193
]
Liebe Leser,
am Montag, den 21.2., findet im Maxim Gorki Theater Berlin unser nächster Freitag-Salon statt.
Knapp ein Jahr, nachdem wir uns im Salon der "Gläsernen Decke", der Situation von Frauen in der Arbeitswelt, gewidmet haben, möchten wir das Thema mit einer etwas anderen Fragestellung erneut auf die Agenda setzen: "Warum geht es mit der Emanzipation nicht voran?"
Meine Gäste sind die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Ekin Deligöz, die Literatur-Journalistin Iris Radisch und Bascha Mika, deren Streitschrift "Die Feigheit der Frauen" zurzeit heftig diskutiert wird.
Ich möchte über die Ansprüche diskutieren, die Frauen ans sich selber stellen und die Frage, ob die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen überhaupt gegeben sind, um zwischen diesen Vorstellungen nicht gnadenlos zerrissen zu werden. Und wieso wird dies nur als Problem der Frauen thematisiert? Kommt der Abgesang auf den Feminismus zu früh, gibt es einen neuen Konservatismus, der dem selbstbestimmten Frauenbild entgegenwirkt?
Das sind erste Gedanken - haben Sie noch Fragen an unsere Gäste und Anregungen für die inhaltliche Gestaltung des Abends?
Und kommen Sie am Besten auch persönlich vorbei - wir beginnen diesmal etwas später, um 20:15 Uhr.
Ihr JA
|
|
spätestens bei der Frage der existenzsichernden Finanzierung von Alleinerziehenden und ihren Kidern, stellt sich die Frage nach der Emanzipation der Frauen als Weitung auf die Frage der Emanzipation der Männer als alleinerziehende Väter und darüber hinaus auf Erziehung, Bildung, Pflege als allgemeingesellschafliche Aufgabe
siehe dazu: www.freitag.de/community/blogs/joachim-petrick/grundeinkommen-fuer-teilzeitkraefte- 14.02.2011 | 17:15 Grundeinkommen für Leiharbeit und Teilzeitkräfte, grundeinkommen götz werner oskar negt jakob augstein teilzeitarbeit leiharbeit Grundeinkommen für Leiharbeit und Teilzeitkräfte, oder was die Idee eines auskömmlichen Grundeinkommens wirklich nährt Im Jahre des Herrn, 1985, war es, da war der anschwellende Bocks- und Ziegengesang "PRO 35 Stunden/Woche", mit oder ohne Lohnangleichung, unter gewerkschaftlich sozialdemokratischer Führung an seinem Zenit angelangt, um dann im Wege der Wendejahre nach dem Berliner Mauerfall vom 09. November 1989, , der Einheit Deutschlands vom 03. Oktober 1990, arbeitsmarktpolitischen Wildwwuchs, Step by Step, über asymmetrische geführte Debatten um Flexibiltät der Arbeitszeit, Mobilität der Arbeitnehmer/nnen, Lohnfindung in tariffreien Räumen bis zur Unkenntlichkeit zu entschwinden. |
|
|
Abgesehen davon, dass ich beiden Voredner/innen wieder mal voll und ganz zustimmen muss (@Amanda @Joachim Petrick), kann ich, wie es im Moment aussieht, am 21. nicht kommen. Schade, schade - vor allem wegen Bascha Mika, die selbst als Chefredakteurin eines kämpferischen Blattes eine ungewöhnlich freundliche und warmherzige Journalistin war und blieb. Dadurch weckt ihr Feminismus meine Neugier und ich wäre auch diesmal gern wirklich gern wieder dabei gewesen.
LG Christian |
|
|
ich hab's langsam satt!
wenn die jungs und tumtums wissen wollen, wie's kommt, dass sie das ding mit der egalität immer noch nicht begriffen haben, dann gehört das beharren auf gefühlten privilegien diskutiert und die frage, wieso diese privilegien nicht das gelbe vons ei sind und deshalb von immer mehr mädels ausgeschlagen werden aber doch nicht die frage, wieso nicht alle mädels wie jungs und tumtums sein/werden wollen empfehle als vorbereitungslektüre "Vagabundinnen" und "Verlorene Narrenfreiheit" von Christina Thürmer-Rohr damit gewußt ist, wohinter die diskussion zurückfallen soll |
|
|
"empfehle als vorbereitungslektüre "Vagabundinnen" und "Verlorene Narrenfreiheit" von Christina Thürmer-Rohr
damit gewußt ist, wohinter die diskussion zurückfallen soll" Das ist doch Quatsch rahab, hinter Thürmer Rohr war die Diskussion damals zurück und ist es noch immer. Sie war damals eine geistige Vagabundin und ist es heute noch. Nur nützt das im Alltag nichts, gar nichts. |
|
|
kann sein, dass es quatsch ist
wo wäre denn deiner meinung nach der verschriftlichte punkt, an demn all die abzuholen wären, die noch nie über die idee vom rollen-tausch rausgekommen sind? |
|
|
Es geht also hier wieder mal ums Abholen und Mitnehmen, hier nämlich: der Zurückgebliebenen.
|
|
|
ja
es sei denn, es wird das spektakel einer diskussion in der beziehungskiste geboten wenn ich das haben will, kann ich auch zuhausebleiben und meine tagebücher von vor 30 jahren lesen... |
|
|
Ich frage aus Interesse: Schrieben Sie in Ihren Tagebüchern auch konsequent klein?
|
|
|
?
|
|
|
Für Rahab:
Klein schreiben und groß denken ist die Devise. Wenn Emanzipation Gleichmacherei oder bloß Rollentausch bedeutet, dann wird das nix. Das sehe ich genauso wie Rahab. Jahrtausendelange eingeübte (ich sage jetzt absichtlich nicht eingebläute) Rollenklischees sind nicht in ein paar Jahren geändert. Das ist harte Arbeit. Vor allem müssen sich die Männer unter uns fragen, ob der Termin beim Kinderarzt immer von der Frau gemacht und wahrgenommen werden muss, ob bei Terminkollisionen selbstverständlich der Termin des Mannes der wichtigere ist, ob weibliche Chefs nur als Ausnahme- und Vorzeigeexemplar taugen, aber im Grunde genommen immer ein Mann der richtige Chef ist, ob bei Kontoeröffnungen von Ehepartnern immer der Mann als Erster auf dem Anschriftenfeld auftauchen muss und nicht die Frau, wenn ein Brief an "Eheleute" adressiert ist, desgleichen bei Strom oder Wasserrechnungen, oder ob beim Autokauf grundsätzlich der Mann bei technischen Fragen vom Verkäufer angesprochen wird, wenn er mit dabei ist, selbst wenn die Frau Ingenieurin ist. Davon gibt es zahllose Beispiele. Das sind die Kleinigkeiten, an denen ich erkenne, dass sich nocht nicht wirklich viel getan hat, seit Alice Schwarzer aktiv dagegen arbeitete. |
|
|
schrieb am
15.02.2011 um 23:00
Brav Gero. Immer schön Asche auf`s Haupt.
Männer wurden und werden zumeist von Frauen dazu erzogen, zu funktionieren und eigene Bedürfnisse klaglos zurückzustellen. Egal ob als bereitwilliger Überstundenleister, für die Familie als Versorger, für die Militärs als Zwangsrekrutierter, für das Sozialwesen als Zivildienstleistender. Der Forderungskatalog wurde um die Ansprüche der Feministinnen – den Hausmann, den pauschal Schuldigen für alles und den bereitwillig Diskriminierten – erweitert und tapfer bedient. Gehen Sie mal in die Kitas, Gero und reden Sie dem durchweg weiblichen Personal ins Gewissen bzgl. Rollentausch. Damit die Kids nicht immer nur das traditionelle Muster Frausagtwoslanggeht erleben. Oder melden Sie sich am besten gleich zum Dienst am Kind. Den Generalverdacht Mann = Missbraucher wird ein Ritter Gero mit Sicherheit tapfer aushalten. |
|
|
Na, Smith, das war jetzt blöd, oder? Gib es zu.
Generalverdacht, Männer alle unterm Pantoffel - kommt mir vor wie Garp bei den Amazonen (ist aus nem alten historischen Roman...) |
|
|
Den Generalverdacht halte ich eher aus, als den breitbeinigen Dummschrieb.
Warum werden Männer von Frauen erzogen? Weil es in den relevanten Erziehungsberufen keine Männer gibt. Warum? Weil die Männer sich in einen Beruf zurückziehen, der mit Kindererziehung nichts zu tun hat. Sicher ist sicher. Ein Ingenieur der Bohrinseln baut hat eine ganz andere Reputation als ein Grundschullehrer oder ein Kinderbetreuer. Porsche fahren ist einfach geiler als Kinderwagen schieben. Den Generalverdacht gibt's nicht. Das ist Bullshit. |
|
|
schrieb am
15.02.2011 um 23:24
Breitbeiniger Dummschrieb? Selber.
Ja, und Männer werden von Frauen erzogen. Was kommt dabei raus? Und Generalverdacht gibts nicht. Nö, gar nicht. Mein Sohn wurde zeitweise von einem Tagesvater betreut, der dir hierzu Abendfüllendes erzählen könnte. Also, Gero ****schrieb, wann beginnt deine Kitaerzieherlaufbahn? |
|
|
Ihre persönliche Erfahrung ist tragisch und Sie fanden das weder witzig noch gerecht.
Ihre persönliche Erfahrung mal eben auf die Weltbevölkerung hochrechnen, ist zwar einfach, aber falsch. |
|
|
schrieb am
15.02.2011 um 23:35
Nur EIN Hinweis bzgl. Generalverdacht, British Airways und alleinreisende Männer die neben Kindern sitzen:
"Wir möchten nur sichergehen, dass Sie das Kind neben Ihnen nicht sexuell belästigen, Sir." www.telegraph.co.uk/travel/travelnews/7957982/British-Airways-changes-discriminatory-seating-policy-for-men.html |
|
|
schrieb am
15.02.2011 um 23:39
"Ihre persönliche Erfahrung mal eben auf die Weltbevölkerung hochrechnen, ist zwar einfach, aber falsch."
Persönlich werden ist das Eine - aber nun versuchen Sie mal den Bogen zu Ihrem ersten Posting zu schlagen, ******-Gero. Gute Nacht. |
|
|
Persönlich werden?
"Brav Gero. Immer schön Asche auf`s Haupt." "Gehen Sie mal in die Kitas, Gero und reden Sie dem durchweg weiblichen Personal ins Gewissen (...)" "Den Generalverdacht Mann = Missbraucher wird ein Ritter Gero mit Sicherheit tapfer aushalten." Bei breitbeinigem Dummschrieb wird schon mal zurückgekeilt. Wie im richtigen Leben. |
|
|
An der Fleischtheke im Supermarkt wird immer zuerst meine Frau angesprochen und beraten (von einer Verkäuferin), selbst wenn ich das Gespräch eröffne, obwohl ich fast immer koche.
|
|
|
vielleicht mal nen neuen lippenstift probieren?
|
|
|
meinst Du das lustig oder diskriminierst Du einen kochenden Mann?
|
|
|
schrieb am
16.02.2011 um 10:14
"Bei breitbeinigem Dummschrieb wird schon mal zurückgekeilt. Wie im richtigen Leben."
Richtig, wenn Muttis bester Keiler "die Männer unter uns" dummbreitbeinig angeht, wird zurückgekeilt. |
|
|
auch, 4pi, lustig - aber nicht nur
|
|
|
@smith
Mann? Mutti? "die Männer unter uns"? Allein schafft er's nicht. Er braucht auch noch Verstärkung. Testosterongetränkter Jammerlappen. |
|
|
schrieb am
16.02.2011 um 15:43
Das Kompliment geht unbenutzt zurück.
Er weiß wohl nicht mehr was er schrieb: "Vor allem müssen sich die Männer unter uns fragen, ob der Termin beim Kinderarzt immer von der Frau gemacht und wahrgenommen werden muss, ob bei Terminkollisionen selbstverständlich der Termin ... " Allein schafft er`s nicht. Nein, er muss es auf die Weltbevölkerung hochrechnen. Oh so horny! |
|
|
Damit wären dann alle Vorurteile bezüglich der vorherrschenden Männerrolle bestätigt. Es wird gegreint und gejammert, dass es eine Freude ist. Besitz und Besitzanspruch, Recht und Rechtsanspruch, Versorgung und Versorgungsanspruch. Spiele. Der Streit um die Puppenlappen. Rechthaberei. Prinzipienreiterei. Schuld suchen und finden. Es sind immer die anderen. Sowieso. War ja noch nie anders.
Die Frauen haben es da jetzt verhältnismäßig einfach, die müssen nur abwarten, bis wir uns gegenseitig die Rübe einhauen. Wir sind durch die in sich zusammenbröselnde und zerfließende patriarchalische Ordnung unserer selbstgerechten Existenzgrundlage beraubt. Mist. Ein Gebieter ohne Gefolge. Obendrein nicht konsenswillig und nicht konsensfähig. Es reicht allenfalls für einen faulen Kompromiss; manchmal nicht mal dafür. Aus dieser Gemengelage soll jetzt etwas entstehen, was dem emanzipatorischen Anspruch nach einem gutaussehenden, unabhängigen, liebenswerten, verhandlugssicheren, selbständigen, selbstverantwortlichen und humorvollen Mann mit gutem Benehmen in jeder Weise gerecht wird. Das ist nicht einfach. Ja, ich würde mich sogar dazu hinreißen lassen zu sagen, dass das schwierig ist. Veschärfend kommt hinzu, dass wenn es so einen Mann gibt, die Nachfrage deutlich größer sein wird als das Angebot. Schon allein dadurch, dass Männer die älter als 30 und noch zu haben sind, entweder schwul, Muttersöhnchen oder Bettnässer sind. |
|
|
schrieb am
16.02.2011 um 23:24
"Damit wären dann alle Vorurteile bezüglich der vorherrschenden Männerrolle bestätigt. Es wird gegreint und gejammert, dass es eine Freude ist. Besitz und Besitzanspruch, Recht und Rechtsanspruch, Versorgung und Versorgungsanspruch. Spiele. Der Streit um die Puppenlappen. Rechthaberei. Prinzipienreiterei. Schuld suchen und finden. Es sind immer die anderen. Sowieso. War ja noch nie anders."
Wie taub muss man eigentlich sein, um den allgegenwärtigen, nicht enden wollenden Jammer- und Bezichtigungsradau feministischer Propaganda komplett zu überhören? "Es war Bascha Mika, die den Vorsitzenden von MANNdat e.V. als Jammerlappen beschimpfte. Einer Frau eines Kalibers wie der ehemaligen taz-Chefin entfleucht eine solche Beleidigung nicht leichtfertig. Vielmehr steckt Taktik dahinter, Strategie. Es ist paradoxerweise ein Appell an Männer, die nicht das sind, was der Feminismus zu erreichen sucht: Den weichen Mann. Es ist ein Appell an den Mann, der sich als „ganzer Kerl“ versteht, der nicht jammert und klagt, sondern die Zähne zusammenbeißt, keinen Schmerz kennt und trotz aller Widrigkeiten weitermacht, der zäh ist wie Leder und hart wie Kruppstahl. (...) Diese Strategie zielt darauf ab, dass die Männer kein Interesse für eine Parteilichkeit für Männer entwickeln, keine Solidarität mit Mit-Männern üben, dass sie stattdessen nur Verachtung für diese Männer hegen. Die ganze Verachtung einer Gesellschaft für schwache Männer, diese gnadenlose Herzlosigkeit, wird hier durch den Feminismus und „harte“ Männer perpetuiert. Denn eines wissen die Feministinnen: Sollte eine kritische Masse von Männern sich für die Interessen von Männern einsetzen, wäre der Feminismus geschichtlich gegessen." Quelle: romansredman.blogspot.com/2011/02/ein-indianer-kennt-keinen-schmerz-oder.html "Jammerlappen, Schlappschwanz, Muttersöhnchen, Bettnässer ... " - da kommt er wieder wie ehedem breitbeinig/dickeirig daher, der ganze dumme Kerl und macht Männchen. Brav. |
|
|
Troll mit Klötenkoller?
