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Sexuelle Belästigung würde ich die Erfahrung gar nicht nennen, die mir lange Zeit so peinlich war und mich mit solch abgrundtiefem Unbehagen erfüllte, dass ich sie, wenn sie mir Bewusstsein drang, sofort wieder verdrängte.
Ich war in den 60er Jahren in einer kleinen „halbstaatlichen“ Chemieklitsche in Leipzigs Westen Industriekaufmanns-Lehrling. Heute wäre das allgemein „Kauffrau“. Ich war untergekommen, weil ich dort trotz ziemlicher Probleme mit der Schule wegen allgemeiner Aufmüpfigkeit, Nichtteilnahme an der Jugendweihe und Nichtmitgliedschaft in der FDJ eine Chance hatte. Das habe ich An anderer Stelle schon ein bisschen erzählt.
16 Jahre alt
picklig und dicklich
Ich war - 16 Jahre und im ersten Lehrjahr - picklig und dicklich und fühlte mich weder in meiner eigenen Haut noch in meiner neuen Umgebung wohl. Alte bürgerliche Unterwerfungsrituale irritierten mich. Nur die Lehrlinge wurden mit dem Vornamen angesprochen und mussten sich auch am Telefon so melden. „Nur wer gehorchen kann, kann auch befehlen“, sprach der Prokurist, der mich trotz aller Bedenken angenommen hatte.
Nach einem halben Jahr in der Expedition kam ich in die Buchhaltung. Deren Leiter war ein ruhiger, unauffälliger Mann mit Humor und Gelassenheit. Ihm unterstanden vier Damen, die herrlich verklatscht, immer auf dem neuesten Stand bei West-Fernseh-Events und sehr hilfsbereit waren.
Ich war kein guter Lehrling, oft „berufsschulkrank“, unkonzentriert, unordentlich und unmotiviert, weshalb mir immer wieder Fehler unterliefen. Ohnehin wusste ich schon bald, dass ich dort um keinen Preis bleiben würde.
Eines Tages hatte ich mich bei der Führung eines Buchungsjournals so vertan, dass der Leiter der buchhaltenden Damen sich entschloss, dem Chef und Betriebseigner davon Meldung zu machen, auf dass der mich energisch zur Ordnung riefe. Das geschah auch und war wahrscheinlich sehr unangenehm. Aber ich vergaß es schnell, weil das was auf diese Standpauke folgte, noch viel unangenehmer war, so dass ich das im Gedächtnis behalten habe, die Standpauke hingegen kaum.
Als ich zurück war von der strengen Belehrung, war nur noch der Leiter da. Es war Feierabend und wenn das merkwürdige Hupsignal erklungen war, dass ihn ankündigte, verließen die Buchhalterinnen, die manchmal schon auf dem Treppenabsatz darauf gewartet hatten, ihre Arbeitsstelle im Eiltempo. So auch an diesem Tage.
Trostloser Trostversuch mit
aufkommender Geilheit
Ich war zerknirscht, fühlte mich „klein“ und suchte in aller Unauffälligkeit, meine Sachen zusammen. Der Buchhaltungs-Chef kam zu mir und murmelte tröstende, belehrende Worte. Das sei alles nicht so schlimm, aber ich müsste doch auch lernen, Ordnung zu halten...usw.
Ich hatte meine Sachen gefunden und gepackt und ging Richtung Ausgangstür. Er kam hinter mir her, drückte sich plötzlich an mich und presste einen Kuss auf meinen Nacken. Ich machte mich energisch los, aber er umschlang mich und verfolgte mich weiter mit allerlei Zärtlichkeiten. Nein, er berührte mich nicht „unsittlich“, er wurde nicht gewalttätig, er war nur unendlich eklig, peinlich und die ganze Situation verwirrend, albern und für mich sehr demütigend.
Ich konnte mich leicht von ihm befreien, er hielt mich nicht fest, aber verfolgte mich noch eine ganze Weile mit Worten halb zärtlich halb mahnend bis auf die Treppe, die ich dann schnell hinuntersprang, um endlich diesem widerwärtigen Gemurmel zu entkommen.
