Empfehlung der Woche

Szenario – Die Zukunft steht auf dem Spiel

Szenario – Die Zukunft steht auf dem Spiel

Florence Gaub
Zur Empfehlung
On Planetary Justice

On Planetary Justice

Performances, Court Cases, Discussions, Music

Veranstaltungsorte: HAU1, HAU

Vom 27. bis 30. November 2025!

Zur Empfehlung
Sehnsucht in Sangerhausen

Sehnsucht in Sangerhausen

Julian Radlmaier

Drama, Komödie

Deutschland 2025

90 Minuten

Ab 13. November 2025 im Kino!

Zur Empfehlung
Collage Résistant(s) – Widerständige Collagen

Collage Résistant(s) – Widerständige Collagen

Rosa-Luxemburg-Stiftung

Ausstellungszeitraum: 25.11.2025 bis 20.5.2026

Ort: Rosa-Luxemburg-Stiftung | Straße der Pariser Kommune 8A, 10243 Berlin

Vernissage am 25. November um 18 Uhr!

Zur Empfehlung

Kultur : Vom Möglichen

Krieg oder Frieden - eine Episode aus dem Leben meines Großvaters

Zum Kommentar-Bereich

Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community.
Ihre Freitag-Redaktion

An meinem Geburtstag, 25. August, erhielt ich die telegrafische Anordnung, sofort nach Berlin in das Innenministerium zurückzukehren, schreibt mein Großvater auf Seite 137 seiner Lebenserinnerungen: Mich setzte dieser Befehl in größtes Erstaunen, denn für den 26. August erwarteten wir den Angriff auf Polen und damit den Beginn des Krieges. In Berlin erfuhr ich, daß der Angriffsbefehl, der schon ausgefertigt war, zurückgenommen sei, und daß eine Vereinbarung mit Polen dahingehend angestrebt würde, daß im Korridorgebiet einschließlich Netzedistrikt eine Abstimmung stattfinden sollte. Wenn diese Abstimmung zugunsten von Deutschland ausfällt, kommt dieses Gebiet, das seinerzeit ohne Abstimmung an Polen abgetreten werden musste, an Deutschland zurück und Polen behält den Hafen Gdingen, der durch eine Bahn mit Warschau verbunden werden sollte. In einem für Deutschland ungünstigen Ausgang der Abstimmung sollten zwei Autobahnen durch das Korridorgebiet einschließlich Netzedistrikt hindurchgehen und ohne Zollschranken die Verbindung mit Ostpreußen aufrechterhalten.

Es sollte ein Abstimmungsstatut nach dem Muster des saarländischen Abstimmungsstatuts mit größter Beschleunigung ausgearbeitet werden. Diese Aufgabe wurde mir mit Rücksicht auf meine Erfahrungen aus der Saarabstimmung übertragen. Mit größter Begeisterung setzte ich mich sofort an diese Arbeit und bat zu meiner Unterstützung um die Zuteilung des ehemaligen Oberbürgermeisters von Saarbrücken, Dr. Neikes, der bei einer Berliner Dienststelle tätig war, nachdem er von den Nationalsozialisten aus seinem Oberbürgermeisterposten verdrängt worden war. Ferner bat ich um die Zuteilung des ehemaligen Vortragenden Legationsrats Vogt, der inzwischen Generalkonsul in Zürich war. Mit Herrn Dr. Neikes habe ich mich sofort an die Arbeit gemacht und selbst den darauffolgenden Sonntag von morgens bis in die Nacht hinein fleißig ausgenutzt.

Am darauffolgenden Montag kam dann mittags die Nachricht – Generalkonsul Vogt war gerade aus Zürich eingetroffen -, daß dieser Plan nicht mehr verfolgt würde, und daß es nunmehr zur kriegerischen Auseinandersetzung käme.

Es ist nicht auszudenken, wie günstig es gewesen wäre, wenn dieser Plan mit der Abstimmung, der der Vernunft entsprach, Wirklichkeit geworden wäre. Ich bin überzeugt davon, dass die Abstimmung, wenn sie nach dem saarländischen Muster durchgeführt worden wäre, zu einem Erfolg für uns geworden wäre.

Aber auch im anderen Falle wäre Deutschland von einem entsetzlichen Krieg verschont geblieben.

Hier endet der 231. Eintrag: Dieser Blog mischt Fiktion und Realität. Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind zufällig und in der historischen Überlieferung nicht verbürgt. Ich bin nur der Navigator, mein Name sei NEMO:

Ich schreibe um unser Leben. Bitte bleib dran.


Next

Back

Klick zum Gästebuch

Dieser Blog mischt Fiktion und Realität. Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind zufällig und in der historischen Überlieferung nicht verbürgt. Ich bin nur der Navigator, mein Name sei NEMO:

Ich schreibe um unser Leben. Bitte bleib dran.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.