hadie

Saalewelle

05.02.2010 | 18:17

Tussiherrschaft

Der Hörspielfreund hat wieder einmal zu später Stunde vor den Lautsprechern gehockt, denn beim WDR gibt es eine Reihe mit dem denglischen Titel „open: WortLaut“, die neuere Literatur vorstellt. Und letztere kann natürlich nur von Jungen AutorInnen bis 25 Jahren kommen. Der schon etwas bejahrte Prenzelberger Autor A. N. H. darf dort öfter mal eine(n) Vorzeige-Jungendliche(n) vorstellen. Jüngst warb er in seinem Blog für eine Sendung: „Im land da wo wir blutrot sind“. Eine Zusammenstellung von Gedichten und Geschichten der ostdeutschen Autorin Daniela Danz würde den geneigten Leser erwarten. Die Dichterin residiere in Halle an der Saale, wo der Osten noch blutrot sei, animalisch und brühwarm mit Körperflüssigkeiten herumsplattere. Auf WDR 3 durfte ich es dann nach 23.00 Uhr hören: zum Einstieg Dichterinnengestammel, schlecht Aufgesagtes, umrahmt von sentimentalen Akkordeonklängen. Jaja, der ostische Mensch, eine tiefe Seele hat er! 1989 war die Danz 13 Jahre alt, wurde trotzdem in eine tiefe, sieben Jahre andauernde Krise gestürzt. Jetzt denkt sie über den Osten an sich nach: "Man hört die Regenvögel schlagen. Es sind tiefe traurige Vögel, die schon vor Jahren ihren Ort verloren haben; man sieht sie nie, man hört sie nur", trägt die Dichterin vor. Haben die Tierchen in der Mitte eine Vertiefung? Die gefiederten Sänger haben also "schon vor Jahren ihren Ort verloren" und im Fundbüro ist er auch nicht abgegeben worden?

Interessant auch, was Autor H. in seinem Blog über die Entstehung der Sendung schreibt: über diese gebührenfinanzierte Altersdiskriminierung herrscht in Köln die Redakteurin I. W., anscheinend eine grausame Tussi, die sich nur nebelhaft über ihre Erwartungen an das Hörstück äußert. Autor H. lädt die Dichterin D. ein, lässt sie und einige Schauspieler lesen und schneidet alles mit dem kostenlosen Programm Audacity, brennt es auf CD und schickt es der Redakteurin. Die hört es und äußert sich unzufrieden. H. übt zerknirscht Selbstkritik und schneidet alles noch einmal. Gestern Abend war es zu hören: zwischen gefühlten zwei Stunden Akkordeongewimmer geht es ums Arabische Meer, Euphrat, Tigris, Bosporus, Donau, Moldau, Elbe, Saale, Unstrut und Helme. Reichlich namedropping antikisierenden Bildungsgutes, dazu rauscht ständig das Meer wie eine kaputte Klospülung. Dichterin D. verbreitet Urlaubsstimmung und der Akkordeonspieler wird auch immer melancholischer: der ostische Mensch arbeitet sich an Europa ab - dabei hat er seinen letzten Beitrag zum Geschäftserfolg der Marke Europa geleistet, als Jason und Co. das räudige Widderfell aus Kolchis weggeschleppt haben. Ostdeutsche Wirklichkeit erreicht die öffentlich-rechtlich-zwangsfinanzierten Medien anscheinend nur noch über eine dreifache Filterung: grausame Obertussi im Westen, prekarisierter Billigproduzent auf dem Schicki-Micky-Prenzelberg und gecastetes Naivchen aus den Urwäldern Thüringens.

Sieben Stunden später sitze ich wirklich in Halle an der Saale, in einer Maßnahme der „ARGE SGB II GmbH“. Im Arbeitsraum hocken mit mir noch weitere 19 „Müllmenschen“, erstellen eine „Müllfibel“, die ferkelige Ossis zum ordentlichen Mülltrennen animieren soll. Zitat eines Teilnehmers: „Produzieren dürfen wir nichts, aber mit unserem Kot spielen.“ Soziologen schreiben längst vom abgehängten Prekariat, vom Übergang der Neid- zur Wutgesellschaft. In zwei Nachbargebäuden sind die Büros der örtlichen ARGE untergebracht. Dort arbeiten anscheinend mehrheitlich noch relativ junge Frauen, die sich ganz schrecklich nett und einfühlsam geben. Aber heute streiken die Tussis von der ARGE, schreien für 5 % mehr Entgelt auf dem Riebeckplatz herum und verteilen bereitwillig Einspruchsformulare an „ihre Hartzer“. Im Nebenraum bastelt indes die Arbeitsgruppe „Deutsche Einheit“ Minenfelder und Selbstschussanlagen aus Sperrholz. Ihre Wandzeitungen rühmen Genscher und Kohl: „Lieber Dr. Helmut Kohl, habe Dank und lebe wohl!“, dichtet ein Russlanddeutscher, anscheinend eine besonders tiefe Seele. So siehts nämlich aus im Osten, Mr. Jason!

