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Foto:dpa
Ich nehme alles zurück. Er wird es nicht packen. Die Lichtgestalt, der coole Baron, der Unantastbare, Minister Klartext, das Einhorn, der Popstar, der Aufsteiger des Jahres, der Talibankenner, der Gatte von Barbie: Karl-Theodor zu Guttenberg wird 2013 nicht Bundeskanzler. Selbst das tendenziell konservative ZDF wagt mittlerweile zaghafte Kritik an der Diskrepanz von Anspruch und Wirklichkeit seines politischen Handelns:
"Die Kundus-Affäre bewerten, die Wehrpflicht abschaffen, Opel retten. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat schon öfter anders gehandelt als angekündigt. heute.de checkt den Star der Regierung.(...) Nur: Wesentliche Informationen kannte der Minister bereits aus dem sogenannten ISAF-Bericht der NATO. "Guttenberg versucht seitdem zu erklären, wie aus militärisch angemessen so schnell ein militärisch nicht angemessen werden konnte", erklärt Reichart. Das erste Beispiel für einen nicht besonders eindeutigen Kurs.(...) Wankelmütig zeigt sich der Minister auch beim Thema Wehrpflicht.(...) Wenn er es für opportun hält, wechselt der Freiherr seine Ansicht so schnell wie seine Anzüge.(...) Im Zweifel müssen dafür dann - siehe Kundus-Affäre - ein paar Hintersassen den politischen Preis bezahlen. Und Ähnliches wiederholt sich im Fall der Gorch Fock."
Darüber hinaus lässt das Lothar Matthäus Double seine Untertanen für holzschnittartige Bundeswehrwerbespots bezahlen , wirkt herablassend gegenüber Journalisten, läuft seltsam gestelzt, kann augenscheinlich schlecht lügen und scheut sich nicht Marietta Slomka zu instrumentalisieren, um vor den Kameraden Eindruck zu schinden.
Insofern brauch niemand komplett schwarz zu sehen, denn nicht jeder Gebirgsjäger bedroht gleich die westliche Gemeinschaft.

Foto:ddp
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Doch noch Hoffnung? ;-)
Danke, las sich gut, vor allem das "Lothar-Mattäus-Double" hat mir gefallen. Ernsthaft: wer sich ständig so darstellt, macht irgendwann Fehler, und vielleicht auch mal einen zuviel. Die Gorch-Fock könnte ihm noch arge Schwierigkeiten bereiten, wie mir scheint. |
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Sieh's einfach mal als Klein.
+ das ist das Gute am Verteidigungsapparat, der Boss hat immer einen Schleudersitz. Vielleicht braucht das Finanzministerium ja bald Ersatz. |
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Danke für das wirklichkeitsnahe Guttenberg-Bild. In den Medien hat Guttenberg etwas an Ansehen verloren und er macht einen erstaunlich tollpatschigen Eindruck, aber wenn sich hierzulande Leute einen „Führer“ auserwählt haben, dann stehen sie fest in Treue zu ihm. BILD-Umfragebisher 70000 Teilnehmer:
"Gorch-Fock"-Skandal, Waffenspiele in Afghanistan, Feldpost-Affäre: Wie geht Guttenberg mit der Krise um?" 66% meinen: „Gut, der Minister greift durch und forciert die Aufklärung.“ |
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Welches politische Potenzial und welche Ambitionen kann man jemandem zutrauen, der immer wieder das gleiche Verhalten bei Krisen zeigt: zuerst warnt Guttenberg vor "Vorverurteilungen", entläßt dann nach Bild-Schlagzeilen einen Untergeben, um anschließend Kritikern Ahnungslosigkeit vorzuwerfen. Man muss kein Hellseher sein, um Guttenberg bald wieder in den üblichen Talkshows zu sehen, zum "Schwiegersohn Junior-" Spielen.
Sollte man nicht fragen, ob die "Lichtgestalt" Guttenberg nicht vorrangig eine Erscheinung des Boulevard ist, ein Politikerimitat für Gala und Bunte im Warteraum beim Zahnarzt? Übrigens ist der Begriff "Lothar-Matthäus-Double" mehr als gut: allerdings konnte der wenigstens Fussballspielen. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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