Heute morgen beim Frühstück, die Nachricht vom Tod Michael Jacksons hatte uns gerade via Radio erreicht. Ich habe das Gefühl, irgendetwas dazu sagen zu müssen:
"Dirty Diana mochte ich schon, aber Earth Song ging gar nicht."
Antwort - nach einer längeren Pause: "Und Michael Jackson hatte echt viele Earth Songs..."
"???"
"Naja - Black or White, Heal the World, Will You Be There... - das sind doch alles irgendwie Earth Songs'"
"Mhm..." (wende mich wieder dem Brötchen zu und denke darüber nach, wie Michael Jackson mir in den Achtzigern bei einer Ferienfreizeit im tiefsten Hessen kollektive Ächtung einbrachte, weil ich nach 10 Minuten gelangweilt den Gemeinschaftsraum verlassen hatte, in dem drei Dutzend pubertierende Mädchen gebannt Moonwalker schauten. Ziemlich uncool... )
Nina Heinlein
Michael Jackson war sehr lange tot, bevor er nun gestorben ist. Er ist deshalb auch gar nicht gestorben, beziehungsweise ich habe gelernt, wie es ist, mit einem toten Michael Jackson zu leben. Das Wichtigste für mich war immer Respekt, gerade auch in Anbetracht von Liedern (oder soll man sagen: Messen) wie Heal the World, Will you be there oder We are the World. We are the World ist interessant, weil die Studioaufnahme die Hierarchien im Showbiz dieser Jahre zeigt. Bob Dylan macht komischerweise mit, darf dafür aber sehr spät singen, Ray Charles toppt ihn noch (kommt spät, bleibt außerhalb), Bruce Springsteen ist nicht zu ertragen, kriegt zusammen mit Stevie Wonder aber noch einen Extra-Auftritt. Jackson ist lange nicht unter den Stars, er wird aus dem Dunkel hineingeblendet, mit völlig reduzierten, fast sedierten Dance Moves. Das sagt auch etwas. Ich aber sage: Er war der Größte.
Matthias Dell
Auch für mich ist Michael Jackson in gewisser Weise seit einem Viertel Jahrhundert tot. 1982 war ich ein Fan von Thriller. Besser gesagt des sechsten Stücks auf dem Album: Billie Jean. Es gehörte zu meinen großen, heimlichen Leidenschaften. Als (Post) Punk war Michael Jacksons Musik eigentlich Tabu. Aber wenn ich mit meinen Bauhaus-Cockney-Rejects-Theater-Of-Hate Platten durch war, legte ich Thriller in meinen Discman, denn Thriller war die erste CD, die ich besaß, und fing an, wild und hüfsteif zugleich durch mein Kinderzimmer zu tanzen. Eigentlich nur zu Billie Jean, die anderen Songs von Thriller habe ich so gut wie nie gehört. Gelegentlich tippte ich das fünfte Stück auf der CD an, Beat it, aber mehr aus dem schlechtem Gewissen heraus, das man doch nicht immer nur den einen Song auflegen kann. Michael Angele
Als Thriller von Michael Jackson herauskam, lebte ich in Düsseldorf, viel zu lange lebte ich da. Es war die Zeit der Friedensbewegung, ich war viel unterwegs, Kundgebung an Kundgebung reihte sich, man kann sich heute gar nicht mehr vorstellen, was da los war. Zu den Aufmärschen kamen Sänger aus aller Welt, Sänger, die ganz nahe bei ihrem Publikum waren, ihre Musik schaffte ein Identität, verband Sänger und Publikum. Unter ihnen auch die Liedermacherin Fasia Jansen, die ungeheuer beliebt war. Später habe ich ein Buch über sie geschrieben, na ja, und just heute fahre ich nach Oberhausen, um mit den Freunden von Fasia Jansen zusammen zu sein.
