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oder Nachhilfe für Kulturredakteure
Ein seltsame Debatte kreiselt durch den Freitag: Die "Sloterdijk-Honecker-Debatte". Dass alles so lustig und verspielt im Freitag ist, zeigt sich z.B. darin:
"So erklärt eine Nachricht die Schieflage in der
Diskussion am treffendsten, die mich kürzlich erreichte. Ein geschätzter Kollege, der sich derzeit in den USA aufhält, wurde dort verschiedentlich gefragt: „Gibt’s
etwas Neues in der Sloterdijk-Honecker-
Debatte?“"
Nein, kein x-beliebiger Dummkopf - ein geschätzter Kulturkollege, gar ein Philosoph, Mr.X. Axel Honneth ist dann eben Erich Honecker. Ja, dann lachen wir doch weiter. Auch Margot Honecker lächelt mit.
Da fühlt man sich fast schon genötigt, doch ein paar andere Blickwinkel beizusteuern.
Wer im Unterschied dazu etwas von Axel Honneth lesen möchte, hier:
Gerechtigkeit und kommunikative Freiheit. Überlegungen im Anschluss an Hegel(2007)
Fortsetzung folgt. Wir wollen doch unseren Spaß haben.
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Na, hat's der Gemeinde und der Redaktion die Sprache verschlagen oder haben sich einige schon zu Tode amüsiert?
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Lieber Bildungswirt
Dein Lamento erinnert mich an einen herrlichen Streit, den wir innerhalb des Journalistinnenbundes mal hatten. Es galt so Mitte der 90er Jahre als längst überfällig, sich einmal kritisch mit Alice Schwarzer zu beschäftigen. Einige Bücher über sie erschienen, die auch die Widersprüche in ihrem Leben und ihren Haltungen beleuchteten. Auch die Taz-Chefin Bascha Mika hatte ein Buch geschrieben. Es ging - so schien es mir - im Grunde doch darum ein bisschen am Postament zu rütteln, auf dem Schwarzer stand. Streckenweise war die Kritik auch ziemlich fundamental. Ich konstatierte damals nüchtern: "Aha, Schwarzer ist also Euer Honecker" Es brach ein Proteststurm los, ich galt mit meinem Scherz als völlig daneben und so weiter. Nur die reizende französische Journalistin Pascale Hugues konnte mit dem als so verwerflich kritisierten Vergleich was anfangen, was sie auch kundtat und mir zublinkerte. Die geht nicht mehr zu den Journalistinnen-Treffen. Vielleicht sind die ihr auch zu humorlos. |
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Liebe Magda,
danke für die Anekdote.Auch dein Versuch Honecker weitgehend als Metapher zu gebrauchen, gar als Scherz einzuführen, kann ich wohl nachvollziehen, dennoch überzeugt mich das nicht. Honneth durch Honecker in der Überschrift zu ersetzen, lässt sich dadurch nicht rechtfertigen (vieleicht in einem dümmlichen Arbeiter- und Bauernblatt? - nein, auch da nicht, beschäftigen sich nicht mit solchen Themen). Dazu das besonders hohe Ross eines Herrn Angele als verantwortlicher Kulturredakteur - das geht angesichts der Forscherleistung von Axel Honneth als auch der Geschichte des Instituts für Sozialforschung beim besten Willen nicht. Harte Kritik an Sloterdijk als auch meinetwegen an Honneth als Sachauseinandersetzung - okay, wenn man gleichzeitig weiß, in welcher Zirkuskuppel man beansprucht zu turnen.(Hier gibt es im Freitag durchaus fundierte Ansätze) Humor ist, wenn man trotzfdem lacht. Vielleicht sollte aber das Feingefühl nicht verloren gehen, wenn man komplett aus der Rolle fällt. Ich erinnere ganz heiter an die große Bedeutung des Artikel 1 des Grundgestzes. Gruß BW |
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Für die Rechtschreibkontrolleure - muss bei so einem wichtigen Text selbstverständlich heißen: Grundgesetz (GG)
PS. An die Technik: Wann kommt die Servicefunktion: Vorschau? (wurde von der Community sicher schon 30mal angemahnt) Ansonsten: jeder schreibt, wie es ihm passt. |
Ausgabe 07/12
16.02.2012
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