Kultur

Tatort | 27.12.2009 21:50 | Matthias Dell

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Im Tatort "Altlasten" geht es bei klassischer Mördersuche im Kreise der lieben Familie um große Fragen von Generationenvertrag und Gesundheitspolitik

Wieder ein Stuttgarter Tatort, der uns daran erinnert, dass es sich beim Tatort um die Verlängerung der so genannten öffentlichen Debatten ins Wohnzimmer der schweigenden Mehrheit handelt, die wenn's drauf ankommt, dann doch FDP wählt. Thema diesmal: Gesundheit, Pflege, Zweiklassenmedizin, Obduktion, Generationenvertrag, kurz Sachen, die ins Ressort von Christina Köhler, Philipp Rösler und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger fallen.

Der Auftakt ist viel versprechend, aber auch ein wenig verhuscht. Ein alter Mann, Willy Schubert, ist gestorben, und der Hausarzt hat auf natürlichen Tod entschieden, während der Arzt vor der Verbrennung der Leiche seine Zweifel hat und den toten Mann zur Obduktion delegiert. Endlich einmal was zu tun für die seit der Ausdifferenzierung der telemedialen Polizeiarbeit notorischen Gerichtsmediziner, und dann erkennt der Stuttgarter Kollege schwäbelnd unspektakulär auf toxikologisches Gutachten. Was hätte doch in dieser Szene gesteckt! Fast so alt wie die Bundesrepublik ist der Versuch der Reform der Leichenschau, die eben nicht jedem Hausarzt, der in diesem Fall besonders dubios ist (Christoph Wackernagel) vorbehalten sein sollte, sondern Experten. Dass die Reform bis heute nicht zustande gekommen ist, nähert die Dunkelziffer an Morden und täuscht über die wahren Verbrechensraten hinweg, die vermutlich wie hier meist in der Familie und zuhaus hochgetrieben werden.

Deutlicher wird der Tatort: Altlasten bei den anderen Diskursen, die er aufnimmt. Der Tote war ein so genannter Opfer-Anwalt, weil seine älteste Tochter selbst Opfer eines Kapitalverbrechens wurde und – wie ausgerechnet die sexy Staatsanwältin Emilia Alvarez (Caroline Vera), die, nebenbei, unseriöseste von allen Stuttgarter Figuren – bemerkt, er der Auffassung, dass "für die Täter in unserem Land mehr getan wird als für die Opfer". Darin mag, mit Blick etwa auf die Aufarbeitung von Nazi-Verbrechen, ein wahrer Kern stecken, aber so kurzgeschlossen mit dem so genannten Volksempfinden in Bezug auf Sexualstraftäter kommt der Satz ein wenig dumpf daher: Es kann ja jeder Anwalt für sich selbst entscheiden, wen er verteidigt und wen nicht, aber man darf es doch als zivilisatorische Errungenschaft begreifen, dass selbst der böseste Verdächtige nicht umgehend gesteinigt wird, sondern das Recht auf einen Verteidiger hat. Außerdem: Womit, wenn nicht mit dem Rechtsstaat sollten wir sonst gegenüber China et al. angeben?

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Das Plädoyer des Arztes gegen seine Arzneimittelbudget hätte bei einem sympathischeren Vertreter der Zunft womöglich auch für mehr Sprengkraft gesorgt, denn zynisch ist  nicht der Arzt, der beklagt, dass er nicht verschreiben kann, was er für richtig hält, sondern die Staatsanwältin (sic!), die sich empört, dass ihm ein toter Rentner lieber sei, als einer, der seine Budgetzwänge belaste. That's, dear Staatsanwältin, ist das System, we live in.

