h.yuren

die seen gehn unter

19.10.2011 | 08:38

Fracking lässt die Tassen im Schrank scheppern

der britische geologische dienst hat jetzt den schlusstrich unter seine nachforschungen gesetzt, betreffend die erdbeben im april/mai dieses jahres bei blackpool. die erschütterungen hatten eine stärke von 4,5 auf der richterskala erreicht.

da in unmittelbarer nähe und auch zeitgleich mit den bohrungen nach gas das erdbeben sich ereignete, lag von anfang an der verdacht nah, es sei durch die frackings ausgelöst worden.

beim fracken wird eine große menge wasser mit sand und chemikalien unter hohem druck - bis 1000 bar - in die bohrlöcher gepresst, um das gashaltige gestein zu sprengen, damit das gas frei wird und von der förderfirma gewonnen werden kann.

der britische geologische dienst legte jetzt seinen bericht vor, in dem festgestellt wird, dass die erdstöße tatsächlich mit größter wahrscheinlichkeit durch fracking verursacht wurden. die förderfirma darf erst ihre arbeit wieder aufnehmen, wenn sie darlegen kann, dass künftig keine erdbeben mehr ihre arbeit begleiten.

falls es der gasindustrie nicht gelingt, alle zweifel auszuräumen, muss sie ihre bohrungen für immer einstellen. auch in den niederlanden wird die britische entwicklung aufmerksam verfolgt. die niederlande hatten wie britannien ein moratorium für alle frackingfirmen verkündet.

interessant ist die entwicklung im britischen erdgasgeschäft aber auch für nrw und andere bundesländer, in denen wie in niedersachsen bereits nach unkonventionell gelagertem erdgas gebohrt wird oder die vorbereitungen laufen. auch in niedersachsen hatte es vor 4 jahren ein erdbeben der stärke 4 gegeben, das auf fracking zurückzuführen ist, wenn auch exxon den zusammenhang bestreitet. der wirtschaftsminister bode(fdp)in hannover spricht jedenfalls wie exxon von störungsfreien arbeiten seit jahrzehnten.

 
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Kommentare
Vaustein schrieb am 19.10.2011 um 13:43
Das Scheppern des Geschirrs im Schrank ist ein Übel. Und trotzdem sollte man darauf nicht so reagieren wie Frau Zehntbauer aus Mannheim. ,,-))

www.youtube.com/watch?v=T1tUg2ue29c
h.yuren schrieb am 19.10.2011 um 15:54
nee, mein lieber, das ist eine nebensache.
Fro schrieb am 19.10.2011 um 14:12
Fracking ist für mich ein wutförderndes Thema. Da werden tonnenweise Gifte in die Erde gepumpt, und die Behörden geben sich damit zufrieden und erteilen Genehmigungen zum Probefracking - sogar in Grundwasserfördergebieten - wenn nur die „Spezialisten“ der Förderfirmen behaupten: nach derzeitigem Kenntnisstand wird das Gift nicht ins Grundwasser gelangen. Irrsinn.

Ein informativer Monitorbeitrag.
h.yuren schrieb am 19.10.2011 um 16:07
lieber fro, den monitorbeitrag kenne ich. er wurde relativ früh gesendet, nachdem bekannt geworden war, was da läuft. der tenor ist ok.
am informatvsten ist aber die seite der nordwalder initiative gegen fracking
www.gegen-gasbohren.de

