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Während sich die SPD-Spitze auf einer Halbinsel im Brandenburgischen auf den Wahlkampf 2013 vorbereitet, wirbt die Linke trotz aller sozialdemokratischer Abgrenzungen um rot-rote Kooperationen. Klaus Ernst kritisierte die „Ausschließeritis“ der SPD und sagte, wenn die Partei „ihre politischen Versprechen ernst nimmt, wird sie einsehen: Ohne uns geht es nicht“. In Umfragen findet der Linkenvorsitzende ein momentanes Argument: Schwarz-Gelb wird nach jetzigem Stand nicht so einfach von Rot-Grün abgelöst. „Ich kann die SPD nur warnen“, so Ernst: „Wer links blinkt und rechts abbiegt, wird zum Geisterfahrer und endet als politischer Bruchpilot.“
Die Debatte hat mit Blick auf das Saarland auch noch eine landespolitische Dimension. Erneut erklärte Ernst, man wolle den Sozialdemokraten „ein Angebot machen, das sie nicht ablehnen“ könnten. Den von der SPD zuallererst angeführten Knackpunkt Schuldenbremse will die Linke mit einem neuen „Konzept der sozialen Haushaltssanierung“ auskontern. Damit sage die Linke „Ja zum Schuldenabbau und Nein zum Sozialabbau“. Dann müsse „die SPD entscheiden, ob sie die Millionäre belasten will oder die Bürger“. Der implizite Verweis auf die Gestaltungsmöglichkeiten im Bundesrat ist allerdings ein wenig wackelig: Selbst wenn es im Saarland eine rot-rote Koalition geben würde, kommen die allein von SPD, Grünen und Linken regierten Länder im Bundesrat nicht auf die 35-Stimmen-Mehrheit, die eine effektive Blockade der Regierungspolitik möglich machen könnte. Von einer „Gestaltungsmehrheit“ ganz zu schweigen.
Die SPD hat von ihrer Klausur aber ohnehin vor allem solche Signale gesandt, die nach Kooperation in eine ganz andere Richtung klingen – man hält sich die Bündnisoption mit der Union mehr als offen. „Es geht nicht um einen Wahlkampf gegen die Kanzlerin Merkel“, sagte Parteichef Sigmar Gabriel. „Unsere Gegner sind die Finanzmärkte, unser Gegner ist die soziale Spaltung in Deutschland.“ Auch gehe es nach Ansicht des Niedersachsen „nicht darum, gegen andere zu kämpfen, sondern für ein besseres Deutschland“. Die Bundestagswahl sei „eine Richtungswahl, keine Lagerwahl“, das Ziel bleibe, das fügte Gabriel noch hinzu, Rot-Grün.
Doch wie ernst kann man das nehmen? Die Grünen sind inzwischen auch vom „großkoalitionärem Gebaren“ der Sozialdemokraten genervt. Parteichefin Claudia Roth erinnerte am Sonntag daran, dass sich die SPD oft nach dem Motto „Opposition ist Mist“ verhalten und „in den vergangenen Monaten häufiger für eine große Koalition entschieden“ habe. „Nach Roths Ansicht könnten die Sozialdemokraten von vornherein ein Bündnis mit der Union bevorzugen, anstatt für Rot-Grün zu kämpfen“, schreibt eine Nachrichtenagentur. Roth hat nun eine interessante Formel geprägt: „Große Koalition oder Politikwechsel – das wird die Auseinandersetzung sein.“
Wird sie das? Dies ernst genommen, wäre zu fragen, ob nicht Grüne und Linken gemeinsam versuchen müssten, ein Gegengewicht zum CDU-Drall der Sozialdemokraten zu bilden – durch einen (schon früher immer mal wieder diskutierten) Versuch, Grüne und Linke zu den (auf je unterschiedliche Weise) treibenden Kräften im rot-rot-grünen Lager zu machen, durch unaufgeregte Gespräche, inhaltliche Diskussionen, sozusagen in Form einer „kooperativen Konkurrenz“, deren Ziel es wäre, einen echten Politikwechsels gegenüber dem machttaktischen Agieren der SPD zu stärken. (Die Redaktion Prager Frühling hatte vor einiger Zeit formuliert, “perspektivisch geht es um die Alternative von einem Mitte-Unten-Bündnis, das seinen politischen Ausdruck in der Kooperation von Linkspartei und Grünen findet oder einem Mitte-Oben-Bündnis, das politisch auf eine schwarz-grüne Option hinausläuft” – wobei hier zu ergänzen wäre, dass die wahrscheinlichere Regierungsvariante eines Mitte-Oben-Bündnisses derzeit die große Koalition ist. Dass die Diskussion über das “andere” Rot-Grün schwierig sein dürfte, soll damit nicht unterschlagen werden.)