 
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Kommentare
Rainer Kühn schrieb am 05.02.2010 um 18:26
Super!
carlfatal schrieb am 05.02.2010 um 21:34
Wunderbar!
hadie schrieb am 06.02.2010 um 11:41
Der Herr Herbst scheint ja ein "großes Fass" aufmachen zu wollen. Wenn es denn sein soll, mag er auch einmal ein wenig Demokratie und Souveränität lernen. Die Gewerkschaft hat sich auch schon beschwert ...
Deaktivierter Nutzer schrieb am 06.02.2010 um 16:11
Alban = albern?

Keine Chance. Vor keinem Gericht. "Grausame Tussi" ist keine Beleidigung.
Nicht in dem Zusammenhang.

Mir gefällt der Hadie-Text. Die Auszüge aus dem Hörspiel finde ich doof.
So ist das nun mal. Dem einen gefällt das ( in diesem Fall wohl der Dichterin selbst ) & anderen nicht.
hadie schrieb am 06.02.2010 um 18:26
Mit der Gewerkschaft bin ich jetzt wieder im Reinen. Es waren nicht 10 % auf dem Untermarkt, sondern 5 % auf dem Riebeckplatz, die Stelle habe ich geändert. Die KollegInnen verstehen wenigstens was von Literatur ...
Magda schrieb am 06.02.2010 um 11:50
Bisschen kaputt.
Magda schrieb am 06.02.2010 um 14:48
www.freitag.de/community/blogs/sebastian-dalkowski/wir-treffen-uns-zum-hassen-im-internet

Dies ist ein Beispiel für die Richtigkeit, der in dem Link dokumentierten Verhaltensweisen

Mal abgesehen von Deinem etwas "umgekippten" Stil: Verstehst Du eigentlich selbst genug von poetischen Bildern? Oder bist Du eher einer, der einfach mal schnell wo reintritt? Sehr sachkundig kommst Du mir nicht vor. So sind die alle, die in eine Kneipe kommen und schreien: Hilfe das Bier ist schal und dabei brauen sie selbst den größten Blödsinn.

Und das mit dem Tussi-Gerede dokumentiert meist ein tiefsitzendes Inferioritäts-Gefühl des Blog-Schreibers. Hat Keine, nicht eine Tussi, einen freundlichen Blick für Dich außer der Reihe, Keine? nicht? Na, das erklärt den Rest der Hervorbringung.

Die einzige Frage, die ich mir stelle: Wie kommt so eine Tussi-Bashing-Gerede in die Top-Blogs.

Als Monstrositäten-Beispiel, wie früher bei Hagenbeck?

Hadie - eine Seele aus vorhumanoiden Zeiten?
Dreizehn schrieb am 06.02.2010 um 16:03
Abgesehen einmal von der Qualität der rezensierenden Bemerkungen Hadies, über die durchaus auch ernsthaft zu reden wäre, immerhin nennt er Beispiele - was wirklich missfällt, ist das Auftreten von Obrigkeit, oberlehrerinnenhaft, unheilschwanger fragend und haltlose Unterstellungen ausbreitend. Dann auch noch - nicht eben damenhaft - den Prügel aus dem Handtäschchen gezogen und dem Blog eine sexuelle Unterversorgung des Autors zugrundegelegt.

