Joachim Petrick

Frag Lacher in den Bauch

07.10.2010 | 01:36

DDR- Nomenklatur, Grenzregime, ein Stockholm- Syndrom?

DDR- Nomenklatur, Grenzregime, ein Stockholm- Syndrom? 

Bin ich froh, dass ich erst jetzt in diese Geh- Denk- Hotline

„03.Oktober 1990, Tag der Deutschen Einheit“

 nach vierzig Jahren kommoder DDR- Diktatur, samt regierungskriminellen Grenzregime (1949- 1989) mit Warteschleife

„Bitte Warten!2

Sie werden geholfen,

Sie werden gleich verbunden…! Bitte Warten Sie! Sie werden……..“Sie mich auch!““

einsteige.

Nachdem ich mich in Artikeln, Kommentarleisten zum Thema

„Deutsche Einheit/Uneinheit“,

da scharf, da unscharf  herauf und herunter gelesen habe, sage ich einmal so:

„Wir sind bei diesem gigantisch allseitig traumatisierend wirkenden  

„Mauer- und Grenz- Regime Schussbefehl Spiel“ Thema

längst mit unseren Positionen verortet wie identifiziert, vernietet, vernagelt, verrammelt, mit gespitzten Ohren für den Startschuss drinnen unterwegs.

Ob wir wollen oder nicht.

Da bedarf es keiner Verbote noch Genehmigungen erfunden ausgetüftelter Spiele der vorliegenden Kennung des Mauerschützen- Egoshooter "1378 km" von der Karlsruher Hochschule, unter Leitung von Professor Peter Sloterdijk.

Einige sind, wie ich, der ich „nur“ das DDR Grenzregime als studentischer Mauerspringer von West- nach Ostberlin und zurück erlebt habe, auf unbestimmte Weise mit „Tätern“ wie „Opfern“ als scharf wie unscharf gemachte scharfzüngige Aggressoren mit „menschlichem Antlitz“ gegen mein Inneres Seelenleben identifiziert.

Wieso komme ich im Zusammenhang mit der DDR, dem Kalten Krieg der Ost- West Blöcke von 1948- 1989 mit einer Demarkationslinie mitten durch Deutschland und Gesamt-  Berlin auf das Phänomen der Identifikation mit dem Aggressor wie dieses im legendären Stockholm Syndrom beschrieben wird?

Der eine oder andere wird von diesem Stockholm Syndrom gehört haben, oder es kennen.

Bei allem Für und Wider dieses Mauerschützen- Egoshooter "1378 km" von der Karlsruher Hochschule, unter Leitung von Professor Peter Sloterdijk, ist , n. m. E., für den Verlauf des Diskurses  wichtig, dass wir nicht vergessen, es handelt sich hier um ein so genanntes
"So als ob- Spiel "
zur Auflockerung unserer Gedanken Himmel und Höllen.

Wagen wir einmal ein “So als ob Spiel“, nehmen wir einmal an, unsere „Innere DDR“ war als Ganzes, mit Land, Stadt, Fluss, Begen, Tälern, Höhen, Wäldern, Feld, Wiesen, Ackern, Industrieanlagen, Verkehrssystemen, Seen, Meer, Frau, Mann, Kind und Maus in unseren Herzen und Seelen, in Ost wie West, nah und fern,  als Geisel der Geschichte genommen.

Beginnen wir, zur mentalen Einstimmung in das

„So als ob- Spiel“

mit der Geschichte des Bankraubs mit Geiselnahme in Stockholm:

Es ging da um einen spektakulären Bankraub mit Geiselnahme im Stockholm der frühen Siebziger Jahre des Zwanzigsten Jahrhunderts.

Die Bankräuber waren aufgeflogen, hatten sich brutal Bankangestellte als Geiseln genommen und über eine Woche lang im Bankgebäude erfolgreich, Zeit gewinnend, verschanzt.

In dieser Überlebenssituation mit ständiger Drohung, Geiseln zu erschießen, kam es zu einer Identifikation der Geiseln mit den Bankräubern als Aggressoren, möglicherweise auch umgekehrt, die letztendlich der Stoff der gegenseitigen Achtsamkeit war, sowohl die Geiseln als auch die  Bankräuber, polizeilichen Verfolger/innen,  lebensrettend, in eine unspektakuläre Aufgabe der Geiselnahme zu manöverieren.

Das Phänomen der gegenseitigen Identifikation als Eingeschlossene auf engstem Raum für längere Zeit  ist, dass sowohl Gangster als Aggressoren als die  Geiseln als Opfer nicht durchgedreht, menschlich, gegenseitig achtsam,  zugewandt geblieben sind.

Die Nachbearbeitung und Auflösung dieser Traumata Erfahrung ist in der Wirklichkeit Stockholms als auch in diesem

„So als ob- Spiel“

mit der DDR als historischer Blaupause eine jeweils ganz andere Baustelle.

Wieweit diese Situation der damaligen Geiselnahme in Stockholm mit der Situation in der DDR und rundum Westberlin vergleichbar ist, überlasse ich der Lebenssituation jedes Einzelnen, jeder Gruppe in Gesellschaft, Nomenklatur hier, Elite da, Kultur, Sport, Grenzregime, Ost wie West, Bundeswehr, NVA, Wissenschaft, Hochschulen, Schulen, Kitas, Kinderläden, Bildung, Literaturbetrieb, samt Deutungshoheit eigenen Erlebens selbst.

Vergessen wie dabei nicht

“unsere Innere DDR“

macht uns, in Ost wie West, systemisch „So als ob“ betrachtet, vom Gefühl her, gleichermaßen, gedanklich zu „Eingeschlossenen“, die historisch in einem Boot sitzen, ob sie es mental wollen oder nicht.

Wichtig ist mir dabei dem gefdühl  Identifikation mit dem Aggressor nachzugehen, wie umgekehrt der möglicherweise partiellen Identifikation der Aggressoren mit dem potentiellen Opfer in gemeinsam erlebten, durchstandenen  Gefahrenlagen der Geschichte situativ nachzuspüren..

Um mit diesem ganzen heillosen Thema umzugehen, mich differenziert klar in einen unwägbaren Diskurs zu begeben, bedarf ich hier, wie es mir scheinen will,  auch viele andere, der gegenseitigen Psychologie der Achtsamkeit, die mich selber von mokant überschießenden Einsätzen wie Ausflüchten bewahrt

Übrigens predigt und empfiehlt Peter Sloterdijk, wenn auch eher beiläufig,  die Psychologie der Achtsamkeit im gegenseitigen Umgang als Begleitprogramm seiner „Kommunikativen Spielchen des „So als ob““.

Was auch immer diesem

„Mauerschützen- Egoshooter "1378 km"

vorzuhalten ist,

eines bietet dieses Kommunikationsspiel an Vermittlung von Geschichte, was andere Spiele weder leisten noch nicht bieten wollen, dass der Mauerschützen- Protagonist im Jahre 2000 nicht als gedungen mucksmäuschenstiller Söldner, SED- Parteisoldat, der nur auf den Schießbefehl gehandelt habe, steht, sondern sich als ein eigenverantwortlicher Citoyen, selbsttätig, das Recht in seiner persönlichen Geschichte suchend, ungeladen, störend, wie ein

„So als ob“ Michael Kohlhaas,

vor Gericht einfindet, auf dass ein Urteil über ihn und Seinesgleichen nach DDR- Recht und Gesetz vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag  gefällt werde.

 JP

Siehe dazu:

 

Stockholm Syndrom

de.wikipedia.org/wiki/Stockholm-Syndrom

Stockholm-Syndrom

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche

Unter dem Stockholm-Syndrom versteht man ein psychologisches Phänomen, bei dem Opfer von Geiselnahmen ein positives emotionales Verhältnis zu ihren Entführern aufbauen. Dies kann dazu führen, dass das Opfer mit den Tätern sympathisiert und mit ihnen kooperiert.

www.freitag.de/alltag/1039-reflexhafte-empoerung

Mauerschützen-Spiel | 01.10.2010 18:00 | Benjamin von Brackel

Scharf geschossen Der Mauerschützen-Egoshooter "1378 km" wird nach Protesten nun nicht zum 3. Oktober veröffentlicht. Bei aller Empörung geht das eigentliche Anliegen des Spiels aber unter

 
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Kommentare
Joachim Petrick schrieb am 07.10.2010 um 01:57
Siehe dazu:

Stockholm Syndrom

de.wikipedia.org/wiki/Stockholm-Syndrom
Stockholm-Syndrom

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche

Unter dem Stockholm-Syndrom versteht man ein psychologisches Phänomen, bei dem Opfer von Geiselnahmen ein positives emotionales Verhältnis zu ihren Entführern aufbauen. Dies kann dazu führen, dass das Opfer mit den Tätern sympathisiert und mit ihnen kooperiert.

www.freitag.de/alltag/1039-reflexhafte-empoerung

Mauerschützen-Spiel | 01.10.2010 18:00 | Benjamin von Brackel

Scharf geschossen Der Mauerschützen-Egoshooter "1378 km" wird nach Protesten nun nicht zum 3. Oktober veröffentlicht. Bei aller Empörung geht das eigentliche Anliegen des Spiels aber unter
Deaktivierter Nutzer schrieb am 07.10.2010 um 02:00
"Was auch immer diesem „Mauerschützen- Egoshooter "1378 km" vorzuhalten ist, eines bietet dieses Kommunikationsspiel an Vermittlung von Geschichte, was andere Speiel nicht bieten, dass der Mauerschützen- Protagonist im Jahre 2000 nicht als gedungen mucksmäuschenstiller Söldner, SED- Parteisoldat, der nur auf den Schießbefehl gehandelt habe, steht, sondern sich ein eigenverantwortlicher Citoyen, selbsttätig, das Recht in seiner persönlichen Geschichte suchend, ungeladen, störend, wie ein Michael Kohlhaas, vor Gericht einfindet, auf dass ein Urteil über ihn und Seinesgleichen nach DDR- Recht und Gesetz vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag gefällt werde."

Mit Ballerei kann man das nicht vermitteln!
Dazu muß ich Ihnen außerdem sagen, Befehlsverweigerung in der NVA, speziell in den Grenztruppen war nicht so einfach, wie in der BW. So war man da nicht Citoyen.
Joachim Petrick schrieb am 07.10.2010 um 02:08
@gill bost

"So war man da nicht Citoyen."

Wohl auf bestürzende Weise damals in der NVA nur innerlich wahr und bergend für eine andere Zeit aufbewahrend möglich..

Ich meine ja die Zeit des Citoyen danach, nach der Wende.1989/90.
Was wäre, was wird passieren, wenn Tausende von ehemaligen DDR- Grenzsoldaten/innen sich aufsuchend Gerichten stellen, um klärend von der Geschichte vernommen, wie auch immer "erlösend", ein Urteil zu erfahren?

tschüss
JP
Joachim Petrick schrieb am 07.10.2010 um 02:12
Wieso kommen Sie darauf, dass es hier um Befehlsverweigerung ginge?
Deaktivierter Nutzer schrieb am 07.10.2010 um 02:16
"der nur auf den Schießbefehl gehandelt habe"
Joachim Petrick schrieb am 07.10.2010 um 08:13
Danke für die Klarstellung.

Ich meine damit, anders als Söldner, Parteisoldaten, nicht auf den Schießbefehl zu insistieren, sondern Entscheidungen zum Schießen, mit allen menschlichen und rechtlichen Konsequenzen, als eigene Entscheidung zu sehen und zur Beurteilung zu stellen.

tschüss
JP.
Joachim Petrick schrieb am 07.10.2010 um 14:45
Bei allem Für und Wider dieses Mauerschützen- Egoshooter "1378 km" von der Karlsruher Hochschule, unter Leitung von Professor Peter Sloterdijk.ist , n. m.E. wichtig, dass wir nicht vergessen, es handelt sich hier um ein so genanntes
"So als ob" "Spiel "
zur Auflockerung unserer Gedanken Himmel und Höllen.

tschüss
JP
Magda schrieb am 07.10.2010 um 10:06
Joachim Petrick schrieb am 07.10.2010 um 11:57
Danke
Joachim Petrick schrieb am 07.10.2010 um 18:00
bin denn mal zum Magda Blog rüber:

"
[ comments 1 ]
Magda schrieb am 07.10.2010 um 10:06
www.freitag.de/community/blogs/magda/mauerbau-und-stockholmsyndrom

Meine Antwort findest Du hier.
"

Bis später,
falls ich nicht von Magda in
"So als Ob- Spiel- Meinungs- Schutzhaft" genommen werde hier auf Erde
apatit schrieb am 07.10.2010 um 19:17
JP, was ist denn mit Ihnen heute los, ich wollte nur sagen, bei mir gib es heute Soljanka, damit ich den 07.Oktober nicht vergesse - schön rot und scharf. Dazu gib es eine Moskau- Mulle. Ich rühre die Suppe trotzdem nicht mit einer Kalaschnikow um, ein Kochlöffel aus Holz tut`s auch!
Da habe ich eben ein Stockholmküchensyndrom.
Joachim Petrick schrieb am 07.10.2010 um 19:31
apatit
ich tu mal so als ob im FC Magda Spiel

Ihr Vorschlag plus nachschlagender Einladung ist ja köstlich östlich.
Ich bringe noch alte Leningrader Kekse, samt Stulle, weste als Friedensware aus grauer Vorzeltzeit zum heutigen 7. Oktober mit.

Den Dolch lasse ich Molch nicht im Gewande sondern zuhause.
Ich bin schon beim Helsinki- Osloküchensyndrom.
Bis dananodann
tschüss
JP
Joachim Petrick schrieb am 07.10.2010 um 20:18
Hallo apatit

Ich frage Sie mal was:

"Gibt es einen Alleinvertretungsanspruch der DDR durch deren ehemalige Bürger/innen?,
oder ist die DDR eine real- existierende, wie real- untergegangene Kopfgeburt aller Deutschen, aller Europäer?"

tschüss
JP
Magda schrieb am 07.10.2010 um 21:54
"Gibt es einen Alleinvertretungsanspruch der DDR durch deren ehemalige Bürger/innen?,
oder ist die DDR eine real- existierende, wie real- untergegangene Kopfgeburt aller Deutschen, aller Europäer?"

Ging zwar nicht an mich, aber ich antworte trotzdem: Die DDR ist inzwischen eine Metapher für jede Sorte Elend und ein Ersatzteillager für alle Arten von Ödnis auf der Welt. Wer DDR sagt, weiß, was er meint, nur die DDR-Bürger meinen immer ein bisschen was unterschiedliches.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 07.10.2010 um 22:06
"Die DDR ist inzwischen eine Metapher für jede Sorte Elend und ein Ersatzteillager für alle Arten von Ödnis auf der Welt. Wer DDR sagt, weiß, was er meint, nur die DDR-Bürger meinen immer ein bisschen was unterschiedliches."

... ein bißchen?

Der wohl krasseste Streitpunkt besteht ja wohl in der Frage, ob man geschehenes Unrecht bis hin zu Mord in Kauf zu nehmen hätte, wenns denn sozial "gleich" zuginge, - was ja bei detaillierter Betrachtung genauso falsch ist. Und damit ist sicher nicht das bissel Wandlitz gemeint, da muß man beim Anblick von Bellevue ja lachen.

Die "DDR-Bürger" ist ja eine zudem schlechte Zusammenfassung, denn nicht jeder wollte einer sein. Sich da subsummieren zu lassen, kann auch eine Härte sein.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 07.10.2010 um 22:09
JP:

Wenn Sie nach Erfahrungen fragen, dann sicher doch wohl - woher sollte ein Altbundesländerer das bewerten.
Ganz unten vertrete ich jedoch die Auffassung, daß nicht jeder DDR-Bürger sich auch so betrachtet haben möchte.
Mithin, die zunehmende Dominanz des Begriffs in Linksparteikreisen als Legitimierungskatalysator ideologischer Betonpfeiler, um als "ausgenutzt" und "entrechtet" zu gelten (Zusammenhalt stimulieren) läßt die Regimekritiker (auch von damals) sich davon mehr und mehr fernhalten.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 07.10.2010 um 22:14
subsumieren freilich, ...
Joachim Petrick schrieb am 08.10.2010 um 00:50
Magda,
ich finde es menschlich, wie kollegial enttäuschend, dass Du mir, nach all den Artikeln, die ich allein hier in der FC zur DDR geschrieben habe, die Du an vielen Stellen in den Kommentarleisten kritisch wie zustimmend begleitet hast, dass Du mir, ohne für mich erkennbare Not, wo es um ein ganz anderes Thema geht, so ausweichend, wie rabulistisch allgemein dunkel ungreifbar kommst.

„Die DDR ist inzwischen eine Metapher für jede Sorte Elend und ein Ersatzteillager für alle Arten von Ödnis auf der Welt. Wer DDR sagt, weiß, was er meint, nur die DDR-Bürger meinen immer ein bisschen was unterschiedliches“

Versuch doch einfach einmal eine Frage, schlicht und ergreifend, zu beantworten, wenn Du Dich dieser scheinbar zu stellen geneigt bist:

„"Gibt es einen Alleinvertretungsanspruch der DDR durch deren ehemalige Bürger/innen?,
oder ist die DDR eine real- existierende, wie real- untergegangene Kopfgeburt aller Deutschen, aller Europäer?"

Die DDR hatte als Projekt für viele Menschen in der Welt, voran bei vielen Exilanten, Immigranten nach 1945 eine große Strahlkraft, die sich bis in Bücher, Lieder, Balladen, fortgesetzt auf Heranwachsende, wie mich in Hamburg, ansteckend bis zum Mauerbau 1961 und danach bis 1989/90 ausgewirkt hat.

Lesungen von Stephan Hermlin, Christa Wolf, Stefan Heym, sogar Hermann Kant als Erster DDR- Literaturbetriebsekretär (DDR- Schriftstelleverband), Bettina Wegner, Jurek Becker, Wolf Bermann nach seine DDR- Ausbürgerung 1976 in unseliger Faschisten Praxis u. u. habe ich immer, in Hamburg angeregt zustimmend wie kritisch beigewohnt, in den meisten Fällen als Bereicherung empfunden.

Umso mehr war es für mich ein harter Brocken, der in Teilen, wie eine Kränkung in mir rumort, dass die Nomenklatur der DDR, sehenden Auges, erst die DDR- Wirtschaft, durch überbordende Kreditaufnahme an den Internationalen Finanzmärkten, sich dramatisch staatsverschuldend, als Homeland billiger Zubringer Arbeitskräfte der westdeutschen Exportwirtschaft per Lohndumping, zur Stelle war, sich so sang- und klanglos aus dem Staube gemacht hat und nicht einmal danach in Büchern eine Aufarbeitung von Bestand bis heutee vorgelegt hat?
Da mag es Gründe geben, die sich mir biher entziehen und vielleicht mit gesamtdeutschen Seilschaften in Parteien, Kirchen, Verbänden, Gewerkschaften, Stiftungen, über alle trennenden Mauern, Grenzen von 1949- 89, weiter verschworen und verrammelt wirkend, in den versiegelten Archiven schlummern?

Ich meine deshalb, die DDR gehört uns heute als das deutsche „
So als ob- Spiel“ allen gemeinsam.
Die reale DDR wie die schwärmerisch auf Weltjugendfestspielen wie 1973 erträumte DDR gibt es nicht mehr.

Es gibt keinen Alleinvertretungsanspruch ehemaliger DDR- Bürger/innen, Bewohner/innen, wenn es um die DDR geht.
Jeder, der an der DDR, in der Welt interessiert war und ist, hat seine eigne “Innere DDR“ mit all ihren Lockrufen, Verführungen, Elan wie Entsagungen, Versagungen, Enttäuschungen, Zumutungen, Kränkungen, Herabsetzungen in Hirn und Gedärm.

Die Wut über den Verlust der DDR, die Kränkungen durch die DDR, mag ein richtiger Weg zur Trauer über ihre Abwesenheit sein.
Ekel- Anfälle und Kotz- Ausbrüche, wie Du sie nahe legst, sind keine richtigen Wege, denke ich,
Die lenken nur vom Großen Gefühl der Verlassenheit, des Übriggebliebenseins, der Trauer ab.

tschüss
Jochen
Joachim Petrick schrieb am 08.10.2010 um 02:52
@gill bost

Was mich immer wiedr bestürzt, wie sich DDR- Intellektuelle, darunter sogar Stefan Heym, und deren Freund/innen in Westdeutschland, ffür mich ohne erkennbare Not, schützend vor die UdSSR gestellt haben wenn es um das dortige verbrecherische GULAG- Lager System ging und dieses in hochherzige Arbeitslager mit resozialisierendem Ausbildungs- und Bildungsanspruch umdeuteten.

Das ist bis heute so ein dunkles Energie- Loch, dass sich selbst eine so engagierte Frau wie Sarah Wagenknecht, angesichts der endlich durch das französische Rotbuch veröffentlichte, nicht zu widerlegenden Datenmaterial über Verbrechen im sowjetischen Namen in Europa und andernorts in der Welt in Gegenwart von Gerhard Zwerenz in Hamburg barmbek( 1996?) dazu verstieg, zu behaupten, die Kommunisten hätten es immer schwerer mit den Verbrechen als die Kapitalisten gehabt, die könnten offen Vebrechen begehen. Deshalb hätten sie die Kommunisten/innen solange ihre Verbrechen geheim halten müssen.

Jahre später hat Sarah Wagenknecht, diese unerträgliche Behauptung, von mir nochmals angesprochen, immerhin als grundlegende Fehleinschätzung eingeräumt.
Historisch Politisch befreiende Aufarbeitung, um neue Kräfte für sich persönlich und in der Breite zu mobilisieren, klingt anders.

Tschüss
JP
Titta schrieb am 08.10.2010 um 22:08
@wördmaster JP

"Die Wut über den Verlust der DDR, die Kränkungen durch die DDR, mag ein richtiger Weg zur Trauer über ihre Abwesenheit sein.
Ekel- Anfälle und Kotz- Ausbrüche, wie Du sie nahe legst, sind keine richtigen Wege, denke ich,
Die lenken nur vom Großen Gefühl der Verlassenheit, des Übriggebliebenseins, der Trauer ab."

Ich denke, damit sprichst du einen sehr wichtigen Aspekt an. Trauer muß durchlitten werden, beim Abkotzen bleibt wenigstens die Illusion, aktiv handeln zu können.
Joachim Petrick schrieb am 08.10.2010 um 23:53
Liebe Titta,

"....beim Abkotzen bleibt wenigstens die Illusion, aktiv handeln zu können."

Meinst Du das mit Illusion?:
"im erwünschten oder nicht erwünschten Sinne?"

tschüss
Jochen
Magda schrieb am 11.10.2010 um 13:22
@ Joachim Petrick - Ich soll eine Frage beantworten, "Gibt es einen Alleinvertretungsanspruch der DDR durch deren ehemalige Bürger/innen?,
Nein

oder ist die DDR eine real- existierende, wie real- untergegangene Kopfgeburt aller Deutschen, aller Europäer?"
Ja und das ist ziemlich furchtbar.

Und was hast Du jetzt davon? Nix. :-))
Joachim Petrick schrieb am 12.10.2010 um 01:40
@Magda

"oder ist die DDR eine real- existierende, wie real- untergegangene Kopfgeburt aller Deutschen, aller Europäer?"
Ja und das ist ziemlich furchtbar. "

Das sehe ich auch so und deshalb kam ich auf diesen Blog.zum Thema (s. o.)

Danke
Joachim Petrick schrieb am 12.10.2010 um 01:54
@SiebzehnterJuni

„sie versucht sich an westdeutschen Dingen - 68er - und jeder merkt sofort - es ist angelesen, angelernt, nie erlebt!!!“

meinten Sie mit sie das so?:

Sie (Magda?, mich?)
„sie versucht/versuche sich an westdeutschen Dingen - 68er - und jeder merkt sofort - es ist angelesen, angelernt, nie erlebt!!!“

Sind Ihnen ledeprozesseso fern, dass Sie so was schreiben?

Ich lese übrigens keine Bücher, Zeitungen, ich lese nur mich, Bücher, Zeitungen helfen mir dabei.

Ihnen geht das mit dem Lesen vermutlich ebenso?

Warum fallen Sie jetzt auch noch von der DDR Lesekultur ab?
SiebzehnterJuni schrieb am 12.10.2010 um 20:46
@ Joachim Petrick

ich meinte mit "sie" ->> Merkel!!!

Habe mich wohl irgendwie nicht richtig ausgedrückt!!
SiebzehnterJuni schrieb am 12.10.2010 um 20:50
@siebzehnter Juni!!!

Wie kann das sein, das Ganze Zeugs ist bis auf den letzten Absatz nicht von mir!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Hallo FreitagsModeration!!!!!!!

Bitte um Aufklärung!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

wie kann ein Text untermeinem Namen eigestellt werden der nicht von mir ist!!!
SiebzehnterJuni schrieb am 12.10.2010 um 20:55
@siebzehnter Juni 11.10.2010 10:48

".....Lieber Jochen, ich glaube doch, dass es diesen "Alleinvertretungsanspruch" gibt! Wo die Menschen in der DDR auch immer politisch angesiedelt waren, sie haben diese Gesellschaft, dieses System von Geburt an erlebt und dies kann man als Westdeutscher nicht nacherleben.
Allein die Kitas, die Schulen, die Betriebe, der gesamte Alltag kann durch noch so viele Bücher nicht nacherlebt werden.
Das Gegenteil erlebt man doch immer wieder bei Merkel:

sie versucht sich an westdeutschen Dingen - 68er - und jeder merkt sofort - es ist angelesen, angelernt, nie erlebt!!!...."

Nurf dieser Text stammt von mir!!!!!
Joachim Petrick schrieb am 13.10.2010 um 01:36
@ SiebzehnterJuni

Danke fürDeine bedenkenswert einfühlsamme Einlassung.

Es gab allerdings auch System Hopper, Pendler zwischen Ost und West, Übesiedler, Rückkehrer, Mauerspringer wie mich
Joachim Petrick schrieb am 14.10.2010 um 00:27
@Deaktivierter Nutzer

"Wenn Sie nach Erfahrungen fragen, dann sicher doch wohl - woher sollte ein Altbundesländerer das bewerten."?

Danke für die Frage.

Ich sach ma:

Die DDR war von Anfang an eine West- Kopfgeburt und ist es bis heute im kollektiven Unterbewußtsein der Deutschen geblieben.

Damit das keiner merkt ,
wird die DDR als
"kommunistische Gefahr"
geschimpft kommuniziert
Joachim Petrick schrieb am 08.10.2010 um 23:51
Liebe Magda,
Du schreibst, siehe:
"www.freitag.de/community/blogs/magda/mauerbau-und-stockholmsyndrom "

:
"Lieber Joachim Petrick,

Du hast hier in diesem Beitrag das Stockholm Syndrom erwähnt. Mit dieser Einordnung machst Du alle DDR-Bürger zu kleinen Opfern. Danke dafür. Sehr weise und hochnäsig. Wie sehr mir das alles zum Hals raushängt habe ich schon niedergelegt. "

Deutlicher als mit Deinen Worten ist das Stockholm- Syndrom in seiner heillosen Wirkung nicht zu demonstrieren, indem Du in einer Innensicht verharrst, unterscheidest Du weder Täter noch Opfer voneinander, sondern erlebst Täter wie Opfer gleichmaßen von Dritter Seite als Opfer, nämlich von der Außensicht derer, die die Geiselnahme beenden wollen und schlussendlich durch eine Kooperation aller Seiten beenden.

Nachdem die Geiselnahme der Bankräuber in Stockholm bendet war, gab es selbstverständlich den Unterschied zwischen Tätern und Opfern, auch wenn das von einigen traumatisierten Opfern erst langsam, wenn überhaupt, im Nachherein richtig realisert wurde.

Nach meiner Einschätzung wirfst Du mir etwas vor, was das Stockholm- Syndrom nicht hergibt, aber offensichtlich in Deinem Kopf weiter spukt.

Es geht hier nicht um Stigmatisierungen, sondern um ein kKommunikations- "So als ob- Spiel", das nicht nur auf die DDR, sondern auf viele gesellschaftliche und familäre Verhältnisse, Gefahrenlagen, Kriege, Krisen, Katastrophen, systemisch anzuwenden ist.

tschüss
Jochen
Joachim Petrick schrieb am 09.10.2010 um 12:00
Will sagen, die DDR ist erst durch ihre Auflösung zum nicht mehr wegzudenkenden gesellschaftlichen Subjekt der Menschheitsgeschichte geworden, was sie vorher so für viele Bürger/innen innerhalb und außerhalb der DDR nicht zu sein schien.

Deshalb eignet sich die DDR n. m. E. auch in besonderer Weise, wie kein mir bekanntes Gesellschaftsmodell sonst, sie auf ein Stockholm- Syndrom ihrer Bürger/innen hin wertzuschätzend zu untersuchen,

JP
Uwe Theel schrieb am 10.10.2010 um 18:39
@ Joachim Petrick am 09.10.2010 um 12:00

Hallo Joachim,

1) abgesehen, davon, dass es an der geschichte mindestens Europas seit 1945 total vorbeigeht, zu behaupten, die DDR sei erst mit Ihrem Verschwinden (welche Logik!!!) zum "nicht mehr wegzudenkenden gesellschaftlichen Subjekt" geworden, kann ein Staat allenfalls staatliches/völkerrechtliches, aber niemals gesellschaftliches Subjekt werden und ein untergegangener Staat wäre nicht einmal mehr dieses.

Sprächest Du von der Identifizierung von Menschen (=Staatsbürgern) mit diesem Staat, so könnte die heute allenfalls noch bewußtseinsmäßig, ideell bestehen, kann nicht mehr auf Realität sich beziehen und wäre eine völlig Andere, als die zu DDR-Zeiten.

2) Du schreibst, sorry, dann ziemlich verschwurbelt weiter:

"Deshalb eignet sich die DDR n. m. E. auch in besonderer Weise, wie kein mir bekanntes Gesellschaftsmodell sonst, sie auf ein Stockholm- Syndrom ihrer Bürger/innen hin wertzuschätzend zu untersuchen"

aber wieder erklärst Du nicht konkret, was Du damit meinst, ich verstehe da gar nix. Ich habe u. hier im Thread in meinem Kommentar vom 09.10.2010 um 21:59 Uhr versucht hinter Deine Gedanken zu kommen, bzw. eine tragfäigere Fragestellung anzubahnen.

Kannst Du Dich noch ein wenig klarer erklären?

- Wie "funktionierte" das Stockholmsyndrom im Falle der DDR genau?

- Wie ist der "Bewußtseinswandel" von dem du sprachst beschaffen, welche Gründe hat er?

- Was ist die "besondere" Weise mit der er zu betrachten wäre?

- Was heist "wertzuschätzende Untersuchung auf ein (??? gibt es mehrere ???) Stockholm- Syndrom ihrer (=der DDR ihrer) Bürger/innen"?

mfg
ut
Joachim Petrick schrieb am 10.10.2010 um 23:51
Hallo ut,

„1) abgesehen, davon, dass es an der geschichte mindestens Europas seit 1945 total vorbeigeht, zu behaupten, die DDR sei erst mit Ihrem Verschwinden (welche Logik!!!) zum "nicht mehr wegzudenkenden gesellschaftlichen Subjekt" geworden, kann ein Staat allenfalls staatliches/völkerrechtliches, aber niemals gesellschaftliches Subjekt werden und ein untergegangener Staat wäre nicht einmal mehr dieses“

Das bietest Du in diesem
„So als ob- Spiel“ „Stockholm- Syndrom“

ich biete die DDR nicht nur in diesem Spiel (s. o) als überaus hoch emotionalisiertes Erleben auf den Bewusstseinsschienen der Hirnrinden in den Köpfen von Millionen und Aber Millionen Menschen, die medial unter Dauerfeuer stehend, miteinander kommunizieren. (s. u. meinen Kommentar an rr ).

Es geht also nicht um historische Realitäten, sondern um Mediale „Spiele“,
Manipulationen, die sich nicht als solche Spiele, Manipulationen zu erkennen gebend, sich krankmachend über die historische Realität in den Köpfen der Menschen zu stülpen versuchen!?


"Deshalb eignet sich die DDR n. m. E. auch in besonderer Weise, wie kein mir bekanntes Gesellschaftsmodell sonst, sie auf ein Stockholm- Syndrom ihrer Bürger/innen hin wertzuschätzend zu untersuchen"

Was ist an dem obigen Satz „verschwurbelt“, übrigens ein Lieblingswort von Wener Schulz (anlässlich der Begründung der vorgezogenen Auflösung des Deutschen Bundestages durch Bundeskanzler Gerhard Schröder 2005) .
Das der Satz erklrärungsbedürftig sein kann, ergibt sich erst aus Fragen und Antworten.

Die Befassung mit dem „Stockholm- Syndrom“ ergibt sich für mich dadurch, dass dieses, ohne als solches erkennbar, diekt beworben zu sein, zu sein, seit Jahrzehnten im Umgang mit der Bedeutung der Geschichte der DDR, den Lebensläufen ihrer Bürger/innen, Bewohner/innen seit 1949, medial und politisch zu Diensten, wirksam ist.

Tschüss
JP
Deaktivierter Nutzer schrieb am 10.10.2010 um 23:57
"seit Jahrzehnten im Umgang mit der Bedeutung der Geschichte der DDR, den Lebensläufen ihrer Bürger/innen, Bewohner/innen seit 1949, medial und politisch zu Diensten, wirksam ist."

Wer thematisiert das aber im öffentlichen Raum? Ist das, Herr JP, wirklich die bgl. Presse?