|
|
|
NÁbend allerseits,
Amanda, ich stimme Ihnen vollkommen zu. Ganz sicher können Frauen hart und unermüdlich arbeiten und sicher auch 60-80 Stunden-Wochen absolvieren, wie ihre männlichen Kollegen. Sie können die Stirn bieten, professionell und hartgesotten sein - wie Männer. ABER: Sie wollen nicht. Und warum nicht? Weil Frauen Frauen sind, weil es zu ihrer eigenen weiblichen Menschwerdung gehört, Hingabe zu lernen, mehr, als es auf den ersten Blick scheint! (Wer sich während einer Geburt GEGEN die Wehen kämpfend einmal versucht hat, weiß, wovon ich rede. ;-)) Kämpfen, sich durchsetzen, neue Wege erstreiten, das tun Frauen sicher leidenschaftlich gern (wenn es auch nicht ursächlich ihrer Natur entspricht) - wenn sie wissen, WOFÜR! Für mein Kind nähe ich gerne nachts noch das Faschingskostüm, ich setze mich ein für mehr Gerechtigkeit innerhalb des Kindergartens, ich baue an unserem privaten sozialen Netzwerk, gestalte, arbeite, erschaffe, kreiere - und das unermüdlich. WEIL ES SINN MACHT. Es macht Sinn, einen kleinen Menschen mit Liebe und Sinn zu erfüllen, ihm zu zeigen, wie man Glück und Zufriedenheit hinbekommt. Wie Freundschaft funktioniert und ein sorgsamer Umgang mit sich selbst. Muss man sich von anderen ausgrenzen lassen? Muss man sich vergleichen und andere beurteilen? Wie gehe ich verantwortlich mit meiner Gesundheit um? Lasse ich zu, dass lockende quietschbunte giftige Spielzeuge, Süßigkeiten, Klamotten in unsere Kinderschränke wandern? DAS interessiert mich als Frau und Mutter. Mich interessiert nicht im Geringsten, wie hoch irgendwelche Dividenden sind. Ich habe keinerlei Interesse zu konkurrieren und zu spekulieren. Ich muss (jetzt) gerade nicht die Erste sein, die Erfolgreichste, die Verwirklichte. Später vielleicht. Amanda, wenn Sie das "naiv mit Leben" meinten, dann schließe ich mich dem an. Dann ist beispielsweise MEIN Interesse an Lebensqualität, an Selbstbestimmung und weitgehender Stressfreiheit einfach viel grösser, als mir mit unerhörtem Engagement ein unerhörtes Gehalt zu erstreiten, was mich auch bloß zu unerhört unwichtigem Konsum führen würde. Lieber JA, Sie fragen nach dem Anspruch, den frau an sich selbst hat und nach den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die möglicherweise NUR Zerrissenheit für Frauen ermöglichen. Nun, zerissen sind die, die sich nicht klar auf die eine (Karriere) oder andere (Kinder und Familie) Position festlegen wollen. Und unglücklich sind die (Frauen), die erst bis Mitte dreißig für ihre berufliche Position kämpfen, um dann straff gegen die biologische Uhr anzurennen mit einer fraglichen Partnerwahl, die gerade und im besonderen der Familiengründung dient, nicht aber wahrhaftiger Verbundenheit zum Partner entspringen muss. Ich kenne etliche Beispile für diese Art Familienmodell, das immer noch am Besten funktioniert, wenn der Mann viel unterwegs ist und auswärts arbeitet, während frau sich ganz der Rolle des Weibchens hingibt. Und dieser Typ Frau fühlt sich sicher genug, um noch das vierte Kind zu bekommen - während der Mann auswärts zum geduldigen alleinigen Brötchenverdiener und daheim zum geduldeten Familienphantom zu werden droht. Dann sind da die Paare mit beruflich zwei engagierten Elternteilen, die auch vor einer nächtlichen Kinderbetreuung nicht zurückschrecken, die glauben, wenn sie alle 12 Wochen ein langes Wochende mit ihren Kindern verbringen, ersetze das ein tägliches Zuhause, Geborgenheit und ein Miteinander, das über reine Organisation und Verwaltung der Familie (und damit auch der Kinder selbst) hinausgeht. Und dann sind da noch die Alleinerziehenden, die stets zerrissen zwischen Kind und Beruf besonders angespannt und abgespannt und deshalb auch besonders gesundheitlich gefährdet sind. Burn-Out, Depression, Medikamentenmissbrauch dürften (gefühlt) in dieser Familien-Gruppe am Höchsten sein und den grössten Schaden anrichten. Fakt ist, ohne ein soziales Netzwerk, in dem man sich gegenseitig entlastet und den Rücken freihält, funktioniert fast keine Erwerbsarbeit mehr für Alleinerziehende (ausgenommen die, die zwischen 8 und 17.00 Uhr arbeiten). Und selbst für jene ist dieses Leben ein schmaler Grad, in dem regelmäßig entweder das eine oder das andere auf der Strecke bleibt: Job, Haushalt, Kind, soziales Umfeld? Eines ist es immer. Und weil es so ungeheuer wichtig ist auch noch gute Miene zum bösen Spiel zu machen ("Ich bin ja froh, dass ich eine Arbeit HABE!"), sind die still Leidenden nicht selten völlig überforderte Eltern UND alleingelassene Kinder. Sie haben Essen, Kleidung, Spielzeug und ihren Kindergartenalltag. Aber jemanden, der Zeit mit ihnen hat, der einmal NICHT erschöpft ist und völlig kaputtgespielt weit nach den Tagesthemen noch gegen das aufgestaute Haushaltschaos kämpft und schon deshalb selbst die Gute-Nacht-Geschichte mit Verbissenheit zu absolvieren scheint, so jemanden haben diese Kinder nicht. Alternativ dazu steht noch die nicht / wenig beschäftigte Einelternschaft, die zwar Gesellschaft beargwöhnt und politisch unkorrekt ist - ABER mitunter wohl eher einem Kindeswohl gerecht wird, das den Namen verdient. Status und Geld zählen für Kinderseelen nicht. Was zählt sind Zeit, Liebe, Aufmerksamkeit und Anteilnahme - dafür muss man erst einmal Kraft aufbringen und auch noch Zeit finden, sich selbst wieder aufzuladen. Frauen WOLLEN etwas leisten, auch mit großem Engagement wollen sie das. ABER es muss sich LOHNEN. Mein einziger persönlicher Lohn ist Sinnhaftigkeit. Und als Mutter ist meine erste Bürgerpflicht gesund zu bleiben, die zweite, liebevoll meinem Job als Mutter nach zu gehen, und erst die dritte ist es, beruflich den großen Wurf mit vollem Einsatz zu wagen. Gut, das sind meine persönlichen Prioritäten, die muss man nicht gut finden. Aber, ich finde es sehr bedenklich, wenn (wie Winterhoff das so treffend auf den Punkt bringt) Kinder auf zu weiche Erwachsene treffen, die aus lauter Erschöpfung und/oder fehlendem Interesse, ihren Kindern nicht mehr genügend "Reibefläche" bieten, was aus unseren Kindern rücksichtslose kleine Monster mit narzisstischen Neigungen werden lässt. Grenzen setzen ist unbequem und sehr sehr anstrengend! Der Leistungsdruck in den Arbeitsfeldern, in den Familien, in den Kindertageseinrichtungen, in den Schulen steigt und steigt und steigt. Ausgebrannte Erwachsene sind für unsere nachwachsende Generation verhängnisvoll! So frage ich mich schon, ob Frauen wirklich feige sind, wenn sie sich dem (zusätzlichen?!) Stress der gehobeneren Jobs entziehen, oder ob sie nicht einfach verantwortungsvoll ihre Basisarbeit in den Familien wahrnehmen, wo sie NICHT ERSETZBAR sind! Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich vorliegendes Werk von Frau Mika nicht gelesen habe, wohl aber Dr. Hans-Joachim Maatz über den "Muttermangel", als auch Frau Liedloff "Auf der Suche nach dem verlorenen Glück", Jesper Juul, Winterhoff, und so weiter... Eines habe ich wohl verstanden: mündige, vertrauensvolle, glückliche,starke Persönlichkeiten bekommt man nicht aus Kindern, deren Mütter aus Karrieregründen nach 3monatiger Babypause wieder arbeiten gehen! Nichtstillen, Nichtsorgen, Kinderbetreuung unter einem Jahr sollte kritisch hinterfragt werden, wenn wir tatsächlich ein gesellschaftliches Interesse daran haben, zumindest die Voraussetzungen dafür zu schaffen, mündige und im Urvertrauen gesunde Menschen in unserem Land zu haben. Das war mal schnell ein Querexkurs, keineswegs vollständig, aber vielleicht inspirierend. Wird die Diskussionsrunde medial übertragen? Und falls nicht, liefern Sie, JA, einen ausführlichen Bericht? Falls ja, verfolge ich eines oder beides mit Spannung. Abschließend sei noch zu sagen, dass mehr weiblicher Einfluss in den Gremien der höchsten Etagen grundsätzlich zu begrüßen ist! |
|
|
Das Kinderlos ist für welche Lotterie?
|
|
|
"Hallo Weitblick, möchte Sie ermutigen, sich als Bloggerin anzumelden ;o)"
Amanda, das habe ich glatt übersehen. Ich danke der freundlichen Einladung. Ich schreibe gern, nichtwissend ob journalistisches Geschick hier unbedingt notwendig ist ? Ich verfüge darüber nicht. "Kinderlos ist Selbstverwirklichung doch ein Klacks." NUR, WENN man nicht darunterleidet. Ich denke, wenn man alles auf Karriere setzt und dann scheitert, dürfte das sehr sehr bitter sein. Gut, Familie zu gründen und damit zu scheitern ist es auch. Aber da bleibt was hängen: es hängt sich allabendlich wie ein Pelz um deinen Hals und säuselt; "Mama, ich hab dich soooo lieb." ;-) Mmmh, ich könnte Bloggerin werden. Ist das eigentlich eine richtige Arbeit? *schmunzel* Amanda, ich bin eher impulsiv. Ein Festlegen auf bestimmte Themen dürfte mir schwerfallen. Oder ich achte mal genauer auf Anlässe... ...dabei haben mich nur JAs Grübchen hierher verschlagen... aber verraten Sie´s keinem... Als Sympatieträger ist dieser Mann bestens geeignet. Herr Augstein, aber Ihre Qualifikationen sind alle echt, oder? Dann könnten Sie ja den neuen Hoffnungsträger der Nation spielen :-) Ich warte mal ab, was der Freitagssalon mit sich bringt... ich bin wirklich gespannt und wäre ehrlich gesagt gern dabei. Amanda, danke schön und gute Nacht! |
|
|
"Und wieso wird dies nur als Problem der Frauen thematisiert?"
Das wüsst ich auch gern. "Kommt der Abgesang auf den Feminismus zu früh, gibt es einen neuen Konservatismus, der dem selbstbestimmten Frauenbild entgegenwirkt?" Was "zu früh" bedeutet, verstehe ich nicht und was "Abgesang" noch weniger. Ja, es gibt einen neuen Konservatismus. Auf das Frauenbild wirkt er sich aber unterschiedlich aus. Die Wirtschaft braucht die Frauen ja inzwischen. |
|
|
schrieb am
15.02.2011 um 20:59
"Und wieso wird dies nur als Problem der Frauen thematisiert?"
Unsere grandiose Bundesarbeitsministerin gibt in einem ihrer ersten Interviews in ihrem neuen Ministerium die Antwort: „Von 227.000 Menschen, die im vergangenen Krisenjahr ihren Job verloren, waren nur 10.000 Frauen. Arbeit wird weiblicher, bunter, älter.“ In Männern heißt das umgerechnet: Von den 227.000 Menschen, die im vergangenen Krisenjahr ihren Job verloren, waren 217.000 Männer. Die Probleme der Frauen sind weiblich, bunt und alt - unser aller Hauptprobleme. Und die Männer sollten sich schämen - wie gehabt. |
|
|
Was ein Glück, dass echte Hausfrauen nicht in der Arbeitslosenstatistik geführt werden. Dienern, kochen und Schuhe putzen geht immer, vor allem ohne Lohn- und Sozialversicherungsabgaben.
|
|
|
schrieb am
16.02.2011 um 10:39
"Dienern, kochen und Schuhe putzen"
Na sicher, und wie das jüngste Urteil bzgl. nachehelichen Unterhalt deutlich macht, steckt Deutschland (im europäischen Vergleich) ja auch noch knietief im Sumpf weiblicher Anspruchshaltung. |
|
|
noch ne antwort, fünfter versuch: weil das menschenrecht der greinenden pappis noch nicht hergestellt wurde
aua aua |
|
|
schrieb am
16.02.2011 um 10:52
Greinende Mamis first?
Mal was ganz Neues. |
|
|
@smith
"steckt Deutschland (im europäischen Vergleich) ja auch noch knietief im Sumpf weiblicher Anspruchshaltung." Ich habe es geahnt. Noch ein gutes Beispiel dafür, dass die grauen Zellen der Dogmatiker absolut ausbruchsicher sind. |
|
|
meinste?
und wie war das noch mit der un-kinderrechts-konvention? |
|
|
die frage von 11.44 geht an Smith
|
|
|
Liebe Frau Radisch!
Ich habe lange überlegt, wen ich um Rat fragen soll. Alice Schwarzer hätte mir bestimmt gesagt, ich hätte keine Kinder kriegen sollen. Eva Herman hätte gesagt, ich sollte mich mehr um meine Söhne kümmern als um mich selbst. Was Frau Mika gesagt hätte, wenn ich sie um Rat gefragt hätte, will ich gar nicht wissen. Wer Frauen für feige hält, weil sie nicht ständig mit ihren Männern streiten, sondern dieselben auch mal lieben wollen, ist für mich kein geeigneter Ratgeber. Also kam nur noch eine Frau mit Kindern und Beruf aber ohne Absolutheitsanspruch infrage. Da fielen Sie mir ein. Ich habe viele Fragen. Vor allem an Sie, aber wenn Sie jemanden kennen, der Rat weiß, möchte meine Fragen gern auch an diese anderen Menschen richten. Warum nicht auch an Männer? Männer können ein Problem manchmal so sehr reduzieren, dass es keins mehr ist. Oder sie werden abstrakt. Mein Mann meint, es geschieht der Menschheit ganz recht, dass sie ausstirbt, wenn sie es ablehnt sich fortzupflanzen. Das sei Evolution. Punkt. Das ist ja hübsch formuliert, hilft mir aber nicht weiter. Ich brauche Hilfe. Jetzt, heute. Ganz dringend. Und ich bin stinksauer. Ständig muss ich mich rechtfertigen, warum ich nicht abends um halb neun noch proben oder eine Konferenz abhalten möchte. Wenn ich sage, dass ich schon seit halb sechs wach bin und fünfmal pro Nacht gestillt habe, werde ich nur bemitleidet, weil meine Kinder so schwierig sind. Trotzdem wird um halb neun geprobt oder konferiert. Immer diese Kinder. Nein, das sagt niemand. Aber man sieht wie diese Leute es denken. Vielleicht wissen sie nicht einmal, dass sie so denken. Diese Leute zwischen 30 und 60, die keine Kinder haben oder altmodische Dirigenten, die Hausfrauen haben. Warum ich nicht meine Mutter frage? Meine Mutter hatte schon immer eine feste Stelle als Lehrerin, aber nur wenn sie wollte. Wenn sie nicht wollte, brauchte sie nicht zu arbeiten. Mein Vater hat so viel verdient, dass mein Bruder und ich und meine Eltern von diesem Geld richtig gut leben konnten. Ob ich will oder nicht, ich muss arbeiten. Mit oder ohne Kind. Schwanger oder stillend. Sonst haben wir kein Dach über dem Kopf und nichts zu essen. Meine Mutter hat immer gemacht was sie wollte. Babypause, Erziehungsurlaub, halbtags arbeiten, ihre Arbeit entsprach ihren Bedürfnissen und war ideal an ihre Freizeitgestaltung und Kindererziehung angepaßt. Dank der besonderen Arbeitszeiten meines Vaters als Musikschulleiter habe ich sogar jeden Tag viel Zeit mit meinem Vater verbracht, obwohl er immer ganztags gearbeitet hat. Meine Mutter war so emanzipiert, dass ich zum ersten Mal Kartoffeln schälen musste, als ich mit 27 Jahren meinen Mann kennengelernte. Ich sollte ihm beim Kochen helfen. Mein Mann kann kochen und weiß wie man richtig putzt. Mit Staubwischen und Herdputzen und in den Ecken staubsaugen. Hatte ich noch nie gemacht. Entweder meine Mutter hatte eine Putzfrau oder Oma ist zum Putzen gekommen. Oma konnte auch ganz lecker kochen und backen und wusste, wann man unsere Äpfel und Johannisbeeren ernten musste. Oma war gläubig und ging jeden Sonntag zur Kirche. Sie kannte sich in der Bibel aus und wusste unglaublich viele Kirchenlieder auswendig. Oma hat meinem Opa jeden Morgen sein Frühstücksbrot geschmiert, ihn bekocht und ihn anschließend den Abwasch machen lassen. Oma hat ihren Beruf als Hausfrau sehr gut gemacht. Ob sie ihn gemocht hat, weiß ich nicht. Sie hat ihre Aufgaben nicht besonders hinterfragt. Besonders unterdrückt wirkte Oma allerdings nicht. Vielleicht intellektuell noch nicht hunderprozentig ausdifferenziert und entfaltet. Es mag sein, dass sie bei einer intensiveren Suche nach ihrer Individualität nicht geheiratet und keine Kinder bekommen hätte. Vielleicht wäre sie dann im 2.Weltkrieg nicht beim Roten Kreuz als Krankenschwester gelandet, sondern wäre für ihren Führer in Stalingrad gefallen? (Aber sie muss gespürt haben, dass sie irgendwann eine Enkelin haben würde, die unbedingt als Geigerin ihrer Einzigartigkeit nachspüren will und hat meinetwillen auf ihre ganz persönliche Suche nach sich selbst verzichtet. Oma ist meine Heldin!) Meine Mutter kennt ihre liebsten Kirchenlieder auswendig. Sie geht fast nie in die Kirche. Ich weiß nicht, was und woran sie glaubt. Als ich klein war, gab es Hipp und Miracoli. Meine Mutter fluchte beim Kochen. Sie ist eine tolle Mutter und war immer für meinen Bruder und mich da, aber den Haushalt schmeißen mochte sie nicht. Sie tat es manchmal und fluchte. Meine Mutter hat einiges hinterfragt, ihren eigenen Stil gesucht und gefunden, unterrichtet, malt und genießt die Zeit mit ihren Enkeln. Wie ausgiebig meine Mutter mit meinem Vater um ihre Emanzipation gekämpft hat, als das gerade modern war, weiß ich nicht. Da war ich noch nicht geboren. Aber meine Eltern werden irgendwie gekämpft haben, denn sobald in irgendeiner Debatte die Emanzipation der Frau zur Sprache kommt, verlässt mein Vater das Zimmer. Er tut mir sehr leid, denn er ist der rücksichtsvollste Mann der Welt (viel rücksichtsvoller als meiner!) und niemand interessiert sich für seine ganz persönliche Entfaltung. Ich kenne keine Kirchenlieder auswendig. Ich weiß nicht, woran ich glauben soll. Meine Söhne (6 Monate und dreieinhalb) essen in der Krippe. Mein Mann bringt mir kochen und putzen bei. Was das für meine Selbständigkeit in unserer Ehe bedeutet, brauche ich Ihnen wohl kaum zu erklären. Alles, was ich im Haus anrühre, ist falsch. Sogar meine Stillpositionen bei unserem ersten Sohn waren falsch. (Beim zweiten Sohn kriegte mein Mann nicht mehr so viel mit, weil der erste Sohn so laut ist.) Entweder ich bin wochenlang in einer anderen Stadt als meine Kinder und mein Mann oder ich bin am Wochenende oder nachts unterwegs, damit wir essen können und ein Dach über dem Kopf haben. Meine Brüste entleere ich in Plastikflaschen, wenn nicht gerade der Dirigent mit mir essengehen will und ich ihm nicht sagen kann, dass ich meine Brüste eigentlich dringend entleeren müsste. (Da schäme ich mich irgendwie.) (Also gibt es doch noch Tabus.) Da mein kleines Orchester ein Disziplinproblem hat, muss ich als Vorgesetzte und Konzertmeisterin ganz besonders hart sein und meine männlichen (unser Orchester ist noch etwas altmodisch) Geigenkollegen sehr häufig zurechtweisen. Danach komme ich nach Hause, bin wütend und kaputt, weine und muss versuchen meinen lauten Sohn nicht anzuschreien, weil er mich beim Stillen stört und überlegen, was ich zu Essen mache. Knäckebrot mit Erdnussbutter. Dann kommt alles andere, was Hausmenschen so machen müssen und von ihren arbeitenden Ehepartnern verlangen, dass sie das ebenfalls tun, wenn sie kaputt, wütend und weinend von der Arbeit nach Hause kommen. Ich glaube, das einzige, woran man erkennt, dass ich eine Frau bin, ist, dass ich weine, anstatt mich mürrisch vor den Fernseher zu setzen. Ansonsten lebe ich wie ein Mann. Ich bin so unglaublich emanzipiert, es ist noch besser, als ein Mann zu sein. Niemand wirft mir vor, ich würde meinen Mann unterdrücken! Ich kann machen was ich will, ich darf es. Ich darf schwanger sein und arbeiten, gebären und noch im Wochenbett Solokonzerte spielen, ich darf mein Baby allein lassen, meinen dreijährigen Sohn halbtags, gern auch mal ganztags, in der Krippe lassen, ich darf stillen und abpumpen und wegfliegen oder fahren, und und und!!! Ich darf mich entfalten!!! Ich bin so dermaßen entfaltet, dass ich manchmal nach meinem Penis suchen muss, um festzustellen, dass ich keinen habe. Danke, danke! Ich bin wirklich toll! Was bin ich für ein toller Mensch, ich bin DIE FRAU!!! Ich kann und darf alles, wirklich ALLES. Zugegeben, als Geigerin bin ich noch nicht so repräsentativ, aber das ist nur eine Frage der Zeit. Spätestens in der Generation meiner Söhne wird es keine Männer mehr im öffentlichen Leben geben und falls doch, dann nur noch verhüllt in irgendwelchen Kinderbetreuungseinrichtungen, falls es Kinder geben sollte. Falls es keine Kinder gibt, haben wir vielleicht Krieg mit irgendwelchen bösen Männern aus dem Morgenland. Dann werden meine Söhne für die Befreiung der Frau im Morgenland einen heldenhaften Tod sterben. Liebe Frau Radisch, laut öffentlicher, feministischer Meinung müsste ich die glücklichste Frau der Welt sein und bin doch nur stinksauer, traurig und unendlich kaputt. An meiner Art zu leben ist nichts gut und wird es auch nicht. Warum soll das ein Zukunftsmodell sein? Es fühlt sich meistens an wie die Apokalypse. Vielen Dank für Ihre Antwort und mit herzlichen Grüßen, Ihre Katharina |
|
|
Zwei Vollzeitbeschäftigungen sind nicht zu schaffen - für niemanden. Ein Mann kann nicht zwei 40h-Jobs erledigen und eine Frau auch nicht. Da helfen auch die besten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen nicht. Auch wenn ich alle Möglichkeiten habe muss ich mich entscheiden, welche ich nutze und welche nicht. Ich kann auch nicht Urlaub an zwei Orten gleichzeitig machen.