Der Krimi dazwischen, um es mit einem beliebten Wort der nicht sonderlich engagierten Kritik zu sagen: solide, fast klassisch. Jeder in der Familie hat ein Motiv, und am Ende sind sie alle versammelt zur Aufstellung wie früher beim heißgeliebten Kommissar. Mit der Pointe, dass es keiner war, sondern Mama und Papa selbst, die in Selbstbestimmung den letzten Weg meistern wollten und sich und ihren Kindern das Schicksal ersparen wollten, dass der röchelnde Rentner im Krankenbett den Kommissaren Lannert (Richy Müller) und Bootz (Felix Klare) zwischendurch vor Augen führt: Keiner hat Zeit aus der Familie, und so freut sich der alte Mann über jeden, der an sein Bett tritt. Lannert, der diesmal sehr einfühlsame einsame Wolf, qualifiziert sich übrigens fortwährend für den Sohn, den Mama Schubert wohl am liebsten gehabt hätte, was, wir wissen es seit der ersten Folge, mit seiner privaten Geschichte zusammenhängt (Tod der Familie).

Überhaupt gibt sich Eoin Moores Tatort, in dem zuerst das permanent sentimentale Musikgezupfe und die Lichtdramaturgie im Hause des Toten nerven, geschichtsbewusst; an den Schuss auf Bootz in einer vorangegangenen Folge erinnert er ebenfalls.

Das Ende, an dem Mama Schubert (Bibiana Zeller) es zum zweiten Mal nicht schafft, sich umzubringen, weil die Polizei zu schnell checkt, was geht, hat fast etwas Komisches. Offen bleibt die Frage, und das ist fast ein wenig ironisch, ob sie nun wegen Beihilfe zum Mord angeklagt wird. Darüber hüllt sich der Tatort in Schweigen, in dem sich Lannert eine Blume von einem Grab klaut (Störung der Totenruhe?), damit das Essen mit seiner Nachbarin, die sich ihres lausigen Lovers wieder entledigt hat, Lannerts romantischen Ansprüchen genügt.

BLEIBT AUCH OFFEN: Wieso hat das alte Auto in Schuberts Garage, dessen Typ aus Schleichwerbungsgründen verschwiegen wird, kein H-Kennzeichen?
EINE LEBENSWEISHEIT, DIE MAN IMMER MAL GEBRAUCHEN KANN: "Drei Dinge überleben den Tod: Mut, Erinnerung und Liebe" (Anne Morrow Lindbergh)

 
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Kommentare
THX1138 schrieb am 27.12.2009 um 22:53
Lässt sich ein Krimi wirklich so voll packen mit intellektuellen Motiven- oder soll er einfach nur unterhalten? In erster Linie soll er wohl unterhalten- und erst dann...

...ja was denn eigentlich?
Deaktivierter Nutzer schrieb am 27.12.2009 um 23:03
Am schönsten war der Volvo. In gülden. Zum 750sten!
Matthias Dell schrieb am 28.12.2009 um 08:17
@thx1138
natürlich soll der krimi unterhalten. das aber nach bestmöglichen wissen und gewissen
Matthias Dell schrieb am 28.12.2009 um 08:18
@rainer kühn
war das wirklich ein volvo?
THX1138 schrieb am 28.12.2009 um 11:53
Ja, Rainer: In gülden wie's im Buche steht. Da gab's zu dieser Zeit welche, die haben auch auf gülden gemacht- mit Blattgold, dass von zahlreichen Schichten Klarlack überzogen war... richtige Künstler waren das.

Gott, sah das geil aus!

@Matthias Dell: Ja, das war ein Volvo P1800 ES, Baujahr irgendwo zwischen 71' und 73'.

Und ja, auch ich fand diesen Tatort gut- wenn nicht sogar ergreifend. Auf jeden Fall kamen ganz zum Schluss auch mir Tränlein.

Im ernst.
Yasli Esek schrieb am 27.12.2009 um 23:57
Für mich ein super Tatort ohne "banale Morde" und "banale Motive" wie Habgier, Erbschleicherei, Eifersucht usw.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 28.12.2009 um 00:05
Ich stimme zu.
weinsztein schrieb am 28.12.2009 um 01:14
Mir hat dieser Tatort sehr gut gefallen, ich fand ihn auch spannend. Und dass die meisten Tatorte "die so genannten öffentlichen Debatten ins Wohnzimmer der schweigenden Mehrheit" transportiert, macht doch deren Qualität aus. Und dieser Transport scheint mir diesmal besonders gut gelungen zu sein.

