Vor wenigen Stunden wurde nun auch das letzte Schiff des Gaza-Hilfskonvois von der israelischen Marine aufgebracht – der irische Frachter Rachel Corrie, der wie die anderen Boote der "Soldaritäts-Flottilla" Hilfsgüter in den seit 2006 abgeriegelten Gaza-Streifen bringen wollte. Zunächst war der Kapitän dazu aufgefordert worden, unverzüglich den Hafen Aschdod anzulaufen und seine Fracht dort zu löschen. Als der sich weigerte, kaperten Spezialeinheiten die Rachel Corrie, zu deren Crew auch die irische Friedensnobelpreisträger Mairead Corrigan-Maguire und der ehemalige UN-Koordinator für den Irak, Dennis Halliday, gehören.
Auch nach den erschütternden Geschehnissen vom 31. Mai, als bei der Besetzung des türkischen Schiffes Mavi Maramar neun türkische Gaza-Aktivisten starben, weicht die Regierung Netanyahu keinen Millimeter von ihrer Position, die Gaza-Blockade mit allen Konsequenzen aufrechtzuerhalten.
Eine lokale Fernsehstation berichtete vor einer Woche von einer Gruppe Israelis, die an Verschwörungstheorien glauben. Sei seien davon überzeugt, dass George W. Bush die Zwillingstürme von New York zerstören ließ, um seine niederträchtigen Pläne voran zu bringen. Sie glauben, dass große pharmazeutische Firmen den Schweinegrippe-Virus verbreiten, um ihre Impfstoffe zu verkaufen. Sie denken, dass dem Trinkwasser Fluoride beigegeben werden, um Männer zu sterilisieren.
Ich frage mich, warum sie noch nicht die ruchloseste aller Verschwörungen entdeckt haben: Dass Israel von einer Regierung geführt wird, die ihre Macht dazu benutzt, den jüdischen Staat zu zerstören. Beweise? Nichts leichter als das. Es reicht als Beispiel, wie in den vergangenen Tagen gegen die Free-Gaza-Bewegung vorgegangen wurde.
Wahnsinnige Aktionen, wie sie nur von einer Regierung ausgehen können, die sämtliche rote Linien hinter sich lässt. Ein Beleg dafür, dass unmenschlichem Vorgehen ausgesetzt sein kann, wer menschlich handeln will. Es bleibt lebensgefährlich, einem Volk beistehen zu wollen, das unter den Augen der Weltöffentlichkeit ohne Recht auf staatliche Existenz bleibt.
Nur wer jede Verbindung zur Realität verloren hat, kann so etwas tun: Schiffe, die Hilfssendungen aus aller Welt befördern, in internationalen Gewässer aufzubringen, anzugreifen und deren Passagiere teilweise zu töten.
Der 31. Mai wie auch der 5. Juni sind Tage der Schande für Israel, aber auch Augenblicke großer Besorgnis, weil wir entdecken mussten, welch verantwortungslosen Leuten wir unsere Zukunft anvertraut haben. Es waren Tage, an denen der Name des Landes vor aller Welt beschädigt wurde, weil Israel einen überzeugenden Beweis seiner Aggressivität abgelegt und damit die wenigen noch verbliebenen Freunde entmutigt hat.
Versprechen von Oslo
Wann, wenn nicht jetzt, ist an der Zeit, die Belagerung des Gaza-Streifen zu beenden, die den Bewohnern nur schweres Leid zufügt. Sollten wir uns von diesem Gebiet wirklich getrennt haben, wie das mit dem Abzug von Soldaten und Siedlern im August 2005 zum Ausdruck kam, kann das nicht bedeuten, anschließend jahrelang eine Blockade zu verhängen und Soldaten zu postieren, um auf jeden zu schießen, der versucht, dorthin zu gelangen. Der Staat Israel versprach im Oslo-Abkommen von 1993, den Bau eines Tiefseehafens vor Gaza-Stadt zu ermöglichen und den Palästinensern den freien Zugang zu internationalen Handelsrouten zu sichern. Es wird Zeit, dieser Verpflichtung nachzukommen. Erst wenn ein Gaza-Hafen von jedem Schiff genauso angelaufen werden kann wie die Quais von Haifa und Aschdod, wird sich Israel tatsächlich vom Gaza-Streifen getrennt haben. Bis dahin wird die Welt weiterhin und zu Recht Gaza als einen Ort der Besatzung ansehen und den Staat Israel für das Schicksal der dort lebenden Menschen verantwortlich machen.
Wieder heimisch fühlen
Um aber auf die Verschwörungstheoretiker zurückzukommen – welcher Feind Israels könnte ausgerechnet Avigdor Lieberman zum Außenminister ernannt haben? Es ist die Mission eines solchen Ressorts, Freundschaften zu stiften und die Welt davon zu überzeugen, dass Israel ein friedensfähiger Staat ist. Lieberman arbeitet hart und geschickt daran, dass Israel ausnahmslos von allen gehasst wird. Oder der Innenminister Eli Jischai – er arbeitet von morgens bis abends, um die Verteidiger der Menschenrechte zu schockieren und den schlimmsten Feinden Israels Munition zu liefern. Er verhindert, dass Frauen zu ihren arabischen Männern nach Israel kommen können. Er deportiert Kinder von Gastarbeitern, die diesen Staat mit aufgebaut haben.
Ich habe eine Theorie, die vieles von dem, was israelische Regierungen in den vergangenen Jahrzehnten getan und bewirkt haben, erklären mag. Jahrhunderte lang wurden Juden im christlichen Europa verfolgt. Antisemitismus machte ihr Leben zur Hölle. Sie wurden Opfer von Pogromen und Massenvertreibungen, sie waren in Ghettos eingesperrt, durch Edikte und Gesetze diskriminiert. Im Laufe der Zeit entwickelten sie geistige und praktische Verteidigungsmechanismen, Methoden zum Überleben und Wege der Flucht.
Seit dem Holocaust hat sich die Lage radikal verändert. In den USA lebt die jüdische Community oft wie in einem Paradies. Seit der Staat Israel entstand, zog er weltweite Bewunderung und Sympathie auf sich. Das war wunderbar, aber unter der Oberfläche des nationalen Bewusstseins – wenn man verallgemeinern darf – stellte sich ein Gefühl der Beklommenheit ein. Der altbewährte Verteidigungsmechanismus, der den Juden ein Gefühl der Orientierung und Bereitschaft für lauernde Gefahren gab, brach zusammen. Sie fühlten, dass die wohl bekannten Wegzeichen keine Gültigkeit mehr besaßen. Wenn die Nicht-Juden die Juden lobten und sich mit ihnen sogar verbündeten, dann schien das verdächtig. Die Dinge zeigten sich nicht mehr so, wie wir das gewöhnt waren. Seitdem arbeiten wir fieberhaft daran, die einstige Situation zurückzuholen. Ohne dass es uns bewusst wird, tun wir alles, um uns auf dem bekannten Grund und Boden wieder heimisch zu fühlen.
Wenn es eine Verschwörung gibt, dann ist es eine Verschwörung von uns selbst gegen uns selbst. Wir werden nicht ruhen, bis die Welt wieder antisemitisch ist. Dann wissen wir, wie wir uns verhalten müssen. So wie das fröhliche Lied geht: „Die ganze Welt ist gegen uns, aber zum Teufel …“
Uri Avnery war jahrzehntelang Knesset-Abgeordneter und ist Begründer der Friedensorganisation Gush Shalom
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Sehr geehrter Herr Avnery,
ich kann ihre Verzweiflung sehr gut nachempfinden. Die Politik der derzeitigen israelischen Regierung ist so ziemlich das Übelste für Israel, was man sich denken kann. Ich habe etliche Bekannte, die der festen Überzeugung sind, dass Israel von Aliens regiert wird, wie auch Nordkorea. Aufschrei: "wie kann man uns mit denen in einen Topf werfen"! Man kann und man tuts, Herr Avnery. Verdammt noch mal, warum wählt das israelische Volk nicht eine andere Mehrheit und Regierung? Im Gegensatz zum Nordkoreanischen Volk hat es dazu die Gelegenheit. |
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schrieb am
03.06.2010 um 10:53
Genau diese Frage bleibt immer - verdächtigerweise - unbeantwortet. Warum wählen die Israelis so?