Auf dem Weg zur Straßenbahn versuchte ich, meine Fassung wieder zu finden. Ich erzählte damals niemandem davon. Es schien mir unerheblich.
Und ich sage mir auch heute: Es ist ja nichts weiter geschehen. Er hat mich nicht „belästigt“, es war auch keine Machtausübung –es war – so erkläre ich mir das – ein trostloser Trostversuch mit plötzlich aufgekommener, untermischter und verdruckster Geilheit, die mir so ein abgrundtiefes Unbehagen gemacht hatten.
Ich dachte damals auch darüber nach, wie ein Mann, vor dem ich halbwegs Respekt hatte, der im allgemeinen nicht ohne Humor war und auch Abstand hielt, sich auf einmal in so einen hechelnden, murmelnden, klebrigen, zutiefst unappetitlichen Kerl verwandeln konnte. Und ich grübelte, was er an mir fand. Nichts. Es war nicht die Herausforderung durch enge Pullover oder andere erotisierende Kleidungnsstücke. Es hatte - dachte ich - überhaupt nicht wirklich mit mir zu tun.
Ich überlegte, was ich am nächsten Tag tun sollte, wenn ich ihm begegne. Aber ich kann mich nicht mehr erinnern, wie diese Begegnung wirklich aussah. Ohnehin wurde ich bald zu einer anderen Abteilung beordert.
Es war weiter nichts. Nur die Tatsache, dass ich aus dieser Lehrzeit, die für mich ohnehin eine unangenehme, wenig fruchtbare Episode blieb, so wenig behalten habe und dieses Ereignis noch immer präsent ist, macht mir deutlich, dass das mehr war als ich damals sehen konnte.
Ich weiß, dass „das“ nie wieder vorkam. Auch deshalb, weil ich bald eine Andere wurde. Ich verlor den Babyspeck, wurde selbstbewusster, absolvierte meine Lehrzeit halbwegs fleißig und mit Blick auf andere Ziele.
Den Lehrbetrieb und auch diese Geschichte verlor ich auch bald aus den Augen. Aber vergessen habe ich die Geschichte nicht.
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Hallo Magda,
ich kann das gut nachempfinden, aber nur abstrahiert darüber reden. Ein so lange im Gedächtnis gebliebenes Erlebnis war sicher auf die eine oder andere Weise prägend, und es wartet bis heute auf sein Happy End. Es war eine üble Begegnung, und Sie schreiben Und ich grübelte, was er an mir fand. Nichts.was natürlich nicht stimmt. Natürlich fand er was. Das Erlebnis durch Schilderung im Freitag-Blog zu veräußern ist ein sehr vertrauensvoller Versuch, sich dessen zu entledigen. Aber letztendlich wird das nur gelingen, wenn die Vergangenheit verändert wird (ja, das geht) indem allen Beteiligten, der Situation und der Zeit die Liebe zugemessen wird, die damals fehlte. Ich kenne das. Heute abend habe ich mich mal wieder im Hospitalismus geübt. Bin die alte Sequenz durchgegangen: dreijährig, sollte Harzer Roller essen imKinderheim, verweigerte mich standhaft; abends derselbe Käse auf dem Teller; ohne Essen ins Bett. Irre vor Verlassenheit, die Mutter hatte sich vor einem Jahr erhängt, im Gitterbettchen herumgesprungen, bis es durchbrach; ins Bett gepinkelt, eingeschlafen. Liebe erlöst, das weiß ich; aber das Erlebnis habe ich für mich bis heute noch nicht vollständig in Humor und Mitgefühl auflösen können. Irgendwann geht es. Bei Ihnen auch. von Herzen, Q. |
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Ich vergaß zu erwähnen, daß mich dieses absolute Verlassenwerden dieser Tage wieder ereilte in einer ramontischen Sache, und ich endlich den Bezug herstellen konnte zu dem was sich vor mehr als 40 Jahren ereignete, daher der Hospitalismus und der neue Versuch, das zu reflektieren. Man macht das ja nicht einfach so - "heut abend guck ich mich mal wieder an als Dreijähriger" ;-)
Q. |
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Also ich habe - ehrlich - nach fast 50 Jahren - daran eher eine ironische Erinnerung. Mir gings nicht ums psychologische Aufarbeiten - ich komme schon klar damit, sondern ums Schildern eines Vorkommnisses, das sicher auch andere Frauen kennen.