Ob der Rezensent diesmal schlechte Laune hatte? Was stört Matthias Dell an der Musikdramaturgie, an der Lichtsetzung im Haus des Toten? Was ihn da nervte, hätte ich gern genauer beschrieben gelesen.

Ende nächsten Jahres, am 29.11., wird der Tatort 40 (Achtung, Redaktion - eine Würdigung rechtzeitig in Auftrag geben!).
Was lässt ihn so lange leben? Vielleicht, dass er weit über die klassischen Zutaten für verfilmte Krimis hinaus geht (1 x gekillt, 2 x gefickt, 1 Verfolgungsfahrt)? Und dass er öffentliche Debatten ins Wohnzimmer holt? Evtl. auch, dass die Grundstimmung der meisten Tatorte irgendwie links ist?

Matthias Dell, danke, interessante Wahrnehmungen.

Herzliche Grüße
weinsztein
Matthias Dell schrieb am 28.12.2009 um 08:15
lieber weinsztein,
was an der musik nervt: dass sie überall drunterliegt. man könnte von filmen ja erwarten, dass sie vor allem durch bilder erzählen und sich ihre gefühle nicht bei der musik besorgen. von fernsehfilmen aber vielleicht auch nicht. was am licht nervt: dass das im haus der witwe immerfort so endzeitlich strahlt. das ist ein wenig fett, aber im fernsehfilm (siehe oben) wohl auch nichts ungewöhnliches. dass man aber vielleicht auch ohne so eine plumpe hospizilluminierung geglaubt hätte, dass die witwe mit den letzten dingen befasst ist, wollte ich nicht unerwähnt lassen.
die 40-jahr-feiern werden vorbereitet
Ludwig Hasselberg schrieb am 28.12.2009 um 15:55
Ich würd jetzt mal sagen: einer der besten Tatorte aus dem Jahr 2009, so Top 5 auf jeden Fall. Wie es schon gesagt wurde, solide gemacht, wofür man ja schon dankbar sein muss - das erzählerische Gewebe ließ für mich keine Fäden erkennen. Es waren starke schauspielerische Leistungen dabei, insbesondere die der alten Dame und der Enkelin. Es gab zwei Stellen, an denen ich wirklich lachen musste, und zwar aufrichtig und unwillkürlich, nicht zynisch und gequält. Soweit ich mich erinnern kann, ist mir das bisher noch bei keinem Tatort passiert. Und wie man liest, war sogar für die KFZ-Checker auch was dabei - wunderbar.
chrislow schrieb am 28.12.2009 um 19:23
Hm, ... ich habe ihn nicht gesehen. Mein verhältnis zum Fernsehen ist so verzwickt, dass ich ewig davorsitze und doch nicht richtig hinschaue - geschweige denn ein Programm planen würde...?!
Jedesmal wenn ich hier den Bericht über den Aktuellen tatort lese, habe ich das verdammte Gefühl etwas verpasst zu haben. Bei diesem hier ganz besonders. Warum? ... das sage ich euch nicht!

Werden die nicht irgendwann mal wiederholt? Bei den Regionalen vielleicht? Mir war so - aber wo und wann war das denn?

grußßßßß
Matthias Dell schrieb am 29.12.2009 um 10:08
keine sorge, chrislow, die werden dauernd wiederholt, jeden tag auf irgendeinem dritten und freitag abend sogar in der ard, und weil nur die filme der letzten fünf jahre wiederholt werden, dürfte es mitte nächsten jahres soweit sein, spätestens.
Matthias Dell schrieb am 29.12.2009 um 10:51
Blinkfeuer schrieb am 28.12.2009 um 20:51
Apropos: ".. voll packen mit intellektuellen Motiven..". Zu »Mensch ärgere Dich nicht« mit der Schwiegermutter das "Lied vom Tod" zu hören, das sollte Maßstäbe setzen...
Friedland schrieb am 28.12.2009 um 22:13
Dank Mediathek wird nun nachträglich geschaut...

