Julian Assange hat Kritik an der Sicherheit von Wikileaks zurückgewiesen. "Wir hätten nichts anders machen können", sagte Assange in einem Video-Interview auf der Medienwoche der Funkausstellung IFA in Berlin. Der Freitag hatte vor zwei Wochen über eine öffentlich zugängliche Datei mit unredigierten US-Botschaftsdepeschen im Internet berichtet, die sich leicht entschlüsseln lässt. Die Datei enthält zahlreiche namentlich oder anderweitig identifizierbare Informanten der US-Botschaften.
Assange machte für dieses Leck vor allem den Reporter David Leigh des britischen Guardian verantwortlich, mit dem Wikileaks als Medienpartner zusammengearbeitet hat. Leigh hat ein Passwort veröffentlicht, das er von Assange für die Arbeit an einem Depeschen-Satz erhalten hatte. "Ohne die Veröffentlichung des Passworts wäre das alles nicht passiert", sagte Assange am Dienstag. Der Guardian habe nie gefragt, ob er das Passwort veröffentlichen dürfe. Leigh bestreitet, bei der Veröffentlichung des Buches gewusst zu haben, dass es sich bei der veröffentlichten Phrase um ein Master-Passwort handelt, das nicht nur den Datensatz für den Guardian, sondern auch andere, frei im Internet flottierende Kopien der Wikileaks-Rohdatei lesbar macht.
Auf die Frage, ob Wikileaks seine eigenen Standards zur Begrenzung von Schäden Unschuldiger eingehalten habe, erinnerte Assange an die Situation der Organisation im Spätherbst 2010: "Es gab das Risiko, dass es überhaupt keine Veröffentlichung geben würde. Es gab ein 120 Mitarbeiter starkes Team der US-Regierung, die Aufforderung, dass wir unser Material komplett zerstören sollten oder dass wir dazu gezwungen würden. Und ich selbst wurde im Dezember ins Gefängnis gesteckt."
Ist doch gar nicht so schlimm
Das US-Außenministerium habe damals eine Warnung an seine Informanten geschickt, um sie zu warnen. Daher sei inzwischen mit keinen größeren Schäden durch die unredigierte Veröffentlichung der Botschaftsdepeschen zu rechnen, obwohl er das auch nicht ausschließen könne. Noch vergangene Woche hatte Assanges deutscher Anwalt, Johannes Eisenberg, dem Wikileaks-Aussteiger Daniel Domscheit-Berg vorgeworfen "möglicherweise das Leben und die rechtlichen Interessen Dritter" zu gefährden, weil der auf die Sicherheitslücke bei Wikileaks hingewiesen hatte.
Assange erneuerte am Dienstag allerdings andere Vorwürfe gegen Domscheit-Berg, ohne ihn direkt zu nennen: Wikileaks habe die Depeschen nun unredigiert veröffentlicht, weil ein "Individuum in Berlin", das Passwort und den Ablageort der Datei im Internet Medienorganisationen gezeigt habe, um "persönlichen Gewinn" daraus zu ziehen. Daniel Domscheit-Bergs Konkurrenz-Portal Openleaks bezeichnete Assange "als dunkle Angelegenheit".
Wikileaks hat das US-Außenministerium zwar nicht schon im Februar bei der Veröffentlichung des Passworts durch Leigh informiert. Dies sei jedoch geschehen als der Freitag seine Geschichte über das Sicherheitsleck veröffentlicht habe, sagte Assange: "Sie schienen darüber nicht besonders besorgt. Sie sagten: Wir haben im Dezember unsere Warnung herausgegeben. Was können wir noch mehr tun?"
Zuvor habe Wikileaks den Freitag darum ersucht, keine Details bekannt zu machen. Dies sei in einem ersten Artikel auch nicht geschehen, in einem zweiten allerdings habe der Freitag viel mehr veröffentlicht. Wikileaks sei dann klar geworden, dass das Endergebnis der "Kavallerie-Einstellung" des Freitag und der dänischen Tageszeitung Information - die das Leck anschließend bestätigt hatte -, die unvermeidliche Veröffentlichung aller Kabelnachrichten sei.
