Jakob Augstein

der Freitag

23.06.2011 | 12:27

Freitag Salon - Richtig essen!

Liebe Leser,

 

am kommenden Montag, 27. Juni, um 1930 Uhr findet im Berliner Maxim Gorki Theater der nächste Freitag Salon statt.

Wir wenden uns einem regelrechten Modethema zu: dem Essen.

Von BSE (schon vergessen?) über Dioxin-Eier (kommt immer mal wieder vor) bis
EHEC (Neuheit auf dem Markt für Krankmacher) beschert uns die industrielle Landwirtschaft immer wieder mit Überraschungen, die sich irgendwo zwischen unangenehm, unappetitlich und lebensgefährlich bewegen. Andererseits hat noch niemand erklärt, wie man so viele Menschen regelmäßig mit so gutem Essen versorgen kann, wie die industrielle Landwirtschaft es täglich tut ohne sich ihrer Mittel zu bedienen.

Für den aufgeklärten Verbraucher - sind wir das nicht alle? - stellt sich also die Frage: Kann man überhaupt richtig essen?

Ich habe dazu drei wirklich kundige Gäste: der frühere Greenpeace-Chef Thilo Bode, der heute die Verbraucherorganisation Food Watch leitet; die Autorin Karen Duve, die im vergangenen Jahr bei Galiani Berlin ihr Buch "Anständig essen" veröffentlichte und den Regisseur Valentin Thurn, der gerade den Dokumentarfilm Taste the Waste gedreht gedreht hat, der von der unfassbaren Verschwendung von Lebensmitteln handelt.

Wie immer gilt: Kommen Sie zahlreich! Und schreiben Sie mir, was ich fragen soll, was Sie interessiert.

Ihr Jakob Augstein

 

 

 

 
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Kommentare
Rahab schrieb am 23.06.2011 um 12:35
ich komme nur, wenn es auf was richtig zu essen gibt.
weil: learning bei doing.
Jakob Augstein schrieb am 23.06.2011 um 12:52
Katzenfilet?
Rahab schrieb am 23.06.2011 um 12:59
gibt's die auch bio?

wenn nicht: ich schlürfe gern austern!
ist zwar bestimmt nicht 'richtig', dafür aber lecker.
Alien59 schrieb am 23.06.2011 um 13:00
Buuuuuuh!
Popkontext schrieb am 23.06.2011 um 13:23
@Alien59
Wenns so weiter geht wirst du dir noch die Finger schlecken nach einem Katzenfilet, solange du nicht zu den Bessergestellten gehörst...und ist im Zweifel tierfreundlicher hergestellt als die Wurst, die im Supermarkt wächst.

Wenns Austern oder Katzenfilet oder sonstwas leckeres gibt bin ich auch dabei!
Rahab schrieb am 23.06.2011 um 13:28
also Jakob Augstein?
katzenfilet für alle am katzentisch
und austern für mich und meine freund_innen?
Magda schrieb am 23.06.2011 um 17:44
Katzenfilet für die Underdogs. :-))

oder auch: Dachhasensülze mit Zwiebeln dran.
Alien59 schrieb am 23.06.2011 um 17:50
Ihr seid so fies! Ich gebe Asyl für Katzen!
Ehemaliger Nutzer schrieb am 23.06.2011 um 18:33
@Jakob Augstein schrieb am 23.06.2011 um 12:52

"Katzenfilet?"

Popkontext schrieb am 23.06.2011 um 18:39
@Alien59
Und auch für Schweine, Rinder und Hühner aus der Massentierhaltung? Dann kauf schon mal Land...
GeroSteiner schrieb am 26.06.2011 um 00:07
Ich mag auch Katzen. Wir können Rezepte tauschen.
Popkontext schrieb am 26.06.2011 um 01:40
Also wer nach Niedlichkeit geht muss Vegetarier werden, oder zumindest auf höher entwickelte Tiere verzichten:



photos1.blogger.com/blogger/6684/3221/1600/bullenbaby2.jpg

tlacuache schrieb am 23.06.2011 um 12:56
Frag'nse mal, was eigentlich die EU so für den/die guten "Geschmack"-snerven tud'?...
www.freitag.de/community/blogs/tlacuache/ehec-im-eu-parlamentsklo-entdeckt

Learning by shiteat or never beat the Uganda - Chicken...
("Mir gehen jetzt Biosprit-saufen, aber aus Mais, ned' aus Hefe"...)
Alien59 schrieb am 23.06.2011 um 12:58
Dann sähe ich aber auch gerne die Frage diskutiert, wer sich "richtig essen" leisten kann....
Popkontext schrieb am 23.06.2011 um 13:06
Katze oder was sonst noch so kreucht und fleucht in der Wanne schlachten. For free. Hat man nach dem Krieg auch so gemacht. Und Urban Farming wie in Detroit.
tlacuache schrieb am 23.06.2011 um 13:18
"wer sich "richtig essen" leisten kann...."

Hotel Adlon Kempinski Berlin kann Ihnen da bestimmt Auskunft geben, oder besser:
"Restaurant L'Épicerie in Bruxelles",
garantiert Sprossen aus Hessen und Gurken aus Spanien für schlappe 75 € das Menü, da gibt's auch Scheck's aus der AbT. "Ich wusste von nix"...
Richard der Hayek schrieb am 23.06.2011 um 13:23
@Popkontext
Meine Eltern hielten sich 50 Jahre lang Karnickel.
Mit drei Monaten waren sie schlachtreif, mein Vater machte das immer selber und ich schaute zu.
So verrohte ich schon von klein auf. Erst streicheln, und dann fressen.
Popkontext schrieb am 23.06.2011 um 13:26
@Richard der Hayek
War früher auch normal. Wir sind alle verweichlicht - was sich aber wieder ändern mag. Allerdings musste meine Großmutter bei uns immer das Geflügel schlachten, weil Großvater da nicht beigehen mochte.