Ein Gleichgewicht wäre toll, bei dem alle Aufgaben GUT erfülle - PERFEKT wird dabei keine. Es ist jedermanns und jederfraus Aufgabe beim Erwachsenwerden die eigenen Werte zu finden und sein/ihr Leben auch gegen äußere Ansprüche entsprechend zu gestalten. Frau hat jetzt schon mehr Möglichkeiten als Ihre Oma und Ihre Mutter, muss aber auch die nötigen Entscheidungen treffen - das ist sehr schwer und notwendig. |
|
|
Liebe Katharina! Einfach einen ganz herzlichen Dank für den Gelungenen Aufschrei! Habe gelacht und geweint und keinen Penis gefunden.
Viele Grüße, Rosalix |
|
|
Liebe Katharina, gerade denke ich, nur für Sie meinen Kommentar geschrieben zu haben und Sie bestätigen mir, was ich über erfolgreiche Familienmütter nur greulich erahnen konnte.
Einen persönlichen Dank für Ihren ehrlichen Ausbruch! Ich habe nicht die Apokalypse gewählt, sondern die vorübergehende Armut, wenn man das so nennen will. Zukunftsangst ist gibts gratis dazu, aber Sie lesen sich auch nicht so, als ob Sie bei Ihrem immensen Pensum ohne Penis entspannter oder glücklicher sein könnten, als ich in einer sehr bescheidenen, unaufgeregteren mütterlich entfalteten, dafür beruflich behinderten Laufbahn. Ich schicke Ihnen Kraft und wünsche Ihnen den Ausstieg bevor der Burn-Out sie komplett niederreisst! Ein herzlicher anteilnehmender Gruß geht nur an Sie, sie sind die Heldin der Nation. (und das ist keineswegs zynisch gemeint) Ihre Christiane |
|
|
Liebe Katharina/Christiane
beherzte Beiträge! Mir fiel eben nur ein Beispiel ein. Eine befreundete Kita-Mutter musste ihr Kind impfen lassen. Vorsorglich fragte sie in der Kita, ob der Junge tragsdrauf unter Umständen vom Turnen fernbleiben könne, falls er ein wenig schlapp sein sollte. Die Erzieherin belehrte die konsternierte, fast schon beschämte Mutter, dass ein Kind entweder krank oder gesund sei, also kitafähig oder nicht und diese fühlte sich gleich verdächtigt, sie wäre "eine von denen", die ihr Kind unter allen Umständen in die Kita zerrt, man muss ja zum Job... zur Not auch mit Fieberzäpfchen, das wurde ja auch so in der ehemaligen DDR praktiziert, hört man jedenfalls oft. Weil ja auch keine Oma/kein Opa in der Nähe wohnen, aber natürlich wichtige Projekte auf dem Tisch liegen, ist jetzt viel Logistik gefordert, weil eben einer beim Kind zu Hause bleiben muss. Für Aussenstehende ist das trivialster Alltag, für die Betroffenen viel Stress und manch emanzipatorisches Gerede scheint dann extrem alltagsfern. |
|
|
schrieb am
16.02.2011 um 10:57
Frau Schmitz: "praktiziert" wurde es, weil beide Elternteile bzw. alle Elternteile (=eines) arbeiteten. Etwas Nachdenken soll vor Abgabe solcher statements helfen.
|
|
|
ja. Den Eltern will ich hiermit auch keine Kritik nachreichen. Ich wollte nur dem Bild etwas entgegensetzen, dass deutschlandweite Kita-Betreuung die Lösung des Problems ist, wenn beide Elternteile arbeiten wollen, bzw. müssen und zwar nicht nur in Kuschelbetrieben, die immer vollstes Verständnis haben. Da gerät man schnell mal unter Druck. Ein Kind in der Kita fängt sich bekanntlich erstmal alle Infektionen ein, die so da sind. Das ist ja sogar gut (Abwehrkräfte), das Fieberzäpfchen indes nicht.
|
|
|
Keine Heldin, weil kein Vorbild, wie Sie ja schon formulierten...
|
|
|
Der erste Winter in der Kita bringt folgendes:
Kind1: 3 Tage Kita, 5 Tage krank, 3 Tage Kita, 5 Tage krank usw. Kind2: Keine Kita, aber trotzdem 5 Tage krank Mutter und Vater: November, Dezember, Januar, Februar, März, April krank Leistungsstarke Arbeitnehmer die Mamas und Papas der Kita-Kinder! |
|
|
genau. Und noch mehr. Bei manchen Infektionen erwarten die Kitas eine Gesundschreibung. Also geht man an dem Tag, an dem man wieder zur Arbeit möchte mit dem gesunden Kind in die (verkeimt, Wartezeit) Praxis und den Rest kann man sich denken. Solche Widrigkeiten sind Frauen wir Bascha Mika sicher weniger bekannt.
|
|
|
"Der erste Winter in der Kita bringt folgendes:
Kind1: 3 Tage Kita, 5 Tage krank, 3 Tage Kita, 5 Tage krank usw. Kind2: Keine Kita, aber trotzdem 5 Tage krank Mutter und Vater: November, Dezember, Januar, Februar, März, April krank" Ja, das setzt der Entfaltung einiges entgegen. Ich hatte diese Situation vorletzten Winter auch, 12 Wochen Studien- und arbeitszeit fehlten einfach. Und ich fand es sooo elend frustrierend. Kaum stand ich im Stoff, wurde ich wieder ausgebremst. Aber nach dem benannten Winter, der auch eine Kur notwendig machte mit dem lieben Kind, habe ich gesehen, wie kaputt Frauen sein können (psychosomatischer Breakdown! = zu Fleisch gewordener Stress), wenn sie ausgebrannt nur noch funktionieren und nicht NEIN sagen können zu Chefs, Kindern, Ehepartnern. Spätestens dort habe ich begriffen, dass mein stetiges Bestreben, mehr mehr MEEEEHR zu machen und zu schaffen, als das, was ich ohnehin leiste, einfach eine hirnrissige Idee ist. Genau deswegen: GESUNDBLEIBEN, nicht die komplette Lebenskraft sinnlos verheizen. Und da sind wir gerade nur bei der gesellschaftlichen Verantwortung, die jeder für sich selbst tragen müsste - denn krank nützt er der Gemeinschaft gar nichts. Von der spirituellen, energetischen Komponente will ich mal gar nicht anfangen.... denn dann wird das Bedrohliche an diesen massenhaften Einzel-Burn-Outs erst sichtbar. Schlimm ist daran auch, dass wenn dann schon die Kinder krank sind, und man zu einer Pause gezwungen wird, doch fast keine Mutter und kein Vater hinbekommen, dies als Entspannungszeit zu nutzen - sonderen es plagen Schuldgefühle gegenüber den Kollegen und vielleicht auch noch nackte Angst vor Ausgrenzung, Mobbing usw.... Krankes Deutschland! Wie bunt, kreativ und frohlockend könnte es hier zugehen, wenn Geld und Arbeit besser verteilt würden! Wenn Lebensqualität das höchste Gut wäre! Glückliche Menschen kämpfen nicht, sie mobben nicht, sie schikanieren nicht und sie laufen ganz sicher auch nicht Amok. Das eigene Lebensglück zu finden, es zu erstreiten und zu verteidigen kann die EINZIGE Lösung für den einzelnen UND für die gesamte Gesellschaft sein. Dazu gehört auch ein gewisses Maß an Unaufgeregtheit wie ich sie an Jakob Augstein in Anne Wills Sendung erfreut wahrnehmen konnte. Wieso lassen wir uns knechten, uns die Lebensfreude und Unbeschwertheit von Politik und Wirtschaft nehmen? Weil wir doof sind, wie es Hagen Rether sagen würde. |
|
|
Maikäfer flieg...
dein Land das ist im Krieg deine Mutter ist im Entfaltungswahn nach dem Papa kräht sowieso kein Hahn Maikäfer flieg... |
|
|
"die ihr Kind unter allen Umständen in die Kita zerrt, man muss ja zum Job... zur Not auch mit Fieberzäpfchen, das wurde ja auch so in der ehemaligen DDR praktiziert,..." Dieser Kommentarteil wurde geprägt durch Katharinas Unwissenheit und Vorbehalte. Vorherrschend war, dass Eltern (meist Mütter) freigestellt wurden, um sich bei Krankheit um ihre Kinder zu kümmern. Die DDR war nicht nur in dieser Beziehung der BRD überlegen. btw. die Bundesregierung hat einen Forschungsauftrag ausgeschrieben, wie man mit Zäpfchen die Probleme der Hartz4-Betroffenen beseitigen kann. ...nur mal so zum nachdenken, weil nachdenken geil ist...glaub ich mal... |
|
|
antwort, noch nen versuch: weil 'die frauen' zu rücksichtsvoll sind. sonst hätten sie 'die männer' schon längst ins finale herz-kaschperl getrieben.
und kinder würden nicht nur im ausnahme- sondern als regelfall im kühlfach eingelagert, auf dass sie länger frisch bleiben. |
|
|
Gruselig, aber es stimmt. Immernoch stehen viele Frauen schnaufend und augenrollend hinter ihren starken finanzkräftigeren Männern (die sich erfolgreich hinter ihrem Job vor der Familie verstecken). Und welche Alternative haben Sie, wenn sie das Leid sind? Scheidung, gesellschaftlichen Abstieg und bei Null anfangen - von dem Desaster für die Kinder mal ganz abgesehen...
drum prüfe, wer sich..... |
|
|
"Immernoch stehen viele Frauen schnaufend und augenrollend hinter ihren starken finanzkräftigeren Männern"
"Wo, wo, --hechel, hechel, hinterher. Ich kenne überhaupt keine finanzkräftigen Männer." |
|
|
Sie erwischen mich Tränen lachend.
Ja, wissen Sie, diese Männer sind ja auch nur solange finanzkräftig, solange sie verheiratet bleiben. Nach Trennungen sieht es düster aus. |
|
|
Frauen brauchen ihr eigenes Koordinatensystem!
In einer Männergesellschaft machen Männer die Regeln und lassen Frauen nur soweit kommen, wie es Ihnen selbst nicht schadet. So ordnen sich Topmanagerinnen auch den Werten und Regeln des Paterfamilias unter. Deswegen tut sich in der Politik auch Nichts bezüglich der Gleichberechtigung, trotz mehr Ministerinnen denn je an der Spitze. Deswegen folgen Frauen wie Bascha Mika auch brav dem Diktat des Patriarchats und diffamieren Frauen mit einer typischen "Frauen-Vita"... Frauen haben nur eine Chance zu sein und zu arbeiten: wenn es ein synchrones Frauensystem gibt. Und in diesem gelten andere Werte und andere Regeln. Eine ähnliche Entlohnung sozialer Berufe gemessen an Ingenieursberufen könnte auf der Agenda stehen. Equal Payment überhaupt...Dann würde das Thema Kindererziehung auch bald nicht mehr den Karriereknick bedeuten, den Bascha Mika sieht. Dafür sollten Frauen eintreten und kämpfen. Mit großer Langeweile geschriebene und mit Vorurteilen vollgepfropfte Bücher wie die von Bascha Mika würden einem dann auch nicht mehr die Zeit stehlen. Ich erhoffte mir viel von ihrer Lesung in der Urania. Gott war das piefig... |
|
|
antwort, dritter versuch:
keine_r weiß, was emanzipation ist, aber jeder säckl weiß, dass sie nicht vorankommt woher wiederum das kommt - ein stinkendes rätsel |
|
|
@Rahab
Wer ist keine_r? Die alten Römer (lang, lang ist's her) können das Geheimnis vielleicht lüften. Da gab es das "mancipium", den „feierlichen Eigentumserwerb durch Handauflegen“. Die Umkehrung ist die Emanzipation (emancipare), der Übergang eines Sklaven aus der Unterdrückung durch einen anderen in die Unterdrückung durch sich selbst. Wir sind alle irgendeines Sklaven, notfalls Sklave irgendeines Kreditinstitutes. Die wenigsten sind wirklich frei. |
|
|
Na, was sagt einem das? Man sollte ohne Männer keine Frauenprobleme diskutieren. Mir würde es besser gefallen, wenn außer Jakob Augstein noch ein weiterer Mann auf dem Podium sitzen würde. Von mir aus auch ein Männer-Aufbruch-Vertreter.
Die würden sich rasend freuen, wenn sie mal ordentlich vom Leder ziehen könnten. Oder die hier. www.bundesforum-maenner.de/ Die haben sich erst kürzlich gegründet und sind ein Zusammenschluss. Es wird soviel von Genderfragen gesprochen, aber nach wie vor wird das nur an der Frauenproblematik abgearbeitet. www.freitag.de/community/blogs/magda/gender-mainstreaming---ein-gespenst/?searchterm=Geschlechterkampf+von+rechts Und hier ist auch nochmal ein ganzer Komplex zum Thema. Heiß umstritten das alles. Ohne männliche Emanzipation - von mir aus auch von weiblicher Nörgelei - gibt es keinen Fortschritt. Aber, dann müssten die Männer auch mal formulieren was sie wollen - außer weibliche Übermacht zu beklagen. |
|
|
"Wir brauchen Männer! Harte Männer! Männer, die wirklich was aushalten können! Verheiratete Männer!"
Hägar der Schreckliche |
|
|
antwort, vierter versuch: weil zu viele meinen, das sei so was ähnliches wie entwicklungshilfe für Afrika,
hehe |
|
|
:-)))))))
|
|
|
Lesenswerte Rezension zu Pascha "Komfortzone" Mikas neuem Buch:
www.amazon.de/product-reviews/3570100707/ref=cm_cr_pr_redirect?ie=UTF8&showViewpoints=0#R1990AUT0E2MP8 |
|
|
Ach Du liebe Güte - Genderama Arne Hoffmann: Du liebe Güte, wenn einer schon denunziatorisch anfängt mit "eine der schillerndsten Figuren", dann brauche ich nicht mehr viel lesen. Der ist immer eine Schraube zu gehässig, um ernst genommen zu werden.
|
|
|
schrieb am
16.02.2011 um 15:35
Ach Du liebe Güte - in Sachen Denunziation und Bezichtigung haben bereits jene Schwarzer, Mika, Scheub, Schwab ... die goldenen Lorbeeren ein für alle mal in der Vitrine.
|
|
|
Noch was Nettes:
Den Stämmen in Papua Neuguinea geht es dort besser, wo die Frauen mehr Rechte haben, dort, wo nur die Männer das Sagen haben, geht es schlechter. Die Schriftstellerin Sabine Kügler "Dschungelkind" bei Reinhold Beckmann www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=6482896 über ihre Erfahrungen. |
|
|
schrieb am
16.02.2011 um 11:10
Bei den matriarchalisch organisierten Mosuo ist die Frage nach dem Vater tabu.
"Eine Frau wollte ein Kind von mir haben. Ich sagte ihr, nein, ich kann kein Kind mit dir haben, du lebst hier in China und ich in Argentinien. 'Na und?', war die Reaktion. Die Kinder bleiben ohnehin bei der Mutter. Ich sagte, ich kann keine Kinder haben, die ich nie sehen kann. Sie hat nur gelacht, als nähme ich die Sache zu ernst. Wenn sie Kinder haben, sind es ihre Kinder - der Mann spielt dabei keine Rolle ." Da zeigt sich doch wohin der Hase laufen soll. Gleichberechtigung sollte dann aber auch konsequenterweise nicht mehr länger als vorgebliches Ziel ausgegeben werden. www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,627103,00.html |
|
|
hi hi, Smith
keinen ein eigentumsverhältnis am kind (mitsamt mutter) begründenden erzeuger zu haben heißt noch lange nicht, ohne vater zu leben mach mal das fenster auf zum kopf-durchlüften! |
|
|
Gleichberechtigung heißt also heute, dass die Frau neue Rechte mit alten Pflichten bezahlt?
|
|
|
schrieb am
16.02.2011 um 15:26
Ach wirklich rahab?
Und wer definiert "Vater"? Du selbstredend, gell? ******** Dieser Kommentar wurde von der Moderation editiert |
|
|
schrieb am
16.02.2011 um 16:22
@ Moderation
mach mal das fenster auf zum kopf-durchlüften! |
|
|
das ist ganz unterschiedlich, wie vater definiert wird
nicht mal die verbindung von zeugen und eigentum ist zwingend |
|
|
Stimmt.
Eigentum verpflichtet – zu nichts. Vater definieren ist eins, aber Vater sein, das ist eine Aufgabe, die einen Vater auch zur Aufgabe zwingen kann. |
|
|
schrieb am
16.02.2011 um 22:59
"das ist ganz unterschiedlich, wie vater definiert wird nicht mal die verbindung von zeugen und eigentum ist zwingend"
Definieren wir Vater doch einfach adäquat zu Mutter, und nicht länger wie anno dunnemals. Die Verbindung von gebären und Eigentum ist schließlich zwingend. Und Zwang zur Mutterschaft soll es aus Gründen der Selbstbestimmung nicht geben. Insofern verpflichtet das mütterliche "Eigentum" zu gar nichts. Warum dann also bitte schön Zwang zur Vaterschaft? |
|
|
von wannen denn dieses?
"Die Verbindung von gebären und Eigentum ist schließlich zwingend" bloß weil Smith sich was vorstellt, weil sich dann um so schöner dagegen anstänkern läßt, muß es nicht so sein, wa. ich sach ma so: das scheint mir eine vorstellung zu sein von leuten, welche einer strengen reinlichkeitsdressur unterzogen wurden. die glauben am ende wirklich, alles, was aus einem körper herausgepresst wird, sei ein eigen-tum. |
|
|
schrieb am
18.02.2011 um 07:15
Von wannen? Seit Urmutternsursuppenzeiten.
Nee, es müsste nich so sein, dennoch ist es zumeist so. Und ja, von diesen Leutinnen gibt`s ne Menge, nicht nur bei den Mosuo. |
|
|
bei den Mosuo findet sich die vorstellung, kind sei eigentum von frau? eigentum?!
|
|
|
schrieb am
18.02.2011 um 16:40
Na sicher, jede Frau hat dort ein eigenes Haus für sich und IHRE EIGENEN Kinder (siehe Link oben).
