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Liebe Freitag Community,

Mikael Krogerus und mir ist im Rahmen der aufflamennden Debatte um das "Gedicht" des einen Günter Grass aufgefallen, dass dieses nur schwer les- und konsumierbar ist. Nach längerer Analyse, ein zwei hitzig verzählten Kaffees, ergebnislosen Mindmappings und einem letztlich fruchtbaren Brainstorming kamen wir zu dem Schluss, dass die Ursache dieses (unhaltbaren) Zustands am vollständigen Fehlen des Endreims festzumachen ist. Oder kurz: das reimt sich ja gar nicht.

Für alle, die bis dato also aus verständlichen Gründen dachten tl;dr – es werden einige sein, dies ist das Internet –, hier unser (Verbesserungs-)Vorschlag (Sorry, Günter!) für die ersten Zeilen.

Warum schweige ich, verschweige schon zu lange,

was doch offensichtlich ist und in Plänen

geübt wurde bis ans Ende der Fahnenstange

wird uns höchstens als Fußnote erwähnen.



(Original: Warum schweige ich, verschweige zu lange,

was offensichtlich ist und in Planspielen

geübt wurde, an deren Ende als Überlebende

wir allenfalls Fußnoten sind.)

Der Rest des Gedichts ist seit heute bei der Süddeutschen zu finden und steht damit zur Korrektur frei. Immer dran denken: Korrigieren heißt verstehen wollen. Hat Papa (Deutschlehrer) zumindest immer gesagt.

Besten Gruß aus Berlin-Mitte

Jan & Mikael

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.