Und Tauben hat er immer mitgebracht, damit wurde er für freie Buchhaltungsaufträge bezahlt.
Popkontext schrieb am 23.06.2011 um 13:32
Richard der Hayek schrieb am 23.06.2011 um 13:39
Ganz meiner Meinung.
Heute ärgert es mich ein bischen, daß ich nie selber einen schlachtete. Nur manchmal ausgenommen, die Burschen.
tlacuache schrieb am 23.06.2011 um 13:43
RdH:
So verstehe ich ihre ganzen Kommentare in einem ganz anderem Kontext:
"So verrohte ich schon von klein auf. Erst streicheln, und dann fressen."
:-))))))))))))))))))
So, ich muss jetzt auf die Strasse die angefahrenen Katzen einsammeln um sie meinen Nachbarn in 3 Stunden als "Angus Filet" auf dem Grill anzudrehen, Gewinnspanne 80000 %... (Spaten kaufen)...
LG
Popkontext schrieb am 23.06.2011 um 13:44
Ich komme ja eher nach meinem Großvater. Aber wenn der Hunger nagt wird einem glaube ich einiges egaler. Und wie ich oben schrieb ist das, professionell gemacht, sicher tierfreundlicher als die Wurst aus dem Supermarkt. Und man isst das Fleisch sicher bewußter.
Magda schrieb am 23.06.2011 um 17:05
"So verrohte ich schon von klein auf. Erst streicheln, und dann fressen."

Ich wäre da auch verroht - ich hatte als Kind andauernd Hunger. :-)) Und so ein Kaninchenkeulchen in Sahnesauce. Lecker.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 23.06.2011 um 18:51
Als ich ca. 21 war, war ich dabei als eine Kuh mit zwei Kopfschüssen getötet wurde. Danach habe ich - wie alle andere Anwesende - dabei mitgemacht, das Fell abzuziehen und Fleisch in Stücke zu schneiden. Es ging nicht anders. Wir wollten im Wald eine Kommune gründen und eine neue Gesellschaft entwickeln... allerdings hatten wir nichts zu essen. und das war ja Winter im Ural. Also nicht so eine Zeit, dass man im Wald etwas zum Essen zu finden wäre. Dann haben wir hier und da ein bisschen Arbeit im naheliegenden Bauerndorf, und zwar so eine Arbeit, die die Bauer selbst nicht konnten... Maschinen reparieren und so Ähnliches. dafür wurde uns ein Kuh gegeben. Aber schlachten sollten wir selbst.
thinktankgirl schrieb am 23.06.2011 um 13:19
Für den aufgeklärten Verbraucher - sind wir das nicht alle? - stellt sich also die Frage: Kann man überhaupt richtig essen?

Ja, in Italien!
goedzak schrieb am 23.06.2011 um 13:38
Richtig essen? Anständig essen? - Mein Anreise- und Aufenthaltsaufwand ist zu hoch, als dass ich ihn für eine moralisierende Betrachtung des Essens treiben würde.

Karin Duve einzuladen ist unheimlich originell. Warum nicht jemanden, der Essen nicht als primär symbolische Aktion betrachtet, sondern gutes Essen liebt, beurteilen kann und ein loses Mundwerk hat, z. B. Wiglaf Droste?!
Popkontext schrieb am 23.06.2011 um 13:48
Naja, da kommt es ja dann immer drauf an, worauf man inhaltlich hinaus will - amüsant über das Essen polemisieren oder über Hintergründe von Herstellung und Vertrieb reden.
goedzak schrieb am 23.06.2011 um 15:25
Die Alternative ist ja nicht 'amüsant' oder 'kritisch', sondern 'moralisierend' oder 'analysierend'. Die Moralisierer sagen, die Industrie produziert, was die gierigen Verbraucher wollen; die Analytiker stellen fest, die Wirtschaft erzieht den Verbraucher nach ihrem Bilde. Erstere wollen, dass wir uns moralisch bessern, letztere wollen in die Verhältnisse eingreifen.
Zum Beispiel Fleisch: Da, wo man sagen müsste, ändert die ökonomischen Bedingungen der Fleischproduktion, sagen die Moralisierer, hört auf Fleisch zu essen.
Popkontext schrieb am 23.06.2011 um 15:33
D'accord. War auch nur eine Anmerkung - ich kenne weder Karin Duves Buch noch Drostes Äußerungen zum Thema. Bei ihm könnte ich mir aber gut vorstellen, dass er gern ISST (und vielleicht auch kocht), wie seine mittelschwere Plauze demonstriert, und dazu was zu sagen hat, aber auch zum Analytisches zum Hintergrund?
Popkontext schrieb am 23.06.2011 um 15:51
OK, Wissenslücke zumindest oberflächlich gefüllt. Das Thema Essen hat mich noch nie besonders interessiert - aber vielleicht komme ich doch noch auf den Geschmack, auch im übertragenen Sinne. Vielleicht schlage ich ja doch noch bei der Veranstaltung auf - ich habe das Glück, dass es für mich nur 15 Minuten mit dem Rad sind.
Magda schrieb am 23.06.2011 um 16:05
"Mein Anreise- und Aufenthaltsaufwand ist zu hoch, als dass ich ihn für eine moralisierende Betrachtung des Essens treiben würde."