Ohne Eigentumsgedanke würde bedeuten, die Frage nach der Mutter ist ebenso tabu wie die nach dem Vater. Das Kind würde demnach sagen wir im dritten Monat nach der Geburt der allein mütterlichen Pflege entzogen werden und von ALLEN Frauen und Männern gemeinschaftlich aufgezogen. Aber die Biologie ist eben doch nicht so leicht wegzukonstruieren, wie es Mancheine gerne predigt, gell? |
|
|
na Smith, dann google mal selbst ein bißchen weiter
dann wirst du finden, dass die familien matrilinear organisiert sind d.h. jede um eine älteste frau lebende gruppe von menschen of all three+x sexes lebt und wirtschaftet zusammen und die von den frauen der jeweiligen gruppe geborenen kinder bleiben in dieser gruppe und werden dort von frauen&männern gemeinsam aufgezogen, je nachdem, wer wie was kann und was vom kind zu erlernen ist und wandern nicht in die matri-gruppe, in welcher der bekannte oder mutmaßliche vater/erzeuger lebt wenn sie mädchen sind, kann es allerdings sein, dass später mal aus der matri-gruppe des vaters einer zur besuchsehe vorbeikommt und wenn sie jungs sind, kann es sein, dass sie auf besuchsehe zu einer in der matri-gruppe des vaters gehen (danach, wie genau diese gruppenbezogene exogamie hergestellt wird, habe ich nicht weiter gesucht - es könnte also etwas verwickelter sein als vorstehend angenommen) ansonsten scheint mir, hast du nicht so ganz verstanden, was ein tabu ist wie du auch nicht so ganz verstanden hast, dass je nach den technischen möglichkeiten die ernährung der brut von biologie weniger oder mehr unabhängig sein kann nur dass eben diese biologie kein höchstpersönliches eigentumsverhältnis am kind begründet soweit ein solches entsteht - und dies tut es eher in partiarchalisch organisierten gruppen - hat dies mit kopf/psyche, also dem regelwerk der gruppe, zu tun (ich empfehl dir wirklich, mal Sarah Blaffer Hrby zu lesen, gründlich - dann bekommst du eine umfangreichere und nicht auf biologie=eigentum zusammengeschnurte vorstellung von dem, wie vielfältig/unterschiedlich die anteile der biologie von frauen&männern an ko-operativer aufzucht der brut sind/sein können) der typ aus Argentine konnte wohl nicht verstehen, dass das kind nicht nur als höchstpersönliches andenken sondern auch als bereicherung der gruppe erwünscht war (oder so was ähnliches) und womöglich hätte sich die frau gefreut, wenn er nach ein paar jahren wieder aufgetaucht wäre... |
|
|
schrieb am
19.02.2011 um 00:34
Ja, so kann frau sich selbst heilig sprechen, denn frau denkt Kind naturgemäß immer als Bereicherung der Gruppe, nie als höchstpersönliche Privatangelegenheit. Vorbildlich.
Und "der Typ" kommt am besten in ein paar Jahren mal wieder vorbei. Da freut sich die Frau ganz dolle. Ist bei uns ein klein wenig anders - egal. Ironie und Mosuo beiseite - was das rahabsche Vorstellungsvermögen offenbar hoffnungslos überfordert, ist die Tatsache, dass viele Männer nicht nur als "Erzeuger" den Unterhaltssklaven geben wollen, ohne je ihre Kinder aufwachsen zu sehen. Da endet wohl die hochgejubelte, weiblich-soziale Kompetenz. Nein, gewünscht ist ausschließlich der stumm funktionierende Mann, der Mann als Erfüllungsgehilfe wie auch immer gearteter weiblicher Lebensentwürfe. Insofern dient der Biologie=Eigentum-Backlash-Bullshit nur der Aufrechterhaltung bestehender familienechtlicher Verwerfungen Schwabscher Provenienz, die erpresserische Bemerkungen wie "Wenn du dies oder jenes tust/nicht tust, siehst du die Kinder nie wieder", zum häufig gebrauchten Druckmittel werden lassen. "ko-operativer aufzucht der brut" Wer denkt bei solch züchtigem Vokabular nicht an Kibbutz? "In der Kibbutzkindererziehung wird die weibliche Sexualität nicht unterdrückt. Das bedeutete in den zwanziger Jahren einen dramatischen Schritt nach vorn. Allerdings erwies sich der Glaube an eine bei Männern und Frauen gleiche Sexualität als Irrtum. Die Natur hält sich nicht an Egalitätsprinzipien und hat die Frau mit einer zehn- bis zwanzigfach stärkeren Potenz ausgestattet (Sherfey 1974). Die Kibbutz-mädchen fallen dementsprechend in der Pubertät stärker als die übrigen Mädchen in Israel, deren erotische Aktivitäten strengerer Kontrolle unterliegen, hinter die männlichen Schulleistungen zurück, die von ihnen zuvor sogar übertroffen wurden (Tiger/Shepher 1976, 263). Aus dieser Leistungsdifferenz ergibt sich wiederum ein gravierendes Problem für den Kibbutz. Er gibt allen Mitgliedern die gleiche Menge materieller Güter, weil prinzipiell auch die komplizierten Arbeiten von allen Genossinnen und Genossen einmal übernommen werden. Computertätigkeiten, Gesamtmanagement, Ingengieurwesen, Fabrikleitung, Marketing etc. stellen außergewöhnliche Anforderungen dar und bergen die Gefahr großer Fehler. Diese Arbeiten zu übernehmen, fällt allen schwer. Sie auszuschlagen, verletzt jedoch das Gleichheitsprinzip. Wer dafür keinen guten Grund angeben kann, verliert nicht nur an Ansehen, sondern verletzt den Sozialvertrag der Kommune. Lediglich Schwangerschaft und Kinderpflege kann der Kibbutz als Entschuldigung nicht gut zurückweisen. Männer dagegen können dem Vorwurf der Drückebergerei und des Versagens fast nichts entgegenstellen. Der von den Frauen betriebene Familialismus des Kibbutz ist umso stärker geworden, je mehr er seine Produktion verwissenschaftlichen mußte." Ende im Gelände. www.hagalil.com/archiv/2010/03/09/bettelheim-kibbutz/ |
|
|
schrieb am
19.02.2011 um 01:33
Aber wer sich "rahab" nennt, kleinschreibung praktiziert, die "ko-operative aufzucht der brut" feiert ... wird wohl wissen, warum dann doch ein Leben in Kreuzberg dem im Kibbutz vorzuziehen ist.
**** Teile des Kommentars wurden von der Moderation editiert. |
|
|
armer Smith!
durch des ödipus-schnödipus westliche variante hoffnungslos 'versaut'! ich hätte da noch eine lese-empfehlung für dich: Bronislaw Malinowski, Geschlecht und Verdrängung in primitiven Gesellschaften (LSE 1927) der olle Malinowski kommt in dieser spannend zu lesenden untesuchung und auseinandersetzung mit hauptsächlich Freuds 'Totem und Tabu' zu dem ergebnis, dass matrilinearität (die, wie er wohl zutreffend anmerkt, nie in rein-form sondern in sehr unterschiedlichen mischungsverhältnissen vorkommt) für die psychische entwicklung des männlichen (wie weiblichen) individuuums 'gesünder' ist. weil nämlich, so sagt er: "Das Mutterrecht, wie schon bemerkt, besitzt dem Vaterrecht gegenüber einen zusätzlichen Vorteil, indem es den 'Ödipuskomplex spaltet' und die Autorität auf zwei verschiedene männliche Individuen aufteilt, es stellt andererseits auch ein widerspruchsfreies System der Inzestverbote auf, das die Exogamie direkt von innerhalb des Hauses geltenden Sexualtabus ableitet. (...) dass das Mutterrecht die nützlichere der beiden alternativen Formen der Verwandtschaftsrechnung angesehen werden kann. Der springende Punkt (...) ist, dass die unilaterale Ableitung der Verwandtschaftsgrade in fast allen Kulturen auftritt, dass jedoch bei den Völkern von niedrigem Kulturniveau die Matrilinearität gegenüber der Patrilinearität von deutlichem Vorteil ist. Unter den charakteristischen Vorzügen des Mutterrechts sticht dessen Vermögen, den 'Komplex' zu modifizieren bzw. zu spalten, hervor. (...) Für uns (also Malinowski) ist natürlich der Komplex nicht die Ursache, sondern ein Nebenprodukt, nicht ein schöpferisches Prinzip, sondern eine bloße Fehlanpassung. Diese Fehlanpassung hat beim Mutterrecht eine weniger schädliche Gestalt als beim Vaterrecht." (S.258f) der kibutz ist, wenn ich das richtig sehe, ein versuch, eine übermächtig patriarchalische vorstellung von familie, gemeinschaft und staat wieder aufzubrechen - in einem übermächtig patriarchalischen umfeld (religiös wie säkular). weshalb der familialismus, welchen Bettelheim feststellt, nicht das ding der frauen allein ist - sondern auch der männer, die über ihre kinder allein/selbst bestimmen wollen, und das nicht der gruppe überlassen können, sondern die kibutz-sekretärin (die mächtigste funktion im kibutz!) als bedrohung ihrer person erleben und abwehren müssen. das, so meinen sie, müssen sie deshalb, weil sonst die nicht-kibutz-männer sie für effeminierte waschlappen halten....weshalb sie ihre kinder am liebsten dahin drillen, beim militär karriere zu machen, also ganz starke männer zu werden. und militär verlangt eine ganz bestimmte formung von sexualität. womit wir wieder bei der reinlichkeitsdressur und beim ödipus-schnödipus wären... und was nun dein vorstellungsvermögen über mein vorstellungsvermögen anbelangt: laß es, mich auf deine kleingeistig-karierte welt zurechtstutzen zu wollen! halt dich besser an meine lese-empfehlungen! zu deinem posting von 19.02.2011 um 01:33 nur so viel: meine töchter, wenn sie das lesen täten, hielten dich (von Neukölln aus) für einen ausgesprochen armseligen tropf! einen hoffnungslos steckengebliebenen! |
|
|
auf nimmer-wieder-sehn!
bleib doch als zeitist bei ZO! da biste besser aufgehoben |
|
|
schrieb am
19.02.2011 um 16:16
Na, Gorgo, dass du hier beim "Machoblatt" (danke THX) Freitag gut aufgehoben bist, steht ja außer Zweifel.
|
|
|
Bei Beckmann war vorgestern auch Nadja Uhl, die Schauspielerin, die zaghaft, zaghaft auch mal wieder an den Osten erinnert hat und an die Frauensozialisation dort.
Selbst Frau Höhler, die dort auch saß, berichtete von den Frauen, die sie im Zuge der Überleitung der Reichsbahn in die Bundesbahn erlebt hat: "Ich konnte es gar nicht fassen, mit welcher Souveränität und Selbstverständlichkeit Frauen dort arbeiteten". Sie konstatierte auch den viel unverkrampfteren Umgang der Geschlechter miteinander. Bascha Mika - sagte dann die dazu erforderlichen Sprüche auf: Das System war nicht gut, es wollte die Frauen auch nicht fördern, sondern es waren wirtschaftliche Zwänge ...an so son. Aber das ändert nichts daran, dass die Frauen im Osten einfach gelernt haben, für sich gerade zu stehen. |
|
|
na, da hab ich deinetwegen mit also diese sendung zum ersten mal angesehen - und nachdem ich 55 minuten gegähnt und mich geärgert habe, kam die wirklich sehr trockne nadja uhl mit ihrem "das heiße eisen ddr" -
das fand ich gut - und frau höhlers immer noch erstauntes "(ddr...) da hab ich frauen gesehen, das hab ich gar nicht fassen können, mit welcher souveränität, mit welcher selbstverständlichkeit ..." |
|
|
Es gibt bei uns viele Männchen, diese bekommt frau täglich geschenkt. Die wenigen Männer müssen gesucht werden. Ob ein Männer-forum Männer emanzipieren kann wird sich zeigen. Ein Zusammenschluss aus Angst und Unsicherheit vor weiblicher fortgeschrittener Emanzipation (viele jungen Frauen nehmen dies gar nicht mehr wahr) ist zunächst nicht mehr wie eine Therapiegruppierung. Die Männerwelt hat es versäumt die letzten Jahrzehnte ihre Rolle zu definieren und versucht jetzt auf breiter konservativer Front alte Rollenbilder wieder zu beleben. Erbärmlich.
|
|
|
BanaBab Bitte! Nicht ganz so zynisch. Im Wesen haben Sie recht, aber der Ton ist gemein.
Es ist doch gut und richtig, dass endlich die Männer auch wieder zusammenrücken und sich möglicherweise in ihrer Mannwerdung gegenseitig bestärken. Wir Frauen sind da nicht gefragt. (Wobei ich ernsthaft schon davon träumte genau eine solche Männertherapiegruppe zu begründen, wenn die es selbst nicht schaffen...;-) Falls jemandem von euch ein MANN begegnet, der hinreißend aber vielleicht zu jung ist - gebt mir Bescheid ;-) ich schau ihn mir gern mal an. |
|
|
BanaBab Bitte! Nicht ganz so zynisch. Im Wesen haben Sie recht, aber der Ton ist gemein.
Es ist doch gut und richtig, dass endlich die Männer auch wieder zusammenrücken und sich möglicherweise in ihrer Mannwerdung gegenseitig bestärken. Wir Frauen sind da nicht gefragt. (Wobei ich ernsthaft schon davon träumte genau eine solche Männertherapiegruppe zu begründen, wenn die es selbst nicht schaffen...;-) Falls jemandem von euch ein MANN begegnet, der hinreißend aber vielleicht zu jung ist - gebt mir Bescheid ;-) ich schau ihn mir gern mal an. Ich empfehle an dieser Stelle mal Robert Blys "Eisenhans". |
|
|
@weitblick,
:-))) ok ich pudere etwas Weichzeichner drüber wenn´s beliebt! Ok, lassen wir die Männchen (oh pardon) zusammen rücken und sich finden. Meine Erfahrung ist allerdings, je unsicherer sie sind desto mehr neigen sie dazu ihren Hormönchen entsprechend sich nach weiblichen Formen umzuschauen und da habe ich Zweifel ob das wirklich hilft. Den hinreissenden jungen Mann welcher zu jung ist gibt es. Soll ich Dir die Nummer meines Sohnes geben? :-)))) |
|
|
Recht hast Du, die Suche nach der Frau, die Sinn und Halt spendet ist verbreitet und mann merkt nicht einmal, dass er statt erotische mütterliche Instinkte weckt. Aber ICH merke es! Und fliehe.
Die Sohnesnummer muss ich leider ausschlagen. Der souveräne, hinreißende Mann wird mir sicher bald begegnen. ;-) |
|
|
@weitblick,
"Die Sohnesnummer muss ich leider ausschlagen. Der souveräne, hinreißende Mann wird mir sicher bald begegnen. ;" ufff, da habe ich Glück gehabt, ohne Absprache mit meinem Soh hätte ich von dem gewiss reflexartig eines auf die Mütze bekommen für diesen Vermittlungsversuch!:-)))) Dabei hätte es so gut gepasst, im 2. Semester, Mami weit weg, Frau von der er viel lernen könnte :-))))) ok ich höre ja schon auf:-))) Aber Sie haben schon recht! Trau keinem Gläubigen, keinem Mann und keinem Stachertier wenn es sich aufgeplustert hat (man weiss nicht wo vorne und hinten ist:-)) Und der souveräne hinreissende Mann steht schon hinter Ihnen...nein andere Seite.... |
|
|
Souveräner Mann.
Meinen Sie das ernst (kleingeschrieben) mit dem souverän? In all seinen Bedeutungen? Na dann... Bedeutung: autark selbstverantwortlich, automatisch, uneingeschränkt, von selbst, sein eigener Herr Bedeutung: autonom unkontrolliert, alleinstehend, unbelastet, ehelos Bedeutung: eigenwillig selbstständig, ohne Anleitung, alternativ, individualistisch, ohne Hilfe, unangepasst Bedeutung: erhaben edel, göttlich, dominierend, übermächtig, anerkannt, hehr, bestimmend, prävalent, abgeklärt, geschätzt, adlig, beherrschend, führend, überragend, erlesen, angesehen, verehrungswürdig, dominant, tonangebend, gnädig, feudal, besser, leistungsfähiger, vorherrschend, geachtet Bedeutung: feierlich andächtig, glanzvoll, ehrwürdig, erhebend, hoch, förmlich, pastoral, poetisch, zeremoniell, würdevoll, großartig, offiziell, formvollendet, pathetisch, gehoben, festlich, erlaucht, majestätisch, konventionell, würdig, weihevoll, galamäßig, erhaben, Achtung gebietend, hervorragend, formell, unfehlbar, solenn, heilig, stimmungsvoll, gravitätisch, überlegen, steif, getragen Bedeutung: selbstständig autonom, unabhängig, allein, sein eigener Herr, unbefugt, frei, emanzipiert, neutral, unerlaubt, autark, originell, ledig, willkürlich, eigenständig, nonkonformistisch, für sich allein, auf sich gestellt, ungesetzlich, eigen, eigenverantwortlich, freischaffend, unberechtigt Bedeutung: uneingeschränkt vollständig, voraussetzungslos, universell, diktatorisch, selbstherrlich, unbegrenzt, allmächtig, ohne Einschränkung, rückhaltlos, unbeschränkt, ohne Vorbehalt, allgewaltig, grundsätzlich, ohne Grenzen, unumschränkt, ungestört, vorbehaltlos, ohne Bedingung, absolutistisch, ewig, grenzenlos, unendlich, unbehindert, ungeschmälert, unbedingt, total, autoritär, losgelöst, schrankenlos, vollkommen, unübersehbar, bedingungslos, absolut, ohne Vorbedingung, alleinherrschend, ganz, endlos, unerschöpflich, ungebunden Bedeutung: überlegen denken, nachgrübeln, sich ausrechnen, sich ausmalen, ventilieren, besinnen, nachdenken, sich beschäftigen, erwägen, der Sache gewachsen, unberührbar, reflektieren, bemessen, sich errechnen, bedenken, grübeln, sinnen, schätzen, über den Dingen stehend, unnahbar, nachsinnen, bewerten, erhaben über |
|
|
"Die wenigen Männer müssen gesucht werden"
Fürchterlich, wie Männer miteinander umgehen. :-))))) pruuuuuuuuuuussssssssst |
|
|
Bitte? Ich drehe das mal rum: ich traue den Ungläubigen nicht. Wer gar keinen Glauben hat, würde neben mir verzweifeln. Und 2. Semester klingt ZU jung. ;-)
|
|
|
Und das soll ich glauben? Damit wäre ja geklärt, Sie suchen jemand der an Sie glaubt.....und eben darum klappt das nicht mit den Männern. Die sind nur an Tatsachen interessiert:-(
|
|
|
Und das soll ich glauben? Aber damit wäre ja geklärt, Sie suchen jemand der an Sie glaubt.....und eben darum klappt das nicht mit den Männern. Die sind nur an Tatsachen interessiert:-(
|
|
|
Ach, Herr Steiner, im Grunde genommen meine ich genau das. Und das "hinreissend" fülle ich mal noch mit dem nötigen Sinn, den ich meinte: da fehlt noch liebevoll, empathisch, aufmerksam und bei sich selbst angekommen. Einfach ein Mann, der sich emotional nicht abhängig machen muss. Nicht von mir und nicht von Dogmen. Ich spreche von einem weisen, einfachen Menschen. Einem der lacht, wenn er lacht und weint, wenn er weint und es versteht ZU SEIN. Hier, jetzt, total. Ich spreche von einem Mensch, der für sich selbst die Verantwortung uneingeschränkt übernimmt, seine Grenzen kennt. Meinen Sie, das ist vermessen?
|
|
|
BanaBab, nein, so nicht. Was kennen Sie denn für Männer? Meine Bilanz fällt nicht so traurig aus.
|
|
|
@Weitblick
Ich weiß, was Sie suchen. Vermessen ist es sicher nicht, nur nicht zeitgemäß. Aber dieses Schicksal teilen sie mit vielen, die ihrer Zeit voraus waren - die mussten in zugigen Unterkünften auf sie warten. Und hier ist meine komplette Antwort drauf. |
|
|
Sind emanzipierte Frauen " Wutbürger" ?