Muß man denn ständig, ob gescholten oder über den grünen Klee gelobt, DDR-Bürger sein? Ich bin es leid, einer Volksgruppe zugerechnet zu werden, mit der mich nichts verbindet, was ich nicht als dafür sinnvoll erachte.
DDR-Bürger werden wie Trolle behandelt.
Mal süß, mal eklig, mal gebrauchsfähig.
Selbts von DDR-Bürgern.
Joachim Petrick schrieb am 11.10.2010 um 00:45
@gill bost

"Wer thematisiert das aber im öffentlichen Raum? Ist das, Herr JP, wirklich die bgl. Presse?"

u. a. gerade jetzt durch Sie, weil Sie sich selbst in diesem "So als ob- Spiel" verweigern, sich in DDR- Bürger/innen mit einem Rollenhut einzufühlen, damit sie diesen Hut nach dem Spiel abnehmend, befreit von ihren DDR- Medien Bildern im Hirn, einfach ruhig von dannen ziehen!?, od ungefärh,

tschüss
JP
Uwe Theel schrieb am 09.10.2010 um 21:59
Ich habe mir jetzt sowohl Joachim Petricks, als auch Magdas Blog mit allen Kommentaren durch gelesen und in beiden jede Menge Gesprächsstoff gefunden, nur keine Diskussion zum Thema „Mauerbau und Stockholmsyndrom“, noch konnte ich erkennen, daß beide Blogger sich mit der Sinnhaftigkeit der Fragestellung ernsthaft auseinandergesetzt hätten

Wen diese Thema Sinn machen soll, dann kann damit ja nur gemeint sein, daß die Regierung der DDR, d.h. die SED, die eigenen Bevölkerung in Geiselhaft genommen habe, um damit ein Lösegeld zu erpressen.

Ich finde die These etwas gewagt, aber wenn Sie stimmte, dann bräuchte sich Magda nicht aufzuregen, daß JP die DDR-Bevölkerung mehrheitlich zu „ kleinen (?) Opfern“ gemacht hätte, aber leider hat Sie ihren eigenen Gedanken, ihre Aufregung darüber hier nicht weiter diskutiert.

Also versuche ich Joachims These ein wenig auf Tragfähigkeit abzuklopfen:

Die o.a. Geiselnahme scheint auf den ersten Blick plausibel, von wem damit aber ein Lösegeld erpresst werden soll wird bei Joachim, oder auch sonst nirgendwo klar. Es bieten Sich zwei Kandidaten an: 1) die BRD, 2: die Bevölkerung der DDR selbst.

Die BRD war so nicht erpressbar, da dem Adenauerstaat und auch noch Adenauers Nachfolgernn bis zu Willy Brandt die DDR, d.h. ihre Bevölkerung nur als Manövriermasse nicht aber als wirkliches Ziel einer gesamtdeutschen Politik galt; Priorität hatte die Westbindung und das Florieren der „Sozialen Marktwirtschaft“

Bleibt die Möglichkeit 2), die aberwitzig klingt: Wenn mir aber eine Mehrheit ehemaliger DDR-Bürger vor 1980 erzählt hätte, ja wir fühlten uns als Geisel unserer Regierung, denen wir das Lösegeldzahlen sollten und mußten und es taten, da wir nicht massenhaft ausbrachen oder einen Revolution machten, dann müßte ich das wohl glauben.

Dann würde ich glauben müssen, daß die DDR-Bürger sich aufgrund des Nichtausreisenkönnen, bzw. aller Vorenthaltungen von demokratischen Rechten, die realiter existierten bei Zuwiderhandlung vom Tode bedroht sahen und da sie ihre Lage nicht selbst ändern konnten, sich mit der Partei (dem Aggressor) identifizierten, um ertragen zu können, daß Sie sich nicht selbst helfen konnten, bzw. die Politik der DDR-Führung als unvermeidbar betrachteten. Gleichzeitig müßte ich davon ausgehen, daß die gemeinsame Bedrohung, der sich DDR und DDR-Bevölkerung ausgesetzt sahen – eine notwendige Komponente beim Stockholmsyndrom der Kapitalismus (des Westens) gewesen wäre.

Wie gesagt, all dies müßte von einer Mehrheit der DDR-Bevölkerung testiert werden, die die DDR vor ca. 1980 erlebt haben.

Also lieber Joachim, wie hast Du es denn gemeint, wie hat Magda es verstanden?

Hier noch ein wenig Gedankenfutter:

Die Tatsche, daß sich die DDR-Bevölkerung in Fraktion der Bürgerbewegung 1989 dann doch zu dem formierte, was man dann als „erste Deutsche Revolution“ bezeichnet, wir zusätzlich dadurch interessant, daß die „(Geisel)Befreiung“, also die „Vereinigung“ von 1990, bis heute keine wirkliche den der Köpfen und Herzen ist, weil der Osten weiter seine Frieden mit dem Kapitalismus hält, den er 1990 schloß als er Kohl wählte, einen Kapitalismus, den er 1989/90 offensichtlich mehr wollte als alles andere und der Westen seinem seit spätestens 1933 als offizielle Politik serviert bekommenen und verinnerlicht habenden kruden Antikommunismus nicht den Krieg erklärt.

Kay Kloetzer hat im Blog „Scharf geschossen“ die These aufgestellt, daß da in der DDR seit 1945 „noch etwas schlummere“ an revolutionärem Potential, dem gegenüber das 1989 feigewordene nur „ein fliegenschiss“ gewesen sei.

Ab jetzt, d.h. jenseits von einem tatsächlichen oder nur spintisierten Stockholmsyndrom in der DDR, wird die Diskussion erst wirklich interessant.

P.S.: auch in Magdas Blog eingestellt
Joachim Petrick schrieb am 11.10.2010 um 00:39
Hallo ut,

„Ich habe mir jetzt sowohl Joachim Petricks, als auch Magdas Blog mit allen Kommentaren durch gelesen und in beiden jede Menge Gesprächsstoff gefunden, nur keine Diskussion zum Thema „Mauerbau und Stockholmsyndrom“, noch konnte ich erkennen, daß beide Blogger sich mit der Sinnhaftigkeit der Fragestellung ernsthaft auseinandergesetzt hätten“

Vorab schon einmal Danke für den munter freimütigen Zugriff auf das eigentliche Thema, was scheinbar(s. Kommentarleisten) nicht selbstverständlich ist..

„Wen diese Thema Sinn machen soll, dann kann damit ja nur gemeint sein, daß die Regierung der DDR, d.h. die SED, die eigenen Bevölkerung in Geiselhaft genommen habe, um damit ein Lösegeld zu erpressen.“

Rudi Dutschke würde sagen, sowohl das Politbüro, die SED, samt Blocklöten Parteien, die Nomenklatur, der Kultur- , Sport- , Wissenschafts-, Literatur- , Offiziersbetrieb
( siehe bei Sascha Anderson www.freitag.de/community/blogs/joachim-petrick/sascha-anderson-vom-im-schrumpfen-ins-grosse-und-ganze

05.10.2010 | 01:49
„Sascha Anderson“, vom grandiosen "IM" Schrumpfen ins Große und Ganze
zeitgeschichte
„Sascha Anderson“,
vom "IM" Schrumpfen unserer Deutschen Deutungs- Prosa ins Unbedeutende des unkenntlich Große und Ganze.
)
war in Geiselhaft (1945- 89) der asiatischen Despotie sowjetischer Prägung mit massiver Unterstützung, Assistenz der Helfershelfer des weltweit vagabundierenden Kapitals…...

Es liegt in der Natur von
„So als ob- Spielen“ der Art eines „Stockholm- Syndroms“ , dass diese niemals Wirklichkeiten hervorbringen, sondern das, was sie sind, Spiele der Medien, die uns Trugbilder als Realitäten zu vermarkten gedenken, die historisch noch nicht einmal aus zweiter Hand sind.

„Wie gesagt, all dies müßte von einer Mehrheit der DDR-Bevölkerung testiert werden, die die DDR vor ca. 1980 erlebt haben.“

Interessante Überlegung,
aber bei diesem
„So als ob- Spiel“
kann auf die DDR als medial abrufbar, implantierte Gedankengebäude Komplex Repräsentanzen in den Köpfen der Menschen in ost, West, Nord, Süd gleichermaßen und ganz unterschiedlich zurückgegriffen werden, egal, wo sie wohnen, wohnten oder zu wohnen gedenken.

N. m. E. haben erst Perestroika und Glasnost, urbi et orbi et gorbi, wenn überhaupt, real dieses Gefühl der aufgedeckten, entlarvten wie von „Freunden/innen“ umzingelten Eingeschlossenheit der DDR- Gesellschaft, samt dem Gefühl verstärkt, wie es bei den Bankräubern in Stockholm nachzuweisen war, dass es nur ohne Beute ein Entkommen für die Bankräuber, die DDR- Nomenklatur unter der Voraussetzung der Übergabe unversehrter Geiseln gab.

tschüss
JP
Uwe Theel schrieb am 11.10.2010 um 00:54
@ Joachim Petrick schrieb am 11.10.2010 um 00:39

Entschuldigung lieber Joachim, aber diesmal verstehe ich wirklich nur noch Bahnhof:

Was Hat Rudi Dutschkes Imperialismustheorie, seine Kritik des Leninismus zu tun mit dem Gelegenheitslyriker und IM Sascha Anderson und dessen gesamtdeutschen "Visionen" (Dein Blog zu Anderson, auf den Du verweist, ist kryptischer als ein persischer Grabstein mit Keilschrift, falls es sowas gab und hat keinerlei Besucher gehabt bisher!)?

Und was hat das Ganze mit Deiner immer noch nicht von Dir erklärten "Version" der Stockholm-Syndrom-Theorie angewandt auf den Fall des Mauerbaus zu tun?

Ich weiß immer noch nicht, von welchem "Als-ob-Spiel" Du redest, das sowieso nur Virtualität erzeuge, die Du mir auch nicht benennst, geschweige, dass ich erführe, welchen Nutzen, die für irgendjemanden haben könnte.

Vielleicht schläfst du erst noch mal drüber und erklärst es wenn möglich morgen mit frischen Kräften.

lg
ut
Joachim Petrick schrieb am 11.10.2010 um 02:09
@Uwe Theel

Bahnhof ist schon einmal gut. Wie wäre es, wenn Du jetzt einmal einfach mit den vorliegenden Gedankenanstößen, Bausteinen, Stolpersteinen, in das Land Deiner persönlich Freien Assoziation mit der Bahn Deiner Gedanken fährst?,
schon bist Du in dem „So als ob- Spiel“
„Stockholm- Syndrom“
drinnen.

„Was Hat Rudi Dutschkes Imperialismustheorie, seine Kritik des Leninismus zu tun mit dem Gelegenheitslyriker und IM Sascha Anderson und dessen gesamtdeutschen "Visionen" (Dein Blog zu Anderson, auf den Du verweist, ist kryptischer als ein persischer Grabstein mit Keilschrift, falls es sowas gab und hat keinerlei Besucher gehabt“

Das hat weniger mit Rudi Dutschkes Imperialismustheorie zu tun als mit der Reaktion auf diese durch die Massenmedien in Ost und West .

Ob ich im Blog zu Sascha Anderson Besucher/innen gehabt habe, weiß ich nicht. Nur dass Du jetzt Besucher warst ohne Kommentarspuren zu hinterlassen, weiß ich jetzt.

An Sascha Anderson fällt mir sein kryptisch bekenntniswütiger Salut als ehemaliger IM des Kulturbetriebs Prenzlauer Berg Richtung des Offiziersbetriebs der STASI, des MfS auf.

Da habe ich in Kenntnis seines Artikels, der „heimlich“, ohne begleitende Debatten, in der Printausgabe des Freitag, ohne in der Freitag- Community für Kommentare zu erscheinen, gedruckt wurde, seinen kryptischen Stil adaptiert.

tschüss
JP
poor on ruhr schrieb am 09.10.2010 um 22:18
Lieber JP,

Du weisst, dass ich Dich sehr schätze, aber das mit dem Stockholsyndrom kommt mir doch reichlich abgehoben vor und es tut mir leid, dass ich Dir diesmal nicht zustimmen kann. :(

Ich habe begriffen, dass Dich die Angelegenheit wohl auch aufgrund Deiner persönlichen Lebenserfahrungen sehr bewegt , aber man muss den Menschen ausder ehemaligen DDR ihre Ansichten über ihr in der DDR gelebtes Leben lassen.

Ist es nicht wie eine zweite Entmündigung nach all diesen Jahren, die sie von diesen Pfeifen durchregiert worden sind, wenn man jetzt so einen Vergleich anstellt?

Zuhören sollten die Westler ganz aufmerksam bei ihren Lebensgeschichten.

Gegenseitige Akzeptanz stellt man nicht durch solche Vergleiche her, ohne diesen Schrei nach Freiheit in Deinem Leben damit abwerten zu wollen.

Herzliche Grüße

poor on ruhr
Joachim Petrick schrieb am 10.10.2010 um 22:50
Lieber poor on ruhr,

„……aber man muss den Menschen ausder ehemaligen DDR ihre Ansichten über ihr in der DDR gelebtes Leben lassen. „

Da stimme ich mit Dir voll überein. Diese Ansichten werden n. m. E. durch ein
„So als ob“ Kommunikationsspiel
“Stockholm-Syndrom“
am Beispiel der „ordnungsgemäß“ abgewickelten DDR im Bild der Medien weder angegriffen noch beschädigt sondern eher auf sich zurückgeworfen.

Ich habe ja das so genannte
„DDR- Geiselnahme Phänomen“
weder erfunden, noch aufgedeckt, sondern erlebe dieses Phänomen in schwarzen Lettern wie zwischen den Zeilen über den Medialen Diskurs im bunten Blätterwald, auch unter anderen Überschriften, wie
„Aktion Sorgenkind“
Kerzen in Fenstern,
Care- Pakete für unsere armen Brüder und Schwestern in Geiselhaft des asiatisch besetzten Ostens unseres geliebten Vaterlandes“ seit sich lesen und schreiben kann.

Dieses
„“Stockholm-Syndrom“
am Beispiel der „ordnungsgemäß“ abgewickelten DDR im Bild der Medien zu entlarven, eißt es zunächst real ausprobierend durchzuspielen, um den Medien dieses „Spielzeug“ als Wunderwaffe über die Deutungshoheit der DDR- und Restdeutschland Geschichte für alle Mal aus den Händen zu schlagen und auf seinen emotional historischen Kern zu überprüfen, wenn es da überhaupt einen gibt.

Es geht folglich nicht umein Überstülpen dieses
„Stockholm- Syndroms“ auf die Lebensläufe der ehemaligen Bewohner/innen, Bürger/innen der DDR, sondern um eine Befreiung von diesem unterirdisch floatierenden
„Stockholm- Syndroms“
auf dem alleinigen Ticket der Medien.

Das ist mein engagiertes Anliegen mit diesem Blog.

Es geht folglich nicht um Übereinstimungen sondern darum sich auf das „So als Ob- Spiel“ einzulassen oder nicht.

tschüss
Jochen
Joachim Petrick schrieb am 10.10.2010 um 23:16
@ poor on ruhr

vielen Dank für Deine „vorwurfsfrei“ Themenbezogene Einlassung, die mir keine Chance ließ, abzuschweifen, sondern mich auf Klarheit zu zentrieren, wie ich diese verstehe.

Tschüss
Jochen
Uwe Theel schrieb am 10.10.2010 um 23:24
@ Joachim Petrick schrieb am 10.10.2010 um 22:50

Lieber Joachim,
bevor Du hier Zurückweisungen der art

"es geht hier nicht um ..."

in Halbsätzen ellenlang auflistest, wäre es schön, wenn Du erstmal Deine "als-ob-Spielregeln" und die Ziele dieses Spiels konkret formuliertest.

Bisher hast Du das nichteinmal für Dein gewagtestes Spiel, Stockholm-Syndrom, auch nur ansatzweise getan..

Gleichzeitig erwartest Du aber von deinen Lesern, dass Sie Sätze von Dir verstehen wie:

Dieses
„“Stockholm-Syndrom“ am Beispiel der „ordnungsgemäß“ abgewickelten DDR im Bild der Medien zu entlarven, eißt es zunächst real ausprobierend durchzuspielen, um den Medien dieses „Spielzeug“ als Wunderwaffe über die Deutungshoheit der DDR- und Restdeutschland Geschichte für alle Mal aus den Händen zu schlagen und auf seinen emotional historischen Kern zu überprüfen, wenn es da überhaupt einen gibt.


Eine Aufforderung wie das Spiel "zunächst real ausprobierend durchzuspielen, um den Medien dieses „Spielzeug“ als Wunderwaffe über die Deutungshoheit der DDR- und Restdeutschland Geschichte für alle Mal aus den Händen zu schlagen und auf seinen emotional historischen Kern zu überprüfen, ..." dazu müßtest Du ersteinmal angeben, wie das Spiel Deiner Meinung nach gespielt wird, dann "real ausprobiert" würde und welcher Ernst an dessen Stelle treten sollte um die Medien nicht nur zu entlarven, sondern auch einen Alternative anzubieten.

Wie soll man Dir sonst auch nur hier im Thread antworten?

mfg
ut
Joachim Petrick schrieb am 11.10.2010 um 00:55
Lieber ut,

„Wie soll man Dir sonst auch nur hier im Thread antworten?“

Da wir uns bei kommunikativen wie anderen Spielen nicht in einer realen sondern einer spekulativen Welthemisphäre bewegen, kommt es auf jeden selber individuell an, welche Freie Assoziationen sich beim Denken dieses Spieles und seiner denkbaren wie undenkbaren Regeln einstellen.

Der Bericht darüber wäre eine Grundregel dieses So als ob- Spieles“.

Ich kann nur Dich wie andere dazu ermuntern, mit diesem Spiel über das Instrument der „Freien Assoziation“ einmal für sich selber anzufangen.

Tschüss
JP
Uwe Theel schrieb am 11.10.2010 um 02:16
@ Joachim Petrick am 11.10.2010 um 00:55

Lieber Joachim,

könnte es sein, dass Du das Erstellen einer Stoffsammlung meinetwegen noch das zielgerichtete Brainstorming in einer sacharientierten Arbeitsgruppe, mit dem verwechselst, was in der psychoanlyse kein Spiel ist (i.d. "freie Assoziation") und als Partyspiel wirklich nur Unterhaltungswert hat und zu oft in Peinlichkeit endet, falls der Alko-Spiegel bei allen dafür nicht schon zu hoch ist.

Deine Stockholmsyndromthese könnte als solch ein Partyspiel "frei Assoziation" mit der von mir genannten Gefahrenkomponente versehen vielleicht durchgehen, als Methode ernsthafter Diskussion eines politisch-historisch-ökonomischen problems wohl kaum.

Fröhliche Spekulation ist nicht erkenntnisgeleitetes Gespräch. Du willst jetzt noch Deine These, die Du für sinnvoll zu halten scheinst, weiter mit "freien Assoziationen" auspinnen und hast noch nicht gemerkt, dass alle bisherigen Versuche nur deren Nichttragfähigkeit erwiesen haben.

Nix für ungut

lg
ut
Joachim Petrick schrieb am 11.10.2010 um 02:27
@ Uwe Theel

"Deine Stockholmsyndromthese könnte als solch ein Partyspiel "frei Assoziation" mit der von mir genannten Gefahrenkomponente versehen vielleicht durchgehen, als Methode ernsthafter Diskussion eines politisch-historisch-ökonomischen problems wohl kaum."

Mir scheint, Du willst Dich auf Deubel und Psychoanalyse heraus, nicht auf das Spiel einlassen.

Das ist ja okay.

Nix für ungut

Aber was sollen dabei Deine abwertenden Gedanken dieses Spiel als Rotblink- Rücklichter Deiner Spiel Flucht besagen?

tschüss
JP
Joachim Petrick schrieb am 11.10.2010 um 02:33
@ Uwe Theel

wie kommst Du darauf so ein Spiel in der Nähe von "Partykultur" anzusiedeln?
Auch okay.

Spiel liegt., n. m. E. , egal welches, ein ernsthafter Kern zugrunde!, oder?
Joachim Petrick schrieb am 11.10.2010 um 02:34
"...was in der psychoanlyse kein Spiel ist (i.d. "freie Assoziation")

welchen Spielbegriff meinst Du?
Deaktivierter Nutzer schrieb am 11.10.2010 um 02:55
Welche historisch bedeutsame Literatur fände sich denn, die über die spielerische, weil diesseits gar nicht anders möglich, Version hinausweist?

Gesellschaftlich betrachtet ist das soweit klar:

Aufarbeitung ist Siegerjustiz, mal gerechtfertigt, mal ungerechtfertigt. Rast die Welt nicht schon genug?

Wollte man den Mediensalat aufarbeiten, bewegt man sich inmitten des Spielfeldes, Holm hat dazu gerade in puncto Kunst hier einen interessanten Beitrag geschrieben.
Der Kapitalismus verwandelt jede ihm zuwiderstehende Energie in originelle Kurzweil um.
Davon sind nicht einmal die S21-Proteste frei.
Dort geht es nicht um eine "andere Welt ist 'möglich'", sondern um Wahlkampf. Oder sah jüngst wer die SPD an Anti-Hartz-IV-Demos beteiligt oder an BGE-Befürworter-Protestaktionen? Das Interesse aller hierzulande involvierten Parteien besteht in der Macht aka Deutungsmacht, selbst über den Widerstand gegen eingefahrene Strukturen.

Und nun zum Mauerding.
Naklar ist die Mauer ein alle anderen Bereiche überlagerndes Unrecht und wird also zum dominierenden Aspekt des Rechtsverständnisses über die DDR. Was ist daran Manipulation bürgerlicher Gazetten? Eher verstünde ich es als manipulierend, mir darin eine Manipulation erklären zu wollen.

Man erkläre mal der Linken, daß der Niedriglohn ja nicht so schlimm wäre, weil Zuckerwatte auf Rummelplätzen unter einem Euro kosten würde. Oder den Grünen, daß die AKWe im Vergleich zum Strangeletentstehungsrisiko am CERN ein regelrechter Witz sind.

Geht alles so nicht.

Unrecht ist nur dann operationalisierbar, wenn Subjektivität als zugelassenes Empfinden von einer scheinbar objektiven Größenordnung abgelöst wird.
Es reicht völlig, wenn nur ein Mensch unverschuldet durch ein System tödlich gerichtet wird und daraus ein Maßstab entwickelt wird (Gesetz), um ein Unrechtssystem zu kennen.
Der Schießbefehl an der Mauer war ein solches Gesetz. Jeder Hinweis auf den Gebrauch einer Schußwaffe unterhalb eines bedrohlichen Szenarios (Das Betreten) ist ein Gesetz.

Daß im gleichen System die Brötchen billiger waren, macht doch die Todesgrenze mit Selbstschußanlagen nicht menschlich.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 11.10.2010 um 02:58
"Unrecht ist nur dann operationalisierbar, wenn Subjektivität als zugelassenes Empfinden von einer scheinbar objektiven Größenordnung abgelöst wird."

Dieser Satz kann nur richtig lauten:

Unrecht ist nur dann operationalisierbar, wenn Subjektivität als zugelassenes Empfinden die scheinbar objektive Größenordnung ablöst.
Uwe Theel schrieb am 11.10.2010 um 03:12
@ Joachim Petrick am 11.10.2010 um 02:34

ganz kurz:

freies Assozieren ist in der Psychonanlyse eine Methode mit der der Analysierende beim Patienten durch Gegebene Stichworte "Antworten" auslösen will, die bisher Unbewußtes beim Patienten ans Licht bringen.

Auf Partys macht an aus dem Ernst ein Spiel mit der mehr als heimlichen Absicht, Dinge herauszubekommen, die eigentlich niemand wissen lassen möchte. Ich halte das für ein zweifelhaftes Vergnügen.

Ich halte Dein Als-ob-Spiel für Politische Analyse so untauglich, wie das Partyspiel "freie Assoziation" als Ersatz einer Psychoanalyse.

Im Übregen und viel wichtiger: Deinen These läßt sich ohne freie Assoziation - vielleicht machst Du ja aber mal am Beispiel vor, wie das gehen soll -, so wie ich es schon ausführte normal argumentativ widerlegen, bzw. als nicht erkenntnisleitend beweisen.

Gedanken zum Spielerischen Umgang mit Wissen sind deswegen weder falsch noch neu. Aber auch hier geht es in der Pädagogik etwas präziser zu, als du es mir anzudeuten scheinst.

Schließlich: Bloß weil ich das Speil "1378 km" als pädaggisch untauglich abgeleht habe, sage ich nicht, das es nicht Spiele mit einem "ernsten", sprich pädagogischen gehalt gibt. Den muß man aber immer inhaltlich belegen und nicht nur behaupten. Die Werkzeugeg dazu bieten Methodik und Didaktik..

Jetzt aber Gute Nacht für heute

ut

P.S. Bitte, alle Tippfehler zu entschuldigen :-)
Magda schrieb am 11.10.2010 um 09:22
"Unrecht ist nur dann operationalisierbar, wenn Subjektivität als zugelassenes Empfinden die scheinbar objektive Größenordnung ablöst."

Ich stehe stramm und sage mir: Wie will man Menschen erreichen mit diesem Stil. Wo soll da wirkliches Gespräch herkommen außer zwischen "Eingeweihten"? Das ist eher Abschreckung statt Denkangebot.

Und das passiert fast jedesmal, allerdings immer bei Männern.
Joachim Petrick schrieb am 11.10.2010 um 12:09
@Uwe Theel

Frage:
Was war zuerst da?
Die freie Assoziation?
Die klerikale wie säkulare Formen der Beichte?,
oder Psychoanalyse nach Siegmund Freud?
Joachim Petrick schrieb am 11.10.2010 um 12:10
@Uwe Theel

Bevor die Analyse beginnen kann, geht es wohl doch auch um sas Einfühlen in gesellschaftliche Verhältnisse, nu dazu schlage ich mein „So als- ob“ Spiel vor.

Stell Dir vor, Du bist Mauerschützer am antifaschistischen Schutzwall der DDR, nachdem Gorbatschow Perestroika, Glasnost ausgerufen hat.
Stell Dir vor Du bist Egon Krenz nachdem Gorbatschow Perestroika, Glasnost ausgerufen hat und hälst den „Schießbefehl für das grenzregime, den Ossiziersbetrieb aufrecht?, obgleich Du jetzt weißt, dass Du im Osten wie Westen nun von „Freunden“ eigner Art umzingelt bist, die Dich in Deinen Grenzregime Angelegenheit vor Internationalen gerichtshöfen nicht mehr verteidigen erden?

Da etwa beginnt mein „So als ob- Spiel“, Variante „Stockholm- Syndrom“.
Uwe Theel schrieb am 12.10.2010 um 19:11
@ Joachim Petrick am 11.10.2010 um 12:10

Joachim,

Du sagtest, dass Du reale Verhältnisse und mögliche Lösungen "spielerisch" bewältigen wolltest, um für die Ralität zu lernen.

Dann müsstest Du aber auch von realistischen, historisch belegbaren Prämissen der Speilsituation ausgehen.

Der Grenzer mit Schießbefehl (der formal legal erst ab 1982 bestand) hat seit dem 13. August 1961gewußt, was ihm blühen könnte, fiele die DDR, nämlich alles zwischen Verurteilung wegen Verbrechens gegen die Menschlichkeit (in Folge von Nürnberg) bis zum Freispruch, da er "nur auf Befehl" gehandelt habe (Schongerichtsbarkeit gegen Nationalsozialisten in der BRD nach 1945).

Die Einzelheiten spare ich mir jetzt. Jedenfalls hat an dieser Situation kein Spruch von Gorbatschow oder einer von Krenz im Jahre 1989 etwas geändert. Welches Gedankenexperiment also wolltest Du hier durchführen?
luggi schrieb am 12.10.2010 um 19:34
Na ihr seid mir ja Geschichtsunkundige. Wissen nicht, dass die Grenze zwischen BRD und DDR bereits vor 1961 existierte und wie sich die Grenzverhältnisse um Berlin gestalteten. Und U.T. kann dem Herrn Knabe sicherlich sachdienliche Hinweise geben, wo dieser den seit 1982 faktisch bestehenden Schießbefehl finden kann. Und liebe Leute, es war ein verdammt kalter Krieg, und was haben andere Völker z.B. historisch so bei kriegerischen Auseinandersetzungen getan? Seit 1977 hätte sich vieles anders entwickeln können. SPD- und CDU-Regierungen haben es verhindert. Eher haben die sich mit der Fortexistenz der Grenze abgefunden. War ja sehr bequem, wenn man ein so preiswertes Ver- und Entsorgungssystem in der Nähe hatte.
Magda schrieb am 12.10.2010 um 19:58
@ luggi - ich erinnere mich noch daran, wie sie alle damals in der DDR angetanzt sind, die Mächtigen SPD und CDU und europaweit und sich die Klinke in die Hand gaben.
Ich erinnere mich, wie es dieses Dokument gab: "Der Streit der Ideologien und die gemeinsame Sicherheit." Ich erinnere mich, wie sich beide System darin Reformfähigkeit konzedierten. Und ich erinnere noch, dass ich später dachte, dass auch der Kapitalismus im besten Sinne reformfähig sei. Jetzt erleben wir, was hierzulande im Moment als "Reform" gilt.

de.wikipedia.org/wiki/Der_Streit_der_Ideologien_und_die_gemeinsame_Sicherheit

Das waren spannende Zeiten.
luggi schrieb am 12.10.2010 um 21:40
Ja @Magda, Zustimmung und vor allem die Erinnerung an die Reden und Trinksprüche damals. Solllte man deren Inhalt mal wieder in Erinneung rufen? Oder gilt da wie so oft die Redewendung vom Erinnern an das "Geschwätz von gestern" und dessen Wert. Dann gilt das auch für heute, also für das heutige Geschwätz dieser Generalsekretäre und Fraktionsvorsitzenden.
Ja, und jede Zeit war und ist spannend. Es gilt: Widersprüche und deren Lösung sind Triebkräfte der Entwicklung, nicht die "schönen" BuPräreden. Auch bin ich der Überzeugung, dass entgegen anders lautender Meinungen die Mehrheit der Kader in der DDR die Grenze auf Dauer nicht wollte und für Verbesserungen aufgeschlossen war.
Zur damaligen Zeit entstand auch ein sehr interessanter Film: Einer trage des Anderen Last. Es gab in der dieser Zeit in Anbetracht der atomaren Bedrohung auf beiden deutschen Seiten vernünftige Kräfte. Mal mehr oder weniger. Aber sie waren sich der historischen Verantwortung bewusst.
Uwe Theel schrieb am 12.10.2010 um 21:56
@ luggi schrieb am 12.10.2010 um 19:34

Werter luggi,

Nachhilfe in Geschichte brauche ich nicht. JP hat seine So-als-ob-Spiel, das ich ihm bisher schon ganz schön kritisiert habe für den Zeitraum 1961 (Mauerbau) bis 1990 (Beitritt) angelegt. Wenn ich hier poste, dann beziehe ich meine Argumente auf diesen Zeitraum.

Ich wollte hier jetzt auch keine Diskussion über das Thema Schießbefehl einschieben, sondern ihn nur historisch in seinen Stufen verorten.

Einzelheiten der Entwiclung seit 1960 auf die Schnelle hier:

de.wikipedia.org/wiki/Schießbefehl

Hinweis dort : "Formal legalisiert wurde die Praxis erst 1982 durch § 27 des Grenzgesetzes."

Also puste Dich nicht so allwissend auf luggi, wir kochen hier alle nur mit Wasser!!!
koslowski schrieb am 12.10.2010 um 22:11
@luggi 19:34

"Seit 1977 hätte sich vieles anders entwickeln können. SPD- und CDU-Regierungen haben es verhindert. Eher haben die sich mit der Fortexistenz der Grenze abgefunden." - Kommt mir vor wie eine neue Variante der alten Dolchstoßlegende, die besagte, dass die Ostpolitik der sozialliberalen Koalition ein Verrat an der Idee der deutschen Einheit sei.Du beziehst nun auch die schwarz-gelbe Regierung seit 1982 in den Vorwurf ein, sich "mit der Fortexistenz der Grenze agefunden" zu haben. Auf welche Fakten beziehst du dich? Und von welchem Standpunkt aus bewertest du sie?
mahung schrieb am 13.10.2010 um 00:28
"Einer Trage des Anderen Last".

Luggi, Du erinnerst mich an diesen Film, den ich beinahe vergessen hätte und der eigentlich mich, als DDR-Jugendlichen, fast noch Kind, damals sehr geprägt hat. Leider läuft und vor allem lief sowas - auch "Flüstern und Schreien" oder auch "Zwei schräge Vögel" nicht im MDR - welcher ja sonst jeden Schmonz ostdeutscher Provenienz im Sinne einer auch falsch verstandenen und doch quotenträchtigen "Ostalgie" permanent wegsendet. Aber solche Sachen, die im Zeichen der allgemeinen Repression in der DDR trotzdem entstehen konnten, passen wohl nicht ins Bild der monolytischen Aufarbeitungspraxis Ost.
luggi schrieb am 13.10.2010 um 21:17
@UT
Wenn du keinen Geschichtsunterricht benötigst, tja, dann wäre es in deiner Antwort auf den Beweis angekommen. Gab es die Pläne zur "Rückeroberung der SBZ", in deren juristischer Konsequenz sich die Grenzer fürchten müssten nicht bereits vor 1961? Ausgearbeitet von "friedliebenden" sonstwasfürpersonen? Na du bist mir ja einer.
@koslowski
1. Geh mal ganz tief in das Jahr 1987 zu zurück. Und dann gab es die Geraer Forderungen, seit 1977.
2. Ich habe keinen Zugang zu Archiven. sry
3. Habe ich meine damaligen Gespräche nicht aufgezeichnet.
4. Für deine dingsbums Forderungen nach Beweisen gibt es bestimmt ein Fremdwort.
@mahung
genau und danke
Uwe Theel schrieb am 13.10.2010 um 21:30
@ luggi schrieb am 13.10.2010 um 21:17

Lieber luggi,

ich habe (verzweifelt) versucht das "als-ob-Spiel" von JP zu spielen. Ich gestehe, es ist mir nicht gelungen. (Hast Du es auch versucht, oder Dein Eigenens dabei gemacht?)

Meine Kritik am Ansatz und Ziel des Spiels habe ich formuliert.

Ich bitte das jetzt nicht zu verwechseln mit einer konsistenten Auseinandersetzung mit der Problematik, die DIR im Kopf herumging, wahrscheinlich mit ganz anderer Zielrichtung.