Ach schade, aber ich sehe es ein. :-(( Ich sags auch anderen Leuten, die vielleicht auch gern...naja.....
goedzak schrieb am 23.06.2011 um 16:38
@Popkontext
Droste, Literat und Freund guter Küche, gibt gemeinsam mit Vincent Klink, Koch, Sohn und Enkel von Altphilologen, Freund guter Literatur, die Zeitschrift 'Häuptling eigener Herd' heraus. In der geht es u.a. auch um die Nahrungsmittelindustrie.

Droste ist kein Soziologe, hat dafür aber eine Kodderschnauze und weiß, worüber er schimpft. Säße er mit Duve auf dem Podium, hätte er danach wahrscheinlich wiedermal eine Beleidigungsklage am Hals.

@Magda
Ja, es gibt andere Gründe, den Aufwand auf sich zu nehmen, aber... :)
Ein andermal...
indyjane schrieb am 23.06.2011 um 16:54
"häuptling eigener herd" - die seite sind spannend aus - droste kommt sogar zu uns uffs land - mit dem wichtigen veranstaltungshinweis
---Ab 19.00 Uhr gibt es LECKERES vom Buffett, 21.00 Uhr Konzertbeginn---
www.trebeler-bauernstuben.de/Aktuelles/85-WIGLAF-DROSTE-DANNY-DZUIK.htm
Popkontext schrieb am 23.06.2011 um 17:03
@goedzak
Ja, Droste kenne ich natürlich - deshalb ja meine Vermutung, dass er eher polemisch sein wird. Ich finde seine "Kodderschnauze" oft gut und treffend, manchmal über das Zeil hinaus. Ein Freund von mir, der selber nicht sehr attraktiv und ein wenig dicklich ist, meinte bei einer Veranstaltung nur mal: "So wie der aussieht, musste er sich wahrscheinlich schon auf dem Schulhof mit einer großen Schnauze verteidigen." Ich weiß nicht, wie hart Duve im Nehmen ist.
Popkontext schrieb am 23.06.2011 um 17:05
@indyjane
OT
Danny Dziuk ist auch ganz gut (wenn man Singer/Sonwriter, Alt. Country mag).
Rahab schrieb am 23.06.2011 um 17:23
ha!
erst ins WZB
dann - nach hoffentlich üppigem abschluß-imbiss mit hoffentlich richtig falschem essen - ab ins Gorki.
das wäre mal cross-food der etwas anderen art.

hoffentlich spielt das wetter mit!
Popkontext schrieb am 23.06.2011 um 17:43
@Rahab
OT
Oje, danach braucht man eher einen Schnaps als Austern:
www.wzb.eu/de/veranstaltungen/mann-und-frau-wie-solls-weitergehen
Rahab schrieb am 23.06.2011 um 17:46
nu, dann bauen wir einfach die sub-veranstaltung 'richtig trinken' ein.
Rahab schrieb am 23.06.2011 um 18:03
alternativ-rezept passend zur veranstaltungsabfolge:
www.chefkoch.de/rezepte/1355691240328859/Geroestete-Stierhoden-in-Paprika-Rahmsosse.html
wahrscheinlich auch wieder nicht 'richtig'
aber bestimmt lecker!
Popkontext schrieb am 23.06.2011 um 18:10
Da wär ich sogar mal für Kanibalismus...
Rahab schrieb am 23.06.2011 um 18:12
... und als entrée ein lecker ochsenschwanzsüppchen mit schaben-croutons?
Popkontext schrieb am 23.06.2011 um 18:45
Da müssen wir Augstein nur noch überzeugen, dass er seinen Kochtopf mitbringt...und dass das der erste Salon mit leiblicher Erfahrung wird.
Rahab schrieb am 23.06.2011 um 18:51
müssen wir noch?
ich hoffe doch, dass er nach den rezeptvorschlägen bereits überzeugt ist.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 23.06.2011 um 19:02
@Popkontext schrieb am 23.06.2011 um 18:45

Wat fürn Kochtopf? Er hat doch schon mehrmals bei "Augstein und Blome" erklärt, dass er seit EHEC nur noch in McDonalds die Nahrung zu sich nimmt... macht Euch nicht so viele Illusionen, Mädels...
Popkontext schrieb am 23.06.2011 um 19:28
Um so besser - dann steht doch seine gesamte Kücheeinrichtiúng zur Disposition! Übernehme ich danach auch gern und wasche dann dafür ab.
Popkontext schrieb am 23.06.2011 um 19:34
Eigentlich wollte ich da ja nicht hin - aber das klingt doch mal nach einem etwas anderen Abend - gemeinsames Kochen und Verzehren von ekeligen Dingen mit wildfremden Leuten im Maxim Gorki-Theater. Und danach auch noch 'ne hochwertige neue Küchenausstattung!
Magda schrieb am 23.06.2011 um 21:14
Ins WZB habe ich mich auch angemeldet. Das ist ja eine irre Mischung Prof. Allmendinger, Amend, Ebeling. Und da gibs was zu essen?
Hui, hui. Glaube ich nicht.
Popkontext schrieb am 23.06.2011 um 21:23
@Magda
Nee, gibt wahrscheinlich nirgends was zu Essen. Alles Wunschdenken :(...Aber 'nen kleinen Flachmann müsst ihr euch wohl schon einstecken, um Amend und Ebeling zu ertragen.
Rahab schrieb am 24.06.2011 um 04:30
doch. im WZB gibt es was - vielleicht nicht so richtig was falsches zu essen, aber zumindest nen kleines bißchen was zu mümmeln, nämlich mindestens laugengebäx mit was zum runterspülen, manchmal auch canapées (andere sagen: schnittchen mit was druff).
bei größeren/längeren veranstaltungen gibt es auch richtig gut was falsches - die küche (kantine) zeigt auch gern mal, was sie so kann!