Aus Frankreich verbreitet sich Stéphan Hessels "Empört euch". Lebendig, anfeuernd, eine Proklamation. Eine Chance politisches Engagement neu zu gestalten, mit Handlung zum Widerstand, gegen die große Ökonomie, die tägliche Manipulation der börsenorientierten Kräfte, in der nicht der Mensch im Mittelpunkt steht, sondern seine wirtschaftliche Verwertung im Zusammenhang mit einer rücksichtslosen Ausbeutung und Vernichtung der Natur. In Deutschland erlebt gegenwärtig der deutsche Michel seine Reanimation als " Wutbürger". "Wutbürger" welch ein Deklassierung von Vernunft und Kritik. Wut ist ein Zustand der Verärgerung, im dem man seinem Ärger freien Lauf lässt. Man fühlt sich im Recht und verliert mit erregten Emotionen den Überblick. Der Verstand ist dabei weitgehend ausgeschaltet. Verantwortliches handeln basiert auf Vernunft, Sensibilität, Kritik. Mit dem Wort " Wutbürger " werden die freien Bürger als "Wüterich" denunziert. Das sollte sich niemand gefallen lassen. |
|
|
Absolut.
Im weiteren Umfeld gelte ich als anstrengend und speziell, weil ich klare Grenzen ziehe, weil ich Bevormundungen nicht gelten lasse, weil ich mir im Normalfall meines Handelns und Wollens voll bewusst bin. "Wutbürger" ist ein Synonym für diese Haltung im grossen Stil. Nichts ist gefährlicher für den Staat, aber auch für jeden halbwegs angepassten Bürger, als auf einen kritischen, unabhängigen Geist zu treffen UND noch viel bedrohlicher - wie bei S21 oder auch in Ägypten - auf eine ganze Masse von Menschen, die für sich selbst beanspruchen, AUCH wahrnehmen und entsprechend bewerten zu können, was passiert. Vernunft ist ein wichtiges Stichwort (wobei wir auch wieder bei der möglicherweise vernünftigeren VERWEIGERUNG der Frauen von Spitzenjobs sind). Aber neben der Vernunft brauchen wir als neue Grundlage auch ein grosses Vertrauen in die Kräfte, die wir alle vereinen, um unsere Welt neu zu gestalten. Die richtigen Gedanken mit Angst im Herzen bewirken nichts Gutes. Aufbruch! |
|
|
seit ich das über frauen als wutbürger gelesen habe, frage ich mich, wo diese verbindung hergenommen wurde
wenn überhaupt, dann mache ich, wenn es um frauenbewegte forderungen/vorstellungen/praxen geht, 'wutbürger' ganz wo anders aus nämlich bei denen, die an halluzinierten wie tatsächlichen privilegien teilhaben wollen also: auch haben wollen, am liebsten ganz für sich allein |
|
|
"Im weiteren Umfeld gelte ich als anstrengend und speziell, weil ich klare Grenzen ziehe, weil ich Bevormundungen nicht gelten lasse, weil ich mir im Normalfall meines Handelns und Wollens voll bewusst bin."
Schwerer Fall von Bedeutungsschwangerschaft. |
|
|
Stimmt. Überzogen. Ein eher unbeholfener Versuch, die Wirkung im Kleinen der grossen gegenüberzustellen. Ich nehm es zurück, oder Magda, denken Sie sich was aus, was weniger intellektbeleidigend wirkt. ;-)
|
|
|
www.fes.de/forumpug/inhalt/documents/EinladungRettetunsereJungs.pdf
Hier wollen sie die Jungs retten. Vielleicht gibts auch bald einen Jungens-Rettungs-Schirm. Nischt wie hin - ist aber erst einen Monat später. |
|
|
Das wird bestimmt eine spannende Veranstaltung.
In der beindruckenden Damenrunde bei Beckmann hat's am Montag übrigens geheissen, die Arbeitswelt sei nicht frauenfeindlich sondern vielmehr lebensfeindlich. Diesen Gedanken könnte man ja vielleicht in den Salon mitnehmen. |
|
|
Lebensfeindlich ist ein gutes Stichwort. Ursprünglich haben Menschen (Jäger) für ihre Lebenssicherung nur 4 Stunden täglich arbeiten müssen. Der Rest der Zeit diente der Gemeinschaft, der Muse und dem persönlichen Rückzug.
Lieber Jakob Augstein, würden Sie bitte stellvertretend für mich den erfolgreichen Damen eine Frage stellen? Wann haben Sie das letzte Mal einen längeren Moment totalen inneren Friedens erlebt, erinnern Sie sich daran? (Ich meine damit Nichtdenken, einfach nur SEIN, zeitlos, glücklich.) Und glauben Sie, dass es in Ihrem Leben genug dieser kostbaren Momente der Stille gibt? Dankeschön. |
|
|
Sehr gute Frage! Sollte aber nicht nur den Frauen gestellt werden.
;-) |
|
|
Es soll ja Menschen geben, auch weibliche, für die ist Arbeit ein Garant für Glück, nicht nur der zur Finanzierung eines gewissen Standards, ich werfe mal den Begriff Selbsterfüllung in den Raum. Wenn ich die Kommentare lese finde ich schön schwarz-weiß Arbeit oder Glück, ich meine da gibt es noch Raum dazwischen. Zum Thema selbst: die Wahrheit liegt wohl in der Mitte, feige Frauen und unbewegliche Männer.
|
|
|
@ aufkleber
Ihrem Einwurf möchte ich anfügen: Erwerbsarbeit ist nicht die einzige Arbeit der Welt. Arbeit in der familie ist auch Arbeit, ebenso wie das vertiefen persönlicher Talente und Interessen und dessen sinnhafte Anwendung. Die Frage ist doch: Inwiefern bietet Erwerbsarbeit auch einen Raum, der der persönlichen Befriedigung (Entfaltung, Anerkennung, soziales Umfeld) dient und der SINNhaftigkeit, die jeder von uns auch spüren muss (wir sind MENSCHEN!), um motiviert und tatkräftig zu sein und zu bleiben. Eben sah ich (viel zu spät) "Deutschland unter Druck" - die Erwachsenenwelt, Elite-Wirtschaftsstudenten, einen Unternehmensberater, der eher wirkte wie ein Kamikazeheld und dachte nur: ohne psychische Störung ist doch so ein Leben gar nicht denkbar! Ein psychisch gesunder ausgeglichener Mensch wählt nicht so ein Schicksal - für kein Geld der Welt und für keine Anerkennung der Welt. Glück ist sicher nett, und es begegnet einem im Leben nur dann, wenn man mal bei sich ankommen darf. Und Arbeit ist etwas sehr nützliches und schönes, wenn man sie nicht pervertiert. |
|
|
schrieb am
17.02.2011 um 11:09
Das ist Ihre Sicht oder Ihr Leben, bei mir ist es anders. Und ich stelle keine Pauschalisierungen an, inwiefern Arbeit noch Raum zur Entfaltung läßt, denn Arbeit kann Entfaltung sein. Wenn Ihnen das nicht paßt kann ich auch nichts dafür. Aber dann bitte nicht schreien nach anderen, die das eigene Leben/ das Leben anderer finanzieren sollen.
|
|
|
"Arbeit kann Entfaltung sein"
Das paßt mir ganz hervorragend, ich arbeite nämlich gern. Wenn Sie sich die Beiträge von Die entfaltete Frau durchlesen, dann verstehen Sie vielleicht, worauf ich hinweisen wollte. Glauben Sie, Müttern und Vätern geht es gut, wenn sie stets mit einem schlechten Gewissen herumlaufen, weil Sie weder in Arbeit noch in der Familie jemals die 100% Prozent Engagement erreichen, die sie sich wünschen würden? Es ist und bleibt eine Zerreißprobe. Alleinerziehende sind im Besonderen von Depression, Burn-Out und psychosomatischen Beschwerden betroffen, WEIL sie stets überfordert sind mit Beruf und Familie. Und sie können mir glauben, dass ich meine persönlichen Entscheidungen nicht ohne Grund SO getroffen habe. Erst das Kind, dann der Rest. Ich hatte eine schwer kranke ausgebrannte Mutter, bei der ich aufwuchs und deren Zustand und dessen Folgen mich nachhaltig und dauerhaft geschädigt haben! Ich bin ein bisschen spät dran, mit meinem konkreten Lebensentwurf, ABER ich bin mental stark und gesund. Das allein ist schon ein Wunder und es war harte Arbeit da hin zu kommen, das können Sie mir glauben. Ich habe mir nichts vorzuwerfen. Ich möchte mein Kind in eine andere Ausgangslage versetzen, als ich sie hatte und das ist absolut legitim. |
|
|
schrieb am
17.02.2011 um 13:06
Ich schreibe hier nicht um Ihnen zu gefallen, ich schreibe hier meine Meinung auf. Danke.
|
|
|
Lieber Jakob Augstein, das Motto des Abends müsste erweitert werden, in "warum geht es IN DEUTSCHLAND ... nicht voran?"
Denn in Skandinavien, z.B., ist vieles selbstverständlich, wovon wir hier bisher nur träumen (können). Z.B. die Beteiligung der Männer an Kinderbetreuung. |
|
|
"warum geht es IN DEUTSCHLAND ... nicht voran?"
Weil selbst unser einziger glänzender makelloser Held auch bloß ein Trickbetrüger ist. ;-) |
|
|
"Sie schafft das Geld ran, sie macht den Haushalt, die Wäsche, den Garten. Sie kümmert sich um alles, was anfällt - während er den ganzen Tag auf dem Sofa liegt und den Hund streichelt."
P. Mika Hier ist die Frage des Freitagssalons bereits auf sattsam stereotyper - ja geradezu Tatsachen verdrehender Weise "beantwortet". Insofern, was versprechen Sie sich von einer Teilnehmerrunde, in der alle Antworten vorhersehbar feministisch somit bezichtigend ausfallen werden, Herr Augstein? |
|
|
Mann oder Vater?
Niemand beschäftigt sich mit der Ausschließlichkeit vom Dasein entweder als Mann oder aber als Vater. Weder vorm Vaterwerden noch danach. Mein Mann fühlt sich nicht unmännlich und unterdrückt, obwohl seine Testosteronwerte ins Bodenlose gefallen sein müssen seit der Geburt unseres zweiten Sohnes. Mein Mann hat gar nicht das Bedürfnis sich selbst mit der Frage zu konfrontieren, ob er sich jetzt wegen seiner Söhne, die ihn vom Schlafen, vom Essen, vom Pinkeln und vom Arbeiten abhalten, bedroht oder seiner Männlichkeit beraubt fühlen muss. Da sind wir Frauen den Männern intellektuell gleich wieder meilenweit voraus. Elisabeth Badinter zufolge sind Kinder ja das Unterdrückungswerkzeug der Männer schlechthin und sollen die Frauen knechten und gefügig machen. So gefügig, dass sie anfangen zu stillen oder sich gar von ihrer Entfaltung so sehr zurücknehmen, dass sie nicht pausenlos über sich selbst und ihre Einzigartigkeit nachdenken. Möglicherweise entwickelt sich sogar Liebe zum Kind? Nein, das darf nicht sein. Wir sind Frauen, keine Mütter!!! Bloß nicht in diese fiese, von Männern erdachte Falle tappen und Nachkommen schaffen. Und falls doch Nachkommenschaft gekommen ist: Achtung!! Niemals sollte das Kind dieselben Rechte erhalten wie die Frau (z.B. Recht auf Selbstentfaltung, Freiheit, Gleichheit, gesunde Ernährung, Körperhygiene oderso), das wäre gegen die Menschenrechte der Frau. Meine Menschenrechte sind gegen deine Menschenrechte und außerdem sind meine Menschrechte viel wichtiger als deine, weil ich eine Frau bin und unterdrückt und Mutter, was das Schlimmste ist. Denn Mutterliebe, o, die Mutterliebe, was ist das nur für eine groteske Erfindung? Bald sind wir wieder in der guten alten Zeit angekommen, im hochentwickelten 17. Jahrhundert: Wenn wir Frauen widernatürlicherweise Nachkommenschaft mit einem männlichen Unterdrücker erzeugen, werden wir dafür sorgen, unsere Brüste hübsch zu halten und Milupa and Friends unser Geld schenken, wir werden auf unsere Entfaltung achten und unsere Zeit, unseren Körper und hin und wieder auch unseren Geist gegen Geld fremden Menschen zur Verfügung stellen, damit wir von dem Geld der fremden Menschen andere fremde Menschen dafür bezahlen, dass sie darauf achten, dass unsere Nachkommenschaft während unserer Abwesenheit nicht zu Tode kommt. Das ist der Unterschied zum 17. Jahrhundert. Die Nachkommenschaft wehrt sich massiv gegen das Krepieren. Allerdings muss man bedenken, dass die Zahl der Nachkommenschaft doch etwas geringer ausfällt als in der guten alten Idylle des 17. Jahrhunderts. Liebe Frau Radisch! Wieso sind wir so bescheuert? Mein Mann weigert sich, sich von seinen Kindern zu trennen, Milupa and Friends Geld zu schenken, schafft mir Zeit und Raum zum Stillen, obwohl er es für eine Zumutung hält, seine eigenen Bedürfnisse nicht mal ansatzweise befriedigen so können. Mein Mann hat laut Elisabeth Badinter keine Menschrechte mehr, er ist finanziell abhängig, fremdbestimmt und ausgelaugt wie ein Sklave. Aber er ist ziemlich unbestreitbar dabei ein Mann. Er verbringt die meiste Zeit des Tages im Haus oder im Garten, paßt darauf auf, dass sich unsere Söhne nicht in den Tod stürzen oder sich gegenseitig umbringen, gibt ihnen Essen und Trinken, wäscht ihre Wäsche und leidet unsäglich unter Schlafentzug. Er läßt sich täglich anspucken, anschreien, anrotzen – ich muss das hier doch nicht alles aufzählen für die ganzen Kinderlosen oder? Kinderlose sollte man sowieso verbieten. Ich musste gerade eine Woche mit 30 anderen, hauptsächlich kinderlosen Musikern durch ganz Portugal reisen, um schlecht besuchte Konzerte in Braga, Aveiro und Almada zu spielen und vorher eine Woche in Lissabon proben, um 450€ zu verdienen. Eine Woche Lebenszeit von Frau Katharina kostet also 450€. Und eine Woche Lebenszeit von meiner Pultnachbarin, die kinderlos ist und mit ihrer Anwesenheit in diesem Orchester niemanden zu Hause allein läßt, kostet ebenfalls 450€. Wir leben zu viert von 450€. Sie lebt allein von 450€. Wer unterdrückt hier eigentlich wen? Mein Mann unterdrückt mich also, weil er mir mein Geld wegfuttert, meine Kinder unterdrücken mich, weil ich sie vermisse? Und mein sympathischer Arbeitgeber, unser Dirigent, 42 und kinderlos, verlobt mit einer Geigerin aus unserem Orchester, 39 und kinderlos, erzählt mir stolz von Tourneen nach London, Utrecht und Schanghai. Ich bin Geigerin und habe zwei kleine Söhne. Madame Badinter hat Recht. Das geht nicht. Fragt sich nur, was ich abschaffen soll – die Geige oder die Söhne. Sorry, Madame Badinter, aber wenn hier was nicht geht, dann ist das die Welt, in der unsere Kinder aufwachsen müssen. Eine Welt, in der Frauen von anderen Frauen schlecht gemacht werden, nur weil sie mit ihrem Leben zufrieden sind. Frustrierte, neidische alte Frauen, die über junge, gut gelaunte Frauen herziehen: das geht nicht. Ebensowenig wie man als Mutter von kleinen Kindern in einem Umfeld von Kinderlosen Karriere machen kann. Das geht nicht. Das liegt nicht daran, dass die Mutter nicht will. Aber ein kinderloser Arbeitgeber mit kinderlosen Kollegen ergibt eine Arbeitswelt, die kein Privatleben kennt. Privates findet bei der Arbeit statt und umgekehrt und für eine Familie ist das unmöglich. Familie ist eine eigene Welt und läßt sich nicht per Facebook oder iPad ins Büro, an die Lidlkasse, auf den Bau oder in den Hörsaal und auf die Bühne mitnehmen. Familie braucht ZEIT. Familie braucht Verläßlichkeit. Routinen. Ruhe. Anwesenheit von Familienmitgliedern. Ich mag nicht mit all meinen Arbeitgebern und Kollegen befreundet sein müssen, nur um Arbeit zu kriegen. Ich will meine Kinder nicht auf meiner Facebook-Seite zeigen, nur um dadurch einen Kindchenschema-Bonus bei meinen Kollegen und Arbeitgebern zu erheischen. Ich will nicht, dass meine Arbeit für andere Menschen mein Leben dominiert. Aber nur so läßt sich Karriere in einer Welt von Kinderlosen machen. Wer immer verfügbar und komplett öffentlich lebt, ist mir haushoch überlegen. Da kann ich nicht mithalten. Je le regrette vraiment, Madame Badinter. Ich kann nicht. Ich kann nicht Frau und Mutter sein, weil man mich nicht Mutter sein läßt. Männern wurde die Trennung von ihrer Familie schon immer abverlangt. Männer waren als Versicherungsvertreter, Staubsaugerverkäufer oder LKW-Fahrer, Rechtsanwalt, Arzt oder Pfarrer unterwegs, man hat von ihnen verlangt, sich von ihrem Leben radikal zu trennen und nur in ihrem Beruf zu leben. Mit dem kleinen Unterschied, dass die meisten Männer Kinder hatten. Männer konnten allein deswegen schon ganz einfach Vater sein, weil alle Väter waren. Und einen Beruf hatten. Heute müssen wir Frauen alle einen ganz tollen Beruf haben, ihn lieben und in ihm aufgehen, aber Mutterschaft ist da schon etwas Ausgefalleneres. Zumal so unpraktisch für den Arbeitgeber. Liebe Frau Radisch, das ist doch die zumhimmelschreiende Ungerechtigkeit!!! Das ist doch keine Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau!!! Das ist auch keine Gleichberechtigung unter Männern. Oder Frauen. Kinderlose beherrschen die Welt und formen sie und bestimmen die Regeln. Und ich kann nicht mithalten. Grundsätzlich nicht. Geht nicht. Da kann ich mich doch nicht übers Stillen aufregen oder irgendwelche Ökotussis, die meinen, man müsste mit wiederverwendbaren Windeln wickeln. Oder selber Babybrei kochen statt Gläschen zu füttern. Ich komm nicht mal an die Zeit, die ich für wiederverwendbare Windeln oder kochen bräuchte!!! Ich will wiederverwendbare Zeit!!! Ich will nicht ALLES!!! |
|
|
@Die entfaltete Frau
Danke für den Einblick stellvertretend in Ihr Leben. Sehr nachvollziehbar und für mich als Vater von 3 Kindern wie ein déjà vue Erlebniss. Gut dass ich mit meiner Gitarre und Cello nicht auf Reisen muss sondern sie mir einige der wenigen Momente des loslassens geben:-) |
|
|
Liebe entfaltete Frau,
ich liebe Sie. Sie haben recht. Anbei - die Ungerechtigkeiten begegen mir auch, wenn ich mir die Zeit nehme mein Kind nachmittags in die Musikschule zu bringen und einer verheirateten Mutter dreier Kinder sage, ich mache das, und dann muss das Studium eben warten, dann fehlt eben ein Nachmittag. Da krieg ich zur Antwort: "Na wenn du dir das leisten kannst..." Verdammt nochmal! Warum sollte mein Kind nicht die gleichen Privilegien haben wie ihre, nur weil sie von ihrem langweiligen Gatten finanziert wird und ich nicht? Ich nehme mir die Zeit und nähere mich einem beruf an, den ich dann vermutlich bis ich 80 jahre alt bin, machen kann. Fair enough! |
|
|
aus meiner Sicht beginnt Emanzipation in der eigenen Psyche, bei Männern und Frauen gleichermaßen, und ihre Notwendigkeit ist bei weitem nicht auf das Verhältnis der Geschlechter begrenzt sondern bezieht sich im weitesten Sinne auf jedes durch Sozialisation vermittelte Wertesystem. Ich bin erst emanzipiert, wenn ich die Unhinterfragbarkeit meiner unhinterfragbaren Grundannahmen durchschaut und überwunden und diese mittels Sozialisation vermittelten Grundannahmen durch solche ersetzt habe, die meinem eigenen Denken entstammen, diesem zumindest standhalten. In diesem Sinne gibt es quer durch die Gesellschaft nur eine ganz geringe Anzahl emanzipierter Menschen, und sie finden sich fast nie in den Reihen der Erfolgreichen. Was erfolgreichen Menschen als "Emanzipation" angerechnet wird, ist in den allermeisten Fällen tatsächlich nichts anderes als Hybris, letztlich Dreistigkeit.