Offensichtlich in diese Vorgehensweise, diese Politik Konsens in der israelischen Gesellschaft, also wenigstens im überwiegenden Teil. Nur wenn dem so ist, dann hilft es wenig nur die jeweilige Regierung zu kritisieren, sondern muss an der grundsätzlichen Ausrichtung israelischer Politik ansetzen. Das heißt allerdings auch, Abstand zu nehmen von der politisch korrekten, aber nicht stimmigen Differenzierung, zwischen der Regierung, der Administration und dem israelischen Volk. Hier rächt sich die Durchmilitarisierung einer Gesellschaft und deren Folge, ein fokussieren auf tatsächliche, aber auch - was viel verwerflicher ist - "eingebildete" Gefahren. Wer den Frieden nicht wagen, "ausprobieren" will, wird ihn nicht erleben, genießen dürfen. So einfach ist das. Welch perverses Denken steckt eigentlich hinter solch Parolen, dass Frieden für Israel wesentlich gefährlicher sei als Krieg. |
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schrieb am
04.06.2010 um 12:04
"Warum wählen die Israelis so?"
Warum haben die Deutschen 1933 so gewählt, wie sie gewählt haben?! Die Nazis haben doch keinen Hehl daraus gemacht, was sie vorhatten! "Welch perverses Denken steckt eigentlich hinter solch Parolen, dass Frieden für Israel wesentlich gefährlicher sei als Krieg." Das ist kein perverses Denken, sondern eine realistische Einschätzung. Im Frieden mit seinen Nachbarn ließe sich der "American Way of Life" für die kleine jüdische Minderheit in der Region nicht aufrechterhalten. Zum Beispiel mit Wasser, das aus den besetzten Gebieten des Westjordanlandes gestohlen wird. Es müsste dann den Palästinensern bezahlt werden, zu ortsüblichen Preisen! Die Juden müssten sich in vieler Hinsicht ihrem arabischen Umfeld anpassen, für die Masse wohl keine anzustrebende Perspektive! |
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schrieb am
04.06.2010 um 12:52
In der Tat, wir nähern uns der Wahrheit. Wenn auch bitteren Wahrheit. :-(
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Die Deutschen haben 1933 nicht gewählt. Deswegen spricht man ja auch von der "Machtergreifung" - übrigens unter tätiger Mithilfe der politischen Vorfahren von Koch, Merz & Co.
Die Deutschen haben 1930 der NSDAP 18,6% der Stimmen gegeben, der Rest war national-konservative Intrige. Da sind die Mehrheitsverhältnisse in Israel eindeutiger. |
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schrieb am
06.06.2010 um 19:42
Bitte bewerten Sie die Rolle der glorreichen deutschen Bevölkerung nicht zu niedrig. Bei den letzten 3 freien Wahlen vor der Machtübernahme des AH waren die Leute recht freigiebig mit ihren Stimmchen für die Hetzer. Juli 1932 : 37%; Nov. 1932: 33 %; Januar 1933: 43,9%. Dass die National-Konservativen und die Industrie kräftig antikommunistisch und pro-nazistisch wahlsponserten und argumentierten, entbindet unsere lieben (Ur-)Großeltern aber nicht von der Verantwortung ihrer Kreuzchensetzung damals. - Und außerdem ist Ihre 1:1-Übersetzung von Israel=NSDAP-Deutschland ekelhaft und obendrein unproduktiv für die Diskussion.
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berichterstattung der bild; es kommt einem vor, als hätten die aktivisten einen angriff auf den israelischen staat geplant - mit küchenmesser, schraubenzieher + wetzstahl (stilett) - das rechtfertigt natürlich die toten (egal, wie viele es letztlich waren)
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schrieb am
03.06.2010 um 03:40
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@Uri Avnery
Ich frage mich, warum sie noch nicht die ruchloseste aller Verschwörungen entdeckt haben: Dass Israel von einer Regierung geführt wird, die ihre Macht dazu benutzt, den jüdischen Staat zu zerstören. Das ist der Punkt, in der Tat. Israel, dieses Ergebnis des europäischen Antisemitismus, ist von der Staatsgründung an umgeben von Feinden, die nichts lieber täten, als dieses Land wieder von der Karte zu radieren. Israel kann nicht auf ewige Zeiten im Belagerungszustand, letztlich also im Krieg leben. Und Israel kann sich seine arabischen Nachbarn nicht wegwünschen. Die einzige auf Dauer tragende Sicherheitspolitik bestünde darin, sich mit den Arabern zu arrangieren. Es glaube keiner, daß den Arabern der derzeitige Zustand Spaß macht. Arrangieren kann ich mich aber nur dann verläßlich, wenn der andere in leidlichem Wohlstand und in Würde leben kann. Satte und zufriedene Menschen ziehen nicht in den Krieg. Eigentlich müßte Israel ein vitales Interesse daran haben, nicht nur die im eigenen Land lebenden Araber zu zufriedenen Menschen zu machen, sondern auch, die in den Nachbarländern lebenden Palästinenser aus ihren Flüchtlingslagern zu holen. Ich weiß, daß der Vergleich hinkt, aber man stelle sich nur mal ganz kurz vor, was in Deutschland los wäre, wenn der Großteil der seinerzeit ins verbliebene Deutschland gekommenen Heimatvertriebenen immer noch in den provisorischen Flüchtlingslagern leben würden... Eine auf die eigene Sicherheit bedachte israelische Regierung müßte eigentlich den Gaza-Streifen mit Aufbauprogrammen zudeckeln, mit Aufbauprogrammen, die auch nicht teurer wären als die Ausgaben für die militärischen Einsätze und Vergeltungsschläge. Es ist klar, daß Israel seinen Nachbarn nicht traut, daß man Angst hat, eines Tages auch bei relativ guten Beziehungen zu den Nachbarn überrollt zu werden. Aber ein Arrangement ist die einzige Chance, die Israel hat. Was man jetzt macht ist, aus Angst vor dem Tode den eigenen Selbstmord vorzubereiten. Daß es - immer schon - Leute wie Uri Avnery in Israel gibt, läßt hoffen, allerdings sind diese Leute immer noch eine Art Spinner am Rande. Daß man als Israeli und Jude mit Arabern leben kann lehrt Amira Hass, die seit 1997 in Ramallah als Journalistin lebt und arbeitet. Wahrscheinlich haben ihre Freunde ihr seinerzeit dringend abgeraten, dorthin zu gehen, aber sie lebt immer noch. Ciao Wolfram |
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nur, was die "aggressivität israels" historisch immer mit erklärt, kann sinnvoll aktuelle politik kritisieren. der isolierte blick dagegen hat von vornherein tendenz, falsche.
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@netzberg
nur, was die "aggressivität israels" historisch immer mit erklärt, kann sinnvoll aktuelle politik kritisieren. der isolierte blick dagegen hat von vornherein tendenz, falsche. Was für 1 Glück, daß ich nicht drauf vergessen habe. Ciao Wolfram |
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stimmt. sollte auch keine 'falsche tendenz' drin sein.
ich denke übrigens auch, daß israel an einer friedlichen umgebung in eigenem interesse interesse haben sollte. eben in humanem interesse, das ohne nachbarschaft nicht zu haben ist. |
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Sehe ich auch so. Hab ich auch wo gesagt, aber hier schließe ich mich gern an.