Aber zurück zu Claudia Roth, welche die Linke auch lieber links liegen lässt. Rot-Rot-Grün stehe „angesichts des Zustands der Linken nicht zur Debatte“, gibt die Deutschen Presse-Agentur die Grünen-Chefin indirekt wieder. Der Zustand der SPD, die Roth gerade noch kritisiert hatte, scheint ihr nicht so ein Problem zu sein.
auch auf lafontaines-linke.de
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Es ist schon eigenartig, in fast allen europäischen Ländern gehören die (demokratischen) sozialistische Parteien ganz selbstverständlich zum politischen Sprektrum und sind regelmäßig an den Regierungen beteiligt, wie z.B in Finnland. Die Deutschen haben offenbar ein eher gestörtes Verhältnis zum linken Spektrum (siehe Verfassungsschutzskandal) und das wirklich Tragische ist, dass die SPD defakto keine sozialdemokratische Partei mehr ist.
Ich bewundere die Franzosen, die mit ihrem Präsidentschaftskandidaten Hollande jemanden haben, der ein mutiges und vernünftiges Programm vorgelegt hat, vom dem die SPD noch einiges lernen kann. Und die Franzosen sind immerhin so klug, dass sie ihm wohl auch die Stimme geben werden. Die Deutschen sind von diesem neoliberalen Gewäsch nach wie vor so dermaßen hirngewaschen, dass ich da wenig Hoffung sehe. Lieber schimpft man auf die Hartz 4 Empfänger als eine echte Veränderung anzustreben. |
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"Rot-Rot-Grün stehe 'angesichts des Zustands der Linken nicht zur Debatte', gibt die Deutschen Presse-Agentur die Grünen-Chefin indirekt wieder. Der Zustand der SPD, die Roth gerade noch kritisiert hatte, scheint ihr nicht so ein Problem zu sein."
Irgendein 'Zustand' ist immer, also immer ein Grund zu sagen, iiih, nicht mit denen. Das bringt mich zu der Frage, ob es nicht genau so richtig ist? Vielleicht werden der Charakter, Sinn und Funktion der 'Grünen' immer noch, auch in der Linkspartei, falsch eingeschätzt? Vielleicht ist es ja einfach so, dass der 'natürliche' politische Partner der 'Grünen', wie sie heute sind, eine modernisierte, moderat liberalisierte, also an die Mentalität und Denkweise der New-Economy-Kreativwirtschafts-und-Green-Technology-Mittelschicht angepasste und (etwas) verjüngte CDU ist? |
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Das seh ich ganz ähnlich. An Personen macht sich das daran fest, dass Andrea Ypsilanti von dem Dreimännergespann im Bündnis mit Springerpresse gekippt wurde. Seitdem wird die SPD christdemokratisiert.
Eher noch ist anzunehmen, dass sich die pragmatische Vereinnahmung linker Positionen durch die CDU fortsetzt (Nuklearenergie, Tobinsteuer), Merkel wirkt da undogmatisch und vielleicht gibt Frankreich einen Schub. |
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Ernst: „Wer links blinkt und rechts abbiegt, wird zum Geisterfahrer und endet als politischer Bruchpilot.“
Genau das ist die richtige Aussage! So verhält sich die SPD seit Jahren. Man ist dort doch nur an einer Machtbeteiligung interessiert, nicht an einer neuen Politik. Und wenn wir ehrlich sind, hat Rot-Grün den meisten Bürgern mehr geschadet als genutzt. Nur die Reichen und die Konzerne hatten nichts zu befürchten. Dafür hat man bei den Armen und Ärmsten gespart und Deutschland auch erstmalig wieder in Kriege geschickt! Mit linker Politik haben sowohl die SPD als auch die Grünen überhaupt nichts am Hut. Bei beiden wollen sich nur noch Parteifunktionäre wichtige Posten sichern - scheiss auf den Bürger und seine Vorstellungen von linker Politik. |
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Mein Eindruck ist allmählich, dass die SPD grandios gegen die Wand steuert. Von den Inhalten mal ganz abgesehen, von denen man ja höchst selten hört. Wulff soll abgelöst werden... man will nicht gegen Merkel wahlkämpfen... geht's noch? Und wo, bitteschön, sehe ich praktische Solidarität mit denen, die unter der Verteilung in diesem Staat leiden? Gibt's politische Projekte, öffentlichkeitswirksam? Seh' ich nirgends.