Ich denke daher, dass eine Diskussion von Emanzipation, die sich auf Rollenerwartungen, soziale Zwänge und reale Machtverhältnisse konzentriert, überaus wichtige Punkte als Thema hat, aber ihr Thema verfehlt. Emanzipation ist in erster Linie eine Frage individueller Menschwerdung und erst in zweiter Linie eine Frage gesellschaftlicher Verhältnisse. Und nach wie vor halte ich dafür, dass Probleme mangelnder Emanzipation nicht per se Probleme zwischen Männern und Frauen sondern Probleme zwischen unbedarften oder gar dummen Menschen auf Grundlage fehlender Emanzipation auf beiden Seiten sind. |
|
|
"In diesem Sinne gibt es quer durch die Gesellschaft nur eine ganz geringe Anzahl emanzipierter Menschen, und sie finden sich fast nie in den Reihen der Erfolgreichen."
...und überlassen den Dreisten die Macht und die Weichenstellungen. Emanzipierte Menschen ordnen sich nicht unter und sie sind für nicht emanzipierte Menschen bedrohlich, weil sie stets ein Angriff auf die eigenen (sicheren) Begrenzungen sind. Haben Sie eine Idee, wie das gut ausgehen könnte? |
|
|
"...und überlassen den Dreisten die Macht und die Weichenstellungen."
ja, leider, aus Notwendigkeit aufgrund der Grund-Mechanismen von Macht und Gewalt. Das Mittel der Wahl für wirklich emanzipierte Menschen wird Mimikry bleiben. "Haben Sie eine Idee, wie das gut ausgehen könnte?" ich sehe nicht viel Anlass zu der Vermutung, dass das gut ausgehen könnte. Überleben solange die Kraft reicht muss wahrscheinlich schon als Erfolg gewertet werden |
|
|
schrieb am
17.02.2011 um 17:43
Rückzug oder Mimikry, warum so passiv? Was Sie zu den psychischen Ursachen sagten triffts genau, dafür die Sterne. :-)
|
|
|
"ich sehe nicht viel Anlass zu der Vermutung, dass das gut ausgehen könnte. Überleben solange die Kraft reicht muss wahrscheinlich schon als Erfolg gewertet werden"
Erstmal blieb mir die Spucke weg für ein paar Stunden, ob Ihrer nüchternen Antwort. Aber so nüchtern diese Aussage daherkommt, so wahr ist sie auch, scheint mir. Mit viel Liebe und Hoffnung unterwegs sein, immer wieder die eigene Angst in Schach halten und Freude am Leben sind das, was (mir zumindest) meine Kraft erhalten kann. Dann schau ich mal, dass ich guten Mutes einfach weiterlebe und mutig die Entscheidungen treffe, die zu treffen sind. Danke schön für Ihre Antwort. |
|
|
gern :-) und vielen Dank für Ihre Wertschätzung
zu Ihrer Frage hinsichtlich Mimikry, ich habe diese Frage zu verschiedenen Zeiten meines Lebens unterschiedlich beantwortet. Mittlerweile habe ich längst die 50 überschritten und bin müde geworden. Nehmen Sie also meine Aussage bitte als die Aussage eines müden Menschen, der, weniger müde, versuchen würde, Ihnen eine andere Antwort zu geben, auch wenn er von optimistischeren Antworten nicht wirklich überzeugt ist. Ich denke aber, das Sie mit dem, was Sie zuletzt schrieben ("guten Mutes einfach weiterlebe") auf einem guten Weg sind und Ermutigung von anderen nicht wirklich oder doch nur gelegentlich benötigen :-) freundlicher Gruß |
|
|
Lieber Lethe,
wären Sie wirklich müde, würden Sie sich kaum hiertummeln und sich immer noch interessieren. Ich verstehe aber was Sie meinen. Vielleicht ist es eher ein Ausdruck von Reife, sich nicht mehr übermässig im Außen zu bewegen. Wissen Sie, im Grunde meines Herzens bin ich Mystikerin. Und als solche habe zuhauf die Erfahrung gemacht, dass natürlich die innere Haltung entscheidenden Einfluss auf das Aussen ausübt. Verrückte Geschichten können so passieren ;-) Was gesamtgesellschaftlich fehlt ist die Besinnung darauf, dass wir alle spirituelle Wesen sind. Wie innen so aussen. Die Absicht bestimmt, wohin die Reise geht. Man stelle sich vor, was in Deutschland passiren könnte, wenn eine Bildzeitung mal nicht nur Angst und Schrecken verbreitet, sondern sich mit ihrem großen Einfluss für Gemeinschaft, Freude und Hoffnung engagierte! Wir würden uns wundern dürfen! Aber die Lobbyisten leben von der Angst der Menschen. Hier und da ein Streik für bessere Bedingungen ist ja ganz nett, aber ich träume davon, dass die menschen zu Tausenden aufwachen und ihre persönliche Macht entdecken. Die Ägypter haben es uns vorgemacht und der Flächenbrand ist ohnehin entfacht. Von Frieden und Freiheit träumt jeder Mensch. Tun Sie mir den Gefallen auch noch ein paar Jahrzehnte weiter zu atmen und das Höchste und Grösste mit für möglich zu halten? Jeder Mensch, der vertraut wiegt die Angst von zehn anderen auf... denken Sie nicht ? Die höheren Gesetze stehen über jeder anderen Macht. Und das höchste aller Gesetze ist die Liebe. (www.die-kunst-zu-leben.de/archiv/gesellschaft_dieter_broers.htm ) Das Überwinden der Inquisition muss doch für irgendetwas gut sein! "Ich denke aber, das Sie mit dem, was Sie zuletzt schrieben ("guten Mutes einfach weiterlebe") auf einem guten Weg sind und Ermutigung von anderen nicht wirklich oder doch nur gelegentlich benötigen :-)" Damit haben Sie Recht. Gott sei Dank ! Ich wünsche Ihnen ein bezauberndes Wochenende! Und danke. |
|
|
![]() |
|
|
Zeit
Zeit ist noch nie gerecht gewesen, ich weiß. Und auch nicht gleich oder demokratisch. Es gab schon immer Leute, die hatten mehr Zeit als andere. Je nach ökonomischem Wert des Menschen bewundert oder verachtet man ihn für seine Zeit. Elternschaft ohne Geld ist als Zeitvertreib geradezu verabscheuungswürdig und führt die Nachkommen auf die Hauptschule und anschließend ins blanke Zeitverzocken. Deswegen müssen ja vor allem „alleinerziehende Langzeitarbeitslose“ (ein Paradoxon, denn Adjektiv und Substantiv schließen einander aus) besonders dankbar sein, wenn sie nicht nur einen 1 oder 400 € Job sondern dazu noch die passende Kleinkinderaufbewahrungsanstalt für die missratene Nachkommenschaft aufgezwungen bekommen. Paradoxa haben eben keinerlei Zeitberechtigung. Zeit sollten nur diejenigen besitzen, die während ihrer Zeit ganz viel Geld kriegen (gern auch ohne sich dabei übermäßig zu verausgaben) oder vor dem Besitz ihrer Zeit ganz viel Geld gekriegt haben. Ich habe immerhin gerade so viel Zeit, um Angst zu kriegen. Das ist zwar nicht so super wie Geld, aber wenigstens bleibt mir wegen der Angst keine Möglichkeit, meine Zeit zu genießen. Angst ist wohl noch einigermaßen legitim als Zeitvertreib, in Deutschalnd zumindest. Angst ist der beste Entfaltungsmotor für uns Frauen. Mit unserer fantastisch auszubeutenden Angst sind wir die engagiertesten und flexibelsten Arbeitnehmer, die sich ein Arbeitgeber nur wünschen kann. Vor lauter Angst sind wir mit niedrigen Löhnen und Zeitverträgen zufrieden. Und ohne Kinder. Die Angst hat uns Frauen so durchdrungen, dass wir diese abstruse Lebensweise als emanzipiert empfinden. Das liegt halt an der Zukunftsangst und die kommt von der Krise. So ein Schwachsinn. Das ist keine Zukunftsangst. Zukunft kommt gar nicht vor. Zukunft ist auf unbestimmte Zeit verschoben. Frauen mit 39 oder 41 halten sich für jung. Sie glauben, sie seien am Anfang von etwas. Nehmen unverschämte Bezahlung, Zeitverträge und Kinderlosigkeit hin, weil sie jetzt Angst haben. 'Jetzt werde ich ausgebeutet und bin Single und habe keine Kinder. Oder jetzt habe ich Kinder und keine Zeit und /oder kein Geld für sie. Jetzt habe ich Angst, niemals meinen Traummann zu finden.' Frauen mit 39 oder 41 sind in der Gegenwart so verblendet vor Angst, dass sie alles, was sie gerne erreichen wollen, in die Zukunft verlegen. Das ist keine Zukunftsangst, das ist eine Zukunftslüge. Männer haben immer eine Zukunft. Und beäugen sie skeptisch. Vielleicht sind sie realistischer als Frauen. Vielleicht auch nur faul. Männer lügen sich die Zukunft nicht schön, sie wissen, dass die meisten von ihnen weder einen tollen Job, noch viel Geld oder jemals eine Rente haben werden, von der sie werden leben können. Ganz zu schweigen von der Traumfrau. Leitwölfe gibt’s nur einen im Rudel. Doch Frauen glauben, sie könnten alle Leitwölfinnen sein. Sie machen als billige Praktikantinnen und Teilzeitarbeitskräfte Löhne und Arbeitsplätze kaputt, überfrachten die Anforderungen der Arbeitswelt an die Arbeitnehmer mit angeblicher Sozialkompetenz und zweifelhaften Kommunikationsfähigkeiten, weil man (FRAU!) ihnen eingeredet hat, dass sie allesamt beste Freundinnen und Leitwölfinnen zugleich und zu allem und - was das schlimmste ist:jederZEIT!- fähig seien. Frauen sind die Inder und Ossis der Männer. Aufopferung zu Discounterpreisen. Da bekommt Rüttgers Wunsch nach mehr Kindern statt Indern gleich eine ganz neue Dimension. Aber die Möglichkeit der Fortpflanzung haben nur Männchen bis zum Tod. Unsere verwelkenden kleinen Eierchen können da nicht mithalten. Das ist kein Biologismus. Das ist so. Genauso haben Frauen die Gebärmutter zum Gebären und die Brüste zum Stillen. Und die ganzen Hormone, die uns das erträglich machen. Auch wenn's beim Stillen nicht ganz so erotisch vonstatten ging wie sich das manch poetischer Feuilletonschreiber in seinem männlichen Eifer ausmalt, war es mir sehr lieb, meine Kinder zu stillen. Beim Stillen durfte ich mal 5 Minuten ungestört sitzen, ohne dass mein Mann auf die Idee gekommen wäre, ich hätte Freizeit. Ich war auch überaus gern schwanger und die Geburten haben mir Spaß gemacht. (Wann darf man sich schon mal so dominant benehmen als Frau?) Ich war froh, dass die Aufgaben in diesem einen Punkt unanfechtbar eindeutig verteilt waren! Mein Mann und ich brauchten nichts auszudiskutieren!!! Ich habe einfach gemacht!!! Ohne vorher zu studieren oder um Erlaubnis zu bitten, habe ich Kinder zur Welt gebracht und länger als ein halbes Jahr nur mit meinem Körper ernährt. Das ging einfach so. Das ist kein Biologismus, das ist Leben. Das ist meine Zeit. Endlich brauche ich mich nicht mehr jung zu fühlen. Ich bin 32 und darf mich alt fühlen. Müde und kaputt und ausgelaugt. So wie ich mich seit zehn Jahren gefühlt habe, es aber nicht durfte. Mit Anfang 20 kann man sich doch nicht müde und ausgelaugt fühlen. Aber ehrlich gesagt, diese nicht enden wollende Kindheit, der meine besten Freundinnen und ich damals so ausgeliefert waren, hat mich wirklich geschlaucht. Wir saßen da und haben gewartet. Wir wurden 22, 23, 24,25,26, machten unser Aufbaustudium, schliefen mit süßen Slowenen im Erasmus- oder Sokrates-Semester (die aber niemals Kinder mit uns haben wollten), sahen unseren kleinen Brüdern beim Studieren zu, studierten selber weiter, wurden 27,28...hatten immer noch keine Stelle und kein Geld, schrieben nie veröffentlichte Debütromane über unser verwahrlostes Selbswertgefühl als ewiges Kind, entdeckten graue Strähnen auf unseren emanzipierten Häuptern, trafen niemals unsere Traummänner...Das war schlimm. Ich will mich gar nicht mehr daran erinnern. Obwohl ich zehn Stunden pro Nacht schlief, war ich total kaputt. Jetzt endlich darf ich mir dieses Körpergefühl zugestehen, denn Kinder machen alt. Das ist kein Biologismus, das ist einfach so. Frauen, die sich mit 41 immer noch jung fühlen müssen, wird ihre Zeit gestohlen. Das ist kein Biologismus, das ist kriminell. Frauenzeit ist grundlegend anders als Männerzeit. Wer meint, man müsse endlich mit diesem neuartigen Biologismus aufräumen, der hat nicht kapiert, was Frauen und Männern angetan wird, wenn man nicht mit dieser unbedarften, politisch korrekten Gleichmacherei aufhört und sich mal den Tatsachen stellt: Frauen sind keine Männer. |
|
|
Liebe entfaltete Frau,
bitte schreiben Sie unbedingt weiter. Ich gebe gern 50 € für ihr Buch aus. Ich stehe auf dem anderen Ufer, der geringverdienenden, noch studierenden, alleinerziehenden arbeitslosen (Ha!) Mütter, es ist so schön, so befreiend mal klipp und klar die Wahrheit von einer Betroffenen zu hören vom "anderen" Ufer, der arbeitenden verheirateten Versorgermütter. Und tatsächlich ist auf beiden Seiten soviel versponnene Romantik in der Betrachtung, OBWOHL nichts mehr romantisch sein KANN! Sie könnten Millionen Frauen wecken! Bei mir jedenfalls wirkt es. Ich möchte mir auch weiterhin nicht einreden lassen, dass ich andere Prioritäten zu setzen hätte, denn schließlich wird es mein jugendliches Kind sein, das den alternden Kinderlosen mal für einen Hungerlohn (vorübergehend!) die Stützstrümpfe überstülpt! Was spielt es für eine Rolle, wie viel Geld ich gerade zu verdienen in derLage bin oder nicht ?! Ich leiste genug, ebenso wie jeder andere, der sich das höchste Armutsrisiko Deutschlands einbrockt: ein Kind! |
|
|
Weitblick sie haben ja so recht. Ich pfeiff auf das Gerede von der machbaren Karriere trotz Kindern! Es ist pure, berechnende Verarschung. Ich hab es ausprobiert! Geht nicht ohne sich zur Äffin zu machen!
|
|
|
Rosalix, aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben... ich qualifiziere mich im stillen Kämmerlein weiter, sammle Ideen, schleife meine Talente und Tugenden, arbeite in der Saison ein wenig für einen befreundeten Gärtner als Blumenfee auf dem Markt. Und davor und dazwischen tanze ich mit meinem Kind im sommerlichen Brunnen im Park.
Ich will mich hüten, diesem wunderbaren kleinen Menschen Lebensglück und Lebensfreude vorzuenthalten, nur weil das in Deutschland verpönt ist! Unsere Zeit kommt halt später... 15 Jahre hin oder her, es macht ja wirklich keinen Unterschied! Und spannend ist, dass diese Haltung NUR jemand kritisiert, wenn er kinderlos ist und letztlich auch keinerlei Hauch von Schimmer hat, was Kinder haben eigentlich bedeutet. Es bedeutet in erster Linie, NIEMALS Feierabend zu haben und immer im Bereitschaftsdienst zu sein. Und das unbezahlt, ungeachtet, mitunter gar noch verächtlich belächelt. Und wer sollte daraus die Konsequenzen ziehen, wenn nicht wir, die Betroffenen? |
|
|
Die Emanzipation ist meiner Meinung nach ein Luxus für Singles und Kinderlose und Senioren.
In Wien wurde vor ein paar Wochen eine 73-jährige Deutsche tot in einer verlassenen und zugeklebten Wohnung gefunden und gab den Wiener Behörden Rätsel auf. Sie hatte sich unter falschem Namen in die Wohnung eingemietet, um dort ihre deutsche 48-jährige Tochter und ihr Enkelkind zu verstecken. Die Tochter floh nach dem unerwarteten Tod der Mutter mit ihrem Sohn in ein Frauenhaus und verständigte von dort die Wiener Behörden. In Folge wurde das Enkelkind dem deutschen Kindesvater ausgehändigt. Tja JA, vor was haben die sich eigentlich versteckt ? Vor irgendwas haben sie sich jedenfalls versteckt. Ist das Emanzipaton? Diese Mutter konnte sich offenbar mit ihrem Kind in Europa nicht legal frei bewegen. Wie soll sich eine Frau emanzipieren, wie eine freie Beziehung funktionieren, wenn man immer um Erlaubnis fragen muß oder sich kontrolliert fühlen muß? Wie soll Frau in einer funktionierenden Beziehung emanzipieret handeln können, wenn sie dem Partner gefallen muss, damit sie sich frei bewegen kann und damit es nicht zur Trennung kommt. Denn bei einer Trennung muss Frau aufgrund der Gleichstellung Angst haben, das/die Kinder zu verlieren und kann sich auch auf jahrelange Prozesse freuen. Also gilt damit für alle (prinzipiell auch für Männer), außer für Singles, Kinderlose und Senioren. |
|
|
Was ist denn das; Emanzipation?