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@Frank Linnhoff
"Ich habe etliche Bekannte, die der festen Überzeugung sind, dass Israel von Aliens regiert wird, wie auch Nordkorea. Aufschrei: "wie kann man uns mit denen in einen Topf werfen"! Man kann und man tuts, Herr Avnery." In Bezug auf Israel hört man ja stets die abenteuerlichsten Vergleiche. Ihr Vergleich Israels mit Nordkorea gehört zwar nicht in die schlimmste aller Kategorien nämlich die Relativierung des NS, jedoch ist er ziemlich bizarr, also wäre es vielleicht ganz hilfreich wenn sie ihre Polemik doch etwas inhaltlich fundieren würden, damit auch ich verstehe worauf sie mit diesem Vergleich hinaus wollen. Vielen Dank. @SchmidtH. Von welchem Frieden sprechen sie eigentlich? Soll Israel Frieden mit Organisationen schließen, die es sich zum Ziel gesetzt haben den Staat Israel auszulöschen? Also von welcher Art Frieden sprechen sie eigentlich oder meinen sie womöglich eher, dass Israel aufhören soll sich zu wehren, damit dieser Konflikt ein Ende hat nach dem Motto "lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende"? @Wolfram Heinrich Sie sprechen davon, dass Israels einzige Chance diesen Konflikt beizulegen ein Arrangement sei, in dem Israel den Palästinensern einfach Glück und Wohlstand beschert, um so ihren Geist mit sozialen Wohltaten zu vernebeln, sie sozialpolitisch zu bestechen. Klingt irgendwie naiv, meinen sie nicht? So ein Arrangement wäre denkbar und logisch wenn es zu einem tatsächlichen Friedensschluss käme, allerdings grenzt es doch an Realitätsverlust wenn man Israel einseitig eine Bringschuld auferlegen würde, als ob der Antisemitismus der Palästinenser aus der Welt geschaffen sei, wenn Israel nur dazu bereit wäre nachzugeben und Schwäche zu zeigen. Diese monokausale Sicht ist ja leider weit verbreitet. Abschließend nur kurz ein Satz zu den Flüchtlingslagern. Auch wenn ich die Situation der Palästinenser nicht schön reden will, so muss ich jedoch darauf hinweisen, dass die Flüchtlingslager der Palästinenser nicht unserem Alltagsverständnis von Flüchtlingslagern entsprechen. In der Regel sind das befestigte Siedlungen, die dank der Multimillionen-Dollar-NGO Industrie von UNRWA auch noch viele viele Jahre existieren werden. |
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"dass Israels einzige Chance diesen Konflikt beizulegen ein Arrangement sei, in dem Israel den Palästinensern einfach Glück und Wohlstand beschert, um so ihren Geist mit sozialen Wohltaten zu vernebeln, sie sozialpolitisch zu bestechen. Klingt irgendwie naiv, meinen sie nicht? So ein Arrangement wäre denkbar und logisch wenn es zu einem tatsächlichen Friedensschluss käme, allerdings grenzt es doch an Realitätsverlust wenn man Israel einseitig eine Bringschuld auferlegen würde, als ob der Antisemitismus der Palästinenser aus der Welt geschaffen sei, wenn Israel nur dazu bereit wäre nachzugeben und Schwäche zu zeigen."
Es geht zunächst einmal um ganz handfesten Interessenausgleich, der in der Vergangenheit nicht gelungen ist. Der "Antisemitismus der Palästinenser" ist hausgemacht, denn es ist doch klar, dass die Balance nicht stimmt. Letztes Endes ist eben die Frage, ob die Israelis mit diesem Konflikt leben wollen oder nicht. Sie haben es selbst in der Hand, die müssen mit ihren Nachbarn leben. Man kann es auch einfacher machen, es gibt Personen die Gräben überwinden und Personen, die Gräben schliessen. Die Positionen der EU zum Israelkonflikt sind immer recht ausgewogen, das kann man vielleicht als Orientierungsmarke nehmen. Ich fände es gefährlich, falsche Solidarität mit hässlicher rechter Politik der israelischen Regierung zu üben. |
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schrieb am
04.06.2010 um 10:31
Will mir eine Antwort ersparen, aber lassen Sie mich David Grossman zitieren.
In einem Beitrag in der "faz" formuliert er so: "Die Wahnsinnsaktion zeigt vor allem anderen, wie tief Israel gesunken ist. Dem braucht nichts hinzugefügt zu werden. Wer Augen zum Sehen hat, sieht es, jeder versteht und erspürt es. Schon erheben sich Stimmen, die die (natürlichen und berechtigten) Schuldgefühle vieler Israelis flugs in eine lautstarke Anklage gegen die ganze Welt verwandeln wollen. Die Scham aber werden wir nicht so einfach abstreifen können." Natan Sznaider bringt es so auf den Punkt: "Bedeutet Souveränität nicht auch Gelassenheit, ein Gefühl der Stärke, dass man in sich ruht und weiß, wie man souverän mit Macht umgeht? Warum ist Israel so schwach geworden, dass es sogar seine engsten Verbündeten ins Abseits der Scham drängt? Israels Intellektuelle verurteilen, schreiben kluge Worte über die Ohnmacht der Macht und die Macht der Moral. Doch damit lassen sie Bürger und Politiker allein in der Frage, wie man mit konkreter und eingebildeter Bedrohung umgeht." "Die Wagenburg wird täglich enger. Man will keine Stimmen von außen und von innen mehr hören. Das Land wird immer autistischer und hört nur noch sich selbst zu." Bringe es kurz auf diesen Satz: "Da geht eigentlich noch etwas, wenn man nur wollte!" Medizinisch betrachtet, wäre eine Verhaltenstherapie dringend angesagt. Allerdings ohne große Aussicht auf Erfolg. |
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@lena
Sie sprechen davon, dass Israels einzige Chance diesen Konflikt beizulegen ein Arrangement sei, in dem Israel den Palästinensern einfach Glück und Wohlstand beschert, um so ihren Geist mit sozialen Wohltaten zu vernebeln, sie sozialpolitisch zu bestechen. Klingt irgendwie naiv, meinen sie nicht? In der Tat, voll naiv. Das Problem ist bloß, daß ich dergleichen nicht geschrieben habe. Es geht doch nicht darum, den Palästinensern Sozialhilfe zu zahlen und ihnen regelmäßig Essenspakete vorbeizubringen, sondern ihre wirtschaftliche Entwicklung zu fördern und sie als vollwertige Bürger zu akzeptieren. ...allerdings grenzt es doch an Realitätsverlust wenn man Israel einseitig eine Bringschuld auferlegen würde... Das ist keine Bringschuld , sondern ein Handeln im vitalen Interesse der Israelis. Sie können nicht ewig Krieg nach allen Seiten führen. ...als ob der Antisemitismus der Palästinenser aus der Welt geschaffen sei, wenn Israel nur dazu bereit wäre nachzugeben und Schwäche zu zeigen. Der "Antisemitismus" der Araber (ein übrigens sehr merkwürdiges Wort dafür, daß man gegen den jüdischen Staat ist) ist durch den Staat Israel entstanden, er ist also kein jahrhundertelang gewachsenes Phänomen, sondern historisch gesehen sehr neu. Ciao Wolfram |
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schrieb am
06.06.2010 um 23:35
Hallo zusammen, bin neu im blog, da mich die Thematik rund um den Nahostkonflikt innerhalb der letzten ca. 2 Jahre gezwungenermaßen aus persönlichen Gründen besonders beschäftigt. Zu meiner großen Überraschung musste ich lernen, dass man dabei ganz offensichtlich leider nicht am Thema Antisemitismus vorbei kommt, der (wiederrum zu meinem Erstaunen) immer noch(!) -oder wieder? - virulent ist. Insofern stimme ich der Einschätzung von Herrn Avnery nicht zu, dass mit dem Ende des zweiten Weltkriegs das Phänomen Judenhass aus der Welt ist. Interessanterweise nennen sich die modernen Judenhasser jetzt "Antizionisten", "Israel-Kritiker" oder "Israel-Skeptiker", aber der Tenor ist bemerkenswert ähnlich. Man muss hier nur mal die wortakrobatischen und pseudoargumentativen Verrenkungen lesen mit welchen jedwede Aktion / Reaktion von israelischer Seite kommentiert werden. Geben sie doch stets Anlass für massive Fundamentalkritik und allgemeine Negierung und in- Frage-Stellung Israels als solches, wobei dann der Spagat versucht wird, dies auf jeden Fall nicht als grundsätzlichen Judenhass deutlich werden zu lassen.