Marina Achenbach
Wie ist Michael Jackson in mein Leben getreten? Als Remix, als Parodie, als Heino. Es war 1985, ich war neun Jahre alt. Im Radio lief "Modern Talking" und die "Erste Allgemeine Verunsicherung". Und es gab in diesem Jahr einen Film, den man gesehen haben musste, wenn man auf dem Pausenhof der Grundschule mitreden wollte. An "Otto – Der Film" kam damals niemand vorbei, der zu den Coolen, den Eingeweihten gehören wollte. Ich kannte Jackson nicht, hatte das Thriller-Video noch nie gesehen. In dem Otto-Film gibt es aber eine schaurig-platte Parodie von "Thriller". Otto läuft mit seiner Angebeteten über einen Friedhof. Plötzlich taucht er ab, um als Heino-Zombie wieder aufzutauchen. Statt der Thriller-Zombies rappt eine ganze Kompanie von Heinos: "Schwarzbraun ist die Haselnuss, schwarzbraun bin auch ich." Eigentlich sind diese Heinos sogar ungleich gruseliger als die Untoten aus dem Original-Video. Damals habe ich die Anspielung auf Michael Jackson im Kino nicht verstanden, fand das Ganze aber "irgendwie komisch". Als ich später das erste Mal "Thriller" sah, musste ich bei dem in seinen weißen Tennissocken tanzenden Jackson auf unheimliche Weise immer auch an Otto denken – und an Heino. Die Heino-Assoziationen gingen nicht mehr weg. Jedes Mal, wenn ich ein Musikvideo des "King of Pop" sah, waren die Bilder aus dem Sommer 1985 wieder da. Aber irgendwie passte das auch zu der Kunstfigur Jackson, bei der sich immer die verschiedenen Bilder und Zuschreibungen überlagerten und vermischten. "You close your eyes and hope it's just imagination... Schwarzbraun ist die Haselnuss, schwarzbraun..."
Jan Pfaff
Ich dachte, eine Stunde früher würde reichen. Das war natürlich naiv. Als ich auf der Wiese vor dem Reichstag ankam, waren 40.000 schneller gewesen. Ich stand also ziemlich weit hinten. Vorne war die riesige Bühne, auf der Michael Jackson auftreten sollte. Links und rechts neben der Bühne waren riesige Bildschirme aufgehängt. Dann kam er, ich konnte ihn zwischen den Köpfen und hochgereckten Armen kaum sehen. Auf die Entfernung war der größte Popstar aller Zeiten ziemlich klein. Ich habe mich dann auf die Bildschirme konzentriert. Es war natürlich trotzdem gut. Ich hatte IHN gesehen. Denn es stimmt ja: Er war der Größte. Und er wird es bleiben.
Philip Grassmann
Elvis Presleys Vorliebe für reichhaltiges Essen ist legendär: Er liebte es gebraten und frittiert. In der letzten Zeit vor seinem Tod, so ist überliefert, konnte der King of Rock zum Frühstück ein halbes Dutzend Bananen-Erdnussbutter-Sandwiches verspeisen. Die ganze Küche der Südstaaten der USA ist extrem kalorien- und zuckerreich und ein hervorragender Seelentröster. Sie war es auch für Presley.
In diesem Punkt ist Michael Jackson seinem Idol jedoch nie gefolgt. Er war kein Völler, sondern das Gegenteil. Er hat wenig gegessen, sich zu ernähren hat ihn immer vor Probleme gestellt. Erst Anfang Juni meldeten britische Zeitungen, der King of Pop habe seine Essensgewohnheiten auf eine Mahlzeit pro Tag reduziert. Er sei überzeugt, zu viel Gewicht würde seinem Kampf gegen den Hautkrebs schaden. Die letzten Bilder zeigen ein eingefallenes anorektisches Gesicht. Kurz nach der Todesmeldungen war eines der ersten Gerüchte, die im Netz kursierten, Jackson sei an einer Lebensmittelvergiftung gestorben. Er habe 12 Jahre alte, inzwischen giftige Nüsse gegessen.
Jörn Kabisch
Michael Jackson oder Prince? Das war immer die Frage. Eine Entscheidung wie Rolling Stones oder Beatles. Für mich war ganz klar Prince der Favorit.
Das ist natürlich nicht so nett, gerade an diesem Tag kundzutun, deshalb hier die schöne Erinnerung:
"Aint' no sunshine when she's gone" ist eines der wunderbarsten "Kinderlieder" die ich kenne, mit dem ach so weisen Text, an den ich mich aufrichtig versuche zu halten:
you ever want something, that you know you shouldn't have
the more you know you shouldn't have it, the more you want it
Janine Sack
@Frau Sack. Die Frage ist richtig. Michael Jackson oder Prince? Bei mir war es erst Michael und dann Prince.
Ich habe sie beide live gesehen. Michael sogar zwei mal. Im abgesperrten Bereich vorne, mit 1.000 anderen Irren.
Ich erinnere mich daran, bei "Smooth Criminal" streichend auf der Leiter gestanden zu haben. Ich war glaube ich 11 und habe wie wild mitgesungen. "Annie are you walking, Annie are you walking?" Meine Freundin und ihr Bruder haben sich schlapp gelacht. Ich konnte noch kein Englisch, aber das war mir egal.