Nach 30 Minuten:

- Schauspieler, die ihre Sätze aufsagen statt aussprechen.

- Die Musik nervt echt, GEMA-freies Gedudel, irgendwie.

- Die Entdeckung der Langsamkeit, dem Thema angepasst.
Friedland schrieb am 28.12.2009 um 22:23
Nach 50 Minuten:

- Inka Friedrich (als Tochter Eva) wird immer besser.

- Seit es 16:9 gibt, passt auch die Nase von Richy Müller endlich ins Bild.

- Herrliche Mensch-Ärgere-Dich-Nicht-Szene zwischen Schiwegermutter und Kommissar Bootz.
Magda schrieb am 28.12.2009 um 22:37
"Seit es 16:9 gibt, passt auch die Nase von Richy Müller endlich ins Bild."

Herrlich
Friedland schrieb am 28.12.2009 um 22:40
Nach 70 Minuten:

- Teils sehr gute Kamerabewegungen und Überblendungen/Schnitte.

- Poirot lässt grüßen: alle Verdächtigen in einem Raum.
Friedland schrieb am 28.12.2009 um 22:59
Nach 85 Minuten:

- Das war der Jubiläums-Tatort (die Nummer ist ja eigentlich egal): Kann, muss aber nicht gesehen werden.

- Viele Themen wurden angerissen, alles zusammengemengt, fast zu viel des Guten.

- Es war eigentlich kein echter Tatort, sondern eher ein Fernsehfilm.
Michael Angele schrieb am 29.12.2009 um 12:53
Bitte keine "Themen-Tatorte" mehr. Völlig unglaubwürdig: Der vermögende Willy Schubert soll Kassenpatient gewesen sein?
Matthias Dell schrieb am 29.12.2009 um 12:56
eine sehr gute beobachtung. übersieht man vielleicht deshalb leicht, weil willy schubert in diesem wartezimmer-zusammenhanhg eben nicht als wohlhabend pensionierter anwalt erscheint, sondern als problem-senior, der immer noch lebt.
mahung schrieb am 29.12.2009 um 14:09
"Bitte keine "Themen-Tatorte" mehr. Völlig unglaubwürdig: Der vermögende Willy Schubert soll Kassenpatient gewesen sein?"

danke herr angele. dachte schon ich wäre der einzige dem aufgefallen ist, dass zweiklassenmedizin deshalb so heißt, weil es eine klasse gibt, welche im notfall die nötigen medikamente und/oder maßnahmen aus der eigenen tasche bezahlen könnte und eben "normale" kassenpatienten. insofern war dieser plot doch sehr unglaubwürdig, wurde die glaubwürdigkeit der dramaturgie geopfert ...

... meinen sie das mit "themen-tatort", herr angele?
Michael Angele schrieb am 29.12.2009 um 15:04
Lieber Mahung, ich meine damit, dass die Themen "Gesundheitsreform", "Sterbehilfe" "Altern der Gesellschaft" et all den Plot diktiert haben - und leider nicht umgekehrt. Man beobachtet einfach bei manchen Tatort-Folgen, dass jemand sich doch sehr bemüht hat, ein Sachthema zu einem Krimi zu machen. Warum nicht gleich die Spiegel-Bestsellerliste Sachbuch rauf und runter deklinieren?

Ein Tatort sollte meines Erachtens nicht von einem Thema ausgehen, sondern von einem Milieu, das sich idealerweise an einem konkreten Ort, in der Regel: einer bestimmten Stadt niederschlägt. Die besten Tatorte waren und sind doch deutsche Städteerzählungen Die Themen kommen dann ganz von selbst.
mahung schrieb am 29.12.2009 um 16:04
danke für die antwort.

ich wünsche ihnen einen guten rutsch ins neue jahr. (sagt man das eigentlich auch in der schweiz so?)
Michael Angele schrieb am 29.12.2009 um 17:03
gleichfalls!

sagt man schon so, ja
THX1138 schrieb am 29.12.2009 um 21:13
"Warum nicht gleich die Spiegel-Bestsellerliste Sachbuch rauf und runter deklinieren?"