@lena: Deine Ausführungen stimmen mit meinen Schlussfolgerungen überein. Leider gibt es in diesem wie auch in anderen blogs zu diesem Vorfall (sh.u.a. tagespiegel.de) zu wenige neutrale, sachliche Stimmen, daher mein Entschluss mich zu Wort zu melden. Meine Fragen zur Thematik des Aufbringens des Hilfskonvois: Warum wurde nicht der Versuch unternommen, die Hilfsgüter über Ägypten nach Gaza zu schaffen? bzw. wie hätten die Ägypter wohl darauf reagiert? Warum ist man Seitens der Hilfsschiffe nicht auf das israelische Angebot, die Hilfsgüter im Hafen Aschdod zu löschen und auf dem Landwege nach Gaza zu bringen, eingegangen? Warum greifen unzureichend bewaffnete (aber friedliebende) Zivilisten schwerbewaffnete Soldaten an? Bzw. welches Ergebnis erhoffen sie sich von einem solchen Angriff? Welche (gewaltfreien) Alternativen hätte die israelische Marine gehabt, die Schiffe zu stoppen oder in einen andern Hafen umzuleiten? Warum hat die isr.Marine mit dieser Aktion nicht gewartet, bis der Konvoi EINDEUTIG und unzweifelhaft ins Sperrgebiet eingedrungen ist? Anscheinend gibt es da Unklarheiten... Ist die israelische Intention für diese Blockade nicht etwa die Verhinderung von Waffentransporten nach Gaza? Soweit ich weiß, sind zivile Hilfsgüter (Nahrung, Medizin etc.) von der Blockade ausgenommen...nur muss das natürlich überprüft werden. Mir ist auch die Rolle der Türkei mit ihrer tendenziell islamistisch ausgerichteten Regierung nicht klar. Möchte Erdogan im innertürkischen Machtkampf die Rolle der Militärs schwächen? Zumindestens wurden einige Militärabkommen mit Israel aufgekündigt. Handelt es sich bei dieser Blockade um eine klassische Belagerung mit dem Ziel die Bevölkerung durch Verluste (Aushungern) zu schwächen, mit den üblichen Begleiterscheinungen?(Vergl. Beisp. Leningrad 2.WK, od. Magdeburg i. 30J Krieg) ? Geht es den Menschen im Gazastreifen nach diesem Vorfall besser? Bzw. wer hat einen Vorteil / Nutzen aus diesem Desaster? Gibt es einen permanenten Wirtschaftsboykott aller angrenzenden arabischen Staaten gegen Israel? Also: Wenn das tatsächliche und ausschließliche Ziel dieses Hilfskonvois die Hilfe für die Menschen in Gaza war, haben die Initiatoren erbärmlich versagt, da dieses Ziel nicht erreicht wurde, sondern mindestens fahrlässig -wenn nicht sogar vorsätzlich- durch unbesonnenes Verhalten gegenüber den Israelis- in Gefahr gebracht und zum scheitern gebracht wurde. Allgemeinere Fragen zum Gesamtkonflikt wären: Warum haben die arabischen Staaten (Transjordanien, Libanon, Ägypten, Syrien, Irak) nicht den Teilungsplan der Vereinten Nationen 1948 akzeptiert, sondern stattdessen Israel angegriffen? Anscheinend geht es den Arabern doch (mindestens) um jene Gebiete, welche als Folge dieses angefangenen und verlorenen Krieges dann von Israel besetzt wurden? Was genau ist das Ziel der paramilitärischen / terroristischen Aktionen von HAMAS und Hisbollah ? Sehen diese Organisationen eine reelle Chance Israel militärisch zu schlagen od. entscheident zu schwächen? Warum bezieht sich die Charta der HAMAS -als einen der wesentlichen Grundpfeiler Ihrer Legitimation- auf die sogen. "Protokolle der Weisen von Zion"? Diese sind ja explizit ein Produkt des europäischen Antisemitismus (und eben nicht "hausgemacht"). Wie und warum sind die darin gelandet? Warum sind die arabischen Staaten nicht in der Lage u./o. Willens die Einwohner der Flüchtlingslager in ihre Gesellschaft zu integrieren? Warum sollte diese Leistung -ähnlich der gelungenden Integration der deutschen Flüchtlinge aus den Ostgebieten nach WK2- nicht mit internationaler Hilfe gelingen? Das könnte ein wesentlicher Schritt in Richtung stabilerer Frieden sein. Zumindestens gibt es hier in Deutschland keine 20Jährigen Menschen die Bomben in Polnischen oder Französischen Bussen explodieren lassen weil sie in Ostpreußen, Schlesien oder im Elsaß leben möchten, bzw. wollen, dass auch diese Gebiete -welche verloren gingen aufgrund eines von Deutschland ohne Not angefangenen UND verlorenen Krieges lange vor deren Geburt- mit der Bundesrepublik "wiedervereinigt" werden sollen. Herrn Avnerys Analyse der israelischen Volkspsyche kann ich nur wenig abgewinnen, da ich mich vielzusehr über meine eigenen Landsleute wundere. Aber eine eingehende Untersuchung würde wohl auch bei uns einige tiefgreifende Störungen offenbaren. Zumindestens scheint es doch aber so zu sein, dass vielleicht auch so mancher auf arabischer Seite ohne diesen Konflikt nicht auszukommen scheint? Von den Hilfsorganisationen ganz zu schweigen..... P.S @schwarzbart: Bitte überprüfe Deine Quellen noch einmal bezügl. der sogenannten "Machtergreifung":Wenn ich richtig informiert bin, ist die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiter Partei als die stärkste Kraft aus den Wahlen 1933 hervorgegangen. Sie schloss sich dann mit den Nationalkonservativen / Reaktionären Kräften zusammen um eine absolute Mehrheit zu erlangen. Der Begriff "Machtergreifung" ist die Formulierung / Auslegung der NSDAP weil es aktiver und heroischer klingt, als einfach "nur" gewählt worden zu sein. Die HAMAS ist übrigens auch gewählt worden. Die große Säuberung gegen die Fatah - Leute kam danach auch prompt. @Wolfram Heinrich: Das Massaker von Hebron durch Araber an der dortigen alteingesessenen jüdischen Gemeinde im Jahre 1929 kann unmöglich als Ergebnis des Staates Israel gelten, da dieser m.E. erst ab 1948 existiert. Es deutet vieles auf die seit den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts wirkende Arbeit der Muslimbruderschaft hin, deren Ableger die heutige HAMAS ist. Schlussendlich bin ich mir nicht sicher, ob Herr Avnery sich im klaren darüber ist, dass er mit seiner sinngemäßen Schlussfolgerung, die Israelis sind selbst Schuld, dass sie keiner leiden kann, sich einer Abwandlung des alten antisimitischen Standpunktes bedient, dass die Juden irgendwie selbst am Judenhass schuld sind. Das wird hier ja auch sehr dankbar von einigen aufgegriffen.... Schade eigentlich... Gute Nacht |
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@ Wolfram Heinrich
ein Aspekt wird bisher in dieser debatte völlig vernachlässigt, nämlich der Aspekt der drohenden Insolvenz des Staates Israel im Fall eines Friedens!? siehe dazu meinen Kommentar: Lieber Uri Avnery, Deine Verschwörungstheorie sichert zwar einen beachtlichen Unterhaltunswert, geht aber an der desloaten Finanzlage des Staates Israel und den darauss folgenden militärischen Bestrebungen aus der Not eines Schuldenstaates, evtl. provozierend Gefahrenlagen in der region und anderswo gezielt heraufzubeschören, völlig vorbei. Deshalb meine Frage: Fürchtet die israelische Regierung den Frieden, wie der Teufel das Weihwasser, weil ein Friedensabkommen mit Palästina schlagartig die horrende Überschuldung des israelischen Staates aufdecken und der militärisch- industrielle Komplex in Israel monetär nicht mehr plausibel vermittelbar finanzierbar wäre? Sucht die israelische Regierung deshalb geradezu militärische Konflikte und Gefahrenlagen, um vom drohenden israelischen Staatsbankrott abzulenken? tschüss JP |
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Mit den "Hilfsschiffen" ist das so eine Sache.
Dass die israelische Regierung von rechten Hardlinern regiert wird, das ist in der Tat kein Glücksfall für das Land. Schlimme Sache. |
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aber kommt das von ungefähr oder nicht von ungefähr
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Jedes Volk einer Demokratie ist natürlich für seine Regierung verantwortlich. Und wohlgemerkt, da ist keiner zurückgetreten.
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Kaum kam es zu diesem Vorfall - lief auch schon die Propaganda/ Pressearbeit--Maschinerie von Israel auf Hochtouren. Von der Gegenseite hört man noch nicht viel.