Falls Du das Problem, das Dir da vorstellig war, diskutieren willst, bring einen Blog raus! Ich bin sicher, wenn ich da reinschaute, würde sich auch anderes entwickeln.

lg
ut
luggi schrieb am 13.10.2010 um 21:40
@UT
Spiel hab' ich nicht versucht, Grenze war für mich authentisch durch nahe Lebenswirklichkeit. Punkt erstmal.

Deinen anderen Vorschlag, da bin ich am überlegen, zögerte bisher, weil ich die Begleitung der Diskussion nicht gewährleisten kann, du weißt, ausufernde Diskussion ;). Mal sehen.
Joachim Petrick schrieb am 15.10.2010 um 14:39
@Deaktivierter Nutzer

"Aufarbeitung ist Siegerjustiz, mal gerechtfertigt, mal ungerechtfertigt. Rast die Welt nicht schon genug?"

Vielleicht verhilft so ein
"So als ob- Spiel"
der Möglichkeiten mnchlicher Kommunikation unter bestimmten bedingungen dazu, dass sowohl so genannte Sieger als auch so genannte Verlierer sich die Augenreiben, aufwachend entdecken, es gibt sie nicht, die Sieger und Verlierer, es gibt nur die Überlebenden, Übriggebliebenen hellen Wahns in kalt grauem Anzug
Rahab schrieb am 11.10.2010 um 09:37
nachdem ich den wiki-eintrag gelesen habe, sag ich: was für ein quatsch!

basis des sog. stockholm-syndroms ist die sehr berechtigte einsicht der als geiseln genommenen menschen, dass es nicht um ihre befreiung geht sondern nur um die befreiung dessen, was die verhinderten bankräuber aufgrund widriger umstände zu rauben gehindert waren, also im fall der bank um die kohle, die knete, die mäuse, die piepen, das geld. weshalb die geiseln sich was einfallen lassen müssen, um zu verhindern, dass im zuge der befreiung des geldes erschossen (oder dergleichen) werden.

die einzige parallele zur ddr sehe ich darin, dass es da auch nicht um die befreiung der die ddr bewohnenden menschen ging ... aber wann tut es das schon?
Rapanui schrieb am 11.10.2010 um 09:56
@ Rahab am 11.10.2010 um 09:37

>>>sag ich: was für ein quatsch!<<<<

sag ich auch!

Hans Joachim Maaz ist sogar als Profi mit seiner Neuauflage "Der Gefühlsstau", an der psychotherapeutischen Analyse des DDR-Themas gescheitert.

"Und manchmal liegt er wohl einfach falsch, weil er seine 5000 Patienten als Datenbasis nimmt und der DDR-Bevölkerung als Ganzes sexuelle Frustration, Humorlosigkeit, Lieblosigkeit und Gefühlsarmut unterstellt. Maaz wendet individualtherapeutische Methoden auf ein ganzes Volk an - und manchmal liegen seine Bilder arg schief. Soziologie ist doch noch etwas anderes als vertausendfachte Psychologie."

www.dradio.de/dlf/sendungen/andruck/1282485/

Lieber Joachim Petrick, ich schlage Ihnen vor, diesen ärgerlichen Blog einfach zu schließen. Er schadet nur Ihrer Reputation in der FC.
apatit schrieb am 11.10.2010 um 10:43
JP, am Montag den 11. Oktober 2010 in der Zeitung OTZ ( Lokales Pößneck und Umgebung ) ( Thüringen )

Ein Kommentar zum Festakt 20 Jahre friedliche Revolution und Wiedervereinigung

Teilnahme-Debakel von Uli Drescher, ich schreibe mal ab: ( nur den ersten Teil, mal Google`n )

Ein Festakt anlässlich 20 Jahre friedlicher Revolution und der deutschen Wiedervereinigung sollte es eigendlich werden. Aber einige Plätze in der Wisentahalle in Schleiz blieben leer. Die UBV-Fraktion des Kreistages verweigerte wie immer in solchen Anlässen die Teilnahme, ebenso die Fraktion der Linken. Letzteres kann man ja gerade noch nachvollziehen, denn wer feiert schon gerne den Jahrestag seiner eigenen Entmachtung. Offenbar haben die Linken daraus in zwanzig Jahren nichts gelernt und fühlen sich heute noch als Reichsverweser von Honecker, Krenz und Konsorten. ( Es geht dann noch weiter )....
Oben hat ja Ihre Frage Magda beantwortet und bei gill bost habe ich mich ja entschuldigt - er hatte ja auch recht. Nur weil wir beim Wortschatz und Begriffen sind, sowas wird den Bürgerinnen und Bürger angeboten und soll man da in Feierlaune kommen? ( Und da werde ich auch solidarisch, mit den Konsorten ) ( Wie gehe ich mit Sprache und Menschen um ) Auch Stockholm - Syndrom ) ?
SiebzehnterJuni schrieb am 11.10.2010 um 11:10
Schleiz..

in dem Artikel ist nichts dergleichen zu finden. Allerdings sind Freia Klier und Krawczyk doch im liefe-Erleben gewöhnungsbedürftig. Hier in Darmstadt ging es eher um zu verkaufende CD's und Bücher - geradezu peinlich!!
SiebzehnterJuni schrieb am 11.10.2010 um 11:11
pardon "life-Erleben"
apatit schrieb am 11.10.2010 um 11:22
Hallo Siebzehnter Juni, " Reichsverweser von Honecker, Krenz und Konsorten " mir ging es um die Wortwahl.....
Joachim Petrick schrieb am 11.10.2010 um 12:13
@ Rapanui

"Lieber Joachim Petrick, ich schlage Ihnen vor, diesen ärgerlichen Blog einfach zu schließen. Er schadet nur Ihrer Reputation in der FC."

Sie irren!
meine Reputation steigt ungeahnt wie nie in der FC?

Trotzdem Danke für die Fürsoge und Sorge um meine reputation
Joachim Petrick schrieb am 11.10.2010 um 13:16
@Rahab

„nachdem ich den wiki-eintrag gelesen habe, sag ich: was für ein quatsch!

basis des sog. stockholm-syndroms ist die sehr berechtigte einsicht der als geiseln genommenen menschen, dass es nicht um ihre befreiung geht sondern nur um die befreiung dessen, was die verhinderten bankräuber aufgrund widriger umstände zu rauben gehindert waren, also im fall der bank um die kohle, die knete, die mäuse, die piepen, das geld. weshalb die geiseln sich was einfallen lassen müssen, um zu verhindern, dass im zuge der befreiung des geldes erschossen (oder dergleichen) werden.“

Wohl wahr,
alles Quatsch!
und trotzdem wurde dieses so, ohne dies als
„Stockholm- Syndrom“
zu benennen, jahrzehntlang medial in Ost und West so kommuniziert.
Während die westlichen Medien, die Herzen der auf dem Boden der DDR wohnenenden Bürger/innen als Geiseln befreien wollten, hatten die DDR Medien den Boden, gesellschaftlichen die Grundlagen der Menschen vor ort in den Bezirken der DDR als Geiseln genommen, um die Herzen der Bürger/innen für eine DDR- Nationalität zu gewinnen, was misslang.
Letzte Orginaltöne aus diesem gesiel nehmenden Streben aus dem Munde von Erich Mielke in der ersten frei gewählten Volkskammer der DDR im Februar 1990:
„Ich liebe euch doch alle…ja ich liiieeebbeee euch doch!“

Was seit Heraufdämmern von Glasnost, Perestroika durch Gorbatschow unverrückbar ab 1986 offenbar wurde, war dass das Ringen der DDR um die Herzen der Bürger/innen der DDR gescheitert war, auch wenn der ND- Chefideologe Kurt Hager 1986 süffisant erklärte
“Was brauchen wir in der DDR Reformen, wenn die sowjetischen Freunde die Tapeten wechseln. Da verbietet sich sogar das Lesen des sowjetischen Magazins der Sputnik von selbst. Schon war der Sputnik den tag darauf in der DDR verboten auf dem Index, offiziell wg. Paiperknappheit.

Das war aus dem Munde Kurt Hagers, dem ideologisch kundigen DDR- Wissenden, wie das letzte Pfeifen im dunkel gewordenen Wald der Freundschaft der sozialistischen Bruder- und Schwesterländer….
SiebzehnterJuni schrieb am 11.10.2010 um 13:19
"...Hans Joachim Maaz ist sogar als Profi mit seiner Neuauflage "Der Gefühlsstau", an der psychotherapeutischen Analyse des DDR-Themas gescheitert. ..."

Wie bitte? Haben Sie überhaupt jemals etwas von Maaz gelesen? Haben Sie mal eine Therapie dort gemacht oder zumindest mit Menschen gesprochen, die eine TheraPIE GEMACHT HABEN?

Bis in die Spitze der "DIE LINKE" genießt Joachim Maaz hohes Ansehen.

Und eine Datenbasis von 5.000 Clienten ist durchaus ausreichend, um zumindest ein wenig zu verallgemeinern...

Und wenn nicht Maaz, dann lesen Sie doch mal bei Annette Simon nach (/Tochter von Christa Wolf)
Joachim Petrick schrieb am 11.10.2010 um 13:20
@Rahab
das hatte ich überlesen:

„die einzige parallele zur ddr sehe ich darin, dass es da auch nicht um die befreiung der die ddr bewohnenden menschen ging ... aber wann tut es das schon?“

damit gibt Du ja für das
„So als ob- Spiel“
„Stockholm- Syndrom“
das zündende Argument als Signal,
auch wenn Du es im selben Satz
„halbe Treppe“
auf dem Absatz kehrt zum Abort zurückziehst
Joachim Petrick schrieb am 11.10.2010 um 13:33
@ Rapanui

Wie kommen ie darauf, dass es hier im FC als Meinungsmedium um Reputation und weniger um das sich kennen lernen geht?
Joachim Petrick schrieb am 11.10.2010 um 13:43
@ Rapanui

ich kann, nach allem, ws ich bisher von Ihnen gelesen habe, nicht glauben, dass Sie hier im FC eine Art DDR- Bronzezeit für fragwüdige Reputationen einzuführen gedenken?
Rahab schrieb am 11.10.2010 um 13:46
ich denke, JP, es kommt auf die perspektive bzw. die verwendung an
die bezeichnung "stockholm-syndrom" ist eine von außen angewandte, eine, welche die 'befreier' verwenden

aus der perspektive der geiseln wie auch ihrer nehmer (die ja lieber was anderes genommen hätten), also aus der binnen-perspektive, wäre wohl von einem befristeten arbeitsbündnis zu sprechen. einem arbeitsbündnis, das eingegangen wird, weil die geiseln wie auch ihre nehmer ein vitales interesse daran haben, nicht erschossen zu werden.

dies ein syndrom zu nennen, wie die 'befreier' das tun, diskreditiert diese vitalen interessen. sagt eigentlich: diese blöden wollen um jeden preis überleben, die sind nicht bereit, für die befreiung des geldes ihr leben hinzugeben.

so. und nun?
vielleicht so: die bezeichnung "stockholm-syndrom" kann sinnvoll nur auf die 'befreier' (das SEK) anwendung finden, wenn überhaupt.
das kannst du nun ins verhältnis brd-ddr übersetzen.

am ende käme dabei heraus, dass das SEK brd am die ddr am liebesten ohne geiseln wie deren nehmer übernommen hätte.
dann wäre das mit den blühenden landschaften auch hinzukriegen gewesen, denn bekanntlich stören menschen nur
Uwe Theel schrieb am 11.10.2010 um 13:59
@ Joachim Petrick schrieb am 11.10.2010 um 13:16

Wohl wahr,
alles Quatsch!
und trotzdem wurde dieses so, ohne dies als
„Stockholm- Syndrom“
zu benennen, jahrzehntlang medial in Ost und West so kommuniziert.


Lieber Joachim,

wenn Du Rahab hier Recht gibtst, dass Dein versuch die These vom Stockholsyndrom auf die DDR anzuwenden, dann könntest Du Dir auch Deine Frage beantworten: Der Westen hat diese kurzschlüssige These im Rahmen seiner ideologie von des bösen Kommunismus aufgestellt, der die Menschheit ja sowieso zur Geisel nehmen wolle. da kommt es nicht auf Wissenschaftlichkeit oder auch nur Schlüssigkeit, Wahrheit schon gar nicht an, sondern nur auf propagandistische Wirksamkeit.

Ich habe es Dir schon einmal versucht zu erklären: Geiselnahme schließt eine Lösegeldforderderung ein. Das eigene Volk zur Geisel zu nehmen, das niemand sonst haben will, auch nicht die BRD zu den damaligen Zeiten schon gar nicht, war kein Pfand. Keines Deiner Zitate von Haager oder Mielke steht hier in irgendwelchem inhaltlichen Zusammenhang mit der These von Ursachen und Folgen der Idenfikation des Opfers mit dem Agressor.

Gerade wenn die DDR-Bevölkerung inzwischen ( d.h. nach 1980) im Gegensatz zu Ihrer Führung, davon überzeugt war, dass der Kapitalismus (die BRD) die Lösung, nicht der Feind sei, dann fällt nach dem Moment des "Lösegeldes" auch das Moment des gemeinsamen Bedrohers gegenüber Geiseln und Geiselnehmern weg.

Deine Idee bietet keinen Stoff zum Nachdenken, es sei denn welchen, über die Waffen und Methoden des Ideologischen Kampfes vom Westen aus. Dass der Mauerbau trotzdem falsch war kann objektiv anders und besser begründet werden.
Uwe Theel schrieb am 11.10.2010 um 14:04
Korrektur meines ersten Satzes in
Uwe Theel am 11.10.2010 um 13:59:

... wenn Du Rahab hier Recht gibst, dass Dein Versuch die These vom Stockholsyndrom auf die DDR anzuwenden Quatsch war, dann könntest Du Dir auch Deine Frage beantworten: ...
Joachim Petrick schrieb am 11.10.2010 um 14:51
@Rahab

Abgesehen von Deinem abgrundtief schwarzen Humor bzw. hellesichtigen Vorgriff auf Ressourcen- Verknappungskriege:

„am ende käme dabei heraus, dass das SEK brd am die ddr am liebesten ohne geiseln wie deren nehmer übernommen hätte.
dann wäre das mit den blühenden landschaften auch hinzukriegen gewesen, denn bekanntlich stören menschen nur“

sach i ma zu Deinem:

„aus der perspektive der geiseln wie auch ihrer nehmer (die ja lieber was anderes genommen hätten), also aus der binnen-perspektive, wäre wohl von einem befristeten arbeitsbündnis zu sprechen. einem arbeitsbündnis, das eingegangen wird, weil die geiseln wie auch ihre nehmer ein vitales interesse daran haben, nicht erschossen zu werden.

dies ein syndrom zu nennen, wie die 'befreier' das tun, diskreditiert diese vitalen interessen. sagt eigentlich: diese blöden wollen um jeden preis überleben, die sind nicht bereit, für die befreiung des geldes ihr leben hinzugeben.“

Das trifft mutmaßlich allenfalls auf die direkten Befreier vor Ort zu, aber nicht auf die aus der örtlichen wie zeitlichen Distanz „wissenschaftlich“ teilnehmenden Beobachter, die erst den Begriff
„Stockholm- Syndrom“
ersannen, weil viele Geiseln nach der Befreiung mit den Tätern, hier Bankräubern als Teilnehmer/innen eines gemeinsam fragwürdigen „Menschenabenteuers“ identifiziert blieben.
Joachim Petrick schrieb am 11.10.2010 um 15:05
@ Uwe Theel

beachte bitte meine Unterscheidung zwischen DDR bis zu Glasnost und Perestroika, urbi et orbi et gorbi, und danach 1986- 1989!
Uwe Theel schrieb am 11.10.2010 um 15:28
@
Joachim Petrick schrieb am 11.10.2010 um 15:05

Remember: Der Mauerbau, die "Geiselnahme" war 1961. Schon damals hätten die genannten Voraussetzungen einer "Geiselnahme" erfüllt sein müssen, waren sie aber nicht. Die Lage nach 1980 war einen für Geiselnahme noch viel ungünstigere, weil das Pfand überhaupt nichts mehr wert war. Deshalb konnte sich ja auch ein fast genauso in der Pleite stehender Westkapitalismus die Übernahme leisten.

Die Leistung von Gorbatschow war, dass das ganze ohne Blutvergießen abging. Das ist im Namen der Menschlichkeit ein hohes Verdienst, aber nicht einmal das lag theoretisch objektiv im abstrakten und zynischen Kapitalinteresse: Die dadurch erolgten Zerstörungen, hätten einem Wiederaufbau noch viel leichter und größere Märkte eröffnet, als die friedliche Übernahme.

Sorry: Deine These funktioniert nicht, auch wenn ich statt nachzudenken noch tagelang frei assoziierte :-)
Joachim Petrick schrieb am 11.10.2010 um 15:42
@Uwe Theel
„Sorry: Deine These funktioniert nicht, auch wenn ich statt nachzudenken noch tagelang frei assoziierte :-)“

was für Dich so sein mag, trifft für mich auf keinen Fall, auf andere vielleicht gar nicht zu.
Bedenke noch einmal den kruzen zeitraum 1986- 89, Glasnost, Perstroika, Folgewirkungen von teschernobyl Gau, im vollen Schwange.

Trotzdem wird das Grenzregime, der Offiziersbetrieb der DDR nach außen propagandistisch einschüchternd wie bei einer Geiselnahme aufrechterhalten.
Was vorher vielleicht niemals als Geiselnahme empfunden, wird jetzt nach 1986 umso heftiger von den Nachgeborenen in der DDR empfunden!?
Rapanui schrieb am 11.10.2010 um 15:43
@ Joachim Petrick am 11.10.2010 um 13:33

Das mit der "FC" war anmaßend, ich kann nur für mich sprechen - auch im Hinblick auf die Reputation. Ich finde Ihre Anamnese der DDR anhand des Stockholm Syndroms willkürlich und hergeholt.

Was wollen Sie damit erklären?
Rapanui schrieb am 11.10.2010 um 15:47
@ Joachim Petrick am 11.10.2010 um 13:43

>>>>dass Sie hier im FC eine Art DDR- Bronzezeit für fragwüdige Reputationen einzuführen gedenken?<<<

Hallo Joachim Petrick,

leider verstehe ich diesen Satz nicht. Meinen Sie mit "Bronzezeit" die Erzählung von Hermann Kant? Wieso will ich die einführen? Was meinen Sie damit?
Joachim Petrick schrieb am 11.10.2010 um 15:49
@ Rapanui

danke für die Richtigstellung.

Ich weiss nicht, weiweit Sie meine Beiträge in der Kommentarleite zu ihrer Frage schon gelesen haben oder nicht?

ich will die jahrzehntelang verdeckte "Stockholm- Syndrom"blcck- und systemübergreifende Praxis sowohl in der DDR und der Bundesrepublik spielerisch aufdecken und entlarven.
Joachim Petrick schrieb am 11.10.2010 um 15:56
Rapanui schrieb am 11.10.2010 um 15:47
@ Joachim Petrick am 11.10.2010 um 13:43

>>>>dass Sie hier im FC eine Art DDR- Bronzezeit für fragwüdige Reputationen einzuführen gedenken?<<<

das bezieht sich auf den Roman von Hermann Kant:
"Bronzezeit"

in dem es durchaus episch wie kritisch um die DDR Praxis in den Achtziger Jahren und davor geht, allen möglichen Leuten zu allen erdenklichen und unerdenklichen Anlässen Orden, Medaillen in Bronze, Silber, Gold ohne und am Bande zu verleihen.
Rapanui schrieb am 11.10.2010 um 16:17
@ SiebzehnterJuni am 11.10.2010 um 13:19

Hallo 17.06.,

ja ich habe das Buch 1990 gelesen.

Es geht mir nicht um die Anerkennung von Maaz als Therapeuten, da kann ich mir überhaupt kein Urteil erlauben. Ich halte den Ansatz von Maaz und den hier diskutierten von Joachim Petrick einfach für ungeeignet, das politische System der DDR zu analysieren.

Eine Freundin war und ist Therapeutin in einer niedergehenden längst nicht mehr Industriestadt der DDR/ BRD. Die Zahl der unter verschiedenen Syndromen, Psychosen, Ängsten... leidenden Menschen ist beklemmend - Hauptursache ist ein gestörtes Selbstwertgefühl durch den Verlust der Arbeit. Für eine Analyse der politischen Situation in der BRD reicht aber dieser Blick einer Therapeutin nicht aus.

Zudem meine ich, dass Psychotherapeuten und Psychiater über ein Fachwissen verfügen, welches im Munde, auch von Menschen mit redlichen Absichten, zu Halbwissen verkommt. Wenn dies dann noch verallgemeinert wird, enstehen falsche Einschätzungen. Auch bei Joachim Petrick habe ich das Gefühl, dass er sich in seine Idee "Stockholm-Syndrom/ DDR" verliebt hat - naja und Liebe macht....

Aber jetzt genug von meiner Meinung. Wie gerade geschrieben - die steht nur für mich.
Uwe Theel schrieb am 11.10.2010 um 16:38
@ Joachim Petrick am 11.10.2010 um 15:42

Lieber Joachim,

es geht hier nicht um individuelle, subjektive Empfindungen oder gar Geschmacksurteile.

Es sollte Dir auffallen, dass Dir nur , wenn überhaupt "Wessis" mit den uralten Parolen des kalten Krieges im gepäck zustimmen, die von Dir angesprochenenen "Ossis" aber Deiner These nichts abgewimnnen können.

Unabhängig davon bleibt Dein Projekt unseriös, da Du über die Behauptung, dass das Stockholmsyndromtheorem Anwendung finden könne, keinerlei Argumentation beilegst, oder, wie Rapanui richtig forderte, sagen kannst,

1) was Du eigentlich "beweisen", ableiten willst, wenn Du damit ja behauptest

2) es habe durch (welchen?) gemeinsam erlittenen Druck einen Verbrüderung zwischen DDR-Bevölkerung (Geisel) und Partei (Geiselnehmer) stattgefunden.

3) Darüberhinaus bleibst Du die Aantwort schuldig von wem die SED welchen Preis für die Freilassung gefordert hätte, und

4) wer, warum sich darauf hätte einlassen sollen; defakkto hat sich übrigens niemand darauf eingelassen.

Ich habe Dir soetwas ansatzweise inhaltlich gefüllt "durchdekliniert", Du hast mit keinem einzigen Wort der argumentativen Erwiderung darauf geantwortet , behauptetst nur stur weiter, es gäbe eine sinnvolle Anwendung der Aussage des Stockholmsyndromtheorems auf den Fall des Mauerbaus.

Bis jetzt ist DeineThese bröckliger, als der Mauerrest, der bei dir daheim auf dem Kaminsimms liegt, Du Mauerspringer :-)
Magda schrieb am 11.10.2010 um 17:00
@ Joachim Petrick - "Sie irren!
meine Reputation steigt ungeahnt wie nie in der FC?"

Genau, Du bist der Sieger auf dem Platze, ich bin bei den Meistkommentierten rausgeschmissen. Ich liege zerstört irgendwo im Grenzgebiet zwischen Stockholmsyndrom und Schießbefehl herum. Und das ist so traurig, so unendlich... Na, klasse. Ein Wessi hat wieder gesiegt in diesem ungleichen Definitionskampf, während ich hinkend vondannen - oder ist es Funny van Dannen? - gehe. :-)))))

Glückwunsch. The winner takes it all. Das sind Grenzerfahrungen des Lebens.
Rapanui schrieb am 11.10.2010 um 18:32
@ Joachim Petrick am 11.10.2010 um 15:56

>>>das bezieht sich auf den Roman von Hermann Kant: "Bronzezeit"<<<

"Bronzezeit" ist kein Roman, sondern eine Erzählung von ganzen 37 Seiten.

>>>in dem es durchaus episch wie kritisch um die DDR Praxis in den Achtziger Jahren und davor geht, allen möglichen Leuten zu allen erdenklichen und unerdenklichen Anlässen Orden, Medaillen in Bronze, Silber, Gold ohne und am Bande zu verleihen<<<

Hermann Kants Erzählkunst wäre Unrecht getan, wenn wir die FC im Glauben beließen, dass er in dieser Erzählung nur oder auch nur überwiegend über das Verleihen von Orden geschrieben hätte. Herrmann Kant schrieb über das Einschmelzen des Standbildes Friedrich des Großen zu Bronzeorden, die zudem auf den Weltmarkt gelangen sollten. Aber auch dies verkürzt den Reiz der Erzählung unzulässig.

Vielleicht Joachim Petrick kommt in Ihrer Verwendung von Kants Erzählung Bronzezeit Ihr Dilemma zum Ausdruck. Sie wissen viel zu wenig über die Verhältnisse und verallgemeinern deshalb grob, unzulässig und in völlig schiefen Bildern.

Lesen Sie die Erzählung "Bronzezeit" noch einmal, die Heiner Müller 1986 als „die schärfste DDR-Satire“, die er in den letzten Jahren gelesen habe, hat.

Bevor Sie das tun, können Sie fürs erste auch etwas über die Geschichte des Reiterstandbildes auf Wikipedia nachlesen.

de.wikipedia.org/wiki/Reiterstandbild_Friedrichs_des_Großen

Dann versuchen Sie sich noch einmal an der Verwendung Ihres "Stockholm-Syndroms" auf die DDR-Verhältnisse. Sie werden sehen, es klappt nicht mehr.
Rahab schrieb am 11.10.2010 um 19:32
JP
du kannst es drehen und wenden, wie du willst, es paßt nicht:
bankräuber wollen die bank berauben - und zwar des dort eingelagerten geldes. werden sie dabei gestört, kann es geschehen, dass sie versuchen, da noch irgendwie rauszukommen ... manche mit geiselnahme und lösegeld als ersatz für die eigentlich eingeplante beute.
und weil draußen das SEK fuchtelt, entsteht das "Menschenabenteuer".

das stockholm-syndrom ist also nichts anderes als ein notfallplan.
Joachim Petrick schrieb am 11.10.2010 um 20:44
@Magda

wer, wie Du von Anfang an mit dicken Lettern in der FC- Cloud unantastbar hockt und lungert, darf sich schon einmal tiefstapelnd mokieren, wenn auch andere, wider Erwarten, ein Regetropfen der Sympathie trifft.

Im Übrigen geht es nicht um meine Person, noch Deine, sondern um Meinungsbildungsthemen und die Art und Weisen wie wir mit diesen fördernd und fordernd oder abweisend, durch Tumulte marginalisierend, umgehen.
Aber das brauche ich Dir ja nicht zu erzählen!, auch wenn Du hier scheinbar in diesem Blog
“Stockholm- Syndrom“ als „So als ob Spiel“ am Beispiel der DDR?“

für aufstörend, verstörende Tumulte zuständig bist!, oder?

Ich denke, Dir fehlt die Zeit zur Konzentration und zum Nachdenken über dieses Thema, wie Du es in Deinem Blog zum
„Stockholm- Syndrom“
wiederholt schlussendlich verlautbart hast?
Joachim Petrick schrieb am 11.10.2010 um 20:51
@Magda

wer, wie Du von Anfang an mit dicken Lettern in der FC- Cloud unantastbar hockt und lungert, darf sich schon einmal tiefstapelnd mokieren, wenn auch andere, wider Erwarten, ein Regetropfen der Sympathie trifft.

Im Übrigen geht es nicht um meine Person, noch Deine, sondern um Meinungsbildungsthemen und die Art und Weisen wie wir mit diesen fördernd und fordernd oder abweisend, durch Tumulte marginalisierend, umgehen.
Aber das brauche ich Dir ja nicht zu erzählen!, auch wenn Du hier scheinbar in diesem Blog
“Stockholm- Syndrom“ als „So als ob Spiel“ am Beispiel der DDR?“

für aufstörend, verstörende Tumulte zuständig bist!, oder?

Ich denke, Dir fehlt die Zeit zur Konzentration und zum Nachdenken über dieses Thema, wie Du es in Deinem Blog zum
„Stockholm- Syndrom“
wiederholt schlussendlich verlautbart hast?

Du warst es doch bei diesem Thema selber, die sich vom Kuchen zum Krümel zerbröselt hat.
Also!,
wenn Kuchen sprechen, haben Krümel Pause!, oder?
Streifzug schrieb am 11.10.2010 um 20:54
Hallo Joachim Petrick,

kurz die neusten Kommentare durchklickend lese ich:
... Ich denke, Dir fehlt die Zeit zur Konzentration und zum Nachdenken über dieses Thema ...
Pui. Wasn das? Wenn ich meiner Frau so eine Bemerkung unterschieben würde, bedürfte es keines Schießbefehls an der Ehegrenze um die Sache kurz und schmerzlos zu klären. Wie ist es bei dir? Gibt es da noch ein weibliches Wesen, welches einen alten Hagestolz auf dem Teppich hält?

Ansonsten zwar meist recht verschwurbelt aber immer mit einigen gut versteckten Perlen. Als wäre deine wirklicher Berufung Osterhase.
Joachim Petrick schrieb am 12.10.2010 um 01:31
Hallo Streifzug

... Ich denke, Dir fehlt die Zeit zur Konzentration und zum Nachdenken über dieses Thema ...

Da greife ich nahezu wortgleich ein Zitat von Magda selber in ihrem Blog:
„MauerGau äh Mauerbau und „Stockholm- Syndrom“ auf.

Die Worte sind also nicht meine Blüten.

Also liegst Du mit Deinem Rest- Text bis auf die Perlen fehl.
Für die ich mich bedanke, auch wenn du mich schwurbeln siehst, wo ich das so nicht sehe.
Nenne mir Ross und Reiter, erst das stimmt uns hier im Diskurs heiter..

Was sollen diese Allgemeinplätze, auch was die Perlen betrifft?
Warum verweigerst Du dich der wirklichen Teilahme am Diskurs? Sprich!

„Ansonsten zwar meist recht verschwurbelt aber immer mit einigen gut versteckten Perlen. Als wäre deine wirklicher Berufung Osterhase.“

Ich habe einmal zu Ostern den Hahn wallraffmäßig als Osterhase verkleidet getarnt gespielt, um den Osterhasen dahingehend zu entlarven, dass er keine Eier legt, sondern die Eier aus fremden Hühnerställen armen Hennen klaut.

Das Publikum hat gerast, hat den Osterhasen aber als solchen Strolch nicht verurteilt, obgleich ich ihn
„in flagranti erwischt“
zu einem voll umfassenden Geständnis überreden konnte

„Gibt es da noch ein weibliches Wesen, welches einen alten Hagestolz auf dem Teppich hält?“

Gute Pointe. Nächste Pointe!

Machst u mit dieser Frage besondere Erkundigungen für ein bestimmtes Werbe Portal?
Joachim Petrick schrieb am 12.10.2010 um 01:36
Lesehilfe für Streifzug(s. o, über Dir mein Kmmentar an Magda)

"Ich denke, Dir fehlt die Zeit zur Konzentration und zum Nachdenken über dieses Thema, wie Du es in Deinem Blog zum
„Stockholm- Syndrom“
wiederholt schlussendlich verlautbart hast?"
ist doch wohl eideutig!, oder ?

verschwurbelst Du Texte anderer bis zur Unkenntlichkeit?,
oder willst Du mich unter Grundlast Beschäftigungsstrom halten.?
Magda schrieb am 12.10.2010 um 21:16
@ Joachim Petrick - "wer, wie Du von Anfang an mit dicken Lettern in der FC- Cloud unantastbar hockt"

Ach daher weht der Wind. Das vereinfacht alles, das ist Alltagsgeplänkel und eigentlich primitiv.

Soll ich Dir was mitteilen, lieber Joachim? Ich bin hier beim Freitag aufgetaucht genau so unbekannt wie alle anderen auch. Der Rest ist ein bisschen Zeit als Pensionärin, viel Lust - und zugegeben auch Erfahrung beim Schreiben und hin und wieder die Gabe, "einen Ton zu treffen", der auch anderen was sagt. Und ich habe mich damit wie ich denke ein bisschen durchgesetzt und Leser gefunden.
Deshalb bin ich wohl auch in der Cloud. Nebenher - vor einiger Zeit habe ich gebeten, meinen Namen zu verkleinern, weil ich gar nicht so groß drin sein wollte. Nicht größer als Titta zum Beispiel, weil ich keinen Ärger wollte. Und das ist Dir eine boshafte Bemerkung wert?

Du machst Dich selbst unglaublich klein mit solch einem Kommentar und offenbarst - nebenher wie auch Titta - worum es wirklich geht. Um Missgunst. Punkt. Mir ist das alles egal. Für mich ist Konkurrenz, sich um gutes Schreiben zu bemühen. Nicht mehr und nicht weniger.

Das werde ich weiter pflegen und mich um Kommentare zu abgeschmackten Statements nicht mehr bemühen.

Weiter unten meint einer, ich hätte meine Art der Kommunikation irgendwo geschult. Bosheit, Niedertracht wohin man guckt.

Pfui Teufel.

Ich steig mal eine Weile aus. Es ist, dass einem die Galle überläuft.
Joachim Petrick schrieb am 13.10.2010 um 01:31
@Magda

„Das werde ich weiter pflegen und mich um Kommentare zu abgeschmackten Statements nicht mehr bemühen. „

Gute Idee.

Wenn Du dann auch selber abgeschmackte Statements
(u. a. hier Titta in Dein Statement an mich zu verwursten)
in die Rumpelkammer verweist,
hätten wir gemeinsam unerwartet mit Gleichgesinnten eine neue Arbeitsgrundlage.

Ich sach ma:

„Nur wer das Kleine wagt, kann das Große gewinnen“

Mein Hinweis auf die Cloud war nur als Piekse gedacht, wenn Dich das gekränkt hat, entschuldige ich mich dafür.

Jeder ist halt unterschiedlich kränkbar unterwegs und soll es nach seinem/ihrem Gusto bleiben.