Heute Morgen lief den ganzen Morgen Thriller bei uns zu Hause. Mein 6 Monate alter Sohn hat mitgetanzt. Bin gespannt welche Texte er mit 11 falsch mitsingt. Habe ein wenig Angst davor.
Andine Müller
1982 schenkte mir eine Freundin eine Kassette, auf die sie mir Thriller aufgenommen hatte. Diese Kassette wurde sofort eine meiner Lieblinge, die mein kleiner, billiger Kassettenrekorder sehr zum Missfallen meiner Eltern rauf- und runter spielte. Sie zog auch prompt in mein erstes Auto um, um dort weiter bis zum Exitus (irreparabler Bandsalat) abgenudelt zu werden. Aber trotzdem ist MJ bei mir in der Kassettenphase stehen geblieben und hat es nie bis zur CD geschafft. Oder doch? Stimmt ja, Jahre später war ich von einem Musikvideo begeistert: Stranger in Moscow – hätte es damals schon I-Tunes gegeben, dieses Video hätte ich mir garantiert gekauft. So ist es nur eine Dance-Remix-Single geworden. Immerhin. Womit ich die These aufstellen möchte, dass wohl kaum jemand zwischen 30 und 50 Jahren keine MJ-Musik im Regal hat. Manche wollen sich nur nicht daran erinnern.
Heute bin ich erstaunt, dass ich so gut wie alles kenne, was das eigens eingerichtete Memorial-Radio von ihm spielt, teilweise sogar die Texte kenne und mitsingen kann, und es ist mir nicht einmal peinlich. Er war schon gut, wirklich.
Jutta Zeise
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War eigentlich als kleine Anregung für die Freitag-Community gedacht, Ihre Erinnerungen an MJ aufzuschreiben - und als Replik auf die schönen Beiträge von ChristianBerlin und Titta... ;-) Also nochmal ganz offiziell: Liebe Leser/Nutzer/User/Blogger: Schreibt uns zuhauf!
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muss natürlich "ihre" heißen, sonst wären hellseherische Fähigkeiten gefragt ;-)
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Menschlich: Es ist schade um jeden Menschen, der an seinem Unglück zerbricht.
Musikalisch: McDonalds für die Ohren. Einem lauwarmen Whopper weine ich auch keine Träne nach. |
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Auch eine Haltung. Ohne Klugscheißern zu wollen: der Whopper ist von Burgerking. Oder wollten Sie auf besonders subtile Weise sagen, MJ sei der Burgerking des Pop? ;-)
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@underworld
das mag den späten jackson treffen, das messeneske. aber "off the wall", vor allem "thriller" und in teilen "bad" sind groß. |
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Michael Jackosn war nicht nur ein grandioser Musiker, und er hatte nicht nur Fans überall auf der Welt weil der King of Pop war, er war ein guter Mensch. Er hat mit seiner art sehr viele Menschen geprägt. Mag sein dass die einen oder anderen zuviele "Earth Songs" in seinen Liedern fanden, aber er hat zu Zeiten auf unsere Umwelt hingewiesen, als noch niemand darüber sprach. Er hat Kindern auf der ganzen Welt versucht zu helfen, mit seinem Vergnügungspark, mit seinen Millionen Spenden und so weiter. Das war ein Michael Jackson über den heute niemand spricht.
Mich verwundert auch immer das in den ganzen Intelektuellen Kreisen ALLE die Scheiße welche die Tabloids über ihr erzählten glauben. 20 Jahre lang wurde er mit allem Möglichem Müll an Nachrichten und Beschuldigungen beworfen und dass hat ihn am Ende zu dem Bizarren Menschen werden lassen welcher er war. Hätte er sich nen Schuss gegeben oder wäre auf drogen gewesen oder hätte er auf Bühnen gekotzt dann wäre er von linken/intelektuellen kreisen gehuldigten worden. Aber so war er ja nur ein Pop Musiker. NEIN sag ich da, er ist der KING OF POP, ROCK and SOUL und er war ein guter Mensch der anderen immer helfen wollte. Dafür hat er gelebt und dafür lebe ich und viele andere Menschen die heute um ihn trauern. |
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ich glaube, dass nicht alle geglaubt haben, was die tabloids erzählen. jackson hat, ob freiwillig oder unfreiwillig spielt keine rolle, das spiel mit dem image, das solche geschichten produziert, in höhen getrieben, wo es nicht mehr um wahrheit ging. wie froh wäre man, wenn in den banalen meldungen über paris hilton einmal außerirdische oder sauerstoffzelte vorkämen. man könnte sagen, michael jackson hat die sache mit dem image transzendiert. auch dafür gebührt ihm respekt.
ps. und die rockscheiße mit auf die bühne kotzen, das ist eine masche, die sich überlebt hat |
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"michael jackson hat die sache mit dem image transzendiert. auch dafür gebührt ihm respekt."