"Sehr gefährliche Zwischenzeit"
Eine von ihm selbst veröffentlichte Warnung an die Informanten hielt Assange zu keinem Zeitpunkt für notwendig. "Aus der Perspektive der Schadensbegrenzung und um zu verhindern, dass bestimmte Revolutionen und Reformen versanden könnten" sei es nun aber nötig geworden, die Informationen in unverstellter Form zu veröffentlichen und auch jenen zugänglich zu machen, die in den Depeschen genannt werden, "damit sie wissen, dass und was genau über sie gesagt wurde."
In der "sehr gefährlichen Zwischenzeit", in der das Archiv für jeden Geheimdienst und andere Interessierte zugänglich, aber nicht offiziell von Wikileaks veröffentlicht war, hätten die meisten US-Informanten keinen Zugriff auf das Material gehabt. "Es gab also ein Rennen zwischen den guten und den bösen Jungs", sagte Assange, "und wir mussten uns auf die Seite der Guten stellen, damit wir unserer Mission treu bleiben."
Da sich Wikileaks inzwischen einen Namen gemacht habe, habe er keine Sorge, dass Whistleblower auch in Zukunft Dokumente bei Wikileaks einreichten.
Der Freitag begleitet die Testphase von Openleaks als Partner.
|
|
Wer ist wir?
|
|
|
"Wir sind die anderen" - Ist ein gelungener Song von 2raumwohnung. Fiel mir gerade ein.
|
|
|
Die Hauptsache nicht paranoid!
|
|
|
Ne, aber wenn die anderen schuld sind, und wir die anderen sind, dann, dann, dann bedeutet das doch, dass... oje!
|
|
|
Ruisch Blut, dass wir die anderen sind ist von Amtsseiten noch nicht bestätigt.
|
|
|
Ach der Herr Kraft.
Wollen Sie sich aus der Schusslinie bringen. Die Überschrift vermutet dieses. Nein,Nein -> wir vergessen nicht. Sie tragen die Verantwortung. In einem Interview hat sich Ihr Partner OL Domscheit Berg als Frodo bezeichnet. Nein Frodo ist er nicht. Gollum/Smeagol trifft seinen Charakter eher. Hinterlistig und kein Rückgrat. Julian Assange hat wieder einmal in seiner Argumentation seine Klasse bewiesen. Diese ist auch in sich schlüssig. Freue mich das er sich zu Wort gemeldet hat. Welch ein Charisma. Ihr Medienpartner Domscheit-Berg hat dagegen nur das Charisma einer Backpflaume. |
|
|
Sorry Doppelpost.
Aber bei ihrem lahmen Traffic klickt man manchmal 2 mal. |
|
|
|
|
Danke für den Link !
|
|
|
Ach der Herr Kraft.