In diesem zugewandten Sinne sage ich Dir hier als Hamburger

tschüss
Jochen
der arme berliner schrieb am 11.10.2010 um 14:49
Was soll dieses ganze pseudo-wissenschaftliche Hin und Her? Man, dieses Forum ist doch keine Selbstbefriedigungskiste! Stockholmsyndrom und Grenzregime der DDR - auf so etwas kann man nur kommen, wenn man entweder verzweifelt oder vereinsamt oder verzweifelt veinsamt zu hause sitzt.
Ich war 3 Jahre im medizinischen Dienst der DDR-Grenztruppen, asl sogenannter Sani-Unteroffizier. Ich habe die armen Hunde von zum Teil noch halben Kindern doch gesehen, die da per se in "mörderische" Situationen geschickt wurden. "Mörderisch" dabei sogar in doppelter Hinsicht: Wer als als junger, evtl. angehender, Familienvater seine 18 Monate nur schnell runterdienen wollte, der bekam hier einen enromen Stress und Druck aufgebürdet, der nicht nur Flüchtlinge, sondern auch die eigenen Seelen der Grenzsoldaten kaputt machte. Da kam nicht mal ein Hauch von Identifizierung mit dem Grenz-Regime zustande, sondern nur der innige Wunsch, dass während der eigenen Schicht, im eigenen Abschnitt keiner versuchen sollte, zu fliehen.
Wir haben damals mit einem uns sehr wohlgesonnen Regimentsarzt dutzende dieser jungen Menschen, eben noch halbe Kinder, einfach krank geschrieben, um ihnen etwas Ruhe zu geben.
Joachim Petrick schrieb am 11.10.2010 um 15:02
@der arme berliner

„Da kam nicht mal ein Hauch von Identifizierung mit dem Grenz-Regime zustande, sondern nur der innige Wunsch, dass während der eigenen Schicht, im eigenen Abschnitt keiner versuchen sollte, zu fliehen. „

Damit beschreiben Sie genau das, was in dem Stockholm Syndrom theamtisiert wird.

„Wir haben damals mit einem uns sehr wohlgesonnen Regimentsarzt dutzende dieser jungen Menschen, eben noch halbe Kinder, einfach krank geschrieben, um ihnen etwas Ruhe zu geben.“

Damit bekunden Sie, wenn nicht Ihre nachhaltiges Identifikation mit dem Grenzregime, der Nomenklatur der DDR, die trotz Gorbatschow, Perestroika, Glasnost, den Druck von ihren Grenzsoldaten/innen unmenschlich aufrecht erhielt, so doch ihre zeitnah reale Zeugnisschaft des Stockholm- Syndroms“ ( wohlgesonnener Regimentsarzt)
SiebzehnterJuni schrieb am 11.10.2010 um 15:03
der arme berliner:

An die Grenze kamen keine normalen Wehrplichtigen. Es kamen nur Freiwillige und diese wurden auch einer besonderen Prüfung unterzogen: keine Westverwandtschaft in der gesamten Familie usw.usw. Oder bin ich da falsch unterrichtet worden?
Joachim Petrick schrieb am 11.10.2010 um 15:07
"An die Grenze kamen keine normalen Wehrplichtigen. Es kamen nur Freiwillige und diese wurden auch einer besonderen Prüfung unterzogen: keine Westverwandtschaft in der gesamten Familie usw.usw. Oder bin ich da falsch unterrichtet worden?"

Danke für den sachdienlichen Hinweis!
der arme berliner schrieb am 11.10.2010 um 15:08
Da sind sie schlecht informiert. Da sich kaum noch freiwillig meldeten, ging man schon Anfang der 80er Jahre dazu über "Normal-Wehrpflichtige" an die Grenze zu holen.
der arme berliner schrieb am 11.10.2010 um 15:10
Allerdings ohne Westverbindung, das stimmt. Aber das ist kein wesentliches Kriterium für die Stellung zum DDR-Regime.
der arme berliner schrieb am 11.10.2010 um 15:16
Ich kann ihnen noch ein beispiel geben, wie schwierig das alles zu begreifen ist: Ich wurde als Sanitäter abgestellt, um den Abbau der Selbstschussanlagen medizinisch zu gewährleisten. Monatelang stand ich mit meinen Krankenwagen da, um evtl. Arbeitsunfälle zu versorgen. Es gab tage, da stand die Grenze im bauabschnitt völlig offen: Kein Zaun, kein Hinderniss. Wenige Meter nur für die Soldaten, die da buddelten. Für Waffenbesitzer gab es die klare Order, keinen Schuss in Richtung Westen! Es gab nur nur zwei Menschen bei uns die Waffen trugen während der Arbeiten. Ein leichtes zu fliehen. Es gab nicht mal den Versuch eines Soldtane, dies zu tun. Auch von keinem Bewohner der jeweiligen Grenzgebiete. Das machte mich damals schon ratlos und heute auch noch. Daher finde ich alle "Erklärungsmodelle", wie das DDR-Regime trotz großen Mangels 37 Jahre lang ohne nennenswerten inneren Widerstand herrschen konnte, entweder für einäugig oder gar falsch.
der arme berliner schrieb am 11.10.2010 um 15:20
Das meine ich ja. Das ist pseudointellektuelles Gesülze! Wir sollten die Realitäten der DDR einfach nur beschreiben, wie wir sie erlebt haben. Und auf der anderen Seite sollte nur zugehört werde.
Interpretieren durch Dritte, wie sie, auch mit so einem wohlklingendem Synonym wie "Stockholm-Syndrom" ist reine Selbstbeschäftigung für Leute wie Sie.
Joachim Petrick schrieb am 11.10.2010 um 15:21
"Da sind sie schlecht informiert. Da sich kaum noch freiwillig meldeten, ging man schon Anfang der 80er Jahre dazu über "Normal-Wehrpflichtige" an die Grenze zu holen."

Danke für diesen sachdienlich ergänzenden Hinweis
SiebzehnterJuni schrieb am 11.10.2010 um 15:37
armer Berliner

und rechts und links von ihrer Baustelle kein Grenzturm, der nicht mit mindestens einer Person besetzt war? Das kann ich mir nur schwer vorstellen. Aber was soll's , Sie waren da und nicht ich!!
Joachim Petrick schrieb am 11.10.2010 um 15:45
@SiebzehnterJuni

"und rechts und links von ihrer Baustelle kein Grenzturm, der nicht mit mindestens einer Person besetzt war? Das kann ich mir nur schwer vorstellen. Aber was soll's , Sie waren da und nicht ich!!"

warum nicht?,
er Grenzbereich war weiträumig zur DDR abgeschirmt. Richtung Westen galt das Primat der deeskalierenden Entspannungspolitik!
Rapanui schrieb am 11.10.2010 um 16:00
@ Joachim Petrick am 11.10.2010 um 15:21

>>>"Da sind sie schlecht informiert. Da sich kaum noch freiwillig meldeten, ging man schon Anfang der 80er Jahre dazu über "Normal-Wehrpflichtige" an die Grenze zu holen." Danke für diesen sachdienlich ergänzenden Hinweis<<<

Der Hinweis ist nicht sachdienlich, sondern falsch. Die Wehrpflicht in der DDR wurde 1962 eingeführt.

Den differenzierenden Bemerkungen von "der arme berliner" genügen vollkommen um deutlich zu machen, wie sonderbar und nutzlos diese Diskussion um das "Stockholm Syndrom" ist.
Magda schrieb am 11.10.2010 um 17:06
"Stockholmsyndrom und Grenzregime der DDR - auf so etwas kann man nur kommen, wenn man entweder verzweifelt oder vereinsamt oder verzweifelt veinsamt zu hause sitzt.

Oh je, das würde ich jetzt nicht unterstellen.

"Da kam nicht mal ein Hauch von Identifizierung mit dem Grenz-Regime zustande, sondern nur der innige Wunsch, dass während der eigenen Schicht, im eigenen Abschnitt keiner versuchen sollte, zu fliehen."

Kann ich mir gut vorstellen.
Magda schrieb am 11.10.2010 um 17:07
Joachim Petrick - alle DDR-Bürger sind Komplizen, identifizieren sich und haben nur auf Dich gewartet mit Deinen Verdikten. Langsam habe ich auch die Nase voll. Sprich mich bloß nicht an, wenn wir uns - zufällig - wo begegnen sollten.
SiebzehnterJuni schrieb am 11.10.2010 um 17:24
>>Ein leichtes zu fliehen. Es gab nicht mal den Versuch eines Soldaten, dies zu tun. Auch von keinem Bewohner der jeweiligen Grenzgebiete.<<

Und die jeweiligen Bewohner wussten mit Sicherheit und von dem von Ihnen beschriebenen augenblicklichen Zustand an der Grenze?

Es gibt inzwischen genug Dokumentarfilme von Menschen diesseits und jenseits der ehemaligen Grenze. Dort wurde oft beschrieben, dass nahezu alle grenznahen Orte von der Stasi regelrecht durchsetzt waren. Und so war es eben gerade für die grenznah wohnenden Menschen unmöglich zu fliehen. Die Flüchtigen kamen aus diesem Grunde auch meist nicht von dort.

Ich mag keine Verharmlosung. Warum sind denn selbst grenznah wohnende über Ungarn geflohen?

Wer einmal persönlich gesehen hat, wie viele Lastwagen Überwachungselektronik vom Dachgeschoss des Cafe Heider in Potsdam abtransportiert wurden, der kann nicht glauben, dass dort an der Grenze auch nur ein km unbeobachtet blieb.

p.s.: im Cafe Heider gab es für jeden Tisch Richtmikrophone für jeden der 4 Plätze an dem jeweiligen Tisch. Und für jeden Tisch gab es einen Stasimann auf dem Dach!! Das galt ebenso für die Raststätte Michendorf am Berliner Ring!!
Joachim Petrick schrieb am 11.10.2010 um 17:32
@SiebzehnterJuni

"Ich mag keine Verharmlosung. Warum sind denn selbst grenznah wohnende über Ungarn geflohen?"

das klang in Ihrem vorherigen Kommentar oben nicht ganz so klar:

"Es gab tage, da stand die Grenze im bauabschnitt völlig offen: Kein Zaun, kein Hinderniss. Wenige Meter nur für die Soldaten, die da buddelten. Für Waffenbesitzer gab es die klare Order, keinen Schuss in Richtung Westen! Es gab nur nur zwei Menschen bei uns die Waffen trugen während der Arbeiten. Ein leichtes zu fliehen. Es gab nicht mal den Versuch eines Soldtane, dies zu tun. Auch von keinem Bewohner der jeweiligen Grenzgebiete. Das machte mich damals schon ratlos und heute auch noch."

Deshalb Danke für die Klarstellung
Joachim Petrick schrieb am 11.10.2010 um 17:45
@Rapanui

inzwischen gab es aber nach 1962 die so genannten Bausoldaten als fragwürdiger Ersatz für die Wehrdienstverweigerung (s. u. a. Rainer Eppelmann), die aus Gewissensbissen keine Waffe in die Hand nehmen wollten.

„Den differenzierenden Bemerkungen von "der arme berliner" genügen vollkommen um deutlich zu machen, wie sonderbar und nutzlos diese Diskussion um das "Stockholm Syndrom" ist.“

Das Sie diese Meinung für sich betont beanspruche,
ist okay, für die Allgemeinheit aber, wie Sie bereits hier an der Beteiligung in der Kommentarleiste erleben, offensichtlich nicht.
Joachim Petrick schrieb am 11.10.2010 um 18:00
@Magda

„Langsam habe ich auch die Nase voll. Sprich mich bloß nicht an, wenn wir uns - zufällig - wo begegnen sollten.“

Schön, dass Du, wider Erwarten wider Zeit hast für meinen Blog.

Schade nu, dass Du diese Zeit missbraucht, um hier als FC- Blogwartin- Tröte herabsetzend grollg trollig auf der Lauer zu liegen.

Warum fällt es Dir so schwer, Dich einmal entspannt im Hier und jetzt auf so ein „So als ob- Spiel“
befangen wie unbefangen einzulassen?

Welchen offenen wie weniger offenen Loyalitäten bist Du hier im FC wie andernorts verpflichtet, dass das bisher scheinbar gar nicht geht?

„Sprich mich bloß nicht an, wenn wir uns - zufällig - wo begegnen sollten.“

Wer sich großkotzig von mir nach all dem Gedankenaustausch, den wir befruchtend miteinander hatten und pflegten, so anstazloc ,im Stil des „DDR- Nomenklatur Offiziersbetriebes“ mit
„hochachtungsvoll…“
(s. Sein Stockholm- Syndrom“ Blog)
verabschiedet den spreche ich ohnehin erst einmal
„hochächtlich“,
mich selber vor Anfeindungen schützend, gar nicht an?
Joachim Petrick schrieb am 11.10.2010 um 18:18
ergänzt:

@Magda

„Langsam habe ich auch die Nase voll. Sprich mich bloß nicht an, wenn wir uns - zufällig - wo begegnen sollten.“

Schön, dass Du, wider Erwarten wider Zeit hast für meinen Blog.

Schade nu, dass Du diese Zeit missbraucht, um hier als FC- Blogwartin- Tröte herabsetzend grollg trollig auf der Lauer zu liegen.

Warum fällt es Dir so schwer, Dich einmal entspannt im Hier und jetzt auf so ein „So als ob- Spiel“
befangen wie unbefangen einzulassen?

Welchen offenen wie weniger offenen Loyalitäten bist Du hier im FC wie andernorts verpflichtet, dass das bisher scheinbar gar nicht geht?

„Sprich mich bloß nicht an, wenn wir uns - zufällig - wo begegnen sollten.“

Wer sich großkotzig von mir nach all dem Gedankenaustausch, den wir befruchtend miteinander hatten und pflegten, so ansatzlos ,im Stil des „DDR- Nomenklatur Offiziersbetriebes“ mit
„hochachtungsvoll…“
(s. Sein Stockholm- Syndrom“ Blog)
verabschiedet den spreche ich ohnehin erst einmal
„hochächtlich“,
mich selber vor Anfeindungen schützend, gar nicht an?

Das weißt Du natürlich.
Geht es Dir mit Deinem womöglich um etwas ganz anderes?:
„„Sprich mich bloß nicht an, wenn wir uns - zufällig - wo begegnen sollten.“

Geht ist Dir um den FC- Alarm:
“Auf keinen Fall mit JP beim kommenden Freitags Salon in Kontakt gehen. Der steht als „unberührbarer“ unter meinem „FC- Bann und Acht“?

Lass es ich wissen!
SiebzehnterJuni schrieb am 11.10.2010 um 18:49
lieberJoachim ..

Der Kommentar "...Es gab Tage...auch noch." stammt nicht von mir!!
Rapanui schrieb am 11.10.2010 um 19:39
@ Joachim Petrick am 11.10.2010 um 17:45

>>>inzwischen gab es aber nach 1962 die so genannten Bausoldaten als fragwürdiger Ersatz für die Wehrdienstverweigerung (s. u. a. Rainer Eppelmann), die aus Gewissensbissen keine Waffe in die Hand nehmen wollten.<<<

Sie stimmten der Bemerkung zu "Da sich kaum noch freiwillig meldeten, ging man schon Anfang der 80er Jahre dazu über "Normal-Wehrpflichtige" an die Grenze zu holen." Diese Aussage ist genaugenommen sinnlos, nicht einmal falsch. Es gab Anfang der 80er überhaupt keine "Freiwilligen" mehr in der NVA, weil 1962 die Wehrpflicht eingeführt wurde. Wenn es eine Wehrpflicht gibt, ist der Status "Freiwillig" sinnlos.

Ich verstehe nicht, warum Sie über "Bausoldaten" sprechen. Die haben doch gar nicht damit zu tun, das ich den von Ihnen falsch verwendeten Fakt korrigiere.

Dennoch zu den Details "Bausoldat": Das war die einzige Alternative, um nicht ins Gefängnis zu kommen, wenn man nicht "Dienst an der Waffe" leisten wollte. Dies stand genaugenommen aber nur künftigen Priestern, Pfarrern und eng kirchlich gebundenen Männern zur "Wahl". Eine Entscheidung aus "Gewissensgründen/-bissen", wie in den späteren Jahren der BRD, gab es in der DDR nicht. Dass es eine Vielzahl von Beispielen ab, in denen sich junge Männer unter das Dach der Kirche begaben, um auch aus politischen Gründen nicht mit der Waffe die DDR verteidigen zu müssen, ist eine Ausnahme von dieser rigiden Regelung.

>>>Das Sie diese Meinung für sich betont beanspruchen, ist okay, für die Allgemeinheit aber, wie Sie bereits hier an der Beteiligung in der Kommentarleiste erleben, offensichtlich nicht.<<<

Das genügt mir vollkommen. Mit Interesse habe ich Uwe Theels, Magdas, Rahabs, Arme Berliners, ... Postings gelesen und damit relativiert sich, das mit der "Allgemeinheit"

Mir geht es bei der Arbeit an den Begriffen, die Sie natürlich nicht genau verwenden können, nicht darum, Sie für eine Diskussion zu diesem Thema zu disqualifizieren - ganz im Gegenteil. Ich schlage Ihnen aber vor etwas vorsichtiger, etwas fragender, etwas lernernder zu agieren.
Joachim Petrick schrieb am 11.10.2010 um 20:54
SiebzehnterJuni schrieb am 11.10.2010 um 18:49
lieberJoachim ..

Der Kommentar "...Es gab Tage...auch noch." stammt nicht von mir!!

Danke Nachricht ist angekommen.

Wo steckt der hier denn? Uhrzeit, Tag ?
Magda schrieb am 11.10.2010 um 21:20
"Welchen offenen wie weniger offenen Loyalitäten bist Du hier im FC wie andernorts verpflichtet, dass das bisher scheinbar gar nicht geht?"

Irgendwie sind hier alle ein bisschen paranoid. Wem soll ich denn verpflichtet sein? Ich ärgere mich rasend über diese Stockholm-Syndrom-Geschichte, dazu noch verwirrend dargeboten im üblichen Durcheinander-Stil. Und Du hörst und hörst nicht auf...damit.

Ich bin keine Blogwartin, das ist schon wieder die nächste Beleidigung.

Es kommen Leute, die die Praxis schildern, es kommen Leute aus dem Osten, die versuchen, ihre Sicht anzumelden. Es hat keinen Zweck. Petrick hat das Debatten-Konzept und fertig und auch die Grundüberzeugung, dass die Ossis geheilt werden müssen von einer durch Traumata erworbenen falschen Sicht oder irgendsowas. Es hängt mir zum Halse raus. In Worten - zum Halse.

Wenn ich touchy wäre, würde ich sagen: Dein Blog läuft weiter, Du hast in Deinen eingeladen. Meiner ist geschlossen. Was ist das für ein Stil.
Joachim Petrick schrieb am 11.10.2010 um 23:26
@Magda

wieso ist Dein Blog denn geschlossen worden?

Falls Du einige Anwürfe als beleidigungen empfunden hast, nehme ich diese hiermit udrücklich mit Bedaueern zurück.

„Es hat keinen Zweck. Petrick hat das Debatten-Konzept und fertig und auch die Grundüberzeugung, dass die Ossis geheilt werden müssen von einer durch Traumata erworbenen falschen Sicht oder irgendsowas“

Was Du mir hier unterstellst, gibt weder das Thema her noch der Verlauf der Kommentarhistorie.
Was sollen diese beleidigenden Anwürfe?

Du warst es doch, die mich zum „Rapport“ in Deinem Blog
„Mauerbau und Stockholm- Syndrom“
geladen hast, anstatt hier in diesem Blog selber Rede und Antwort zu stehen, oder den Blog einfach sich selber, ohne Dich, ohne Deine Kommenatre, zu überlassen.

Was ist denn in Dich gefahren Magda?
Was ist denn los?
Ab 225 Kommentar- Nicks, oder etwas später, wird meine Kommentarleiste hier vermutlich auch geschlossen.

Mein Thema ist nicht die DDR, sondern die system- wie blockübergreifend deutsche- deutsche Verstrickung der Parteien, Kirchen Gewerkschafts- , Verbände- Politik seit 1949, seit der deutschen Teilung u. u. bis 1990 und danach?

Wenn ich auf Fragen antworte heißt das ja noch lange nicht, dass ich die Wahrheit gepachtet habe, wie Du hier nahe legst, dass ich dies angeblich tue.

Mensch Magda,
nun kriege Dich wieder ein,
Es geht hier um Meinungen, um ein Meinungsmedium und nicht um unser wirkliches Leben.
Joachim Petrick schrieb am 11.10.2010 um 23:42
@Rapanui

"Ich verstehe nicht, warum Sie über "Bausoldaten" sprechen. Die haben doch gar nicht damit zu tun, das ich den von Ihnen falsch verwendeten Fakt korrigiere." ??

Dennoch zu den Details "Bausoldat": Das war die einzige Alternative, um nicht ins Gefängnis zu kommen, wenn man nicht "Dienst an der Waffe" leisten wollte. Dies stand genaugenommen aber nur künftigen Priestern, Pfarrern und eng kirchlich gebundenen Männern zur "Wahl". Eine Entscheidung aus "Gewissensgründen/-bissen", wie in den späteren Jahren der BRD, gab es in der DDR nicht. Dass es eine Vielzahl von Beispielen ab, in denen sich junge Männer unter das Dach der Kirche begaben, um auch aus politischen Gründen nicht mit der Waffe die DDR verteidigen zu müssen, ist eine Ausnahme von dieser rigiden Regelung."

Sie haben sich ihre obige Frage selber beantwortet. Eben die Alernative zum Dienst ander Waffe.

"Ich schlage Ihnen aber vor etwas vorsichtiger, etwas fragender, etwas lernernder zu agieren."

ich verweise darauf, dass ich hier nur Fragen stelle und auf Fragen antworte.

Warum also Ihre Empfelung?, so gut diese gemeint sein mag?
Joachim Petrick schrieb am 12.10.2010 um 00:43
@ Rapanui

interessant ist, dass ich in anderen Blogs, eher nicht solche Art von Empfehlungen von anderen Bloggern/innen wiederholt erhalten, wie:

„Ich schlage Ihnen aber vor etwas vorsichtiger, etwas fragender, etwas lernernder zu agieren.“

Sondern eher unartikulierte Beschimpfungen oder allgemein formuliert braven Zuspruch.

Ob das auch mit der Sozialisation in Schule, Hochschule, Beruf, NVA der DDR zutun hat, dass ich gleich ein Angebot von selbst ernannten Führungsoffizieren, Coachs bekomme?

Seltsam, seltsam?

Ich weiß noch gar nicht, wie ich das einschätzen kann, weil dies einerseits rührend, andererseits die Gefahr von Übergriffen in sich birgt, jemanden, samt seinem Thema im Blog, ruhig stellen zu wollen.

Ihr Hinweis auf andere Blogger/innen wie Uwe Theels, Magdas, Rahabs, Arme Berliners, ..

Das wirkt für mich, in diesem Zusammenhang, in dieser Summe, eher nicht vertrauensbildend, wenn auch jeder für sich als Blogger/in vertrauenswürdig sein mag.

Fragen über Fragen.

Warum verweien Sie in disem Blog zu diesem Thema, wenn dies alles Sie son annervt?

Warum ziehen Sie nicht einfach kommentarlos weiter, oder lassen sich wirklich auf mein Angebot eines kommunikativen Spiels
“Stockholm- Syndrom“
ein?
Titta schrieb am 12.10.2010 um 01:27
@JP

Wördmaster,

ich bewundere dich für deine Geduld!
Was für die einen offenbar eine authentische und daher wertzuschätzende Äußerung darstellt, ist für andere schlichtweg nur schlechtes Benehmen. Daneben noch die Reihe an Unterstellungen, vertrauensbildend ist das wirklich nicht. Und warum gerade dir hier geraten wird, zurückhaltender zu sein, hat dann ja schon was ungewollt komisches. Aber wie gesagt, da scheinen die Einschätzungen halt sehr unterschiedlich zu sein.

Halt durch, halt die Ohren steif (zur Not gehste halt nach draußen in die Kälte), von dir kann man Contenance lernen.

Gut's Nächtle
Titta
Joachim Petrick schrieb am 12.10.2010 um 02:36
@Titta

vielen Dank für die mentale Rückenstärkung.

In diesem Blog habe ich viel über Menschen gelernt, die so oder so in der FC unterwegs sind.
Allein das hat diesen Blog des „So als ob- „ gelohnt.
Auch gutes Nächtle

Tschüss
Jochen
Rapanui schrieb am 12.10.2010 um 12:40
@ Joachim Petrick am 12.10.2010 um 00:43
@ Joachim Petrick am 11.10.2010 um 23:42

>>>>Sie haben sich ihre obige Frage selber beantwortet. Eben die Alernative zum Dienst ander Waffe.<<< Das war nur ein Wissens-Goody für Sie.

Das Einbringen des Begriffes "Bausoldat" durch Sie an der entsprechenden Stelle war und bleibt unlogisch. Sie berufen sich auf "Freiwillige", die es Anfang der 80er nicht mehr gab. Ich erläutere Ihnen, dass die Verwendung dieses Begriffes aufgrund der Wehrpflicht von 1962 sinnlos ist. Sie vollziehen unbegründet eine Rochade in das andere Thema "Bausoldat" und entziehen sich damit der Anerkennung des von Ihnen gemachten argumentativen Fehlers. Das nachzuweisen war mir wichtig, weil Ihnen solche Ausweichmanöver öfter unterlaufen und die Argumentation erschweren. "Verschwurbelt" nannte das Uwe Theel (?)

Einen anderen groben Schnitzer, den mit der "Bronzezeit" umgehen Sie ebenfalls und flüchten sich in eine emotionale Erregung ("Coach, Führungsoffizier) , weil ich Ihnen etwas vorschlage. Auch hier schlage ich Ihnen nun erneut vor, einfach und unkompliziert Fehler einzuräumen. Ganz offen: Taktisch dient mir dieses Vorgehen, Ihnen im Detail Fehler nachzuweisen, dazu, Ihre unnötig einseitige Interpretation der DDR-Bürger als Geschädigte des Stockholm Syndroms, als das darzustellen, wofür ich Sie halte: Eine unzulässige Verallgemeinerung.

Deshalb wiederhole ich fröhlich meinen Vorschlag: "Ich schlage Ihnen aber vor etwas vorsichtiger, etwas fragender, etwas lernernder zu agieren." Stilistisch empfinde ich den "Vorschlag", als eine gute Form die unterhalb des "Ratschlags", aufrichtiger als die "Bitte" und deutlicher als die "Meinung" ist.

Wo habe ich denn geschrieben, dass mich die Diskussion "annervt"? Über Ihren Vorschlag (das ist ja wohl einer) "kommentarlos weiterziehen" denke ich nach, auch um Ihnen zu zeigen, was ich mit meinen Vorschlägen bezwecke. Wissen Sie was? Das fällt mir just in diesem Moment ein; ich werde Ihren Vorschlag beherzigen und ziehe ohne weitere Kommentare zu platzieren weiter. Bis bald mal wieder.
Joachim Petrick schrieb am 12.10.2010 um 16:06
@Rapanui

„. Sie berufen sich auf "Freiwillige", die es Anfang der 80er nicht mehr gab. Ich erläutere Ihnen, dass die Verwendung dieses Begriffes aufgrund der Wehrpflicht von 1962 sinnlos ist. Sie vollziehen unbegründet eine Rochade in das andere Thema "Bausoldat" und entziehen sich damit der Anerkennung des von Ihnen gemachten argumentativen Fehlers. Das nachzuweisen war mir wichtig, weil Ihnen solche Ausweichmanöver öfter unterlaufen und die Argumentation erschweren. "Verschwurbelt" nannte das Uwe Theel (?)“

alte „Magda“ FC- Masche “Das tapfere Schneiderlein“.
„Bringe mindestens zwei andere in Deinem Sinne gegeneinander auf“

„Taktisch dient mir dieses Vorgehen, Ihnen im Detail Fehler nachzuweisen, dazu, Ihre unnötig einseitige Interpretation der DDR-Bürger als Geschädigte des Stockholm Syndroms, als das darzustellen, wofür ich Sie halte: Eine unzulässige Verallgemeinerung.“

Darum geht es mäandrierend ins Kleinkarierte, Kleinmütige zu marschieren, um das eigentliche Thema in der Debatte unkenntlich zu machen.

Selten wurde im FC diese masche so markant treffend benannt.

„Das fällt mir just in diesem Moment ein; ich werde Ihren Vorschlag beherzigen und ziehe ohne weitere Kommentare zu platzieren weiter. Bis bald mal wieder.“

Das nenne ich Initiative bis zm Wiedersehen.
der arme berliner schrieb am 11.10.2010 um 15:04
Wer versucht, die DDR mit dem Stockholmsysndrom zu verknüpfen, muss schon daran scheitern dass es die monolithisch strukturierte DDR-Bevölkerung nie gab! Die gewollte "Einheit von Arbeiterklasse, Bauernschaft und Intilligenz", war reines Wunschdenken der Ideologie der SED.

Es gab soziale Unterschiede:
bitterste Armut (meine Oma, die ihr Leben lang arbeitete, mußte bis zu ihrem Tode 1987 arbeiten gehen, weil ihre Mindestrente nicht reichte um ein menschenwürdiges Leben führen zu können) und es gab DDR-Reiche mit Neckermannhaus, Westauto und westdeutschen Konsumgütern.

Es gab politische Unterschiede:
Es gab die bekloppten Ideologen und es gab die ehrlich meinenden, fragenden und kritischen Bürger (auch SED-Mitglieder), nicht zu verwechseln mit den Bürgerrechtlern.

Das ginguqer durch die Familien und Menschen: Mein Vater war
KFZ-Schlosser bei der Armee, SED-Mitglied, FDGB-Vertrauensmann für seine Kollegen. Ging immer, pünktlich zu Versammlungen, Q"war gesellschaftlich aktiv": Ein loyaler DDR-Bürger, der mit Umsturz, oder gar Flucht nie etwas am Hut hatte. Aber er informierte sich zum Beispiel ausschließlich über das Westfernsehen, was poilitisch und sonst so geschah. Ostmedien waren für ihn tabu, weil langweilig und verlogen.
Er glaubte dem Regime kein Wort, sah die Wirklichkeit und ging mit ihr eben auf seine Art um.
Er war authentisch. Und wie er Millionen andere auch.
Hören wir doch auf, herumzupsychologisieren. Diese Diskussionen sind doch nur Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für inspirationsarme Intellektuelle.
Joachim Petrick schrieb am 11.10.2010 um 15:19
@der arme berliner

„Hören wir doch auf, herumzupsychologisieren. Diese Diskussionen sind doch nur Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für inspirationsarme Intellektuelle.“
Ich sehe im „So als ob Stockholm Syndrom Spiel“ auf die DDR Nomenklatur, Grenzregime, Offiziers- , Medizin- , Psychiatriebetrieb u. u. keine herum psychologisieren, sondern den Versuch einer Gegenwehr gegen jahrzehntelange Praxis des unterschwelligen Psychologisierens in der Propaganda der DDR Medien
“Wir lieben uns doch im real- existierenden Sozialismus der Werktätigen alle!“
wie in den soagr aufgeklärteren West- Medien
„Ihr seid alle Geiseln unserer unseligen Geschichte, Wir holen euch da raus!“,
ohne diese „klare Kante“ bekennend als „Stockholm- Syndrom“ zu benennen..
apatit schrieb am 11.10.2010 um 15:52
JP, der arme Berliner hat das nicht schlecht geschildert und ich warte noch auf eine Antwort.
Joachim Petrick schrieb am 11.10.2010 um 16:09
er arme Berliner hat das nicht schlecht geschildert und ich warte noch auf eine Antwort.

ich sehe das auch so und warte geduldig.
Bis später
claudia schrieb am 11.10.2010 um 16:09
>>Ein leichtes zu fliehen. Es gab nicht mal den Versuch eines Soldaten, dies zu tun. Auch von keinem Bewohner der jeweiligen Grenzgebiete.<<
Das erinnert mich daran. wie meine Kusine aus Dresden meine Eltern zu deren goldener Hochzeit besuchte:
Die Reise war genehmigt worden. Sie kam ganz normal mit der Bahn angereist, nahm an der Familienfeier teil und fuhr dann wieder zurück nach Dresden/DDR.

Einem "BILD"-Leser durfte man das nicht erzählen...
Joachim Petrick schrieb am 11.10.2010 um 16:16
Das hab ich im März 1989 auch in meiner Famile anlässlich einer Geburtstagsfeier erlebt.

Ich habe sogar erlebt, dass ein Teil einer Familie ihren Vater in Hamburg 1987 bedrängte, doch nitte wieder zurück nach Rostock zu kehren, der dann in Westdeutschland bieb, während der größere Teil der Familie heimatsverbunden treu und brav und einsehbar gut begründet zurück nach Rostock reiste.
Magda schrieb am 11.10.2010 um 17:09
"heimatsverbunden treu und brav und einsehbar gut begründet zurück nach Rostock reiste."

langsam wirds fies.
Joachim Petrick schrieb am 11.10.2010 um 17:27
@Magda

"langsam wirds fies."

Was sollen diese unduldsam abwertenden Gedanken?
Frage doch einfach, wenn Du etwas nicht verstehst.
.
Es wird nicht langsam fies,
sondern die deutsch- deutschen verhältnisse waren selbst noch 1987 mit Glasnost, Perestroika regierungsamtlich, ohne sichtbare Not, so fies organiser, dass dieser Vater einer Familie aus Rostock in Westdeutschland nur deshalb bleiben wollte und musst, weil in der DDR die lebenserhaltenden Medikamente für seine Stoffwechselerkrankung nicht zu erhalten waren
Deaktivierter Nutzer schrieb am 11.10.2010 um 18:29
"Hören wir doch auf, herumzupsychologisieren. Diese Diskussionen sind doch nur Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für inspirationsarme Intellektuelle."

Unsinn.
Meinungsfreiheit. Das wars schon.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 11.10.2010 um 18:30
Hurra - ein Einzelbeispiel. Danke Claudia, sicher wird es da mehrere Leute gegeben haben.

Aber: "Die Reise war genehmigt worden."

