rolf netzmann

der weg nur ist das ziel

23.01.2011 | 16:38

Dichtergruppe in der Freitag Community

Es ist mal ein Versuch, mal sehen wer mitmacht von den kreativen Dichtern in der Freitag Community. Vielleicht kommen ja einige schöne Gedichte, Limericks oder Short Stories zusammen.

Ich mache mal den Anfang:

 

lass neues entstehen
und altes vergehen
dies ist der lauf der zeit
schon seit ner ewigkeit

was lohnt sich zu erhalten
und was bleibt nicht zurück
ich will es neu gestalten
im alten liegt auch glück

zukunft lässt sich nur bauen
auf nem stabilem fundament
vergangenheit vertrauen
weil man sie bestens kennt

 
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Kommentare
Lee Berthine schrieb am 23.01.2011 um 17:20
the past is history
the future is mystery
the present is a gift

(Autor unbekannt)

Die Vergangenheit ist Geschichte
hat kein solides Fundament

Die Zukunft besteht aus Gerüchten,
die wahr werden, je mehr man sie nennt

Die Gegenwart ist ein Geschenk
setz dich ans Steuer ungelenk - und lenk

(zusammengebastelt von Lee)
quarktasche schrieb am 23.01.2011 um 18:38
Am Rande der Welt
In den Abgrund
Gerissen vom Geld
Und nicht wissen was Zählt
Immer nur Geld
Tut was ihm gefällt
Dem eigenen System
Ein Bein gestellt
Die Wette verloren
Die Krise heraufbeschworen
Von Gier verdorben
Im Innern gestorben

Haben es sich hinter ihren
Mauern bequem gemacht
Die Unterschicht wird ausgelacht
Feiern bis in die Nacht
Wie sie andere um ihr Geld gebracht
Ihre Taschen sind voll
Der Aktenkoffer wiegt schwer
Schwerer als jede Moral
Ist doch ganz Normal

Hier peterpoet.tumblr.com/ habe ich einige meiner Gedichte ins Netz gestellt.
poor on ruhr schrieb am 24.01.2011 um 20:52
@quarktasche

Ich finde diesen politischen Bezug ganz gut und denke , dass eine Dichtung , die irgendwie links ist , genauso wie die rechte Heimatdichtung immer politisch ist. Wartum soll man das Politische dann auch nicht ausformulieren!

Gut gemacht.

Wäre sicher auch ein knackiger Raptext, wobei die Grenzen zur Dichtung ja verschwimmen und wo diese Klassifizierung wirklich keine Abwertung sein soll!
quarktasche schrieb am 25.01.2011 um 09:26
Danke, das hört man gern. Meine Gedichte sind so gut wie immer politisch, das bin eben ich, kann es einfach nicht lassen, das politische.
poor on ruhr schrieb am 23.01.2011 um 21:53
@rolf netzmann

Die Dichtergruppe

kocht eine Buchstabensuppe.

Im Spiel mit dem Worte

sucht diese Gruppe die ultimative Sahnetorte.

Dies ist ein grosses Unterfangen,

doch die Dichtergruppe wird nicht bangen,

sie wird einfach nur locker dichten

und davon in Gedichten berichten.

Sind die Gedichte dann doch nicht nicht so gut,

gerät man/ frau darüber nicht in Wut,

denn der Spass steht an erster Stelle.

Die Dichtergruppe macht keine böse Welle.

Kritik ist in der Dichtergruppe explizit erbeten,

damit wir richtig und gekonnt die Worter kneten,

doch wir beleidigen uns einander nicht ,

da machen wir doch lieber ein Gedicht. ;),

oder?
rolf netzmann schrieb am 23.01.2011 um 22:06
wir wollen hier nur dichten
nicht über andre richten
uns an worten laben
zusammen spass nur haben
durch raum und zeit nur schweben
und andren freude geben
drum kommt mit her an diesen ort
wo zählt jedes geschrieb´ne wort
poor on ruhr schrieb am 23.01.2011 um 22:14
@rolf netzmann

Es soll so sein, wie es ihr Gründer sagt,

drum sei das gedichtete Wort gewagt,

gerne besuche ich Euch an Eurem Dichterort,

ist er doch in der FC für ein Dichterwort der rechte Hort.

Und fallen mir auch nicht so viele Zeilen wie dem Netzmann ein,

will ich mit ihm beim Dichten am gleichen virtuellen Ort sein.

Unter uns soll es geben keine Konkurenz,

denn das wäre für den Spass am Wort die Pestilenz
poor on ruhr schrieb am 23.01.2011 um 22:24
Jeder Mensch ist irgendwie ein Dichter,

manche snd dazu sogar noch Biervernichter.

Im Netz müssen wir auf ein Bier zusammen verzichten,

aber wenigstens können wir darüber dichten.

Selbst der poor on ruhr, der das Bier nicht trinkt,

hat Euch hier herzlichst und wertschätzend zugewinkt.

Ist mir das Bier auch schnuppe,

grüße ich Euch, neben mir meine Cola-Suppe.
poor on ruhr schrieb am 23.01.2011 um 22:25
P.S.

Un schon wieder Tippfehler:

2te Zeile:

snd soll sind heissen
poor on ruhr schrieb am 23.01.2011 um 22:29
Der por muss morgen recht früh auf die Schaffe,

und ist jetzt kaputt wie ein schwer schaffender Affe,

drum muss der por jetzt in die Runde winken,

und hoffentlich wird er gleich im Schlaf versinken.
poor on ruhr schrieb am 23.01.2011 um 22:36
Es sind ja keine Reime vorgeschrieben oder?

Die Angst am Sonntagabend

war früher stärker,

worüber ich sehr froh bin.

Geht es gleich

durch die diesige Januarnacht

nach Hause.

Habe zumindest

an

einem virtuellen Ort

Menschen getroffen,

mit denen man /frau

zusammen Spaß haben kann,

auch wenn man / frau

sie

nicht sieht.

Dafür danke

ich Euch

und

wünsche Euch

einen guten Schlaf

und ein munteres Erwachen.
Katharina N. schrieb am 23.01.2011 um 22:35
Eilt herbei, ihr Leut´, geschwind, geschwind
schaut, wie die Blogger auch Dichter sind
Es schlummern so viele Talente im Dunkeln
hier können wir alle im Hellen gut munkeln
über dies und das, im Großen und Kleinen
mit Worten jonglieren, kräftig dichten und reimen...

--und die Moral von der Geschicht
ärger einen Dichter nicht
die Worte, so lieb und fein
ach könnt ich doch Poetin sein...

viele Grüße
rolf netzmann schrieb am 23.01.2011 um 22:39
schön, das wir hier nicht nur männer sind
ne frau sie eilt herbei geschwind
weil ihr das dichten auch gefällt
willkommn in der dichterwelt :)
poor on ruhr schrieb am 24.01.2011 um 20:19
@Katharina N.

Schön und poetisch! Du bist eine Poetin! ;)

por
Katharina N. schrieb am 24.01.2011 um 21:38
Schön, dass Du mich hast erkannt
und zur Poetin hier ernannt...;-)
poor on ruhr schrieb am 24.01.2011 um 21:40
@Katharina N.

Gerne, weil ich Recht habe obwohl ich eigentlich gar nicht rechthaberisch bin. ;)
rolf netzmann schrieb am 24.01.2011 um 21:44
@katharina n., haben sie noch mehr von ihrer poesie, welche sie hier posten möchten?
Katharina N. schrieb am 24.01.2011 um 22:01
vielen dank die herren poor on ruhr und netzmann...:)

...werd mal in meiner kiste kramen
vielleicht passt es hier in den rahmen
der neuen freitag-blogger-poesie
verpackte worte-spiele-fantasie
poor on ruhr schrieb am 24.01.2011 um 22:16
@Katharina N.

Klasse! Wirklich super! ;)
rolf netzmann schrieb am 24.01.2011 um 22:19
wir wollen mehr von ihnen lesen
verspielte worte, poesie
hoffen, das war´s noch nicht gewesen
mit ihrer schönen phantasie :)
poor on ruhr schrieb am 23.01.2011 um 22:47
Es war Sonntagabend. Von dem Internet-Cafe ging ich nach Hause.
Gedanken an rolf netzmann, der eine Dichtergruppe in der FC gegründet hat , gingen mir noch durch den Kopf.

Eigentlich ist mein Weg nach Hause gar nicht weit.

Unterwegs erschrack ich. Meine Arbeit der nächsten Woche war mir begegnet. Doch die Arbeit war sehr menschlich zu mir. Sie hatte meinen Schreck bemerkt und meinte: "Krieg Dich mal ein. Sei doch froh darüber, dass es zur Zeit einigermassen läuft. Schlaf Dich erst einmal aus, wie ich es tue. Morgen früh, treffen wir uns dann und dann machen wir das Schritt für Schritt zusammen." "Das packst Du schon", lächelte mir die Arbeit in der windigen Januarnacht noch zu und verschwand im Dunst des Stadtparks. Beruhigt ging ich nach Hause und schleif mit einem Lächeln im Gesicht entspannt ein. Mochte die morgige Woche doch kommen. ;)
rolf netzmann schrieb am 23.01.2011 um 22:53
ein schöner schluss für heute, ich mache jetzt feierabend und fahre nach hause.. wünsche allen eine gute nacht und bis nächste woche
poor on ruhr schrieb am 23.01.2011 um 22:56
Tschüß. ;)
KalleWirsch schrieb am 23.01.2011 um 22:58
Alles Liebe

Alles was ich wollte
War deine Hölle zu sehen
Die Hitze spüren
Der ewigen Flamme gegenüberstehen
Die dich verbrennt

Alles was ich wollte
War mit deinen Monstern kämpfen
Deren Atem riechen
Die nachwachsenden Köpfe abschlagen
Die dich auffressen

Das Letzte was ich wollte
War mit dir in deiner Scheiße baden
Wenn nötig gemeinsam untergehen.

Doch alles was du sagtest
War - Ich liebe dich.

Und ich habe dir nicht geglaubt.
poor on ruhr schrieb am 24.01.2011 um 20:53
@Kalle Wirsch

Schön, Dich wieder zu lesen. Klasse Gedichte. Danke. :)

Glaube mir bitte. ;)

por
KalleWirsch schrieb am 23.01.2011 um 23:00
Wer weiß

Es ist Herbst da draußen
Vielleicht auch Winter
Oder Sommer
Wer weiß das schon so genau

Wer weiß
Was da los ist
Da draußen
Wenn alles in Veränderung begriffen
Wenn etwas geht
Den Schatten sucht
Zurückbleibt
Anderes beginnt
Ins Licht strebt
Gebiert
Wer weiß

Ist es wirklich Herbst da draußen
Vielleicht noch Sommer
Oder schon Winter
Wer weiß das schon

Eigentlich müsste Frühling sein
Um das Neue zu begrüßen
Aber wer kann das schon genau sagen

Manchmal schneit es im April
poor on ruhr schrieb am 24.01.2011 um 20:54
@Kalle Wirsch

Klasse.