Wollen Sie sich aus der Schusslinie bringen. Die Überschrift vermutet dieses. Nein,Nein -> wir vergessen nicht. Sie tragen die Verantwortung. In einem Interview hat sich Ihr Partner OL Domscheit Berg als Frodo bezeichnet. Nein Frodo ist er nicht. Gollum/Smeagol trifft seinen Charakter eher. Hinterlistig und kein Rückgrat. Julian Assange hat wieder einmal in seiner Argumentation seine Klasse bewiesen. Diese ist auch in sich schlüssig. Freue mich das er sich zu Wort gemeldet hat. Welch ein Charisma. Ihr Medienpartner Domscheit-Berg hat dagegen nur das Charisma einer Backpflaume. |
|
|
schrieb am
07.09.2011 um 12:30
@Dabularasa
Blick zurück: der Guardian und Timothy Garton Ash haben sich offenbar schon sehr früh für DB "entschieden". www.guardian.co.uk/commentisfree/2011/mar/30/wikileaks-secrets-whistleblowers-new-rules?INTCMP=SRCH CIA/Agenten: ein Blick in Tim Weiner´s Buch: CIA - die ganze Geschichte. Über die Ineffizienz dieser Organisation und ihrer "gefährdeten" Agenten. Und hier mein "Lieblings-Whistleblower": www.youtube.com/watch?v=NOcRnbGhQqc Diese Klasse wird DB nie erreichen - Lichtjahre davon entfernt! |
|
|
@ Steffen Kraft: Ihre Berichterstattung gerne gelesen
@ Dabularasa: Mit Kompas Worten www.kanzleikompa.de/2011/09/06/assange-macht-den-popstar/ den "völlig schwachsinnigen Boulevardmist", den Sie zu "Charisma" absondern, nimmt keiner ernst. Wie das Netz diskutiert, ist auch hier www.kanzleikompa.de/2011/09/04/verratenen-verrater-die-verraten-wurden/ nachlesbar. |
|
|
Endlich mal ein OL Befürworter.:-D
Nach dem ständigen "völlig schwachsinnigen Boulevardmist" von Herrn Kraft sind die Link-verweise wesentlich interessanter. Leider sind auch diese tendenziös. Und ob der Kompass nun die Mehrheit des Netzes wiedergibt bezweifle ich. Dachte er kennt sich eher mit Abmahnungen aus. Kann man aber mittlerweile mit einem Lächeln zur Kenntnis nehmen. |
|
|
Aha. Aber stinkig werden Sie trotzdem?
www.freitag.de/community/blogs/ed2murrow/frankreich--die-datenkrake#comment-310095 Wenn Sie mal Ihre Kommentarfreiheit nicht auch ein wenig tendenziös und über Bande verwenden? |
|
|
Schließen Sie immer von sich auf andere.:-)
Warum sollte ich "stinkig" werden. Habe doch keinen Grund. Bin nur aufmerksam geworden auf ihren Blog-Beitrag. Und habe ihnen meine Meinung offeriert. Sie möchten also das man ihre Blogbeiträge nicht kommentiert. Das werde ich natürlich beherzigen und Sie in Zukunft ignorieren. Ich dachte Freitag.de ist kein Streichel-Zoo. |
|
|
Schön, dass Sie verstanden haben: Auf freitag.de/community fällt man nicht auf jedes Billigangebot herein.
|
|
|
Also wenn das so ist dann werde ich doch glatt auch weiterhin ihre Blog-Beiträge kommentieren.
Freue mich schon drauf.:-D |
|
|
Wie könnt´ es friedlich sein hätt´ der Daniel dem Julian nicht sein Schäufelchen weggenommen, nun ist Krach im Sandkasten, und kein Ende in Sicht.
|
|
|
auf der wikileaks-startseite steht ein dokument, dass ein strategiepapier mit plänen dreier firmen enthält, wie wikileaks delegitimiert, zermürbt und praktisch ausgeschaltet werden kann. es liest sich wie das drehbuch zu diesem ganzen theater jetzt. (Bank of America using Private Intel Firms to Attack Wikileaks, 2.2.2011)
