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Was tun Wälder? Sie gehen niemals früh zu Bett. Sie warten bis der Holzfäller kommt. Was bedeutet der Sommer für die Wälder? Die Zukunft; die Jahreszeit, in der die Schatten zu Worten werden und wortbegabte Wesen den Mut aufbringen, die Mitternacht um hundert Uhr zu suchen. All das gehört der Vergangenheit an, so scheint’s mir. Kann sein.
Glaubten Nachtigallen an Gott in jener Vergangenheit? In jener Vergangenheit glaubten Nachtigallen noch nicht an Gott. Sie waren in Freundschaft verbunden. Und welche Stellung nahm der Mensch ein? Mensch und Nachtigall sahen sich in der günstigsten Lage zum Träumen: Sie hatten am Wald einen Mitschuldigen. Was heißt Träumen? Du verlangst zuviel von mir. Ein Traum ist eine Frau, die einen Baum fällt.
Max Ernst,
Biographische Notizen (Wahrheitsgewebe und Lügengewebe)
Aus:Max Ernst, Ausstellungskatalog Köln/Zürich 1962/63
Hier endet der 173. Eintrag: Dieser Blog mischt Fiktion und Realität. Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind zufällig und in der historischen Überlieferung nicht verbürgt. Ich bin nur der Navigator, mein Name sei NEMO:
Ich schreibe um unser Leben. Bitte bleib dran.
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Oh, vielen Dank für diesen luftigen Kommentar,
lieber Kallewirsch! Jetzt habe ich versucht, Deinen Alexandra-Kommentar (Mein Freund der Baum...) hier einzubinden, ist mir aber nicht gelungen :-)) |
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Oh danke,
was für ein Gastgeschenk!!! |
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@kallewirsch, dieses lied halte ich wieder für absolut geeignet, laut meiner kleinen widerholungswiderstandstheorie aus der matrix auszusteigen und sich selbst zu stärken. ich mags. ;-)
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@archinaut, "Ich schreibe um unser Leben. Bitte bleib dran." schöner satz. kommt mir bekannt vor. ;-)
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GlaubsDir, lieber glaubdir ;-))
Danke für die Blumen, egal ob geliehen oder gekauft! |
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@archinaut, gern erdachte und geschenkte blumen. das klee z.b. wurde eigens von mir mittels anfrage in einem blumenladen aus einem dunklen hinterzimmer befreit und es hat es mir wirklich viel gedankt.
vielleicht hatte karl aus meiner kindheit nen anteil dran. ;-) |
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Du hast unterdrückte, versklavte Pflanzen befreit?
Eine schöne Idee !-)) |
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@archinaut, irgendwie muß man ja positive erfahrungen sammeln. ;-)
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....oh ja, früh übt sich,
wer ein Meister werden will ;-)) |
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Lieber archie,
genial ausgesuchtes Zitat von Max Ernst. Vielen Dank dafür. Es klingt toll. Beim nochmaligen Lesen fällt mir aber auf, dass mir das Zitat doch nicht so lecht zugänglich ist, wie angenommen. Kannst Du da einem älteren Mann mit ein,zwei Sätzen durch die Dunkelheit des Waldes helfen, wie Du das siehst? Herzliche Grüße por |
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Lieber por,
im Wald gibt es viele Tiere, jedes lebt in seiner eigenen Welt, und doch teilen sie ihren Lebensraum..... im Text von Max Ernst muss man keine Bedeutung suchen, denke ich. Jeder Leser wird etwas anderes finden, was ihn anspricht. Ich vermute, dass der Text als "Automatische Niederschrift" entstanden ist, dazu setze ich hier den Wikipedia Link de.wikipedia.org/wiki/%C3%89criture_automatique Max Ernst hatte wahrscheinlich bei der Niederschrift nichts bestimmtes im Sinn, so wie ein Wald ja auch nicht nach einem vorgefertigten Plan entsteht. Das Gedicht/der Text entsteht also Wort für Wort, Satz für Satz als Neuschöpfung, ohne zu einem Ganzen gezwungen zu werden. Besonders schön finde ich die Passage: "Glaubten Nachtigallen an Gott in jener Vergangenheit? In jener Vergangenheit glaubten Nachtigallen noch nicht an Gott. Sie waren in Freundschaft verbunden." Hier kann man gut sehen, wie sich aus einem einzelnen Wort der nächste Satz entwickelt, der Text aber ständig eine neue, unerwartetete Richtung einschlagen kann. Ich hoffe, dass ich ein bisschen Hintergrund vermitteln konnte und wünsche viel Spass beim Selber-Probieren... Herzlichst archie |
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Lieber archie,
herzlichen Dank für die Erläuterung. Herzliche Grüße por |
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Lieber por,
bin halt ein Surrealismus-Fan, dafür verstehe ich nix von Kirschen (=Fussball;-)) Herzlichst archie |
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Lieber archie,
Is doch o.k. Im Rheinland zu dem Essen auch noch auch noch außer zum Ruhrgebiet gehört, sagt man ja, dass jeder Jeck anders ist. Jecken sind sie Teilnehmer am Karneval soll aber in dieser redewendunf einfach für Menschen stehen. ;) Herzliche Grüße por |
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na sowas archie, hätte ich beinahe Wald II verpasst.....
bei Nachtigall fällt mir die Lärche ein, Nadelbaum, der seine Nadeln abwirft, wien Laubbaum,trapps. Dann fällt mir der Gingko biloba ein, nicht Fisch,nicht Fleisch, sprich nicht Nadel- noch Laubbaum, ganz eigene Familie (sprich: eigene Klasse, einzige Ordnung, einzige Familie, eine lebende Gattung). Und vom Kuratorium Baum des Jahres zum "Baum des Jahrtausends" ernannt. Dann fällt mir ein, die UNESCO hat fünf deutsche Buchenwälder aufgenommen ins Weltkulturerbe.... Wälder, die z.T.jahrzehntelang unbehelligt waren von "Zivilisierten", jetzt aber Wege für Besucher bekommen. Ob damit den Buchen geholfen ist? Dann fallen mir die "Superbäume" in Singapur ein: www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,771405,00.html, und nochmal zurück zum Gingko, eigentlich Ginyko: "Gingko Biloba Dieses Baumes Blatt, der von Osten Meinem Garten anvertraut, Gibt geheimen Sinn zu kosten, Wie´s den Wissenden erbaut. Ist es ein lebendig Wesen, Das sich in sich selbst getrennt? Sind es zwei, die sich erlesen, Daß man sie als eines kennt? Solche Fragen zu erwidern Fand ich wohl den rechten Sinn. Fühlst du nicht an meinen Liedern, Daß ich eins und doppelt bin? J.W.v.Goethe, 1815" Ja und da ist noch der Nashornkäfer, Affinität Eiche, trotz der Verwandtschaft zum Maikäfer verschmähen sowohl der erwachsene Käfer als auch seine Larven lebende Pflanzen, sprich sie stehen "nur" auf Totholz. Wenig surreal, sehr waldisch, Blattgold von Suzie, :) |
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ein neuer Versuch für eine Ansicht der Superbäume:
www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/bild-771405-231728.html |
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"na sowas archie, hätte ich beinahe Wald II verpasst..... "
den Wald kann man gar nicht verpassen, liebe SuzieQ, der ist immer da, egal ob wir hinsehen oder nicht ;-)) Herzlichst archie |
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Danke für Goethe,
und natürlich für den tollen Singapur-Link! |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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