Ich weiss aus Erfahrung, dass man Berichte sehr gut platzieren kann. Um mir eine Meinung zu bilden, warte ich darauf, dass Mankell frei ist und frei reden kann. Im als Persönlichkeit und seinen Äußerungen bringe ich noch am meisten Vertrauen entgegen. |
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Mankell ist frei und sollte gestern in Berlin sein. Gehört habe ich aber noch nichts.
Allerdings, er war auf einem anderen Schiff, nicht auf der "Mavi Marmara". Ja, die israelische Pressemaschinerie lief schon auf Hochtouren, als die Flottille noch auf Hoher See war - und läuft, und läuft und läuft. Nur wenige Presseerzeugnisse, die dagegen anschreiben, werden im deutschen Sprachraum anscheinend wahrgenommen. Der Guardian fällt mir positiv auf, Al-Jazeera natürlich. Es geht weiter - die "Rachel Corrie" ist unterwegs. |
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schrieb am
04.06.2010 um 11:49
Also die "Berliner Abendschau" vom gestrigen Tage, war schon ein starkes Stück:
Mache sich jeder seinen eigenen Reim darauf! Alles wird zu einem Brei verrührt, um dann nur eine Botschaft (eine Wahrheit) zu vermitteln. Während in der heutigen Presse die nachdenklichen, kritischen israelischen Intellektuellen zu Wort kommen. Zimmermann, Oz, Sznaider, Primor, Grossman Warum das so ist, stimmt einen schon mehr als nachdenklich. |
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@SchmidtH.
Danke für den Link, und auch wieder nicht, denn das, was der RBB hier abliefert, ist wirklich armselig. Das Wort "Brei" beschreibt diesen Beitrag recht treffend. :-( Ich bin echt erschüttert über diese fernsehjournalistische Fehlleistung. Es geht schon mit der wirklich miesen Anmoderation los, die von Anfang an keinen Zweifel aufkommen lässt, welche politische Agenda in vielen deutschen Medien in die Blöcke diktiert wird. Ohne sich mit den Gründen für die Entwicklung dieses Hilfsprojektes, mit der Motivation der Konvoiteilnehmer tiefer auseinandersetzen zu wollen, wird sofort der Antisemitismus in den Mittelpunkt gerückt, um die Gazahelfer kollektiv zu diskreditieren. Es werden ein paar aus dem Zusammenhang gerissene Pk-Fetzen von Mankell präsentiert, unterlegt mit einem Video der israelischen Armee, auf dem möglicherweise die Anwendung schwerer körperlicher Gewalt gegen einen israelischen Angreifer gezeigt wird, mit dem Hinweis, das habe er ja nicht gesehen. Welchen (Des-)informationswert haben solche Beitragsfetzen? Zu keinem Zeitpunkt wird genauer auf die unglaublichen Umstände eingegangen, unter denen die Schiffe aufgebracht wurden. Es interessiert nicht, was die Schiffe geladen hatten, unter welchen Bedingungen die Empfänger in Gaza ihr Dasein fristen müssen und wer für diese letztendlich verantwortlich zeichnet. Nein, der Fokus soll hier auf der von den Machern als völlig überzogen betrachteten Israelkritik liegen, die nun in gefährlicher Hetze ausartet (was sich sicherlich für einige Holzköpfe, die es auf beiden Seiten gibt, nicht einmal bestreiten lässt). Dass diese Kritik in der medialen Öffentlichkeit hierzulande unerwünscht ist, das verrät der Moderator höchst selbst, mit seiner völlig überflüssigen Phrase "ja man darf Israel kritisieren, man muss es vllt. sogar, das darf ja auch ruhig mal gesagt werden (rolleyes), aber...". Was uns Süßkind dann mit ihrer Behauptung, "...dass viele unserer Medien nicht genau recherchiert haben." sagen will, ist klar. Mein Fazit – am besten macht man um Medien, die solch einen propagandistischen Unsinn verzapfen einen großen Bogen, oder man schaltet wenigstens sein eigenes Hirn dabei ein, während man sich das antut und sich ordentlich darüber ärgert. |
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schrieb am
06.06.2010 um 01:52
Mankell berichtet:
www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~E66227730F8EC45FCBDC328EB200713E4~ATp |
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Der propagandistische Unsinn stammt von Elisabeth Herrmann.
www.perlentaucher.de/autoren/17983/Elisabeth_Herrmann.html Vielleicht mag sie ihren Krimikollegen Mankell nicht. |
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schrieb am
09.06.2010 um 05:34
Mankell ist eine denkbar schlechte objektive Quelle.
Er hat sich so reingeritten, dass er nur noch zu den Überzeugten sprechen kann. |
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Habe mir gerade den Beitrag angeschaut - danke SchmidtH.
Anscheinend ist Mankell persönlich stark erregt, was ja verständlich ist. Eine Untersuchung in Den Haag fände ich aber auch sehr gut, vielleicht ist es die Aufarbeitung von Dritter Seite, die nun gut tut? "Ich bin verstört, ich bin erschüttert" - hat Lala Süßkind noch nicht verinnerlicht, dass wir in einem Staat leben, wo die angesprochen feindseligen Äußerungen strafrechtlich verfolgt werden? Nein, sie stellt die Juden mal wieder als Opfer dar - die vielleicht morgen um ihr Leben fürchten müssen. Dramatisierung hoch zehn. Dass die Israelies sich wieder in allen Farben als Opfer darstellen, hat ja Methode. Der eigene Opferstatus muss immer wieder hoch gehalten werden, um JEGLICHER Kritik zu entgehen. Sie als Opfer müssen das Privileg haben, aggressiv gegen Feinde zu handeln. Super praktisch. Funktioniert oft einwandfrei. Vielleicht dieses Mal nicht? Ich hoffe es. (Ups, die Äußerung war politisch nicht korrekt) |
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schrieb am
04.06.2010 um 12:59
Also die Stellungnahme von Lala Süßkind hat mich nicht so gestört. Sie ist doch im weitesten Sinne Partei.
Vielmehr war der Bericht und der propagandistische, anklagende Tonfall von Elisabeth Herrmann derart abstoßend, einer Journalistin in einem freien Land unwürdig. |
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Die Analyse Avnerys mag richtig sein, betrifft allerdings nur einen Teil der Situation im Nahen Osten. Eine andere zu stellende Frage wäre: wenn ein derart kleines Volk Amok läuft und eine ganze Region terrorisiert, warum sieht der Rest der Welt zu?
Ich sehe da eine ganz einfache Antwort: das arabische Öl ist immer noch wichtiger als das Existenzrecht der Palästinenser. Da mögen bei einem Überfall auf den Gazastreifen 1.400 Menschen abgeschlachtet werden (bei 14 israelischen Toten; wie viele von diesen wirklich durch die Gegenwehr der Palästinenser getötet wurden, ist mir nicht bekannt, vermutlich kaum einer), keine wirkliche Reaktion der Weltgemeinschaft, keine Sanktionen. Der große Bruder USA verhindert seit Jahrzehnten zuverlässig alles, was die Amokläufer bremsen könnte. Und unsere Regierungen marschieren, wie immer, nach amerikanischen Vorgaben. Was verlangt Merkel im Moment? Eine "möglichst neutrale" Untersuchung des Überfalls auf die Gaza-Hilfsflotte "von Israel". Naiver, besser skrupelloser, geht’s nicht! Eine wirkliche Hoffnung für die Palästinenser dürfte es wohl erst geben, wenn die Ölvorräte der Region zu Ende gehen. Dann wird der Militärstaat Israel als vorgeschobene Festung des Westens nicht mehr gebraucht. Das dürfte dann wohl auch das Ende Israels in seiner jetzigen Form sein. |
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Die Botschaft der Islamischen Republik Iran in Berlin leistet tätige Bewertungshilfe:
»Die Gewaltanwendung gegen die internationale Hilfsflotte und die Tötung und Verletzung zahlreicher Menschen haben wieder einmal das Wesen und die neue Visage des zionistischen Regimes von Israel klar erkennen lassen, das den Faschismus an Brutalität übertrifft. Diese militärische Attacke auf friedliebende Menschen stellt ein klares Beispiel für den staatlichen Terrorismus, Verbrechen gegen die Menschheit und die Verletzung von grundsätzlichen Menschen- und Volkerrechten dar. Die Erstürmung der Friedensflotte bedeutet den Angriff auf Freiheit, menschliche Werte und Internationale Gemeinschaft.« »Wieder einmal« erweist sich also, daß der Jud' in Wahrheit schlimmer ist als der »Nazi«. Sans voix ... |
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zum zitat: ohne worte. dito.