Meine Vergangenheit hat sich allein dadurch "verändert", das ich, wie ich schrieb auch eine "Andere" wurde. |
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@Magda
Hallo Magda, "(...) Mir gings (...) ums Schildern eines Vorkommnisses, das sicher auch andere Frauen kennen ..." Das verstehe ich und ohne Dein Erlebnis kleinreden oder relativieren zu wollen ..., möchte ich erwähnen dass es auch die andere Konstellation gibt: Ich war Auszubildender, wechselte durch die Abteilungen und bekam es mit einer Frau zu tun (Leiterin der Abteilung), die es offensichtlich genoss sich hinter mich zu stellen, wenn ich am Schreibtisch saß, um "mir etwas zu erklären" (z.B. in einem Text, der vor mir lag), dabei legte sie, wie zufällig, regelmäßig ihren ausladenden Busen auf meine Schulter ... Ob es mit Machtausübung zu tun hatte oder eher mit sexuellem Interesse (ich war sehr jung, sie nicht mehr ...), weiß ich nicht. Auf jeden Fall war es mir peinlich, zumal andere das mitbekamen. Auch ich habe anschließend das Unternehmen verlassen und ein Studium begonnen, aber nicht wegen dieses Vorfalls (der sich übrigens wiederholte). Bitte daraus jetzt keine "falschen" Schlüsse ziehen, nicht "das" hat mich schwul gemacht :-), das war ich - soweit ich mich erinnere - schon mit etwa 12 Jahren und ich habe dadurch auch keine Abneigung gegen Frauen entwickelt, im Gegenteil, ich mag Frauen, hatte einige gute sexuelle Beziehungen mit Frauen und ... bin trotzdem schwul :-) Schöne Feiertage und liebe Grüße Knüppel |
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Knüppel schrieb am 10.06.2011 um 12:04
Ob es mit Machtausübung zu tun hatte oder eher mit sexuellem Interesse (ich war sehr jung, sie nicht mehr ...), weiß ich nicht. Lieber Knüppel, Sie haben mein tiefstes Mitgefühl und in gehe davon aus, dass die Wiederholungen, von denen Sie sprechen, bleibende posttraumatische Symptome hinterlassen haben, da Sie die wiederholten Notzuchtversuche nicht abwehren konnten (nicht wollten), weil Ihre Höflichkeit und Ihr Mitgefühl eine brutale Rückweisung der Annäherung nicht zuließ. Sie glauben gar nicht, wie viele junge Männer in diesen Situationen traumatisiert worden sind … als zelluläre Automaten hormonellen Zwangshandlungen ausgeliefert! Das eigentlich Niederträchtige an diesen Vorkommnissen liegt jedoch darin, dass gerade Frauen reiferen Alters, über diese hormonelle Disposition DES jungen Mannes genauest informiert sind und diese Zwangslage rücksichtslos ausnutzen … und sei es auf dem Schreibtisch. Zum Glück haben sich die Zeiten geändert und die Frau ist heute durch die Aufklärungsarbeit, die der Feminismus leistet, weitgehend davor gefeit solchen fehlerhaften Weichenstellungen nachzugeben, die, wie wir alle wissen, traumatische Erektionen hervorrufen und in grauenhaften Entgleisungen enden. |
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Kunibert Hurtig schrieb am 10.06.2011 um 12:51
