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"Gerade dort, wo das Recht vom Bürger ein bestimmtes Verhalten verlangt“, hat einmal eine sozialdemokratische Justizministerin gesagt, „sollten die Vorschriften doch so verständlich wie möglich sein“. Die Frau ist nicht mehr im Amt, dafür gibt es jetzt einen Redaktionsstab Rechtssprache, der die Ressorts bei der Abfassung von Gesetzen unterstützt. „Nur eine frühzeitige Zusammenarbeit, möglichst schon vor dem ersten Referentenentwurf“, lautet dessen Empfehlung, „garantiert optimale Ergebnisse.“ Es geht „letztlich“ um „Arbeits- und Zeitersparnis“, um einen Beitrag zum „Bürokratieabbau“. Wobei andere, allein in Text und Begründung liegende Qualitäten, leider aus dem Blick geraten. Etwa bei der Herleitung der neuen Hartz-Regelsätze. „Die Rechnungen“, sind nicht nur „unbestechlich“, wie Ursula von der Leyen behauptet. Und auch nicht bloß „ein Witz“, wie jener von einer Nachrichtenagentur zitierte 64-Jährige Dresdner meint. Sie sind: Verwaltungs-Literatur. Man stelle sich eine Lesung der Begründung des Gesetzes zur Ermittelung von Regelbedarfen vor. Nicht etwa vorgetragen vom Chor der Referenten des Entwurfs, sondern vom großen Schweizer Rezitator Hans-Rudolf „Bündnerfleisch“ Merz. Eine Hartz-Lektüre in Auszügen:
Häufiger Zusammenhang
„Für den Regelbedarf werden die Verbrauchsausgaben der Position 'Chemische Reinigung von Kleidung, Waschen, Bügeln und Färben' nicht berücksichtigt. Die Verbrauchsausgaben für den Kauf von Bekleidung werden in vollem Umfang berücksichtigt. Die Kosten für eine chemische Reinigung dienen hingegen nicht der Existenzsicherung. Die Aufwendungen sind nur bei hochwertigen bzw. teuren Kleidungsstücken erforderlich und stehen zudem häufig mit der Ausübung einer beruflichen Tätigkeit in Zusammenhang.“
(Der Redaktionsstab Rechtssprache hätte im Sinne der Verständlichkeit formuliert: „Der Langzeiterwerbslose hat auszusehen wie ein Penner.“)
Garten und Werkzeug
„Im System der Mindestsicherung ist die Unterhaltung eines Gartens als nicht existenzsichernd zu bewerten. Deswegen werden in der Abteilung 05 die Position 'Nicht motorbetriebene Gartengeräte' nicht als regelbedarfsrelevant angesehen, die Position 'Motorbetriebene Werkzeuge und Ausstattungsgegenstände für Haus und Garten' werden um die Ausgaben für Gartengeräte bereinigt. Die Position 'Fremde Reparaturen an Handwerkzeugen' wird im Unterschied zur Sonderauswertung EVS 2003 nicht mehr als existenzsichernd berücksichtigt. Reparaturen sind nur bei teuren Werkzeugen wirtschaftlich vertretbar. Besitz und Nutzung solcher Werkzeuge sind jedoch in der Durchschnittsbetrachtung bei Leistungsberechtigten nach dem Zweiten und Zwölften Buch nicht zu unterstellen.“
(Was sagt der Redaktions-Gärtner dazu?)
