Kultur

Monty Python | 05.10.2009 17:05 | The Guardian, Editorial

Glückwunsch, Montys

Wussten Sie es? Aus Geldmangel konnte "Ritter der Kokosnuss" fast nicht gedreht werden. Nicht nur das wäre ein Verlust für die Menschheit gewesen

„Ich geb Euch 13 Shows, aber das war's dann“, sagte der Mann, der im Jahr 1969 bei der BBC für leichte Unterhaltung zuständig war. Und so erreichte Monthy Pythons' Flying Circus am 5. Oktober des selben Jahres die Augen und Ohren eines zunächst zwar etwas irritierten, dann aber doch äußerst dankbaren britischen Publikums. Während der folgenden 45 Sendungen wurden die Regeln der Fernsehcomedy durch die verrückten Charaktere und Sketche von John Cleese, Graham Chapman, Michael Palin, Terry Jones, Eric Idle und Terry Gilliam neu geschrieben. Diese sind heute noch so lustig wie vor 40 Jahren. Selbst junge Leute können heute den Lumberjack Song, die Spanische Inquisition und den Sketch über den toten Papageien (der von Margeret Thatcher kurz vor ihrem politischen „Dahinscheiden“ aufgegriffen wurde) zitieren. Vieles ist allerdings gar nicht zitierbar wie beispielsweise der Fish Slapping Dance, der in einer dreiminütigen Tauchpartie im Themse-Wehr Teddington Lock gipfelt.

Terry Gilliams surreale und manchmal verstörende Animationen sponnen einen kreativen Faden durch das verrückte Mosaik an Ideen und gaben dem Ganzen seine einmalige Gestalt. Mit ihren Filmen hängten die Pythons die Latte dann nochmals ein Stück höher. Aus Geldmangel konnte Ritter der Kokosnuss fast nicht gedreht werden. Die Not machte erfinderisch: Da Pferde zu teuer waren, kam man auf die Idee, das Pferdegetrampel durch mit Kokosnüssen ausgerüstete Knappen simulieren zu lassen. Und dann Das Leben des Brian oder das Lied der Gekreuzigten – einfach genial. So etwas hatte man noch nicht gesehen. Monthy Python wurden zu einem Nationalheiligtum, das so ziemlich alles prägte, was danach kam. Die fünf Pythons, die noch am Leben sind (Graham Chapman verstarb traurigerweise schon 1989) werden in nächste Woche in New York einen Sonderpreis der britischen Film- und Fernsehakademie erhalten und aus diesem Anlass noch einmal gemeinsam auf der Bühne stehen. Geben sie also den Einsatz für die Erkennungsmelodie des Circus – Sousas Marsch The Liberty Bell... aber vergessen Sie am Schluss die Himbeeren nicht!
 

 
Senden Bookmarken Drucken
Artikelaktionen


Meistkommentiert
7 Tage
Monat
Bisher
David Foster Wallace Das hier ist Wasser Kiepenheuer & Witsch 2012

64 Seiten. Kartoniert.

4,99
 
David Foster Wallace wurde 2005 darum gebeten, vor Absolventen des Kenyon College eine Abschlussrede zu halten. Diese berühmt gewordene Rede gilt in den USA mittlerweile als Klassiker und Pflichtlektüre für alle Abschlussklassen – eine kleine Anleitung für das Leben, die man jedem mit auf den Weg geben möchte >> mehr
Arte-Kooperation

portlet_ArabienArte.png

portlet-gaertnerbuch.png

Probe-Abo

probeabo260x120.jpg

Aktuelle Ausgabe bestellen
Die grüne Guerilla

Ausgabe 22/2012
31.05.2012

keine Versandkosten
kein Aufpreis

Einzelpreis: 3.60 €

>> bestellen
der Freitag Kollektion

Freitag-Kollektion_Gaertner.jpg

Arte

portlet_arte+zeile.pngportlet_arte+zeile.png

Tubuk

portlet_Tubuk.png

Freitag-Buchshop.png

Blog-Tipps

Das Schema
Michael Rutschky, Kathrin Passig u. a.

nachtkritik.de
Unentbehrlich für Theaterliebhaber

Umblätterer.de
Feuilletonbeobachtung. Intelligent und ironisch

Matthias Matusseks Video-Blog
Das deutsche Videoblog von Weltformat.

herthabsc.blogspot.com
Marxelinhos Blog über Hertha und Arsenal

flasher.com
Künstler über Künstler. Auf Englisch

The New Republic
Das US-Magazin

readme.cc
Die virtuelle Bibliothek

Kulturministerium.ch
Wahlrecht für die Schweiz

Parallelfilm
Notizbuch Christoph Hochhäusler

 
 
 
 
© der Freitag Mediengesellschaft mbH & Co. KG