ich denk mir das einfach so: erst WZB. dann, falls das laugengebäx zu trocken sein sollte, auf dem weg ins Gorki nen kurzer abstecher in die galérie (fronkroich! fronkroich!) an die austerntheke (da gibt es auch gut was zum runterspülen) und dann kann ich locker gucken, ob der Jakob mit/im oder ohne kochtopf kommt oder nicht...

so viel zu den kulinaria.
Rahab schrieb am 24.06.2011 um 11:19
alternativprogramm aus der eingangspost:

Verdrängtes Verbrechen - Von Vergewaltigung betroffene brauchen Schutz und keine Medienklischees
am Montag, 27.06.2011, 19 - 21 Uhr
im Abgeordnetenhaus von Berlin, Raum 304
Niederkirchnerstraße 5, 10111 Berlin

Vergewaltigung - Verdrängtes Verbrechen

Das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung ist in Deutschland gesetzlich verankert. Trotzdem ist sexuelle Gewalt für viele Frauen immer noch bittere Realität. Diskriminierung, Belästigung, sexuelle Nötigung und Vergewaltigung sind Probleme unserer Gesellschaft, die in allen sozialen Schichten auftreten, unabhängig vom Status, ethnischen Hintergrund, von Bildung und Alter.

Der Straftatbestand der Vergewaltigung wird in den Medien und in der öffentlichen Diskussion oft verharmlost. Die Häufigkeit von Vergewaltigungen wird verdrängt, weil viele Frauen eine Vergewaltigung nicht zur Anzeige bringen oder der Täter nicht verurteilt wird. Damit passieren Vergewaltigungen scheinbar nur in Ausnahmefällen.

Eine Vergewaltigung ist schwer nachzuweisen. Viele Verletzungen können nicht dokumentiert werden. Die Frauen schweigen, weil sie Angst haben – auch vor den Reaktionen im sozialen Umfeld – und sich für das Geschehene schämen.

Opferschutz spielt eine wichtige Rolle in der Aufklärung der Fälle sowie in dem weiteren Leben der Opfer. Die Übernahme von Verantwortung für die Opfer durch den Staat gerät jedoch häufig an Grenzen, die auch mit Hilfe von Beratungszentren nur schwer überwunden werden können.
Die Diskussionsveranstaltung greift die aktuelle Debatte über das Thema Vergewaltigung auf.

Wir wollen unter anderem folgende Fragen diskutieren:

■Wir werden Vergewaltigung und sexuelle Gewalt in den Medien dargestellt?
■Wir stark ist der Einfluss der Berichterstattung auf die Haltung zum Straftatbestand in der Gesellschaft?
■Inwieweit werden dadurch patriarchale Strukturen gefestigt?
■Welche Vergewaltigungsmythen gibt es? Was ist an ihnen dran? Wie sind sie entstanden?
■Wie kann eine Beratungsstelle Betroffene unterstützen?
■Welche Gründe gibt es dafür, dass Betroffene keine Anzeige erstatten?
■Ist der vom Staat geleistete Opferschutz ausreichend?
■Wie könnte das Opferentschädigungsgesetzt verbessert werden?
Unsere Podiumsgäste sind:

Simone Schmollack, Redakteurin im Inlandsressort der taz
Irmingard Schewe-Gerigk, Vorstandsvorsitzende Terre des Femmes Deutschland
Dr. Esther Lehnert, LARA Krisen und Beratungszentrum für vergewaltigte und sexuell belästigte Frauen
Dagmar Reinemann, Pflegeleiterin der Charité

Moderation:Anja Kofbinger, Mitglied des Abgeordnetenhauses, Sprecherin für Frauenpolitik in der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
Popkontext schrieb am 24.06.2011 um 14:55
@rahab
OT
Beim Vorprogramm muss ich aus Zeitgründen ja passen, außerdem nur am Rande mein Thema (wenn auch ein wichtiges). Und bei Ahmendt und Ebeling müsste ich aufpassen, nicht gewalttätig zu werden oder mich nicht so aufzuregen, dass ich hyperventiliere.

Aber hier noch mal ein interessanter Spielfilm im Kontext zu dem von Dir an anderer Stelle geposteten, sehr interessanten Text zu den UN Peace Keeping Forces und Frauen:
mubi.com/films/the-whistleblower?launch_fb_connect=1
www.isn.ethz.ch/isn/Current-Affairs/ISN-Insights/Detail?lng=en&id=130047&contextid734=130047&contextid735=130044&tabid=130044
Das wäre direkt mal was für einen Blog, vielleich mach ich am Wochenende was dazu.

Essen (in der Theorie) interessiert mich auch nur am Rande (wenn sicher keineswegs unwichtig), aber vielleicht schwing ich mich ja spontan tatsächlich noch aufs Rad.
Rahab schrieb am 24.06.2011 um 15:42
schade!
denn, wie heißt es so schön in kohelet (prediger): so ist es denn besser zu zweien als allein und eine dreifache schnur reißt nicht so leicht entzwei.
Popkontext schrieb am 24.06.2011 um 16:18
Ich bin allgemein nicht die große Vortragsbesucherin. Und dann ist es für mich nicht einfach so ein "Abendvergnügen", sondern ich will was für mich mitnehmen. Ich habe es im letzten Monat das erste mal geschafft, meinen Allerwertesten hochzukriegen und zu einem Freitags-Salon zu gehen, weil mich das Thema sehr interessiert hat, und war hochgradig irritiert, dass ich (zumindest soweit ich sehen konnte) die einzige war, die sich ein paar Notizen gemacht hat. Ich finde es sowieso schade, dass die das nicht regelmäßig auch als Audiofile hochladen - denn das war in dem Fall zumindest hochinteressant und mich ärgert, dass ich das nicht selbst mitgeschnitten habe.
Rahab schrieb am 24.06.2011 um 16:57
nun - wzb ist in aller regel lohnender als freitags-salon
das ist meist nettes geplänkel, aber beim wzb, da steppt zuweilen richtig der bär, der wissenschaftliche, je nach thema
(und hinterher gibt's mindestens immer laugengebäx und runterspüler)