Spielraum für Saft
„Nach der Sonderauswertung wurden für Einpersonenhaushalte der Referenzgruppe im Jahr 2008 durchschnittliche Verbrauchsausgaben von 8,11 € für alkoholische Getränke ermittelt. Davon entfielen rechnerisch 11,35 % für Spirituosen, die nach der allgemeinen Lebenserfahrung nicht dem Zweck der Flüssigkeitsaufnahme dienen. Es verbleiben dann von den 8,11 € noch 7,19 € für alkoholische Getränke, die durch alkoholfreie Getränke zu substituieren sind. Für 7,19 € lassen sich etwa 12 Liter preiswertes Bier kaufen. Im Durchschnitt sind Bier oder gar Wein deutlich teurer, so dass sich ein deutlich niedrigeres Volumen an zu substituierender Flüssigkeit ergeben würde. Ausgehend von 12 Litern Flüssigkeitsbedarf ergibt sich das maximal durch alkoholfreie Getränke zu substituierende Flüssigkeitsvolumen. Da die Flüssigkeitsmenge mit einem preisgünstigen Getränk berechnet wurde, ist es angemessen, auch die alkoholfreien Getränke mit dem niedrigpreisigem Mineralwasser anzusetzen. Für die anzusetzenden 12 Liter Mineralwasser wurde ein Betrag von 2,99 € eingesetzt, für den Supermärkte flächendeckend eine entsprechende Menge Mineralwasser anbieten. Legt man die Preise der preisgünstigen Discounter für 1,5 Liter Mineralwasserflaschen zugrunde, ergibt sich für 12 Liter Mineralwasser sogar nur ein Preis von 1,52 €. Bei den als regelbedarfsrelevant berücksichtigten 2,99 € ist also bei preisbewusstem Einkauf durchaus Spielraum für Saft oder andere alkoholfreie Getränke. Diese 2,99 Euro werden bei Abteilung 01 zusätzlich berücksichtigt.“
(Hier gibt sich das Autorenkollektiv zwischen den Zeilen autobiografisch zu erkennen. Die allgemeine Lebenserfahrung, dass Schnaps nicht der Flüssigkeitsaufnahme dient, muss man erst einmal gemacht haben. Prost. Lallend fragt man sich, welcher Aufnahme das Fuselsaufen sonst dient: der von Feststoffen, von Brennstoffen gar? Und sind die nicht bald steuerpflichtig?)
Abspielgerät erfordert Abspielmaterial
„Neu regelbedarfsrelevant ist die Position 'Bild-, Daten- und Tonträger (einschließlich Downloads)', da die Abspielgeräte hierfür bisher schon regelsatzrelevant waren und ein Abspielgerät auch den Kauf von Abspielmaterial erforderlich macht."
(Neben der Großzügigkeit, die Kinder-Regelsätze nicht zu kürzen, handelt es sich hierbei um das eigentliche Sahnehäubchen der Neuberechnung. Nachdem das „Abspielgerät“ fünf Jahre lang ebenso unbenutzt herumstand wie sein erwerbsloser Besitzer, darf nun sogar „Abspielmaterial“ erworben werden. Für 2,59 Euro bekommt man schon zwei Songs von Lady Gaga.)
Haustiere und Glücksspiele
„Die Position 'Schnittblumen und Zimmerpflanzen' gehören nicht zum erforderlichen Grundbedarf und sind nicht existenzsichernd. Ebenfalls nicht regelbedarfsrelevant – da nicht der Existenzsicherung dienend – sind wie bisher die Ausgaben für Haustiere sowie Glücksspiele.“
(Sag mir wo die Blumen sind: Rote Nelken und Co. sind aus dem Strauß der Existensicherung gefallen. „Sie werden deshalb auch nicht mehr für den Regelbedarf berücksichtigt.“ Was ist geschehen?)
Ein Ausgleich
„Bei den Verbrauchsausgaben in Abteilung 11 handelt es sich grundsätzlich nicht um regelbedarfsrelevante Ausgaben, da die auswärtige Verpflegung - also in Restaurants, Cafés und Imbissständen sowie in Kantinen und Mensen - nicht zum physischen Existenzminimum zählt. Die Verbrauchsausgaben für eine Mahlzeit bei auswärtiger Verpflegung liegen über denen, die hierfür bei eigener Beschaffung entstehen. Allerdings ersetzt die auswärtige Verpflegung die heimische Verpflegung. Wenn also eine auswärtige Verpflegung als nicht existenzsichernd anzusehen ist und die Verbrauchsausgaben hierfür nicht als regelbedarfsrelevant anzusehen sind, muss ein Ausgleich geschaffen werden, da sich der häusliche Verpflegungsbedarf (Nahrungsmittel und Getränke) und damit auch der häusliche Verpflegungsaufwand, wie er sich in den Verbrauchsausgaben der Abteilung 01 widerspiegelt, erhöht. Deshalb ist es erforderlich, den Warenwert der beim Besuch von Restaurants, Gaststätten etc. konsumierten Nahrungsmittel und Getränke als regelbedarfsrelevant zu berücksichtigen.