Na, was sagen wir zu sowas? Löst bei schwächeren Seelen Haßgefühle aus, nicht wahr? Finden wir dann im Netz wieder. Glückwunsch.
Reflexione galore schrieb am 07.02.2010 um 15:22
"Dann auch noch - nicht eben damenhaft - den Prügel aus dem Handtäschchen gezogen und dem Blog eine sexuelle Unterversorgung des Autors zugrundegelegt."

manche schlagen ganz gerne wiederholt betont mit stil um sich, allerdings haben sie anstatt guten stil eben oft reflexartig geschwind und gefühlig den regenschirmstil aus prügel aus dem täschchen gezückt.
SexPower schrieb am 06.02.2010 um 15:45
Die Bezeichnung "Tussi" finde ich absolut daneben, sie entwertet den, teilweise lesenswerten, Artikel unnötig. Schade!
Rainer Kühn schrieb am 06.02.2010 um 16:45
ich kann mich an den spruch erinnern: "Ey guck ma, wasn dass für ne Tussi."
da hört man doch schon alles. und frau wohl auch. um mal hier meinen feminismus auszuweisen. und meine sprachgewalt.
Tessa schrieb am 06.02.2010 um 17:13
Ich kenne den Gebrauch des Wortes "Tussi" in anderen Kontexten wie z.B. der Jugendsprache, und sogar bisweilen unter Feministinnen, mit anderer Konnotation. Es muss per se keine Beleidigung sein, eine solche liegt aber hier vor.

Viele Grüße
Tessa
jayne schrieb am 06.02.2010 um 16:19
"Dichterinnengestammel" finde ich als ohrenzeugin ziemlich daneben!
Rainer Kühn schrieb am 06.02.2010 um 16:46
aber doch auch witzig, oder.
derDonnerstag schrieb am 06.02.2010 um 17:08
"Dichtergestammel" wäre natürlich voll ok gewesen.
Rainer Kühn schrieb am 06.02.2010 um 17:13
aber eben nicht witzig!
Magda schrieb am 06.02.2010 um 17:44
"Dichtergestammel" wäre natürlich voll ok gewesen."

Wenn Du das sagst.
Wenn Dichter stammeln findet sich noch eher ein wohlgeneigter Interpret, bei Dichterinnen kommt die Tussi-Brigade angeritten.
Reflexione galore schrieb am 07.02.2010 um 13:25
@magda? wen meinst du damit? hast du das mit der pferdebrigade schon wieder unterschwellig schön verpackt auf mich bezogen? oder auf den ehemaligen harry, von dem du glaubtest, ich hätte etwas mit ihm zu tun? über offene antworten würde ich mich freuen.
Reflexione galore schrieb am 07.02.2010 um 13:26
@tessa: was magda hier macht, sind unterschwellige spielchen und nachtreten. warum wird das nicht als beleidigung gelöscht?
Amanda schrieb am 06.02.2010 um 16:36
Schö nö kongprong pa: Ist das ein Text gg. Tussis (isn des?), gegen den Medchenbetrieb oder gegen die Argö?

"Im land da wo wir blutrot sind" >> ??? Als Weddingerin lehne ich eine Anbiederung an eine nur von Ausgewählten zelebrierte, dort mittlerweile zur Perfektion getriebene, von mir mit einem Gutteil Kant'scher Urteilskraft verehrte Sprechweise entschieden ab.

PS: Wisst ihr noch, welchen Hit Regina Toss dazumal hatte?
Rainer Kühn schrieb am 06.02.2010 um 16:47
Nein. Und: Kenn ich gar nicht.
Magda schrieb am 06.02.2010 um 17:05
Ich kenne nur: "Die erste Nacht am Meer."
Aber das ist lange her.
hadie schrieb am 06.02.2010 um 17:28
Regina Thoss schreibt sich übrigens mit H und es könnte sich um "Die Liebe ist ein Haus" gehandelt haben. Isch liebe eusch doch alle!
Amanda schrieb am 06.02.2010 um 20:44
Die Liebe ist ein Haus, jahaaa, danke, das meinte ich! Hat mit deinem Blog leider nix zu tun. Oder doch? ;o)

Thoss, Thoss, Thoss. So, jetzt sitzt das H.

Meine Mutter sagt z.B.: "Das ist ne richtige Tusnelda" und kann das auch definieren. Die Konnotation "Ober-" ist darin u.a. auch enthalten. Sie sagt das i.ü. auch über Männer.
Tessa schrieb am 06.02.2010 um 17:12
Lieber hadie,

in dem Kontext Ihres Textes verstehe ich "grausame Tussi" als Beleidigung und bitte Sie daher, diesen Teil des Textes zu editieren.