Oder doch: Sie bauen in Stuttgart den Bahnhof und in Hamburg die Elbphilharmonie. Mir ist unbegreiflich, dass da niemand wahrnimmt, an welchem Abgrund sie stehen. Wer flüstert ihnen zu, wie untragbar es ist, drei! Männer! als Spitze zu präsentieren? Und die es sehen, warten bis 2013 und passen dann vielleicht auf, dass die Verlierer nicht wieder sich handstreichartig in die Positionen aufschwingen. |
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Frau Limanowsky vom Gemüsemarkt kann mit "Mitte-Oben" oder "Mitte-Unten-Bündnis" nichts anfangen. Sie verkauft weiterhin ihre Möhren und ignoriert einfach Begrifflichkeiten aus dem parteiplakativen Spachlabor. Bei Kälte achtet sie auf ein gutes "Oben-Unten-Bündnis".
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Eigentlich genial einfach, einfach genial! Die SPD hat sich für jedermann/frau programmatisch auf einen einzigen Satz reduziert:
"Opposition ist Mist!" Da ja alle Parteien so denken, denken müssen, sollten, bleibt uns nur "Einheitsliste der Nationalen Front" übrig. Es lebe die Demokratie, Opposition machen wir gegen uns selbst! Auch der olle Wilhelm II. kannte nur Deutsche und keine Parteien mehr. Back to the roots. Nun gut damals stand ein großer Krieg bevor und heute? Ja was eigentlich? |
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Ich glaube man tut der SPD unrecht, wenn man ihr vorwirft sich nicht in die direkte Konkurrenz zu Merkel zu begeben. Gerade durch die Schwäche ihrer Regierung, die sie alleinig strahlen lässt und durch ihre populistische Europolitik, ist die Kanzlerin zur Zeit einfach sehr populär. Die Strategie bedeutet doch noch lange nicht einen heimlichen Handschlag mit Kauder.
Und in einem direkten Wahlkampf kann man auch Gefahr laufen durch schlichtes Ignorieren und Wahlkampfverweigerung seitens des Gegners ins Leere zu laufen (siehe Frankreich heute oder Dtl. 2009). Nachdem auch die katastrophale Personalpolitik Merkels und deren Auswirkung bis in höchste Staatsämter nicht ein Deut zur Schmälerung ihres Ansehens beigetragen hat, ist es daher richtig auf einen Themenwahlkampf aufzubauen, denn ehrlicherweise ist unter dem Trio ein gefährlicher Konkurrent nicht auszumachen - ich hoffe ja heimlich immer noch auf eine kraftvolle Konkurrentin. Das die SPD anders als in Frankreich, wo in einer Stichwahl das gesamte Wählerpotenzial des jeweiligen Spektrums noch einmal vereint stimmt, mehr in die so genannte Mitte wirken muss ist nunmal so (Vgl.: Wahl 1990/1998). In Deutschland gehen vor allem im linken Spektrum einfach sehr viele Stimmen verloren (und ich meine neben den großen drei linken Parteien dabei vor allem kleine Splitterparteien oder regierungsunwillige Parteien wie die Piraten - schön, dass es sie gibt, doch der Effekt ist das 5-8 Prozent der Stimmen fehlen werden). Und das eine zu starke linksorientierung sogar in Frankreich scheitern kann, konnte man doch 2002 sehen, nachdem Jospin trotz (oder wegen?) nach linken Verständnis absolut richtige Maßnahmen wie der 35 Stunden Woche abgestraft wurde. Linke Politik ist, da sind hier glaub ich alle einig, eigtl. immer richtig und pro-Bevölkerung - deswegen aber in Wahlen aber noch lange nicht populär. Und auch heute ist leider nicht absolut sicher, dass Hollande (er steht z.Z. in Umfragen auch nur bei ca. 30% - vertraut oder?) gewinnt. Immerhin sind die beiden ihm in Umfragen nachfolgenden Kandidaten rechts und Sarko (ca. 25%) wird letztendlich kein Problem mit einem verdeckten, schimmeligen rechts-reeechts Bündnis haben, der kleine Roma-Abschieber. Zur Linkspartei nur eine Episode. Ich kenne einige Abgeordnete der SPD aus Thüringen. Herr Ramelow ist dort kein Problem und man weis sich eigtl. in vielen Sachen einig. Doch gibt es einige Abgeordnete die vor 1990 von ihrem Ehepartner ausgespitzelt wurden oder von anderen nahen Verwandten und Freunden. Kann man ihnen wirklich Vorwerfen nicht mit Abgeordneten wie diesen zusammenarbeiten wollen "1985/86 war sie als IM „Sonja“ für die politische Kriminalpolizei (K1) tätig.