in nordwalde sollte die erste probebohrung im münsterland sein, und zwar anfang diesen jahrs. aber die leute von nordwalde haben so viel in bewegung gesetzt, dass es in nrw bis auf weiteres keine bohrungen gibt. das land hat eine studie zum fracking ausgeschrieben. die wasserwerker sind von anfang an klar gegen diese rücksichtslosigkeit der industrie gegen mensch und natur. hierzulande ist niedersachsen vorgeprescht und lässt die konzerne sich austoben.
weltweit sind die usa hauptförderland und hauptleidtragende der fracking-seuche. ganze landstriche sind verwüstet durch bohrturm-wälder und boden- und grundwasservergiftungen.
Fro schrieb am 19.10.2011 um 14:13
h.yuren schrieb am 19.10.2011 um 16:15
wie gesagt, die us-leute können einen lied davon singen. sie haben dank bush junior und seiner lockerung der umweltauflagen für die fracking-industrie seit 2005 die nötigen erfahrungen.
daher auch der film zum thema: gasland.
goedzak schrieb am 19.10.2011 um 16:13
"die förderfirma darf erst ihre arbeit wieder aufnehmen, wenn sie darlegen kann, dass künftig keine erdbeben mehr ihre arbeit begleiten." - Das kann doch nicht so schwer sein.
h.yuren schrieb am 19.10.2011 um 16:22
doch, doch, lieber goedzak, fracking selbst ist schon mit beben kleineren kalibers auf der richterskala verbunden. der knall im untergrund löst bei bestimmten bedingungen in der tiefe ein richtiges beben aus. da sich niemand, auch die geologen nicht, so richtig im dunkel der bohrtiefen von 1000 bis 3000 metern auskennt, sind vorhersagen wackelig, vor allem wenn es schon mal gerumst hat wie bei blackpool.
h.yuren schrieb am 19.10.2011 um 16:22
doch, doch, lieber goedzak, fracking selbst ist schon mit beben kleineren kalibers auf der richterskala verbunden. der knall im untergrund löst bei bestimmten bedingungen in der tiefe ein richtiges beben aus. da sich niemand, auch die geologen nicht, so richtig im dunkel der bohrtiefen von 1000 bis 3000 metern auskennt, sind vorhersagen wackelig, vor allem wenn es schon mal gerumst hat wie bei blackpool.
goedzak schrieb am 19.10.2011 um 17:08
War mehr sarkastisch gemeint: Nichts leichter, als eine 'Erklärung' abzugeben, wenn die zuständigen Behörden weiter nichts verlangen.
h.yuren schrieb am 19.10.2011 um 17:36
hierzulande war/ist das so einfach gewesen. wenn aber die behörden selbst unter druck stehen, müssen sie sich mühe geben, zumindest den anschein der redlichkeit zu erzeugen.
außer den aktivisten machen auch einige experten der geologie druck. nicht zuletzt die wasserwirtschaft. ja, und die grünen, die es auch in england gibt.
h.yuren schrieb am 19.10.2011 um 16:25
es ist eben so ähnlich ungewiss wie beim kommentieren in der fc. mal reagiert der klickdruck überhaupt nicht, ein anderes mal - wie jetzt - gleich doppelt, obwohl ich nur einmal ok gab.
Ullrich Läntzsch schrieb am 19.10.2011 um 17:40
Lieber h,yuren,

gerade ca 50 mal auf kommentieren gedrückt - aber immer ist der User der Depp, nie die, die ihren Platz weit über uns auf dem Sockel der Genies eingenommen obwohl sie doch nur pausenlos Unsinnes, Widersinniges und banale Fehler produzieren, sie die Damen(?) und Herren Softeware-Entwickler. Aber wer uns noch immer auf START klicken läßt, wenn man die Kiste ausschalten will, der darf sich nicht wundern, wenn der eine oder andere, am Geisteszustand jener Genie zweifelt.

Allerbeste
h.yuren schrieb am 19.10.2011 um 20:16
lieber ullrich läntzsch, tja, das ist ein altes lied.
aber mit geduld und spucke lässt sich die mühle drehn.
danke für dein zähes dranbleiben.
Streifzug schrieb am 20.10.2011 um 00:14
Gibt es eine weltweite Übersicht der Verbindungen zwischen Erdbeben und verschiedensten Methoden der Suche/Gewinnung nach /von Rohstoffen?
h.yuren schrieb am 20.10.2011 um 09:38
lieber streifzug, wenn du die übersicht noch nicht gefunden hast, existiert die wohl nur als geheimsache.
wer außer den (möglichen oder realen) opfern hat denn ein interesse an solchen übersichten? vielleicht noch die versicherungen.
kaum eine berufsgruppe ist derart von bergbauunternehmen abhängig und angepasst wie die geologen. selbst die im staatlichen dienst verstehen sich bestens mit den konzernen, sprich: betonen ausdrücklich die harmonische kooperation mit den unternehmen. das hat sich im kontext von fracking überdeutlich gezeigt.
im übrigen ist zu sagen: wer nach pilzen sucht, wird nach allem, was wir wissen, kein erdbeben auslösen.
InfoDialog Fracking schrieb am 24.10.2011 um 13:47
Liebe Community von derFreitag:

Die Förderung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten anhand von Fracking ist Gegenstand des "InfoDialoges Fracking", dessen Webseite Sie unter folgender URL erreichen:

dialog-erdgasundfrac.de

Auf dieser Webseite stehen Ihnen weitreichende Informationen zum Thema Fracking zur Verfügung. Darüber hinaus laden wir betroffene Bürgerinnen und Bürger ein, sich durch Fragen, Feedback etc. aktiv am Dialog zu beteiligen.
h.yuren schrieb am 24.10.2011 um 19:48
die fürsprecher der konzern-interessen müssen sich pflichtschuldigst zu wort melden, wenn irgendwo das stichwort fracking fällt. das ist im lot, solange die stimmen für und wider so verteilt sind wie in diesem thread.
Vaustein schrieb am 01.12.2011 um 18:40
Die möglichen Folgen des Fracking sehen Sie bei 2,20 Min. hier:
https://www.youtube.com/watch?v=n3ZKEpdHtrg

Dies ist aber nur ein Aspekt der Folgen. Grundwasserverseuchung weiträumiger Art gehört auch dazu.

Politiker die diese Methode der Gasgewinnung befürworten handeln verantwortungslos.
h.yuren schrieb am 01.12.2011 um 21:44
lieber vaustein, hast du dich an dieses blog erinnert und wie wiedergefunden?
ich wollte daran erinnern, hab aber nicht danach gesucht.
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