Genehmigt? Genehmigt.
Rahab schrieb am 11.10.2010 um 18:35
@JP
nennt man das nicht "Einwanderung in die Sozialsysteme"?
Joachim Petrick schrieb am 11.10.2010 um 20:24
@Rahab

„nennt man das nicht "Einwanderung in die Sozialsysteme"?

ja da ist etwas dran.
Nur hatte jeder DDR Bürger/in, zwar nicht den Marschallstab im Tornister „Glück auf!, der Steiger kommt!“,
aber doch, anders als andere, die einreisend auf unsere Sozialsysteme angewiesen, den bundesdeutschen Reisepass auf Wunsch sofort, samt Bundesdeutscher Staatsangehörigkeit im Sack, verfügbar, inklsusiev der Option der Hinterlegung ds gerade erworbenen Reisepasses im Amt, für den Fall der Rückreise in die DDR.
Rahab schrieb am 11.10.2010 um 20:34
und was für eine geisel ist das, die frei wählen kann, wo sie lieber krankenbehandelt werden möchte?
Magda schrieb am 11.10.2010 um 21:13
@ JP - "dass dieser Vater einer Familie aus Rostock in Westdeutschland nur deshalb bleiben wollte und musst, weil in der DDR die lebenserhaltenden Medikamente für seine Stoffwechselerkrankung nicht zu erhalten waren"

Nun wird noch eine Schiene aufgemacht. Die DDR war auch noch ein Medizinischer Unrechtsstaat. Wenn alle in die Bundesrepublik kämen, die zu Hause keine Medikamente kriegen...Es gab im Gesundheitssystem der DDR Probleme. Sonst noch was?
Joachim Petrick schrieb am 11.10.2010 um 21:17
@Rahab

"und was für eine geisel ist das, die frei wählen kann, wo sie lieber krankenbehandelt werden möchte?"

die Person ist eine Geisel ihrer eigenen Entscheidungen, aufgrund prekär desaströs deutsch- deutschen Amts- Verhältnissen, weil diese Person, entweder zurück mit der Familie nach Rostock in die DDR zurückreist, früher, aufgrund mangelnder Medikation, verstirbt, oder ohne Familie in West- Deutschland eine absehbar längere Lebenserwartung, aufgrund möglicher Medikation, erfährt.
Streifzug schrieb am 11.10.2010 um 21:19
Ahhhh, jetzt verstehe ich. Ein nationales, wegen Ärzte- und Medikamentenmangel nicht behandeltes Schleudertrauma.
Rahab schrieb am 11.10.2010 um 21:33
eine lebenserwartung erfahren

junge junge

knall-trauma?
Joachim Petrick schrieb am 11.10.2010 um 21:39
@Streifzug

„Ahhhh, jetzt verstehe ich. Ein nationales, wegen Ärzte- und Medikamentenmangel nicht behandeltes Schleudertrauma.“

Interessante Spekulation als Antithese zu meiner These vom deutsch- deutschen
„Stockholm- Syndrom“!?
sagen wir einmal ab 1985?

Da sollten wir diskursiv die Synthese erforschen
Joachim Petrick schrieb am 11.10.2010 um 21:40
@Rahab

Bist Du beeindruckt von meinen obigen Ausführungen?
Rahab schrieb am 11.10.2010 um 21:46
nein
Joachim Petrick schrieb am 11.10.2010 um 22:14
@Magda

„Nun wird noch eine Schiene aufgemacht. Die DDR war auch noch ein Medizinischer Unrechtsstaat. Wenn alle in die Bundesrepublik kämen, die zu Hause keine Medikamente kriegen...Es gab im Gesundheitssystem der DDR Probleme. Sonst noch was?“

ich übersetze das einmal in die Sprache des Diskurses:

„war die DDR überhaupt?,
wenn ja.
ab iher Gründung im jahre 1949, oder ab wann, erkennbar ein Unrechtsstaat, in welchen alltäglichen, innen- , wie außenpolitischen Angelegenheiten, unter anderem bei der medizinischen Versorgung ihrer eigenen Bevölkerung?
Ab wann war die DDR mit Westdeutschland als Komplizen schuldhaft in Organisationsverschulden, unter anderem in Sachen der medizinischen Versorgung, kontrollierte, unkontrollierte, offene, verdeckte Medikamentenversuchen an DDR- Bürger/innen (s. u. a. Archive Klinik Buch/Ostberlin/Bayer/Höchst NRW u. u.?) im Auftrag von westdeutschen Pharmakonzernen, verstrickt?

Das wäre u. a. zu prüfen.
Weiter wäre zu prüfen,
warum 1982 durch Franz Josef Strauss (FJS), dem bayrischen Ministerpräsidenten, ein Milliarden DM Kredit an die DDR aus Steuergeldern und Bürgschaften mobilisierbar vermittelbar war, aber keine medizinische Grundversorgung der DDR- Bevölkerung durch einen deutschen- deutschen Staatsvertrag offiziell auf den Weg gebracht wurde?

Hier ginge es spätestens seit Glasnost, Perestroika, Gorbatschow auch um die Frage und Prüfung von bundesdeutschem Regierungsvergehen im Bunde mit der DDR- Staatsführung zu Gunsten des deutsch- deutschen Exportwirtschaftskomplexes, samt KoKo- Amt des Schalck- Golodkowski innerhalb des MfS, zu Lasten der DDR- Bevölkerung und westdeutschen Arbeitnehmerschaft durch DDR- Lohndumping.
Joachim Petrick schrieb am 11.10.2010 um 22:15
@ Rahab
wenn nicht beindruckt?,
was dann?
Titta schrieb am 12.10.2010 um 01:40
@JP

Deine Contenance möchte ich haben!
Und jetzt warte ich nur, bis der Milliardenkredit von Strauß den Wessis als böswillige Mauerverlängerung vorgehalten wird ;-)
Joachim Petrick schrieb am 12.10.2010 um 02:27
@Titta

"Und jetzt warte ich nur, bis der Milliardenkredit von Strauß den Wessis als böswillige Mauerverlängerung vorgehalten wird ;-)"

Wir befinden uns immer noch in einem
"So als Ob" Spiel",
das allerdings nicht nur die DDR, sondern auch Westdeutschland von 1949- 1990 und danch betrifft, weil die gegesneitigen kolossalen Kollaterlaaschäden der deutsch- deutschen Politiken beide Staaten vor der Geschiche verantwortlich zu vertreten haben, ob sie es wollen oder nicht.

"Und jetzt warte ich nur, bis der Milliardenkredit von Strauß den Wessis als böswillige Mauerverlängerung vorgehalten wird ;-)"

das weiss ich nicht, aber die Milliarden DM hätten anders für die DDR- Bürger/innen offengelegt und verwendet werden können, u. a. für die medizinisch medikamentöse Versorgung in Poli- Kliniken, Arztpraxen, Psychiatrien.

Was brauche ich da Contenance, wenn ich Verbündete habe, die das auch so sehen, wie ich und Du!?
Magda schrieb am 12.10.2010 um 19:05
@ Titta, Deinen Opportunismus möchte ich haben. Du hast an einer Stelle mal Verständnis für viele Dinge in der DDR geäußert.
Jetzt ,weil s opportun ist, machst Du die Parteigängerin für eine Unrechtsstaats-Stockholm-Debatte, von der auch ein wenig Besonnenere sagen, dass schon der Begriff nicht schlüssig. Du hast Dich schon mitten im Strom gewendet, wenns passt. Du verbündest Dich ganz schnell, wenns nur gegen die richtigen Leute geht.

Hilfe, Hilfe. Ich hätte nicht übel Lust, das alles mal zusammen zu suchen. Du ergreifst vielwortig Partei für jemanden, der einen Text in Grund und Boden stampft und hintenrum gehst Du per PM und jammerst dem die Ohren voll, Du könntest Dir das nicht verzeihen. Hör bloß auf. Ich hätte nicht übel Lust,hier einen Text zu verlinken, mit dem Motto "Kreuzdamen". Unglaublich, diese Gelenkigkeit.
Bussi in ehrlicher Verwunderung
Titta schrieb am 12.10.2010 um 22:20
@Magda

"Deshalb bin ich wohl auch in der Cloud. Nebenher - vor einiger Zeit habe ich gebeten, meinen Namen zu verkleinern, weil ich gar nicht so groß drin sein wollte. Nicht größer als Titta zum Beispiel, weil ich keinen Ärger wollte."

"Du machst Dich selbst unglaublich klein mit solch einem Kommentar und offenbarst - nebenher wie auch Titta - worum es wirklich geht. Um Missgunst. Punkt. Mir ist das alles egal. Für mich ist Konkurrenz, sich um gutes Schreiben zu bemühen. Nicht mehr und nicht weniger.
Das werde ich weiter pflegen und mich um Kommentare zu abgeschmackten Statements nicht mehr bemühen."

"Weiter unten meint einer, ich hätte meine Art der Kommunikation irgendwo geschult. Bosheit, Niedertracht wohin man guckt."

"Titta, Deinen Opportunismus möchte ich haben. Du hast an einer Stelle mal Verständnis für viele Dinge in der DDR geäußert. Jetzt ,weil s opportun ist, machst Du die Parteigängerin für eine Unrechtsstaats-Stockholm-Debatte, von der auch ein wenig Besonnenere sagen, dass schon der Begriff nicht schlüssig. Du hast Dich schon mitten im Strom gewendet, wenns passt. Du verbündest Dich ganz schnell, wenns nur gegen die richtigen Leute geht.... Ich hätte nicht übel Lust,hier einen Text zu verlinken, mit dem Motto "Kreuzdamen". Unglaublich, diese Gelenkigkeit.
Bussi in ehrlicher Verwunderung"

Spricht für sich selbst, muß ich nichts mehr zu sagen.
Titta
Uwe Theel schrieb am 11.10.2010 um 19:14
Lieber Joachim,

In aller Freundschaft:

Dein Motto ist zwar "Lach Fragen herbei", aber Du willst Dich doch nicht lächerlich machen, viel weniger ein ernstes Thema durch den Kakao ziehen, oder?

Beim Wort genommen:

Du willst also ein Spiel spielen, bei dem die Spieler (büder deutschlands 2010) so tun, als sei die DDR ab dem 13. August 1961 ein Staat (eine Bankfiliale) gewesen, deren Staatsleitung (Bankleitung = Geiselnehmer) die eigene Kundschaft (Staatsbürger = Geiseln) in Geiselhaft (zur Geisel) genommen habe, um nun von (?...............?) <- Da mußt Du nun was einsetzen - ein (?...............?) (Lösegeld) zu fordern.

Da sowohl Bankleitung/Geiselnehmer (DDR-Führung) als auch die Geiseln (das DDR-Staatsvolk) gemeinsam von der Polizei ( NVA, Nato, dem Kapitalismus) im Falle der Befreiung mit dem Tode (dem dritten Weltkrieg) bedroht werden, verbrüdern sich Geiseln und Geiselnehmer (DDR-Bürger und DDR-Führung) dermaßen, dass keine Geisel (kein DDR-Bürger) mehr fliehen (Republikflucht begehen) will. Die Bankfiliale (DDR) ergint sich nach ca. 30 Jahren der belagernden Polizei (dem Kapitalismus; militärische Operationen konnten vermieden werden)

Willst Du uns diese Lachnummer wirklich als ernsthaften Gedanken und sei es auch nur ein "ensthaftes Spiel" hier anbieten??????????????

Joachim, wat soll dat?

lg
ut

P.S.: Die Begriffe, die oben in Klammern stehen, habe ich realitätsbezogen jeweils hinter die "originalbegriffe" aus dem Szenaria des Stockholmer banküberfalls gesetzt, damit die "Spielsituation) klar ist. Wo (?.........?) müßte Joachim was einsetzen, da ist mir die Phantasie ausgegangen.
Joachim Petrick schrieb am 11.10.2010 um 21:08
@ ut

„Du willst also ein Spiel spielen, bei dem die Spieler (büder deutschlands 2010) so tun, als sei die DDR ab dem 13. August 1961 ein Staat (eine Bankfiliale) gewesen, deren Staatsleitung (Bankleitung = Geiselnehmer) die eigene Kundschaft (Staatsbürger = Geiseln) in Geiselhaft (zur Geisel) genommen habe, um nun von (?...............?) <- Da mußt Du nun was einsetzen - ein (?...............?) (Lösegeld) zu fordern.“

Das Stockholm-Syndrom entfaltet, unabhängig von Banküberfällen, auch durch DDR-, warum nicht auch amtliche Vergehen im deutschen- deutschen Regierungsbetrieb, sagen wie einmal ab 1986 seine Wirkung der gegenseitig flüchtigen Abhängigkeiten, von Tätern/innen im Amt und Opfern in Zivil und Uniform, samt nachhaltig prägenden Wahrnehmungsmuster.

Es ist an jedem Einzelnen, wie dieser in diesem Spiel die gewichtungen nach Phantasie oder aufgrund realer Begebenheiten setzt.

„Willst Du uns diese Lachnummer wirklich als ernsthaften Gedanken und sei es auch nur ein "ensthaftes Spiel" hier anbieten??????????????“

Jawohl!, das will ich,
aber auch lachen darüber ist eine ganz persönlich mögliche Option. Das liegt im Auge, im Gehör, im Gedächtnis, der Phantasie des Betrachters/in
claudia schrieb am 11.10.2010 um 21:15
gill bost:
>>Genehmigt? Genehmigt.<<
Ja klar, die Kusine musste das bei irgendeiner Behörde beantragen, und dann schrieb sie eben: "Genehmgt, ich komme"

Ich will da nichts hineinpsychologisieren, denn sie hatte Gründe, wieder nach Hause zu fahren, für die man keine Pseudopsychologie braucht.
Wir haben auf einem langen Spaziergang drüber gesprochen. Ich war ja neugierig, wie es ihr in der DDR ging. Und sie, wie es mir in der BRD geht.

Aber wie gesagt, mit eingefleischten BRDlern darüber zu reden, das war schon schwierig. Ausser mit einer guten Freundin habe ich über dieses Gespräch mit der DDR-Kusine mit niemand geredet. Warum nicht? Das könnte schon eher mit Psychologie erklärt werden: Die fragile "BRD-Identität" war fest mit einem ganz bestimmten Bild von der DDR verknüpft, und ich konnte mir nicht viele Feinde leisten...
[ heute ist das anders :-)) ]
Deaktivierter Nutzer schrieb am 11.10.2010 um 21:23
"keine Pseudopsychologie"... usw..
Magda schrieb am 11.10.2010 um 21:30
@ Claudia - ich kann mir gut vorstellen, wie die Leute dachten. Will die wirklich zurück ins Ost-KZ. Wie kann sie nur.

"Die fragile "BRD-Identität" war fest mit einem ganz bestimmten Bild von der DDR verknüpft, und ich konnte mir nicht viele Feinde leisten...
[ heute ist das anders :-)) ]"

Darüber hat in der Tat der Hans Joachim Maaz auch sinniert. Der Ostbürger als Selbstvergewisserung West oder so.
SiebzehnterJuni schrieb am 11.10.2010 um 21:52
@Magda

"..Darüber hat in der Tat der Hans Joachim Maaz auch sinniert..."

Maaz hat nicht "sinniert", sondern mindestens 2 hochqualifizierte Bücher über die Tiefen der Seelen der DDR-BürgerInnen geschrieben. Maaz ist einer der ganz wenigen Psychotherapeuten, der sich auf diesem Felde wirklich auskennt.
SiebzehnterJuni schrieb am 11.10.2010 um 22:19
@Magda

"...Darüber hat in der Tat der Hans Joachim Maaz auch sinniert..."

Dieses subtile - beim ersten Lesen kaum merkbare - bewusste Niedermachen von Menschen mit nachgewisener hoher Fachkompetenz - das zeugt von perfekter Ausbildung und Schulung..
Uwe Theel schrieb am 11.10.2010 um 22:23
@ Joachim Petrick schrieb am 11.10.2010 um 21:08

Das Stockholm-Syndrom entfaltet, unabhängig von Banküberfällen, auch durch DDR-, warum nicht auch amtliche Vergehen im deutschen- deutschen Regierungsbetrieb, sagen wie einmal ab 1986 seine Wirkung der gegenseitig flüchtigen Abhängigkeiten, von Tätern/innen im Amt und Opfern in Zivil und Uniform, samt nachhaltig prägenden Wahrnehmungsmuster.

Lieber Joachim,

diesen von Dir zitierten Satz halte ich für abstrakt, um nicht zu sagen hohl, solange mir niemand sagt, was das konkret für "amtliche Vergehen im deutschen- deutschen Regierungsbetrieb", was für "flüchtige Abhängigkeiten, von Tätern/innen im Amt und Opfern in Zivil und Uniform" und was für "nachhaltig prägende Wahrnehmungsmuster" denn waren und vor allem mir niemand sagt, welcher unabhängig von außen wirkende Druck, es gewesen sein soll, der Täter und Opfer auf die stockholmtypische Weise zusammengeschweißt habe. Ohne diese letztgenannte Komponente funktioniert nämlich Stockholm überhaupt nicht.

Nicht ganz nebenbei müßtest Du auch noch erklären, wie es dann zwischen 1961 und 1986 "anders" gewesen ist und warum.

Du müßtest vor allem historisch belegen auf welche Weise, welche Abhängigkeiten in welcher Weise wirkten, sich begründeten und all dies in der typischen Stockholkonstellation abbilden - nicht irgendwie, irgendwo. Geschichte ist keine Frage des Geschmacks, oder wie Du sagst, dass es im
"im Auge, im Gehör, im Gedächtnis, der Phantasie des Betrachters/in" liege, wie ewtwas zu verstehen sei, gewesen sei.

Alles andere wäre wirklich nur ein Spiel, zu ernst dafür aber das Thema. Du deutetest damit nämlich einem ganzen, wnen auch untergegangenem Land und seinen menschen die geschichtlich-politische Existenz. Da solte man eben nicht mit spielen; e2m brachte diesen Einwand schon einmal ausführlicher.

gruß
ut
Joachim Petrick schrieb am 11.10.2010 um 22:25
@SiebzehnterJuni

mit angeregtem Interesse habe ich von Joachim Maaz
„der Gefühlsstau“,
„Volkssturz“,
sowie seine sinnstiftend deutsch- deutschen Dialoge, Gespräche mit Michael Lucas Möller gelesen und gehört.
Titta schrieb am 12.10.2010 um 01:55
"ich kann mir gut vorstellen, wie die Leute dachten. Will die wirklich zurück ins Ost-KZ. Wie kann sie nur."
"Die DDR ist inzwischen eine Metapher für jede Sorte Elend und ein Ersatzteillager für alle Arten von Ödnis auf der Welt."

So funktioniert's. Genau.
claudia schrieb am 12.10.2010 um 13:08
@Magda:
>>Will die wirklich zurück ins Ost-KZ. Wie kann sie nur.<<
So ungefähr, ja. Oder sie mochten es einfach nicht glauben: "Die mal raus dürfen, das sind doch nur 150-%-ige SED-Funktionäre. Andere würden niemals wieder zurückgehen!". Zwecklos, etwas erklären zu wollen.

>>Der Ostbürger als Selbstvergewisserung West oder so.<<
Na ja, eigentlich war es wohl eher nicht der/die reale DDR-Bürger/in, sondern der "West-Medien-DDR-Bürger". Darauf war das "Selbstbewusstsein" gebaut: Die haben weniger. Weniger und kleinere Autos, weniger Modeklamotten und sie können keine Urlaubsgrüsse von der Algarve schicken. Die armen Brüder und Schwestern eben. Ohne den Vergleich mit der Springerschen "DDR" war der BRD-Bürger ein Würstchen, im Vergleich z.B. mit Franzosen.
(Und das wirkt noch nach, so jedenfalls mein Eindruck)

Weil ich ja Verwandte in der DDR hatte, konnte ich sagen, dass die Berichterstattung sehr selektiv ist. Aber das kam nicht an: Eher war ich falsch informiert als dass die Springerpresse unrecht hätte.

Meine Kusine wusste übrigens offenbar mehr über die BRD als die Mehrheit der BRD-Bürger über die DDR.

---
Ich habe den Eindruck, den meisten Wessis ist bis heute nicht klar, in wie hohem Masse die Lebensbedingungen in der BRD von der Existenz der DDR abhingen. Seit es keine DDR mehr gibt, muss die BRD-Obrigkeit den Bürgern keine Zugeständnisse mehr machen. Dass die materiellen Lebensverhältnisse in der DDR besser waren als in der BRD unter Hartz4, das darf einfach nicht wahr sein. Psychische Probleme wie das "BRD-Stockholm-Syndrom" sind Wirkung, nicht Ursache.
thinktankgirl schrieb am 12.10.2010 um 13:27
@claudia

Ich habe den Eindruck, den meisten Wessis ist bis heute nicht klar, in wie hohem Masse die Lebensbedingungen in der BRD von der Existenz der DDR abhingen. Seit es keine DDR mehr gibt, muss die BRD-Obrigkeit den Bürgern keine Zugeständnisse mehr machen

Sag ich auch immer!

Dass die materiellen Lebensverhältnisse in der DDR besser waren als in der BRD unter Hartz4, das darf einfach nicht wahr sein.

Sollte mal thematisiert werden. Habe ich noch nie so betrachtet, leuchtet aber völlig ein.
Joachim Petrick schrieb am 12.10.2010 um 17:04
@claudia

„den meisten Wessis ist bis heute nicht klar, in wie hohem Masse die Lebensbedingungen in der BRD von der Existenz der DDR abhingen.“

Und gerade indem, im Wege der so genannten
“Formierten Gesellschaft“
im professoralen Geiste Ludwig Ehrhards auf der Basis einer florierend Freien Marktwirtschaft nichts anderes als ein „Parteienstaat“, nicht unähnlich, wie in der DDR der Einheitsparteistaat, samt Blockföten Orchestrierung, nur eben in SPD, CDU/CSU, FDP fraktioniert, war.

In dieser
„Formierten Parteien Gesellschaft“
war es privatim wie medial selbstverständlich, dass „unbotmäßiges“ Verhalten und Meinungsäußerungen durch die Bank, egal ob jung ob alt man/frau war, mit dem Spruch
“Wenn es Ihnen/Dir hier nicht passt, gehe(n) Sie/Du doch nach drüben“ in Acht und Bann geschlagen war.

Die deutsch- deutschen Kollateralschäden wirken einander gegenseitig bedingend und verstärkend, , in Ost wie West, unterirdisch kolossal bis monströs prägend nach.
Uwe Theel schrieb am 12.10.2010 um 18:42
@ Joachim Petrick am 12.10.2010 um 17:04

Sach mal Joachim, Deine Spiel-so-als-ob-These treibt ja in Deiner eigenen Exemplifizierung immer wildere Blüten:

Jetzt scheinst Du zu behaupten, dass das Mittel der Mauer und ihrer Todesdrohung bei Republikflucht, mit dem politischen Dumpfbackenkampfspruch "Geh`doch nach drüben, wenn`s Dir hier nicht gefällt? in Gehalt und realer Wirkung auf eine Stufe zu stellen sei?

Was für Kollateralschäden, von den unmittelbaren gar nicht zu reden - es gab nämlich keine - des cdu-bürgerlichen Spruches gibt es denn zu vermelden, die denen des Mauerbaus entsprächen, der unmittelbar tatsächlich Tote forderte?

Joachim, ich finde, Du solltest wirklich weniger so denken, dass einem das Lachen im Halse stecken bleibt.
Magda schrieb am 12.10.2010 um 19:10
"Dieses subtile - beim ersten Lesen kaum merkbare - bewusste Niedermachen von Menschen mit nachgewisener hoher Fachkompetenz - das zeugt von perfekter Ausbildung und Schulung.."

Meine Güte, muss ich mich erst wieder an die Redaktion wenden? Was soll das?
Joachim Petrick schrieb am 12.10.2010 um 21:28
@ Uwe Theel

der von Dir verkürzt zitierte Textteil über deinem lautet komplett:

"In dieser
„Formierten Parteien Gesellschaft“
war es privatim wie medial selbstverständlich, dass „unbotmäßiges“ Verhalten und Meinungsäußerungen durch die Bank, egal ob jung ob alt man/frau war, mit dem Spruch
“Wenn es Ihnen/Dir hier nicht passt, gehe(n) Sie/Du doch nach drüben“ in Acht und Bann geschlagen war.

Die deutsch- deutschen Kollateralschäden wirken einander gegenseitig bedingend und verstärkend, , in Ost wie West, unterirdisch kolossal bis monströs prägend nach."

Da ist nirgends ein Vergleich mit dem Mauerbau?

Wie wäre es wenn wir uns auf Folgendes einigen:
"Deine Meinung ist okay!
Meine Meinung ist okay!,
hier und sind sie gar übereinstimmend oder austauschbar.

Das
"So als ob- Spiel"
"Stockholm- Syndrom"
ist eine kommunikative Übrung des Geltenlassens des Andersdenkenden.

Da muss keine Kollektivsitzung
"Schwitzen statt Sitzen"
nach dem Motto anberaumt werden:

"Kollege/in!
das mit Deiner Meinung von heute kann ja mal passieren, aber auf Sicht geht das so nicht!"
Uwe Theel schrieb am 12.10.2010 um 22:05
@ Joachim Petrick am 12.10.2010 um 21:28

danke Joachim,

aber ich glaube ich habe Deine Idee jetzt genügend "auseinandergenommen" ;-) und Du wirst gemerkt haben, wo die Krux so überall hängt. Andere haben ja auch noch geschrieben.

lg
ut
Joachim Petrick schrieb am 12.10.2010 um 22:19
@Magda

„"Dieses subtile - beim ersten Lesen kaum merkbare - bewusste Niedermachen von Menschen mit nachgewisener hoher Fachkompetenz - das zeugt von perfekter Ausbildung und Schulung.."

Von wem stammt der zusammengeflickte Text?, den Du da, namentlich nicht gezeichnet, drohend mit Fiasko Faktor 11 scheinbar zitierst?
Wo ist der komplett im Original zu finden?

Interessant finde ich den obskur, hier geposteten Text, insofern, weil dieser verschlüsselt von Angststrukturen kündet, die weder im Hüben noch Drüben fremd waren und sind.

"Meine Güte, muss ich mich erst wieder an die Redaktion wenden? Was soll das?"(Magda s. o.)

Deinen Droh- Fiasko Faktor 11 kannst Du zur Abwechslung also entspannt im
„Hier & Jetzt“
dem
„So als ob- Spiel“
wieder herunterregeln oder einfach freien Lauf lassen, ganz wie es Dr beliebt.
Magda schrieb am 13.10.2010 um 09:52
@ Joachim Petrick - meine Empörung bezog sich auf den nun von mir nachfolgend nochmal eingestellten Text. Was würdest Du denn von sowas halten?

SiebzehnterJuni schrieb am 11.10.2010 um 22:19 @Magda

"...Darüber hat in der Tat der Hans Joachim Maaz auch sinniert..."

Dieses subtile - beim ersten Lesen kaum merkbare - bewusste Niedermachen von Menschen mit nachgewisener hoher Fachkompetenz - das zeugt von perfekter Ausbildung und Schulung.."

Hier unterstellt mir jemand einen Hintergrund, denunziatorischer kann es nicht zugehen.
Joachim Petrick schrieb am 13.10.2010 um 22:59
@Magda

Du hattest den Text so gepostet als sei der von mir.

Warum?
Ernst schrieb am 11.10.2010 um 21:39
Zu irgendwelchen Bürgern in der DDR hatte ich nie besondere Beziehungen. Indirekt habe ich von Repressalien und von materiellem Mangel erfahren. Besuche früher und speziell von 1989 bis 1991 haben mich überzeugt, daß hier ein materieller Trümmerhaufen liegt.

Die soziologischen und psychlogischen Probleme lernte ich durch Gespräche Anfang der 90er kennen. Und die waren heftig.

Wer heute noch diesem Staat nachtrauert, der muß wohl ein Träumer und ein Kommunismusprofiteur sein. In jedem Fall kann ich ihm nur bescheinigen, er/sie hat sein Leben vertan.
koslowski schrieb am 11.10.2010 um 22:04
Wie schön, dass du als Kapitalismusprofiteur offenbar ein erfülltes Leben ohne materiellen Mangel und soziologische/psychologische Probleme führen konntest. Aber Spaß beiseite: Muss auch schwer gewesen sein. Um so anerkennenswerter, dass du dir so viel Gediegenheit des Urteils, Empathie und Takt bewahren konntest.
Ernst schrieb am 11.10.2010 um 22:36
Und schön, daß mit meiner Hilfe endlich einige Menschen zu mehr Wohlstand und Freiheit finden konnten. Das macht mich fröhlich
Joachim Petrick schrieb am 11.10.2010 um 22:40
@koslowski schrieb

„Wie schön, dass du als Kapitalismusprofiteur offenbar ein erfülltes Leben ohne materiellen Mangel und soziologische/psychologische Probleme führen konntest. Aber Spaß beiseite: Muss auch schwer gewesen sein. Um so anerkennenswerter, dass du dir so viel Gediegenheit des Urteils, Empathie und Takt bewahren konntest.“

Ist das noch kriechkritische Anbiederung oder schon blanker Hohn?
Joachim Petrick schrieb am 11.10.2010 um 22:44
@Ernst

"Und schön, daß mit meiner Hilfe endlich einige Menschen zu mehr Wohlstand und Freiheit finden konnten. Das macht mich fröhlich"

im Ernst?
Ernst schrieb am 11.10.2010 um 23:02
Nein, es war ein Witz, Blödmann - möchten Sie Beweise?
Joachim Petrick schrieb am 11.10.2010 um 23:06
@Ernst

"Nein, es war ein Witz, Blödmann - möchten Sie Beweise?"

für einen gelungenen Witz gebe ich gerne mal befristet den Blödmann ab!
So geladen, wie Sie momentan daherkommen, rate ich dringend zu anderweitiger Entladung
Novalis schrieb am 12.10.2010 um 00:04
Die Leute, die ich aus der DDR kenne, sind im Gegensatz zu vielen Wessies: zufrieden., bescheiden, unverbraucht, witzig, praktisch, gut allgemeingebildet, hmm, irgendwie merkwürdige Diskussion.
Joachim Petrick schrieb am 12.10.2010 um 01:05
Novalis schrieb am 12.10.2010 um 00:04
Die Leute, die ich aus der DDR kenne, sind im Gegensatz zu vielen Wessies: zufrieden., bescheiden, unverbraucht, witzig, praktisch, gut allgemeingebildet, hmm, irgendwie merkwürdige Diskussion.

Deshalb wundere ich mich ja besonders über solcher Art Verlauf von Diskussionen, obgleich hker in diesem Blog im großen und gnazen nicht einma klagen kann noch will, aber siehe den magda Blog zu meinem Thema
"Stockholm- Syndrom"

Obgleich ich das mit den Wessis nicht verallgemeinern würde.
Unter den Alternativen, Ost wie West,
finde ich mehr Entspannte im Hier und jetzt, mehr Stress Belastbare, als je in der Normalo- DDR- Bevölkerung und heute in den neuen und alten Bundesländern
Magda schrieb am 13.10.2010 um 09:56
@ Ernst - "Wer heute noch diesem Staat nachtrauert, der muß wohl ein Träumer und ein Kommunismusprofiteur sein. In jedem Fall kann ich ihm nur bescheinigen, er/sie hat sein Leben vertan."

Der DDR trauert fast niemand nach, darum geht es garnicht.

Zum Thema "Vertanes Leben"

gabs mal einen guten DDR-Song

"Halt an, halte an
Dein Tun ist vertan, ist vertan
Ein Tun ohne Liebe ist vertan
Also halt an"

Klingt doch sehr christlich.
Über die Vergangenheit nachzudenken ist kein Nachtrauern. Ich finde es bitter notwendig, aber eben nicht nach normativen Vorgaben.

Bitte, gerne.
thinktankgirl schrieb am 11.10.2010 um 22:27
Ich als Wessi erlaube mir kein Urteil über die psychologische Verfassung der DDR-Bürger.
Ehrlich gesagt, hatte ich mir auch noch nie Gedanken darüber gemacht. Auch aus dem Grund, weil ich ich die DDR, ausser zwei Tagesaufflügen nach Ostberlin, nie besucht hatte.
Die DDR ist für mich ein fremdes Land, deren Bevölkerung und ihre Lebensgewohnheiten, für mich so unbekannt waren und sind wie Holland. Ja, ich war noch nie in Holland!
Nach der Wende habe ich Leute aus der DDR kennengelernt und mit ihnen gesprochen. Sie nach ihren Lebensumständen gefragt. Aber es ist mir nie in den Sinn gekommen, über sie ein psychologischen Urteil zu fällen.
Psychologische Urteile dienen oft dazu, Ablehnung und Abwertung zu rationalisieren.
Die Pathologisierung der DDR-Bürger erscheint mir als eine Projektion der Unterlassungen aus der Nazi-Zeit auf die DDR.
Die DDR ist wirtschaftlich aufgelöst worden und nun soll mit einer Pathologisierung auch jegliche menschliche Wirklichkeit negiert werden.
Aber wie kommen wir Wessis dazu, unsere Welt als nicht pathologisch zu betrachten? Sind wir nicht konditioniert? Arrangieren wir uns nicht in unseren Lebenswelten und psychologischen Gefängnissen?
Ehemaliger Nutzer schrieb am 11.10.2010 um 22:46
"Arrangieren wir uns nicht in unseren Lebenswelten und psychologischen Gefängnissen?"

Sicher. In der DDR durfte man die Partei nicht kritisieren und wer nicht zur FDJ und zur NVA wollte, der durfte nicht studieren. Bei uns darf man den Chef nicht kritisieren.
Die durch den Kapitalimus bedingten Zwänge zur Anpassung im Westen und heute im vereinigten Deutschland werden zwar generell viel zu wenig thematisiert, aber hier in der F.C. doch alle Nase lang. Die DDR hingegen erscheint geradezu als Paradies. Vermutlich war es daher mal an der Zeit, dieses Bild geradezurücken.

"Die Pathologisierung der DDR-Bürger erscheint mir als eine Projektion der Unterlassungen aus der Nazi-Zeit auf die DDR."