[1] Diese stand unter Führung des MfS."(Wikpedia, Ina Leukefeld)? Natürlich kann man sagen, die SPD und die Bürgerrechtler von damals müssten auch verzeihen und um der progressiven Politik wegen weiter gehen, doch stellt sich mir die Frage warum eine ernsthaft um Partizipation bemühte Linke solche Kandidaten aufstellen muss. Ich glaube ähnlich denken auch die Grünen. |
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@hanni
"Und das eine zu starke linksorientierung (...) scheitern kann" Dumm nur, dass die SPD so rein gar nicht mehr links ist. Noch nicht mal mehr einen Hauch. |
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Ich glaube übrigens, dass der Erfolg Hollandes in Frankreich nicht so sehr seiner Zugehörigkeit zu irgendeinem linken politischen Lager geschuldet ist, sondern eher damit zusammenhängt, dass er schlicht die richtigen Antworten zur Bewältigung der Krise anbietet und sich hier richtig profiliert hat. Die SPD glänzt derzeit ja eher mit Profillosigkeit und profillos wird sie auch bleiben, solange sie nicht den Mut aufbringt, zu ihren Wurzeln zurückzukehren.
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Es stimmt, dass die SPD eher in der jeweiligen Sachfrage entscheidet anstatt ein großes Programm zu entwerfen - hätte Hollande allerdings sicherlich auch nicht knapp 2 Jahre vor der Wahl gemacht. Aber in den einzelnen Fragen sind die Antworten die gegeben werden eigtl immer besser als die von Regierungsseite und werden daher spätestens anderthalb Jahre später z.T. zwangsweise übernommen. Ich verstehe allerdings auch nicht warum die SPD-Fraktion Merkel unterstützt - wenn ihre Koalition nicht staatstragend ist, muss sie abdanken und nicht von der Opposition gestützt werden. Denn honorieren wird dieses Verhalten nicht ein Wähler. Insofern haben wir wohl beide recht.
Die völlig ausgesetzte linksorientierung ist immer Ansichtssache - und wie gesagt - Wahlen gewinnt man leider wirklich in der Mitte. Und Wahlen gewinnen sollte man schon wollen um Wirksam zu sein. |
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@hanni
"Es stimmt, dass die SPD eher in der jeweiligen Sachfrage entscheidet." Welche Sachfragen? Meinst du Steinbrücks nein zur Vermögenssteuer, weil man die Reichen nicht verprellen darf oder welche Sachfrage meintest du jetzt? Bisher habe ich eher so ein nebulöses Geschweife vernommen, von wegen, dass man gegen die Finanzmärkte sei und so. "Und Wahlen gewinnen sollte man schon wollen um Wirksam zu sein." So lassen sich für die SPD aber keine Wahlen gewinnen. Wird Zeit, dass das die SPD endlich mal begreift. |
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"Wahlen gewinnt man leider wirklich in der Mitte" - dahinter verbirgt sich genau das meines Erachtens zentrale Problem. Man rennt dem Wähler hinterher.
Aufgabe der Politik wäre, Akzente zu setzen, sich ein Gespür für die Nöte der Bevölkerung zu erarbeiten und von den Themen, die man vertritt, selbst überzeugt zu sein, anstatt dass man sie deswegen vertritt, weil man Wahlen "leider wirklich in der Mitte" gewinnt. |
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z.B. die frühe Positionierung pro Griechenlandhilfen im Frühling 2010 oder für Eurobonds oder zu Green Economy (da gab es sogar mal einen eigtl in engagierten 'Deutschlandplan' der ziemlich deutlich gescheitert ist) oder eben zu Mindestlöhnen (jetzt ja nun verbindlich per Parteitagsbeschluss), Finanztransaktionssteuer o.ä..
