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Politik : Saudi-Arabien des Lithiums

Zu Beginn der Woche erklärte ein Pentagon-Papier Afghanistan zu einem der rohstoffreichsten Länder der Erde. Hat das Einfluss auf die Kriegsziele des Westens?

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Die Geschichte des Afghanistan-Krieges wurde bisher überwiegend so erzählt: Da habe man es mit einem zerklüfteten, unerschlossenen Land zu tun, ein unwirtlicher Ort ohne Zukunft. Ein "gescheiterter Staat" am Ende der Welt, chronisches Opfer von antiwestlichen Islamisten, Opium- Clans, selbstverschuldeter Unterentwicklung und seit 2001 ein Kriegsschauplatz. Dabei starben im achten Kriegsjahr vorzugsweise im Süden Afghanistans mehr GIs als im ebenfalls besetzten Erdölland Irak. Präsident Obama verspricht nicht zuletzt deshalb einen zügigen Abzug aus Zentralasien, doch bisher mehren sich die Anzeichen noch kaum, die vermuten lassen, dass es dazu wirklich kommt.

Zunächst einmal wurden die Truppen zur „Aufstandsbekämpfung“ aufgestockt, die wenig motivierten NATO-Alliierten zogen nach. Ende Mai bewilligte der US-Senat einen Nachtragshaushalt für den Afghanistan-Krieg von fast 60 Milliarden Dollar. Im Vergleich dazu liegt die afghanische Wirtschaftsleistung bei rund 13 Milliarden Dollar jährlich. In den USA wird die Frage immer lauter: Was kostet – was bringt uns dieser Waffengang? Bei einer Umfrage der Washington Post gaben jüngst 52 Prozent der US-Bürger an, der Afghanistan-Krieg sei "die Kosten nicht wert“, die er verursache.

El Dorado der Zukunft

Die Debatte wurde zu Beginn dieser Woche durch ein Aufsehen erregendes Pentagon-Papier belebt: Danach könnte das Land am Hindukusch das El Dorado der Zukunft sein! Wie die New York Times "unter Berufung auf das Memo" aus dem Verteidigungsministerium berichtet, sei ein Team von US-Geologen und Experten des US-Außenministeriums auf „gewaltige Mineralvorkommen“ gestoßen – Kupfer, Lithium, Eisen, Gold und Kobalt, vielleicht in einem Gesamtwert von einer Billion Dollar. Afghanistan verfüge über so viel Lithium wie sonst nur Bolivien, was es zum Saudi-Arabien des Lithiums mache; ein Schlüsselmaterial für die Akkumulatoren von Elektroautos, Laptops und Mobiltelefonen.

Präsident Hamid Karzai spricht sogar von möglichen Gewinnen in einer Höhe von drei Billionen Dollar. Und der Oberkommandierende für die US-Truppen, General David Petraeus, bescheinigt dem Armenhaus Zentralasien „atemberaubende Möglichkeiten“.
Bahnt sich eine Wende in Sachen Kriegslegitimation an? Geht es in Afghanistan ab jetzt um Entwicklung und die Erschließung von Rohstoffen, anstatt um Sicherheit und Demokratie? Oder kommt endlich die Wahrheit der eigentlich wirtschaftlichen Interessen des Westens auf den Tisch? Dass Afghanistan über Bodenschätze verfügt, ist nicht neu. Schon 1991 ergab eine US-Studie, die vorhandenen Ressourcen würden ausreichen, um den Wiederaufbau des Landes zu finanzieren.

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