Ich glaube, es ist eher so, dass Ex-Ossis noch daran zu knabbern haben, dass die DDR keine Vergangenheitsbewältigung kannte. Weil die Nazis = Faschisten = Kapitalisten ja alle aus dem Westen kamen bzw. die BRD der legitime Nachfolger der "Faschisten" war, während die DDR, die doch immerhin totalitäre Traditionen am Leben erhielt, wenn auch unter umgekehrten Vorzeichen, ihre Hände in Unschuld wusch.

Damit hängt wohl auch die Denke zusammen, wonach alle Nicht-Linientreuen "Faschisten" sind. Und es erklärt auch die Selbstverständlichkeit, mit der hier solche widerlichen Sätze ins Netz gestellt werden wie (sinngemäß): Die abenteuerlustigen jungen Männer, die einfach mal über die Grenze spazieren wollten, waren im Grunde selbst schuld, dass sie erschossen wurden. Anderswo war es doch viel schlimmer - bei den Nazis z.B.
Joachim Petrick schrieb am 11.10.2010 um 23:01
"Und es erklärt auch die Selbstverständlichkeit, mit der hier solche widerlichen Sätze ins Netz gestellt werden wie (sinngemäß): Die abenteuerlustigen jungen Männer, die einfach mal über die Grenze spazieren wollten, waren im Grunde selbst schuld, dass sie erschossen wurden. Anderswo war es doch viel schlimmer - bei den Nazis z.B."

find ich entsetzlich und das ausgerechnet. wo sich hier zeitnah ein ehemaliger IM Sascha Anderson mit Zurufen, Grüssen an den Offiziersbetrieb der ehemaligen DDR, STASI im Untergrund? offensiv und ungestört durch eine Kommentarleiste zum Tag der Deutschen Einheit herausgehoben, neben wirklcih Großen, wie freidrich Schorlemmer, Daniela Dahn, Günter Gaus in memoriam u. u. brüsten darf.
Novalis schrieb am 12.10.2010 um 00:09
Du hast eine schöne Katze im Logo!
Joachim Petrick schrieb am 12.10.2010 um 00:58
Novalis schrieb am 12.10.2010 um 00:09
Du hast eine schöne Katze im Logo!

finde ich auch.
schöne, liebe Grüsse an die Katze, den Kater.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 12.10.2010 um 01:51
Wessi-Kater Whitey sagt dankeschön.
Titta schrieb am 12.10.2010 um 02:18
@ttg

"Die DDR ist für mich ein fremdes Land, deren Bevölkerung und ihre Lebensgewohnheiten, für mich so unbekannt waren und sind wie Holland."

Genau so war's, kann ich da als Wessi nur sagen. Wenn du keine Verwandten oder Freunde in der DDR hattest, hat dich die DDR einfach überhaupt nicht interessiert. Weder positiv noch negativ. Ein fremdes Land, in dem man allerdings Deutsch sprach wie in Österreich oder in der Schweiz auch. Und das ganze politische Gewese, wenn es einen denn mal in den Nachrichten oder sonstwo streifte, hat einen eher amüsiert. Was wollen die nur, hat man sich oft gefragt, ist doch ein Staat wie jeder andere auch und kein Wurmfortsatz der BRD. Wann kapieren die das endlich, also die paar unbelehrbaren Westdeutschen, hat man sich eher gefragt und den Kopf über diese geschüttelt, die man als ewig Gestrige empfand.

Mag sein, daß dies, also das reine Desinteresse, als noch unangenehmer empfunden wird als Vorurteile und Ressentiments. Umgekehrt habe ich dann später in der DDR ein viel größeres Interesse der BRD gegenüber empfunden. ZB. wenn beim Tanzen immer darauf hingewiesen wurde, daß nun ein West-Hit läuft. Das fand ich anfangs immer ganz eigenartig, um nicht zu sagen absurd, weil niemand im Westen einen Ost-Hit als etwas Besonderes, also Erwähnenswertes, empfunden hätte.
Magda schrieb am 12.10.2010 um 10:08
"Ich glaube, es ist eher so, dass Ex-Ossis noch daran zu knabbern haben, dass die DDR keine Vergangenheitsbewältigung kannte. Weil die Nazis = Faschisten = Kapitalisten ja alle aus dem Westen kamen bzw. die BRD der legitime Nachfolger der "Faschisten" war, während die DDR, die doch immerhin totalitäre Traditionen am Leben erhielt, wenn auch unter umgekehrten Vorzeichen, ihre Hände in Unschuld wusch."

Das ist ein Satz, den nun wieder ich unglaublich finde. Unglaublich vereinfachend, unglaublich kenntnislos und unglaublich leichtfertig.

@ Petrick - Du kommst mir immer kentnisloser vor. Und Deine Verehrung richtet sich wohl eher nach Prominenz denn nach den vertretenen Meinungen.
thinktankgirl schrieb am 12.10.2010 um 10:14
@Titta

Ich muss das noch ein wenig ausbauen:

Mit fremden Land meinte ich, daß ich mir kein Urteil erlaube über etwas, das ich nicht persönlich relativ gut kenne. Und das war eben so mit der DDR. Über die Türkei der 80iger könnte ich mehr sagen, als über die DDR.
In den letzten 10 Jahren habe ich viele Ossis kennengelernt, so ein bißchen queerbeet aus der ganzen DDR. Mich haben ihre Schilderungen immer sehr interessiert. Und wenn mir Menschen erzählen, wie sie gelebt haben, dann nehme ich das als Tatsachen, es ist nämlich ihre gelebte Realität.
Vor wenigen Tagen wollte mir eine muslimische Bekannte, die noch nie in Deutschland war, erklären wie das Geschlechterverhältnis in D sei, und weigerte sich mein eigenes Erleben, das sich ziemlich von ihren Ansichten über männliche Sexualität unterschied, als wahr zu akzeptieren.

Und so stelle ich mir vor geht es den Ossis, wenn ihnen die Wessis erklären wollen, was in und bei ihnen während der DDR-Zeit vorgegangen ist.
mahung schrieb am 12.10.2010 um 13:19
hallo titta

du schreibst:
"ZB. wenn beim Tanzen immer darauf hingewiesen wurde, daß nun ein West-Hit läuft. Das fand ich anfangs immer ganz eigenartig, um nicht zu sagen absurd, weil niemand im Westen einen Ost-Hit als etwas Besonderes, also Erwähnenswertes, empfunden hätte."

Zu welcher Zeit war denn das genau? Ich frage nur, weil ich das aus meiner DDR-Disco-Zeit (so etwa zwischen 1986 bis 1989/90) weder in Halle-Neustadt noch ab 1988 in Dresden so erinnere. Nur daran, dass manche der Berufs-Dj´s in ihren Ansagen der Songs (machte man damals noch) oft ziemlichen Käse erzählt haben und sich dabei noch ganz witzig vorkamen - so ähnlich wie heute die "Spaßvögel/Vögelinnen" von der Formatradio-Einheits-Front, vor allem in sog. Morningshows.

Was ich noch weiß, dass wegen der 60-40-Regel (40% mussten Ost-Songs sein oder umgekehrt) der Trick angewendet wurde, das nach offiziellem Beginn der Disco zunächst leise einige Zeit Ost-Musik einfach abgespielt worden ist und dann laut und mit Ansage die eigentliche Disco erst begann - dann nur noch mit West-Musik. Ausnahmen bestätigen die Regel: "Komm doch mit" von Amor & die Kid´s. Das war Kult und wurde enthusiastisch mitgesungen.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 12.10.2010 um 14:04
@Magda
Natürlich ist das vereinfachend. Wenn ich im ersten Satz noch "viele" Ossis einsetze, würde ich das allerdings als Kern der Sache so stehen lassen. Was die mangelnde Vergangenheitsbewältigung angeht, so trifft das auch auf Österreich zu.
Man kann um den Kern natürlich auch so lange herumreden, bis man solche unangenehmen Wahrheiten weggeschwurbelt und damit scheinbar aus der Welt geschaffen hat.
Z.B. bei solchen Diskussionen, wie ich sie hier erst vor kurzem erlebt habe: Totalitarismus gibt es nicht, nur Faschisten. Faschisten können nur Kapitalisten sein. Und Kapitalisten sind im Grunde alle Faschisten. Ist das nicht auch ein wenig vereinfachend?
Joachim Petrick schrieb am 12.10.2010 um 14:43
@Magda

„"Ich glaube, es ist eher so, dass Ex-Ossis noch daran zu knabbern haben, dass die DDR keine Vergangenheitsbewältigung kannte. Weil die Nazis = Faschisten = Kapitalisten ja alle aus dem Westen kamen bzw. die BRD der legitime Nachfolger der "Faschisten" war, während die DDR, die doch immerhin totalitäre Traditionen am Leben erhielt, wenn auch unter umgekehrten Vorzeichen, ihre Hände in Unschuld wusch."

Dieser „So als ob- Spiel “ Satz, stammt ausgerechnet nicht von mir, auch wenn Du mir diesen mit Deinem persönlichen Fiasko Faktor 11 mir unterschieben willst.

Eine ziemlich perfide Masche, die wiederholt offenbart, wessen Geistes Schule Kind Du bist.

Da weiß der wirkliche Schreiber nun durchs Knie ins Auge, was er, was er nicht zu schreiben hat.

Diese globale Schreiberlingen- Söldner/innen Kader- Schule hat nichts, aber auch gar nichts mit den realen Lebensverhältnissen der Menschen in der DDR zu tun, hinter denen sich „Deinesgleichen“ gerne seit der Wende 1989 ttt hinter Hecken in „blühend- welken“ Landschaften des bunten Blätterwaldes versteckt.

Gleichzeitig begibst Du Dich auf die ulkig drollig pfiffig bissige
„Kleine Mädchentour“,
zeigst Dich außerstande den Satz argumentativ zu entkräften, geschweige denn zu widerlegen.

.“ Du kommst mir immer kentnisloser vor“

Ein echter deutsch- deutscher Pars- Party Brüller.

Da sach i ma mit sachima:

„Auch ich muss mal vergessen können, um zu neuen Ufern der Erkenntnis zu gelangen!
Kann ich Dir mit „Peter Sodann“ als Tatort- Kommissar auch nur im bewusst klaren Sinne empfehlen.
Joachim Petrick schrieb am 12.10.2010 um 15:45
Eine ziemlich perfide Masche,
Design Kennung
„Magda! Die tapfere Schneiderline“

(bringe zwei arglos gestimmte Andere in Deinem Sinne gegeneinander verhängnisvoll in schlagenden Verbindungen verstrickt auf)
Magda schrieb am 12.10.2010 um 19:25
"Eine ziemlich perfide Masche,
Design Kennung
„Magda! Die tapfere Schneiderline“"

Nein,das war ein Missverständnis. Der Kommentar war verkürzt und bezog sich bei Dir auf was anderes.

Vielleicht kann man sich mal darauf einigen, dass die DDR als gewesener Staat, ihrer Herrschaftsform, ihrer Politik und auch was immer ganz sicherlich ein objekt der Analyse und der Forschung ist.

Auch das Verhalten der Menschen sollte man durchaus bedenken, aber dann eben nicht nur in ihrer Rolle als "Beherrschte", sonst wird es eindimensionsional diskriminierend.
Magda schrieb am 12.10.2010 um 19:34
@ JP - "neben wirklcih Großen, wie freidrich Schorlemmer, Daniela Dahn, Günter Gaus in memoriam u. u. brüsten darf."

Hier gehört mein Einwurf mit der Kenntnislosigkeit hin.
Daniela Dahn will ich nicht zur Zeugin anrufen, aber die hätte zu Deinem Stockholm-Syndrom so allerlei Scharfes anzumerken. Gaus sowieso.
Joachim Petrick schrieb am 12.10.2010 um 21:14
@Magda
Danke für Deine Text Einfügung von mir

der von Dir verstümmel zitierte Text von mir lautet orthografisch korrigiert so:

" Joachim Petrick schrieb am 11.10.2010 um 23:01
"Und es erklärt auch die Selbstverständlichkeit, mit der hier solche widerlichen Sätze ins Netz gestellt werden wie (sinngemäß): Die abenteuerlustigen jungen Männer, die einfach mal über die Grenze spazieren wollten, waren im Grunde selbst schuld, dass sie erschossen wurden. Anderswo war es doch viel schlimmer - bei den Nazis z.B."

find ich entsetzlich und das ausgerechnet. wo sich hier zeitnah ein ehemaliger IM Sascha Anderson mit Zurufen, Grüssen an den Offiziersbetrieb der ehemaligen DDR, STASI im Untergrund? offensiv und ungestört durch eine Kommentarleiste zum Tag der Deutschen Einheit herausgehoben, neben wirklich Großen, wie Friedirich Schorlemmer, Daniela Dahn, Günter Gaus in memoriam u. u. brüsten darf."

Nach Lektüre dieses komplett wiedergegebenen Textes ergibt sich ein anderes Bild lals das, was Du suggerieren willst
Uwe Theel schrieb am 12.10.2010 um 02:00
Hallo Joachim,

Bevor ich Dir schreibe, was mir dazu einfällt, würde ich Dich bitte mir zu sagen, ob Du den u. zitierten Teil Deines Blogttxtes überhaupt für verständlich hältst, und wenn ja, ob er von Dir ernst gemeint ist und zwar mit jedem Satz:

Um mit diesem ganzen heillosen Thema umzugehen, mich differenziert klar in einen unwägbaren Diskurs zu begeben, bedarf ich hier, wie es mir scheinen will, auch viele andere, der gegenseitigen Psychologie der Achtsamkeit, die mich selber von mokant überschießenden Einsätzen wie Ausflüchten bewahrt

Übrigens predigt und empfiehlt Peter Sloterdijk, wenn auch eher beiläufig, die Psychologie der Achtsamkeit im gegenseitigen Umgang als Begleitprogramm seiner „Kommunikativen Spielchen des „So als ob““.

Was auch immer diesem

„Mauerschützen- Egoshooter "1378 km"

vorzuhalten ist,

eines bietet dieses Kommunikationsspiel an Vermittlung von Geschichte, was andere Spiele weder leisten noch nicht bieten wollen, dass der Mauerschützen- Protagonist im Jahre 2000 nicht als gedungen mucksmäuschenstiller Söldner, SED- Parteisoldat, der nur auf den Schießbefehl gehandelt habe, steht, sondern sich als ein eigenverantwortlicher Citoyen, selbsttätig, das Recht in seiner persönlichen Geschichte suchend, ungeladen, störend, wie ein

„So als ob“ Michael Kohlhaas,

vor Gericht einfindet, auf dass ein Urteil über ihn und Seinesgleichen nach DDR- Recht und Gesetz vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag gefällt werde.


Danke
ut
Joachim Petrick schrieb am 12.10.2010 um 02:16
Hallo ut

Der Text ist im Versuch der Adaption der Sloterdijk Philosophie- Schule mein voller Ernst und ich denke dieser Text ist überaus verständlich.

Falls nicht, gibt es ja die Möglichkeiten der Frage.

Welches Spiel im Spiel spielst Du jetzt mit diesem Deinen Frage Ansinnen, bevor Du mir schreibst?

Ich bin gespannt
Uwe Theel schrieb am 12.10.2010 um 02:46
Hallo Joachim

Heute Nacht spiele ich nicht mehr hier am Computer, aber morgen werde ich in diesem Blog dann nach Deiner Selbsteinschätzung des o.a. Tetsteils doch noch mal etwas sagen wollen.

Du darfst gespannt sein.

Gute Nacht
ut
Joachim Petrick schrieb am 12.10.2010 um 03:30
@ut

Dir auch gute Nacht
apatit schrieb am 12.10.2010 um 06:27
Morgen, Leute - das wird mir hier zu psychologisch und teiweise zu blöd, trotzdem schönen Tag noch - apatit
Magda schrieb am 12.10.2010 um 10:10
Meist liegen die Erkenntnisse, Erwägungen und Überlegungen gar nicht so weit weg.

Ich verlinke mal auf einen Freitag-Beitrag, der noch gar nicht so alt ist. Es geht um das höchst umstrittene Gedenkstättenkonzept des Kultur-Staatsministers Neumann.

www.freitag.de/politik/0748-gedenkstaettenkonzept

Der Autor des Beitrages wendet sich auch den immer deutlicher werdenden Versuchen einer Gleichsetzung bzw. des offensiven Vergleichs von Drittem Reich und SED-Staat zu.

Ich verweise auf folgenden Satz: "So folgt denn der Forschungsverbund (gemeint ist der Forschungsverbund SED-Staat bei der FU - Magda) in seinen jüngsten Veröffentlichungen auch den Vorgaben Neumanns zum Umgang mit DDR-Geschichte und will einer "Verklärung und Verharmlosung der SED-Diktatur und jeder Ostalgie entschieden entgegenwirken". Darstellungswürdig sei nicht eine vermeintliche Bindungskraft der DDR, sondern allein das "Angst-Anpassungssyndrom des Alltags".

Daraus entnehme ich, dass diese Syndrom-Anpassungs-Geschichte sich in Varianten schon durch die Medien getröpfelt hat - ich nenne das immer kommunikative Sickertechnik - und sie findet in Petricks Blog auch ihren Niederschlag. Es ist Mainstream-Gebrabbel, was hier - originell verfremdet - ausgebreitet wird. Nicht mehr und nicht weniger.
SiebzehnterJuni schrieb am 12.10.2010 um 12:59
@Magda

"...Darstellungswürdig sei nicht eine vermeintliche Bindungskraft der DDR, sondern allein das "Angst-Anpassungssyndrom des Alltags".

Daraus entnehme ich, dass diese Syndrom-Anpassungs-Geschichte sich in Varianten schon durch die Medien getröpfelt hat - ich nenne das immer kommunikative Sickertechnik ..."

Und was ist falsch an diesem Modell?

Annette Simon: Versuch, mir und anderen die ostdeutsche Moral zu erklären/ Edion psychosozial /S.72

„...Man musste wahrscheinlich etwas offen Konfronta­tives tun, um auch die Angst als offenkundige Größe zu erleben. Ich bin deswegen heute misstrauisch Leuten gegenüber, die noch heute sagen, sie hätten zu DDR-Zeiten nie Angst gehabt. Entweder waren sie auf der machtgeschützten Sei­te oder sie schützen sich bis heute davor, sich die­ser Angst zuzuwenden oder sie haben eben nie etwas getan, dass sie mit der Macht in Konfrontati­on hätte bringen können.

......Ich möchte folgende These wagen: Unter den Deutschen gibt es so etwas wie eine Tradition oder sogar Kultur der Unterdrückung von Angst. Diese wird in der Erziehung untermauert und erzeugt dann eine Seelenblindheit, die von Generation zu Generation - mindestens in diesem Jahrhundert-weitergereicht wurde und wird. Der gleiche Prozess spielt sich in der beruflichen Tradition ab...."

Das Buch von Annette Simon ist sehr aufschlussreich!! Hoffentlich sickert es ein wenig...
Rahab schrieb am 12.10.2010 um 13:10
hm.
das eine sickert ein
und das andre verschwindet im dunkel

denn gegen die angst, die ddr-menschen erst noch beigepuhlt werden soll - und dann auch noch als ein syndrom, welches mit-schuld transportiert [die stockholmer geiseln hätten sich nämlich unerschrocken erschießen lassen sollen, damit das schöne geld nicht länger gefährdet wird] ist das, was hier und heute angst macht, ja der reinste fliegenschiß
thinktankgirl schrieb am 12.10.2010 um 13:16
Und dann könnte es auch noch sein, daß manchmal die Geiseln auch noch auf die Idee kommen, daß das Anliegen der Geiselnehmer, so aus der Nähe betrachtet, vielleicht gar nicht so schlecht ist.
mahung schrieb am 12.10.2010 um 13:46
hallo SiebzehnterJuni

Sie schreiben:
"Ich bin deswegen heute misstrauisch Leuten gegenüber, die noch heute sagen, sie hätten zu DDR-Zeiten nie Angst gehabt. Entweder waren sie auf der machtgeschützten Seite oder sie schützen sich bis heute davor, sich die­ser Angst zuzuwenden oder sie haben eben nie etwas getan, dass sie mit der Macht in Konfrontation hätte bringen können."

Welche Art von Angst sprechen Sie hier genau an? Die irrationale, pathologische Angst, etwa einer krankhaften Angststörung oder die natürliche und gesunde Angst, die uns schützt, weil sie uns hindert eventuell Gefährliches zu tun. Wenn Sie die pathologische Angst meinen, dann kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass diese "jeder" DDR-Bürger gehabt hat und sich dieser nur nicht stellt. Normale Ängste wird hingegen jeder irgendwann mal gehabt haben. Vor dem Klassenleitertadel in der Schule, vor dem Wehrdienst bei der NVA, vor der Polizei, vor der Staatssicherheit etc. pp. Meinen Sie solche Art Ängste? Davon abgesehen würde ich im Gegensatz zu Ihnen nicht davon ausgehen, dass auch Menschen auf der "machtgeschützten Seite" frei von sowas waren. Vielleicht gerade nicht. Da das herrschen in einem autoritären System ja nicht immer nur einfach ist und "Spaß" macht. Kann mir dahingegen sogar leidlich vorstellen, wie gerade in solchen Kreisen, durch die gegenseitige Belauerung, dass gegenseitige Misstrauen, welches solchen Systemen ja zwangsläufig innewohnt, Druck und Angst häufige Begleiter waren. Reine Spekulation meinerseits, weil wissen tue ich es natürlich nicht.
SiebzehnterJuni schrieb am 12.10.2010 um 14:42
@Mahung

das Zitat ist nicht von mir, sondern von Annette Simon, der Tochter von Christa Wolf!

Annette Simon war von 1975-91 als Psychotherapeutin in Ost-Berlin tätig und war seit 1989 im "Neuen Forum" aktiv. Sie arbeitet seit 1992 in freier Praxis als Psychoanalytikerin und Lehranalytikerin. Mehrere Vorträge und Veröffentlichungen zu den psychosozialen Prozessen der deutschen Vereinigung.
Joachim Petrick schrieb am 12.10.2010 um 15:25
@SiebzehnterJuni

„„...Man musste wahrscheinlich etwas offen Konfrontatives tun, um auch die Angst als offenkundige Größe zu erleben. Ich bin deswegen heute misstrauisch Leuten gegenüber, die noch heute sagen, sie hätten zu DDR-Zeiten nie Angst gehabt. Entweder waren sie auf der machtgeschützten Seite oder sie schützen sich bis heute davor, sich dieser Angst zuzuwenden oder sie haben eben nie etwas getan, dass sie mit der Macht in Konfrontation hätte bringen können.“

Da ist was dran und gehört doch erweitert auf die deutsch- deutschen, die europäischen ostwestlichen Verhältnisse, den Kalten Krieges und die system- und block- übergreifende Wirkung eines "Angst-Anpassungssyndrom des Alltags".

Dieses "Angst-Anpassungssyndrom des Alltags" nährte sich im Osten wie im Westen in hoch- bis totrüstenden Zeiten daraus, dass jede Seite für sich lange bis Mitte der Achtziger Jahre
(Kohl- Reagan in Bitburg auf dem Soldatenfriedhof mit SS- Toten/Kohl beschimpft Gorbatschow als Roten Goebbels)
mit Schrecken der militärisch konventionellen, gar atomaren, Befreiung durch den anderen geradezu medial in Schockstarre harrte.

Das Große Gemeinsame in deutsch- deutschen Lebensverhältnissen, deutsch- deutschem Regierungsbetrieb war ja das
„Schwerter zu Pflugscharen“ , war ja das deutsch- deutscher Wider gegen den Nato- Doppelbechluß von 1979- 84, die Stationierung von Pershing Raketen, Cruise Missles hier, SS20/SS 22 dort auf deutschem Boden.

Die danach im Wege der Wende 1989/90 verheerend folgende Umdeutung des „Totrüstens“ als die notwendig bittere Medizin um das Sowjetsystem/Comecon/Warschauer- Vertrag unter dem Kostendruck der Hochrüstung zum Implodieren zu bringen, ist unser deutsch- deutsches, gesamtdeutsches, europäisches, weltweites Verhängnis bis heute (s. Jugoslawien, Afghanistan, Irak, Iran, Nord- Korea, Naher- Osten, Kongo, Ruanda, Somalia, Nigeria u, u, ) , dem wir uns stellen sollten, statt hier künstliche Loyalitäten gegenüber der ehemaligen DDR und BRD, die es so als „Generationsprojekte“ mit globaler wie lokaler Perspektive für die Heranwachsenden 68er und Jüngeren nie gab, aufzubauen, uns unter hohen Anstrengungen argumentativ per Rundumschlägen schlapp zu halten.
Uwe Theel schrieb am 12.10.2010 um 15:47
@ Joachim Petrick am 12.10.2010 um 15:25

Hallo Joachim,

sollte das dann durch auslegitime Anliegen dieses Blogs tatsächlich gewesen sein, die Angsbesetztheit der politischen Akteure in Ost und West seit 1945 aufzuzeigen und anzuklagen und sogar Lösungen aufzuzeigen, dann war Dein "so-als-ob-Spiel-Ansatz" dazu weitgehend untauglich.

Mahungs Kurzskizze zur Rolle von Angst im (politischen) Leben (vom 12.10.2010 um 13:46) hat ansatzlos dazu mehr gesagt, alls alle Kommentare in Magdas Blog und Deinem zusammen, von deinem Einleitungstext ganz zu schweigen.

Angst als irrationale Triebkraft für Machtpolitik, kann nicht spielerisch erfassst, gar "geheilt" werden. Sie bliebe im persönlichen Bereich einer Therapie vorbehalten, im politischen Bereich einer alternativen Politik.

Es sind Spiele der Art "1378 km" die "uns schlapp halten" würden, wenn wir sie zu dem Behufe spielten, zu Dem Du glaubst, dass man Sie spielen könnte.

Gruß
ut

P.S.: Mein gestern Nacht angekündigter Text folgt noch, braucht noch ein wenig zeit.
Joachim Petrick schrieb am 12.10.2010 um 16:33
@ut
„Mahungs Kurzskizze zur Rolle von Angst im (politischen) Leben (vom 12.10.2010 um 13:46) hat ansatzlos dazu mehr gesagt, alls alle Kommentare in Magdas Blog und Deinem zusammen, von deinem Einleitungstext ganz zu schweigen.“

Na! dann kann ich mir ja meinen eigenen Griffel küssen, dass ich Mahung so ein Forum zu sachdienlichen Gedanken Ergüssen bot.

Worüber beklagst Du Dich dann?
War ich also nur „Johannes der Täufer“, der Mahung „getauft“ und noch nicht „Jesus“ der Religions- und Tempelstifter?

Kommunikations- Spiele erheben übrigens niemals den Anspruch der Therapie noch Heilung, sondern im günstigen Fall dienen sie der Aufdeckung von fehlenden wie vorhandenen Wahrnehmungen als prägende „So als Ob- Offenbarungen“, also Trugbildern, Trugschlüssen.

Lass Dir nur Zeit!
Doch bedenke wohl, ab dem 220 Kommentar wird es hier wie anderswo im FC zappenduster
mahung schrieb am 12.10.2010 um 16:40
Ach so. Dankeschön!
Magda schrieb am 12.10.2010 um 19:30
Das ist interessant:

Ich war ja - wie ich anderswo geschrieben habe - in einer Blockpartei-Zeitung. Dort herrschte weniger Angst, sondern immer sehr schnell "Befürchtungen" und "Vorsicht". Man wollte nicht anecken, keinen politischen Fehler machen usw. In der Kantine aber wurde kraftvoll gemeckert und räsoniert. Der Chefredakteur war ängstlich, manchmal auch grundlos, aber Angst hatte keiner. Das bestimmende Grundgefühl war Ärger, blöde Witze und allgemeine Ungeduld.

Wir hatten eine Kollegin, die sich von einer SED-kontrollierten Zeitung zu uns "durchgeschlagen" hat. Die sagte, sie fühle sich bei uns als sei sie schon "ausgereist". Der Ton bei uns war moderat und nicht von Furcht bestimmt.
Joachim Petrick schrieb am 12.10.2010 um 22:26
@Magda

"Wir hatten eine Kollegin, die sich von einer SED-kontrollierten Zeitung zu uns "durchgeschlagen" hat. Die sagte, sie fühle sich bei uns als sei sie schon "ausgereist".

Ist das nicht typische "Fangfrage" als locker flockiges "Statement" getarnt,
um die Reaktionen der Kollegen/innen aushorchend zu testen und zu registrieren?
Titta schrieb am 12.10.2010 um 22:39
"Der Chefredakteur war ängstlich, manchmal auch grundlos, aber Angst hatte keiner."

Der Satz macht schon rein sprachlogisch keinen Sinn. Denn wie kann jemand ängstlich sein, ohne Angst zu haben? Die Angst steckt doch schon im Wort ängstlich drin.
Siehe Ärger und ärgerlich. Wie kann jemand ärgerlich sein, ohne mit Ärger in Berührung gekommen zu sein?
Magda schrieb am 12.10.2010 um 22:47
"Ist das nicht typische "Fangfrage" als locker flockiges "Statement" getarnt,
um die Reaktionen der Kollegen/innen aushorchend zu testen und zu registrieren?"

Diese Art von Unterstellung ist mir völlig fremd gewesen. Nein, die Kollegin kenne ich heute noch, die wollte nichts wie weg dort und war nicht als Fangfrägerin unterwegs. Irgendwie habe ich das Gefühl, Du hast einen eisernen Willen, die Erfahrungen von Ost-Bürgern zu negieren und Deine eigenen Projektionen an deren Stelle zu setzen. Welches Syndrom ist denn da am Werke.

Auch das zeigt mir, dass eine Debatte reichlich unsinnig ist.
Joachim Petrick schrieb am 13.10.2010 um 00:02
@Magda

Dass es bei Dir mit Deiner Kollegin so war, wie Du es beschreibst, freut mich für Dich und uns.
Du berichtest das aber in einer Tonlage und Tonfarbe mit der Einladung zur Verallgemeinerung, den historisch gesellschaftlichen Kontext im deutsch- deutschen Regierungs- und Gesellschaftsbetrieb ausblendend, als wolltest Du mir und anderen Fragen den Schneid zu Fragen abkaufen

Das ist es, was so verharmlosend auf mich wirkt.

Was soll da Dein nacheilendes Pscholodisieren?

Frage mich oder andere us den alten Bundesländern hier doch einmal was?
Z. B., wie es mir deutsch- deutsch in den Jahren 1966- 1990 erging.

Was ist es, was Dich so unduldsam stimmt, wenn auf Dich Fragen zukommen?
Magda schrieb am 13.10.2010 um 09:43
"Was ist es, was Dich so unduldsam stimmt, wenn auf Dich Fragen zukommen?"

Unduldsam, weiß nicht, eher angeödet. Weil das keine Fragen sind, sondern "Befragungen" mit einem bestimmten Hintergrund und Muster oder mit einer These im Hintergrund.

Seit geraumer Zeit wird vielen Leuten im Osten "Ostalgie" vorgeworfen.
Also jenen Leute, die versuchen Zusammenhänge zu sehen, ohne Hass auf die Vergangenheit zu blicken, unterstellt man "Relatvierung" und Beschönigung oder Syndrome nach Städten.
Gleichzeitig werden von Seiten interessierter definitionsmächtiger Leute bestimmte Seiten des Ostens kraftvoll und mit Energie am Leben erhalten. Und da gehört dieses Grenzspiel dazu und jene, die diesem Spiel auch noch Sinn abgewinnen wollen.

Es kränkt Menschen wie mich, wenn sie zum Objekt der Beobachtung zwecks Bestätigung oder Widerlegung von kruden Theorien gemacht werden. Ich kann mir gut vorstellen, dass es Forschungen gibt, die sich damit beschäftigen. Aber Du - noch dazu in diesem missdeutigen Stil - hast aus meiner Sicht keinen Grund, Dich als Psychoexplorer zu betätigen. Meine Mutter hätte gesagt: So was tut man nicht. Aber offensichtlich darf man über ostdeutsche Befindlichkeiten so ins Blaue herumsinnieren wie früher über die Ureinwohner eroberter Gebiete.

Mache ich so etwas mit Westdeutschen, deren Verbiegungen auch hin und wieder zu besichtigen sind? Nee. Erlaube ich mir weitestgehend nicht.

Wie es mir im Osten ergangen ist, habe ich - so ehrlich ich es aufbringe - anderswo aufgeschrieben. Finde ich. Aber offensichtlich ist es nicht pathologisch genug.
Magda schrieb am 13.10.2010 um 09:46
Ich kenne Anette Simons Buch. Es ist eine von vielen Ansätzen und Thesen. Ich bin nur dagegen, eine zu verabsolutieren. Man muss schon ordentlich nachlesen und nicht - wie Du - nachbeten was grade in den Kram passt und - wenns nicht passt - denunzieren, was Du an anderer Stelle tust.

Compris?
Joachim Petrick schrieb am 13.10.2010 um 10:31
Liebe Magda,
das Kommunikations- Spiel
„So als ob-„
„Stockholm- Syndrom“
am Beispiel der DDR- Nomenklatur, Grenzregime, samt deutsch- deutschem Regierungs- und Offiziersbetrieb
wurde von mir, siehe mein Kommentar unten, beendet und verabschiedet.

Ich möchte auch Dich nur herzlich einladen, Deinen selbst gewählten Rollen- Hut in diesem Kommunikationsspiel abzusetzen, Dich wieder frei in der FC- Welt und andernorts zu bewegen und allen gegenüber offen auf Augenhöhe zu begegnen.

tschüss
Jochen
SiebzehnterJuni schrieb am 13.10.2010 um 11:22
@Magda

"...Ich kenne Anette Simons Buch. Es ist eine von vielen Ansätzen und Thesen. Ich bin nur dagegen, eine zu verabsolutieren. Man muss schon ordentlich nachlesen und nicht - wie Du - nachbeten was grade in den Kram passt und - wenns nicht passt - denunzieren, was Du an anderer Stelle tust. .."