Und Steinbrück ist ja nicht die SPD - Linke sagen ja auch ständig im Einzelgespräch das Ernst und Lötzsch nicht die LINKE sind. Und die sind beide ja sogar Vorsitzende, Steinbrück ist von Springer und Seeheimern gehypter Abgeordneter. Ich kenne m.E. keinen Genossen persönlich der Steinbrück wirklich will - v.a. nach seinen Äußerungen zur Rentenfrage. |
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Richtig! Den letzten Akzent hat die SPD mit Wiily Brandt geliefert, als er mal versprach:"Wir wollen mehr Demokratie wagen". Gemacht hat es die SPD allerdings nicht! Aber schon erstaunlich, das Brandt damals schon erkannt hatte, das wir hier keine richtige Demokratie haben. Die heutige SPD erkennt ja nicht mal mehr das!
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@hanni
"z.B. die frühe Positionierung pro Griechenlandhilfen im Frühling 2010 oder für Eurobonds oder zu Green Economy (da gab es sogar mal einen eigtl in engagierten 'Deutschlandplan' der ziemlich deutlich gescheitert ist) oder eben zu Mindestlöhnen (jetzt ja nun verbindlich per Parteitagsbeschluss), Finanztransaktionssteuer o.ä." Und wo ist hier genau ein Unterschied zur CDU zu sehen?! Ok, die Eurobonds. Aber sonst?! Mit anderen Worten: das ist zu wenig, um sich gegen die CDU zu profilieren. Was fehlt, ist ein großer sozialpolitische Wurf, der der Krise gerecht wird. Und eine sozialdemokratische Partei, die noch nicht mal den Mut hat, angesichts der Krise (und unserer Haushaltsprobleme) eine Vermögenssteuer einzuführen, kann ich beim besten Willen nicht ernst nehmen. |
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Schwarz-Gelb hat eigtl nie wirklich auf einen pro Euro- und Griechenlandkurs gesetzt sondern durch das Verzögern und 'nie echte Hilfen gewähren' die Lage verschlechtert und die Kosten extrem erhöht, zu Gunsten der Finanzindustrie. Ein frühes Handeln mit den richtigen Maßnahmen hat die Opposition wenn ich das richtig weis schon im Feb. 2010 angefordert. Wie viel Geld und jetziges Leid hätte durch ein damaliges Vorgehen gespart werden können. Außerdem hat Schwarz-Gelb ein europafeindliches Stimmungsbild zumindest gefördert wenn nicht teilweise verinnerlicht.
Die CDU ist nicht für einen Mindestlohn (der Cdu-Lohn ist keiner), nicht für einen wirklich breiten Energiewandel (ok hier hat die SPD natürlich auch großen Nachholbedarf ist aber viel weiter), nicht für eine Erhöhung der Einkommensteuerspitze in den weitesten Kreisen (außer Uschi und Mutti) gesellchaftlich in den 50ern. Es geht immer linker, aber wenn dafür eine Wählerschaft da wäre, die man sich ja nach Ihnen nur durch engagierte Eigenpositionierung wirklich erobern kann, steht die LINKE wirklich fiesen Wahlfälschern gegenüber - das müssten dann ja mindest 189% Prozent Wahlbeteiligung sein. Ich bin links, aber man muss schon sehen das man die anderen Menschen davon überzeugt und dafür auch mal Rückschritte der eigenen Programatik in Kauf nehmen. |
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sorry - Rechtschreibfehler
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hanni,
"Ich bin links, aber man muss schon sehen das man die anderen Menschen davon überzeugt und dafür auch mal Rückschritte der eigenen Programatik in Kauf nehmen." Mir ist die europäische Krise zu ernst, als dass ich als Wählerin und Souverän bereit wäre, irgendwelche Kompromisse einzugehen. Deswegen wird auch genau die Partei meine Stimme kriegen, die zur Bewältigung der Krise die richtigen Antworten anbietet. Diese wären: I. Reformierung des Steuersystems: 1. Einführung einer Finanztransaktionssteuer 2. Erhöhung der Kapitalertragssteuer 3. Aufhebung der sog kalten Progression 4. Erhöhung des Spitzensteuersatzes/Anhebnung des Endes der Progressionzone, wo der Spitzensteuersatz greift 5. Einführung einer Vermögenssteuer 6. Abschaffung unnützer Steuerprivílegien. II. Lohnpolitik 1. Einführung eine Mindestlohns von mindestens 8,50 €/Std. III. Öffentliche Investitionen 1. Investitionen in Bildung und Wissenschaft 2. Steigerung der öffentliche Investitionen, die dem Mittelstand zugute kommen. 