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Politik : Unerschrockene Bloggerin

Reporter ohne Grenzen hat eine Online-Kampagne für die Freilassung der regimekritischen iranischen Aktivistin Shiva Nazar-Ahari gestartet. Ihr droht die Todesstrafe

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Die Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen (ROG) ruft dazu auf, ihre Online-Petition zur Rettung von Shiva Nazar Ahari zu unterzeichnen. Die regimekritische Bloggerin und Menschenrechtsaktivistin ist seit dem 20. Dezember 2009 in Teheran inhaftiert, ihr droht eine mehrjährige Haftstrafe oder das Todesurteil. Reporter ohne Grenzen fordert die umgehende und bedingungslose Freilassung Shiva Nazar Aharis. Die Zeit dränge, so die Organisation in ihrem Appell, da die nächste Verhandlung im Prozess am 4. September stattfinden soll.

Die Anklage gegen Shiva Nazar-Ahari lautet: Verabredung zur Durchführung eines Verbrechens, Hetze gegen den Staat und "Moharebeh" (Feindschaft gegen Gott). Reporter ohne Grenzen weist darauf hin, dass Shiva Nazar-Ahari lediglich von ihrem Recht auf Rede- und Versammlungsfreiheit Gebrauch gemacht habe und die Anklagen daher unzutreffend seien. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation ist es derzeit nicht möglich, Auskünfte über die Haftbedingungen und ihren gesundheitlichen Zustand zu bekommen.

Die 26-jährige Journalistin und Bloggerin Shiva Nazar Ahari hat das Committee of Human Rights Reporters mitgegründet, das über Menschenrechtsverletzungen im Iran berichtet. Sie setzt sich für die Rechte von Gefangenen, Flüchtlingen, Frauen und Kindern im Iran ein und ist in den vergangenen Jahren bereits mehrfach verhaftet worden. "Natürlich denkt man manchmal darüber nach, das Land zu verlassen, wenn man unter solchen Bedingungen arbeitet", sagte Shiva Nazar-Ahari in einem Interview. "Du wirst aus dem Gefängnis freigelassen, wartest auf Deinen Verhandungstermin und weißt nicht, was passieren wird. (...) Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich bleiben muss, koste es, was es wolle. (...) Wie lange ich unter diesen Bedingungen durchhalten kann, weiß ich nicht. Aber ich setze alles daran, zu bleiben. Viele sagen mir, dass ich mehr Freiheiten hätte, wenn ich gehen würde, dass ich außerhalb des Landes aktiver sein könnte. Aber ich glaube, dass wir am effektivsten von hier aus agieren können. Ich könnte vielleicht zu irgendwelchen Treffen gehen, Interviews geben und mit Organisationen zusammenarbeiten, vielleicht könnte ich mir einen Namen machen. Aber ich glaube nicht, dass ich von außerhalb dieselbe Rolle einnehmen könnte, wie von hier aus. Diese Rolle habe ich mir ausgesucht."

Ein weiteres Interview mit Shiva Nazar-Ahari vom Oktober 2009 über ihre Festnahme nach den Wahlen im Iran finden sie hier.

Hier können Sie die Online-Petition von Reporter ohne Grenzen unterzeichnen. Auch Amnesty International hat eine Brief-Petition gestartet.

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