(Der Döner, der am Kottbusser Tor 2,50 Euro kostet, hat einen Warenwert von 71 Cent – falls man ihn sich regelbedarfsgerecht zu Hause bereiten will: Knoblauch oder scharfe Sauce?)
Sonstige, nicht genannte
„Bei den sonstigen Dienstleistungen wurden die neu festgelegten Gebühren für den Personalausweis, die künftig auch hilfebedürftige Personen zu entrichten haben, zusätzlich berücksichtigt. Die sich durch Einführung des neuen Personalausweises ergebenden Gebühren sind - da erst im Jahr 2010 beschlossen - in den Verbrauchsausgaben der EVS 2008 nicht erfasst, werden aber ab dem Jahr 2011 anfallen. Zusätzlich wird unter der Position 'Sonstige Dienstleistungen, nicht genannte‘ ein Betrag von 0,25 Euro berücksichtigt.“
(Der neue Personalausweis kostet 28,80 Euro, man braucht also nur 115 Monate zu sparen, bis man die Gebühr beisammen hat.)
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Ich vermisse bei der Streichung der Ausgaben für Haustiere die Einmalzahlung für die Einschläferung der Katze.
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weil es nicht der Existenzsicherung dient?
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schrieb am
28.09.2010 um 19:32
... Tom Strohscheider, auch von mir vielen Dank. Ich weiß, dass Beispiele oft " hinken ", aber es gab in Deutschland auch Zeiten, da durften bestimmte Leute nicht mal ein Kätzchen haben... Wissen die da oben, was sie anrichten? Dürfen nun noch bestimmte Leute Freude haben - ab Elitenstatus oder Herkunft? Und dann sehe ich Sendungen von den " Schönen und Reichen ", mit Probleme, weil der Pudel kein Rubin Halsband bekommt.
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Man sieht doch, wie wenig ausgereift die Chose ist, wenn die Tierchen herausgestrichen werden, ohne eine Antwort darauf zu geben, was nun mit ihnen passiert. Oder soll man sie essen?
Die Zimmerpflanzen kann man mit dem zusätzlichen Mineralwasser wenigstens "de luxe" versorgen. |
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Ist das jetzt ein Vorurteil ? Diese Art von Berechnung kann es nur in der deutschen Beamtenbürokratie geben.
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Lieber goch, eine Beamtenbüroktratie gibt es natürlich auch in der Schweiz. Aber der von Tom S. angesprochene (Noch-)Bundesrat Merz deutet Möglichkeiten ihrer Überwindung an:
ttp://www.youtube.com/watch?v=E5agWxzWTsc |
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Lieber Michael,
schöner Teaser, aber du lässt die Community-Mitglieder so nach dem versprochenen Video harren: Beim Link fehlt das H! Vermutlich meintest du das: www.youtube.com/watch?v=E5agWxzWTsc (mal sehen, ob es noch jemanden gibt, der dieses grandiose Video noch nicht kennt) |
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(Was sagt der Redaktions-Gärtner dazu?)