Magda macht sich eigentlich immer notizen ... außer, sie sitzt zwischen goedzak und rahab vielleicht.
Popkontext schrieb am 24.06.2011 um 17:27
Ja, hab mich gleich mal beim Newsletter des WZB eingetragen, das ich peinlicherweise bisher noch gar nicht kannte. Die Themen der Vorträge scheinen mir jetzt erstmal zu spezifisch. Und bei Geschlechterthemen kriege ich immer leicht Bluthochdruck, das ist auch nicht gut ;)...

Wenn du und Magda und vielleicht auch goedzak da sind, lohnt sich ja schon das Vorbeischauen im Freitags-Salon (vielleicht interessiert mich das nächste Thema auch wieder mehr) - so klappt das auch mit der Leser/innenbindung.
Rahab schrieb am 24.06.2011 um 17:52
jau.
solange wir dabei nicht zu semmelnbröseln zerbröselt werden...
Rahab schrieb am 24.06.2011 um 18:09
außerdem ... was heißt denn da: OT?!?

wird nicht behauptet, liebe ginge durch den magen?
und gibt es nicht welche, die anderen säure ins gesicht schütten und dazu erklären, sie hätten dies nur deshalb getan, weil sie die mit säure bedachte person zum fressen gern hätten?

deshalb: vielleicht wär's ja nicht ganz verkehrt, beim thema 'richtig essen' auch das thema 'richtig lieben -wie geht das denn?' zu streifen.
goedzak schrieb am 25.06.2011 um 11:40
Hiermit erkläre ich diesen Kommentarstrang wegen Überlänge für geschlossen. - Allen Beteiligten vielen Dank für ihr Engagement und für die inhaltsreichen und anregenden Äußerungen!
Bis demnächst in einem anderen ffffssssrädd!!!
Matto schrieb am 23.06.2011 um 13:55
Das muss ja ein tolles Treffen werden.
Wenn ich die Eintragungen von einigen Herrschaften zu diesem Thema mir hier betrachte, muss einfach nur feststellen "paranoid".
tlacuache schrieb am 23.06.2011 um 14:04
"Matto schrieb am 23.06.2011 um 13:55
Das muss ja ein tolles Treffen werden.
Wenn ich die Eintragungen von einigen Herrschaften zu diesem Thema mir hier betrachte, muss einfach nur feststellen "paranoid"."

Sie glauben doch nicht, das 0,1 % der Blogger am "Abendmahl" teilnehmen darf ???
Die wollen sich amüsieren (Die Blogger!!!)
Magda schrieb am 23.06.2011 um 21:15
"muss einfach nur feststellen "paranoid""

Nee, paniert. :-))
Popkontext schrieb am 24.06.2011 um 15:02
@matto
Ganz einfach:
(falls das eingebettete Video nicht geht hier:
www.dailymotion.com/video/xs4wb_cindy-lauper-girls-just-wanna-have_music)


Cyndi Lauper - Girls Just Want To Have Fun (1984) Vidéo bibitoto sélectionnée dans Musique
Ehemaliger Nutzer schrieb am 23.06.2011 um 14:17
Herr Augstein, vorneweg: ein Montag für den Freitag-Salon finde ich in dem Fall doof für mich gelaufen, weil dienstags früh der Wecker klingelt, sonst wäre ich tatsächlich angereist.

Zu Ihrer Aussage:
"Andererseits hat noch niemand erklärt, wie man so viele Menschen regelmäßig mit so gutem Essen versorgen kann, wie die industrielle Landwirtschaft es täglich tut ohne sich ihrer Mittel zu bedienen." - Es gibt da noch die Alternative, dass wir alle uns ein wenig mäßigen bzw. Überproduktion nicht gefördert, sondern bestraft wird. Das fängt in der kleinsten Zelle, der Familie an, bei uns war es eine Sünde Essen wegzuwerfen, also hat man "vernünftig" eingekauft und auch selbst im Garten gezogen; dazu kamen die vielen Appelle an das schlechte Gewissen durch Bilder von afrikanischen Kindern mit Wasserbäuchen, oder gar schlimmer, von verhungerten Menschen. Naja, und im Osten waren die Regale auch weniger voll als im Westen, was aber nicht nur Nachteile brachte.

Ihr Thema ist so umfassend und weitschweifig, da weiß ich gar nicht ob 1-2 Stunden ausreichen. Das geht von Kapitalismus, über Massentierhaltung, EHEC, ausgelaugten Böden, Ungleichverteilung, Welthunger, Bio, Demeter, Fleisch-ja-nein-wieviel, Überfischung ... bis zur (last but not least) Verbrauchereinstellung, die ich oben bereits anmerkte.
Aber soviel: kaufen wir wirklich was wir auch essen, oder zuviel? Wie sieht es mit der Verantwortung und Marktbestimmung durch den Käufer aus? Und hat das Supermarkt-Konsum-Verhalten nicht auch eine Note der Bequemlichkeit, die dann zur Folge hat, dass wir jegliche Kontrolle über das, womit wir uns ernähren (sollten), verloren haben?
Fro schrieb am 23.06.2011 um 17:18
Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt: Esst mehr Insekten.
Die sind nicht nur sehr nahrhaft, sondern haben auch in der „Herstellung“ eine hervorragende Ökobilanz. Und: Jeder kann in seinem Haushalt selbst zum Insektenzüchter werden und durch die Futterauswahl selbst bestimmen, was er letztlich isst.
Man kann sie auch pulverisieren und in gefällige Formen pressen....
Ist „der Verbraucher“ erstmal an den den Verzehr von Insekten gewöhnt, ergeben sich auch für die Landwirtschaft ganz neue Perspektiven. Man könnte auf Insektizide verzichten und Obst und Gemüse als komplette Mahlzeiten anbieten:
Salat inklusive leckerer proteinhaltiger Blattlauspopulationen, durchwurmte Äpfel, verkäferte Kartoffeln.... Aber das ist wohl noch Zukunftsmusik.