Viele Grüße
Tessa
Rainer Kühn schrieb am 06.02.2010 um 17:24
"die Redakteurin I. W., anscheinend eine grausame Tussi," - ich bitte um Aufklärung, inwieweit der Kontext des Texts oder auch das Wort eine Beleidigung ist.
Freilich, schön gemeint ist "Tussi" nicht, das merke ich selber, aber was macht hier die Beleidigung. Und die Veränderungsanfrage.
Rainer Kühn schrieb am 06.02.2010 um 17:30
ok, tessa, hab deine antwort gerade im prinzip schon gelesen. ok.
hadie schrieb am 06.02.2010 um 17:39
Wenn Sie den Text genau lesen, werden Sie feststellen, das ich die hochverehrte Abgekürzte nicht als (Koseform von Tusnelda) bezeichnet habe, sondern mein virtueller Ich-Erzähler beim Lesen des Blogromans des hochwohlgeborenen Herrn H. möglicherweise den Eindruck gehabt haben könnte, das es sich bei der fiktionalen Redakteurin um eine in der beanstandeten Weise zu bezeichende (Koseform von Tusnelda) gehandelt haben könnte. Wie gesagt, ich bin da völlig devot und ändere "Unwörter" auf Zuruf.

Mit maoistischen Grüßen

hadie kampfname stulli
carlfatal schrieb am 06.02.2010 um 17:14
Liebe Magda,
Ja, daß ist Haß, so seh´ ich das auch. Aber ziemlich berechtigter, wenn ich mir hadies Gegner so anschau. Was der so von sich gibt, also sorry, was bitte ist "kulturelle Satisfaktionsfähigkeit"? Das ist nämlich der Stil eines Herrn Herbst. Aber vielleicht ist das so´n Überrest blauen Blutes, so´n Achtel oder Sechzehntel. Da kocht bei mir dann doch was hoch, und ich bin auch alles andere als uneitel. Daß solche Leute dann auch noch Karriere machen, naja, das hat was demütigendes, und deren Steigbügelhalter gehören halt doch zur gleichen Equipage. Da rutscht einem dann das Wort Tussi raus, aber ich nehme an, da hat sich jemand noch zurückgehalten. Und ich mag jetzt garnix zu dem veröffentlichten Auszug aus dem Roman sagen, ich kann´s nämlich auch nicht besser, sonst würd´ ich bestimmt auch versuchen, zu veröffentlichen, was ich so schreibe. Aber wer unter Kultur Herrschaftsgehabe versteht, nee, nicht mit mir.
mfg cf
Rainer Kühn schrieb am 06.02.2010 um 17:41
Zum Gruße, Rainer Kühn
Magda schrieb am 06.02.2010 um 17:49
cf- "Aber wer unter Kultur Herrschaftsgehabe versteht, nee, nicht mit mir."

Nuja - Herrschaftsgehabe das ist ja männlich besetzt.
Andererseits; Kultur kann doch auch nicht nur die Freiheit zur Tussifizierung sein. :-))

Insgesamt: Wenn jemand in einem Blogbeitrag so ausholt, dann kriegt er natürlich auch Bumerangeffekte zu spüren.
Rainer Kühn schrieb am 06.02.2010 um 17:55
Die Sache zu diskutieren heißt, nicht an einem Wort hängenzubleiben.
hadie schrieb am 06.02.2010 um 17:24
Das sind ja Zustände wie in der VR China! Wenn Sie es wünschen, werde ich das inkriminierte Wort durch (Koseform von Tusnelda) ersetzen. Der unzensierte Text steht ab jetzt auf contra.twoday.net/
Tessa schrieb am 06.02.2010 um 17:35
Lieber hadie,

Beleidigungen können im Zweifelsfall justiziabel sein, daher muss ich Sie bitten, darauf Rücksicht zu nehmen.

Viele Grüße
Tessa
hadie schrieb am 06.02.2010 um 17:43
Auch Kosenamen? Und soll ich es nun in (Koseform von Tusnelda) ändern?
Dreizehn schrieb am 06.02.2010 um 17:48
Was wird denn aus der geHÄSSigen Unterstellung von Magda 14:48? Verstößt nicht gegen die Nettikett? Kein Kommentar? Keine Entschuldigung?

