An fiktiven Prolongationen des Kalten Krieges in die Nahe Zukunft hat es bis zur Beendigung desselben nicht gemangelt: Vom Genre des (post)apokalyptischen Endzeitfilms, der nach dem Atomkrieg spielt, bis hin zu Szenarien, in denen der Konflikt immer weiter esk...>> mehr
"Und das Weib sah, daß von dem Baum gut zu essen wäre und daß er eine Lust für die Augen wäre und verlockend weil er klug machte. Und sie nahm von der Frucht und aß und gab ihrem Mann, der bei ihr war, auch davon, und er a&szli...>> mehr
Folgende interessante Pressemeldung erreicht mich gerade:
Am 3. Oktober 2010, dem 20. Jahrestag der Deutschen Einheit, hat das Computerspiel „1378(km)“ von Jens M. Stober an der HfG Karlsruhe Premiere. „1378(km)“ bietet als 3D-Onlin...>> mehr
Wenn sich in Kürze die Parlamentarier des deutschen Bundestages auf einer LAN-Party mit Action-Games (vulgo: "Killerspielen") auseinandersetzen müssen, und nicht länger bloß über Dinge reden, die sie aus persönlicher Erfahrung ga...>> mehr
Dass mein kleiner Text zum Videospiel "Singularity" mit etwas Verspätung hier erscheint - könnte man sagen -, liegt vielleicht in der Natur der Sache. Erstens hatte ich zuletzt wenig Zeit zum Spielen, zweitens wollte ich ein wenig Zeit ins Land ziehe...>> mehr
Wie wäre es mal mit einem Spiel "Mensch ärgere dich nicht in einer Leiharbeitsfirma"? Scheint aber wohl doch ernste Realität zu sein. Zwotens: Ein quasi Egoshooter-Spiel als Mittel zur Geschichtsaufa...
Wäre abzuwarten, ob das Spiel wirklich in dieses Genre gehört. Allerdings sehe ich das nicht nur negativ (etwa auch am Beispiel des oben verlinkten "Medal of Honor"): Sich in die Perspektive des vermeintlich Bösen hinein versetzen zu müssen um dessen Strategien und vielleicht sogar Emotionen nachzuvollziehen, kann einem komplexeren Blick auf gewaltsame Konflikte nicht schaden. Nur, dass die Algorithmen, nach denen dieses "Böse" im Spiel agiert, auch wiederum vom "Guten" programmiert wurden, darf man bei aller Dialektik dann auch nicht vergessen.
Angesichts dieses Postings, das ich jetzt erst sehe, bereue ich, dass ich überhaupt noch etwas zu der Sache geschrieben habe. Bleiben Sie meinetwegen bei Ihrer Einstellung (die ist mir im Prinzip egal) und "schaffen" Sie jemand anderen anderswo ...
Es gibt einige Überlegungen zur Frage, welchen Effekt die Konsumtion ästhetisierter Gewalt auf die Empathiefähigkeit hat. Die allerersten dazu sind unter den Wirkungsbegriffen von "Habitualiserung" und "Inhibition" schon sehr früh geführt worden: Stumpft man ab oder wird man sogar empfindlicher? Abermals: Eine müßige Frage, denn schon dieses "man" bleibt für immer unklärbar, da Experimente mit Versuchspersonen - und seien es auch noch so viele - sich trotzdem nicht generalisieren lassen und diese andererseits sowieso nicht irgendwelchen psychologischen Experimenten ausgesetzt werden dürfen, die diese Effekte zur Folge haben könnten. (Einer der bekanntesten Psychologen der 60er, der auch unbedingt belegen wollte, dass mediale Gewalt reale Gewalt zur Folge hat, war Stanley Milgram, der sogar Experimentalsettings manipuliert hat, um zum gewünschten Ergebnis zu gelangen. Heute sind es Figuren wie Manfred Spitzer, die davon träumen, dass Leute, die Gewaltspiele spielen, anderen mehr Tabasco zu trinken geben, als solche, die diese Spiele nicht gespielt haben - und dass sich daran dann der gewünschte Effekt ablesen lässt. Solche Fantasien sagen mehr über die Ideologie der Fragestellenden als über den Gegenstand "Gewalt".) Kurzum: Es ist nicht klärbar und - in dubio pro reo - darf deshalb aufgrund von Annahmen und Hypothesen keine Kunstzensur ausgeübt werden, nur weil einige Homologien zwischen Ego-Shootern und Erfurter Realschulkorridoren sehen. Wie ich oben geschrieben habe: Diese ganze Debatte hatten wir schon einige male und sie ist immer so ausgegangen: Irgendwann kam ein neues Medium und