Ohne J. A. zu nahetreten zu wollen, aber ich denke nicht, daß er zu den regelsatzrelevanten dreißig Prozent der untersten Einkommensbezieher gehört... Und das war schon mal so: Da gehörten die Felder den Burgenbesitzern und die Bauern waren froh, wenn sie sowas wie Kleidung besaßen. Und wenn die Kleingärten bald den Villenbesitzern gehören, leisten Kleingärtner Fronarbeit, wie es sich gehört. Lieber J.A., ich zähle Dich hiermit ausdrücklich zu den netten Gärtnern, darf ja hier ungehindert meinen Senf abgeben, und wie ich schon an anderer Stelle sagte: Grenzen verlaufen in Köpfen;-)... mfg, cf |
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(Der Redaktionsstab Rechtssprache hätte im Sinne der Verständlichkeit formuliert: „Der Langzeiterwerbslose hat auszusehen wie ein Penner.“)
... und der liebe gott des kapitalismus hat vor die einstellung zu einer arbeit das berühmte vorstellungsgespräch gesetzt. dies bestreitet der unserer regierung so werte harz-4-empfänger zukünftig besser im ballonseidenen trainigsanzug und schlappen, als im vor dreck stehenden hochwertigen anzug mit krawatte. chemische reinigung ist nurmehr was für arbeitende, also wertvolle mitglieder der gesellschaft. wo kämen wir auch sonst hin? wir haben schließlich auf das chemische-reinigungs-abstandsgebot zu achten. der anstreicher oder die friseurin können sich ja schließlich auch keine chemische reinigung leisten. diese regierung ist wirklich gerechtigkeitsfanatisch, dass einem ganz schwindelig wird - freilich nicht von schnaps und kippe. gestrichen. |
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Lieber Tom Strohschneider,
vielen Dank fuer die Muehe, diese Zitate zu veroeffentlichen. Ich glaub's einfach nicht! Die Original-Sprache ist entlarvender als saemtliche Kommentare zu dem Vorgang. Ted Fell, z.Zt in Suedafrika |
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beeindruckend - und vielen Dank für den Beitrag
Wie der Redaktionsstab Rechtssprache die Bürgschaftszusagen für systemrelevante Bankhäuser wohl formuliert hätte - aber das war gewiß ein anderer Dienstweg... |
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...and Dolf Sternberger is laughing in his grave...
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Man kann es nur immer wiederholen, es gibt eine in vielen Blogs diskutierte Studie "Was der Mensch braucht" zur Mindrestsicherung nach neuestem (2010) Bedarf. Diese Studie ist dubioserweise in der Linksfraktion untergegangen.
(www.tacheles-sozialhilfe.de/aktuelles/2010/Hausstein-Mindestsicherung-2010.pdf) |
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Ja, Herr Bost,
Ihnen ging so manches unter, was Sie allerdings immer wieder wiederholen sollten.. |
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schrieb am
29.09.2010 um 04:39
Verstehe ich nicht? Haben Sie wieder ein Haar in der Suppe geortet?
Was haben Sie denn immer mit mir? Was sagen Sie so nachdem Sie das gelesen haben? |
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schrieb am
30.09.2010 um 00:29
weinsztein: Na sowas kann ich leiden - Reinhacken, jemanden desavouieren - und wieder in die Küche rennen.
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Die Agenda 2010 ist am betriebswirtschaftlichen Bedarf ausgerichtet und ausdrücklich nicht an Bedürfnissen der Arbeitskraftverkäufer. Betriebswirtschaft hat einen Bedarf an stetig billiger werdender Arbeitskraft.
Dafür wurde ein Lohnabstandgebot errichtet, das in der Kaufkraft sinkende Arbeitsentgelte zugrunde legt. Die Bundesregierung scheut weder Kosten noch Mühe, den Abstand der Hatz4-Regelleistung zum Armutslohn zu aktualisieren. Langfristig soll eine Unterschreitung des materiellen Bedarfes des Slavenhaltung im antiken Rom erreicht werden. --- >>„Nach der Sonderauswertung wurden für Einpersonenhaushalte der Referenzgruppe im Jahr 2008 durchschnittliche Verbrauchsausgaben von 8,11 € für alkoholische Getränke...<< Bei Zugrundelegung eines Durchschittsgehaltes eines Ministerialbeamten könnten für den Gegenwert dieser Berechnung und Formulierung ca. 500 Discountsixpacks Bier erworben werden. Dieses Geld ist jetzt weg steht nicht mehr für den Hatz4-Regelsatz zur Verfügung. >>Die Position 'Schnittblumen und Zimmerpflanzen' gehören nicht zum erforderlichen Grundbedarf und sind nicht existenzsichernd.<< Klartext: Es ist bekannt, dass Blumen in Parks geklaut werden. >>Ebenfalls nicht regelbedarfsrelevant – da nicht der Existenzsicherung dienend – sind wie bisher die Ausgaben für Haustiere...<< Klartext: Wir haben erfahren, dass es mittlerweile auch „Tiertafeln” gibt. >>sowie Glücksspiele.<< Klartext: Die Gefahr, dass jemand durch Lottogewinn dem Zwang zum Armutslohn entkommen könnte, ist zwar gering. Dennoch halten wir es im Sinne der Optimierung der Agenda 2010 für geboten, auch dieses Schlupfloch zu schliessen. >>...da die auswärtige Verpflegung - also in Restaurants, Cafés und Imbissständen sowie in Kantinen und Mensen - nicht zum physischen Existenzminimum zählt.<< Gemeint ist: Bei einer Bewerbung an einem etwas weiter entfernten Ort Brotzeit und Discountmineralwasser im Rucksack mitnehmen. Und zur Kleidung: Die Zuhälter der Leiharbeitsfirmen stellen keinen hohen Anspruch an die Kleidung ihrer Handelsware. Bewerbungen auf seriöse Arbeitsplätze laufen der Intention der Agenda 2010 zuwider und sind zu unterbinden. |
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Vielen Dank für den Beitrag !