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ein kluger artikel, mit reflexion auf die aktualität. gerne gelesen. sehr gerne hier.
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Ein Artikel, der meine Ungeduld auf eine Meinung aus dem Freitag enttäuscht hat. Die einzige Analyse des Artikels besteht in der Aussage, dass die israelische Erwartung antisemitischer Aggressionen erwartbar sei. Hätte sich Avnery mit dieser Aussage aus dem Dunstkreis der Verschwörungstheorien herausgetraut, - wäre dann nicht vielmehr ein kritischer Blick auf die (dann fahrlässigen) Hilfsschiffe zu werfen gewesen als auf Netanjahu und das israelische Militär? Den Einsatz des letzteren vom Wert der Friedfertigkeit her beurteilen, kann ich, wie jeder andere, allein.
Ich würde mich sehr freuen, wenn der Freitag in kommenden Ausgaben das historisch ungeheuerlich normale Mißverhältnis zwischen den Risiken (und den symbolischen Aufwänden) und den Erfolgen von Protest zu bedenken gäbe und also nicht gleich in aufgeregten Zynismus verfiele, wenn humanistische Symbolik allein die Blockade gegen Gaza (noch) nicht aufzuheben vermag. |
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schrieb am
05.06.2010 um 23:02
Stimme zu. Die Form des Protestes, der ja nichts anderes als eine Erpressung ist, sollte hinterfragt werden.
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Wozu hat die Besatzung der Rachel Corrie zugestimmt? Israel verteidigt nach eigener Behauptung mit der Verteidigung der Blockade, einer Mauer auf See, seine Souveraenitaet. Seine Freiheit, Laender mit Kriegen zu ueberziehen. Haben die Besatzung dieser Souveraenitaet zugestimmt oder sich nur der Gewalt gebeugt?
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Ich denke, die israelische Gesellschaft ist von militärischem Denken fast vollständig erfasst. Die Politik Israels wird also im wesentlichen von militärischem Denken geleitet . Militärisches Denken ist per Definition nicht in der Lage das friedliche Zusammenleben der Menschen oder Völker zu fördern.
Das israelische Volk muss sich von der Philosophie mit militärischem Denken und Handeln soziale und politische Probleme zu lösen, verabschieden. |
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@goch:
Sie schreiben: "Ich denke, die israelische Gesellschaft ist von militärischem Denken fast vollständig erfasst." Wie oft waren Sie in Israel? Wie viele Israelis haben Sie dazu befragt bzw. darüber gesprochen? |
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@goch
Sie schreiben "Ich denke, die israelische Gesellschaft ist von militärischem Denken fast vollständig erfasst." Wie oft waren Sie in Israel? Mit wie vielen Israelis haben Sie über dieses Thema gesprochen? Die Zeitungen berichten üblicherweise nur über Stellungnahmen von Politikern, weniger über Meinungen aus dem Volk. Woher also stammen Ihre Einsichten, was "die israelische gesellschaft" anbelangt? |
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@ Fritz Teich
Keine Frage, sondern kühle Kenntnisnahme: Sie schrieben "Wenn ein Terrorist eine Bombe auf einen israelischgen Buss schmeisst, wird er keine Unschuldigen treffen." Ich nehme an Sie wissen was Sie schreiben. Das ist schlicht widerwärtig. |
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@Fritz Teich
das hier: "Wenn ein Terrorist eine Bombe auf einen israelischgen Buss schmeisst, wird er keine Unschuldigen treffen." ist definitiv jenseits der roten linie. und verdient die rote karte. wer eine bombe auf einen bus wirft, macht sich schuldig! |
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Sehr geehrter Avnery,
Wenn es eine Verschwörung gibt, dann ist es eine Verschwörung von uns selbst gegen uns selbst. Wir werden nicht ruhen, bis die Welt wieder antisemitisch ist. Dann wissen wir, wie wir uns verhalten müssen." Im Singular gesprochen haben Sie vermutlich recht. Meine israelischen Freunde distanzieren sich aber auf das Schärfste von solchem Blödsinn. MfG |
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@mustermann
Meine israelischen Freunde distanzieren sich aber auf das Schärfste von solchem Blödsinn. Haben Sie Prokura? |
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ich muss sagen, dass ich geschockt bin. nicht nur wegen dem was passiert ist, sondern auch über mein bisheriges Desinteresse und Hinnahme des Ganzen. Seitdem neuesten Geschehenissen habe ich ein wenig mehr die Augen offen gehalten bezüglich dieses Themas und bin erstaunt wie wenig ich mitbekommen habe. Bei den letzten Angriffen auf Gaza, dachte ich die Hamas sei Schuld, weil der Waffenstillstand gebrochen wurde..natürlich war das Vorgehen der israelischen Regierung trotzdem nicht in dieser Intensiviät nicht zu rechtfertigen (wie auch einige IDF Soldaten es damals als unmoralisch ansahen und sich deshalb weigerten bei dieser Aktion mitzumachen). Das wurde immer wieder seitens der Israelis betont und auch die anderen Medien sprachen darüber..jetzt, durch Zufall lese ich einen Brief von Noam Chomsky, dass sich die Hamas an den Waffenstillstand gehalten habe, und dieser von den Israelis beendet wurde. Daraufhin habe die Hamas erneut einen Waffenstillstand angeboten, die israelische Regierung habe diesen abgelehnt.
www.commondreams.org/newswire/2010/06/02-8 In Youtube fand ich dann auch ein Video in dem das von einem israelischen Sprecher bestätigt wurde(demnach gab es vereinzelte Beschüsse, hinter dem aber die Hamas nicht steckt). Warum man uns aber die ganze Zeit vorgegaukelt habe, dieser Angriff wäre gegen die Hamas, die endlich aufhören müsste mit Raketen zu schießen... ??!! von einem Video kam ich auf andere und landete schließlich hier... www.youtube.com/watch?v=G81256_g7ks ich muss sagen, dass ich das so nie gesehen habe. Ich habe woanders dann auch gelesen, dass die Eltern des Prof. Finkelsteins in Konzentrationslagern waren und muss sagen, dass ich einfach berührt bin, wie dieser Mensch nicht zulässt, dass das Leiden der damaligen Opfer nicht für das Handeln der israelischen Regierung missbraucht wird. In diesem Video habe ich Argumente gehört, die mich einfach umhauen.. meine Sicht ist komplett anders.. ich schäme mich, wenn ich daran denke, was so meine größten Probleme sind.. wenn ich mich über Spliss an den Haarspitzen so ärgere...und dann sehe ich Menschen, die ihre Leben riskieren, weil sie es nicht ertragen können, dass andere Menschen unterdrückt und gleichzeitig als Verbrecher dargestellt werden. das Video ist ein bisschen lang(ca. 25 min), aber jede Sekunde ist es wert..wer Zeit hat, schaue sich es bitte an. Es ist unbeschreiblich..ich komm mir jetzt super dämlich vor, wie ich auf so viles reingefallen war, wobei die Wahrheit ja eigentlcih offensichtlich ist. wenn ihr jetzt keine Zeit habt, dann könnt ihr euch den (zweiten) Link speichern und ein anderes Mal anschauen. freundschaftliche Grüße |
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Lieber Freitag, könntet Ihr bitte irgendwann diesen steinalten Bug beseitigen, dass man man nie weiß, ob ein Kommentar erfasst wurde oder nicht? ;-) Vielen Dank.....
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Wer hat sich eigentlich diese Ueberschrift ausgedacht? Es geht nicht um Bereicherung, sondern um Kontrolle.