Die Kunst- so denn Fernsehkrimis überhaupt dazu gezählt werden können (Trivialkunst oder Gesellschaftskrtik for the masses?)- ist doch frei oder nicht? Wenn sich ein Drehbuchautor zur Abwechslung einmal dafür entscheidet, facts and figures miteinander zu vermischen um daraus einen Plot mit einer politischen Aussage zu destillieren- was spricht denn aus rein stilistischer Warte dagegen? Dass der gemeine Bürger im 21. Jahrhundert mittlerweile auf Informationen in historisch wohl einmaligem Umfange zurückgreifen kann, schlägt sich meiner Ansicht nach ohnehin noch viel zu wenig im Kulturbereich nieder. Statt dessen erzählerische Konventionen wie im ausklingenden 19. Jahrhundert.

Eine löbliche Ausnahme wäre da zu nennen: Das Buch Bitterfotze von Maria Sveland. Statistische Erkenntnisse fliessen da ganz gezielt als stilistisches Element in die Handlung ein- und zwar mit der grössten Selbstverständlichkeit. Ich denke, ein Quervergleich zur Literatur ist zur Illustrierung meines Standpunktes ausnahmsweise erlaubt. Ach ja, fast vergessen: Michael Moore's Infotainment-Movies, ein Mix aus politischen Fakten und eigentlicher Unterhaltung wäre in diesem Zusammenhang auch noch erwähnenswert- auch wenn es sich hierbei um ein ganz anders Genre handelt.

Im Informationszeitalter darf die Kunst auch neue Wege gehen.

Doch im mag falsch liegen.
thomaskarl schrieb am 29.12.2009 um 13:47
Hallo?
Gibt es hier niemand, der/die sich über das Ende des Film wenigstens wunderte? Wir haben zu Viert den Tatort gesehen und fanden alle, dass der Schluss auf geradezu obszöne Weise mit dem Thema Altern umgeht. Zynisch gesagt sah das Ende aus wie von einem Euthanasie-Werbeclip abgeklammert: Glückliche Renter räumen sich selbst per Schlafmittel aus dem Weg, man will ja der Familie nicht zu Last fallen. Widerlich, diese Inszenierung der heulenden Familie vorm Videogerät.
Und? Hat niemand so geshen?
Leute, wo ist euer Urteilsvermögen abgeblieben?
Michael Angele schrieb am 29.12.2009 um 15:05
Euthanasie-Werbeclip ist schön gesagt ...
kinkelstein schrieb am 29.12.2009 um 15:39
Dafür wurde sich bewusst fürs behinderte Kind entschieden...
goch schrieb am 30.12.2009 um 19:00
Ja , das Ende war kritisch. Lässt sich sicherlich auch so interpretieren. Gerade in Zeiten durchökonomisierter Gesundheitspolitik.
obskuro schrieb am 31.12.2009 um 20:55
"Thema diesmal: Gesundheit, Pflege, Zweiklassenmedizin, Obduktion, Generationenvertrag"
Ich habe in der Aufzählung der Themen sofort Euthanasie vermisst, aber es war auch wirklich richtig viel auf einmal diesmal.

Das Video der beiden Alten und dessen Betrachtung fand ich auch sehr krude konstruiert. Familienidyll aus und mit dem Jenseits. Und wieso dann noch die Oma retten, obwohl doch eigentlich alle dem Opa Recht geben(?)?
goch schrieb am 30.12.2009 um 15:25
Ich fand den Tatort auch etwas sehr vollgepackt mit Themen, aber ich finde es sehr richtig und wichtig, dass die Tatort-Krimis in Deutschland gesellschaftliche Themen diskutieren und den Zuschauer einladen mitzudenken.
Gerade im Vergleich zu amerikanischen Serienkrimis, wo es zwar häufig menschelt, aber die Täter sehr häufig nach schwarz-weiß-Schema gezeichnet werden und gelegentlich Selbstjustiz klammheimlich befürwortet wird, ist der Tatort herausragend.


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