auftraggeber dieses papiers sind laut wikileaks nicht regierungen, sondern die bank of america mal ganz direkt :) ich weiss nicht, was für daten über diese bank im paket enthalten waren, es waren aber wohl 5gb, und allein die (behauptete) existenz dieser daten hat sicher einen teil beigetragen zu den kursverlusten der aktie im letzten jahr. ich stelle mir also vor, dieses strategiepapier ist echt, die bank of america also tatsächlich gesteigert interessiert an der nichtveröffentlichung d i e s e r 5gb. dann "löscht" domscheidt-berg am 22.8. die von wikileaks "mitgenommenen" dateien, und am 25.8. steigt warren buffet mit 5mrd. dollar ein - nicht bei openleaks :), aber bei der bank of america. die zeitliche nähe mag zufall sein, die reihenfolge wohl eher nicht. und dann, krach bumm, der freitag-kraft-coup mit der botschaftsdepeschenstory. glückwunsch übrigens dazu. aber. welchen wert dürfte die (ebenso erstmal nur behauptete, finale) löschung der 5gb material der bank of america a l l e i n gehabt haben? käme dieser wert z.b. nicht viel eher als motiv für die verkündete löschung der wikileaksdaten infrage, als die von db genannten sicherheitsbedenken? (echte sicherheitsbedenken begründet man wahrscheinlich eher nicht, indem man handelnd dazu beiträgt, schützenswerte identitäten öffentlich werden zu lassen! da bin ich ganz bei assange.) warum das ganze! ich fände gerade das interessanter, als eine - wie hier - mit tendenziöser überschriftenwahl boulevardisierte berichterstattung über eine nebelkerze. denn dafür halte ich die botschaftsdepeschen inzwischen, auch wenn sie für sich genommen zweifellos von interesse sind. drei akteure, von denen nach der mir bekannten faktenlage jeder mindestens etwas falsch gemacht hat, in einem verwirrspiel um informationen, die wahrscheinlich jeder bessere geheimdienst der welt bereits hatte, b e v o r sie hier ans volk gerreicht wurden. (nicht vergessen, nicht nur ein leigh hatte sie seit monaten.) |
|
|
Das obige Papier gibt es ziemlich schlüssig wieder.
Ihre Schlussfolgerungen sind recht interessant.:-) Sie sind auf der richtigen Spur. |
|
|
Endlich gibt der Freitag zu, dass er Details veröffentlicht hat, die letztendlich zur Identifizierung und Entschlüsselung der Datei führten. Das ist ja schon mal ein Anfang...
Die Überschrift "Die anderen sind Schuld" kann wohl für mehrere Seiten gelten. Doch wenn selbst das Pentagon intern zugibt, dass außer heißer Luft wohl kaum Schaden entstanden ist, fragt man sich, vor wessen Karren sich Reporter ohne Grenzen, Freitag, Spiegel etc. spannen lassen, wenn sie in vorauseilendem Gehorsam eine Distanzierung von Wikileaks abgeben, ohne nach genauem Schaden überhaupt zu suchen? |
|
|
Noch mal den Link zu Heise, am schnellsten erschienen und am wenigsten polemisch:
www.heise.de/newsticker/meldung/Wikileaks-Gruender-Wir-haben-alle-Versprechen-gehalten-1337769.html Und Bilder gibt es natürlich auch: www.n24.de/news/newsitem_7222104.html |
|
|
Danke für den Hinweis.
Der Artikel ist wahrlich deutlich sachlicher. Wie Julian Assange ja mitteilt wird an der Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit intensiv gearbeitet. Hier nochmal das Frodo Interview mit Domscheit-Berg: derstandard.at/1315005436897/Wikileaks-Aussteiger-Ich-fuehlte-mich-wie-Frodo-mit-dem-Ring Und gerade das Konzept von OpenLeaks ermöglicht weitere Angriffsszenarien auf dessen Kommunikationswege. Er wird nicht aus der Testphase herauskommen. |
|
|
Hier noch so ein Experte der sich den Frust von der Seele schreibt.
Für eine Anwalt doch etwas merkwürdig. Zitat blog m.kompa: "der SPIEGEL-Artikel vom Montag noch hündisch dem WikiLeaks-Boss huldigte" Quelle: www.kanzleikompa.de/2011/09/06/assange-macht-den-popstar/ |
|
|
Hier noch so ein Experte der sich den Frust von der Seele schreibt.