Und da behauptet man immer : "Die Würde des Menschen ist unantastbar !" und kann nicht berechnet werden. In Beamten-Deutsch geht alles ! Mich würden vor allen Dingen Foto's derer interessieren, die diese Dinge formuliert haben ! Welche Beamten / Referenten waren denn an der Sache beteiligt ! Das Land braucht Namen und Gesichter - ganz im Sinne der persönlichen Haftung |
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Hallo Herr Strohschneider,
ich hatte gestern die Frage in den Raum gestellt : Welche Beamten / Referenten waren denn an der Sache beteiligt ! Das Land braucht Namen und Gesichter - ganz im Sinne der persönlichen Haftung Vielen Dank für Ihren Beitrag um 15:53 Uhr. Ich bin einmal mehr erschrocken über unsere parlamentarische Demokratie ! Ich darf also zusammenfassen, das die Damen und Herren, die die Berechnungsgrundlagen für Harz 4 erstellen, der Öffentlichkeit nicht bekannt gegeben werden. Nun, Zeugenschutzprogramme kann ich verstehen, Schutzprogramme bei einem Mohammed-Karikaturisten aus Belgien kann ich verstehen, die Informationen von Ihrem Beitrag um 15:53 Uhr kann und will ich nicht verstehen. Eine Frechheit, ein Skandal, diese . . . . Dazu fällt mir nur noch ein bitterböser Vergleich ein : Eine Diktatur ist dahin gehend ehrlicher, das man bei seiner Hinrichtung eine größere Chance hat, seinen eigenen Henker zu sehen, als das es in einer deutschen Demokratie jemals möglich sein wird. |
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kleiner Nachtrag aus dem Bundestag: "Die Bundesregierung soll die Rohdaten für die Berechnung der Hartz-IV-Regelsätze herausgeben. Dies forderten die Fraktionen von SPD, Grünen und Linkspartei in der heutigen Sitzung des Ausschusses für Arbeit und Soziales und verlangten darüber hinaus auch die Vorlage von alternativen Berechnungen mit unterschiedlichen Variablen. Einem entsprechenden Antrag, der jedoch nicht an die Regierung, sondern nur an den Ausschuss selbst gestellt werden konnte, stimmten die drei Oppositionsfraktionen zu. Die Koalitionsfraktionen lehnten den Antrag mit ihrer Stimmenmehrheit ab. Eine Vertreterin des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) betonte, dass auch sie nur die Daten habe, die den Ausschussmitgliedern vorlägen und die zusätzlich im Internet einsehbar wären. Auf die Rohdaten des Statistischen Bundesamtes hätten nur die Wissenschaftler Zugriff. Das Amt sei jedoch gerade dabei, die Daten anonymisiert aufzubereiten." www.bundestag.de/presse/hib/2010_09/2010_307/02.html
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2. Versuch - sorry !!