3. Investition in erneuerbare Energien. Wer diese drei Punkte im Wahlprogramm hat, bekommt meine Stimme. So einfach ist das. Für mich hat das auch nichts mit links oder rechts sein zu tun, sondern mit (wirtschaftlicher u. moralischer) Vernunft. Ehrlich gesagt ist es mir deshalb auch egel, aus welchen wahltatktischen Gründen die SPD Rückschritte in der eigenen Programatik in Kauf nimmt, weil sie meine Stimme nicht kriegen wird (siehe die drei Punkte oben). Was ich damit sagen will: 2013 ist jeder Bürger selbst dafür verantwortlich, in wie weit Veränderung in unserer Gesellschaft gewollt ist. Man sollte sich dabei allerdings nicht mit Halbheiten zufrieden geben. |
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Ok, jeder wählt wie er will, sind doch alles auch richtige Punkte, stimme ich zu. Ich hoffe auf eine Bewegung in der SPD. Die LINKE kann ich aus persl.-hist. Gründen nicht wählen, aber natürlich weis ich das sie abseits dieser Dimension viele gute Punkte macht.
Und vllt klappts ja doch noch mit dem erhofften Bündnis, Gabriel hat ja auf die Kandidatenfrage kürzlich ein _in eingefügt und Frau Kraft hat ja schonmal eine linke Minderheitsduldung. Ich denke mal die SPD kann auch noch lernen. Die LINKE hoffentlich auch - denn bewegen müssen sich beide. Und richtig, die Frage nach links oder rechts stellt sich nicht, es geht schlicht um Vernunft. Dahin gibt es verschiedene Wege. Es bringt nur nichts den größten Machtpotentaten des progressiven Spektrums ausschließlich destruktiv zu begleiten - obwohl klar ist, das die SPD sehr vieles überarbeiten muss. Die Europolitik ist mir auch sehr wichtig - hier gibt es glaub ich auch Übereinstimmung in der gesammten Opposition und unter deren Anhängern. |
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Als die SPD beim Schielen auf die Mitte festgestellt hat, dass diese Mitte doch sehr ausgefranst war, richtet sich ihr Blick nach Mitte rechts. Dort war aber schon die CDU, früher einmal auch die FDP. Dann richtet sich ihr Blick nach Mitte links. Dort waren aber schon die Grünen und weiter links die Linkspartei. Also doch wieder in die MItte, aber wie diese Mitte ansprechen.
Ein Personenwahlkapf gegen Merkel funktioniert auch nicht, weil Merkel fest im Sattel sitzt. Selbst ein Wullf in diesem jämmerlichen Zustand kann ihr nichts anhaben. Da ist guter Rat teuer. Also geht sie jetzt den französischen Weg und bringt sich gegen die Allmacht der Finanzmärkte und gegen die soziale Schieflage in Deutschland in Stellung, vergisst aber, dass die SPD mit der Deregulierung der Finanzmärkte bzw. der Agenda 2010 genau dafür verantwortlich ist. Da bleibt am Schluss nur noch die große Koalition mit der SPD als Juniorpartner, Gabriel als Vizekanzler und Wirtschaftsminister und Steinbrück als Finanzminister, ganz im Sinne der Wirtschaftselite und der Mainstream-Medien. Stabile Verhältnisse sind nun mal wichtig für Lobbyisten. Hauptsache man regiert mit, als diese quälende Opposition. Dass Frau Merkel sich wie eine Königscorbra verhält, ist zwar bekannt, aber man glaubt auf Seiten der SPD ein Gegengift gefunden zu haben. Dieses Gegengift heißt maximale Annäherung an die Positionen der CDU, um dann immer ein Stück schneller zu sein als die zögerliche Frau Merkel. Na, ob das mal gut geht! Die Grünen werden - so wie es aussieht - um ihre letzte Hoffnung beraubt, mitzuregieren. Die industrielle Revolution der erneuerbaren Energien wird ohne ihre Mitwirkung über die Bühne gehen. Auch diesem Markt werden sich die 4 großen Energieriesen aufteilen, weil man auch bei den Grünen die Artikel 14.2 und 15 Grundgesetz neoliberal auslegt. Das wird noch ein teurer Spaß. Etwas irritiert blickt man auf die Piraten, die den Grünen die Wähler abjagen, die Grün aus schierer Verzweiflung gewählt haben. Wäre da noch das ökologisch angehauchte Bürgertum, das aber durch einen zu hohen Spitzensteuersatz nicht zu sehr abgeschreckt werden darf. Ja und die Linke freut sich ja schon darüber, dass jetzt die Bespitzelungsaffäre mehr Aufmerksamkeit erzeugt als ihr Engagement in der Eurokrise, für Mindestlöhne und soziale Gerechtigkeit. Ihre Umfragewerte sinken beängstigend, weil sie diejenigen, die von sozialer Ungerechtigkeit betroffen sind, nicht erreichen. Das Prekariat sucht nach einer Interessenvertretung und wird einfach nicht fündig. Woran das wohl liegt? |
