Ist Joschka Fischer beratungsresistent?
In Gefahr und höchster Not wählt Joschka Fischer "alternativlos" den Mittelweg?
Nicht nur seit Alexander Kluges stilprägenden Autoren Film
"Clown in der Zirkuskuppel " ratlos""
von 1968 wissen wir, dass das der sichere Tod einer Idee, in diesem Fall der Idee eines
"Europas der "Vielfalt des Reichtums seiner Vielstimmikeit"
ist.
Joschka Fischers politisches Leben ist geprägt von dem, unbändig demonstriert, unabdinglichen Willen, gegen Mehrheiten, diesen mit lauten hier, unlauter sentimentalen Mitteln da, argumentativer Durchstecherei des Gepolters & Wortgeschnetters von der behaupteten Alternativlosigkeit der Lage, Politiken ganz bestimmt unbestimmbarer Farben durchzusetzen.
Dass Joschka Fischer hier im Philosophischen Quartett in der gestrigen Nacht einerseits kenntnisreich auf die Entstehung der Schweiz als Vielvölkergemeinschaft aus Italienern, Franzosen, Deutschen abhebt, darauf verweist, dass auch Deutschland selbst nach Gründung des II. Deutschen Reiches im Jahre 1871 durch Betreiben des Otto von Bismarcks, indem dieser mit den erbeuteten französischen Mitteln ein Füllhorn wundersamer Gaben über die deutschen Duedezfürsten von Pommern, Sachsen über Hannover, die Pfalz bis München, ausschüttete, damit diese nicht nur der Gründung der kleinen Lösung des Deutschen Reiches im Spiegelsaal des Schlosses zu Versailles nahe Paris 1871, sondern darüberhinaus der Herstellung der Währungsunion unter dem Einheitszeichen der Mark im Jahre 1885 zustimmten, noch lange kein deutsches Staatsvolk als Subjekt der Geschichte sein Eigen nennen konnte.
Dieser historische Vergleich der Schweiz mit der EU hat was, da klingt eine große Errzählung von Demokratie an.
. Schade nur, dass Joschka Fischer dabei andererseits, hier im Philosophischen Quartett, versäumte, darauf hinzuweisen, auf was die Demokratie in der Schweiz fußt, nämlich nicht auf das Durchregieren gegen wahllose Mehrheiten, sondern auf fundamental basisdemokratisch plebiszitären Elementen.
Die Abwesenheit eines deutschen Staatsvolkes ging von 1871- 1918 soweit, dass der Deutsche Kaiser seine Heere bis zum Ende des Ersten Weltkrieges im Jahre 1918 auf empörte Einrede deutscher Königs- und Fürstenhäuser nicht einmal deutsch, sondern nur kaiserlich nennen durfte.
Auch wenn Joschka Fischer Juli Zeh zähneknirschend zögerlich zustimmt, dass es in Europa nach 1945 vordergründig bekennend nur immer um wirtschaftliche Einheit ging, während in Hinterzimmern die politische Einheit erst allein auf Regeirungsebene, dann auf EU- Kommssionsebene kommuniziert und angebahnt wurde, so zieht Joschka Fischer doch, sich selber treu, die alten falschen Schlussfolgerungen, indem er, wie oft in seinem politischen Leben zu Lasten unbekannter Dritter, volles Risiko fahren will:
"Ja das stimmt ja alles, was Sie da sagen, aber laßt die das doch durchregieren, dann wird man ja sehen, ob sich die Demokratie bewährt!"
An dieser Stelle des Gsprächsverlaufs paßt das Credo von Friedrich Hölderlin (1770- 1843)
"Ist die argumentative Not am größten, so naht auch schon die Rettung!"
wie eine Friedenstaube am blauen Firmament im Sommer in Gestalt leider vergeblicher Einlassungen von Peter Sloterdiyk, Rüdiger Safranski.
Peter Sloterdijk greift Joschka Fischers Hinweise auf die Großen Stifter Europas nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg Gaspari, Schumann, Adenauer, Schmidt, Kohl. Juncker u.a. eloquent auf, um diese unter dem Dach einer sentimentalen Erzählung zu behausen.
Die Erzählung verweist auf die Notlagen, Sachzwänge, die das weltpoltische Ergebnis und die Folgen des Zweiten Wetlkrieges in Richtung der Gründung der Montanunion, dann Europas als Wirtschaftsgemeinschaft in den Herzen und Hirnen von Millionen Europäern/innen zum Klingen brachte.
Joschka Fischer verweigert sich aber diesem Brückenbau der Moderatoren Safranski&Sloterdijk, sekundiert von Juli Zeh, in seinem unabdinglichen Credo
"Was damals an politischen Schlussfolgerungen aus Notlagen, Sachzwängen richtig war, kann heute nicht falsch sein!",
ohne auch nur ansatzweise zur Kenntnis nehmen zu wollen, dass er damit seiner heillos sentimentalen Erzählung am Vorabend des Kosovo Nato Einsatzes ohne UNO Mandat von 1999 vom umwerfend ratlos machenden Schlage seines Slogans mit Alleinstellungsmerkmal:
"Ich habe gelernt:
Nie wieder Krieg! Nie wieder Auschwitz!"
folgt.
Folgerichtig tut Joschka Fischer Rüdiger Safranskis Hinweis, dass Europa nicht nur eine Frage des Euro ist, habe es doch auch vor dem Euro eine, weltweit anerkannt, belastbare Währungsschleife aller europäischen Währungen gegeben, als baren Unsinn von Professoren ab
"Ich weiß aus welcher Ecke das kommt!".
Die Idee, dass die Gründung des Euro im Jahre 2001, die Londoner City erst in den monetär herzverfettenden, fortgesetzten Finanzinfarkt getrieben, die Dollar Währungshüter; Grünspan, Bernanke, erst dazu gelockt hat, in unverantwortlicher Weise, im Wege einer gigantischen Geldmengenausweitung, einer Poltik des billigen Geldes auf deregulierten Finanzmärkten das Globale Wort zu reden, Nahrung gegeben hat, ist mit Politkern im argumentativen Behufe eines Joschka Fischer nicht diskutabel.
Ist das nicht eine Debattenkultur des andauernden Blamabels, für die Joschka Fischer sich verausgabt?:
"Hier stehe ich fest in ungeklärten Loyalitäten verankert und kann nicht anders, auch wenn ich wollte?".
Ja um Gottes und Gaucks Willen, will Joschka Fischer die Not das Elend nach dem ERtsen und Zweiten Weltkrieg in einem gefühlt, medial kommuniierten
"So als ob"
Szenario zum Zwecke des Durchregierens einer Fiskalunion über Athen, Lissabon, Madrid, Dublin, London, Budapest u. u. gegen wahlferne Mehrheiten rekonstruieren?
JP
siehe:
www.zdf.de/ZDFde/inhalt/26/0,1872,8487066,00.html
Europa ohne Euro - eine Spekulation
Juli Zeh und Joschka Fischer zu Gast im Philosophischen Quartett
Europa ohne Euro - eine Spekulation
Ginge mit der Währung auch die Idee zugrunde?
Kultur : Europa, eine Joschka Frage alternativloser Euro Fischer Chöre?
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community.
Ihre Freitag-Redaktion
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.