Ein weiterer Anspruch den frau zu erfüllen hat! Beauvoir und Schwarzer haben das berechtigterweise angestoßen und dann gegen den Baum gefahren. Frau darf das ja hierzulange nicht laut sagen (ich finde schon erschreckend, WAS wir hier alles nicht laut sagen dürfen -obwohl das Lautsagen eigentlich nicht verboten ist) aber kann es sein, dass eine Mehrheit der Frauen zwar wieder brav dem ANSPrUCH folgt -sichverbiegenlassen ist eine besondere Fähigkeit von Frauen!- aber im Grunde ihrer Seele doch andere Bedürfnisse hat? Ja, springt mir nur an die Gurgel, ihr Geschlechtsgenossinnen und Frauenversteher. Ich finde Quoten empörend! Warum und aus welchen verdammten Grund sollten Frauen sich nicht durchkämpfen können und sollen? Weil am öffentlichen weiblichen Wesen die Welt genesen soll? Ach v e r g e s s t es! Die meisten Frauen sind heute extrinsisch motiviert - Ausnahmen gibts immer- während Männer an solchen Stellen intrinsischer arbeiten - Ausnahmen gibts immer. (Seufz* warum muss man das so betonen...) Bedeutet: springen sollten die Raubtiere, die können das. Pferde könnens auch... aber WAS für ein Unterschied!! Also lasst die Frauen doch endlich in Ruhe und guckt was passiert. Wenn wieder einige die KKK wählen, dann ist das eine eigene Entscheidung und als solche zu akzeptieren; Madame Beauvoir! Der Gesellschaft ansich schadet es mit Sicherheit nicht. Es fehlt inzwischen an VollblutMüttern. |
|
|
Haha! ... und dann als Bundeschor jammern wenn gestörte, neurotische, narzisstische Kinder und Jugendliche völlig lethargisch und resigniert GAR nichts mehr tun (können) - auch wenn Ihnen so gern unterstellt wird, sie könnten wenn sie wollten! (Was einfach mal nicht der Wahrheit entspricht!)
Ohne Energie in diese Kinder hineinzutun, kriegt man am Ende auch nichts aus Ihnen heraus. Vielleicht sollten wir mal eine reine Elternpartei initiieren und damit drohen, unsere Kinder ins Ausland zu exportieren, wenn sich nichts ändert. Man stelle sich mal vor... :-) |
|
|
Gute Idee, nur in welches Ausland könnten wir sie exportieren? So arg viel fällt mir dazu nicht ein!
Elternpartei..Das scheitert daran, dass es immer weniger davon gibt und wenn dann engagieren die sich schon in anderer Weise genug. |
|
|
;-) Dass diese Idee der Realität niemals standhalten würde, war mir bereits klar, als ich sie niederschrieb...
Wie Lethe schon schrieb: Mimikry, die leise Anpassung - ich erweitere das mal zum "Nischendasein" ist das, was ich für mich für möglich und l(i)ebenswert halte. Und ich vertraue darauf, dass weiterhin die guten Kräfte noch weiter ihre Stimmen erheben und auch ich mich wappne, um so weit wie möglich verantwortlich zu handeln. Mehr geht nicht. |
|
|
Ich schlage vor, die von Jakob Augstein gestellte Frage gleich mit einem Beispiele aus der Praxis zu illustrieren:
Verleger Jakob Augstein Herausgeber Daniela Dahn, György Dalos, Frithjof Schmidt, Friedrich Schorlemmer Chefredakteur Philip Grassmann (V.i.S.d. §55 RStV) Stellvertretender Chefredakteur Jörn Kabisch Und die eingangs gestellte Frage- die da nämlich lautet: warum geht es mit der Emanzipation nicht voran?- mit folgenden zwei Fragen- wie gesagt, aus der Praxis (nicht anhand eines Modelles)- zu ergänzen: a) Das Impressum kennt nur die männliche Form: Warum? b) Bis auf eine einzige Frau (die Quotenfrau?) befindet sich die Führung des Freitag in Männerhand- warum? Und ergänzend dazu fällt mir gleich noch eine dritte Frage ein: Schon vor mehr als einem Jahr wurde genau dieselbe Frage (wo sind beim Freitag die Frauen in der Führung?) bereits von Titta schon einmal gestellt. Warum hat sich seither trotzdem nichts verändert? Ist der Freitag etwa ein Machoblatt..?! Da ist mir doch tatsächlich noch eine vierte Frage heraus gerutscht. Frau Baureithel hat zur Beantwortung der Führungsfrage beim Freitag auch nix Gscheites zu erzählen gewusst. Doch vieleicht muss man Führungsfrauen ja länger als ein Jahr lang suchen..? |
|
|
Es gibt übrigens auch noch andere Lebensgemeinschaften als Hetero-Kleinfamilien und Alleinerziehende, und es würde sich bestimmt lohnen, die auch mit in den Blick zu nehmen. Z.B. lesbische Paare mit Kindern, da existiert die Frontlinie zwischen den Geschlechtern erst mal nicht, was einer Diskussion über Lebensentwürfe neue Impulse geben könnte, auch für Heterosexuelle.
|
|
|
schrieb am
18.02.2011 um 18:59
Offensichtlich, Machoblatt finstrer Patriarchenseilschaft.
Licht, heiter und weiblich hingegen unser deutsches, öffentlichrechtliches, quotenfixiertes Fernsehen: "Deutsche Frauen im Idealtraum des deutschen Fernsehens erben sehr regelmäßig irgendwo in wuuuunderschöner Landschaft ein feines, kleines Unternehmen, verlieben sich dort in pflegeleichten, arbeitstüchtigen Naturburschen oder finden zurück zur wahren, zur Jugendliebe. Bei der sexualökonomischen Lebensplanung zeigen sie, dass sie aus den Fehlern mit den Loser-Schnarchsäcken daheim gelernt haben, und verbinden perfekt und patent guten Sex mit sozialem Aufstieg. Zwischendurch darf geheult und gelacht werden. Aber nicht zu viel. ... "Irgendwas mit Natur" ist für deutsche Frauen geeigneter als das internationale Finanzkapital. Cinderella 2011 bekommt Tränen in die Augen bei einem Gedanken: Mittelständisches Familienunternehmen, hinreichend kapitalgedeckelt, gerne mit heimatverbundener Tradition, und bitte nichts mit Dreck und so. Und ohne Mann ist auch die "Karrierefrau" nix Halbes und nix Ganzes. Verglichen mit den Frauenträumen unseres öffentlich-rechtlichen Fernsehens von heute war das Biedermeier eine verdammt aufregende, emanzipatorische, feministische und ehrliche Zeit. Und erst die fünfziger Jahre: Wie progressistisch konnten damals "Schnulzen" sein!" Georg Seesslen in der taz nach Pascha Mika. www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/das-glueck-der-karrierefrau/ |
|
|
...@fruehauf: Ja, von homosexuellen Paaren mit Kindern könnte man whs. durchaus etwas lernen, auch und v. a. als Heterosexuelle. Umgekehrt übrigens auch.
@Smith: Wenn es um den Frauenanteil in der Führungsetage des Freitag geht, schweigt man sich beharrlich aus. Dafür- auch für das eigene Versagen in dieser Frage- verlangt man dann von denen, auf die man mit dem Finger zeigt, umso mehr Beredsamkeit und Zugeständnissse und und und Hauptsache, niemand merkt, dass es beim Freitag überhaupt nicht anders zu und her geht, wie im Rest der Republik. Wobei der Rest nicht der ganze Rest ist, sondern lediglich der Teil der Wirtschaft, der an der Börse kotiert ist. Ein Grund, warum es in Emanzipationsfragen nicht mehr weiter geht, ist diese ganze, scheinheilige Verlogenheit, ich wiederhole: Ver-lo-gen-heit! des Geschlechterdiskurses. Da fragt man in aller Bescheidenheit, wohlgemerkt: seit über einem Jahr (!!!), warum es beim Freitag nur eine einzige Frau im Führungsgremium gibt- und erntet Schweigen, Schweigen und nochmals Schweigen! So sehr ich den Freitag schätze- und wenn es ihn in der Schweiz zu kaufen gäbe, würde ich mir jede Ausgabe kaufen- aber hier zeigt sich ganz konkret- und nicht irgendwo im abstrakten Raum- woran die ganze Geschlechterfrage krankt. Da gibt es ein sehr schönes Werk von Banksy mit dem Elefanten im Raum, den niemand sieht: cdn.newsone.com/files/2008/11/la_tai4-1.jpg Und ich würde fast wetten, dass alle ahnen, dass da einer steht... |
|
|
Da hält man peinlich berührt mit den Atem an und die Kiefer verspannen sich.
|
|
|
Kurz zum Freitag:
Wir haben 37 feste Mitarbeiter davon 19 Frauen. Vier Ressorts, zwei Leiterinnen (bis vor kurzem drei) Verlagsleitung: Frau RedMarketing: Frau AboMarketing: Ein Mann, eine Frau Art-Direction: Frau IT Entwicklung: Ein Mann, eine Frau Ich bin übrigens uneingeschränkt für die Quote. |
|
|
Klingt sehr gut!
|
|
|
kann mann hier
www.freitag.de/impressum nachlesen und dann darüber reden, warum z.b. chefredakteuer nicht gesplittet wird oder thx? |
|
|
Danke für die Antwort, Herr Augstein
Allerdings spreche ich nur und ausschliesslich von der obersten Führungsebene. Und die umfasst die von mir aufgeführten Funktionen beim Freitag. Analog dazu ist bei der Frauenquote irrelevant, ob die jeweiligen Divisionen (hier Ressorts) von Frauen geführt werden oder nicht: Alles, was zählt, ist die oberste Führungsebene, also das operative Management sowie der Verwaltungsrat. Und alles, was sich darunter befindet, wird von der Quotendiskussion nicht tangiert. |
|
|
Da ich gerade mobil internette und das noch nicht so im Griff habe:
Analog dazu ist bei der Frauenquote irrelevant, ob die jeweiligen Divisionen (hier Ressorts) einer (börsenkotierten) Kapitalgesellschaft von Frauen geführt werden oder nicht: Alles, was zählt, ist die oberste Führungsebene, also das operative Management sowie der Verwaltungsrat. wollte ich natürlich schreiben. Insofern ist die Zusammensetzung der Freitagsmannschaft zwar lobenswert, doch zuoberst sieht es genau gleich aus, wie sonst in der Republik. Insofern sind Sie leicht vom eigentlichen Punkt abgewichen, Herr Augstein. |
|
|
Lieber thx,
Sie sprechen in Unkenntnis unserer Arbeitsabläufe. Die "oberste Führungsebene" - großes Wort für so eine kleine Firma - besteht bei uns aus drei Leuten, Verlagsleitung, Chefredaktion und Geschäftsführung. Da haben wir eine Frau und zwei Männer. Schon in der nächsten Ebene sind die Frauen in der Überzahl. Das ist sowohl für das Produkt als auch für das Arbeitsklima entscheidend. Ich beharre so auf diesem Punkt (anders als es sonst meine Art ist) weil er zu den konstituierenden Elementen unserer Arbeit zählt. Ohne Beachtung der Quote, ohne das besondere Interesse an gemischten Teams wäre unsere Arbeit eine andere. Sie stellen sich nicht vor, wie sehr wir bei der Besetzung von Stellen die Ausgewogenheit der Geschlechter beachten. Und zwar nicht aus Jux und Dollerei oder weil wir so nett zu Frauen sein wollen, sondern weil solche Fragen das Leben im Unternehmen prägen und wir hier eine bestimmte Verlagskultur haben wollen. Ihr JA |
|
|
Grüezi Herr Augstein
und ich habe einen Denkfehler gemacht: Beim Freitag handelt es sich ja nicht um eine Aktiengesellschaft, ergo sind natürlich auch die Hierarchien anders aufgebaut. Ich bin übrigens nicht uneingeschränkt gegen die Quote. Bei vielen börsenkotierten, grosskapitalisierten Konzernen liegt auf Managementsebene- wie wir alle wissen- schon lange und sowieso einiges im Argen. Dass Diversity Leben in eine Unternehmung bringt- auch und vor allem auf Führungsebene- erlebe ich jeden Tag. So, weg vom Thema, aber für mich einfach immer noch wichtig als Schweizer: Vertreiben Sie doch den Freitag endlich auch in der Schweiz! Die Deutschen bilden mittlerweile die anteilsmässig grösste "Ethnie" hierzulande- (potentielle) Leser hätte es also sicherlich genug hier! Das wäre wirklich eine grosse Freude (für mich)! |
|
|
Die Emanzipation kommt doch hervorragend voran. Wir haben eine Bundeskanzlerin, eine Außenministerin und es werden kaum noch Kinder geboren...
|
|
|
»Die Emanzipation kommt doch hervorragend voran.« — Das muß für jemanden, der geistig irgendwann im 19. Jahrhundert hängen geblieben ist, schwer erträglich sein.
|
|
|
ich finde es ärgerlich, dass diese - ohne frage notwendigen - interventionen noch immer so sehr pauschalisieren. meinen sie doch, wenn sie 'frauen' sagen zumeist mütter bestimmter sozialer schichten und westdeutscher prägung und laufen damit gefahr, einen gewissen biologismus wiederzubeleben, den die gender studies stark in frage gestellt hatten. für nicht-hetero-frauen und frauen, die keinen besser verdienenden partner haben, stellen sich die fragen ganz anders (stichwort: interdependenz von differenzen). von daher wäre es schön, neben den feuilleton-omis und mainstream-feministinnen immer auch mal jemanden mit 'blick von außen' einzuladen (etwa sabine hark, susanne baer). 'gender' meint ja immer ein verhältnis, deshalb fände ich es extrem wichtig, auch die frage nach der rolle der männer in o.g. konstellationen zu stellen. denn ich bin überzeugt, dass augenhöhe erst dann hergestellt wird, wenn auch die jungs nicht mehr mitmachen und nicht mehr das meiste geld ranschaffen und sich damit die selbstverwirklichung im job erkaufen. frauen suchen sich oft - unbewusst - ernährertypen. sobald die herren älter und schon besser im job etabliert sind, sind gewisse frustrationen vorprogrammiert.
dazu kommt ein anachronistisches mutterbidl (stichwort: stillfaschismus) das modell bürgerliche ehe (gilt auch ohne trauschein) ist und bleibt ein 'asymmetrischer kompromiss,' der privilegien auf kosten von gleichheit schafft. graduelle auswege sind derzeit: ganz viel geld (au pair, modell: madonna) oder ganz wenig geld (mami muss voll arbeiten, modell: in diesen debatten meist ausgeblendete familien) |
|
|
ps: it takes two to tango ;-)!
(UND: schauen sie sich mal die seite zum kongress 'das flexible geschlecht' an: www.bpb.de/veranstaltungen/OFSCL9,0,Das_flexible_Geschlecht.html, sowie für einen netten einblick in die verheernde situation in diesem land die debatte, die um die eröffnungsrede von thomas krüger entbrannt ist ...) jr |
|
|
|
|
|
Weil die Frauenbewegung genauso wie alles andere in diesem Land nicht von innen gewachsen ist, sondern von aussen durchgesetzt wurde. Erste Pflegestudiengänge (100% Frauen) wurden in England und den USA in den 1920ern eingeführt, jetzt haben sie Professorinnen, politische (ANA & NMC) und wirtschaftliche Macht (80% der Personen im Gesundheitswesen sind Frauen) und gesellschaftliche Anerkennung.
Ihr hängt ungefähr 80 Jahre hinterher. Kind, Familie und Arbeit sind in vielen Ländern vereinbar, und es wird von Vätern und Müttern gemeinsam verhandelt, wer arbeiten geht und wie viel. Aber eins ist und bleibt wichtig: Kinder sind das größte Glück, was es auf dieser Erde gibt, für alle Species die hier leben. |
|
|
emanzipation ist mitnichten nur die der frauen. eine geschlechter umfassende, allgemeine emanzipation hin zu mehr individueller selbstbestimmung müsste auf die agenda, sonst ist es nämlich bald aus! sowohl mit der teilhabe am wohlstand für alle, als auch für die frauenemanzipation.
emanzipation bedeutet die befreiung des individuums aus der sklaverei (der verwertbarkeit des einzelnen, der sachzwänge, der alternativlosigkeiten, der hartz-sanktionen und anderer gesellschaftlicher gräuel). das ist keine kritik an der notwendigkeit der emanzipation der frau - im gegenteil, wir brauchen keine teildebatte, sondern müssen das GANZE fass aufmachen! die soziale realität spitzt sich gerade sehr zu, ein gesellschaftlicher wandel wird möglich, lasst uns die chance wahrnehmen und für mehr geist und humanismus, menschenrechte auch bei uns (nicht mehr konsum) und einen umfassenden arbeitsbegriff streiten! |
|
|
schrieb am
22.02.2011 um 09:27
Absolut korrekt!
|
|
|
@ Smith (captain?)
thanx! |
|
|
schrieb am
22.02.2011 um 16:36
So sieht's nämlich aus!
Immer dieses Differenzdenken - die Genderstudies sind in der Tat schon weiter. Und wenn die ewigen Nörgler sich mit dem aktuellen Forschungsstand auseinandersetzen würden, dann wäre ihnen schnell klar, dass es sich beim Thema Emanzipation schon lange nicht mehr um Frauen allein dreht. Natürlich: die Strukturen, die nunmal gerade sind wie sie sind, beeinflussen, das Leben (vor allem das Karrierestreben) von Frauen enorm . Das deutsche Steuerrecht zum Beispiel ist noch immer orientiert am Modell der Versorgerehe (z.B. Ehegattensplitting) und die etablierten Parteien scheinen keinen gesteigerten Wert darauf zu legen, dass sich etwas ändert. Obwohl die Realität ja durchaus nicht mehr mehrheitlich von der bürgerlichen Kleinfamilie geprägt ist. Aber: wir sind davon doch alle betroffen! "Die" Männer sind doch auch gezwungen, das zu erfüllen, was die Gesellschaft (&der Staat) von ihnen verlangt (schawwe, schawwe, Häusle baue...), ohne, dass wirklich eine Wahl bleibt. Ergo: Emanzipation bedeutet nicht (mehr) zwingend die Emanzipation der Frau (vom Mann), sondern vielmehr die Emanzipation des Menschen (von den Strukturen). Was ich in diesem Zusammenhang auch betonen möchte: der herrschende Arbeitsfetisch (am besten sollen ALLE 8 Stunden buckeln, sonst sind sie nix wert, weil sie keinen Mehrwert bringen) gehört abgeschafft! |
|
|
schrieb am
22.02.2011 um 21:00
"Und wenn die ewigen Nörgler sich mit dem aktuellen Forschungsstand auseinandersetzen würden, dann wäre ihnen schnell klar, dass es sich beim Thema Emanzipation schon lange nicht mehr um Frauen allein dreht."