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Um auf die Eingangsfrage einzugehen:
Die Linke tut, was sie immer tut, nämlich den Bürger darüber im Unklaren zu lassen, wie die eigentlichen Kräfteverhältnisse zwischen Reformern und Fundis tatsächlich sind. Und die Grünen, offensichtlich immer noch traumatisiert durch Merkels surreale Energiewende, erstarren in Lethargie angesichts dieses kolossalen Themenklaus. Vor allem personell verhalten sich beide Parteien äusserst ungeschickt. Da hat die Linke beispielsweise eine ziemlich überzeugende, rethorisch begabte und darüberhinaus symphatische Person wie Sarah Wagenknecht, dennoch lassen sie sie nicht ganz nach vorne. Da frage ich mich schon, wenn es denn darum geht, bei Wahlen gut abzuschneiden: Was haben der eitle Ernst und die ewig alles weggrinsende Lötsch an der Spitze zu suchen? Die Gründe hierfür sind wahrscheinlich nur intern zu eruieren, siehe oben. Bei den Grünen - die i.Ü. bei den letzten 4 Bundestags- und Landtagswahlen immer mein bescheidenes Kreuzchen bekamen - sehe ich personell erheblichen Refresh-Bedarf. Tut mir Leid für Roth und Özdemir, Künast und Trittin. Einzig Stefan Wenzel aus Niedersachsen fällt mir da positiv auf, über dessen zukünftige Präsenz auf Bundesebene intern mal nachgedacht werden sollte. Und es ist ja nicht so, dass nur auf Grund des deutschen Atomausstiegs Deutschlands das Thema vom Tisch wäre. Stichwort Frankreich, Tschechien, Finland, und die Endlager-Problematik. Was mir aber am meisten bei den Grünen missfällt - und das sehe ich bei mir bekannten Grünwählern bestätigt - ist die von der Partei akzeptierte Gutsituiertheit ihrer Wählerschicht. Man bekommt das Gefühl, sie wollen die vernünftigen, finanzfrischen Familien-Ökos bei der Stange halten, um die tatsächlich Benachteiligten aber aus sozial schwachen Strukturen kümmert man sich nicht. Tja, und unser Fragesteller hat in seinem Blog ganz unbewusst bewusst die Piraten unter den Tisch fallen lassen. Ein Schelm, der dabei Konservativismus unterstellt. Z.B., wie halten es die Linke wie die Grünen mit direkter Kommunikation zwischen Parlamentariern und Souverän? Volksabstimmung via Netz zu aktuellen Themen? Gar Volksentscheid per Return-Taste? Was Google oder Facebook gerade vorantreiben, wird vor politischen Interaktionen nicht Halt machen. Resourcen-Verknappung und finacial Bigbang erzwingen dann ihr Übriges, in nicht ganz so ferner Zukunft. Und dann quasseln Parteien wieder was anderes, sofern sie dann noch von Bedeutung sind. |
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Was Sie alles wissen über mein "Unbewusstes". Nein, die Piraten tauchen da oben tatsächlich nicht auf, und ja: die Frage ist allerdings interessant, ob und in welcher Weise diese Partei Teil jenes "Mitte-unten-Bündnisses" sein könnte und will, und was das inhaltlich bedeuten würde. Zurzeit drängt sich mir vor allem die Erinnerung an den Wunsch eines Piratenkapitäns auf, er wolle am liebsten mit Grünen und FDP koalieren. Andererseits besetzen die Piraten mit Forderungen wie Grundeinkommen, kostenloser Nahverkehr usw. sehr zugespitzt Felder, auf dem sich Grüne und Linke bereits viel zu "realpolitisch" arrangieren. Was die Frage der "direkten Demokratie" angeht, gibt es von der Linken ausformulierte Vorschläge, ebenso von den grünen, die sich freilich fragen lassen müssen, warum sie das zu ihren Regierungszeiten nicht gegen die SPD durchsetzen konnten, die nun wiederum selbst "die Bevölkerung mehr beteiligen" will - zum Beispiel beim Mitformulieren des Wahlprogrammes. Noch ein vorerst Letztes: Man kann begründete Zweifel an den demokratiepolitischen Potenzialen direkter Beteiligungsmodelle haben, jedenfalls sollte man sie diskutieren. Direktdemokratische Verfahren lösen nicht alle Probleme, sondern machen manche bloß besser sichtbar. Zum Beispiel schlägt die soziale Selektivität, die man etwa bei Wahlen beobachten kann, bei Volksentscheiden teils noch stärker durch.