"Manchmal schneit es im April" ...auch der Hammer am Ende. ;)

por
KalleWirsch schrieb am 23.01.2011 um 23:03
Lauf

Du drehst im Kreis
Was schon begann
Suchst zu beenden
Was längst versank

Das bisschen Freiheit
Das du liebst
Nur Illusion
Die sich verschiebt

In eine Welt
Die du nur kennst
Das Stückchen Heimat
Das du Hölle nennst

Wenn du liebst
Wenn du liebst

Das Stückchen Weg
Das vor dir liegt
Es führt dich weiter
Auch wenn du es nicht siehst

Es führt dich fort
Auch wenn du bleibst
Es lebt dein Leben
Zu jeder Zeit

Auch wenn du bleibst
An diesem Ort
Wie angewurzelt
Hier vor Ort
So wird dein Leben weiterziehen
Und du siehst
Und du siehst
Hinterher

Das Stückchen Weg
Es wird zum Pfad
Geht um die Kurve
Ist nicht mehr grad

Die Zeit läuft vor
Das Leben auch
Friss seine Scheiße
Oder Lauf
rolf netzmann schrieb am 24.01.2011 um 10:22
hallo kalle wirsch, schön, dass sie zu uns gekommen sind, es gefällt mir, was sie schreiben, manches ist nachdenklich, aber so sollen gedichte auch sein
herzlich wiillkommen :)
Gustlik schrieb am 23.01.2011 um 23:04
Ich würde auch eher lieben und dichten, weniger den Weg nach Rom suchen. Es gibt genügend Wanderführer.
rolf netzmann schrieb am 24.01.2011 um 10:27
nackt -- ohne kleidung, ist es das, was du meinst
nackt -- ohne hoffnung, wennn du hemmungslos weinst
nackt -- ohne glaube, was passiert noch im leben
nackt -- ohne liebe , will sie dir keiner geben
nackt -- ohne ruhe für körper und geist
nackt -- ohne wissen, weißt du denn, was du weißt
nackt -- deine seele, sie trägt tiefe trauer
nackt -- keine tränen, um dich herum hoch die mauer
nackt -- ohne halt, keiner reicht dir die hand
nackt -- dir ist kalt, unbekannt ist das land
nackt -- und der tod, er sieht dir schon zu
nackt -- du brüllst NEIN, lass mich in ruh
nackt -- möchtest du nie wieder sein
nackt -- nur vor dem spiegel, mit dir ganz allein

dieses gedicht habe ich schon 2009 geschrieben, es ist also etwas älter
poor on ruhr schrieb am 31.01.2011 um 10:40
@rolf netzmann

Finde ich gut ;). Herzlichen Dank.
rolf netzmann schrieb am 24.01.2011 um 10:27
ICH LADE ALLE AUCH ZUM KOMMENTIEREN DER HIER GEPOSTETEN TEXTE EIN; ALSO; KEINE HEMMUNGEN BITTE
goedzak schrieb am 24.01.2011 um 13:26
Aus Sympathie ein bescheidener Beitrag, der allerdings geklaut ist (der Autor kann sich nicht mehr wehren):

Blut im Stuhl

Müsli in die Frühstückstüte,
Küsschen, Kindchen,
gib dir Mühe!

Dann die Akten eingepackt
und aufs Klo und abgekackt.

Papier abziehen von der
Rolle.
Hypochonder,
Sichtkontrolle!

Blut im Stuhl!!!

Hämorrhoiden, Dickdarmkrebs,
Polypen, Blasen, Viren, Aids,
zerkautes Glas oder ne Zyste?

Bete, bete, Atheiste!
Du bist dran auf Seiner Liste!

Ach!

Bete, Bete, tief, tief Rote
gabs am Abend zu dem Brote!

(von meisterfalk - Friede seiner Asche!)
hadie schrieb am 24.01.2011 um 14:48
Nur ungern nimmt der Bloggersmann
statt baren Geldes Stuhlgang an.
Er sagt's dir trotzig ins Gesicht:
Nein Sch..., Sch... nimmt er nicht!
poor on ruhr schrieb am 24.01.2011 um 20:55
@goedzak

in memoriam meisterfalk

Klasse!
quarktasche schrieb am 24.01.2011 um 15:03
Dieses Gedicht ist gleichzeitig ein Rätsel. Finde die versteckten Wörter.

Haftnotiz

Schon von weitem
sehe ich die Umrisse
im Mauerwerk
einer grauen Haftnotiz
Blockwart - Burgen
und Trabanten - Städte
Grabstätte unwerten Lebens
Mit vielen Grabplatten
Spieler - Natur!
Hol dir zurück was
dir nicht gehört, Natur:
Park - Bank - Kapital
listig, der Fuchs
frisst gemäß Heuschrecken
vom frischgepflügten Acker
man kann es ihm nicht ver-
denken Sie mal drüber nach
poor on ruhr schrieb am 24.01.2011 um 20:17
@quarktasche

Gefällt mir sehr gut. Habe aber ehrlich gesagt nicht nach den versteckten Wörten gesucht, doch einige scheien trotzdem ins Auge zu springen. ;) Danke,

Herzliche Grüße

por
quarktasche schrieb am 25.01.2011 um 09:30
Danke, ja das gefällt mir auch sehr gut, muss ich zugeben.
koslowski schrieb am 24.01.2011 um 15:13
Coole Muse

Dichten für die Community
ist für Freizeit-Dichter wie
das Besteigen des Olymps.
Egal, ob‘ Versmaß hurtig rattert
und ob der Reim auch ziemlich knattert –
die Muse küsst ihn voll mit Links
und sagt zu ihm erotisch: „Ich :
liebte dich, wenn du auch mich
mit Kennerschaft berührtest
und nicht hyperventiliertest.“
poor on ruhr schrieb am 24.01.2011 um 20:17
@koslowski

Super! :)
poor on ruhr schrieb am 24.01.2011 um 20:40
Weil es nichts zu entschuldigen gibt

Will mir nichts abbrechen
und es muss sich auch nicht
auf Teufel komm heraus
reimen,
und auch das Wort Dichter/in
ist mir doch nicht so wichtig.

Es ist nur
die Suche
nach einer Heimat
an virtuellen
oder echten
Orten,
in der
ich mich
so zeigen darf
wie ich bin.

Selbst wenn
ich meiner
Muttersprache
immer noch Fehler mache,
Versmaße rattern, Reime knattern
ist sie doch meine einzige Heimat,
die mir bleibt
und in der ich der bin,
der ich bin,
solange ich atmen werde
und mein Herz
links
schlägt.
rolf netzmann schrieb am 24.01.2011 um 20:46
lass die metrik metrik sein
und schreibe wie es dir gefällt
gieß dir ein dazu den wein
nimm mit die schönheit dieser welt...
poor on ruhr schrieb am 24.01.2011 um 20:58
@rolf netzmann

Danke für die Ermunterung.
koslowski schrieb am 24.01.2011 um 21:05
@poor on ruhr 20:40

Ich lese deine Gedichte gern. Und deine anderen Texte auch. Sie gehören für mich zum FREITAG und seiner Community.
poor on ruhr schrieb am 24.01.2011 um 21:30
@koslowski

Vielen Dank, das freut mich. ;)

Ich hatte Dich auch wirklich nicht gemeint , sondern wollte mich mit meinen eigenen Unsicherheiten auseinandersetzen.

Wenn ich in Deinem Gedicht Impulse zu dieser Auseinandersetzung gefunden habe, finde ich das super und ich danke Dir dafür herzlich.

Herzliche Grüße

por
poor on ruhr schrieb am 24.01.2011 um 21:49
@koslowski

P.S.

Entschuldige bitte, ich habe vergessen zu schreiben, dass ich Dich Dich wirklich auch total gerne lese, nicht, weil Du das auch bei mir geschrieben hast, sondern weil es wirklich so ist! ;)

por
rolf netzmann schrieb am 24.01.2011 um 20:44
dichten für die community
konnte ich mir vorstellen nie
poor on ruhr stupste mich an
ob man nicht so was machen kann
ich finde toll die resonanz
worte bewegen sich wie im tanz
und all die unterschiedlichkeit
die verschieden gelebte zeit
bereitet mir freude beim lesen
das war´s noch lange nicht gewesen
poor on ruhr schrieb am 24.01.2011 um 20:46
@rolf netzmann

:) Danke. Finde ich auch. :)
Ehemaliger Nutzer schrieb am 24.01.2011 um 21:01
Mandelbrot ist der beste User weit und breit
er ist stets ohne Ausnahme zu jedem Streit bereit
Er zeigt dem Freitag-Forum was diskutieren heißt
Ist rheotorisch schlagfertig, wie ein Hund der beißt
Gutmenschen bekommen ihre Grenzen aufgezeigt
viele User sind ihm deshalb nicht gerade zugeneigt
Doch er klärt weiter auf und das ohne sich fortzubilden
Es ist ein schwieriger Job wie ein Missionar unter Wilden
Bei dem einen oder anderen ist Hopfen und Malz verloren
Es wäre besser, er wäre gar nicht erst geboren
Doch die meisten User werden früher oder später erkennen
das Mandelbrot die Wahrheit spricht und ihn zum Anführer ernennen
Er führt die Freitag Community in eine bessere Zeit
lauscht seinen Worten, liest seine Kommentare und seid bereit!
poor on ruhr schrieb am 24.01.2011 um 21:14
@Mandelbrot

Oh Mandelbrot
wirst Du
bei so viel Eigenlob
nicht rot? ;)
Rapanui schrieb am 24.01.2011 um 21:49
Respekt Mandelbrot, das hat Witz; Hier eine Zweitverwertung aus einem "Gefecht" zwischen uns:

Mandelbrot und Konsumbötchen

Ein Konsumbrötchen das lief rot
die Straße lang traf Mandelbrot.

Mandelbrot mit Hirschhornsalz
sieht Konsumbrötchens Griebenschmalz.

Hat Mitleid will Nutella schenken
Konsumbrötchen soll jetzt richtig denken.

Erst ist's Gummi dann Beton
Konsumbrötchen rennt davon.

Mandelbrot mit brauner Söße
fehlt nun die historsche Größe.

Protzt mit Zucker sülzt mit Ei
doch die Brotzeit ist vorbei.

Konsumbrötchen sagt ihm Fuck!
Versuchts noch mal nun als Zwieback.
koslowski schrieb am 24.01.2011 um 22:05
Hymne auf Mandelbrot

Unter uns der Mandelbrot,
kämpft immer tapfer gegen Rot.
Will mal einst als großer Held
und Führer in der weiten Welt
Ehr‘ und Anerkennung finden.
Bis dahin lasst uns unter Linden
auf roten Socken fröhlich feiern,
ihn kräftig packen an den Eiern.
Soll noch mal kreischen, unser Stenz,
Auf uns! Wir trinken noch ein Flens.
poor on ruhr schrieb am 24.01.2011 um 22:13
@koslowski

:) Super! Rein virtuell trink ich da glatt eins mit. ;)

por
mahung schrieb am 25.01.2011 um 10:37
Da Mandelbrot, wie es seiner zurückhaltenden Art nunmal entspricht, ziemlich tiefstapelt, was seine Rolle und Wirkung wider des kommunistischen Gutmenschentums hier in der Kommune (da ist es fast, dass böse Wort) angeht, konnte auch ich - wie schon Rapanui - nicht umhin, eine entsprechende Würdigung zu verfassen. Hier allerdings nur als mieser Aufguss - Zweitverwertung.

