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Pressemitteilung: IVL zu Schulbuchtrojanern
IVL zum Einsatz von Schultrojanern der Schulbuchverlage in Schleswig-Holstein – „Herr Minister, Kontrolle ist gut – Vertrauen ist besser!“
Die Vereinbarung zwischen dem Land Schleswig-Holstein und den Schulbuch-Verlagen, so genannte „Spähsoftware“ auf Schulcomputern einzusetzen, lehnt die Interessenvertretung der Lehrkräfte (IVL) ab.
„Mittlerweile schreckt die Politik offenbar vor nichts mehr zurück, wenn es um die Mitarbeiter des Landes im Schuldienst geht - was haben sich Lehrkräfte schon alles anhören müssen, aber dass sie jetzt quasi kriminalisiert werden, schlägt dem Fass den Boden aus!“ so IVL-Landesvorsitzende Grete Rhenius.
Die IVL bemängelt seit langem, dass das Vertrauen zwischen Dienstherrn und Mitarbeiter gestört ist. Das Land dürfe nicht der Büttel der Schulbuchwirtschaft werden und seine Lehrkräfte unter Generalverdacht stellen.
Die vom Land eingegangene Verpflichtung, gegen Lehrkräfte bei der Entdeckung von Urheberrechtsverstößen disziplinarische Maßnahmen einzuleiten, lehnt die IVL ab. Stattdessen sollten besser die Rahmennutzungsverträge erweitert werden; dafür müsse sich das Land stark machen.
Die IVL hofft zu einem Verhältnis zurückkehren zu können, in dem zwar kontrolliert, aber auch vertraut werden kann.
V.i.S.d.P. IVL-SH
Tade Peetz, Pressereferent Heikendorf, 1.November 2011
Stückenberg 15
24226 Heikendorf
Tel.: 0431-2391935
Was steckt dahinter?
Hinter der Maske des Urheberrechts soll zusätzlich an den Schulen Profitsteigerung erzielt und gleichzeitig eine zentralisitische Kontrolle der Schulen über den Einsatz von Materialen verwirklicht werden. Das ist nicht nur für Schleswig-Holstein ab 20102 geplant, sondern auch in allen 16 Bundesländern. Die Kultusministerien sitzen lieber mit den Schulbuchverlagen in einem Boot als mit den Schulen. Den Schulen (Lehrern, Schülern, Eltern) wird nicht getraut. Bürokratischer Kontrollwahn ist die eine Seite und das permanente Geschwätz der "Selbständigen Schule" die andere. Die organisierte Schädelspaltung ist Teil des Wahnsystems. Anstatt die Potenziale der freien und kostenlosen Verbreitung von Aufgaben und Materialen via Internet an den Schulen zu fördern, wird genau das Gegenteil praktiziert. Die verkehrte Welt der Kultusmiinisterien zeigt sich besonders beim Abitur, dem Aushängeschild der deutschen Schullandschaft.
Erinnert sei in diesem Zusammenhang an die markigen Worte von Altbundeskanzler Helmut Kohl: "Die reaktionärste Einrichtung ist die Kultusministerkonferenz; im Vergleich dazu ist der Vatikan noch weltoffen."
PS. Weitere Infos zur verkehrten Welt in Schulministerien, hier:
www.freitag.de/community/blogs/bildungswirt/verkehrte-welt-im-schulministerium-teil-2
Das gesamte Spektrum mit ähnlichen Artikeln des Bildungswirt finden Sie hier:
www.bildungswirt.de/2011/11/02/trojaner-und-schnuffelschule/ ;
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Danke für das Blog. Sehr informativ. MANCHES IST IN DEN NACHRICHTEN doch sehr abstrakt. Sicher kann ich mir unter Schultrojabern auch irgend etwas vorstellen, aber das ganze Hintergrundwissen ist doch sehr wichtig.
Der Gedanke an einen Schnüffelschule ist auch mir unerträglich. "1984" ist noch lange nicht vorbei, es fängt gerade erst so richtig an! |
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Die "1984"-Kontrollettis kommen immer wieder in neuen Mäntelchen daher. Sie wollen technologisch-mediale Errungenschaften zentralistisch nutzen und scheuen die Basis-Demokratie wie der Teufel das Weihwasser.
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Den Schulen (Lehrern, Schülern, Eltern) wird nicht getraut. --- Es ist ja schon recht schwer, Schülern und Eltern zu trauen. Manchmal haben die schließlich so ganz eigene Vorstellungen davon, was zu lernen sei.
Und Lehrern - Lehrern! Pah! Denen kann man schon gar nicht trauen; kommen sie doch nicht selten auf so absonderliche Ideen, wie den Schülern demokratische Ideen oder gar eigenständiges Denken zu vermitteln. Was würde den eine prima funktionierende Wirtschaft mehr stören als solcher Unfug? Und ist nicht vom Altmeister der Revolution W.I. Lenin selbst der Spruch überliefert, daß Vertrauen gut, aber Kontrolle besser sei? - Eben! |
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Immer diese Leninisten mit ihren verschrobenen Ideen. Wenn du heute einige Schulminiterien schließen würdest, hätte das an den Schulen gar keine Auswirkung. Es ist ein wenig wie bei Kafkas Schloss:Gibt es den Obersekretär überhaupt? Man kennt ihn über verschiedene Untersekretäre nur vom Hören-Sagen....
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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