Doris Brandt

Blog von Doris Brandt

31.12.2010 | 16:30

Der ultimativ erste Jahresrückblick 2011

 

Geschafft. Endlich. Am Jahresende wird es immer hart. So macht mir nicht etwa der frühe Wintereinbruch zu schaffen oder das vorweihnachtliche Hamstergebaren der Kampf-Shopper. Auch schmeckt der dritte Tetrapack-Glühwein auf dem Weihnachtmarkt, eingepfercht zwischen schlagersingenden Versicherungsvertretern, gar nicht so schlecht. Alles schon dagewesen und irgendwie in die eigene Tradition mit eingebaut. Die Silvesterfeierlichkeiten, die man zumeist schon drei Monate im Voraus panisch minutiös geplant hat,  nachdem im sozialen Umfeld zeitgleich mit den ersten Dominosteinen in den Supermarkt-Auslagen, die  obligatorische Frage „Was macht‘n Ihr Silvester“  anfing, immer größere Kreise zu ziehen. Nein, alles schon dagewesen.Wie in jedem Jahr kann man seinen Kater auskurieren, indem man  apathisch die Flugkurven der Neujahrsskispringer verfolgt.

Was mir wirklich zu schaffen macht sind die Jahresrückblicke, die sich scheinbar von selbst  reproduzieren, um dann sehr subtil die ohnehin schon vor sich hin krückende Fernsehwelt  zu unterwandern. Jahresrückblicke in allen Farben, Formen und Variationen. National, international, regional, anal, rektal. Die schönsten Hochzeiten, Beerdigungen, Banküberfälle, Skandale, Katastrophen,   feinsäuberlich in zwölf Häppchen unterteilt, die dann wahlweise mit Sarah Connor-oder Enigma-Hintergrundmusik weichgespült werden. Letztens habe ich schon geträumt, dass Lena Meyer-Dingsbums und Tilo Dingsbums zusammen eine ethisch-korrekte Platte für den kommenden Grand-Prix aufnehmen! Das kann nicht gesund sein. Ein Jahresrückblick ist ausreichend. Freddie Frinton hüpft ja auch nicht seit Anfang Dezember über den Tigerkopf.

Warum nicht einfach jetzt schon einen Rückblick für 2011 in die Schale werfen?  Wieso bis Dezember warten?  

Das war 2011

Januar

Schneefall

Februar

Depeschen werden durch Wikileaks in den Umlauf gebracht

März

Hillary entschuldigt sich. Im Fernsehen wird versehentlich die Entschuldigungsrede vom Dezember  2010 ausgestrahlt. Kann ja mal passieren.

April

Herr und Frau zu Guttenberg fliegen nach Afghanistan, um mit den Soldaten gemeinsam die Osterfeiertage zu begehen. Der mitgebrachte Roberto Blanco heizt mit altbewährten Songs wie „Ein bisschen Spaß muss sein“  kräftig die Hütte ein.

Mai

Die königliche Prunkhochzeit  im April auf Kosten des Steuerzahlers hat die Welt verzückt und das Land in den Ruin getrieben. England ist nun auch pleite.

Juni

Alice Schwarzer löst Kai Diekmann ab und wird Chefredakteurin der Bild.

Juli

 Herr und Frau zu Guttenberg verbringen ihren Sommerurlaub am Hindukusch. Die dort  stationierten Soldaten sind allmählich genervt und haben für einen Centerparcs-Urlaub der Familie Guttenberg gesammelt.  

August

Familie zu Guttenberg macht Urlaub im Centerparcs Bispinger Heide.

September

 Zur 10. Gedenkfeier des 11. Septembers darf Guido nochmals in die USA reisen. Seine englische (!) Rede am Ground Zero ist jedoch so unverständlich, dass  ihn Sarah Palin mit einer sehr lauten und pathetischen Version von „America the Beautiful“  überstimmt. Die umliegenden Gebäude sind vom Einsturz bedroht.

Oktober

Stefanie zu Guttenberg wird Geschäftsführerin bei RTL2

November

Guido Westerwelle kehrt der Politik den Rücken zu und wird Geschäftsführer  im Centerparcs Bispinger Heide.

Dezember

Jopi Heesters feiert seinen aktuell  108. Geburtstag und ist wie immer nicht davon abzubringen, sich selber ein Geburtständchen zu trällern. Ausgerichtet wird das Event von Eventmanager Michael Mronz und findet im Centerparcs Bispinger Heide statt.

Einen guten Rutsch!

 
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Kommentare
Fro schrieb am 31.12.2010 um 17:52
Ja danke, dann sind wir mit 2011 ja auch durch. Bin ich mal gespannt auf 2012.
Ebenfalls guten Rutsch.;-)
Rahab schrieb am 31.12.2010 um 18:20
;-)))
Deaktivierter Nutzer schrieb am 31.12.2010 um 18:36
Der mitgebrachte Roberto Blanco heizt mit altbewährten Songs wie „Ein bisschen Spaß muss sein“ kräftig die Hütte ein.

Falls Roberto dann Schnupfen gehabt hätte wäre Günter Wallraff für ihn eingesprungen sein.
goch schrieb am 01.01.2011 um 11:13
Gut , das meiste ist ja sehr realistisch, aber das Guido Geschäftsführer wird, ich weiß nicht.....
Frohes Neues .........!
Reinard schrieb am 01.01.2011 um 15:12
Ok., damit könnte ich leben, einiges würde mir nicht zuwider laufen. Hoffen wir also, dass nicht allzu viel hinzu kommt, was diesen Masterplan über den Haufen wirft.
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