Empfehlung der Woche

Wasser – das bedrohte Element

Wasser – das bedrohte Element

Mojib Latif

Klappenbroschur

240 Seiten

22€

Zur Empfehlung
THEATER DER WELT Chemnitz 2026

THEATER DER WELT Chemnitz 2026

Theaterfestival

Festivalzentrum: Spinnbaugarten

Vom 18. Juni bis 5. Juli 2026!

Zur Empfehlung
Sechswochenamt

Sechswochenamt

Jacqueline Jansen

Drama

Deutschland 2025

98 Minuten

Ab 18. Juni 2026 im Kino!

Zur Empfehlung
„… dieser Feind steht rechts!“ Der Kampf gegen den Nationalsozialismus vor 1933

„… dieser Feind steht rechts!“ Der Kampf gegen den Nationalsozialismus vor 1933

Stiftung Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Stauffenbergstr. 13-14 | 10785 Berlin

Bis zum 23. August 2026!

Zur Empfehlung

Politik : Revolution auf Raten

Die vorgezogenen Präsidentschafts- und Parlamentswahlen haben Evo Morales bis 2015 mit einer komfortablen Mehrheit versorgt. Er kann seine sozialen Reformen fortsetzen

Zum Kommentar-Bereich

Dieser Artikel ist für Sie kostenlos. Unabhängiger und kritischer Journalismus braucht aber Unterstützung. Wir freuen uns daher, wenn Sie den Freitag abonnieren und dabei mithelfen, eine vielfältige Medienlandschaft zu erhalten. Dafür bedanken wir uns schon jetzt bei Ihnen!

Share Icon
Jetzt kostenlos testen

Die Kokablätter, aus denen die Porträts von Evo Morales und Che Guevara im Empfangssaal des Palacio Quemado bestehen, sind längst nicht mehr grün. Ihre dunkle Färbung bezeugt auf symbolische Weise vier ereignisreiche Jahre, in denen die weiße Oberschicht Boliviens immer wieder versucht hat, den „schmutzigen Indio“ aus La Paz zu vertreiben. Nun gibt ihm eine überzeugende Wiederwahl frische Kraft – theoretisch kann Morales bis 2015 mit einer sicheren Mehrheit regieren. Seine Bewegung zum Sozialismus (MAS) verfügt künftig in beiden Parlamentskammern über eine Zwei-Drittel-Mehrheit. Wohl noch nie war ein Staatsoberhaupt Boliviens so beliebt, so erfolgreich und so mächtig zugleich.

Was hatte man dem einstigen Lama-Treiber zu Beginn seiner ersten Amtszeit 2006 alles nachgesagt: Inkompetenz und Populismus würden der Andenrepublik eine Kapitalflucht, vielleicht sogar einen Bürgerkrieg, bescheren. Geschehen ist das Gegenteil. Weder vertrieb die Verstaatlichung des Gas-Business die Multis (stattdessen verdreifachten sich Einnahmen des Staates), noch zerbrach die Allianz zwischen einer linken Regierung und den sozialen Bewegungen, weil die Basis in kritischen Momenten stets ihr Mitspracherecht behielt. Selbst von der Weltbank und dem Internationalen Währungsfonds, nicht gerade ein Sympathisant staatlicher Eingriffe in die Wirtschaft, kommt Lob. Bolivien habe in der Weltfinanzkrise dank eines gesundeten Haushalts vier Prozent Wachstum und damit einen Spitzenwert in Südamerika zustande gebracht, zugleich die Armut mit Sozialprogrammen spürbar reduziert.

Mit bewundernswerter Geduld wird der Beweis angetreten, wie eine auf Ungleichheit gründende Gesellschaft gegen den gewalttätigen Widerstand der Oligarchie veränderbar ist – Schritt für Schritt, friedlich und per Stimmzettel. Die neue Magna Charta erklärt Dekolonisierung und Abkehr vom Neoliberalismus zum Staatsziel. Sie verbannt tradierte Privilegien, ohne das Privateigentum zu verteufeln. Eines der großen revolutionären Reformwerke, das Lateinamerika dem „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“ näher bringt, gewinnt seit dem 6. Dezember 2009 weiter an Fahrt.


Themen

sticky banner image

Neue App. Neue Möglichkeiten.

Freitag digital zum Aktionspreis lesen