Das Lied vom Mandelbrot

Kommunisten buken Mandelbrot
schlimmer
ließen backen
instrumentalisierten
Omas Bauernküch
Hirschhornsalz im Nacken

sagt ist es möglich
das man heut
tut Mandelbrot noch backen
solch Namen trägt
so ungeniert
wo Kommunismus
doch Tote hat am Hacken

das Mandelbrot darf backen fein
so ist´s nurmehr geregelt
wer mindestens sich distanziert
besser: den Kommunismus richtig ekelt
Ehemaliger Nutzer schrieb am 25.01.2011 um 17:53
@Mandelbrot schrieb am 24.01.2011 um 21:01

(anerkennend, schmeichelnd):

...und noch sind Sie bescheiden...
poor on ruhr schrieb am 31.01.2011 um 10:41
@Krem-Browning
poor on ruhr schrieb am 24.01.2011 um 21:11
Wirklich kein Schutz

Wieder habe ich
vor dem Fernseher
meine Freizeit verpuffen lassen.

Kann ja
manchmal
ganz schön sein,
aber die
Medien der Herrschaft
in den eigenen Wänden
wirft
oft genug
dunkle Schatten auf mein
Gemüt.

Wollte mich
vor dem Lärm
der Anderen schützen
und habe eine
undurchdringliche Mauer
aus Geräuschen
rings um mich herum
zugelassen.

Ohne es zu merken
habe ich mich
ich in das Gefängnis
der immer
wiederkehrenden
Verdummung
treiben lassen
und habe
dann
das Leben
mit der
Television
verwechselt.
rolf netzmann schrieb am 24.01.2011 um 21:13
als gleicher unter gleichen
wollen wir uns hier fühlen
hochnäsigkeit soll weichen
wir wollen doch nur spielen
ich lasse mich nicht führen
will nur ich selber bleiben
und keine führung spüren
mag lieber friedlich schreiben
poor on ruhr schrieb am 24.01.2011 um 21:15
@rolf netzmann

Schön. Gefällt mir ehrlich und ich seh´s auch so. ;)

Ein friedliches Schreiben wünscht

Dir

por
poor on ruhr schrieb am 24.01.2011 um 21:18
Möchte doch

so liebend gerne

über Liebe dichten.

Ach, hätte ich

da

doch nur

was zu

berichten.
rolf netzmann schrieb am 24.01.2011 um 21:40
dichten wir über den schmerz
den die liebe kann bereiten
es zerreisst einem das herz
und das war so in allen zeiten

dichten wir über das glück
das wohlig warm wir in uns fühlen
und wann kommt es zu uns zurück
wie langsam sind des lebens mühlen

dichten wir über das leben
mit allen höhen, allen tiefen
in dem wir nach der liebe streben
und oft genug vergebens riefen
poor on ruhr schrieb am 24.01.2011 um 21:42
@rolf netzmann

Klasse. ;)
poor on ruhr schrieb am 24.01.2011 um 21:25
Bruno vom Mars

Er singt
über ihre
Lippen
und ihre Augen
und das ihr Gesicht
genauso in Ordnung ist,
wie es ist.

Manchmal
bin ich so
ein unerträglich
sentimentales Arschloch,
dass ich beim
Anschauen dieses
Musikvideos
auf MTV
fast geweint
hätte.

Doch dann
sah ich mir
die so besungene Frau
genauer an.

Kunststück,
dachte ich
bei so einem
Top-Model
hätte ich auch das gesagt,
aber hätte ich es
auch
bei einer
echten Frau
gewagt?
rolf netzmann schrieb am 24.01.2011 um 21:47
wahrscheinlich eher als bei einem topmodel, weil sie natürlicher wäre...
poor on ruhr schrieb am 24.01.2011 um 21:55
@rolf netzmann

Glaube ich auch. :) Hatte es aber bewusst offen gelassen! Eine echte Frau hört so etwas sicher auch gerne, aber wenn sie sehr gestanden ist und die Raffinessen der Männerwelt kennt, muss man damit rechnen, ob sie einen fragt, ob es einem noch ganz gut geht? ;)

Vielleicht ist diese Vermutung aber auch Quatsch. ;)

Meine Erfahrungen auf diesem Feld sind so verflucht lange her. ;)

Herzliche Grüße

por ;)
poor on ruhr schrieb am 24.01.2011 um 22:05
Muss für heute von dannen ziehen,
will aber nicht ohne Abschied fliehen,
leider muss ich nun gehen,
denn morgen will man mich
pünktlich auf der Schaffe sehen. ;)

Ciao.

por
rolf netzmann schrieb am 24.01.2011 um 21:59
zur abwechslung mal ein limmerick

es war mal ein maler aus heide
der malte gern unter ner weide
der plötzliche regen
war für ihn kein segen
er nutzte doch immer nur kreide
poor on ruhr schrieb am 24.01.2011 um 22:06
@rolf netzmann

....auch sehr schön. :)

por
rolf netzmann schrieb am 24.01.2011 um 22:05
es war ein pilot aus alaska
der wollte so gern fahren lasta
liess den flieger stehen
hat ihn nicht gesehen
der truck fuhr ihn tot, damit basta!
poor on ruhr schrieb am 24.01.2011 um 22:10
Kein Limerick. :( :)

Ach Mandy
leih mir doch Dein Handy,
das ist so geil,
ich liebe dieses Teil.
Katharina N. schrieb am 24.01.2011 um 22:13
schön, kurz und knackig...

ich hab auch einen limerick :)

Ein Gärtner aus dem Böhmerland
war als Poet auch sehr bekannt
als die Sonne lachte
und er Gedichte machte
bekam er einen Sonnenbrand
poor on ruhr schrieb am 24.01.2011 um 22:18
@Katharina N.

:) Stark! Danke. ;)
Richard der Hayek schrieb am 24.01.2011 um 22:18
Das Leben als Fraktal

Ein schlauer namens Mandelbrot
stets ums Recht bedacht
sieht ganz gerne rot.
Das wär doch gelacht
wenn was inkorrektes droht
steht er da zur Wacht
macht den Unsinn tot
schon hat es gekracht.

Ein schlauer namens Mandelbrott
weiß alles ganz genau
wittert immer den Komplott
stiehlt allen hier die Schau
wartet hinter dem Schafott
der Irrtum schreit: au ! Au!

Ein schlauer namens Mandelbeißer
ist ganz wichtig hier
die Show wird immer heißer
er ist wie Elixier
er ist der wahre Meister
darauf trink ich jetzt zwei Bier
poor on ruhr schrieb am 24.01.2011 um 22:21
Abstrus

Die kleine Clementine

isst eine grosse Apfelsine.
Richard der Hayek schrieb am 24.01.2011 um 22:27
Solange es reimt.
der gedanke keimt
die Sonne scheint
der dichter schleimt
der Richter leimt
weil der Schreiner in der Zelle sitzt.
Katharina N. schrieb am 24.01.2011 um 22:36
...sie dann in die Zitrone biss
seitdem ein weinig sauer ist...
Richard der Hayek schrieb am 24.01.2011 um 22:30
aus der Schulzeit noch:

Der Pferd
der Pferd, der hat vier Bein
an jeder Ecke ein
er die vier Bein nicht hätt
er umfallen tät
poor on ruhr schrieb am 24.01.2011 um 22:37
@Richard der Hayek

:)
Richard der Hayek schrieb am 24.01.2011 um 22:47
Ich blogge erst seit kurzem
was bedeuten diese Zeichen ?
poor on ruhr schrieb am 24.01.2011 um 22:51
@Richard der Hayek
Lächeln. Sich freuen. Das oben ist ein lächelnder Smily. Die beiden Punkte sind die Augen und die rechte Klammer stellt einen nach oben gezogenen Mundwinkel dar. Die Nase fehlt. Es soll aber ein lachendes Gesicht sein. Es liegt halt auf der Seite.
Ich wollte Dich nicht auslachen sondern anlachen, weil ich mich über Dein Posting gefreut habe. :)

LG

por
Richard der Hayek schrieb am 25.01.2011 um 10:19
Danke. war ein guter Einfall, diese Gedichtseite.
Wie wird man Dichter: einfach loslegen, jeden Tat eins:
irgendwas: heute ist ein schöner Tag. ich freue mich.

mit der Zeit wird man dann schlauer und es fäällt einem waas anders ein sprach der jjanddl
jezt muß ichs nur noch tun
rolf netzmann schrieb am 25.01.2011 um 11:14
ich finde es interessant, wie viele hier mitmachen und posten, und wie viele gedichte und reime die fc user parat haben, für mich ist es jetzt schon eine bereicherung der community
poor on ruhr schrieb am 31.01.2011 um 10:42
@rolf netzmann

Finde ich auch. ;)
rolf netzmann schrieb am 24.01.2011 um 22:39
ein versuch, er kann gelingen
so wie diesem hier geschehen
und allen sehr viel freude bringen
drum lasst ihn lange weitergehen

danke allen, die hier bisher mitgemacht haben
Katharina N. schrieb am 24.01.2011 um 22:40
Etwas Sehnsucht...

Oft hast du mich angesehen
mir heimlich hinterher geschaut
Blicke voller Sehnsuchtsflehen
Verlangen in mir aufgebaut

Jedes Lächeln nur von dir
Sinne drehen sich im Kreis
Saug es auf ganz tief in mir
und ruf nach dir ganz leis
poor on ruhr schrieb am 24.01.2011 um 22:44
@Katharina

Wow! Heiss und stark und alles Andere als kalter Kaffee! Super!
rolf netzmann schrieb am 24.01.2011 um 22:44
zum dahinschmelzen, so kann nur eine liebende frau dichten
poor on ruhr schrieb am 24.01.2011 um 22:45
@rolf netzmann

Finde ich auch! ;)
Katharina N. schrieb am 24.01.2011 um 22:59
Tja, die Sehnsucht und die Liebe...

vielen Dank und gute Nacht :)
Fro schrieb am 25.01.2011 um 02:45
Tja, die Sehnsucht und die Liebe...
weiß denn ER es, was dich triebe
ließ dich schreiben das Gedicht
Oder nicht?
Katharina N. schrieb am 25.01.2011 um 14:18
@ Fro

Oder doch?
Er weiß und ich weiß....
fiance schrieb am 24.01.2011 um 23:28
Was ist bloß los mit Euch, ihr müden Geister?!
Leg Euch nicht schlafen, Augen auf und nicht verkleistern!
Denn DIE DA OBEN werden immer dreister..
Bleibt hellwach und werdet wieder eure eignen Meister!

Die Herde schläft und übt sich im Schafe zählen..
während der böse Wolf heimlich kann die Lämmlein quälen!
Aufgepasst, auf auf! Die Glieder regen!
Nur Wachsamkeit bedeutet Segen!
quarktasche schrieb am 25.01.2011 um 09:45
gefällt mir gut, toll
Emma in Uniform schrieb am 25.01.2011 um 00:01
Für Joey( den stahlgrauen, 8 Kilo-Kartäuser)

Onkel, Tante..

Die Katze ist tot!

Warum aß sie so viel Brot?

Waum trank sie soviel Bier?

Onkel, bitte..sag es mir!

Nun..eine Katze

braucht viel Liebe.

Dafür gibt es nichts als Hiebe,

nichts als Arroganz

und Schmutz...

Wem hat sie nur je genutzt?

(1989..schnüff)
Fro schrieb am 25.01.2011 um 02:31
Was mir im Gehirn rumkeimt
wie kriegt man's hin
dass es sich reimt?
Und die Synapsen anvibrier'
ohne nur ein Tröpfchen Bier?

Ich versuch es mal mit „Liebe“
Was kommt sogleich? Na, „Triebe“
Versuch's mal mit dem „Lust“
und schon meldet sich das „Frust“
vielleicht doch ein Schlückchen Wein?
Da fällt mir Wolframs Blog gleich ein...
Ich glaub' ich lass es mit dem Reimen
denn quälen, nein, das will ich Keinen.
quarktasche schrieb am 25.01.2011 um 09:49
ein Gutmenschen-Gedicht...