1.Ich habe mit keinem Wort behauptet, dass es nicht
andere Interpretationen/Diagnosen gibt.
Ich verabsolutiere Annette Simons Buch nicht,
auch nicht die Bücher von Joachim Maaz!

2. Ich bete nichts nach.Noch nicht einmal die Bibel.

3. Ich denunziere nichts.(Ich will es jedenfalls nicht!)

Aber was meinst Du denn nun zu den Thesen von Annette Simon? Das würde doch interessant sein!!
SiebzehnterJuni schrieb am 13.10.2010 um 11:22
@Magda

"...Ich kenne Anette Simons Buch. Es ist eine von vielen Ansätzen und Thesen. Ich bin nur dagegen, eine zu verabsolutieren. Man muss schon ordentlich nachlesen und nicht - wie Du - nachbeten was grade in den Kram passt und - wenns nicht passt - denunzieren, was Du an anderer Stelle tust. .."

1.Ich habe mit keinem Wort behauptet, dass es nicht
andere Interpretationen/Diagnosen gibt.
Ich verabsolutiere Annette Simons Buch nicht,
auch nicht die Bücher von Joachim Maaz!

2. Ich bete nichts nach.Noch nicht einmal die Bibel.

3. Ich denunziere nichts.(Ich will es jedenfalls nicht!)

Aber was meinst Du denn nun zu den Thesen von Annette Simon? Das würde doch interessant sein!!
Joachim Petrick schrieb am 15.10.2010 um 14:48
@Magda

"Mache ich so etwas mit Westdeutschen, deren Verbiegungen auch hin und wieder zu besichtigen sind? Nee. Erlaube ich mir weitestgehend nicht. "

Ja das ist es ja gerade, diese Beißhemmung, getarnt als Mötzerei, thüringisches "Sänger- Jammersyndrom"
ehemaliger wie eingeildeter DDR- Bürger/innen, wenn es um die Sache "West" geht.

Das ist es doch, was viele engagierte Menschen seit der Einheit deutschlands in West soniedergeschlagen machte und macht?

Übrigens fühle ich mich nicht als Westdeutscher, wie Du es nahelegst, sondern als Angehöriger einer europäschen,globalen Generation die Generationsprojekte und nicht Staatsgebilde, bestehende wie ehemalige, antreibt.
Joachim Petrick schrieb am 15.10.2010 um 15:19
@Magda

„Wir hatten eine Kollegin, die sich von einer SED-kontrollierten Zeitung zu uns "durchgeschlagen" hat. Die sagte, sie fühle sich bei uns als sei sie schon "ausgereist".

Woraus nährte sich dieses Gefühl des „schon ausgereist"?

War es der Wechsel zu von einer SED- kontrollierten zu einer kirchlichen Zeitung, deren Mitarbeiter/innen wie alle kirchlichen Mitarbeiter/innen in der DDR und sonst nur ganz hohe Kader der Nomenklatur der DDR (aus der KoKo Quelle) das Privileg hatten, ein Monatsgehalt in DM/anno für Einkäufe im Intershop, für Aufenthalte in Interhotels, für Reisen ins nichtsozialistische Ausland aus westlichen Quellen kirchlicher wie staatlicher Art zu erhalten?

Haben sich die christlichen Kirchen im Sozialismus der DDR, wie die christlichen Kirchen in Westdeutschland ebenso anteilig an den staatlichen Zuwendungen aus der Bundesrepublik Deutschland auf der Basis von Altverträgen aus den Jahren von 1545, 1648, 1806, 1919 über all die Jahre nach 1949 und davor erfreut, wie sich heute die christlihen Kirchen in Deutschland weiterhin in Höhe von 450 Millionen €/anno erfreuen?

Hast Du persönlich als Mitarbeiterin dieser kirchlichen Zeitung in der DDR ein Monatsgehalt in Valuta DM/anno erhalten?
Rahab schrieb am 12.10.2010 um 13:37
im übrigen fällt mir noch ein, dass es doch auch für wessis irgendwelcher spiele nicht bedarf um zu merken, wie scheiße das ist, wenn nach gefühlten hundert jahren eine anklage wegen erschießens von kz-häftlingen zur hauptverhandlung zugelassen wird

oder ist das schon so tief im dunkel verschwunden, dass sich kein aas mehr dran erinnert?
Tania schrieb am 12.10.2010 um 18:56
Um dir mal einen Gegenpol entgegenzustellen ;aboniere doch einfach mal den ROTFUCHS,der kostet auch nix,höchstens eine Spende.

WDoockhorn@t-online.de

P.S.:Da kannst du mit fachkundigen Genossen diskutieren,wenns denn Spass machen sollte,sich objektiv mit "deiner" Sache auseinanderzusetzten,anstatt nur zu geifern!
Joachim Petrick schrieb am 13.10.2010 um 00:04
@ Tania

"Um dir mal einen Gegenpol entgegenzustellen ;aboniere doch einfach mal den ROTFUCHS,der kostet auch nix,höchstens eine Spende.

WDoockhorn@t-online.de

P.S.:Da kannst du mit fachkundigen Genossen diskutieren,wenns denn Spass machen sollte,sich objektiv mit "deiner" Sache auseinanderzusetzten,anstatt nur zu geifern!"

an wen das gepostet?
Tania schrieb am 16.10.2010 um 17:32
Die Welt ist nicht Rosa Rot!
Du bist nur ein Querulant und geilst dich an den Kommentaren auf die sich auch noch die Mühe machen,dich halbwegs ernst zu nehmen!
Macht das Spass?
Auch so was ist asozial,mein Bester.
Drum ende ich jetzt mit einem Hans Alberszitat aus eines seiner Lieder (den ich übrigens sehr schätzte)
"...und beendete den Verkehr..."
Tania schrieb am 16.10.2010 um 17:37
Eines ist mir noch eingefallen:
Mach dir mal Gedanken darüber,das etwa 200 Leute wegen Kaffeeschmuggels an den Westgrenzen der BRD,bspw. Belgien, bis mitte der 50ger Jahre erschossen worden sind!
Das alles auch ohne Mauer,und im Einvernehmen mit dem Kapitalismus.
Empfehlenswert:

Kuhle Wampe
absolut medien Berlin
Joachim Petrick schrieb am 17.10.2010 um 17:42
Tania

"Du bist nur ein Querulant und geilst dich an den Kommentaren auf die sich auch noch die Mühe machen,dich halbwegs ernst zu nehmen!
Macht das Spass?"

vieln Dank!
"Du adelst mich in disen qirrligen Zeiten nach dem furchtbaren Gefreiten mit der Auszeichnung Querulant"
Joachim Petrick schrieb am 17.10.2010 um 23:50
@Tania schrieb am 16.10.2010 um 17:37

"Eines ist mir noch eingefallen:
Mach dir mal Gedanken darüber,das etwa 200 Leute wegen Kaffeeschmuggels an den Westgrenzen der BRD,bspw. Belgien, bis mitte der 50ger Jahre erschossen worden sind!
Das alles auch ohne Mauer,und im Einvernehmen mit dem Kapitalismus.
Empfehlenswert:

Kuhle Wampe
absolut medien Berlin"

Ich verstehe Deine Anwürfe gegen meine Person nicht.?

Ich finde Deine Idee doch gut, dass
„So als ob- Spiel“
im Zusammenhang mit dem
„Stockholm- Syndrom“
auf Bereiche anzuwenden, wo Du Dich womöglich als Zeugin auskennen.(siehe Ihr Hinweis).

Ich frage mich aber, welchen Rollen Hut Sie in diesem
„So als ob- Spiel“
im Zusammenhang mit dem
„Stockholm- Syndrom“
auf die DDR, Nomenklatur, Grenzregime, samt deutsch- deutschem „Regierungs- und Offiziersbetrieb“
angewendet, aufgesetzt haben?

Wie würden Sie Ihren Rollen Hut definieren?

Vielleicht ist Ihnen entgangen, dass ich dieses Spiel vor Tagen abgeblasen, beendet habe und alle Teilnehmer/innen eingeladen habe , ihren Rollen Hut abzusetzen und sich wieder, frei in der FC bewegend, jedermann offen auf Augenhöhe zu begegnen?

Weitere Kommentare sind selbstverständlich im nachfragenden, klärenden wie Abschied nehmenden Sinne hier, ohne Rollen Hut, in diesem Blog möglich.
Joachim Petrick schrieb am 17.10.2010 um 23:50
@Tania schrieb am 16.10.2010 um 17:37

"Eines ist mir noch eingefallen:
Mach dir mal Gedanken darüber,das etwa 200 Leute wegen Kaffeeschmuggels an den Westgrenzen der BRD,bspw. Belgien, bis mitte der 50ger Jahre erschossen worden sind!
Das alles auch ohne Mauer,und im Einvernehmen mit dem Kapitalismus.
Empfehlenswert:

Kuhle Wampe
absolut medien Berlin"

Ich verstehe Deine Anwürfe gegen meine Person nicht.?

Ich finde Deine Idee doch gut, dass
„So als ob- Spiel“
im Zusammenhang mit dem
„Stockholm- Syndrom“
auf Bereiche anzuwenden, wo Du Dich womöglich als Zeugin auskennen.(siehe Ihr Hinweis).

Ich frage mich aber, welchen Rollen Hut Sie in diesem
„So als ob- Spiel“
im Zusammenhang mit dem
„Stockholm- Syndrom“
auf die DDR, Nomenklatur, Grenzregime, samt deutsch- deutschem „Regierungs- und Offiziersbetrieb“
angewendet, aufgesetzt haben?

Wie würden Sie Ihren Rollen Hut definieren?

Vielleicht ist Ihnen entgangen, dass ich dieses Spiel vor Tagen abgeblasen, beendet habe und alle Teilnehmer/innen eingeladen habe , ihren Rollen Hut abzusetzen und sich wieder, frei in der FC bewegend, jedermann offen auf Augenhöhe zu begegnen?

Weitere Kommentare sind selbstverständlich im nachfragenden, klärenden wie Abschied nehmenden Sinne hier, ohne Rollen Hut, in diesem Blog möglich.
Joachim Petrick schrieb am 17.10.2010 um 23:50
@Tania schrieb am 16.10.2010 um 17:37

"Eines ist mir noch eingefallen:
Mach dir mal Gedanken darüber,das etwa 200 Leute wegen Kaffeeschmuggels an den Westgrenzen der BRD,bspw. Belgien, bis mitte der 50ger Jahre erschossen worden sind!
Das alles auch ohne Mauer,und im Einvernehmen mit dem Kapitalismus.
Empfehlenswert:

Kuhle Wampe
absolut medien Berlin"

Ich verstehe Deine Anwürfe gegen meine Person nicht.?

Ich finde Deine Idee doch gut, dass
„So als ob- Spiel“
im Zusammenhang mit dem
„Stockholm- Syndrom“
auf Bereiche anzuwenden, wo Du Dich womöglich als Zeugin auskennen.(siehe Ihr Hinweis).

Ich frage mich aber, welchen Rollen Hut Sie in diesem
„So als ob- Spiel“
im Zusammenhang mit dem
„Stockholm- Syndrom“
auf die DDR, Nomenklatur, Grenzregime, samt deutsch- deutschem „Regierungs- und Offiziersbetrieb“
angewendet, aufgesetzt haben?

Wie würden Sie Ihren Rollen Hut definieren?

Vielleicht ist Ihnen entgangen, dass ich dieses Spiel vor Tagen abgeblasen, beendet habe und alle Teilnehmer/innen eingeladen habe , ihren Rollen Hut abzusetzen und sich wieder, frei in der FC bewegend, jedermann offen auf Augenhöhe zu begegnen?

Weitere Kommentare sind selbstverständlich im nachfragenden, klärenden wie Abschied nehmenden Sinne hier, ohne Rollen Hut, in diesem Blog möglich.
Streifzug schrieb am 12.10.2010 um 21:40
Super Stimmung hier.
Waffen gefällig?

Titta schrieb am 12.10.2010 um 23:07
Ach,

heute mal nicht in Rohrstock-Rhetorik, sondern in Klein- und Großkaliber.
Streifzug schrieb am 12.10.2010 um 23:16
Nun,

passend zu Klein- und Großhirn. Immer flexibel bleiben liebe Titta.
Titta schrieb am 12.10.2010 um 23:22
Nun,

und die Rohrstock-Rhetorik dann passend zum Rohr. Macht Sinn, ja.
Streifzug schrieb am 12.10.2010 um 23:42
Nun,

für dich finden wir auch noch das Passende :)
Joachim Petrick schrieb am 13.10.2010 um 00:13
@ Streifzug

bist Du unter die rasenden Waffensystem- Propagandisten gegangen?,

oder ist dies Deinem Motto geschuldet:

"Deeskalation durch Drastifizierung?
Streifzug schrieb am 13.10.2010 um 00:32
Hallo Joachim Petrick, alter Egoshooter, ich bin doch voll im Thema. (Oder geht der Schuss in deinem Blog nach hinten los?)
Joachim Petrick schrieb am 13.10.2010 um 01:13
@Streifzug

Du hast so was von Recht.
Du bist so was im Spiel.
Danke für den Hinweis auf die Munition.

Ich hatte im Eifer der Normalität des Kommentierens im Blog glatt vergessen, dass es ja auch ums Schießen, um Munition, Waffen an den Grenzanlagen der Demarkationslinie zwischen Ost und West in Deutschland von 1949- 89 geht.

Ob wir da ganz nebenbei einem Phänomen im DDR- und bundesdeutschen Alltagsleben auf die Spur gekommen sind, im Eifer der angestrengten, wie schließlich deutsch- deutsch vollendeten Alltags- Normalität die schussbereiten Waffen an den Grenzanlagen zu verdrängen, zu vergessen.

Das gehört als Ergebnis unseres
„So als ob- Spiels“
„Stockholm- Syndrom“
wie ein Abbild der damaligen deutsch- deutschen Verhältnisse, wo oft genug ein Schuss nach hinten losging, als Bestandteil auch dazu.

Das finde ich sehr aufschlussreich.

tschüss
JP
Uwe Theel schrieb am 13.10.2010 um 01:24
Streifzug schrieb am 13.10.2010 um 00:32

Oder geht der Schuss in deinem Blog nach hinten los?

Mhmm ... schon mal an Umbenennung in Streifschuß gedacht?
Joachim Petrick schrieb am 13.10.2010 um 01:47
Mhmm ... schon mal an Umbenennung in Streifschuß gedacht?

der ist gut
Uwe Theel schrieb am 12.10.2010 um 21:42
Lieber Joachim,

hier kommt die versproche Auseinandersetzung mit em Schlußteil Deines Blogtextes:

„So-als-ob-Spiel" hin, „So-als-ob-Spiel“ her. Du sagst, Du habest hier im Sloterdijk-Stil Dinge geschrieben, die Dein voller Ernst seien. Ich habe keine Ahnung, und es ist mir auch egal, ob Sloterdijk, der nur ein Pseudophilosoph mit ganz irdisch interessengebundenen Plattheiten sein Geschäft inzwischen macht, das auch so gesagt hat, was Du da schreibst, wenn ja, würde es auch nicht richtiger.

In medias res (Deine Textpassagen sind kursiv gehalten):

Um mit diesem ganzen heillosen Thema umzugehen, mich differenziert klar in einen unwägbaren Diskurs zu begeben, bedarf ich hier, wie es mir scheinen will, auch viele andere, der gegenseitigen Psychologie der Achtsamkeit, die mich selber von mokant überschießenden Einsätzen wie Ausflüchten bewahrt

Übrigens predigt und empfiehlt Peter Sloterdijk, wenn auch eher beiläufig, die Psychologie der Achtsamkeit im gegenseitigen Umgang als Begleitprogramm seiner „Kommunikativen Spielchen des „So als ob““.


Die „Psychologie der Achtsamkeit“ hat buddhistische Quellen und wird vornehmlich in Kindergärten verfolgt, eine Pädagogik, der es um Schutz der und Achtsamkeit unter den ja erst noch heranwachsenden Kinder vornehmlich geht. Ich brauche hier keine Einzelheiten entfalten; es gibt Fachliteratur.

Ich aber kann nicht verstehen, welche Form von Einfühlung oder Achtsamkeit, für Friedfertigkeit und Gewaltlosigkeit jedweder Art auch nur der Trailer des Spieles „1378 km“ vermittelt, ausdrückt oder was auch immer tut, wenn ich bei dem Schuß aus der Selbstschußanlage, die den Flüchtling tötet, obwohl ich ahnte was passieren würde, förmlich vor Erschrecken zusammenzuckte.

Hier ist bei Dir ein guter Wunsch der Vater des Gedankens, das Spiel ist demgegenüber aber eine zynische Verhöhnung desselben.

Weiter schreibst Du:

Was auch immer diesem

„Mauerschützen- Egoshooter "1378 km"

vorzuhalten ist,

eines bietet dieses Kommunikationsspiel an Vermittlung von Geschichte, was andere Spiele weder leisten noch nicht bieten wollen, dass der Mauerschützen- Protagonist im Jahre 2000 nicht als gedungen mucksmäuschenstiller Söldner, SED- Parteisoldat, der nur auf den Schießbefehl gehandelt habe, steht, sondern sich als ein eigenverantwortlicher Citoyen, selbsttätig, das Recht in seiner persönlichen Geschichte suchend, ungeladen, störend, wie ein

„So als ob“ Michael Kohlhaas,

vor Gericht einfindet, auf dass ein Urteil über ihn und Seinesgleichen nach DDR- Recht und Gesetz vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag gefällt werde.


Das nun, mit Verlaub, ist nur noch höherer Blödsinn:

a) Dieses Spiel vermittelt nicht Geschichte im Sinne des umfassenden Verständnisses einer Zeit, bzw. eines Aspektes in ihr, sondern formuliert im Gewande positiven Faktenwissens und einer emotionsaufgeladenen „actionstory“ den ideologischen Deutungsanspruch zur DDR und ihrem Grenzregime, wie ihn die westliche Sicht seit Tagen des kalten Krieges vortrug. Das heißt das ist Propaganda und emotionale Aufrüstung zur Vergangenheitsbewältigung aus Sicht der Sieger und nicht Erziehung zur Achtsamkeit unter Menschen. Das Gerüst eines stinknormalen ego-shooters, wie er nachweisbar unter „1378 km“ steckt, bietet für nichts anderes Raum.

Deine –mit Verlaub – schwurbeligen Sätze über den Grenzer der nicht als Söldner, sondern als Citoyen, ob er wolle oder nicht, sich vor dem Haager Gerichtshof einzufinden habe und das Spiel also bewiese, es gäbe doch eine Gerechtigkeit, wenn ein „„So als ob“ Michael Kohlhaas,“ dann seinen Richter fände, mißbraucht nicht nur Rousseau, sondern auch Kleist.

Die Selbstjustiz eines Michael Kohlhaas -(Was eigentlich ist ein „„So als ob“ Michael Kohlhaas,“???) – ist das genaue Gegenteil eines Citoyen, der bürgerlichem Recht unterworfen wäre, daß er als gerecht erachtete, während Kleists Kohlhaas quasi in den Naturzustand vorbürgerlicher Gesellschaft zurücktritt, die der Willkür des Einzelnen einen Rechtsraum gibt. Kohlhass ist um nichts willkürlicher als sein Herr, der Junker Wenzel von Tronka. Wenn Kohlhaas bei Kleist als verirrtes Opfer gebrochenen bürgerlichen Rechtsfriedens betrachtet würde, der sich dann alles andere als wie ein Citoyen benimmt, wenn er quasi „Naturrecht“ für sich einfordert, so kann er mit Deinem Grenzer auch nicht annähernd in irgend einer Weise verglichen werden, dem Du zumal den bürgerlichen Charakter des Citoyen zuschreibst, da er doch Subjekt eines (formal) sozialistischen Staates ist. – Joachim, das ist nur abenteuerlich.

Im Übrigen erfahre ich an keiner Stelle deines Textes, wie das Spiel denn alle diese hehren Ziele praktisch umsetzte (Ästhetische, filmische Mittel, Dramaturgie und Interaktivitäten des Spiels, etc)

So, das war`s im Großen und Ganzen.

Du siehst, man kann eine ganze Menge gegen dieses Spiel „1378 km“ und dessen „positive“ Interpretationen sagen

lg
ut
Joachim Petrick schrieb am 12.10.2010 um 22:43
@Uwe Theel

Danke schon einmal für deine beachtlichen Mühen, mir etwas zu belegen, um das es bei diesem Spiel gar nicht gehen kann, nämlich Realität.
Solche Art kommunikative „Spiele“ nehmen in systemischen Beratungen, Familientherapien insbesondere in dem Verfahren des
„Pars Party“
oft eine unerwartet Richtung und Wendung.

Interessant ist allerdings welche Favoriten Du vermutlich in so ein Pars Party- Spiel des
„So als ob“ f
ür Dich als Protagonisten/innen einsetzen würdest.

Das allein und vieles anderes hat diesen Blog von mir gelohnt.
Dafür sage ich allen, egal ob sie mir zugestimmt, mich kritisiert haben, egal ob es hier weitergeht mit Kommentaren oder nicht, schon einmal ein herzliches Dankeschön mit der Affirmation:

„Ich bin okay!“
„Du bist okay“

Niemand ist genötigt, die Meinung eines anderen zu übernehmen.

Tschüss
Jochen
oranier schrieb am 13.10.2010 um 02:07
@ Uwe Theel

Lieber Uwe,

es ist zwar hier ein Nebenstrang, aber deine Interpretation des Kleistschen "Michael Kohlhaas" sehe ich als in mehrfacher Hinsicht korrekturbedürftig an.

Der Junker Wenzel von Tronka ist keineswegs der "Herr" von Kohlhaas, sondern dessen Kontrahent im Rechtsstreit, ein Adeliger, der unrechtmäßig einen Passierschein von Kohlhaas auf dessen Durchreise mit einer Pferdekoppel verlangt, zwei Pferde als Pfand von ihm einbehält und herunterwirtschaftet. Kohlhaas ist als Pferdehändler ein Stadtbürger, der als solcher außerhalb der adeligen Hierarchie steht, also keinen "Herrn" über sich hat außer seinem Landesherrn, dem Brandenburgischen Kurfürsten.

Tatsächlich konkurrieren in dem Kleistschen Werk zwei verschiedene Rechts- und Staatsbegriffe miteinander, die man aber keinesfalls in deinem Sinne als bürgerlich und vorbürgerlich bezeichnen kann. Im Gegenteil, Kleist macht den historischen Hans Kohlhase aus dem 16. Jh. zu seinem Zeitgenossen und versieht ihn sozusagen mit den Idealen der Aufklärung, konkret mit dem Naturrechts- und dem Gesellschaftsvertrags-Gedanken, wie sie von Hobbes, Locke, Shaftsbury und Rousseau entwickelt worden sind. Der Naturzustand ist demnach keineswegs "vorbürgerlich", das hieße ja feudalistisch, sondern stellt gerade sozusagen die Basis dar, auf der die Menschen in Freiheit einen bürgerlichen Gesellschafts- bzw. Staatsvertrag miteinander eingehen, um unter dem selbstgewählten Schutz der Gesetze in Rechtssicherheit handeln (!) und wandeln zu können und so dem "Krieg aller gegen alle" (Th. Hobbes) zu entgehen. (In Gegenwendung zu Hobbes idealisieren Shaftesbury und Rousseau den "Naturzustand" unter dem Eindruck der zeitgenössischen Vorstellung von den nordamerikanischen Indianern als "edlen Wilden")

Der Gegensatz zwischen dem mittelalterlichen und dem neuzeitlichen Staatsverständnis wird von Kleist auf einmalige Weise durch den Widerstreit zwischen Kohlhaas und Luther aufgezeigt, der als Mann des 16. Jh. Kohlhaas' Aufklärungsideen gar nicht versteht. Denn Kohlhaas sieht sich zunächst durchaus an das Recht gebunden, aber eben im Sinne des Vertragsrechts zwischen Bürger und bürgerlichem Staat. Erst, als dieser ihm sein Recht verweigert, sieht er sich vom Staat "verstoßen", den Vertrag mit ihm aufgelöst und sieht sich dergestalt legitimiert, in den "Naturzustand" zurückzukehren und sein Recht selbst in die Hand zu nehmen. Luther entgegnet ihm:

"Verstoßen! Welch eine Raserei der Gedanken ergriff dich? Wer hätte dich aus der Gemeinschaft des Staates, in welchem du lebtest, verstoßen? Ja, wo ist, solange Staaten bestehen, ein Fall, dass jemand, wer es auch sei, daraus verstoßen worden wäre?" Er vertritt damit den Standpunkt des Mittelalterlichen Feudalstaates, der der göttlichen Ordnung entspricht, die nicht in der Verfügungsgewalt der Menschen steht.
Kohlhaas hält dem entgegen: "Verstoßen, ( drückt die Hand zusammen ) nenne ich den, dem der Schutz des Gesetzes versagt ist! Denn dieses Schutzes, zum Gedeihen meines friedlichen Gewerbes, bedarf ich: ja, er ist es, dessenhalb ich mich, mit dem Kreis dessen, was ich erworben, in diese Gemeinschaft flüchte; und wer mir ihn versagt, der stößt mich zu den Wilden der Einöde hinaus; er gibt mir, wie wollt ihr das leugnen, die Keule, die mich selbst schützt, in die Hand."

Kohlhaas IST also Citoyen, mitsamt dem Widerstandsrecht, das ihm sogar in gewisser Weise von Locke zugesprochen wird. Seine Verfehlung, die er später bereitwillig sühnt, beruht keineswegs in seiner als ultima Ratio geübten Selbstjustiz, sondern in seiner Verstiegenheit, die ihn in ein völliges Missverhältnis zwischen erlittenem Unrecht und ausgeübtem Rachefeldzug bringt. Diese Dichotomie bringt Kleist gleich zu Beginn der Novelle auf einmalige Weise zum Ausdruck:

"An den Ufern der Havel lebte, um die Mitte des sechzehnten Jahrhunderts, ein Roßhändler, namens Michael Kohlhaas, Sohn eines Schulmeisters, einer der rechtschaffensten zugleich und entsetzlichsten Menschen seiner Zeit. (...) kurz, die Welt würde sein Andenken haben segnen müssen, wenn er in einer Tugend nicht ausgeschweift hätte. Das Rechtgefühl aber machte ihn zum Räuber und Mörder."
Joachim Petrick schrieb am 13.10.2010 um 02:27
@oranier

Vielen Dank für diese lesenswert ergreifende Einlassung, die n.m .E. voll auf den Hauptstrang des Themas in meinem Blog zielt.
Uwe Theel schrieb am 13.10.2010 um 03:54
@ oranier am 13.10.2010 um 02:07

Lieber oranier mit Freuden sehe ich Dich zu alter Form zurückfinden. - Danke für Deine Korrektur.

Ich hatte schon überlegt, ob ich meine Ausführungen zu Kleist nicht ausführlicher gestalten müsste, weil die Verschachtelung von vorbürgerlichem (feudalen) nuturechtsbürgerlichem und bürgerlichem Recht durch Kleist doch ziemlich komplex ist, ließ es aber dann, auch aus Zeitgründen. Dein Text stellt den Zusammenhang vorbildlich dar.

Natürlich ist Kohlhass eine Gestalt bürgerlichen Rechts (Citoyen), allerdings tritt er nach der ihm widerfahrenen Rechtsabschneidung aus diesem Zusammenhang heraus, wenn er sein Recht dann einfordert. Ich setzte da naturrechtlich mit vorbürgerlich, wie Du richtig bemerktest fälschlich gleich. Es war ein Kurzschluss, der nur noch logisch aber nicht mehr rechts- und gesellschaftspolitisch richtig den mir zentralen Gedanken reflektierte, dass ich mit JPs Gedanken haderte, den NVA-Grenzer mit Kolhass gleichzusetzen. Ich bin mir immer noch nicht klar, ob die Unverhältnismäßigkeit, - um Deinen Begriff zu benutzen -, der Reaktion Kohlhaases mit dem Problem des Grenzers (der Unverhältnismäßigkeit des Todeschußes gegenüber der verbotenen Grenzüberschreitung) einfach gleichzusetzen ist.

Kohlhaas fordert entgangenenes Recht mit unverhältnismäßigen Mitteln ein, der Grenzer folgt einem Befehl, der lt. dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte gegen Deutschland vom 22. März 2001 gegen deutsches und Völkerecht aus Gründen der Unverhältnismäßigkeit und Ungerechtigkeit verstößt. Damit hätte der Grenzer den Befehl verweigern können und müssen mit dem die Rechtsordnung der DDR selbst "unverhältnismäßig" geworden war. Wenn damit die Rechtsordnung nicht mehr bürgerlichem Recht entsprach, so würde ein Subjekt unter ihm dieses wiederherstellen, wenn er den Befehl verweigerte.

Es bleiben mir die Fragen, ob der Grenzer aber nicht immer noch rechtmäßig aufgefordert geblieben wäre, die Flucht mit "verhältnismäßigen" Mitteln zu verhindern, die nicht das Leben des Flüchtlings gefährdet hätten, ob er so erst wirklich zum Citoiyen geworden wäre, und ob Kohlhaas, indem er mit unverhältnismäßigen Mittel sein Recht zurückforderte, eigentlich Rache nahm, noch immer als Citoiyen zu betrachten wäre?

lg
uwe
Joachim Petrick schrieb am 13.10.2010 um 09:33
@Uwe Theel

„Kohlhaas fordert entgangenenes Recht mit unverhältnismäßigen Mitteln ein, der Grenzer folgt einem Befehl, der lt. dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte gegen Deutschland vom 22. März 2001 gegen deutsches und Völkerecht aus Gründen der Unverhältnismäßigkeit und Ungerechtigkeit verstößt. Damit hätte der Grenzer den Befehl verweigern können und müssen mit dem die Rechtsordnung der DDR selbst "unverhältnismäßig" geworden war. Wenn damit die Rechtsordnung nicht mehr bürgerlichem Recht entsprach, so würde ein Subjekt unter ihm dieses wiederherstellen, wenn er den Befehl verweigerte.“

Wurde der Grenzer nicht im nacheilenden Rechtswege (s. o.) nun vom Objekt staatlichen Handelns der DDR- Grenz- und Rechtsorgane, samt Regierungs- und Offiziersbetrieb, wie einst Michael Kohlhaas, zum Subjekt der Setzung von Recht, das zugleich auf Antrag durch „unbekannt“ oder durch Opfer /Hinterbliebene Angeklagter vor dem Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte oder dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag wie Klageführender war.

Nur das eben diesem Grenzer als Subjekt der Setzung von Recht der Adressat seiner Klageführung abhanden gekommen, weil die DDR mit samt ihren Rechtsorganen durch Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland nach Art. 23 GG in dieser aufgelöst ist?

Gegen wen kann nun der Grenzer als Subjekt der Setzung von Recht Klage führen und sein Urteil durch den Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte oder dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag entgegennehmen und dem daraus erfolgenden Sühnenanspruch klaglos wie aufrecht entsprechen?

Tschüss
JP
Uwe Theel schrieb am 13.10.2010 um 13:15
@ Joachim Petrick schrieb am 13.10.2010 um 09:33

Lieber Joachim,

jetzt überschreitest Du die Grenzen, die Du Deinem eigenen Spiel gesetzt hattest: 1961 - 1990.

Meinen Betrachtungen bezogen sich nur auf die Situation während der von Dir postulierten "Geiselnahme"

Nach 1990 sind alle Beteiligten einheitlich - soweit nicht verjährt - dem rückwirkend noch geltenden DDR-Recht zur Tatzeit - soweit nicht völkerrechtswidrig - bzw. BRD-Recht zur Tatzeit unterworfen.
Joachim Petrick schrieb am 13.10.2010 um 15:28
Lieber Uwe,

Du schreibst:

„jetzt überschreitest Du die Grenzen, die Du Deinem eigenen Spiel gesetzt hattest: 1961 – 1990“

Das klingt so scharf wie ein Warnschuss, der im nächsten Moment Schuss- Salven aus einer Selbstschussanlage auszulösen droht.

Gleichzeitig frage ich Dich:
„Gibt’s Du nicht mit Deiner folgenden Einlassung eine Antwort, die das, was Du vorher geschrieben, dementiert?“

„Nach 1990 sind alle Beteiligten einheitlich - soweit nicht verjährt - dem rückwirkend noch geltenden DDR-Recht zur Tatzeit - soweit nicht völkerrechtswidrig - bzw. BRD-Recht zur Tatzeit unterworfen.“

Ist das Dilemma eines Grenzers der DDR nach 1990, anders als für den wahren Jakob, namens Michael Kohlhaas, dass er womöglich Beschuldigter, gar Angeklagter ist, aber als Klageführender gegen seine DDR- Regierung wg. Regierungskriminalität keinen Adressaten hat, weil die DDR sich durch Beitritt zum Geltungsbereich des GG nach Art. 23 in der Bundesrepublik Deutschland am 03. Oktober 1990 aufgelöst hat.

Dieser DDR- Grenzer als
„So als ob Michael Kohlhaas“
das rechtspolische „Recht setzende“ Zeitfenster von der ersten frei gewählten Volkskammer der DDR bis zum Tage ihrer Auflösung der DDR, nicht informiert, geschweige denn instruiert, wie Fristvergessen versäumt hat?

Müsste so ein DDR- Grenzer folglich nun Klageführender gegen die Bundesrepublik Deutschland in Rechtsnachfolge der DDR sein?
Uwe Theel schrieb am 13.10.2010 um 15:48
Lieber Joachim:

a)Bitte, entlade deine geistige Kalasnikow einmal: Wenn ich von Grenzen sprach, meinte ich nicht Die Deines Geistes, sondern den zeitlichen Rahmen innerhalb dessen, Dein Spiel spielen sollte.

b) Diesen Rahmen verläßt Du aber jetzt, da Du nach Verhalten und Möglichkeiten für "ehemalige" DDR-Bürger und -Grenzer fragst, nachdem die "Geiselsituation", die Du (für Dein Spiel) behauptetest nicht mehr gegeben ist.