"(...) Sie glauben gar nicht, wie viele junge Männer in diesen Situationen traumatisiert worden sind … als zelluläre Automaten hormonellen Zwangshandlungen ausgeliefert! ..." Ich ahnte es schon, bevor der User Kunibert Hurtig - zu meinem größten Bedauern - viele seiner epochalen Blogs in diesem Portal selber löschte ..., es handelt sich bei Kunibert Hurtig um einen der kompetentesten und schier übermenschliche Empathie beweisenden, Blogger/Kommentator beim Freitag. Nach dem 'wir alle' nun Kunibert Hurtigs Ausführungen u.a. diese, "(...) die, wie 'wir alle' wissen, traumatische Erektionen hervorrufen und in grauenhaften Entgleisungen enden ..." mit geradezu atemlosen Entsetzen verfolgt haben, sind 'wir alle' nun natürlich sehr gespannt darauf, die persönlichen Erlebnisse des Kunibert Hurtig zu lesen, die ihn zu solchen allgemein gültigen Erkenntnissen gebracht haben. Darauf freut sich ... und wünscht derweil schöne Feiertage Knüppel |
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Hallo Knüppel,
natürlich gibts auch die andere Konstellation. Ich habe darüber mal geschrieben. www.freitag.de/community/blogs/magda/--sexueller-missbrauch/?searchterm=Curt+Riess Da geht es um die sexuelle Erfahrung eines jungen Mannes, die heute als Missbrauch betrachtet wird und das zu Recht, obwohl er das ganz anders sieht. |
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Knüppel schrieb am 10.06.2011 um 13:14
"(...) die, wie 'wir alle' wissen, traumatische Erektionen hervorrufen und in grauenhaften Entgleisungen enden ..." Zunächst einmal herzlichen Dank für die lieben Grüße, ich werde mit der LG und deren Enkel Pfingstsonntag die Sophienhöhe erklimmen, einem der Hügel, die durch den Ausbau des Braunkohletagebaus Hambach aufgeschichtet wurden, um auf der Höhe die Ausschüttung des heiligen Geistes zu erwarten und der Hoffnung zu frönen, das endlich Erkenntnis und Erleuchtung sich meiner bemächtigen, damit ich die Welt zu begreifen beginne. Na ja, Erlebnisse ... doch da habe ich einiges zu bieten, traumatisch, definitiv; aber leider sitze ich jetzt nicht vor meinem eigenen Rechner, so dass die frisch (immer zur Zeit des Geschehens) der Festplatte anvertrauten und mit jeweils 23 Passwörtern versehenen Geschichten nicht zur Verfügung stehen. Auch ich habe diese traumatisierenden Erlebnisse weitgehend verdrängt, denn das Leben erwartet selbstverständlich auch Funktionserfüllung und nicht nur die Repetition unverdauter Zerrüttungserscheinungen. Aber ich verspreche sie nachzuliefern, sobald ich wieder in meiner sicheren Höhle weile ... gebe mich natürlich der Hoffnung hin, dass die Redaktion des FREITAG auch mir die Freiheit gewährt, meine Traumata vor einer interessierten Öffentlichkeit auszubreiten und auf Heilung durch Mitgefühl und Verständnis zu harren. In diesem Sinne auch Ihnen ein erleuchtendes Pfingstgeschehen Ihr Kunibert |
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Liebe Magda, danke fürs Schreiben. Allgemein und auch speziell. Später am Abend werde ich mich einem Kommentar widmen, mit mehr drin, als: gern gelesen, manchmal geschmunzelt und oft erinnert!
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So, ich versuchs mal.