Niemals niemals aufgeben

Lasst Frieden sein auf Erden
Lasst Liebe und Glück
Die Welt beherrschen
Lasst Solidarität und Menschlichkeit
Unsere Maxime sein
Nach der wir Handeln
Und nach einem guten Leben streben
Lasst das für jedermensch zu erfüllen
Das sein wofür wir leben
Lasst uns dieses Ziel
Niemals niemals aufgeben
Bis die gute Gesellschaft aufgebaut
Herrschaftsfrei und Gleich
Keiner arm und jeder Satt
Im Herzen warm und nicht am frieren
Wo keiner muss verlieren
Damit ein anderer gewinnt
Wo die Gesichter nicht
Von Schmerz und Leid gezeichnet sind
Und die Menschen nicht vor Gier und Neid
Sondern vor Liebe blind
rolf netzmann schrieb am 25.01.2011 um 09:56
eine vision, für die es sich lohnt zu leben
quarktasche schrieb am 25.01.2011 um 17:57
in der Tat
poor on ruhr schrieb am 31.01.2011 um 10:43
...genau! ;)
rolf netzmann schrieb am 25.01.2011 um 09:55
Baumehe

gestern beim spazierengeh´n
hab ich was seltsames geseh´n
da standen ganz eng, stamm an stamm
ne buche und ne eiche

und in luftiger höhe, ihr glaubt es kaum
bildeten sie nen gemeinsamen baum
ganz zärtlich und sanft berührten sich äste
willkommen im anderen baume als gäste
ich stand nur da und dachte so

ach mutter natur, was bin ich froh
ich weiss nicht wie alt sind diese bäume
ich stehe nur hier und fühle und träume
und denke mir, was schafft mutter natur
ganz ohne gefühle , zusammenhalt pur.

entstanden 2008 nach einem spaziergang, wo ich das Beschriebene live gesehen und gespürt habe
PreussenMichel schrieb am 25.01.2011 um 13:20
Hallo Herr Netzmann,

Ihre Einladung nehme ich an. "Aus dem Gehege meiner Zähne" entfiel im letzten Jahr auch ein Gedicht, bitte schön :

Vom deutschen Meinungsforscher
Ein Gedicht eines Tölpels nach der Melodei
„Reim Dich, oder ich fress Dich“

Meinungsforscher, einigender Meinungsforscher,
dein Treiben macht unser aller Gemüt immer morscher

Betriebe die Schlange im Paradies einen Laden
das Firmenschild trüge Deinen Namen

Kommst Du in Vollbeschäftigung rein,
wird das unser Untergang sein.

Bestellt – Geliefert ist Deine Devise,
und die Linken bleiben auf jeden Fall inne miese

Die Braunen bleiben lebenslänglich drausen
bisher war es Dir opportun
der Rest kann den Pelz zerzausen
und Deutschland kann ruhen

Die Nichtwähler jetzt ausgenommen,
ab + 18 Mio. ist Dein Zähler recht verschwommen

Aber es gibt auch kluge Zungen, die unken
Demoskopie gleich Demagogie

Die Liberalen
waren im Herbst 2009 doch am prahlen

Oder nun der grüne Umfrage – Hoffnungsschimmer
Ernsthaft, nie und nimmer !

Auch ,ganz Sarazin’ ist ein Hohn
und trotzdem Tasten-Progrom.

***

Meinungsforscher, Recht schaffender Meinungsforscher,
Dein Treiben wird immer unerträglicher und forscher

Wer im Lehrbuch „Hinkebein-Goebbels“ Geschichten drin haben muss,
bedeutet für Demokraten nur eins : Verdruß

Auf den starken Brettern von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit,
hälst Du den Holzwürmern die geldwerte Treue
Animierst Sie, bereitest Ihnen Bühnen, verleihst Ihnen Fertigkeit
Entfesselt von Verantwortung und Reue

Die unendlichen Ressouren der Menscheit
heißen Blah Blah und Dummheit

Als gemeingefährlicher Mineur der Tugend
Bist Du schon dreister Ingenieur von Jugend.

Und überraschend als übler Interpret
Findest Du in den Ozeanen der Ahnungslosen immer einen Weg

Den Segeln bläst es aus Osten,
da die Netze im Süden nichts kosten,

der Anker im Westen und die Angeln auf Nord
so setzt Du mit Deinem Geisterschiff die Reise fort.

Mal Korsar, mal Pirat, mal Sklavenlehre, mal rettender Tender
Aus Grenzen werden Fassung und Ränder

***

Meinungsforscher, freier Meinungsforscher,
was Du in unserem Lande treibst, ist immer weniger koscher

Deine Werbung will uns überall umzingeln.
Dein ungewählten Durchruf hört man allenthalben klingeln,

Deine launigen Fragen, mal listige, mal lasche
Folgen immer `ner gleichen käuflichen Masche

Leben besteht bekanntlich aus bunten Rechten und Pflichten,
was sollen da dein schwarz-weiß-grauen Angebots-Einsichten

Uns ist es bestimmt, auf einem Stier zu reiten.
Deshalb Schluss mit Deinem Treiben.

Zeig lieber Deine Rechnungen
Und gib dein Telefonbuch her
Wie war der Name zu diesen Verbindungen
Und wie lange ist das her ?

Deine Freifahrt ist nicht mehr zu ertragen,
wir müssen eine Zwangsheirat wagen !

Ein Braut wird sich für Dich schon finden, fürwahr

Und Sie sei schäbiger und hässlicher

als E L E N A*

* Elektronische Einkommensnachweis
PreussenMichel schrieb am 25.01.2011 um 13:27
. . . und noch ein Gedicht :

Ein Gedicht des Dichterkönigs Heinz Erhardt

"Vom alten Fritz,
dem Preußen König,
weiß man zwar viel,
aber auch recht wenig,

So ist zum Beispiel nicht bekannt,
das er die Bratkartoffel erfand.

Und darum heißt Sie auch,
und das ist kein Witz,
Pommes Fritz !"
rolf netzmann schrieb am 25.01.2011 um 13:31
hallo PreussenMichel, herzlich willkommen in unserer gruppe und ihre gedichte gefallen mir
quarktasche schrieb am 25.01.2011 um 18:00
Wer meint er kenne alle Antworten kennt nicht alle Fragen

In der Zeit verschwunden
Von allen Sorgen und Nöten entbunden
Vorbei fliegen im Gleichschritttempo
Die vielen verlorenen Sekunden
Wie Sandkörner im Strudel der Unendlichkeit
Die Erinnerungen verschwommen zur Unkenntlichkeit
Schwebend im dunklen Nichts der Ewigkeit
Ein kleiner Punkt nur auf der Leinwand der Zeit
Ein Pinselstrich und er ist verdeckt
In den Tiefen der Epochen versunken
Untergegangen im tiefen Ozean der Unwichtigkeit

Und doch ist nichts vergebens
Noch lang nicht alles verloren
Und doch ist ein jeder Teil seiner Zeit
Sie ist nicht zu stoppen
Es gibt kein zurück
Sie hat kein Erbarmen
Kein Ziel ist vorbestimmt
Nur ein Teil im Spiel der Teilchen
Was ist der Antrieb und die Kraft
Die alles im innersten Zusammenhält?
Fragen fliegen durcheinander
Weil nichts zusammen passt

Wohin führen all die Wege die wir beschreiten?
Wer will die Evolution bestreiten?
Die Welt ist eine Scheibe
Und sie ist im Mittelpunkt
Was ist auf der anderen Seite?
Und wie kommt man dahin?
Wieso sind wir hier und nicht woanders?
Wie kann man das rechtfertigen?
Uns geht’s hier gut in unserem Europa
Wer woanders arm geboren
Den lassen wir hier nicht rein

Wieso haben wir die Menschenrechte
Und halten sie nicht ein?
Was unterscheidet uns von Tieren?
Wir laufen nicht auf allen Vieren
Weshalb sind wir nie zufrieden?
Warum werden so viele schlechte Bücher geschrieben?
Wieso stellen wir so viele Fragen?
Wer meint er kenne alle Antworten
Der kennt nicht alle Fragen
Wenn alle Fragen beantwortet sind
Stirbt dann jede Hoffnung?
AEGAL schrieb am 25.01.2011 um 19:17
Erstarrt

Den Ausgang stets verfehlt
schwarze Schatten, Zustände
zwischen Isolation und panischen Gefühlen
verortest du mit letzter Kraft
keinen Ausweg, nur Ruhe
dein Platz zwischen den Stühlen

Wagst es nicht dich zu bewegen
aus Angst diesen letzten Strohhalm
zu verlieren
denn du könntest spüren
das die Zustände, jene Schatten
von deinem ruhigen Platz
dort,
zwischen den Stühlen,
selbst herrühren

T:Gotthardt
rolf netzmann schrieb am 26.01.2011 um 00:56
sehr nachdenklich, gefällt mir
Ehemaliger Nutzer schrieb am 25.01.2011 um 20:53
Vergangenheit blutet
im riesigen Land

gekreuzte Gedanken
durch Raum und Zeit

oh bitte, nicht schweigen
stell Deine Fragen

Ich bin nicht gerecht
Deinen Fragen… und trotzdem

nach Deiner Stimme
sehne ich

Stimme aus Vergangenheit
zitternder Faden

Jahrhundert vorbei
fast vorbei

verbrannte Haut
stummer Schrei

Bürgerkrieg zieht durchs Land
rote Flaggen

Frag mich, frag,
ob wir dieses Leben haben

glitzerndes Leben
für das sie starben

nein, gerecht bin ich nicht
Deinen Fragen

Schreien möchte ich
denn so schön war Traum

Scheitern, scheitern, scheitern
möchte ich

kein Recht auf Glück
wenn Erde in Flammen

ich will Dich umarmen
und kann es nicht
poor on ruhr schrieb am 25.01.2011 um 21:05
@Krem-Browning

Finde ich klasse! Danke.

por
rolf netzmann schrieb am 26.01.2011 um 00:57
reale zustandsbeschreibung, gut gelungen
poor on ruhr schrieb am 25.01.2011 um 20:55
Tanzendes Wort

Auch das tanzende Wort

an einem poetischen Ort

kann plötzlich stolpern,

vielleicht auch etwas holpern,

es kann seinen Takt verlieren,

doch meistens will es,

es immer wieder erneut probieren.
rolf netzmann schrieb am 26.01.2011 um 00:59
wie sangen schon die tioten hosen "steh auf, wenn du am boden bist", so ist es auch beim dichten, immer einmal mehr aufstehen als hinfallen...
poor on ruhr schrieb am 26.01.2011 um 20:48
@rolf netzmann

:) Danke. Finde ich auch! ;)

Wenn die Sprache merkt , dass es einem / einer Spass macht mit ihr umzugehen, hat sie ein grosses Herz und verzeiht einem / einer bei aller berechtigten Kritik so manches, auch wenn man / frau sich natürlich darum bemühen sollte sie fair zu behandeln! ;)
AEGAL schrieb am 25.01.2011 um 22:48
Phrasen über Phrasen

Werte steigen, Moral wird angemahnt
ihre Karriere ist gefestigt
elitär und geistig doch verarmt
so stacheln sie dich an ,drehen dich langsam um
marktgerechter Leistungsdruck lässt dich bald verstummen