Insekten gelten als Ernährungsquelle der Zukunft (dabei auch einige Rezepte)

Video: Schaben statt Schnitzel: Mit Insekten gegen den Welthunger

Kleine Anregung für die aufgeklärten und aufgeschlossenen Esser: Wenn jeder seinen privaten Insektenvorrat zum Salontreffen mitbrächte, könnten die Kochbegabten vielleicht etwas draus zaubern – als Alternative für die Austern-und Katzenallergiker. Leider kann ich nicht kommen, ansonsten hätte ich ca 100g Stubenfliegen und ein Wespennest zum Menü beisteuern können - natürlich alles Bio.
Popkontext schrieb am 23.06.2011 um 17:36
Katzenfilet auf Bambuswurm? Richtig zubereitet wahrscheinlich weniger ekelig als der Supermarktfrass...
Fro schrieb am 23.06.2011 um 18:13
Wer so etwas isst:


Makkaroni mit Fleischstückchen.

...der sollte auch mit Würmern aller Art klar kommen.

Katzenfilet ist nicht so mein Ding – und ich wüsste auch nicht, wie ich es meiner Katze erklären sollte... Pulverisierte Insekten zu kleinen gefälligen Klöpsen geformt würde ich essen - aber die Würze muss stimmen.
Popkontext schrieb am 23.06.2011 um 18:34
Und wer sowas isst, sollte eigentlich auch kein problem mit Insekten in voller Schönheit haben:





Mit jedem (höher entwickelten) Tier, das ich persönlich kannte oder das mich vom Teller mit vorwurfsvollen Knopfaugen anschaut, habe / hätte ich ein Problem, es zu verzehren. Aber ist doch eigentlich total scheinheilig.
Rahab schrieb am 23.06.2011 um 19:03
der sch/w/einheiligkeit wegen sind mir ja auch die am liebsten, welche den frischgeschlagenen forellen vorm braten den kopf abschneiden und hinterher jammern, weil's keine bäckchen gibt.
Fro schrieb am 23.06.2011 um 22:52
Für die, die den Blickkontakt mit einem zum Verzehr erlegten Tier, sei es roh oder gebacken, scheuen, ist der Wurm die Alternative - falls sie nicht Vegetarier werden wollen.
Richard der Hayek schrieb am 23.06.2011 um 22:57
Als mich die Polizei fragte, was ich arbeite, sagte ich, ich hätten den Makrelen, bevor sie in die Dose kommen, die Augen zugedrückt.
Man glaubte mir nicht.
glaubdir schrieb am 24.06.2011 um 17:47
@fro, dann sollten wir aber mal an dem glauben "die augen sind das fenster zur seele" arbeiten. oder macht man das abhängig von der größe? wär ja eine art irrglauben dann. ;-)
www.oldskoolman.de/bilder/plog-content/images/natur/insekten/makrofoto-heuschrecke.jpg
Fro schrieb am 24.06.2011 um 18:22
Heuschrecken mag ich, ich bekomme ab und zu mal Besuch von ihnen - faszinierend ihr vielfältiges Werkzeug, was sie sich da haben wachsen lassen - die würde ich nicht essen. Ich sehe den Wurm oder Maden als Alternative zur säugetierischen Ernährung.
Fro schrieb am 24.06.2011 um 18:25
...auch als Alternative zu Geflügel und Fisch.
GeroSteiner schrieb am 26.06.2011 um 00:13
Konfuzius sagt: "Es gibt Menschen, die Fische fangen, und solche, die nur das Wasser trüben."
Marla schrieb am 24.06.2011 um 10:50
Bezugnehmend auf Ihre Aussage: "Andererseits hat noch niemand erklärt, wie man so viele Menschen regelmäßig mit so gutem Essen versorgen kann, wie die industrielle Landwirtschaft es täglich tut ohne sich ihrer Mittel zu bedienen.", stellt sich mir die Frage, ob man trotz der von Ihnen aufgezählten Lebensmittelskandale, die sich durch diverse weitere ergänzen lassen, noch von "gutem" Essen sprechen kann.

Würde man die von Herrn Thurn thematisierte Überproduktion und damit Verschwendung von Lebensmitteln reglementieren statt sie zu subventionieren, wage ich zu bezweifeln, dass die Mittel, die Sie ansprechen, in dieser Form nötig wären.
Doris Brandt schrieb am 24.06.2011 um 12:21
Ich habe keine Ahnung, ob wir richtig essen. Es stellt sich jedoch die Frage, ob wir richtig zubereiten bzw. das richtige Hygiene-Bewußtsein haben. (Stichwort Essen in der U-Bahn etc.)