Männer haben sich abgewöhnt, einer Frau zu unterstellen, sie sei "unbefriedigt". Habe ich hier jedenfalls nirgendwo je gelesen. Kein Wort zu den Äußerungen 14:48? Kehren die Damen sowas stillschweigend unter den Teppich?
Magda schrieb am 06.02.2010 um 17:55
Ach lieber Dreizehn, auf Anfrage entschuldige ich mich. Bei Dir jetzt gleich oder bei Hadie oder bei den Tussis? Wo immer Du willst.

Nebenher: Deine Interpretation legt in meinen Satz was rein, was ich gar nicht gemeint habe.

Aber auch da bin ich absolut nachgiebig.

Die Gründe kannst Du in diesem Blogbeitrag nachlesen.

www.freitag.de/community/blogs/magda/vom-gut-sein---magda-bleibt-magda

Isch liebe Dich auch.
Tessa schrieb am 06.02.2010 um 18:00
@hadie

Ich würde mich beleidigt fühlen, wenn mein Freund mich 'Schatz' nennen würde; oder 'Hase' ;) Manche Kosenamen mag ich gar nicht. Wenn Sie in Ihrem Text also weiterhin Kosenamen gebrauchen möchten, wägen Sie bitte ab, ob Ihre Wahl nicht mitunter erneut als Beleidigung verstanden werden könnte.

Viele Grüße
Tessa
Dreizehn schrieb am 06.02.2010 um 18:04
Ich bemerke leider erst jetzt, dass das Wort "Damen" in meinen vorhergehenden Beitrag ironisch gebraucht ist und die aufsichtführenden Autoritäten, wahlweise: Kontrollinstanzen, sie womöglich als beleidigend ausdeuten. Im Falle dass, nehme ich sie selbstverständlich zurück und behaupte schonmalvorsorglich das Gegenteil.

Sind ja bald Zustände wie in der Zone. Grüße an MHZahlensalat.
Rainer Kühn schrieb am 06.02.2010 um 18:07
Ich mische mich ein: Tessa, Dein Statement kann diskutiert werden, also geklärt werden zwischen aufrechten Menschen.
Auch Magda oben spricht von der Interpreatation, die man ja humaner Weise gemeinsam erstreitet. Kurz: Mir geht es um Verständigung, um die Sache, um die Worte.
Ich fand alle Worte im Kontext plausibel gewählt, und ich sah kein Humanes angetastet.
So. Mehr nicht, nicht weniger.
hadie schrieb am 06.02.2010 um 18:17
Also mein virtueller Erzähler und ich brauchen jetzt unbedingt eine klare Zensurvorgabe, etwa "nicht ganz so nette Mausi" statt "grausame (Koseform von Tusnelda)".
luggi schrieb am 06.02.2010 um 18:17
Tussi ist eine Marke und Wirtschaftsfaktor


>Tussi Movie - MyVideo
Rainer Kühn schrieb am 06.02.2010 um 18:21
hadie, nimm einfach die funktion des menschen. die funktion eines menschen ist beleidigung genug. und in dieser gesellschaft unverdächtig.
luggi schrieb am 06.02.2010 um 18:29
hadie,

niemand kann einen Tussi beleidigen, Wa?
Tessa schrieb am 06.02.2010 um 18:36
Ironie ist in Texten leider nicht immer zu erkennen, viele Menschen hören noch nicht einmal den ironischen Unterton.

Den Vorschlag "nicht ganz so nette Mausi" finde ich großartig. Dann hätten wir von vorneherein hier wohl alle mehr gelacht.

Lernen wir daraus, dass Ironie in Texten große Übertreibung braucht?

Ich war übrigens am Donnerstag auf einem Workshop über feministische Diskursorte mit ein paar Frauen und Männern. Dort wurde die Idee eines Frauenbarcamps vorgestellt, das im Arbeitstitel eine ganze Reihe von Synonymen für "Frau" vorzuweisen hatte, Tussi war darunter. Ich fand das sehr sympathisch und habe sofort gedacht: da bin ich dabei. Ein Barcamp mit Mädchen, Damen, Mausis, Gören, Zicken, Tussis und Omis - wie toll klingt das denn? ;)

Haben wir in der Community eigentlich schon irgendwo diskutiert, dass eine Männerzeitschrift Guido Westerwelle in einem Ranking voller Damen platziert hat?

Viele Grüße
Tessa
Tessa schrieb am 06.02.2010 um 18:44
@luggi das ist aber ma' ne Perle.
luggi schrieb am 06.02.2010 um 18:44
"...Haben wir in der Community eigentlich schon irgendwo diskutiert, dass eine Männerzeitschrift Guido Westerwelle in einem Ranking voller Damen platziert hat?..."