Ich finde es beachtenswert, wie Du die Situation retrospektiv für Dich deutest. Das Du mittlerweile humorvoll damit umgehen kannst, ist gut. Aber die gesellschaftliche Tragweite Deiner Geschichte, ist schon enorm. Ein Vorgesetzter und eine Auszubildende. Kein direkter Angriff, aber Demütigung. Demütigung ist doch eine Gewalterfahrung, oder? Auch Ohnmacht lese ich heraus. Und die Frage, ob es an Dir liegt (ob man selber Schuld ist), stellen sich ja heute noch immer tausende Menschen, die Opfer sexualisierter Gewalt werden. Als ich 14 war hatte ich einen Hausarzt. Ich hatte das Gefühl, dass es nicht richtig ist, sich "oben herum" ganz frei zu machen, nur weil er mich abhören will, dachte aber: er ist ja Arzt, er wird es wissen. Dass seine Finger, wie zufällig viel zu nah an meinen Brüsten waren, erklärte ich mir mit...ja, Zufall. Irgendwann bin ich zu meiner Mutter gegangen und habe gesagt, dass ich einen anderen Hausarzt will, weil Dr.XX mir unangenehm ist. Meine Mutter stimmte zu, ich ging zu Dr. YY und der wollte, siehe da(!) nicht, dass ich mich zum Abhören oben herum frei mache. Dr. XX ist im Übrigen kürzlich wegen sexuellen Missbrauchs Widerstandunfähiger veruteilt worden. Im Nachhinein denke ich: das hätte früher passieren müssen. Die Frau auf deren Kinder ich in dieser Zeit ab und zu aufgepasst habe, hatte auch (sehr viel explizitere) Erfahrungen mit ihm gemacht und heute denken sich viele der Betroffenen, "ach hätt ich doch was gesagt, dann wären anderen diese Erlebnisse erspart geblieben." Ich war 14. Das erklärt vielleicht, warum ich nichts "gesagt" habe. Dr. XX hat sich (das kam vor Gericht raus) systematisch diejenigen Frauen (unter den Erwachsenen) "ausgsucht", die schon ein Trauma aus Kindheit, oder Ehe mit sich trugen. Wenn es Machtgefälle gibt, wird Mensch schnell mal ohnmächtig. Liebe Grüße, Luzi |
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"Ein Vorgesetzter und eine Auszubildende. Kein direkter Angriff, aber Demütigung. Demütigung ist doch eine Gewalterfahrung, oder?"
Im Grunde genommen ist es so. Andererseits: Mir war peinlich was der macht, ich fühlte mich nicht mit Macht bedrängt, sondern ich wurde s. o., wie einer sich selbst auch "entblößt". Dem muss das am Ende auch peinlich gewesen sein. |
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"Dem muss das am Ende auch peinlich gewesen sein."
Das will ich doch hoffen:-) |
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Ich befürchte, es war ihm nicht peinlich und er hat das Schuldgefühl, so er überhaupt eins hatte, verdrängt. Wahrscheinlich fand er es einen "normalen Annäherungsversuch".
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"Ich befürchte, es war ihm nicht peinlich und er hat das Schuldgefühl, so er überhaupt eins hatte, verdrängt."
Doch, ich denke schon, dass dem das auch peinlich war. Ich bin ja geflohen vor ihm. Und "klein" habe ich mich gefühlt, wegen des Anschisses vom "Großen Chef". Naja, ist lange her. |
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@Magda
"Ich bin ja geflohen vor ihm." Woher weißt du, dass er nicht dachte, dass das eine "normale" Reaktion von Frauen ist, oder sich das zumindest so für sich zurecht gelegt hat? ich habe die Erfahrung, dass die Typen dann irgendwelche "Signale" gesehen haben wollen oder sich sonst wie versichert haben, das die Frau das eigentlich doch auch wollte, und wenn sie dann wegläuft hat sie Angst vor Sex oder was auch immer - die Option, dass es vielleicht an ihnen liegen könnte kommt ihnen gar nicht in den Sinn. |
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hallo magda,
danke für den beitrag. ich musste zwischendurch ganz schön durchatmen und bin tief beeindruckt wie offen du hier über deine vergangenheit berichtest! lg pantherin |
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Bei allem Respekt für Deine Offenheit, Magda, stellt sich mir doch die Frage, was Du mit ihr bezwecken möchtest. Du schreibst, Du möchtest schildern "was andere Frauen sicher auch kennen". Aber es fehlt mir letztendlich an der Botschaft. Soll die Geschichte Mut machen? Dazu aufrufen, sich zu wehren? Oder dient sie letztendlich nur der Selbstdarstellung?