Sowas ist immer anregend: Ich stelle mir vor: Seit Michael Jackson beten wir zu unserem Imageberater? |
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Schöne spontane Zusammenstellung von der Freitag-Redaktion, was jeder mit MJ so verbindet.
Selbst mir als Jazzer war J nicht gleichgültig, zu perfekt und ins Bein gehend seine Musik und seine Videoclips. Vor sehr langer Zeit hatte ich sogar MJ in einem Schulbuch für Berufsschüler untergebracht. Vergleich von MJs "beat it" mit Beethovens IX. War immer ein voller Erfolg. (Eddy spielte das gigantische Gitarrensolo - die Tapping-Technik war noch nicht groß bekannt). Armer Teufel, dass sein kurzes Leben so enden mußte. (Mein definitiv letzter Kommentar für die nächsten 10 Tage. Der mußte aber nochmal sein). Gruß Bildungswirt |
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schönen urlaub!
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Mit Wolfgang Pohrt zu sprechen kenne ich ebenfalls wirklich nur ein erinnertes Lied von M. Jackson, nämlich "Black or White". Alles andere des KoP ist in der Gegenwart schon dumme Kulturindustrie. In dreißig Jahren wird dieses eine Lied mit Gehalt wahrscheinlich aber auch ein beliebiges Kulturindustrieprodukt sein. Oder - wahrscheinlicher - der Begriff der Kritik ist dann schon vollends untergegangen.
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Ja, wünschen wir uns doch das vorindustrielle Zeitalter zurück, da war bestimmt alles besser und schöner und wahrer.
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bleiben (oder geblieben sind schon) viel eher "beat it" und "billie jean", sag ich jetzt mal
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Wim Wenders "Bis ans Ende der Welt" lief gerade, als ich die plötzliche Eingebung hatte, den Pause-Knopf des DVD-Players und den Aktualisierungs-Button des Browsers zu drücken. Da erfuhr ich es, und die erste Reaktion war Ungläubigkeit. Neben mir lagen Trauben und Pistazien, aber ich hatte keinen Appetit mehr. Erst als ich meine Fassungslosigkeit abgestreift hatte, konnte ich mir die Frage stellen, warum ich so geschockt über den Tod eines Mannes war, den ich gar nicht mochte.
Die Antwort darauf ist eigentlich simpel. Wenn ein Idol stirbt, die Welt für einige Momente stillsteht und massenweise Assoziationen aktiviert werden, dann blickt man unwillkürlich zurück. In meinem Fall: an 1992, Schullandheim am Königssee, an Dangerous und wie der beste Kumpel völlig abdriftete. Für mich war das völlig unverständlich. An 1995, an Wetten dass...??? und Earth Song, an hyperventilierende Fans im Studio, die mich selten mehr genervt haben. Warum so viel Aufhebens um einen seltsamen Mann? An 2000, Abitur, das Radio mit Mini-Disc vom nächsten besten Kumpel, dem nächsten Mega-Fan. An ihn habe ich in der Nacht zum Donnerstag als erstes gedacht. Heute schrieb er eine E-Mail. Und an 2009, an einen anderen guten Freund, Mega-Fan Nummer drei, der Karten für das zweite Konzert in London hatte - und sie enttäuscht zurückgab, als es ans Ende der 50er-Runde gesetzt wurde. Solange halte Jacko doch nie im Leben durch. Es ist kein Wunder, dass die Welt trauert. Und man sollte ihr diese Trauer machen, ohne Zorn auf den Mann, der im Mittelpunkt dieser Aufmerksamkeit steht. Denn in gewisser Weise kann er am wenigsten dafür, weil diese Trauer gar nicht oder zumindest nicht nur ihn betrifft, sondern die guten alten Zeiten die vergingen, während wir älter wurden. |
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Und das "Trauer machen" im letzten Absatz lassen wir "lassen" sein.
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#tragik. michael jackson hatte zuviel zeit
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Ist es möglich nicht zu MJ zu sagen? Nein. Dazu muss man eine Meinung haben.