Nö, gib mal Startzeichen.
hadie schrieb am 06.02.2010 um 18:45
Aber Rainer, ich will doch nicht beleidigen, bin doch ein ganz ganz nettes Muttersöhnchen. Wenn ich von den Muttis (Typus Merkel?) Druck bekomme, möchte ich nur ganz ganz korrekt reagieren und nicht in kopflose Selbstzensur verfallen. Also klare Ansage: "nicht ganz so nette Mausi"? "Möglicherweise weniger kuscheliges Bienchen"?
luggi schrieb am 06.02.2010 um 18:51
An alle,

grausame Tussi ist ein Oxymoron...stop...Bitte an Hadie...stop...Oxymoron auflösen...stop...sonst hadie stop...stop
Dreizehn schrieb am 06.02.2010 um 18:52
Schongutschongut, Nachtigall - ist jetzt weder ironisch noch beleidigend, sondern eine Anspielung auf die Redewendung Nachtigall ick höa dir trapsen -, die Platte heißt jetzt Deeskalation. War der workshop Juni 09. Platte sagt man nicht mehr?

Je mehr Gesetz und Weisung man erläßt,
desto mehr Räuber gibts und Diebe.

Hab ich vor paar Tagen auchschon geschrieben. Sechstes Jahrhundert vuZ. War vorgestern noch richtig, kann man auch heute drüber nachdenken. Das jetzt für die Kontrollinstanzen.
mh schrieb am 06.02.2010 um 18:58
"Haben wir in der Community eigentlich schon irgendwo diskutiert, dass eine Männerzeitschrift Guido Westerwelle in einem Ranking voller Damen platziert hat?"

sehr gut. was gibts da zu diskutieren?

mfg
mh
Dreizehn schrieb am 06.02.2010 um 19:01
..mittich auchmal den Oberlehrer/die Oberlehrerin geben kann: "grausame Tussi" ist eine contradictio in adjecto, aber Oxymoron dürfen wir gelten lassen.

Die Westerwelle ist nur zweite geworden.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 07.02.2010 um 03:23
Westerwelle wird beim FHM in jedem Jahr für die "un-sexiest Woman" gelistet.
Und wie in jedem Jahr ist er die Nummer 2. In diesem Jahr hat er gegen die Beth von Gossip verloren. Vielleicht hat er im nächsten Jahr bessere Chancen auf No.1?
ich schrieb am 07.02.2010 um 10:23
Beth Dito auf Platz 1? Das ist doch der wirkliche Skandal!
Alban Nikolai Herbst schrieb am 06.02.2010 um 18:38
@carlfatal.
"wer unter Kultur Herrschaftsgehabe" versteht... ich? KommSe mal wieder runter von Ihrem lahmgewordenen scheinsozialistischen Gaul. Und machen Sie sich erst einmal kundig. Herrschaftsgehabe, ich faß diesen Unfug einfach nicht. Lacht: M i r!
(Mein Verdacht ist freilich, daß man mir einmal mehr meine Herkunft zum Strick drehen will, für die ich zwar nichts kann, die sich aber bei manchen Menschen dazu anbietet, ihre Ressentiments darin auszuleben. Was selbstverständlich nicht mutig ist. Na egal.)
hadie schrieb am 06.02.2010 um 20:50
Um noch ein paar Posts zu generieren (wir wollen ja schließlich beide in die Zeitung), sei die Bemerkung erlaubt, dass ich Sie schon im Dschungel-Blog auf die alberne Stelle mit den "tiefen Vögeln" hingewiesen hatte. Ihre Reaktion war dermaßen hochfahrend, dass ich mir vornahm, die Sendung mitzuschneiden und mittels 'Audacity' einen satirischen Zusammenschnitt daraus zu machen. Zu letzterem bin ich bisher noch zu faul, aber wenn es der guten Sache dient ...
Magda schrieb am 06.02.2010 um 19:17
Ach, jetzt ist es passiert, jetzt bin ich zur Dichterin geworden, es muss jetzt aus mir raus.