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schrieb am
31.01.2012 um 18:13
Mir ist sogar noch etwas anderes, durchaus Positives aufgefallen beim Sinnieren über Ihren Beitrag. Nämlich, dass eine gewisse Partei, die sich derzeit selbst abschafft, keinerlei Erwähnung findet.
Bewusst oder unbewusst? Oder gar vergessen?!? Das wäre natürlich die aussagekräftigste aller 3 Möglichkeiten. |
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das problem der linken sind nicht politiker oder themen, da teilen sogar die mehrheit der deutschen das was die linke sagt.
ihr problem ist die altlast sed, die sie schon seit 20 jahren mit sich herum schleppen müssen, weil medien und politiker der anderen parteien sie damit nicht in ruhe lassen, wie man jetzt wieder an der diskussion um den verfassungsschutz sieht. schaut man in die foren ist es immer das gleiche, das hört man immer sed, da hört man kommunismus, ddr. diese argumente verschwinden einfach nie, ist auch nicht gewollt, die werden medial immer wieder geschürt um die linke unwählbar darzustellen. die sendung gestern bei jauch hatte auch nix anderes zum ziel, deshalb waren dort auch die scharfmacher dobrindt oder lengsfeld. ein hoffnungsschimmer war damals lafontaine, als er parteivorsitzender war, den vertraute man im westen, da wußte man, das ist kein kommunist. die linke wäre gut beraten oskar wieder zum vorsitzenden zu machen und in 2-3 jahren kann dann sahra übernehmen, bis dahin kann sie noch von ihm bischen lernen. zur spd kann ich nur sagen, ich kenne keine verlogenere partei, nichtmal dei cdu oder fdp, immer betont sozial solange sie in de ropposition sind oder vor wahlen um dann in der regierung ihr neoliberales gesicht zu zeigen und ein wahlversprechen nach dem anderen zu brechen. die linke in berlin weiß mittlerweile, auf was sie sich eingelassen haben mit der spd, deswegen sollte die linke gut aufpassen und sich nicht auf teufel komm raus auf koalitionen mit der spd einlassen. wenn ich gabriel jetzt schon wieder höre, unsere feinde sind die finanzmärkte und die soziale spaltung, das ich nicht lache, wer glaubt ihm das denn noch ? die sind doch dafür mitverantwortlich, bis auf schröder sind doch noch die gleichen von damals an der parteispitze. das ist so als hätte honecker die wende überlebt und mit der pds weitergemacht und hätte demokratie und meinungsfreiheit verlangt lol zu grünen sage ich nichts, das was ich von der spd sagte, trifft auf die auch zu. |
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dazu kommt das man der spd wieder mehr glaubt, was sie jetzt sagen und somit der linken paar prozente abknapsen. wenn die spd in opposition ist, hat es die linke immer schwer, von daher sind 7-8% so schlecht auch nicht, die piraten sind ja auch noch da.
die spd versucht ja jetzt auch bei den piraten abzukupfern, wie sie vorher die linken themen kopiert haben und für sich vereinnahmt haben. wollen jetzt das internet nutzen, user am wahlprogramm mit entscheiden lassen. nachtigal ick hör dir trapsen. |
Ausgabe 22/2012
31.05.2012
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