer euphemismus, da die schönheit der erde immer dann betont wird, wenn sie von ganz, ganz weit weg abgefilmt wird.
kay.kloetzer schrieb am 29.11.2011 um 01:52
@archie
ich beziehe mich ja auch auf den film "melancholia", in dem das schlussbild so grausam schön ist. wobei ich eigentlich denke: OBWOHL wer auch immer danach ohne menschheit auskommen wird. Zu denken WEIL - das ist november.
archinaut schrieb am 29.11.2011 um 02:04
.... bei Deinem Kommentar
fällt mir gleich ein,
dass ich immer noch nicht drin war,
in "Melancholia" mein' ich,
und der November ist bald vorbei.....
wir sind ja schon im Advent!
Popkontext schrieb am 29.11.2011 um 22:37
@kay.kloetzer

Ich fand das Schlussbild bei Melancholia ja nicht schön, auch nicht grausam schön. Ich fand das erste Bild (Kirsten Dunst schlägt in Zeitlupe die Augen auf) das beste - damit ist im Prinzip der ganze Film erzählt.

Dass die Schönheit der Erde nur von der Ferne geschätzt wird, sehe ich auch nicht. Und solange ich nicht in irgend einer Blechkiste darin rumschwirre, oder irgendwas konkret droht uns auf den Kopf zu krachen, finde ich das Weltall auch nicht bedrohlich. Und dass es für den Rest sowas von egal ist, was auf der Erde passiert finde ich auch selbstverständlich.

Ein bisschen hat mich diese Endgültigkeit in Melancholia allerdings auch gepackt, dass jedes auf die Zukunft gerichtete Handeln sinnlos ist - nicht nur das sich Verstecken, sondern auch etwas für die Nachwelt zu sichern. Weil es keine Nachwelt geben wird, ganz ohne jeden Zweifel.
kay.kloetzer schrieb am 29.11.2011 um 23:12
@popkontext
dann sind wir uns, fürchte ich, so gar nicht einig. vielleicht sollte ich voranschicken, dass ich angst hatte, diesen film zu sehen. (ich bin eine kino-memme, den neuen film von andreas dresen, "halt auf freier strecke", beispielsweise will ich unbedingt sehen, aber es wird definitiv nicht im kino sein.)
ich hatte bei "melancholia" angst vor kitsch und gewalt gleichermaßen, vor emotionalem übergriff quasi. und dann fand ich die endgültigkeit gut - gar nicht mal so wegen der sinnlosigkeit, sondern wegen der konsequenz. wenn mir die ganze zeit etwas schreckliches plausibel gemacht wird, dann soll es bitte auch eintreten. ich denken nicht, dass "jedes auf Zukunft gerichtete Handeln sinnlos" ist, weil ich meine, dass der sinn schon im handeln liegt, nicht erst in der wirkung. die nachwelt beginnt für mich morgen. ja, das ist zu kurz gedacht, aber für weiteres fehlt mir die vorstellungskraft.

in einem bin ich mit Ihnen: die schönen bilder! auf alle fälle werde ich mir das irgendwann nochmal anschauen, weil man ja nicht alles gleich erfassen UND weiterdenken kann. also ich zumindest kann es nicht.

mit der schönheit der erde, die vor allem aus der ferne wahrgenommen wird, meine ich die technik-wettlauf-lüge, die mit juri gagarin eingeführt und mit mit neil armstrong nicht aus der welt geschafft wurde. dass ich persönlich die ostseeküste schön finde und auch den blick auf die anden, hat damit nichts zu tun.

die bedrohlichkeit des alls empfinde ich wegen der unendlichkeit (?) und dem nicht-begreifen-können.
Popkontext schrieb am 29.11.2011 um 23:35
@kay.kloetzer
Ja, die Vorstellung von der Unendlichkeit des Alls und das Nicht-begreifen Können fand ich schon als Kind faszinierend, aber eher schaurig-schön.

Und ich bin eine Kämpferinnennatur - ich muss immer auch noch in der chancenlosesten Situation einen Punkt finden, wo man die Möglichkeit hat, durch eigenes Handeln die Situation vielleicht doch noch zu retten. Deshalb macht es mir Angst, wenn das ganz offensichtlich und ohne Wenn und Aber nicht geht.

Ich fand den Film beim Schauen übrigens erst gar nicht so gut - erst im Nachhinein, als ich mit meinen Freund/innen drüber sprach, und selbst nochmal darüber nachdachte.
kay.kloetzer schrieb am 29.11.2011 um 23:46
da sind wir uns nun doch einig.
interessant, was Sie ansprechen: ... "erst im Nachhinein, als ich mit meinen Freund/innen drüber sprach, und selbst nochmal darüber nachdachte." - es ist noch gar nicht so lange her, das haben wir nach dem kino gesprochen, gewälzt, gestritten -nicht gleich, aber beim wein - und haben verarbeitet oder gesucht oder was auch immer. inzwischen aber konsumieren wir, und danach ist was anderes.
auch das ist ein grund - neben der feigheit - den dresen-film lieber gleich allein zu sehen. da können keine erwartungen enttäuscht werden. haben Sie ihn schon gesehen?
SuzieQ schrieb am 30.11.2011 um 02:40
Guten Morgen archie,
da gabs schon andere Häuser...

Hoffe, dass die Freundin Deiner Seele 'The Majestic Beauty of the Cosmos' mag,
sieht manchesmal wie das Innere einer Druse aus, aber die sind nur kristallgefüllte Hohlkugeln.
Schöne besinnliche Zeit wünsch ich Dir, archinaut.
archinaut schrieb am 01.12.2011 um 01:59
Guten Abend, Suzie,

"da gabs schon andere Häuser..."

......Häuser für Brandstifter, meinst Du?
Auch Biederfrau und -mann suchen ein Haus,
die kleinen Funken zündeln schon im "bald",
wie k.k. so treffend anmerkte....

Es grüßt mit AHOI
nemo vom archinaut ;-))
SuzieQ schrieb am 01.12.2011 um 02:25
Guten was auch immer, archinaut,

nein, nicht Häuser für Brandstifter meinte ich,
sondern die, wo die Seele noch zum Herzen passte...

Die kleinen Funken hab ich abgegeben, weils zu bunt wurde, es gibt ja Grenzen,
dacht ich so in all meiner Freiheit,
wenn es die Weite tangiert, holt man sich dann doch einen, der Bescheid weiß, über die Weitsicht,
die Tangente und die Umrechnung von.

Je mehr Zeit darüber vergeht umso klarer der Quell, sagt der Typ von Freund, der hilft.

Was soll ich noch sagen:
man ist so sicher wie man sich fühlt.
Und liest.
Und kommentiert.
Und wartet ab.
Und fragt sich.
Nicht die anderen, die fragen nicht.
Die haben Antworten. Parat.

Oder bauen. An.

Lieben Gruß durch die Nächte,
es hat mich gefreut. Mal. Weiter so. Dran bleiben.
SuzieQ
Ahoi, aloha

auf dass Dir Semikolon, Gedankenstrich und Klammer zu nicht ausgehen mögen.
Humboldt würde sich drehen, mehrfach.
archinaut schrieb am 06.12.2011 um 01:42
Du beglückst mich, reichschenkende Suzie,
und so sammle ich weiter
- Semikolon, Gedankenstrich und Klammer.... ;-))
archinaut
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