Bringt Dich Deine Tussi um
nimm ein Antitussikum

So, das wars jetzt.
Rainer Kühn schrieb am 06.02.2010 um 20:51
Magda, sehr schön.
Ich habe gelacht. Danke.
carlfatal schrieb am 06.02.2010 um 23:05
Sehr geehrter Herr Herbst,
vielen Dank erstmal im Vorraus für die geschätzte Aufmerksamkeit, hätte garnicht gedacht,daß meinereiner für Sie überhaupt "satisfaktionsfähig" ist. Aber gut, freut mich natürlich, übrigens schätze ich W. von Niebelschütz nicht weniger als Sie, und der war ja auch ein vonundzu. Tatsache ist, daß ich Ihre Herkunft wirklich nicht kenne, mich auch keineswegs dafür interessiere, wo wer herkommt, aber manchmal schimmert das Elternhaus doch sehr deutlich durch, die eigene Sozialisation läßt sich eben nicht verleugnen. Mir ging es jedoch um etwas ganz anderes, und mein Beitrag bezog sich eben genau auf eine andere Aussage meinerseits in einem anderen Blog (Alles ein Abwasch XIX). Wir alle, die wir uns öffentlich äußern, hier oder sonstwo, besitzen ein gerüttelt Maß an Eitelkeit, sonst könnten wir auch still im Kämmerlein sitzen und ein Buch lesen oder wasweißichwas tun. Da ist mer dann eben furchtbar getroffen, wenn die Kritik nicht die gewünschte ist, und je eitler wer ist, desto leichter isser zu treffen, wie mir scheint. Schade, denn ich hab´ genau mit der Antwort gerechnet, die ich von Ihnen erhalten habe.
Mit fröhlichen scheinsozialistischen Grüßen
cf
Leander Sukov schrieb am 09.02.2010 um 13:15
In Anbetracht der langen guten Tradition des Freitag, halte ich es für unangebracht, einen solchen Beitrag unredigiert stehen zu lassen. Nun habe ich gar nichts gegen boshafte Kritiken. Ich liebe sie vielmehr und schreibe sie auch gern. Allerdings soll man sich des Überschreitens der Grenze zur Schmähkritik tunlichst enthalten. Solche Kritik fällt auf den Autor zurück und natürlich auch auf das Medium. Dieses ist übrigens nicht "das Netz", sondern "der Freitag". Der relativierende Zusatz von "anscheinend" vor der "grausamen Tussi" entlarvt sich selbst als Ausflüchtelei. Es ist keine Relativierung gemeint, es handelt sich um eine Art von Atschi-Bätsch-Vorsicht.
Abgesehen davon ist es nicht die Aufgabe von Schriftstellern und Autoren aus dem Gebiet der ehemaligen DDR den Onkel Tom (in diesem Falle die Tante Tom) für die Erwartungshaltung des Westens und der Wossis (jener Spezies von Ex-DDRlern, die sich über die Maßen in Wessis verwandelt haben) zu spielen. Ihre literarische Arbeit unterliegt keinem anderen Schaffensziel als der Entsprechnung der eigenen Vorgaben. So wie bei allen anderen auch.
Ich würde mich freuen, wenn sich der Autor dieses Beitrages dazu aufraffen könnte, die Verbalinjurien zu elemieren. An seiner ganz verfehlten und sachlich unebenen Kritik am Hörspiel und an Daniela Danz mag er festhalten. Vom Freitag würde ich mir wünschen, dass er in eine ergebnisorientierte Diskussion mit dem Blogger eintreten würde.
Lethe schrieb am 09.02.2010 um 16:45
ihr seid soooooo süß
hadie schrieb am 09.02.2010 um 19:37
Ja süß, gleicht stark der Diskussion in einer maoistischen Jugendverbandsgruppe in der VR China. Zu dem Text mag ich nichts mehr sagen. Was auch immer mit den armen Buchstaben in diesem "Meinungsmedium" hier geschieht, die unzensierte Version steht auf contra.twoday.net/
Lethe schrieb am 10.02.2010 um 12:29
darauf wollte ich hinaus^^
hadie
Schaut her, ich bins. In Halle / Saale...
Ort:
Halle/S.
Mitglied seit:
1 Jahr 2 Wochen
Zuletzt aktiv:
18.03.2010
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Logbuch
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Michael Jäger hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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Anette Lack hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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Hexogen hat gerade einen Kommentar geschrieben.
21:05
luggi hat gerade einen Kommentar geschrieben.
21:04
Carl Gibson hat gerade einen Blogbeitrag erstellt.
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