Musikalisch hat er mich nie angesprochen, weil es nicht meine Welt war oder wurde. Seine (Selbst-)Darstellung? Ich habe nie hin gehört, also habe ich es auch nie begriffen. Andere Welt, Scheinwelt, Paralleluniversum. So gab es keine emotionale Verbindung dazu. Es war andererseits unmöglich Nichts wahrzunehmen. So war es denn die interlektuelle Zerissenheit zwischen Personenkult und Durchgeknalltheit dort und der durchaus perfekten Darstellung von Musik und Show andererseits. Ich denke das wird bleiben und im Alltag verblassen. Bis man irgendwann in 5, 10 und 20 Jahren an ihn erinnern wird. Und dann werde ich mein Bild wieder reaktivieren und es so sehen wie heute - vermute ich. Während dessen laufen die vielen widersprüchlichen Bilder der Medien vor inneren Auge ab. MJ - ein äußerst trauiger Fall in wahrscheinlich fast jeder Beziehung und sicher viel zu früh gestorben. Ach ja, keep on rockin' free world... |
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I was on the roof of a Berlin club. A friend who I haven't spoken to in far too long from LA sent me a message that said 'Michael Jackson is dead!' Strange, the things that bring us together.
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Eine böse Zunge in mir sagt : na wenn man sonst keine Sorgen hat .....- und hat irgendwie recht .........
Aber zugegeben , manch einer in der Mitte seines Lebens ist ein Stück mit ihm gegangen . Und was nun ? Sicher ist : Man muß sterben um unsterblich zu werden . Hallo Elvis ! Sicher ist : Der Mann war schon lange verstorben . Sicher ist : Viele seiner Botschaften verkörperten Gutes - mehr davon . Sicher ist : Der Mann ist ein Opfer : seiner Familie , seines Vaters , seiner Finanz-Jongleure usw... Und ich frag mich : Wie schwarz war er eigentlich im Herzen? Was ist denn nun mit den Kindern ? Und finde nur eine Antwort : Er lebte in einem anderen Universum. So sehr geliebt und so schrecklich einsam ... Also bleibt nur ein Good-bye Mikel und dein Video "black or white " mochte ich sehr , auch wenn keine einzige CD von mir in meinem Regal liegt . |
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Eine böse Zunge in mir sagt : na wenn man sonst keine Sorgen hat .....- und hat irgendwie recht .........
Aber zugegeben , manch einer in der Mitte seines Lebens ist ein Stück mit ihm gegangen . Und was nun ? Sicher ist : Man muß sterben um unsterblich zu werden . Hallo Elvis ! Sicher ist : Der Mann war schon lange verstorben . Sicher ist : Viele seiner Botschaften verkörperten Gutes - mehr davon . Sicher ist : Der Mann ist ein Opfer : seiner Familie , seines Vaters , seiner Finanz-Jongleure usw... Und ich frag mich : Wie schwarz war er eigentlich im Herzen? Was ist denn nun mit den Kindern ? Und finde nur eine Antwort : Er lebte in einem anderen Universum. So sehr geliebt und so schrecklich einsam ... Also bleibt nur ein Good-bye Mikel und dein Video "black or white " mochte ich sehr , auch wenn keine einzige CD von mir in meinem Regal liegt . |
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Wenig weise, was deutschen Publizisten zu Jackson einfällt. Die einzigen Nachrufe, die der Komplexität und Moderne dieses Mannes des öffentlichen Lebens gerecht werden, habe ich im Guardian gelesen. Abneigung gegen Jackson zu Lebzeiten sowie Trauer um den Verstorbenen entspringen derselben Quelle: Eine mediale Bezugsperson wandelt sich und lässt die Bilder Suchenden allein - nach dem Tod steht das Bild des sich fortwährend Wandelnden fest und schafft ein seltsames Gemisch von Trauer und Erleichterung. Jackson war einer der modernsten Menschen einer globalen Kultur: Rasse, Geschlecht, die Fraglichkeit des Begriffs "black music", Medialität und Imagepflege, das Recht auf Schönheitschirurgie und Identitätswandel, Privatheit und die Frage nach der kriminalistischen Pflicht, Liebe zu kontrollieren: Jackson hat kein Thema ausgelassen, das uns in unserer postmodernen Identität umtreibt. Wer vor diesem "man in the mirror" nicht den Hut zieht, der hat nicht verstanden, woraus er selbst besteht.
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schrieb am
09.07.2009 um 03:42
Das ist ganz gut auf den Punkt gebracht.
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