Phrasen über Phrasen die dich ständig prügeln
erzeugen Selbstzweifel dadurch steigert sich dein grübeln
sie drücken dich nieder, sie machen dich platt
zerfressen die Seele , setzten dich schachmatt

Leben vorgeplant, Denken eingerahmt
Gefühle sind schlecht, werden zersetzt
dienen nicht ihrer Logik
nur Profite scheinbar mit Glück besetzt
darum mach dich flach und dien dich an
nur die Prostitution der Gesellschaft
sichert ihren Größenwahn

doch je weiter sie uns nieder pressen
umso größer wird der Druck
die Angst steigt unausweichlich,
doch steigt nicht auch die Wut?
begreif die Situation
hast deine Gefühle jetzt erkannt?
dann Wandel Angst in Wut
und erzeug den ersehnten Widerstand

togo
quarktasche schrieb am 26.01.2011 um 17:32
Nicht den Rasen betreten
Darfst dich nicht verspäten
Lauf geradeaus
Bleib nicht stehen
Sollst immer weiter gehen
Sie wollen Leistung sehen
Sollst dich raushalten
Gefühle ausschalten

...
mahung schrieb am 25.01.2011 um 23:03
Der Einladung willig folgend ein weiteres politisches Gedicht. Zwar schon erstveröffentlicht, aber hier in der FC, bleibt also in der Familie.

gesittet trinkt und isst, der mitteextremist

er hasst und hetzt
gewählten wortes
liest bücher
oder schreibt sie gleich
gut ausgebildet
geht das hassen
galant, fluffig und vor allem leicht

die neger und islamerergören
die sozialschmarotzer faulster sort
zerstören unser schönes land
es graust dem ängstlich mittelstand

lasst keinen rein
schickt jeden raus
die arbeitslosen - interniert sie
das sie´s lernen, die ...

wer nicht in arbeit
soll auch nicht essen
auch nicht heizen soll der (na ja) mensch

alkohol, tabak gestrichen
da frohlockt der mittelstand
sucht und spaß nur für betuchte
auch besser so
fürs ganze land

das wird man ja wohl noch sagen dürfen!
schlechte gene seien als solche auch benannt
armut und dummheit sind halt erblich
so wie der hass im mittelstand

hauen, stechen, schlagen, morden
davor graust dem mittextremist
für´s grobe gibt´s ja andere horden
die machen dann den nächsten schritt

Quelle:
www.freitag.de/community/blogs/mahung/polemisches-gereime-teil-v
Murphy schrieb am 25.01.2011 um 23:41
Glaub einfach

Glaub einfach daran, dass es an der Stadt liegen muss,
wenn eine blinde Frau stolpert,
ihre Freundin anruft und schreit: „Wieso habt ihr mich liegen lassen?“
und frag nicht weiter nach.

Glaub einfach daran, dass es manchmal halt passiert,
dass drei Frauen an der Haltestelle verprügelt werden
und frag nicht weiter nach,
denn der Typ gegenüber schaut dich
wie ein wildes Tier an und
Glaub einfach,
er hätte ein Messer.
und frag nicht weiter nach.

Glaub einfach daran, dass es anderen auch so geht,
wenn sie verlassen werden,
von ihrer Freundin oder sonstwem,
Glaub einfach daran,
dass Sie sich in den Schlaf heulen
und frag nicht weiter nach.

Glaub einfach daran, dass es so etwas wie
eine funktionierende Gesellschaft gibt,
Glaub einfach an das Miteinander, an die Solidarität,
an den Kapitalismus, an den Sozialismus,
Glaub einfach, es gäbe einen Ausweg
oder glaub daran, dass wir sowieso verloren sind
Und frag nicht weiter nach.

Glaub einfach, dass sie nur Gutes im Sinn haben,
oder gar nichts.

Glaub einfach, dass du mehr als eine Chance hast.

Glaub einfach.
rolf netzmann schrieb am 26.01.2011 um 01:03
glaube an dich, an deine fähigkeiten, an dein wissen und können, und setze all dies sinnvoll ein...
Uwe Theel schrieb am 26.01.2011 um 01:07
Bei aller Liebe zur Lyrik, aber könnte dann, selbst bei wackeligen Inhalten nicht wenigstens das Versmaß und der Rhythmus stimmen. Brecht meinte das mit "reimloser Lyrik ohne festem Rhythmus" anders, als es mir hier größtenteils verwirklicht erscheint.

Und schließlich: Bloß weil etwas sich reimt, ist es noch kein Gedicht.
rolf netzmann schrieb am 26.01.2011 um 01:22
@ uwe theel, es stimmt, manche texte haben keine metrik, manche reimen sich nicht, manche sind eher balladen..... nur sollte das keinen stören, weil es hier um den spass am dichten geht, um vergnügen.... und deswegen möchte hier jeden einladen, egal, was und wie er schreibt, dies ist ausdrücklich kein treffpunkt für profidichter
rolf netzmann schrieb am 26.01.2011 um 02:31
@ axiom, in dieser gruppe soll einfach jeder schreiben wie er möchte...

ob profi- oder hobbydichter
keiner sei des andren richter
jeder darf wie er will schreiben
und so lang wie er will bleiben
rolf netzmann schrieb am 26.01.2011 um 03:17
gedanken einfach treiben lassen
ideen fest am schopfe fassen
worte zu gedichten formen
befreit von regeln oder normen
wollen wir uns hier erfreuen
an so manch dichterisch neuem
Uwe Theel schrieb am 26.01.2011 um 10:13
@ rolf netzmann

um alles was ich bat war, mit Verlaub, etwas Demut im Umgang mit der Sprache. - Ich bin sicher, einiges was hier in ein falsches Korset gepresst wurde, hätten die Schreiber umgangssprachlich angemessener ausdrücken können.

lg
ut
Lee Berthine schrieb am 26.01.2011 um 10:23
...hat was, diese Prosa !

fast schon poetisch der Eingang:

"um alles was ich bat, war..."
so dass ich zweimal lesen musste, um herauszufinden, ob das ein Kommentar oder ein Beitrag ist!
poor on ruhr schrieb am 26.01.2011 um 20:31
@Lee Berthine

;)
Katharina N. schrieb am 26.01.2011 um 01:31
Was zählt Geld in dieser Welt
wie viel wert ist Kinderlachen
welchen Preis hat Ruhm und Macht

Wie weit muss man sich verbiegen
um ein Stück vom Glück zu kriegen...
rolf netzmann schrieb am 26.01.2011 um 01:53
sag mir bitte, was ist glück
vom großen kuchen auch ein stück
oder auch ne menge geld
ist dies alles glück der welt
oder ein partner, der liebt
der dir alles von sich gibt
der dich hält auch in der not
mit dir teilt das letzte brot
oder lachende kinderaugen
die dir wirklich alles glauben
sag mir bitte, was ist glück
von sich selber geben ein stück.....
Katharina N. schrieb am 26.01.2011 um 02:11
lieber rolf netzmann, eine eindeutige definition des glücks gibt es wohl leider nicht. schon aristoteles beschäftigt sich in der nikomachischen ethik mit der frage, was ist glück?
>>das höchste maß von allen gütern, die man durch handeln erreichen kann, ist das glück. glück ist ein tätigsein der seele im sinne der ihr wesentlichen tüchtigkeit>>, was es im einzelnen alles zu analysieren gilt...
>>wir philosophieren nicht, um zu erfahren, was ethische werthaftigkeit sei, sondern um wertvolle menschen zu werden>> Zitat Aristoteles

der kleine abstecher fernab der gedichtsform sei mir verziehen...;)
rolf netzmann schrieb am 26.01.2011 um 02:32
es sei ihnen verziehen :)
TauPunkt schrieb am 26.01.2011 um 16:38
ein stückchen glück ,
und einen stern,
ein stück vom blau
das hätt ich gern.

ich bog mich wie man mir geraten
schlug schleifen und gekonnte haken.

als ich schon ganz verbogen war,
da wurde plötzlich sonnenklar,
dass biegen, müssen, wollen, sollen
und all die anderen ganz tollen
vorhaben zu scheitern schienen.

da saß ich nun, ich armer tropf,
ich sah die sterne überm kopf,
die weite, die sich streckt so blau,
jammerte leis, fühlte mich flau.
chrislow schrieb am 26.01.2011 um 10:16
hey, .... ich finde das gut. Das Spiel mit dem wort zum Erpressen der Bedeutung... also sich der Bandbreite eines Wortschatzes und seiner Möglichkeiten bemächtigen...

... um über Umwege endlich zu neuen Wegen (Sichtweisen / Blickwinkeln) zu gelangen - also im Leser natürlich hauptsächlich...(oder?)

>>wir philosophieren nicht, um zu erfahren, was ethische werthaftigkeit sei, sondern um wertvolle menschen zu werden>> Zitat Aristoteles

-> Also doch autistisch ... also scheinbar .... und in sich und aus sich heraus für sich selbst.
Na, wenn das mal nicht eine Einbildung ist?

Allerdings kann man keine Dichtung herunterratternd lesen. mir ist die Form irgendwie unpassend - das Gedicht als Kommentar in einer Reihe runter .... ist auch irgendwie Erpressung des Lesers... und geradewegs Misshandlung der Texte / Dichtungen.

Kann man da eine andere Schablone/Oberfläche zimmern?

Aber es mag ein schöner und spontaner Anfang sein.
chrislow schrieb am 26.01.2011 um 10:22
Katharina N. schrieb am 26.01.2011 um 01:31

"Wie weit muss man sich verbiegen
um ein Stück vom Glück zu kriegen..."

-> Ja, natürlich allermeist bis es bricht das Sein - aber was ist dann noch Glück? Ist es dann nicht auch nur gebrochen verfügbar?

Ein entpersonalisiertes Glück... etwas, dass als ein Glück nur erklärt ... nicht empfunden ist?

Über solches Glück weis ich nichts... ausser, dass es nichts wert sein kann, was ich erkennen kann, wenn ich mich umsehe. Derzeit kenne ich nur Unglück im Vorsatz zugefügt....
Lee Berthine schrieb am 26.01.2011 um 10:37
@chrislow

das was du zum "entpersonalisierten Glück" schreibst, trifft einen Nerv in meinem ZNS, denn wie oft "opfere" ich mein wirkliches persönliches Glück irgendwelchem Kompromissen, Sachzwängen oder den Bedürfnissen anderer Menschen.
Dann tröste ich mich damit, dass ich das "bestmögliche" für alle Beteiligten anstrebe ---

aber wo bleibt mein ganz persönliches privates egoistisches Glück?

Kann es mit dem Glück der anderen verschmelzen oder bleibt es unbefriedigt?

Ich muss nachdenken...
chrislow schrieb am 26.01.2011 um 21:05
Der Mensch, mit dem es geteilt werden soll .... muß wohl was ganz besonderes sein ...

Nur wo wird man den finden, wo doch schon feststeht, das niemand dafür in Frage kommen kann....?
Lee Berthine schrieb am 26.01.2011 um 21:16
Nein, ich denke jetzt:

es gibt gar kein Glück, wenn es nicht geteilt wird, und in diesem Moment ist es dann nicht mehr m e i n s allein!
chrislow schrieb am 26.01.2011 um 22:16
Ich kenne Glück in mir... und das habe ich ersteinmal nicht geteilt. Allerdings schon lange her.

naja, ... ich habe auch sonst nicht viel teilen können und irgendwann auch nicht mehr wollen.