Nach wie vor finde ich folgenden Artikel sehr passend: www.freitag.de/community/blogs/kathrin-zinkant/der-schlampige-konsument-ich-kaufe-also-kriege-ich-kein-ehec

Außerdem frage ich mich manchmal, was aus den Lebensmittelskandalen wird, wenn sie aus den "Breaking News" geflogen sind. Was ist mit den Dioxin-Eiern passiert? Gibt es noch welche? Kräht kein Hahn mehr nach (ha, ha). Oder hat sich das mit dem Dioxin zusammen mit dem mangelnden Interesse der Öffentlichkeit auf wundersame Weise erledigt?
glaubdir schrieb am 24.06.2011 um 16:32
@zusammen, vielleicht gibts ja schmorgürkchen auf tomatenfilets an sprossenwald. ;-)
glaubdir schrieb am 24.06.2011 um 18:00
@zusammen, achja, in salons wird oft auch fischreiches gereicht. guten appetit.
Rahab schrieb am 24.06.2011 um 18:04
toter fisch!!!!
Rahab schrieb am 24.06.2011 um 18:29
also ... wenn ich da an den gefillte fisch von onkel Jacques denke ... hosianna!
Popkontext schrieb am 24.06.2011 um 18:38
Eben nich tot - das ist das Problem. Und für manche der Spass. Kannte ich schon und finde es pervers. Aber das ist alles eine Frage der Sozialisation.
Rahab schrieb am 24.06.2011 um 18:54
echt? - na das müssen ja arme würstchen sein! solche mit nix drin vermutlich.
Baphomed schrieb am 25.06.2011 um 16:26
Sehr geehrter Herr Augstein,

ich möchte Ihr augenmerk einmal auf den Bereich Essen auf Rädern legen. Hierfür gibt es keine Rechtlich verbindlichen Regelungen oder überwachungen. Das Bundesamt für Ernährung Landwirtschaft und Verbraucherschutz sieht hier nach wie vor keinen Handlungsbedarf. Eine Broschüre mit Vorschlägen zu Qualitätsstandarts für Essen auf Rädern sei hier genug.
Allerdings Erfüllen 100% der in diesem berreich tätigen unternehmen selbst diese Standarts nicht. eine Empfhelung lautet zur Warm Mahlzeit ausreichend Trinke zu liefern das wird bis heute nicht erfüllt von nur einem einzigen unternehmen. Bei Kaltennachspeise werden permanent die Gesetzlichen Regelungen der Vorgeschriebenen Kühlung nicht eingehalten. Bei 27% der Verteilbetriebe Caritas, Awo, Diakonie etc. werden bis zu 24h lebensmittel ungekühlt gelagert. Dies gild auch für Produkte die in dieser Zeit bereits Deutlich schädliche Keime ausbilden können. 32% der Anbieter Transportieren Ihre Nahrung in nicht dafür Vorgesehenen Trabsport behältern. Eine Staatliche überwachung und Kontrolle des Vertriebes unterbleibt Vollständig. Nicht einmal 10% der beschaftigten in dieser Insutrie können einen Sachkunde Nachweis erbringen oder haben eine Gesundheitsüberprüfung beim Gesundheitsamt durchlaufen.
Besonderes Highlight bei meiner Recherche war ein Hepatitis C infizierter ein € Jober der nicht nur Essen ausfuhr sondern beim Verschweissen sowie beim Fütter von Patienten eingesetzt war.

Hier also die Frage: Ist es nicht an der Zeit um für eine Sichere und Qualitativ hochwertige Versorgung mit Nahrung zu sorgen, die Kontroll und Überwachungsfunktionen des Staates zu Verstärken und an Neue entwicklungen wie das Essen auf Rädern anzupassen? Gerade der Berreich Essen auf Rädern bietet vielen Anbietern die Möglichkeit an der Gesundheit der Nahrung zu Sparen, hier sei nur einmal der Einkauf von MHD ware erwähnt der in vielen Betrieben Standart ist.

Liebe Grüße
Baphomed
GeroSteiner schrieb am 26.06.2011 um 00:04
Klar, macht das Essen krank. Aber die Alternative, nämlich nicht essen, ist tödlich.
In all der Zeit in der man uns mit Ernährungstipps, Ernährungsempfehlungen und Ernährungspyramiden versorgt hat, hat es zwar kaum Menschen gegeben, der sich deswegen besser oder gesunder ernährt haben. Aber eines hat man über all die Jahre mit Sicherheit erreicht: Wir alle haben jetzt beim essen ein schlechtes Gewissen.
Ich brauch jetzt eine Tafel Schokolade. Eine ganze. Mit Nüssen drin.
envoi schrieb am 26.06.2011 um 17:39
Begriffe wie 'anständig' (wie bei Frau Duve) oder 'richtig' (wie im Titel der Veranstaltung) sollten doch vielmehr einen fragenden Charakter aufweisen.
Is(s)t ein Vegetarier, der beispielsweise Nestlé-Produkte konsumiert, anständiger als ein Nicht-Vegetarier, der sein Fleisch selbst erlegt (so wie angeblich Mark Zuckerberg)?
Ist es anständig, Fair-Trade-Produkte bei Lidl zu kaufen?
Kann man tausende Kilometer weit gereiste Bananen in Bio-Qualität mit besserem Gewissen kaufen? Ganz zu Schweigen von den Erdbeeren im Dezember.
Und warum hält 'frische Milch' mittlerweile 3 Wochen?!