dasjenige vor dem man bis zu diesem Zeitpunkt Angst gehabt hat, war dann auf einmal "Tradition", mit der man dann umso stärker gegen das neue Medium vorgehen konnte. (Vgl. Literatur vs. Kino, Kino vs. Video, Video vs. Computerspiele, ...) Insofern schließe ich mich Ihnen in keinem Punkt an. Nennen Sie es meinetwegen "Prägung" (noch einer dieser problematischen Begriffe, die mehr Rhetorik als Argument sind - ich bin doch keine von Lorenz' Graugänsen!), ich nenne es lieber: kritisch-dialektisch bleiben. Das hindert mich übrigens keineswegs daran, empathisch zu sein, wie sie zum Schluss abermals (wie schon gleich zu Beginn unserer Diskussion) unterstellen. Solche Unterstellungen verfolgen meines Erachtens nur den Zweck, den Diskutanten vor Dritten zu diskreditieren - zumal sich ein Zusammenhang zwischen sachlichem Argumentieren und Empathischsein von meiner Warte aus überhaupt nicht erkennen lässt. (Sie spielen vielleicht auf das psychologische Phänomen der Rationalisierung an - das wäre hier aber fehl am Platz, weil ich in keiner Angstsituation bin - es bliebe ein Totschlagargument, mit dem man jede Diskussion beendet.) @Magda: Mir ging es keineswegs darum, in irgend einer Form Recht zu haben, sondern unbeweisbare Behauptungen zu hinterfragen und mich dagegen zu wehren, als Propagandist von Gewalt und (wie zuletzt) sogar als gefühlskalt hingestellt zu werden.
Alles, was ich auch Ihrem Kommentar herauslese, ist blanke Rhetorik (allein dieser famose Schlusssatz!) und Behauptungen, die ihre Evidenz ausschließlich aus Ihrer Gefühlswelt und der Ähnlichkeit von Wirklichkeit und medialem Abbild beziehen. Glauben Sie mir: Ich kenne diese Diskussionen schon sehr, sehr, sehr lange.* Sie lebt von Generalisierungen, Angstmacherei und politischen Populismus - und sie wird seit mehreren Tausend Jahren geführt. Schauen Sie mal in Platons "Politeia" oder verfolgen Sie die Debatten um Selbstmorde nach dem Lesen von Goethes "Werther" oder um um schwachsinnig werdende romanlesende Frauen in der Romantik oder um zappelige Comic-lesende Kinder in den 50ern oder ... Ich will ja gar nicht sagen, dass diese Debatte langweilig ist - sie lässt sich halt nur nicht beenden, weil der Mensch einfach zu komplex ist, um ihn mit reduktionistischen Reiz-Reaktions-Mechanismen, wie Sie sie oben darlegen, zu "erklären". Deshalb werden Sie so wenig empirisch erhärtende Studien über die Wirkung von Gewaltdarstellungen in Videospielen finden, wie ich Ihnen Studien, die das Gegenteil beweisen, vor legen kann (was ich nicht einmal wollte). Andererseits ist die Diskussion kulturhistorisch überaus spannend, weil Sie die Mediengeschichte mit der Genese kultureller Angstproduktion engführt und (mir) eine Menge darüber sagen kann, wie sich Diskurse um Macht und Ohnmacht in Mediengesellschaften entwickeln. Insofern: Argumentieren Sie bitte gern weiter. * Zum Hintergrund: Ich schreibe gerade ein Buch über diese Diskussion zu "Killerspielen". Außerdem forsche ich aktuell zum reflexiven Einfluss von Computertechnologie und Gesellschaft. Das von Ihnen angeschnittenen Thema "Krieg und Computertechnologie" sowie "Die Genese der Computerspiele aus dem Militärischen" beackere ich sogar im Moment für zwei Vorträge. Nächstes Semester gebe ich an der Berliner Humboldt-Uni ein Seminar über die "Medien- und Technikgeschichte des Roboters", in dem die von Ihnen angesprochenen Militär-Roboter auch eine wichtige Rolle spielen. Ich schiebe das hier nur nach, damit Sie mich bitte nicht weiterhin für naiv halten.
Warum sie an Barack Obama hassen, was wir lieben. 2012 steht in den USA im Zeichen des Präsidentschaftswahlkampfs und auch Europa schaut gespannt zu. Christoph von Marschall erklärt die unterschiedlichen politischen Kulturen dies- und jenseits des Atlantiks und entlarvt typische Vorurteile auf beiden Seiten
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