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Sogar die FAZ ist mit einem freundlichen Artikel dabei:
www.faz.net/s/RubB30ABD11B91F41C0BF2722C308D40318/Doc~E349C269DDDB94D7DAC9636A93B191E31~ATpl~Ecommon~Scontent.html Ein Kommentar berichtet, daß die schwedischen Hafenarbeiter vom 15.-24. Juni israelische Schiffe nicht be- und entladen wollen. (7. Juni. 2010 12:34) |
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Auf der Hompage der schwedischen Hafenarbeitergewerkschaft wird folgende Begründung angegegeben:
"Der Grund für die Blockade ist der beispiellose kriminelle Überfall auf den friedlichen Fahrzeugskonvoi Ship to Gaza. Viele Friedensaktivisten wurden von israelischen Kommandosoldaten ermordet, und die übrigen Teilnehmer ohne jeden Grund interniert. Die schwedische Hafenarbeitergewerkschaft, die Ship to Gaza unterstützt, will mit dieser Maßnahme gegen den völkerrechtswidrigen Akt des Staates Israel gegen den Konvoi der Friedensaktivisten mit ihren Hilfsgütern protestieren, wie auch gegen die Blockade Gazas mit seiner leidenden Bevölkerung. Die Schwedische Hafenarbeitergewerkschaft fordert, dass die Verantwortlichen für diesen Übergriff vor ein Gericht gestellt werden, der Staat Israel das Völkerrecht respektiert und die Blockade Gazas unverzüglich aufgehoben wird. Die Schwedische Hafenarbeitergewerkschaft ruft alle Gewerkschaften - und andere Organisationen - auf, ähnliche Initiativen zu ergreifen und mahnt andere Gewerkschaften und Organisationen eine allgemeine Blockade über israelische Waren so lange zu verhängen, bis die Rechte des palästinensischen Volkes im Allgemeinen respektiert werden und im Besonderen die Gaza-Blockade aufgehoben wird." |
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Was für eine triste Ansammlung von Israelhassern hier, die sich einander ihre Ressentiments gegen den jüdischen Staat bestätigen. Die Tatsache, dass Uri Avnery und seinesgleichen in einem solchen Umfeld publizieren, trägt entscheidend dazu bei, dass die Friedensbewegung heute in Israel irrelevant ist.
Ich finde es außerordentlich bedauerlich, dass Leute, die sich für links halten, das Geschäft einer faschistischen Organisation wie der Hamas besorgen, die ihre innenpolitischen Gegner mit Knieschüssen diszipliniert und ihr Volk in einem selbstmörderischen Kampf gegen einen übermächtigen Gegner verbluten lässt. |
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oma, oma! wo bleibt die kritische auseinandersetzung?
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Mann mann Oma Kruse! Ohne den Terror der Hamas auch nur ansatzweise relativieren zu wollen, aber ein Blick auf die israelischen Faschos, die gibt's nämlich auch, und auf die ihnen maßgeblich zuzuschreibenden Ereignisse der vergangenen Woche lohnt sich für dich vllt. auch mal.
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Sind die Bürger/innen der Friedensbewegung in Israel heute auch Israelhasser/innen?
Das wäre mir neu? Die gegenwärtige Regierung Israels tut soch mit ihrer kriminogenen Militanz Energie alles, damit der demografische Faktor demnächst die Juden/innen in einem NOT vereinten Staat Israel- Palästina marginalisiert. tschüss JP |
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Sind die Bürger/innen der Friedensbewegung in Israel heute auch Israelhasser/innen?
Das wäre mir neu? Die gegenwärtige Regierung Israels tut soch mit ihrer kriminogenen Militanz Energie alles, damit der demografische Faktor demnächst die Juden/innen in einem NOT vereinten Staat Israel- Palästina marginalisiert. tschüss JP |
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schrieb am
09.06.2010 um 05:40
Als Beschreibung der Diskussionen hier unterschreibe ich den Kommentar von Oma Kruse. Erst dann kann mit der Friedensbewegung in Israel auch aktuelle israelische Politik diskutiert werden. Polemische Einwürfe wie hier dienen doch nur der Einschüchterung antiterroristischer Positionen.
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Man sollte nicht gedankenlos mit dem Begriff "Fascho" um sich werfen. Faschismus ist ein ziemlich schwammiger Begriff. Aber wenn man ihn ein bisschen präzisiert, ist er durchaus nützlich bei der Analyse von Gesellschaften.
Zentral für den Faschismus sind uniformierte Schlägerbanden außerhalb der staatlichen Strukturen, die ungestraft die Gegner ihrer Partei/ des Regimes terrorisieren und ermorden. Beispiele wären Mussolinis Schwarzhemden, die SA, die Basidsch-e Mostaz'afin im Iran oder auch die Schlägertrupps der Hamas in Gaza. Ein weiterer Kernpunkt ist der Versuch, eine mythische Vergangenheit in die Gegenwart zu transferieren; sei es das Römische Reich, Germanien oder der Islam in der Epoche der rechtgeleiteten Kalifen. Es gibt in Israel zweifelsohne faschistische Kräfte, aber sie sind nicht an der Regierung. Die Gefahr besteht, dass sich aus der Siedlerbewegung heraus eine echte faschistische Bewegung etabliert, aber noch ist es nicht so weit. Noch greifen Shin Beth und Polizei gegen faschistische und terroristische Bestrebungen aus der rechten Ecke durch und die aktuelle israelische Regierung ist wohl selbstgerecht, überfordert und dilettantisch, aber es sind keine Faschisten. |
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Lieber JP,
ob die Mitglieder der Friedensbewegung persönlich Israelhasser sind oder nicht spielt keine Rolle, aber auf der Friedensdemo in Tel Aviv sind halt Plakate aufgetaucht, die fordern "Boykottiert Israel". So macht man es seinen Gegnern natürlich sehr einfach. Die Friedensbewegung muss die israelischen Bürger überzeugen, dass ein Friedensschluss mit den Palästinensern tatsächlich möglich ist und dass dies die bessere Lösung ist. Likud und Konsorten regieren in Israel, weil ihre Argumentation den Wählerinnen und Wählern nach den enttäuschten Hoffnungen der 90er Jahre mehr einleuchtet – und, nebenbei gesagt, weil die muslimischen Israelis nicht zur Wahl gegangen sind. |
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liebe oma kruse
ist das hier: "Ein weiterer Kernpunkt ist der Versuch, eine mythische Vergangenheit in die Gegenwart zu transferieren; sei es das Römische Reich, Germanien oder der Islam in der Epoche der rechtgeleiteten Kalifen." schon die ganze kritik an hamas? oder kommt da noch was? etwas, das sich auch mit dem folgenden auseinandersetzt? "Alle Einflüsse, die das arabische Leben in den letzten ungefähr 150 Jahren maßgeblich geprägt haben, waren europäischer Herkunft. Erinnert sei an Kapitalismus, sozialismus und Kommunismus, Nationalismus, Säkularismus und Liberalismus, oder an die theoretischen wie angewandten Wissenschaften und Technologien (sowohl ziviler wie militärischer Natur). Erinnert sei auch an den Aufbau des modernen Nationalstaates mit all seinen Institutionen und Dienstleistungen. Diese Einflüsse setzen sich bekanntlich gleichermaßen über politische und ethnische wie über kulturelle und religiöse Grenzen hinweg. Warum sorgen dann ausgerechnet politisch-religiöse Bewegungen wie der islamische Fundamentalismus und die islamische Wiederbelebung für Überraschung? Sind nicht islamischer Fundamentalismus und islamische Wiederbelebung durch diesselben historischen Kräfte hervorgerufen worden wie westliche Fundamentalismen?" (Sadik J.Al-Azm, Unbehagen in der Moderne. Aufklärung im Islam. 1993) und, eine anmerkung noch. "Araber in Israel" sind nicht nur muslime. ich bin da jetzt nicht so au courant, daher die frage: war die wahlbeteiligung der christlichen, drusischen et al Israelis höher? |
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Liebe(r) Rahab,
deine Antwort/ das Zitat kann ich eigentlich so unterschreiben. Das große Problem der islamischen Welt ist, dass sie eigentlich ein Staatsmodell hatte, das Religion, Rechtswesen und Herrschaft in Einklang brachte; dieses Staatsmodell aber aufgrund der überlegenen Leistungsfähigkeit des westlichen Modells im wirtschaftlichen und militärischen Bereich aufgeben musste. Der Islamismus versucht, sich aus dem westlichen Gesellschaftsmodell den technischen Fortschritt herauszupicken und das mit der islamischen Gesellschaftsordnung des 7. Jahrhundert zu verbinden; lehnt aber die auf das Individuum bezogene westliche Gesellschaft ab. Darin sehe ich eine gefährliche Parallele zu den faschistischen Bewegungen im christlichen Europa. Die hohe Aggressivität, die sich daraus ergibt, macht den Islamismus zu einer Gefahr für die eigene Bevölkerung und auch für uns im Westen. Mit den arabischen Israelis hast du natürlich völlig Recht. Es ist schon ein Weilchen her, dass ich die Zahlen gesehen habe, aber zumindest die Drusen sind durchaus wählen gegangen - und haben nebenbei gesagt auch für Israel Beitenu gestimmt, da die Partei einen prominenten Drusen auf iher Liste hatte. |
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wenn ich's richtig sehe, liebe oma, beginnt das problem schon mit den attributen.