Wenn das geteilte Glück einem vorkommt als gegeben ... oder entwendet.... dann haut eh schon was nicht hin.
Lee Berthine schrieb am 30.01.2011 um 10:01
@chrislow

bin jetzt mal gemein und antworte mit einem Zitat von Albert Schweitzer:

"Glück ist das einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt"
chrislow schrieb am 30.01.2011 um 19:11
"Neulich übrigens habe ich das Gefühl gehabt, ich würde es üben können zu schweben...."

-> Wer von euch weiss denn, woran das liegt?
chrislow schrieb am 26.01.2011 um 10:27
Und ... nochwas:

Auch das schönste und naivste Liebesgedicht ist hochpolitisch... was sonst. Keine Dichtung ohne Schmerz und unmöglichkeit.... und da wirds immer politisch... (über den Umweg des sozialen Miteinanders und dessen Bedingungen)...

Es ist, wenn man so will ... alles politisch ... nicht genetisch...

Scheixxe...
AEGAL schrieb am 26.01.2011 um 11:32
Vereinzelung

Beschleunigte Gesellschaft
Schnelle Bewegung in
massenhafter Geschäftigkeit
Die Horden ziehen vorüber
Doch was bleibt?
Die Frage der Notwendigkeit!

Den Sinn ich bald erahne
Erschöpft! Beschäftigt!
Verschwimmt gehetzt der Blick
Auf Schwächere und Lahme
Doch willst du stoppen
Riskierst du selbst gar dein Genick

Rücksicht erscheint als Pyrrhussieg
So formt sich der Egoist
Legitimiert jenen Zustand
Weil Zynismus ihn auffrisst

So hetzen wir Seit an Seit
Keiner würdigt seines Nachbarn`s Blick
Solidarität sich in diesem Zwang zerreibt
So ist Vereinzelung, Sinn des Ganzen?
Die uns letztlich machtlos auseinander treibt!

togo
quarktasche schrieb am 26.01.2011 um 17:35
mir gefallen deine Gedichte sehr gut. Dieses ist klasse und Phrasen über Phrasen auch.
AEGAL schrieb am 27.01.2011 um 18:21
Danke, es sind eigentlich Songtexte die ich für meine ehemaligen Bands geschrieben habe.

gruß togo
KalleWirsch schrieb am 26.01.2011 um 14:12
Sei Mein

Ich bin gekommen
Um dir mit meiner Liebe
Die Gedärme glatt zu ziehen
Auf das du dich äußerst
Deine Wut mir ins Gesicht springt
Damit ich sie schmecken kann
Auf meiner Zungen zergehen lasse
Sie kaue, in ihre Einzelteile aufspalte
Schlucke, verdaue und ausscheiße

Am Ende will ich dich küssen
Und gemeinsam lesen wir dann aus deinen Exkrementen unsere Zukunft
chrislow schrieb am 26.01.2011 um 21:01
Die Welt ist immer so wie du:
Ein Lächeln und sie lacht dir zu, ein wenig Trotz,
ein wenig Zorn und statt der Rose blüht ein Dorn.

-> Eine Art sozial-interaktive Relativitätstheorie - Autor unbekannt.
Für mich ist dass neu... irgendwie dachte ich, der Dorn war zuerst und wird durch euch zur Rosenblüte abgestumpft....Mir war doch so, als ob es da von Schiller über den kantigen Stein was gab....?
chrislow schrieb am 26.01.2011 um 21:12
Das habe ich neulich mal zusammengestrickt - eigendlich nur ein kleiner Aphorismus:

Wenn sich Menschen begegnen...

... ist nicht was du siehst, dass was sein wird, sondern was man daraus macht wird sein, was du sehen wirst ...
poor on ruhr schrieb am 26.01.2011 um 21:24
Heute nichts

Heute nichts,
weil
heute nichts
da ist
und es
für mich
heute nichts
zu sagen
gibt.

Geht es mir doch
nicht nur heute
nicht um mein Ego
und
auch die Sprache
soll
heute nicht
von mir
geschunden werden,
selbst wenn
sie
so manches
verzeiht. ;)

Geht es mir
doch
nicht nur heute
sondern
wie immer
darum,
aufzuspüren,
was
da ist.

Heute nichts.
poor on ruhr schrieb am 26.01.2011 um 21:47
Umgangssprachlich hätte ich wohl geschrieben:

Mensch, was bin ich heute kaputt und leer.

Habe wirklich keinen Nerv zu dichten oder es zu versuchen.

Ich habe kein besonders starkes Ego und mir ist klar, dass ich der Sprache schnell was antun kann, aber vielleicht ist ja auch nicht so schlimm, weil ich es ja wenigstens versuche, mich mit der Sprache auseinander zu setzen.

Beim Versuch zu dichten, möchte ich eigentlich mehr als diese Leere von heute finden.

Heute geht das leider nicht , weil außer Leere nichts da ist.

Persönlich, finde ich eigentlich beides o.k. ;)
rolf netzmann schrieb am 27.01.2011 um 03:32
einfach mal mit worten spielen
dies kann sehr entspannend sein
wir hörten es ja schon von vielen
dazu dann noch ein guter wein
bald ist der kopf gar nicht mehr leer
und all dies fällt nicht mal schwer
poor on ruhr schrieb am 26.01.2011 um 22:33
150 oder einer geht noch

150 Kommentare haben der netzmann und alle Kommentaren verdient,
dafür werden auch mal die Worte verzeihlicherweise geschient.
Ob es ein Gedicht ist oder nicht,
die 150 für die oben Beschriebenen ist Pflicht.

Sicher kommt es nicht auf die Menge der Kommentare an,
aber den 150ten häng ich trotzdem dran,
Die Menge der Kommentare sind eine andere Geschichte,
aber es zählen doch die schönen Gedichte.
Katharina N. schrieb am 26.01.2011 um 23:50
@poor on ruhr

----aber es zählen doch die schönen Gedichte---

das finde ich auch! Und es sind wirklich sehr schöne und auch nachdenkliche gedichte hier vorgestellt worden. Insgesamt war es eine gute idee, die dichtergruppe ins leben zu rufen, in der sich alle bloggenden dichter so wortreich und interessant beteiligt haben und hoffentlich noch weiterhin beteiligen werden.
rolf netzmann schrieb am 27.01.2011 um 03:03
stimmt, die anzahl der kommentare ist egal, der spass ist das wesentliche, das spielen mit worten...
poor on ruhr schrieb am 29.01.2011 um 22:56
@Katharin N.

Danke. ;)
archinaut schrieb am 26.01.2011 um 23:35
.... uff, ein ganzer Gedichtband ist hier entstanden!

Jetzt geb ich schnell mal was kurzes:

Ich saß
und aß

Im Abendrot
ein Leberwurstbrot

Wie das Morgenstern'sche Wiesel
auf seinem Kiesel (im Bachgeriesel)
rolf netzmann schrieb am 27.01.2011 um 03:28
ne käsestulle hinterher
bei dem hunger ist das nicht schwer
und auf den durst noch schnell ein bier
dieses leben lob ich mir
rolf netzmann schrieb am 27.01.2011 um 03:02
ich war unsicher, ob ein solcher blog überhaupt angenommen würde, um so mehr freue ich mich, dass hier so viele posten,
DANKE SCHÖN an alle und weiterhin viel spass hier...
rolf netzmann schrieb am 27.01.2011 um 03:07
was zählt

was denn in dieser irren welt

ein nachdenklicher ton noch zählt

ein besonnen innehalten

ein gedanken neu entfalten

vom blut färbt sich die erde rot

alltäglicher begleiter tod

es wirkt auf mich einfach nur dumm

ich schreie es heraus: warum??

unschuldiges baby, was bist du geworden?

ein mann, nur ausgebildet zum morden

ohne emotionen, kalt

menschen einfach abgeknallt

was zählt noch das poetisch wort

an diesem todgeschwängert ort?

mag euch das feld nicht überlassen

all der gewalt und sinnlos hassen

ich mag noch an den frieden glauben

die hoffnung lass ich mir nie rauben…

dieses gedicht habe ich am 10.01. schon mal als eigenen blog eingestellt
rolf netzmann schrieb am 27.01.2011 um 03:45
bringt herrausgeschrieener zorn
uns wirklich ein stück nach vorn
ist er vielleicht nur ein Ventil
ohne ein konkretes ziel?
doch zeigt er nicht nur emotionen
die in jedem von uns wohnen
auch, dass sich etwas ändern muss
im eingefahrnen lebensfluss.
Mittelstandskind Ost schrieb am 27.01.2011 um 15:09
Geländerhymne

Dunkles Wirren auf Metallstreben, wie Strommasten
runde, glasklare Kugeln zentriert – voraus – zurück
Die Masten hängen, wie über blutendem Land gerückt
Wie Nullen und Einsen streifen Wirrende ohne zu rasten;

Es wackeln die Quallen, die alles ertragen im Wind der Gemeinen
Es liegen am Boden geknüllte Pakete, die alles ertragen und weinen
Es wird treiben, wie der Wind es ihnen treibt, dann quillt das Blut vom Himmel
Es wird faul, wie der Schimmel sie sich alle einverleibt.

So bläst der Wind hinüber den Gestank der Tränen in die Hirne der Quallen
als dann denen die unumgängliche heimtückische Luft widerfährt
lassen sie los und bebluten das Land im Fallen

Im Niederen wo keiner mehr imstande ist dem Vergangenen zu lauschen
lassen sich einige mit den Verblutenden ablichten
Um so die Tränen mit Blut zu vertauschen
AEGAL schrieb am 27.01.2011 um 18:19
Im Zuchthaus des Fortschritts

Geht los bleibt nicht stehen
die „Unsichtbare Hand“ peitscht sie voran
im aufgezwungenen Kampf um „Existenz“
geht das Wohl ihres Nächsten sie nichts an
jeder fixiert seinen eigenen Mittelpunkt
das Motto der Wahl heißt friss oder stirb
alle suchen ihren Vorteil
Wenigen bringt es Gedeih
Nur der Masse Verderb

Im Zuchthaus des Fortschritts
Existiert man im Takt
Konkurrenz treibt mechanisch
Den Mensch zerstörenden Akt

Kein Mitleid im brutalen Existenzspiel
Scheuklappen zerstreuen Selbstzweifel
so kann jeder verdrängen
nur Brutalität führt sie zum Ziel

Denn Scheuklappen die sie brauchen
in einem System aus Härte und Zwang,
weil die Schornsteine in Effizienz rauchen
bieten sie Schutz vorm mechanischen Drang

Zwar schützend verstellen sie gleichzeitig die Sicht
verklären den Zustand im diffusen Licht
klare Konturen sollen sie nicht erkennen
denn Erkenntnis und Klarheit stört nur beim Verdrängen
quarktasche schrieb am 27.01.2011 um 18:38
die „Unsichtbare Hand“ peitscht sie voran

tolle Zeile
Columbus schrieb am 27.01.2011 um 19:05
Weil im Thread so viele Gedichte stehen, die den Schmerz abhandeln, das Bonmot, Dichtung sei Schmerz, spare ich nicht, möchte ich auch noch ein Gedicht beitragen. Mal sehen ob es gefällt. Es musste in Englisch sein, was sicher ein schweres Sakrileg darstellt, mit Bezug auf den uckermärkischen Dichterkreis. Vielleicht fällt mir ja auch dazu noch einmal was Passendes ein? Das Gedicht erklärt sich selbst.