Vielleicht bin ich auch zu anspruchsvoll, aber das Geschilderte ist und bleibt ein sehr enstzunehmendes Thema, mit dem verantwortungsvoll umgegangen werden sollte. |
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Es ist eine Geschichte aus meinem Leben. Im Zusammenhang mit den Debatten, die gegenwärtig zum Thema geführt worden sind, habe ich diese Erinnerung ausgekramt.
"Oder dient sie letztendlich nur der Selbstdarstellung?" Mit allem, was man schreibt, stellt man sich selbst dar. Davon abgesehen: Ich erzähle gerne, ich schreibe gern. Hoffentlich merkt man das dieser Selbstdarstellung von mir auch an. "Vielleicht bin ich auch zu anspruchsvoll, aber das Geschilderte ist und bleibt ein sehr enstzunehmendes Thema, mit dem verantwortungsvoll umgegangen werden sollte." Tja, dann machen Sie das doch. Niemand hindert Sie in der von Ihnen gewünschten anspruchsvollen Art etwas beizutragen. |
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Als männliches Wesen, dem zwar in jungen Jahren beim Trampen auch schon mal ungebeten eine (männliche) Hand auf den Oberschenkel gelegt wurde, den das aber eher amüsiert hat als angewidert, erlebt man dergleichen doch eher selten. Aber ich erinnere mich, was mir Freundinnen so von ihren Tramp-, Zeltplatz- und sonstigen Erlebnissen erzählten - so gruselig und widerlich wie offensichtlich alltäglich...
Da hat mir imponiert, was die Kommentatorin 'kamunar' hier in einem anderen Blog (Popkontext) schrieb:"...wenn mir ein mann an die brust greift, schäm ich mich nicht. je nachdem, hau ich ihm eine rein oder ich greif ihm auch an die brust und bei letzterem hab ich folgendes beobachten können: großes erstaunen, dass die erniedrigungsmasche nicht funktioniert hat und das geile grinsen erstarb urplötzlich." - Bravo! |
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:-)) Ja, da muss man aber auch schon ein bisschen erfahrener sein.
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@goedzak
was ihnen da imponiert, interessiert ein opfer sexualisierter gewalt NICHT und das ist gut so. diese müssen sich nämlich bei befragungen, (wenn sie sich denn trauen, eine anzeige zu starten) genausolch dämlichmännliche alternativvorschäge von uniformiert-grinsenden beamten anhören. oder andersrum mädchen: wenn ihr die erniedrigundsmasche der jungs nicht durchschaut und umdreht, tja dann, sie ihr wohl nicht stark genug (weiblich)-sozialisiert und/oder mitverantwortlich. ach, zum kotzen ists so 'nen stuss wie deinen hier zu lesen lausemädchen |
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Ich habe 'kamunar' offensichtlich anders verstanden als Du, lausemädchen.
Und Du mußt mich missverstanden haben - oder mich unbedingt so verstehen wollen, um kotzen zu dürfen? Männer, die sexualisierte Gewalt an Frauen verüben, wollen erniedrigen (übrigens auch die, die in Internetforen über bestimmte Frauen herziehen, weil sie Frauen sind, die sich nicht erniedrigen lassen, das nur nebenbei) und das ihnen das bei den meisten ihrer Opfer auch gelingt, spricht nicht gegen diese ihre Opfer! Meine Worte so zu interpretieren, ist Unsinn. Wenn ich meine Anerkennung einer starken Frau zolle, die sich nicht erniedrigen lässt, ist das mitnichten eine Herabwürdigung derer, die zum Opfer wurden - und schon gar nicht die Behauptung, sie hätten selber irgendeine Schuld an dem, was ihnen angetan wurde. |
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Ich muß hier nochmal was loswerden.