Und warum eigentlich richtig essen? Früher gab es einfach nur essen oder, aber das waren schon ganz harte Fälle, unausgewogen essen. Heute wird man zum 'richtig essen' regelrecht aufgefordert, was wohl impliziert, dass die normale Ernährung nicht (mehr) richtig ist. Hat die Art und Weise sich zu ernähren grundlegende Änderung erfahren? Und wenn ja: warum? Wer isst falsch? Und warum artet es bei den anscheinend gescheit essenden Menschen immer gleich in Selbstbeweihräucherung aus? Kein Vegetarier von dem ich nicht weiß, dass er sich vegetarisch ernährt. Für Veganer gilt das Gleiche. Und wie richtig kann es sein, sich vegan (übrigens ein Wort, was Microsoft Word gänzlich unbekannt ist) zu ernähren und seine Mangelerscheinungen (nicht alle Veganer haben Mangelerscheinungen, aber manche ja eben doch) mit Präparaten abzuwenden?
nil schrieb am 26.06.2011 um 20:10
envoi schrieb am 26.06.2011 um 17:39
Und warum hält 'frische Milch' mittlerweile 3 Wochen?!

Diese Frage hatte mich vor einigen Wochen auch beschäftigt. Ohne Ergebnis. Ich würde mich freuen, wenn diesbezüglich etwas herauszufinden wäre!
Seit den Dioxin-Eiern, kann ich weder Huhn noch Eier zu mir nehmen. Ist beides vollkommen aus meinem Speiseplan verschwunden.
luggi schrieb am 27.06.2011 um 18:27
Frischhaltevermögen:
www.naturkost.de/basics/i1000.htm
Diese Milch bietet Enzymen kaum noch Angriffsflächen zur Verdauung. Es ist eigentlich nur noch ein Nahrungsmittel für hartgesottene Schleimpilze.
nil schrieb am 27.06.2011 um 20:44
@luggi

Vielen Dank für den Hinweis. Meine Bio-Milch ist also nicht wirklich Bio, ich muß also Milch von Demeter kaufen.
Rahab schrieb am 26.06.2011 um 17:55
ein luxusproblem für luxusleute bei ner luxusveranstaltung (na ja, die austern hab ich schon geknickt) an ner luxusadresse

weil: wie kriegen eigentlich die hier
www.freitag.de/politik/1124-schlechte-scheine
sprechenden menschen was "richtig (zu)essen"?

in Bayern gibts übrigens immer noch freßpakete für asylsuchende. hat schon mal wer deren inhalt auf "richtig essen" hin untersucht?
ich weiß nur, dass nen paar leute diese pakete auf "richtig dran verdienen" hin untersucht und sich ne "richtig goldene Nase" nicht dran verdient sondern einfach in die eigene Tasche gewirtschaftet haben, das aber richtig!
www.stern.de/panorama/bayern-gammelfleisch-fuer-fluechtlinge-551233.html
Popkontext schrieb am 26.06.2011 um 18:50
Tja, is ja man gar nicht doof, verschiedene Schichten anzusprechen mit den Veranstaltungen - beim Thema Arbeit hat man vielleicht eher die (im Zweifel gut ausgebildeten) Prekären erreicht, mit Essen eher die, die sich finanziell sicher fühlen...Wie man dann allerdings die Asylanten erreicht ist eher eine dritte Sache. Aber die können sich Zeitungen ggf. auch nicht leisten...
Rahab schrieb am 26.06.2011 um 19:02
ne, die machen sich selber welche
www.br-online.de/bayern2/regionalzeit-franken/regionalzeit-nord-franken-heimfocus-ID1283512617722.xml
und brauchen spenden!
"Bei der Erstellung der Zeitschrift sind die Asylbewerber auf Sponsorengelder angewiesen. Der Druck der ersten Auflage - 1.000 Exemplare – wurde von einer bundesweit tätigen Druckfirma übernommen, die ihren Sitz in Würzburg hat. Extra für das Magazin hat der Verein "Vivolo e.V." ein Spendenkonto bei der Sparkasse Mainfranken eingerichtet (BLZ 790 500 00, Kontonummer 44 936 490). Unter dem Stichwort "Heimfocus" können Sie die Flüchtlinge unterstützen."

ach ja ... asylant ist ... na ja umgangssprachlich vielleicht. mit asyl davor gibt es:
suchende
bewerber
berechtigte
Popkontext schrieb am 26.06.2011 um 19:20
Selber machen ist immer gut. Schönes, unterstützenswertes Projekt.
Wolfram Heinrich schrieb am 26.06.2011 um 23:55
Ich erlaube mir, mit pflichtschuldigstem Respekt die erlauchte Versammlung darauf hinzuweisen, daß ich soeben einen erleuchteten Artikel zum Thema "Ernährung und Sprache" eingestellt habe, welchselbiger sich mit dem semantischen Ekel und seiner Vermeidung beschäftigt.

www.freitag.de/community/blogs/wolfram-heinrich/vom-semantischen-ekel---ernaehrung-und-sprache
j-ap schrieb am 27.06.2011 um 20:21
»Richtig essen!« — So hingeschrieben, versehen mit dem Satzzeichen des Imperativs, darf man wohl annehmen, daß man sich im Salon nur mehr über die Reichweite des autoritären Strafbedürfnisses zu unterhalten gedenkt:

Wo der Befehl Richtig essen! oder, in der Version für die (natürlich ungebratenen) Moralwachteln, Anständig essen! lautet, da kann doch nur mehr die Frage sein, ob man die Falschesser und Unanständigen nun nur mit galliger Verachtung oder gleich mit Exilierung aus der grünzeugspiritistisch egalisierten Volxküche bestraft.

So wird aus jedem Hanswurst in der Fabrik wenn schon kein freier Mensch, so doch immerhin ein Hansspinat im Glück.

Es lebe die Peristaltik!

PS: Ja, Milzwurst; ja, Schlachtschüssel; ja, Blockschokolade!
Popkontext schrieb am 27.06.2011 um 20:38
Na, ich hoffe doch sehr, auch eine gewisse Ironie in diesem Imperativ zu lesen...
Jakob Augstein
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