Algorithm rhythm

(Aching danse of aging men)

algorithm
al´ go rhythm in
algos
all rhythm go men
men o´ men
go rhythm
go men
all men
go
rhythm
and all
go rithm
us
all go
algo go
all go, go
or
thymos rhythm us

algo
in men
all gore
no rithm

Grüße
Christoph Leusch
rolf netzmann schrieb am 28.01.2011 um 20:05
hallo columbus, wie sie auf uckermärkischen dichterkreis kommen, müssen sie mir bei gelegenheit mal erklären :)
es gefällt mir gut, ihr gedicht
Columbus schrieb am 29.01.2011 um 01:55
War ein Scherz, wie auch die Bemerkung zum Englischen.
Das heißt ja im Deutschen , himmlisch, hymnisch, von den Engeln, z. B. im sog. "englischen Gruß" der Bildschnitzer. - Das Blog, der Thread, gelungen und vielfältig.

Schön wäre ein karibisches, revolutionäres Koch- Schnittchen+ Lyrik + kurze Erklärung im dF und die parallel geführte Blogseite hier, mit Aktionen und Reaktionen und Stellungswechseln Online-Offline. Eine Revolution wär ´es! So eine Art "Berliner Poetikanthologie", wo doch schon Suhrkamp umgezogen ist, zum wilden Peter Paul Zahl, Deutschland-Jamaika, gesegnet sei seine anarchische, aber freundliche Dichterseele. Das wäre ein guter Einstieg.
( www.lyrikwelt.de/gedichte/zahlg1.htm ).

Genosse, so lerne ich immer wieder, heißt beides Hilfe in der Not und Zusammenschluss, aber eben auch genießen, Genießer. Peter Paul Zahl sagte das. Ich bin zu blöd dafür.

Herzlichst
Christoph Leusch
rolf netzmann schrieb am 29.01.2011 um 10:31
Hallo Columbus,

ich lese ja jede Woche auch die Printausgabe, wo in der aktuellen Ausgabe auf der ersten Seite auf ein Lyrikprojekt der Freitag-Community verwiesen wird, mehr aber eben nicht.
In einem früheren Blog habe ich schon mal angeregt, ob in der Freitag-Edition nicht auch mal ein Band mit Gedichten und Geschichten der Freitag-Leser, online und offline, erscheinen könnte, leider ohne Resonanz. Vielleicht ergibt es sich ja jetzt, dass die Freitag-Redaktion für diese Idee offen ist, die vielen Blogger, die hier mitgemacht haben, finden in ihren Archiven bestimmt noch mehr Texte. Ich persönlich habe noch mehr davon, die ich in öffentlichen Lesungen vortrage und mit den Besuchern darüber diskutiere und würde ein solches Projekt spannend finden.

Herzichst

Rolf Netzmann
rolf netzmann schrieb am 29.01.2011 um 10:51
Ich habe jetzt bei dem verantwortlichen Kulturredakteur Michael Angele einfach mal nachgefragt, ob es mehr als eine fixe Idee ist, ein solches Prjekt in der Freitag-Edition anzugehen. Warten wir ab, was passiert.

Ein schönes Wochenende wünche ich
quarktasche schrieb am 27.01.2011 um 19:37
Dieses ist schon etwas älter, von 2007.

Solang wir gewinnen

fern sind sorglose Sonnentage
weit ist die Freiheit
geh deinen Weg
auf dem Gehweg der Zeit
du kommst nicht weit
der weg ist verbaut

die Freiheit verspielt
Sicherheit teuer erkauft
Menschenrechte wozu
solang wir gewinnen
ist alles ok

jeden tag ein Regentag
große Pfützen voll sorgen
geh deinen weg
der Gehweg ist nass
die Stiefel durchtränkt
Füße kalt und nass

am Hindukusch sterben Soldaten
fürs Vaterland und Demokratie
für Menschenrechte
hier braucht man sie nicht mehr
aber: solang wir gewinnen
ist alles ok
joelgion schrieb am 27.01.2011 um 20:00
komm raus mit der Sprache - selbst
wenn Du ihr gar auf dem Bauch durchs
Dickicht
kriechend, Zentimeter für
Zentimeter ein wenig näher
kommst und was
vernimmst - es lassen sich doch wohl
nur Fetzen davon wiedergeben - als
gäbe es nix außer Du
denkst Dir selber wieder und wieder was aus.
Prozedere schrieb am 27.01.2011 um 20:12
Im Vierkanthof

Schreit täglich neu das Telefon
Mag es noch lauter bellen
Hinweg mit all der Fron
Ich werd heut Bäume fällen
rolf netzmann schrieb am 29.01.2011 um 20:10
Wir fressen und wir saufen
Wir vögeln und wir kaufen
Und müssen unser image pflegen
Und sorgsam unser ego hegen

Der egotrip als lebensziel
Das dasein nur als leichtes spiel
Schweben in oberflächlichkeit
als definition unsrer zeit

als flucht vor dem realen leben
virtuelle welt muss alles geben
verdammt, macht mal die augen auf
probleme gibt es hier zuhauf

wann wollen wir sie anpacken
wie lang in die hosen kacken
schließlich ist es unsre welt
die uns allen nicht gefällt

statt saufen, chatten, ficken
und alles stumm abnicken
lasst uns aufstehen und fighten
zum teufel mit den nettigkeiten
Lee Berthine schrieb am 29.01.2011 um 20:20
das revolutionäre - wenns nur so roh und radikal nicht wär
und von was,
wenn nicht von saufen, fressen, ficken
sich nährt der revolutionär
fragezeichen
rolf netzmann schrieb am 29.01.2011 um 20:40
lass all das doch dazu gehören
den revolutionär soll es nicht stören
doch viele es gar nicht kapieren
dass sie nur einfach funktionieren

als kleines rädchen im getriebe
den ganzen scheiss so laufen lassen
dass alles auf ewig so bliebe
auch wenn sie selber alles hassen
Lee Berthine schrieb am 29.01.2011 um 21:08
wenn sie selber alles hassen
dann muss man sie wohl hassen lassen
den geistesblitz -
du selber werden -
der funktionierende erwacht -
das kann man nicht erzwingen,
das wird das Morgen bringen
oder nicht
oder licht
oder nacht
rolf netzmann schrieb am 29.01.2011 um 21:29
als rädchen mitlaufen
stets das neueste kaufen
in der masse mit treiben
alles soll so bleiben
manche werdens nie kapieren
für sie wird es nie passieren
maximal wern sie lavieren
nie deutlich artikulieren
AlterEgo schrieb am 29.01.2011 um 20:56
Stark genug, um schwach zu sein

Du liegst neben mir. Deine Briefe atmeten Sehnsüchte nach Verbotenem, Hemmungslosem und die Lust auf diese Nacht. Nur diese Eine.

Du liegst neben mir, dein Kopf ruht an meiner Schulter und ich spüre, wie dein Haar meine Wange liebkost. Deine Brüste berühren meine nackte Haut und ich weiß, dass dein Maiglöckchenduft mich begleiten wird. Eben hast du ein Bein über meines gelegt und der Anblick deiner weißen Haut unter dem schwarzen Strumpf lässt mich schneller atmen. Ganz sacht streiche ich mit meiner freien Hand darüber und es ist so still, dass ich das Knistern des Nylons dabei höre. Ich habe nur diese eine Hand, denn die andere hält dich im Arm und schützt dich. Sie hält die Welt und alle bösen Gedanken von dir fern.

Du liegst neben mir und die Erinnerung an den Klang deiner High Heels auf den Marmorfliesen vor dem Hotel weckt wieder die Erregung in mir. Du kamst auf mich zu durch den Winterabend und hattest dich schön für mich gemacht. Jede Bewegung deiner Füße, jedes Wogen deines langen Haares brachte dich meinen Phantasien näher und die Wärme in meinem Magen verwandelte sich in eine Fackel zwischen meinen Beinen. Die Sekunden gefroren zu Ewigkeiten, bis mir deine Nähe endlich den Atem nahm. Ein Blick in deine Augen und das Feuer darin fachte meine Lust auf dich und deinen Körper zu einem verzehrenden Sehnen an. Du reichtest mir deine schmale Hand und ohne ein Wort gingen wir gemeinsam durch den Schnee, der unsere Spuren bewahren würde, für eine kürzere Zeit, als ich deine Spur in meiner Seele.

Du liegst neben mir und ich weiß, deine Hand in meiner, sind wir unseren Weg gegangen. Der Glanz deiner Augen im schimmernden Licht der Kerzen auf dem Tisch mit dem Abendessen war nur ein Zwischenhalt, genau wie die Berührung deiner Hand, als wir beide gleichzeitig nach dem Salzstreuer griffen. Kamen die Funken von den Kerzen? Dein vorsichtiges und doch lockendes Lächeln, meine gesenkte Stimme und deine Füße unter dem zu kleinen Tisch, so dass du sie zwischen meine stellen musstest und mich mit roten Wangen dafür belohntest.

Du liegst neben mir und deine Schönheit hat die Erregung wieder in Härte gewandelt, doch ich weiß, dass es nicht wichtig ist, nicht mehr. In mir ist eine so sprechende Stille und ich höre deine Antworten. Lautlos formen sie sich tief in meinem Innern zu Bildern. Da war dieser Moment, in dem dein Rückgrat sich unter mir in einem unmöglichen Winkel bog, als wolltest du mich fortstoßen und hieltest mich doch mit all deiner Kraft fest, als sollten unsere Körper für immer verschmelzen. Dein Mund zum Schrei aufgerissen aber nur meinen Namen flüsternd und winzig klein, in der Tiefe deiner Augen, das Spiegelbild meines Ich.

Du liegst neben mir und mein Körper begehrt dich als Frau ebenso wie meine Seele dich als Mensch. Und dann die bohrende Frage in mir, ob ich stark genug bin, um für dich schwach zu sein.

Du liegst neben mir. Irgendwann hebst du deine Hand, streichelst mir sanft die Wange und ich spüre es tiefer als jeden Schlag.

Als du die Hand wieder fortnimmst, ist sie nass …
rolf netzmann schrieb am 29.01.2011 um 21:06
mal kein gedicht, dafür eine schöne kurzgeschichte.....
Lee Berthine schrieb am 29.01.2011 um 21:18
"ob ich stark genug bin, um für dich schwach zu sein."

Nie habe ich mich verletzlicher gefühlt, so wie ein Ei ohne Schale, als wenn ich voller Gefühl und ohne Netz und doppeltem Boden mich einem Menschen hingab - und damit meine ich nicht den Akt an sich, sondern den Vorgang des sich vor lauter Verliebtseins Verlierens und selber schenken wollens.
Das Risiko, zu... ja was...man geht an eine Grenze, um dem anderen noch näher zu sein, und weiß nicht, ob man wieder zurück kann, in das, was vorher war.

Beim AlterEgo scheint es sich mehr auf die Lust und Erregung zu fokussieren, aber das Moment der Schwäche ist dasselbe.
Vielleicht...
Lee Berthine schrieb am 29.01.2011 um 21:31
@ AlterEgo

P.S. wollte auch damit sagen, dass ich die Liebes-Szene gelungen und zum Mitempfinden geschrieben finde.
AEGAL schrieb am 30.01.2011 um 11:31
Sehnsucht

Langeweile treibt Gedanken,
wirre Bilder stehen nicht still
die Einsamkeit von innen wächst
keine Flucht vor dem Gefühl
tauch in grenzenlose Leere,
ertrink in Hoffnungslosigkeit
zuviel was ich entbehre
von der Zeit mit dir zu zweit.