Ja, die Körperlichkeit, die habe ich immer einerseits als gnädig gewährte Zuflucht und andererseits als arges Hemmnis empfunden. Sexualität war mir, seit sie in mir aufkeimte, Monster, Abgrund und Erlösungsverheißung. Ich bin da in so ziemlich alle Fallen geraten, in die einen Suchenden in diesen Gefilden erwarten, aber ich mußte (fast) 50 Jahre alt werden, bis ich aus eigenem Erleben diesen Satz bekräftigen konnte: Sex ist tierischer Ernst und reicht hinauf bis in die Gottheit - richtig ausgeführt. Und daher, Magda, Dein Unbehagen: Entweihung geht gar nicht. Punkt. Das ist noch schlimmer als Briefe oder Mails von anderen lesen. saludos, Q. |
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s/geraten, in die/geraten, die/;
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"Und daher, Magda, Dein Unbehagen: Entweihung geht gar nicht. Punkt. Das ist noch schlimmer als Briefe oder Mails von anderen lesen."
Also ich hoffe, ich stimme überein - Es wird einem was versaut, wenn es so "entweiht" ist. Habe ich das richtig verstanden? |
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Ja.
Q. |
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Lieber Q,
ich möchte mit einem Zitat beginnen: "Don Quijote schrieb am 19.6.11 11:30,bei Wolfram Heinrichs"Gott, wo isser hin?": Man kann einen Blog auch löschen, in dem man alle Buchstaben durch nix ersetzt.Edieren Klicken,A,Backspace ´ne kurze Erklärung dazu, speichern, das wars, Blogtext ist weg, Kommentare bleiben Q." Es ist ein Versuch meinerseits: Du hast deinen letzten Artikel "Ein Sohn" zweimal eingestellt und zweimal gelöscht, aber du bist, zum Glück, nicht komplett weg, ich hoffe, du liest das hier noch, bitte. Da war einmal die Andeutung von Schuld, die hat niemals ein Kind!!! Da war noch viel mehr, da war praktisch alles drin: es war unangemessen persönlich, das kannst nur du ermessen, es war du bist in meinem herzen ein leben lang, es war flüstern, es war rufen, es hatte etwas sanftes, unabänderliches, stetes, endgültiges, unabwendbares. Und zum Schluß der eingepflanzte gedanke, das gefühl, daß jeder Abschied einer für immer sein könnte, wos loslassen so schwer ist... es war auch hofnung, sehnsucht, glück,verzagtsein,ungläubig und scheu, es war liebe,schuld,fürsorge, einen schatz hüten, erlösung, entlastung, einsamkeit,zuflucht, erhörung (sie bleibt!) und ich bewunderte, daß nicht einmal die frage nach dem -warum?- auftauchte, nicht mal versteckt. Wollte mich heute erneut äußern, sah die 2.(!) löschung, ohne worte, nix. es war wohl sehr persönlich. du meintest, du hättest fast 5 jahrzehnte gebraucht, um worte zu finden, und, ja, es ist dir gelungen!!! umso unverständlicher für mich, daß du alles gelöscht hast, ok, deine sache, vertrauen, geheimnis bewahren, vergessen,vergeben. Ich möchte mich bei dir bedanken, du weißt schon von Herzen sq an q |
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@Magda
sorry, wußte nicht, wie (und ob) ich Don Quijote sonst errreichen könnte, erinnerte mich aber, was er bei dir hier geschrieben hat, ich hatte das Gefühl, er könne vielleicht etwas Zuspruch brauchen, danke SuzieQ |
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Liebe Magda,
hab noch einen 2.Versuch, Q zu erreichen, in Lechaims blog "Schuld? Schuld!" gestartet, es läßt mich nicht in Ruhe, was er zuletzt schrieb,aber würde ich gar nichts tun, hätte ich noch weniger Ruhe, gute Nacht, guten Morgen wünscht Suzie |
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Na, ist ja o.k. Erinnert mich allerdings an eigene Versäumnisse. :-))
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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