Genderstudies sind bisher graue Theorie. "Nörgler" und Sozialwissenschaftler Hans-Joachim Lenz im Oktober 2010: "Auch die Männlichkeitsforschung selbst hat bislang keine grundlegende Kritik von Männlichkeit entwickelt; vielmehr reproduziert sie weitgehend das vorherrschende Verständnis von Männlichkeit(en). Der nicht-hegemoniale Mann ist insbesondere hinsichtlich seiner Bedürftigkeit bislang kaum im Blick der Forschenden. Beide Geschlechter werden also unterschiedlich konstruiert. Die Diskurse um Geschlecht verdecken und verbergen mithin mehr, als dass sie aufdecken. In Anlehnung an Bourdieu geht es um die Verdeckung der männlichen Verletzbarkeit in Geschlechterverhältnissen. Die zentrale Frage ist: Was geschieht in der bestehenden Geschlechterordnung mit der männlichen Verletzbarkeit?" streit-wert.boellblog.org/hans-joachim-lenz/ Weiß luca mehr als der Lehrbeauftragter für Männlichkeitsforschung an der Universität Freiburg? Dann raus damit. |
|
|
dann wollen wir dieses
streit-wert.boellblog.org/mara-kastein/ gleich noch dazulesen aber schön, dass Lenz eine der zentralen stellt, nämlich: Was geschieht in der bestehenden Geschlechterordnung mit der männlichen Verletzbarkeit? kurz gesagt: sie ist in der ständigen versuchung, dem erhalt der bestehenden ordnung das wort zu reden |
|
|
schrieb am
22.02.2011 um 21:39
noch kürzer gesagt: Der dressierte Mann
|
|
|
falsch
der sich selbst dressierende |
|
|
Systembeachtet auch falsch.... der kann sich unter Umständen gar nicht selbst dressieren... und braucht also Hilfe (zumindest denken das wohl andere).
Also doch der dressierte Mann ... |
|
|
da können wir mal wieder den unterschied zwischen 'ein system denken' und 'systemisch-denken' beobachten
zusatzfrage: woher kommt der widerstand, wenn seine frau ihn anders dressiert haben möchte? |
|
|
schrieb am
22.02.2011 um 23:26
"falsch
der sich selbst dressierende" Was bitte schön ist falsch? Der sich selbst dressierende Mann ist kein dressierter Mann? Mach mal das Fenster auf, zum Kopf durchlüften! Mit dem sich selbst instrumentalisierenden Mann wären wir im Übrigen wieder am Beginn des Threads. |
|
|
und was, du mein scharfsinnigster, folgt daraus?
|
|
|
schrieb am
23.02.2011 um 00:39
Für Frauen?
Eine im Schnitt um sechs Jahre höhere Lebenserwartung, Quoten nur in genehmen Berufsfeldern, familienrechtliche Privilegierung, materielle Absicherung ... kurz: Komfortzone. Denn Feigheit (wie B. Mika) würde ich es nicht nennen. Eher kühle Berechnung. |
|
|
süßer!
ich bin auch für ne männerquote in kindergärten! unter beibehaltung der dort derzeit üblichen bezahlung versteht sich mal so für den anfang komfort-schnupper-zone! |
|
|
damit wir uns richtig verstehen:
die quote gilt nicht für die leitungsebene dafür müssen sich die jungs erst noch qualifizieren |
|
|
schrieb am
23.02.2011 um 11:11
Bei gleicher Eignung werden Frauen ...
Und unter den Erzieherinnen der Kita, in die unser Sohn geht, fand sich - Gehaltssteigerung von 100% her oder hin - ein Jahr lang keine bereit, die Leitung derselben zu übernehmen. Da werden sich einige der Damen erschrocken vor Augen gehalten haben, was an zu leistenden nachehelichen Unterhalt möglicherweise auf sie zukommen könnte. Ach du meine Güte, wo bleibt denn da die weibliche Work/life-Balance? Genau, auf der Strecke. Aber erklär mal `ner Mietz auf`m Kissen, dass es ab heute kein Tatar gibt. Zeitverschwendung. Besser: einfach Tür auf und raus mit Mika - sorry Minka aus der Komfortzone. |
|
|
schrieb am
23.02.2011 um 11:58
Smith, Sie nehmen sich den Satz aus meinem Kommentar, der Ihnen einen Anlass gibt, das was Sie vermutlich sowieso immer wenn es um das Thema Emanzipation geht zu sagen haben, auszuführen. Sie lesen "nörgler" und nörgeln los.
Die Ausführungen des Hans-Joachim Lenz widerlegen mich doch nicht. Sie ergänzen das von mir geschriebene und ich würde grundsätzlich auch nicht widersprechen, wenn es um die Sache mit dem Blick auf eben die Männer geht, die nicht dem hegemonialem Männlichkeitsbild entsprechen. Und (um mich mal selbst zu zitieren): "wir sind davon doch alle betroffen! "Die" Männer sind doch auch gezwungen, das zu erfüllen, was die Gesellschaft (&der Staat) von ihnen verlangt (schawwe, schawwe, Häusle baue...), ohne, dass wirklich eine Wahl bleibt." Ja, das schrieb ich außerdem. Ihre Ausführungen zu dieser Kita-Geschichte habe ich nicht verstanden. Sie meinen, die Frauen, die dafür in Frage gekommen wären, hätten die Leitung nicht übernommen, weil sie sich vor Unterhaltforderungen fürchteten? Können Sie das belegen? Also, hat Ihnen das einer der Betroffenen erzählt? Oder mutmaßten Sie einfach, weil es gerade ganz gut passte? Ihre Formulierung "das werden einige der Damen..." legt nahe, dass es sich lediglich um eine Vermutung handelt. Wissen Sie denn was intern los war? Wieso musste die Stelle neu besetzt werden? gab es vielleicht vorher mit dem Träger Ärger, den die anderen Erzieherinnen sich ersparen wollten? Ich kenne Kita-Leitungen und Erzieherinnen, die sich fühlen wie Don Quijote, wenn es darum geht neue Konzepte umzusetzen, Dinge zu verbessern (und sei es nur die Raumaufteilung)...Wer weiß was in dem von Ihnen beschriebenen Fall los war? Wissen Sie's? Es grüßt: luca |
|
|
Smith
du weißt einfach nicht, was du willst außer, für irgendein dir widerfahrenes unrecht an allem, was du für weiblich hältst, fürchterliche rache zu nehmen so wird das nie was mit deiner life-balance gehaltssteigerung um 100%? wo lebst du denn? oeffentlicher-dienst.info/c/t/rechner/tvoed/sue?id=tvoed-sue-2010&matrix=1 |
|
|
|
|
schrieb am
23.02.2011 um 12:24
@luca
Nix genörgelt, sondern ausschließlich Lenz zitiert. Aber hübsch wie Sie auf der einen Seite Lenz Nörgelei attestieren und andererseits daraus eine Ergänzung Ihrer Behauptung vom angeblichen Forschungsgegenstand Mann drechseln. Sehr hübsch - geradezu rahabesk. |
|
|
schrieb am
23.02.2011 um 13:20
"ausschließlich Lenz zitiert"? Die Geschichte mit der Kita kommt von Lenz? Und alles was Sie sonst schrieben auch? Ich bitte Sie!
Wieso antworten Sie mir denn nicht auf meine Fragen? Die Nörgler, die ich meine sind im Übrigen nicht Leute wie Lenz, sondern Menschen, die sich automatisch angegriffen fühlen, wenn es um das Kritisieren der bestehenden Verhältnisse geht. Im übrigen ist mir gerade aufgefallen (von wegen Automatismus und so...), dass Sie den Ausführungen chehops bedingungslos zustimmen, der schrieb: "das ist keine kritik an der notwendigkeit der emanzipation der frau - im gegenteil, wir brauchen keine teildebatte, sondern müssen das GANZE fass aufmachen! die soziale realität spitzt sich gerade sehr zu, ein gesellschaftlicher wandel wird möglich, lasst uns die chance wahrnehmen und für mehr geist und humanismus, menschenrechte auch bei uns (nicht mehr konsum) und einen umfassenden arbeitsbegriff streiten!", während Sie mir widersprechen, obwohl ich schrieb: "Ergo: Emanzipation bedeutet nicht (mehr) zwingend die Emanzipation der Frau (vom Mann), sondern vielmehr die Emanzipation des Menschen (von den Strukturen). Was ich in diesem Zusammenhang auch betonen möchte: der herrschende Arbeitsfetisch (am besten sollen ALLE 8 Stunden buckeln, sonst sind sie nix wert, weil sie keinen Mehrwert bringen) gehört abgeschafft!" Können Sie mir das erklären? |
|
|
schrieb am
23.02.2011 um 13:42
Das Lenzsche Zitat bezog sich einzig auf:
"Und wenn die ewigen Nörgler sich mit dem aktuellen Forschungsstand auseinandersetzen würden, dann wäre ihnen schnell klar, dass es sich beim Thema Emanzipation schon lange nicht mehr um Frauen allein dreht." Bleiben Sie mal hübsch bei Ihrer Behauptung und wiederlegen Sie Lenz glaubhaft. Sie werden nix finden, denn das Fass aufmachen bedeutet Ende von weiblicher Komfortzone und Berufsopferstatus. Schauen Sie nur mal was und aus welcher Richtung K. Schröder um die Ohren gehauen bekommt, wenn sie die männliche Verletzbarkeit thematisiert. Da ist Mikas "Jammerlappen"-Spruch noch das geringste. Da gilt es dicke Bretter zu bohren - nicht nur hier. |
|
|
schrieb am
23.02.2011 um 15:16
Nach wie vor beantworten Sie meine Fragen nicht. Was ist denn nun mit Ihrer Kitageschichte? Was wollten sie damit sagen?
feministische Gesellschaftskritik IST umfassender, als Sie es hier darzustellen versuchen. Stichwort: Intersektionalität - es hängt halt alles zusammen... |
|
|
schrieb am
23.02.2011 um 16:17
Wissen Sie, luca, wer mit unbewiesenen Behauptungen bzgl. Geschlechterforschung um sich wirft, der will auch andere diesbzgl. Realitäten nicht wahrhaben.
Ihre Frage ist bereits beantwortet, Sie sind nur taub dafür. |
|
|
schrieb am
23.02.2011 um 17:02
Sie sind ja tatsächlich ein Automat. Sie fühlen sich permanent angegriffen, obwohl Sie mir ja auch einfach helfen könnten, Sie besser zu verstehen. Ich finde keine Antwort auf die Frage, was Sie mit der Kitageschichte eigentlich sagen wollten. Sie sagen ich sei taub (eher blind, oder?) dafür? Dann sprechen Sie doch bitte deutlicher.
Unbewiesen (mindestens im naturwissenschaftlichem Sinn) sind in der Soziologie (wie übrigens auch in den wirtschaftswissenschaften) die meisten Theorien. Ich sagen Ihnen: es gibt viele verschiedene Strömungen und Ansätze in den Genderstudies, Sie sagen mir, das seien unbewiesene Behauptungen? ich empfehle:Regina Becker-Schmidt und Gudrun-Axeli Knapp: "feministeische Theorien zur Einführung" da steht: TheorieN...es gibt verschiedene Ansätze. oder für den historischen Überblick: Ute Gerhart: "Frauenbewegung und Feminismus. Eine Geschichte seit 1789." Mit Butler und Beauvoir brauche ich Ihnen wohl nicht zu kommen, oder? |
|
|
Schönen juten Tach, Herr Augstein.
Findet det nächste "Salönchen" wieder im kleinen Studio statt, so dass man damit rechnen kann platzbedingt nich mehr einjgelassen zu werden, um sich damenumringt mit einem Public-Viewing mittels Beamer in den Vorraum übertragen, der Selbsthilfegruppe lauschend (da fehlte eindeutig eine Anke Domscheit oder eine Nadja Uhl) zu begnügen? Da bleibe ich denn lieba gleich zu Hause. Mit aber allerhöchstfreundlichen, berlinerisch ungehaltenen Grüssen. |
|
|
Lieber man,
tja, das tut mir nun leid. Das Gorki konnte uns den großen Saal gestern nicht geben. Fand ich auch schade. Aber die hatten da ein anderes Programm. Ich bin froh, dass die Zusammenarbeit so prima funktioniert - da will ich mich über so eine Sache nicht wirklich beklagen. Nächstes Mal ist der große Saal reserviert, soweit ich weiß. Aber es ist für uns sehr schwer, das Interesse des Publikums vorauszusehen - für mich jedenfalls. Ich war überrascht, dass gestern so viele Menschen kommen wollten. Und wahrscheinlich vertue ich mich beim nächsten Thema (Broder + Mattussek zu Humor und Grauen) völlig in meiner Einschätzung. Vielleicht versuchen Sie es trotzdem noch einmal? Ihr JA |
|
|
OT, lieber Herr Augstein,
Denke Sie an die Psychologie des konstanten Gärtners. Wenn Sie die Scary little monsters zu einer Art Selbstauslegung der Begrifflicheiten Humor und Grauen bitten, kommt Grauen-Broder und Matto-Schreck heraus und der Boden wird schlüpfrig, nicht humorös. Das ist dann ein Sleepy hollow des höheren Lächelns. -Die beiden geben sich nämlich gerne Recht. Aber, Sie haben ja Selbstvertrauen und vielleicht noch einen Überraschungsgast, gesegnet mit trockenem Humor (nehmen Sie z.B. ihren Chef-Red. mit), zur Balance. LG und nicht ganz ohne Ernst Christoph Leusch |
|
|
schrieb am
22.02.2011 um 21:20
Ranbemerkung zur Gästeanzahl: Iris Radisch ist ein bekannter und hoch geschätzter Name, Bascha Mika hat ordentlich ihr Buch vorher beworben und das Thema geisterte durch die Medien, da ist es nicht so schwer abzuschätzen, dass viele kommen werden. Keine Kritik, nur eine Bemerkung.
|
|
|
Lieber Columbus,
meinen Sie, das muss schiefgehen? |
|
|
Es ist wie mit dem Clown (Blome-Augstein, Thema Berlusconi-KTvG). Der möchte vor Publikum spielen, aber nicht das Grauen in der eigenen Figur sichtbar machen.
Broder stark, Matussek eher schon abgeschwächt, neigen dazu gerne "über" das Grauen anderer zu sprechen und den Humor bei sich zu verorten, als einmal, wenigstens einmal, bei sich selbst anzufangen. Frage an Broder? Was hieße den Polemik und die Klitterung, ja, den zynischen Spott auf die eigene Person anzuwenden? Was hieße also, an der angemaßten Achse des Guten einmal den bösen Zahnkranz des Vorurteils und des Ressentiments heraus zu stellen? - Mit seiner privaten Yellow cab Fahrt durch Deutschland, ein paar Folgen würde ich mir ansehen, zur Schulung. Sein Begleiter, heute in Ägypten, wand sich auf dem Beifahrersitz mühsam hin und her und rang um passende Worte. Frage an Matussek, der den Papst verehrt, sich gebunden gibt und in der Vergangenheit gerne Bezüge zu Heine und Goethe herstellte? Wo fühlst du dich den unaufmerksam, ungerecht, unwissend und völlig humorlos und wo gingen dir die Pferde durch? Warum? Matussek mag den britischen Humor, gibt das zumindest vor. Der ist z.B. massiv antiklerikal und meist sehr selbstbezüglich, weil die Komiker ihren eigenen Lebenslauf parodieren (Fry, Hugh Laurie, The flying circus, aber auch Dramatiker machen das, z.B. Pinter, Willy Russell, "Educating Rita". Die Zynismen die aus/über die amerikanische Late night, aber auch auf dem Theaterweg z.B. Neil LaBute, The mercy seat oder Bash auch bei uns heimisch wurden, gibt es da (fast) nicht. Größte Veranstaltung mit höherem Humor und gescheitem Witz ist daher auch das Edinburgh Fringe Festival, sind die vielen Club Theater in London. Eher nicht das polemische Buch oder der polemische Anwurf in jedem erreichbaren Medien-Format. Das muss nicht schief gehen. Aber das Risiko mit beiden ist groß, denn beide tragen in Wahrheit einen ganz großen Button am Revers: Ich, ich, ich. Wenn Sie es schaffen, die beiden zu mehr Selbstaussagen zu bringen, statt sich beständig über andere auszulassen, kommt dabei was raus. Der Humor, mit dem man das gestalten kann, hilft dann das Grauen zu mildern. Das Wichtigste, ich neige ja zur Wiederholung, die beiden von deren schier unendlichen Meinungs- und Bewertungstripp anderer weg, hin zu mehr Selbstaussagen bezüglich des Themas zu bringen. Reizvoll wäre auch ein Blick nach Frankreich, wo ätzender, aber treffender Humor häufig über Musik transportiert wird. Meine Lieblinge derzeit: Philippe Katerine und Jeanne Cherhal. Das ist am Grauen entlang komisch, weil beide, mit je unterschiedlichen Mitteln die Kritik mit der eigenen Person ausdrücken. Katerine, in dem er die Leere der Populärkultur ausstellt und überdreht, Cherhal, indem sie vom Sex bis zur Verballhornung des Feminismus alles in glaubwürdigen eigenen Chansons abhandelt. Die haben immer einen selbstreflexiven Bezug. Sie machen das schon, aber es ist riskant. Vielleicht ist es deshalb auch spannend? LG C. Leusch |
|
|
Ich vergaß. Gute Gesprächspartner, die auch zu Humor und Grauen (zur Nähe der Katergorien, vor allem in der Polemik) wirklich was zu sagen hätten, wären Hagen Rether und natürlich Georg Schramm. LG C.Leusch
|
|
|
schrieb am
23.02.2011 um 08:25
Macht natürlich (Un)Sinn zwei bekannte und durchaus streitbare Namen zu ersetzen, Herr Leusch, damit nur eine kleine Menge Leutchen eintrudelt und sich bloß nicht erweitert ode rumspricht. Ich finde Herr Augstein sollte lieber in solchen Angelegenheiten einen Fachmann fragen, nichts für ungut, Herr Leusch, ein Studium in Marketing haben Sie glaube ich nicht gemacht.
|
|
|
Liebe/Lieber Milohansen,
Herr Augstein hatte gefragt. Um Marketing geht es nicht. Die beiden Vorschläge waren so gedacht, wie der, den Chefredakteur mitzunehmen. Als mögliche Balance zu den (möglichen) geladenen Gästen, nicht als Austausch. Wie gesagt, Herr Augstein kommt auch ganz allein klar. Nur, was bringt es mit Broder und Matussek über Humor und Grauen zu diskutieren, wo doch beide dazu neigen, beständig den eigenen Kommentar zum Grauen der Anderen, als humorvoll auszugeben. Nur darum ging es. Diesem Trend, er ist ja z.B. bei Matussek gar nicht durchgängig, zu durchbrechen. Schramm und Rether haben sich des Themas in ihren Produktionen häufiger angenommen. Sie wissen also was davon. Nichts liegt mir ferner, als Herrn Augstein in Marketing Fragen zu beraten, ihn überhaupt zu beraten, ihm Broder und/oder Matussek als Podiumsgäste auszureden. Liebe Grüße und Mahlzeit Christoph Leusch |
|
|
schrieb am
24.02.2011 um 21:29
Hallo Herr Leusch, das kam vermutlich schärfer als beabsichtigt. Klar, Sie haben auf Ihre Weise recht, ich auf meine. Fall geklärt. :-)
|
|
|
Frage: Was ist denn eigentlich ein selbstbestimmtes Frauenbild? Gibt es denn auch ein selbstbestimmtes Männerbild? Und wie ist das mit Gleichgeschlechtlichen? Und welche Rolle spielen Kinder bei der Selbstbestimmung? Und wie sind die Mindestanforderungen an gleichberechtigter Behandlung beim dFreitag verwirklicht?
Hätt` , bei Bedarf, noch ein paar mehrere Fragen. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
keine Versandkosten
kein Aufpreis
Einzelpreis: 3.60 €
>> bestellen