Insofern hieße es "neues Spiel", und für dieses hätte ich den "rechtlichen" Rahmen abgesteckt, als ich sagte „Nach 1990 sind alle Beteiligten einheitlich - soweit nicht verjährt - dem rückwirkend noch geltenden DDR-Recht zur Tatzeit - soweit nicht völkerrechtswidrig - bzw. BRD-Recht zur Tatzeit unterworfen.“ (Ich habe aber keine Regeln aufgestellt, und würde das Thema auch nie als Spiel spielen :-)).

c) Manchmal sind Deine Sätze so zerrissen, dass ich Ihnen weder aus dem Zusammenhang heraus noch innerhalb ihrer selbst folgen kann. Dies gilt jetzt für den vorletzten Absatz Deines Postings. - Du brauchst ihn mir aber nicht zu erklären.

d) Was den letzten Satz, Deine Frage betrifft, so steht jedem ehemaligen Grenzer der Rechtsweg offen, wenn er meint, er sei aufgrund seiner Handlungen als aktiver Grenzer durch die DDR oder, seit 1990, durch die BRD seitens der Staatsorgane ungerecht/rechtswidrig behandelt worden. Prozessgegner für ihn, wäre dann die Bundesrepublik Deutschland.

mfg
ut
Joachim Petrick schrieb am 13.10.2010 um 17:49
@Uwe Theel

„Dieser DDR- Grenzer als
„So als ob Michael Kohlhaas“
das rechtspolitische „Recht setzende“ Zeitfenster von der ersten frei gewählten Volkskammer der DDR bis zum Tage ihrer Auflösung der DDR, nicht informiert, geschweige denn instruiert, wie Fristvergessen versäumt hat?“

Will sagen, die DDR- Grenzer wurden selbst von der frei gewählten Lothar de Maiziere Regierung in ihrem ungeklärten Dilemma gelassen,
ob sie demnächst überhaupt Klageführende, Beschuldigte, Angeklagte, oder alles gleichermaßen, wenn ja, vor welchen, nationalen, internationalen Gerichten sein werden.

Gehörten zu diesen „Grenzern“ im Dilemma nach dem 03.Oktober 1990 auch Personen, wie Erich Honecker, Erich Mielke, Egon Krenz, Günter Schabowski, Markus Wolf und viele andere, denen es mit Sicherheit nicht um zivilrechtliche Forderungen an die Bundesrepublik Deutschland als Rechtsnachfolger der DDR gegangen ist oder geht, sondern denen vielleicht, wie einst Michael Kohlhaas, der Sinn nach einer völkerrechtlich, wie menschenrechtlichen System- Klärung von 1949- 1990 vor Internationalen Gerichtshöfen stand, wenn sie nur deren Adressen kennten?

„….Prozessgegner für ihn (Grenzer), wäre dann die Bundesrepublik Deutschland.“

Frage:
Vor welchen Gerichten?

Tschüss
JP
Rahab schrieb am 13.10.2010 um 17:55
gings denen da sehr viel anders als 'unserem' oberst klein?

der macht das mit seinem gewissen aus (?)
Joachim Petrick schrieb am 13.10.2010 um 18:19
Rahab schrieb am 13.10.2010 um 17:55
gings denen da sehr viel anders als 'unserem' oberst klein?

interessanter Hinweis.

Letzendlich wird der Oberst Klein, auch wenn er jetzt in und von bestimmten Krisen- Kreisen nicht nur gefeiert, befördert, mit Orden behängt wird, auf Sicht rechtlich wie psychosozial allein gelassen.

"Warte, warte nur ein Weilchen, dann kommt der Ermittler vom Internationalen Straf- Gerichthsof in Den Haag ach zu Dir, Mr. Klein "
Uwe Theel schrieb am 13.10.2010 um 19:20
@ Joachim Petrick am 13.10.2010 um 17:49

ooch, Joachim,

blas die Sachen doch bitte, bitte nicht immer so mit "Kunst" und Literatur auf. Kleist gibt hier genau soviel her, wie oranier und meine Wenigkeit schon geschrieben haben. Auf diese Art, auf dieser Diskussionsebne tust Du aber nie selbst dann wieder eingehen, mußt Du auch nicht, aber dann Da bleibt alles immer nur in der Luft hängen.

Wenn Du wissen willst, wie die Rechtslage bezüglich des Schießbefehls ist, dann zum Einstieg hier:

de.wikipedia.org/wiki/Schießbefehl

Das wichtigste Urteil da:

www.igeawagu.com/news/richterbeschluesse/1165269999.html

Dort in den Anmerkungen gibt es noch Verweise auf ein weitere höchstrichterliche Entscheidungen des BVerfG und des BGH.

Die Einzelheiten, wer, wie vor welcher Instanz mit was für einer Sache bei Gericht einsteigen kann, das sollte im Politikunterricht der Schule grundsätzlich gelernt worden sein. Aber ich habe hier keine Lust Instanzenkunde zu betreiben :-)

Game over

mfg
ut
Joachim Petrick schrieb am 13.10.2010 um 21:03
@Uwe Theel

„Du aber nie selbst dann wieder eingehen, mußt Du auch nicht, aber dann Da bleibt alles immer nur in der Luft hängen.

Wenn Du wissen willst, wie die Rechtslage bezüglich des Schießbefehls ist, dann zum Einstieg hier:…“

Vielen Dank für die kundigen Hinweise.

Meine Frage in und mit diesem Blog gilt aber nicht der Befragung der rechtlich kümmerlichen deutsch- deutschen Realität und kniffligen Rechthaberei mit dem Deutschen Einheitsvertrag vom 03. Oktober 1990 sondern der Recht schaffenden Wirkung eines Citoyen, der nicht nur bestehendes Recht einfordert, sondern aktiv, und sei es verquer wie der historische Kohlhaas, gar zu seinen Lasten, neues Recht setzen will.

An diesem diskursiv Kommunikations- Spiel des
„So als ob-„
teilzunehmen, warst Du und andere in diesem, meinem Blog eingeladen, den ich heute in der Nacht beendet habe(s. u.).

Dass Du Dich daran auf Deine ganz persönliche Art engagiert beteiligt hast, stimmt mich dankbar.

Jetzt lade ich Dich, wie mich und alle anderen (s u.) herzlich ein, den von Dir selbst gewählten Rollen Hut in diesem kommunikativen Spiel abzusetzen und Dich wieder frei in der FC- Welt und andernorts zu bewegen und offen gegenüber anderen auf Augenhöhe unterwegs zu sein.
Selbstverständlich kannst Du zum Abschied oder von diesem Blog sonst wie Gründen weitere Kommentare schalten, wie es Dir gefällt.

Mein „So als ob-„ Spiel“ ist aber hier beendet.

In Hamburg sagt man tschüss
Jochen
Nicklos Luhmann schrieb am 13.10.2010 um 22:58
Lieber Joachim, in aller alter Frendschaft: Ich stimme Dir voll und ganz zu. Alles, was wichtig ist, wurde betont und ist gesagt. danke dafür.
Herzliche Grüße, Nick
Joachim Petrick schrieb am 14.10.2010 um 00:29
Lieber Nicklos,

auch herzlichen Gruss mit enem Dankeschön aus Hamburg

tschüss
Jochen
Uwe Theel schrieb am 12.10.2010 um 21:42
Lieber Joachim,

hier kommt die versproche Auseinandersetzung mit em Schlußteil Deines Blogtextes:

„So-als-ob-Spiel" hin, „So-als-ob-Spiel“ her. Du sagst, Du habest hier im Sloterdijk-Stil Dinge geschrieben, die Dein voller Ernst seien. Ich habe keine Ahnung, und es ist mir auch egal, ob Sloterdijk, der nur ein Pseudophilosoph mit ganz irdisch interessengebundenen Plattheiten sein Geschäft inzwischen macht, das auch so gesagt hat, was Du da schreibst, wenn ja, würde es auch nicht richtiger.

In medias res (Deine Textpassagen sind kursiv gehalten):

Um mit diesem ganzen heillosen Thema umzugehen, mich differenziert klar in einen unwägbaren Diskurs zu begeben, bedarf ich hier, wie es mir scheinen will, auch viele andere, der gegenseitigen Psychologie der Achtsamkeit, die mich selber von mokant überschießenden Einsätzen wie Ausflüchten bewahrt

Übrigens predigt und empfiehlt Peter Sloterdijk, wenn auch eher beiläufig, die Psychologie der Achtsamkeit im gegenseitigen Umgang als Begleitprogramm seiner „Kommunikativen Spielchen des „So als ob““.


Die „Psychologie der Achtsamkeit“ hat buddhistische Quellen und wird vornehmlich in Kindergärten verfolgt, eine Pädagogik, der es um Schutz der und Achtsamkeit unter den ja erst noch heranwachsenden Kinder vornehmlich geht. Ich brauche hier keine Einzelheiten entfalten; es gibt Fachliteratur.

Ich aber kann nicht verstehen, welche Form von Einfühlung oder Achtsamkeit, für Friedfertigkeit und Gewaltlosigkeit jedweder Art auch nur der Trailer des Spieles „1378 km“ vermittelt, ausdrückt oder was auch immer tut, wenn ich bei dem Schuß aus der Selbstschußanlage, die den Flüchtling tötet, obwohl ich ahnte was passieren würde, förmlich vor Erschrecken zusammenzuckte.

Hier ist bei Dir ein guter Wunsch der Vater des Gedankens, das Spiel ist demgegenüber aber eine zynische Verhöhnung desselben.

Weiter schreibst Du:

Was auch immer diesem

„Mauerschützen- Egoshooter "1378 km"

vorzuhalten ist,

eines bietet dieses Kommunikationsspiel an Vermittlung von Geschichte, was andere Spiele weder leisten noch nicht bieten wollen, dass der Mauerschützen- Protagonist im Jahre 2000 nicht als gedungen mucksmäuschenstiller Söldner, SED- Parteisoldat, der nur auf den Schießbefehl gehandelt habe, steht, sondern sich als ein eigenverantwortlicher Citoyen, selbsttätig, das Recht in seiner persönlichen Geschichte suchend, ungeladen, störend, wie ein

„So als ob“ Michael Kohlhaas,

vor Gericht einfindet, auf dass ein Urteil über ihn und Seinesgleichen nach DDR- Recht und Gesetz vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag gefällt werde.


Das nun, mit Verlaub, ist nur noch höherer Blödsinn:

a) Dieses Spiel vermittelt nicht Geschichte im Sinne des umfassenden Verständnisses einer Zeit, bzw. eines Aspektes in ihr, sondern formuliert im Gewande positiven Faktenwissens und einer emotionsaufgeladenen „actionstory“ den ideologischen Deutungsanspruch zur DDR und ihrem Grenzregime, wie ihn die westliche Sicht seit Tagen des kalten Krieges vortrug. Das heißt das ist Propaganda und emotionale Aufrüstung zur Vergangenheitsbewältigung aus Sicht der Sieger und nicht Erziehung zur Achtsamkeit unter Menschen. Das Gerüst eines stinknormalen ego-shooters, wie er nachweisbar unter „1378 km“ steckt, bietet für nichts anderes Raum.

Deine –mit Verlaub – schwurbeligen Sätze über den Grenzer der nicht als Söldner, sondern als Citoyen, ob er wolle oder nicht, sich vor dem Haager Gerichtshof einzufinden habe und das Spiel also bewiese, es gäbe doch eine Gerechtigkeit, wenn ein „„So als ob“ Michael Kohlhaas,“ dann seinen Richter fände, mißbraucht nicht nur Rousseau, sondern auch Kleist.

Die Selbstjustiz eines Michael Kohlhaas -(Was eigentlich ist ein „„So als ob“ Michael Kohlhaas,“???) – ist das genaue Gegenteil eines Citoyen, der bürgerlichem Recht unterworfen wäre, daß er als gerecht erachtete, während Kleists Kohlhaas quasi in den Naturzustand vorbürgerlicher Gesellschaft zurücktritt, die der Willkür des Einzelnen einen Rechtsraum gibt. Kohlhass ist um nichts willkürlicher als sein Herr, der Junker Wenzel von Tronka. Wenn Kohlhaas bei Kleist als verirrtes Opfer gebrochenen bürgerlichen Rechtsfriedens betrachtet würde, der sich dann alles andere als wie ein Citoyen benimmt, wenn er quasi „Naturrecht“ für sich einfordert, so kann er mit Deinem Grenzer auch nicht annähernd in irgend einer Weise verglichen werden, dem Du zumal den bürgerlichen Charakter des Citoyen zuschreibst, da er doch Subjekt eines (formal) sozialistischen Staates ist. – Joachim, das ist nur abenteuerlich.

Im Übrigen erfahre ich an keiner Stelle deines Textes, wie das Spiel denn alle diese hehren Ziele praktisch umsetzte (Ästhetische, filmische Mittel, Dramaturgie und Interaktivitäten des Spiels, etc)

So, das war`s im Großen und Ganzen.

Du siehst, man kann eine ganze Menge gegen dieses Spiel „1378 km“ und dessen „positive“ Interpretationen sagen

lg
ut
Joachim Petrick schrieb am 13.10.2010 um 01:45
“All miteinander auseinander!“

Es ist soweit.
Wir nähern uns unaufhaltsam dem Ende unserer gemeinsam gedanklich weiten Abenteuerreise in diesem
Pars Party- So als ob- Spiel“
namens
„Stockholm Syndrom“
am Beispiel der DDR- Nomenklatur deren Grenzregime samt Offiziersbetrieb.

Wir nähern uns auch unaufhaltsam der offenen Seite dieser Kommentarleiste meines Blogs.

Deshalb versichere ich Euch alle, die ihr mir hier auf der Kommentarleiste einmal, mehrere, viele Male engagiert beredt wie einsilbig zustimmend oder kritisch erschienen, ich werde all eure Kommentare wertschätzend als Teile der meinen in mir integrieren und in meinem FC- Herzen bewegen.

Sollte ich jemanden gelobt, verletzt, gekränkt, übergriffig angestrengt, behandelt haben?
Ich tat es in diesem
„Stockholm- Syndrom“ Drama“
als Geisel meines selbst gewählten Rollen- Hutes.

Ich lade hiermit alle Teilnehmer/innen dieses Blogs ein, nun,
wie ich.
,
den selbst gewählten Rollen- Hut abzulegen und sich wieder frei in der FC- Welt und andernorts zu bewegen.

Wer sich hier im Blog noch weiter mit Kommentaren zum Abschied oder sonstwie einbringen will, mag das gerne tun.

In memoriam an Heidi Kabel grüsse ich alle mit dem Ruf:

„In Hamburg sagt man tschüss“

JP
claudia schrieb am 13.10.2010 um 12:01
Dann erlaube ich mir auch ein Wort zum Mittwoch:
Ob man sich in Sloterdijkschem oder allgemeinbundesbürgerlichem Schwurbel verliert, ist egal. Hauptsache man verliert sich...

Ein "Stockholmsyndrom" wäre auch an der Haltung der BRD-bravbürgerlichen Mehrheit zur Agenda 2010 diagnostizierbar. Schliesslich werden dadurch -zig Millionen Menschen direkt oder indirekt bedroht und kriechen lieber dem Aggressor in den Allerwertesten als dass sie sich wehren würden. Das wäre aktueller als die DDR, die es seit 20 Jahren nicht mehr gibt. Aber gerade deswegen wird das wohl vor dem Jahre 2110 nicht möglich sein...
SiebzehnterJuni schrieb am 13.10.2010 um 13:28
@claudia

Du hast recht.Aber die DDR spielt in den Köpfen und Herzen doch eine sehr wichtige Rolle, gerade angesichts der Krise.

Wilfried Schmickler über das Schweigen der Mehrheit
www.youtube.com/watch?v=Jk3EQ2GcLw4
Joachim Petrick schrieb am 13.10.2010 um 14:44
@ claudia

„Dann erlaube ich mir auch ein Wort zum Mittwoch:
Ob man sich in Sloterdijkschem oder allgemeinbundesbürgerlichem Schwurbel verliert, ist egal. Hauptsache man verliert sich... „

Kommt da jetzt dieses verschwurbelt Gefühl von damals im November 1989 bis zum Oktober 1990 hoch, als das
„So als ob- Spiel“
unter der Kennung
„DDR“
aus und zu Ende war, sich die DDR, samt Nomenklatur, Regierungs- und Offiziersbetrieb einfach so im Nichts aufgelöst verlor, als hätte es die DDR niemals gegeben?

„Ein "Stockholmsyndrom" wäre auch an der Haltung der BRD-bravbürgerlichen Mehrheit zur Agenda 2010 diagnostizierbar. Schliesslich werden dadurch -zig Millionen Menschen direkt oder indirekt bedroht und kriechen lieber dem Aggressor in den Allerwertesten als dass sie sich wehren würden“

Ein überaus bedenkenswertes Projekt!
apatit schrieb am 13.10.2010 um 16:29
... ich wollte ja eigendlich gar nicht`s mehr sagen - mir hat ja gill bost geraten, ich sollte angeln gehen auf einer Jolle und in seichten Gewässern fischen... hab ich gemacht. Nur, das kann ich leiden - sich vom " Acker " machen ( deaktivierter Nutzer ) und mich " absaufen " lassen.
Und das die DDR in Herzen und Köpfen eine wichtge Rolle spielt - das liegt nicht nur an der Kriese. Der Gedanke von Juni ist schon mal ein aha Wert. So nun gehe ich wieder angeln in meiner zerschossenen Jolle! JP - haben Sie als Hamburger da nicht ein bisslein Mitleid ?
Joachim Petrick schrieb am 13.10.2010 um 18:12
@apatit

Ich habe im wahrsten Sinne des Wortes ein Mit- Leiden mit Ihnen und uns allen, vor allem in disem meinem Blog mit dem von mir beendeten „So als ob- Spiel“
„Stockholm- Syndrom“ am Beispiel der DDR, samt Nomenklatur Grenzregime und deutsch- deutschem Regierungs- und Offiziersbetrieb.

Gleichzeitig bedanke ch mich für Ihre engagierte Teilnahme an diesem Block, auch wenn und gerade, weil Sie zwischendurch Angeln waren.

Ich lade Sie herzlich ein, Ihren selbst gewählten Rollen- Hut, wie ich und andere in diesem Kommunikations- Spiel abzunehmen und sich wieder frei in der FC- Welt und andernorts zu bewegen, ganz, wie es Ihnen belibet, offen anderen auf Augenhöhe zu begegnen.

In Hamburg sagt man tschüss

JP
claudia schrieb am 13.10.2010 um 20:02
>>aus und zu Ende war, sich die DDR, samt Nomenklatur, Regierungs- und Offiziersbetrieb einfach so im Nichts aufgelöst verlor, als hätte es die DDR niemals gegeben?<<
Die DDR als Staat, ja, die ist mit der wundersamen Wandlung vom "wir-Volk" zum "Einvolk" verschwunden.
Just bevor der erste BRD-Bürger sich den Schlaf aus den Augen rieb und fragte: "Bin ich etwa auch das Volk?
Geniales Timing.

Aber die West-DDR in den Köpfen, die Essenz der BRD, die hat den Staat DDR überlebt.
Man denke nur an jenen schicksalschweren Tag im Frühjahr, nach der Wahl in NRW, beim "Sondierungsgespäch" SDP/Grün mit der Linken: Nordrheinwestfalen auf der Kippe zwischen Berstelmannstiftung und Bolschewismus.
Da war die gute alte DDR doch wieder mal der Rettungsanker in schwerer Seeheimer Not...
Sie wird noch lange gebraucht werden, die gute alte West-DDR.

---
und das Andere:
>>Ein überaus bedenkenswertes Projekt!<<
dann sind wir ja schon zwei. Vielleicht kann's was werden.
koslowski schrieb am 13.10.2010 um 20:16
@claudia 20:02

"Aber die West-DDR in den Köpfen, die Essenz der BRD, die hat den Staat DDR überlebt.
Man denke nur an jenen schicksalschweren Tag im Frühjahr, nach der Wahl in NRW, beim "Sondierungsgespäch" SDP/Grün mit der Linken: Nordrheinwestfalen auf der Kippe zwischen Berstelmannstiftung und Bolschewismus." - Ich war und bin sehr froh, dass SPD und GRÜNE der Verführung nicht nachgegeben haben, mit einer LINKEn, die Schwierigkeiten hat, die DDR eine Diktatur und einen Unrechtsstaat zu nennen, Koalitionsgespräche zu führen. Du nennst das "die West-DDR in den Köpfen", ich nenne das Realitätssinn.
Joachim Petrick schrieb am 13.10.2010 um 21:17
@claudia


Aber die West-DDR in den Köpfen, die Essenz der BRD, die hat den Staat DDR überlebt.“

Vielen Dank für diesen Aspekt der West- DDR als Kopfgeburt, der weiterverfolgt, meine ich, zum Nachdenken darüber führt, ob die DDR nicht ohnehin von Anfang an seit der Teilung Deutschlands 1948/49 in zwei Staaten eine West- Kopfgeburt war
“Lieber die Teilung Deutschlands,
aber niemals mit Kommunisten/innen in einem Staat!“.

1956/57 folgte das KPD- Verbot durch den damaligen Bundesinnenminister der CDU/CSU Gerhard Schröder.

Liegt der Fortschritt darin, dass die Linkspartei jetzt wenigstens im selben Staat wie die anderen Parteien am Katzentisch von Koalitionsverhandlungen als Regierungsdulder sitzen darf?
Joachim Petrick schrieb am 13.10.2010 um 21:17
@claudia


Aber die West-DDR in den Köpfen, die Essenz der BRD, die hat den Staat DDR überlebt.“

Vielen Dank für diesen Aspekt der West- DDR als Kopfgeburt, der weiterverfolgt, meine ich, zum Nachdenken darüber führt, ob die DDR nicht ohnehin von Anfang an seit der Teilung Deutschlands 1948/49 in zwei Staaten eine West- Kopfgeburt war
“Lieber die Teilung Deutschlands,
aber niemals mit Kommunisten/innen in einem Staat!“.

1956/57 folgte das KPD- Verbot durch den damaligen Bundesinnenminister der CDU/CSU Gerhard Schröder.

Liegt der Fortschritt darin, dass die Linkspartei jetzt wenigstens im selben Staat wie die anderen Parteien am Katzentisch von Koalitionsverhandlungen als Regierungsdulder sitzen darf?
Joachim Petrick schrieb am 13.10.2010 um 21:26
@koslowski

wären wir nicht schon längst weiter, auch mit der historischen Würdigung und Aufarbeitung der Parteiengeschichte in Deutschland seit 1946, wenn sich die SPD damals 1989/90 für juristisch unbelastete SEDler/innen geöffnet hätte(s. Erhard Eppler SPD/SED- Papier von 1988), wie es die CDU/CSU/FDP mit den Blockparteien in der DDR ganz ohne erkennbare, geschweige denn programmatische Vorbereitung, getan?
claudia schrieb am 14.10.2010 um 07:36
Das muss man aber schon differenziert sehen, lieber JP.
Während zum Beispiel Angela Merkel, die ja schon immer dafür war, dass die Reichen reicher und die Armen ärmer werden, als verkanntes Genie auf einem unbedeutenden Pöstchen am Institut für physikalische Chemie dahinvegetierte, war Sarah Wagenknecht bekanntlich langjährige Sekretärin von Erich Mielke mit weitgehenden Befugnissen.

Merkel wäre ja auch in der SPD oder bei den Grünen willkommen gewesen, wenn sie gewollt hätte.
Joachim Petrick schrieb am 14.10.2010 um 10:54
@ claudia schrieb

"Das muss man aber schon differenziert sehen, lieber JP"

"Das muss man aber schon differenziert sehen, lieber JP.

wunderbar!

Wieso dann dieser Satz?:

Während zum Beispiel Angela Merkel, die ja schon immer dafür war, dass die Reichen reicher und die Armen ärmer werden, als verkanntes Genie auf einem unbedeutenden Pöstchen am Institut für physikalische Chemie dahinvegetierte, war Sarah Wagenknecht bekanntlich langjährige Sekretärin von Erich Mielke mit weitgehenden Befugnissen. "

warum dann und dieser?:

"Merkel wäre ja auch in der SPD oder bei den Grünen willkommen gewesen, wenn sie gewollt hätte."

Ist damit die allgemeine Tendenz zur Desinformation gemeint?
Joachim Petrick schrieb am 15.10.2010 um 00:39
Lieber Jan Jasper Kosok
wie sehr ich Ihre Arbeit als Redakteur und Moderator der FC schätze, im vorliegenden Fall sind Sie hier aber mit dem Schluss- Gong bei:
------------------------------------------------------------------------------------------
www.freitag.de/community/blogs/joachim-petrick/erste-liegen-gelassene--stockholm--syndrom-blog--perlen
Erste liegen gelassene „Stockholm- Syndrom“ Blog- Perlen:
Kommentare (gesperrt):

Jan Jasper Kosok schrieb am 14.10.2010 um 16:26
Retour. Gesperrt habe ich den Ausgangsbeitrag nicht. Er ist noch offen. Ergo geht der hier mit dieser alternativen Begründung zu.

Beste Grüße,
JJK
Ausgangsbeitrag (s. o.):
www.freitag.de/community/blogs/joachim-petrick/ddr--nomenklatur-grenzregime-ein-stockholm--syndrom?
------------------------------------------------------------------------------------------
unangekündigt hereingeschneit, wie ein Elefant in den FC- Porzellanladen patzend platzt, ohne sich im Umfeld der Kommentarleiste hier zu orientieren?

In diesem Blog wurde von mir selber das Ende des
„So als ob- Spiels“
„Stockholm- Syndrom“

am Bespiel der DDR, Nomenklatur, Grenzregime, samt deutsch- deutschem Regierungs- und Offiziersbetrieb vorangekündigt und eingeleitet (s. .),
um den Kopf ent- schleunigt, entlastet von über 275 unübersichtlichen Kommentaren für eine spätere Nachbearbeitung der Perlen in diesem Blog in einem neuen Blog frei zu schalten.

Ihnen ist das vermutlich entgangen, obgleich die „Perlenvariante“ ein erprobt wie gern wahrgenommenes Verfahren der FC- Redaktion als Form der nachischt und Nachbearbeitung ist.?

Okay!,
das kann im Eifer des moderierenden Geschäfts passieren.

Jetzt haben wir, dank Ihrer Kommnetare Sperr- Intervention in dem anderen Blog hier ein Problem und Ärgernis, das wir vorher nicht hatten.

Was von Ihnen mit Sicherheit als Rat gedacht, entfaltet hier die volle Wirkung von Unrat.

Was schlagen Sie und alle Interessierte hier vor, damit wir aus diesem Dilemma herauskommen, und uns diskursiv den Perlen in diesem Blog zuwenden und uns, ungestört, in einem abgegrenzt anderen Blog zu einer nachbearbeitenden Debatte und gegenseitigen Wertschätzung an der Teilnahme dieses obigen Kommunikationsspiels einfinden können?

Mein neuer Vorschlag ist ein neutrales Format, das ich für die Präsentation und den Diskurs über Perlen unter dem Begriff
„Perlensuche“
zu meinem obigen Blog ins Netz stellen werde.

Ich hoffe uns bleiben hier weitere Störungen durch Ihre Moderation erpart.

In diesem kollegialen Sinne
tschüss
JP
Joachim Petrick schrieb am 15.10.2010 um 01:01
Hier der Blog zur entspannt gegenseitig wertschätzenden Nachbearbeitung dieses Blogs:

www.freitag.de/community/blogs/joachim-petrick/perlensuche-im-so-als-ob--spiel-stockholm--syndrom
15.10.2010 | 00:51
Perlensuche im “So als ob- Spiel” „Stockholm- Syndrom“
zeitgeschichte
Perlensuche im “So als ob- Spiel” „Stockholm- Syndrom“
Einladung an die FC- Gemeinde zur wertschätzenden und diskursiven Perlensuche in meinem Blog hier:

www.freitag.de/community/blogs/joachim-petrick/ddr--nomenklatur-grenzregime-ein-stockholm--syndrom?
am Bespiel der DDR, Nomenklatur, Grenzregime, samt deutsch- deutschem Regierungs- und Offiziersbetrieb

JP
oranier schrieb am 15.10.2010 um 02:05
Lieber JP,

nachdem du oben meinen Kohlhaas-Beitrag ins Zentrum deines Blogthemas gerückt hast, doch noch folgende ergänzende Bemerkung von mir:

Es handelte sich dabei sozusagen um eine rein immanente Korrektur und Präzision der Theelschen Kohlhaas-Erläuterung. Mit deinem Blogbeitrag sollte das rein gar nichts zu tun haben. Der ist mir im ganzen zu wirr und undurchschaubar.

Ich diskutiere und argumentiere ggf. allgemein zu der Frage der Menschenrechtsverletzung durch das DDR-Grenzregime und nehme dabei kopfschüttelnd in Kauf, dass ausgerechnet ich von jemandem, die ich für nicht ganz voll oder im konkreten Einzelfall eben doch für voll nehme, in schamloser Weise in die Nähe von Oberfaschisten und -stalinisten gerückt werde.

Aber ob und inwieweit im konkreten Falle Grenzsoldaten die Dispositionsfreiheit hatten oder hätten haben sollen, der "Antifaschistischen-Schutzwall"-Propaganda aufzusitzen oder nicht oder zu schießen oder es zu lassen, darüber überlasse ich das Urteil getrost Besserwissenden.

Dass man sich durch einen entsprechenden Verweigerungs-Akt zum Citoyen erhebt und dadurch auch noch Recht setzt, ist eine ebenso unangemessene Überhöhung des Citoyen-Begriffs, wie der Vergleich Grenzsoldat-Kohlhaas mir trotz deiner umständlichen Versuche uneinsichtig bleibt.

Ein Citoyen ist schlicht ein Staatsbürger eines modernen Verfassungsstaates, nicht mehr und nicht weniger, und das durch die Gesetze konstituierte Recht ist immer etwas Allgemeines, dem der Einzelne unterworfen ist, nach der - fiktiven - Gesellschaftsvertragstheorie sich freiwillig unterwirft. Ein Einzelner kann niemals rechtsetzend sein, und die Kohlhaas-Figur gibt das auch nicht her.

Grüße
Oranier
Joachim Petrick schrieb am 15.10.2010 um 03:14
Lieber Oranier,

vielleicht kann ja doch weniger umständlich erläutern, was mich an Deiner Interpretation des Citoyen Michael Kohlhass fasziniert und zu dem Vergleich mit einem Grenzsoldaten der DDR wie heute Bundeswehrsoldaten beim Einsatz in Afghanistan unserer Tage gedanklich hebt.

Es istweniger das Verweigerungsrecht, der Verweigerungsakt, der den Grenzsoldat, Bundeswehrsoldat als Akt wahrgenommen zum Citoyen erhebt, sondern dass der Grenzsoldat, der Bundeswehrsoldat über das Talent, die Gabe zu einer hochgradig belastbaren Identifikation und Loyalität mit einem Allgemein Gesellschaftlichen verfügt, von dem er erst nacheilend zu verhängnisvollen Ereignissen, in die er involviert , pasiv wie aktiv schuldhaft verstrickt, erfährt, dass diese in einem noch Allgemeinären Kontext, der ihm bis dahin gezielt vorenthalten, verschlossen war, Vergehen, gar Verbrechen gegen Menschenrechte, das Völkerrecht sind.

Jetzt beginnt die Stunde des Grenzsoldaten, Bundeswehrsoldaten als der Citoyen „Michael Kohlhaas“,
indem er sich selber anzeigt, Sühne für sein Vergehen, gar Verbrechen fordernd verlangt und klaglos seine Sühne antritt, aber gleichzeitig zum Klageführenden gegen jene, wg. moralischpolitischen wie rechtlichen Missbrauchs, samt fehlend rechtlich zeitnaher Unterweisung in einem Allgemeinären Kontext, seiner Person wird, die zum Zeitpunkt seiner Vergehen, Verbrechen im Namen der Gesellschaft, des Staates das Allgemein Gesellschaftliche im Regierungs- und Offiziersbetrieb verkörperten und ihn menschlich falsch in einem richtigen Leben nicht nach Treu und Vertrauen, wie Glauben geführt, sondern zu Untaten verführt.

Ich frage mich, ob es Schnittmengen mit dem Citoyen Michael Kohlhaas und dem Konzept der
„Inneren Führung“
des Bundeswehsoldaten/in als
„Bürger/in in Uniform“
des Bundeswehrgenerals Graf Wolf Baudissin gibt?

Ich glaube, das ist jetzt doch wieder eine umständliche Erklärung geworden?

Versuch macht klug. Den Stoff finde ich ungemein spannend.

Denke einmal, alle Täter/innen strebten zur Selbstanzeige, um im oben genannten Sinne ein Leben als Citoyen zu führen?

Der Rechtsstaat würde nicht nur ad absurdum, sondern an seine Grenzen geführt, in seinen Ressourcen mit sofortiger Wirkung gesprengt!, oder?

Was meinst Du? .

tschüss
JP
Joachim Petrick schrieb am 15.10.2010 um 03:23
ergänzt:

Es ist weniger das Verweigerungsrecht, der Verweigerungsakt, der den Grenzsoldat, Bundeswehrsoldat als Akt wahrgenommen zum Citoyen erhebt, sondern dass der Grenzsoldat, der Bundeswehrsoldat über das Talent, die Gabe zu einer hochgradig belastbaren Identifikation und Loyalität mit einem Allgemein Gesellschaftlichen verfügt, nennen wir es einmal
„wehrhafte Demokratie“
„wehrhafter Sozialismus“,
von dem er erst nacheilend zu verhängnisvollen Ereignissen, in die er involviert , pasiv wie aktiv schuldhaft verstrickt, erfährt, dass diese in einem noch Allgemeinären Kontext, der ihm bis dahin gezielt vorenthalten, verschlossen war, Vergehen, gar Verbrechen gegen Menschenrechte, das Völkerrecht sind.
Joachim Petrick
Hamburger, begeistert vom Theater Stadtgefluester, 66-71 in Westberlin gelebt, 1982-89 Beliner Maueröffner, Sympathisant"Tanzender Lachoffensive", bin fuer spontane Humortests im Oeffentlichen Nahverkehr.
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