aus Al-Azms "das arabische Leben" wird bei dir "die islamische Welt". Oder nicht? meinst du etwa etwas anderes? falls ja, was wäre das? könntest du es etwas näher beschreiben, damit ich eine vorstellung von dem bekomme, worüber wir eventül miteinander sprechen? das nächste problem habe ich mit der "überlegenen Leistungsfähigkeit des westlichen Modells im wirtschaftlichen und militärischen Bereich". ist da jetzt von staatlicher verfaßtheit oder von ökonomie die rede, aus welcher sich diese 'überlegenheit' ergibt? und worauf bezieht sich diese, was genau ist da welchem anderen überlegen bzw. letzteres/in letzterem dem ersteren unterlegen? woran sich gleich die nächste frage anschließt: wenn es um überlegenheit ./. unterlegenheit ginge - wie wurde die überlegenheit hergestellt/durchgesetzt? mit welchen folgen? so weit mal mit meinen ersten klärungsbedürftigen vorfragen bevor wir zu diesem "Der Islamismus versucht, sich aus dem westlichen Gesellschaftsmodell den technischen Fortschritt herauszupicken und das mit der islamischen Gesellschaftsordnung des 7. Jahrhundert zu verbinden; lehnt aber die auf das Individuum bezogene westliche Gesellschaft ab. Darin sehe ich eine gefährliche Parallele zu den faschistischen Bewegungen im christlichen Europa. Die hohe Aggressivität, die sich daraus ergibt, macht den Islamismus zu einer Gefahr für die eigene Bevölkerung und auch für uns im Westen." kommen können. |
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1. Meine Aussage bezog sich auf den Islam als Gesellschaftssystem. Darum Islam und nicht arabisch.
2. Bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts war die Wirtschaft z.B. im Osmanischen Reich ähnlich leistungsfähig wie in den westeuropäischen Staaten, danach konnten diese mit ihrer rapide gewachsenen Produktion den türkischen Markt überschwemmen. Das gleiche gilt fürs Militär. Auch hier kann die islamische Welt seit dem frühen 19. Jahrhundert nicht mehr mithalten. 3. Die Konsequenz ist, dass der Westen der islamischen Welt sein Modell aufzwingt. Wie ein Staat aufgebaut sein muss. Die staatlichen Institutionen. Welche Regeln für die Wirtschaft gelten. Der Aufbau des Militärs. Die diplomatischen Gepflogenheiten etc. |
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islam als gesellschaftssystem?
bitte um erläuterung! |
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Liebe Oma,
ich lasse mir nur sehr ungern unterstellen, dass ich den Begriff "Faschos" im Zusammenhang mit den israelischen Sicherheitskräften gedankenlos verwendet hätte. Genausowenig würde ich Ihnen das bei Ihrer illustren Aufstellung unterstellen, die aus meiner Sicht völlig korrekt, aber leider etwas unvollständig ist. Man könnte mE ohne weiteres die israelischen Sicherheitskräfte und den Geheimdienst dazuzählen. Der Begriff Faschismus erschöpft sich schliesslich nicht ausschliesslich in der Betrachtung ausserstaatlichen Handelns, nein - auch staatliche Institutionen, wie zB die Gestapo waren faschistisch. Um Ihnen die Chance zu geben, meinen Einwurf nachvollziehen zu können, würde ich Ihnen diesen Augenzeugenbericht hier empfehlen: www.faz.net/s/RubB30ABD11B91F41C0BF2722C308D40318/Doc~E349C269DDDB94D7DAC9636A93B191E31~ATpl~Ecommon~Scontent.html Ich bin im übrigen ein begeisterter Befürworter eines konzertierten Handelns im Sinne eines Boykotts gegen Israel. Die Aktionen der letzten Woche erfordern leider ein deutliches Abwenden als angemessene Reaktion auf die Verletzung internationaler Spielregeln durch Regierung und Streitkräfte. Hat übrigens garnichts mit Israelhass zu tun, sondern zeugt vielmehr von freundschaftlicher Besorgtheit, dass ein Partner den richtigen Weg nicht mehr zu finden droht. :-) Israel muss schliesslich auch die Chance bekommen, aus seinen Fehlern zu lernen. Die Bundesregierung könnte zB, wenn sie Rückgrat hätte, die Lieferung deutscher U-Boote und Fregatten und jegliche Verhandlungen über Rüstungskredite an Israel gleich mal canceln. Das wäre geradezu genial! |
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"Ich bin im übrigen ein begeisterter Befürworter eines konzertierten Handelns im Sinne eines Boykotts gegen Israel."
Schon klar: "Deutsche, wehrt euch, kauft nicht beim Israeli." Die Gestapo mit den israelischen Sicherheitskräften gleichzusetzen, ist im übrigen eine üble Verharmlosung des Nationalsozialismus! |
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Nein, ich glaube, dass muss ich jetzt nicht erläutern. Wie würden Sie denn das Gesellschaftssystem bezeichnen, das 1200 Jahre lang das Leben der Menschen von Marokko bis Indonesien geprägt hat?
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das seh ich anders, oma. immerhin ist's doch ne ganz schöne strecke in raum und zeit von Marroko (wieso Marokko?) bis Indonesien.
da wüßte ich schon gern, auf welche gesellschaft genau wir uns beziehen wollen. |
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hallo oma!
hier spielt die musik! wir müssen doch noch klären, was hamas mit gott und der welt und der arabischen welt und gesellschaftssystem zu tun hat. |
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Hallo Rahab,
sorry, Oma muss Geld verdienen und hat gerade viel zu tun. Darum müssen wir die Diskussion später fortsetzen. Ansonsten: "The answer to the question of life, god and everything is 42!" Wie wir seit Douglas Adam wissen. |
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Lieber Uri Avnery,
Deine Verschwörungstheorie sichert zwar einen beachtlichen Unterhaltunswert, geht aber an der desloaten Finanzlage des Staates Israel und den darauss folgenden militärischen Bestrebungen aus der Not eines Schuldenstaates, evtl. provozierend Gefahrenlagen in der region und anderswo gezielt heraufzubeschören, völlig vorbei. Deshalb meine Frage: Fürchtet die israelische Regierung den Frieden, wie der Teufel das Weihwasser, weil ein Friedensabkommen mit Palästina schlagartig die horrende Überschuldung des israelischen Staates aufdecken und der militärisch- industrielle Komplex in Israel monetär nicht mehr plausibel vermittelbar finanzierbar wäre? Sucht die israelische Regierung deshalb geradezu militärische Konflikte und Gefahrenlagen, um vom drohenden israelischen Staatsbankrott abzulenken? tschüss JP |
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www.youtube.com/verify_age?next_url=http%3A//www.youtube.com/watch%3Fv%3DRlElXOJV4CA
hier sieht man wie der 19 Jährige regelrecht hingerichtet wird :(( er liegt am Boden, wird noch mit Füßen getreten und anschließend wird er mit 4 Schüssen getötet. Insgesamt wurden die 9 Opfer mit 30! Schüssen versehen. 30, das muss man sich mal vorstellen..so sieht Selbstverteidigung aus? gegen einen Jugendlichen, der am Boden liegt..der war eine Gefahr für die Soldaten? hmh während gleichzeitig die Wunden des verletzte IDF Soldat von Passagieren behandelt wurden. |
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