Die Seele ist umnebelt
kein Licht am Horizont
Sehnsucht die bringt Einsamkeit
wie kann ich bloß entkommen

Als Verlierer geboren
den Teufel an der Hand
warum hab ich dich verloren
ich verlier noch den Verstand.
Doch ich such nach einem Ziel
einen Sinn muss es doch geben
und verzweifelt komme ich zum Schluss,
das Ziel heißt überleben.

togo
rolf netzmann schrieb am 30.01.2011 um 13:28
@axiom, ist ne gute idee:)
machen wir es einfach, die strophen vierzeilig, keine fäkalsprache, themenoffen, nach den 4 zeilen ist für jeden teilnehmer erstmal schluss, dann muss ein anderer schreiben....
rolf netzmann schrieb am 30.01.2011 um 13:32
DAS GEMEINSAME GEDICHT

woraus erwächst vertrauen
worauf lässt sich noch bauen
sag mir bitte, was zählt
an werten auf der welt...
Katharina N. schrieb am 30.01.2011 um 14:08
Am Horizont ein helles Licht
Zufriedenheit, die in uns ruht
verändert diese Welt wohl nicht
doch täte es der Seele gut

lg...
rolf netzmann schrieb am 30.01.2011 um 14:16
ruhe in zufriedenheit
sei bereit zu jeder zeit
für veränderung im leben
dann wird glück zurück geben...
poor on ruhr schrieb am 30.01.2011 um 22:28
Paul und Paula
treffen sich in der Aula
der Universität
Paula ist 5 Minuten zu spät....

Hat jemand Lust weiterzumachen? ;)
poor on ruhr schrieb am 30.01.2011 um 22:59
@axiom

Danke. ;)

Internet-Cafe macht gleich leider zu. Tschüßi.

por
koslowski schrieb am 30.01.2011 um 23:15
...
darum ist paul ganz sauer
und legt sich auf die lauer
erwischt aber nur schimanski
indes zieht paula an ski
schnappt sich einen alten gaul
und denkt nie mehr an sauren paul.
poor on ruhr schrieb am 31.01.2011 um 10:36
Der arme Paul
wird nun sehr faul
und ziemlich träge,
kauft sich eine Motorsäge.

Als er mit dem Sägen beginnt,
geht die Motorsäge nicht,
und Paul denkt er spinnt,
und fühlt sich als armer Wicht.
rolf netzmann schrieb am 31.01.2011 um 18:10
am ende springt sie doch noch an
unbd paul fühlt sich als ganzer mann
und er ist ein mann der tat
kleingesägt wird der hausrat
möbel, schränke, garderobe
dass ihn auch mal einer lobe
und in all den ganzen trümmern
hören wir den paul jetzt wimmern
und schuld daran ist nur die paula
sie kam ja zu spät in die aula :)
rolf netzmann schrieb am 31.01.2011 um 21:14
hätten sie gemacht eine uhrenvergleich
wären paul und paula jetzt im himmelreich
so ist sie hier und er dort
und einer ist am falschen ort
poor on ruhr schrieb am 02.02.2011 um 19:12
@rolf netzmann

Klasse! :) Danke. :) !
poor on ruhr schrieb am 02.02.2011 um 19:13
@axiom

Genau die Uhren. Das ist gut! Die Uhren sind immer schuld! ;)
poor on ruhr schrieb am 02.02.2011 um 19:13
Finde ich auch.
poor on ruhr schrieb am 31.01.2011 um 10:47
So schafft der netzmann auch noch der Kommentare zweihundert,
und kommt es drauf auch gar nicht an , wird er von mir bewundert,
für seine Toleranz allen FC-Dichtern eine Chance zu geben,
soll er dreimal hoch leben!
AEGAL schrieb am 31.01.2011 um 23:59
damit ist natürlich nicht der freitag gemeint :)

Manipulation

Ist es der Mann mit dem Sand der unsere Augen schließt?
Ein guter Mann,
der auch die kleinen Kinder liebt?
Warum tut er das, warum lässt er uns nicht wach?
Wo liegt der Grund, werden wir durch ihn auch schwach?

Der wahre Grund liegt im Absichern
Widerstand ist doch so schwach im Schlaf
und während die „Bunten Blätter uns zum träumen bringen
betäubt die Glotze leise und brav

Mit rosaroten Brillen bedingt durch Müdigkeit
Erscheint die Zukunft so schön und bunt
Doch wenn wir aufwachen und uns dagegen wehren
So streut er Hetze und Missgunst zwischen uns
Denn der Sandmann der auch die Kinder liebt
Ist von manchen Medien der der gezogene Kettenhund

Die Masse muss zerstritten sein
Kein Zusammenhalt kein Soligeist
Lenkbar gemacht durch diesen medialen Schein
Denn so kommt kein Sand ins Getriebe rein

Schaut euch manche Medien an
Zuckersüß kommen sie euch vor
Denn mit Zuckerbrot und Peitsche
Jagen sie die letzt Wahrheit fort
Randgruppen werden plattgemacht
Außenseiter gegeneinander gehetzt
Ausgrenzung ist das Ziel
Manipulation heißt das Gesetz

togo
Angelia schrieb am 01.02.2011 um 21:12
da por meint jeder sei ein Dichter hab´ ich es auch mal probiert.

Ein Sozialist sitzt auf der Wiese,
er macht den Kapitalismus miese.
Da stürmt herbei ein Kapitalist,
er weiß, dass Sozialismus schädlich ist.

Es dauert nicht lang, da ist es soweit,
sie geraten in einen heftigen Streit.
Der Eine dem Anderen ins Herz tief sticht,
der Andere dem Einen das Genick noch bricht.

Das Volk, erstaunt von diesem Krach,
eilt flugs herbei, meint dann nur ... ach.
Mal wieder holt man schnell den Wagen,
um zwei Utopisten zu Grabe zu tragen.
poor on ruhr schrieb am 02.02.2011 um 19:10
@Angelia

Danke. Klasse, Liebe Frau Dichterin Angelia!
poor on ruhr schrieb am 02.02.2011 um 19:11
@Angelia

Is doch super! ;)
Angelia schrieb am 02.02.2011 um 21:46
danke por :) meinst du nicht auch, dass da ein Hauch Wilhelm Busch durchschlägt ;-) Wir haben ihn als Kinder gelesen. Also wenn da nichts von hängen blieb weiß ich es auch nicht ;-))) Ein Kinderreim eben :-)

liebe Grüße Angelia
rolf netzmann schrieb am 05.02.2011 um 03:41
und in der Hölle, da streiten sie weiter
der teufel findet es gar nicht heiter
und spriocht:" bei mir ist jedermann gleich,
euch beide koche ich auch noch weich!"

den größten kessel herbeigeschafft
und reichlich wasser hineingegossen
kochend verließ sie zum streiten die kraft
und der teufel hat diese ruhe genossen
poor on ruhr schrieb am 06.02.2011 um 22:19
@Angelia

Iss doch klasse. Busch war vielleicht nicht ganz so polotisch, oder doch? ;)

Gut gemacht. ;)

Herzliche Grüße

por
rolf netzmann schrieb am 04.02.2011 um 04:39
Meine Anfrage beim Freitag, ob es möglich wäre, im Rahmen der Freitag Edition ein Buch mit Texten der Freitag-Blogger herauszugeben, war leider erfolglos, weil die Macher des Freitag sich zur Zeit nur auf die Zeitung und die Community konzentrieren wollen. Dies nur als Information an alle, die hier mitmachen, so lasst uns weiter hier Spass haben und austoben.

liebe Grüße

Rolf
rolf netzmann schrieb am 04.02.2011 um 04:39
Meine Anfrage beim Freitag, ob es möglich wäre, im Rahmen der Freitag Edition ein Buch mit Texten der Freitag-Blogger herauszugeben, war leider erfolglos, weil die Macher des Freitag sich zur Zeit nur auf die Zeitung und die Community konzentrieren wollen. Dies nur als Information an alle, die hier mitmachen, so lasst uns weiter hier Spass haben und austoben.

liebe Grüße

Rolf
rolf netzmann schrieb am 05.02.2011 um 03:32
Oh du Land der Pharaonen
Kleopatra´s, Tutanchamun
soll Revolution sich lohnen
dürft Ihr Euch jetzt nicht ausruh´n

Eure Schönheit ward gepriesen
bis in die heutige Zeit
hat manch Neuem den Weg gewiesen
seid zum Aufbruch wieder bereit

und wißt Ihr auch noch nicht wohin
so werdet Ihr doch weitergehen
es macht ja auch gar keinen Sinn
bliebt Ihr auf halber Strecke stehen
rolf netzmann schrieb am 05.02.2011 um 04:06
mal wieder was lustiges:

es waren einmal freche tauben
die wollten adlereier rauben
der mächtige flügel
wehte sie auf nen hügel
jetzt dürfen sie reste aufklauben
rolf netzmann schrieb am 05.02.2011 um 04:38
monsterzyklone ziehen über das land

legen in schutt und asche

was menschenhand erschaffen

blizzards lassen

uns erfrieren

das wasser

zeigt seine

zerstörerische macht

die natur lebt.
gal schrieb am 18.02.2011 um 18:33
Die Natur lebt
Wer weiß noch wie lange
Sie zittert und bebt
Und ihr ist ganz bange

Die Menschen leben nicht nur
Sie zerstören aus Dummheit die Natur
Die Erde wehrt sich und schlägt zurück
Sie braucht keine Menschen zu ihrem Glück
poor on ruhr schrieb am 18.02.2011 um 18:35
@gal

Wirklich schön!
rolf netzmann schrieb am 19.02.2011 um 16:58
weil wir auch auf uns selbst verzichten

alles bricht krachend zusammen
zivilisation in flammen
anarchie, hass und gewalt
bieten niemandem mehr halt
verloren ist allem der sinn
sag, dieser weg führt wohin
alles dreht sich nur um geld
verdammte monetäre welt
menschlichkeit im untergehen
alle nur im kreis sich drehen
geldscheine aus schokolade
schmecken letztlich auch nur fade
und liegt er bald in der luft
der münzen-marzipan-duft
wird es dadurch auch nicht besser
wir wetzen weiter die messer
schlagen aufeinander ein
keiner wird ein sieger sein
natur den todesstoss versetzen
zerrissen liegt sie bald in fetzen
sieger , sieger wird man hören
perfektioniert im zerstören
natur hat uns hervorgebracht
wir nutzen unsre geistesmacht
sie freudestrahlend zu vernichten
weil wir auch auf uns selbst verzichten
gal schrieb am 20.02.2011 um 19:50
Die Blume dort am Wegesrand
Der Stein im Sand am Ostseestrand
Der Vogel, der am Himmel schwebt
Sie wissen, wie die Welt sich dreht

Das Kind, das spielt am weißen Strand
Die Frau mit Blumen in der Hand
Der Mann, der neben ihnen steht
Sie wissen, wie es weitergeht

Sie sind vereint von Land zu Land
Mit sehr viel Mut und auch Verstand
Und kämpfen dass der Erdplanet
- Unzerstört - sich weiterdreht
rolf netzmann
life is illusion, adventure, challenge...but not a dream
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12:34
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Rosa Sconto hat gerade einen Kommentar geschrieben.
12:11
Georg von Grote hat gerade einen Kommentar geschrieben.
12:11
Ismene hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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