Hallo Herr Strohschneider, ich hatte gestern die Frage in den Raum gestellt : Welche Beamten / Referenten waren denn an der Sache beteiligt ! Das Land braucht Namen und Gesichter - ganz im Sinne der persönlichen Haftung Vielen Dank für Ihren Beitrag um 15:53 Uhr. Ich bin einmal mehr erschrocken über unsere Demokratie. Ich darf also zusammenfassen, das die Damen und Herren, die die Berechnungsgrundlagen für Harz 4 erstellen, der Öffentlichkeit nicht bekannt gegeben werden. Nun, Zeugenschutzprogramme kann ich auch verstehen, Schutzprogramme bei einem Mohammed-Karikaturisten aus Belgien kann ich verstehen, die Informationen von Ihrem Beitrag um 15:53 Uhr kann und will ich nicht verstehen. Eine Frechheit, ein Skandal, diese . . . . Dazu fällt mir nur noch ein bitterböser Vergleich ein : Eine Diktatur ist dahin gehend ehrlicher, das man bei seiner Hinrichtung eine größere Chance hat, seinen eigenen Henker zu sehen, als das es in einer deutschen Demokratie jemals möglich sein wird. |
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schrieb am
14.10.2010 um 07:19
>>Eine Diktatur ist dahin gehend ehrlicher,
das man bei seiner Hinrichtung eine größere Chance hat, seinen eigenen Henker zu sehen, als das es in einer deutschen Demokratie jemals möglich sein wird.<< Ganz allgemein sind die Methoden des Herrschens subtiler geworden. Man hat nur noch selten nötig, direkte physische Gewalt einzusetzen. Dass zum Beispiel das Wort "Demokratie" ganz automatisch als Synonym für "Plutokratie" benützt wird zeigt wie die strukturelle Gewalt funktioniert. |
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Lieber Herr Strohschneider,
Ihr Artikel zu dem, mit immer mühevolleren bürokratischen und statistischen Methoden erhobenen Minimalbedingungen für ein menschenwürdiges Leben in Deutschland trifft genau ins Schwarze. Da wird mittlerweile um wöchentliche und monatliche Centbeträge im Bedarf ein Krieg der verantwortlichen Politiker ausgetragen. Das hat schon eine gewisse Perversität, wenn sich Beamte eine solche Fantasie machen müssen. Sie werden ja von den leitenden und gewählten Vertretern dazu verdonnert, ob die Tischblume zum Minimalbedarf gehört oder nicht. "Flüssigkeitsaufnahme", bürokratisch, taucht übrigens genau so, ebenso pervers, in der minutiösen Berechnung der Pflegeminuten für Heimbewohner, in der Berechnung von Personalstärken in Krankenhäusern auf. Das alles, z.B. im Kontrast zu eben einmal ca. 2-3 Milliarden Euro falsch kalkulierter Stuttgart-Untertunnelung oder den Lasten aus praktisch jeder öffentlichen Fehlkalkulation bei Großbauten (z.B. Elbphilharmonie), oder den Geldern, die gar nicht bedacht wurden, um die vor sich hin welkenden, noch relativ neuen Bauten im Berliner Regierungsviertel in Stand zu halten. Ein einfacheres und gerechteres Verfahren, allerdings auch eines das viel Bürokratie freisetzte, wäre ein Basiseinkommen, Existenzeinkommen, Bürgereinkommen mit Ortsfaktor, wie auch immer man das letztlich nennen will. Grüße Christoph Leusch |
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schrieb am
08.10.2010 um 09:59
>>Ein einfacheres und gerechteres Verfahren, allerdings auch eines das viel Bürokratie freisetzte,...<<
So ist es. Der Hartz4-Berg kreisst permamant und gebärt ab und zu eine Laus. Eine Grundsicherung, wenn man schon nicht willens ist, die gesellschafltich nötige Arbeit und deren Ergebnisse zu verteilen, wäre sehr viel effizienter zu haben. Das war und ist aber nicht das Ziel der Agenda 2010. Der Zweck von Agenda/Hatz4 ist eine institutionalisierte Armutsklasse, die der stetigen Senkung der Arbeitsentgelte zu dienen hat. Das Problem sind nicht die Details, sondern das Prinzip. |
Ausgabe 22/2012
31.05.2012
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