Für einen Anwalt doch etwas merkwürdig. Zitat blog m.kompa: "der SPIEGEL-Artikel vom Montag noch hündisch dem WikiLeaks-Boss huldigte" Quelle: www.kanzleikompa.de/2011/09/06/assange-macht-den-popstar/ |
|
|
schrieb am
07.09.2011 um 22:53
Kompa, der Anwalt, der auf seinem Blog keine Kommentare zulässt, ist ein enger Freund von DDB (hat im OL zelt aufm CCCamp auch "Zaubertricks" vorgeführt") und Anwalt von OL. Sagt alles. Ganz ehrlich... von so einem Anwalt möchte ICH nicht vertreten werden. Spielt groß auf Meinungsfreiheit und dann "hündisch".
|
|
|
schrieb am
08.09.2011 um 10:38
Damit es keiner merkt, wird sich die sogenannte Testphase wohl auch noch ein paar Jahre hinziehen.
|
|
|
Wikileaks ist wieder da – und sollte bleiben. Die Zeit der edlen Lügen ist endgültig vorbei:
bit.ly/oWt8Om |
|
|
"Eine von ihm selbst veröffentlichte Warnung an die Informanten hielt Assange zu keinem Zeitpunkt für notwendig."
Herr Kraft, was haben denn Sie und Ihre Redaktion unternommen, um die Informanten zu warnen, bevor Sie mit Ihrem Artikel "Leck bei Wikileaks" schlafende Hunde überhaupt erst weckten? |
|
|
schrieb am
08.09.2011 um 10:43
Warum ist es so schwer zu verstehen für die Herren Leigt, Domscheit-Berg und auch Kraft, dass jede Warnung die Aufmerksamkeit erst auf die Sache gelenkt hätte. Manchmal ist Schweigen eben wirklich Gold und Reden nur Bulls** ...
|
|
|
schrieb am
08.09.2011 um 13:04
"Hellie Bu schrieb am 08.09.2011 um 10:43 Warum ist es so schwer zu verstehen für die Herren Leigt, Domscheit-Berg und auch Kraft, dass jede Warnung die Aufmerksamkeit erst auf die Sache gelenkt hätte. Manchmal ist Schweigen eben wirklich Gold und Reden nur Bulls** ..."
In diesem Kontext meine ich "warnen" auf einem informellen Wege und nicht per Artikel. Ich vermutete, dies nicht weiter ausführen zu müssen, weil ich diesen "verdeckten" Weg als selbstverständlich vorausgesetzt habe. Assange hat doch mit der message an`s US-Außenministerium eine durchaus sinnvolle Lösung gefunden - deutlich früher wäre nmM. deutlich besser gewesen - aber immerhin: er hat. |
|
|
Und noch eine Frage habe ich an Sie, Herr Kraft.
Wie beurteilen Sie eigentlich Ihr eigenes Schuld-Konto in dieser Angelegenheit? >shalako schrieb am 02.09.2011 um 15:06 Trägt der Autor Steffen Kraft ein erhebliches Maß an Mitschuld? ... "Sie haben verschiedenen Journalisten, die namhaft gemacht werden können, operationale Details zur Verbindung verschlüsselt veröffentlichter Daten und der Passphrase, die deren Öffnung ermöglicht, mitgeteilt. Bislang konnte diese Verbindung noch nicht gezogen werden. Mit Ihrem Tun gefährden Sie möglicherweise das Leben und die rechtlichen Interessen Dritter." ... ... "Ihr Verhalten ist in hohem Maße geeignet, die von Ihnen angeblich befürchteten Gefährdungen überhaupt erst herbeizuführen." ... Quelle: docs.dpaq.de/49-eisenberg_ddb.pdf "Gegen David Leigh und eine nicht genannte deutsche Person (zur Auswahl stehen Jakob Augstein, Steffen Kraft und Daniel Domscheit-Berg) wurden rechtliche Schritte angekündigt – wir werden sehen, wie weit man damit kommt. Eine gerichtliche Auseinandersetzung mit vermeintlichen Verrätern möchte man als Institution, die um uneingeschränktes Vertrauen wirbt, eigentlich nicht haben." Quelle: netzpolitik.org/2011/flucht-nach-vorn-wikileaks-veroffentlicht-alle-cables/ "Was war geschehen? Domscheit-Berg hatte Ende letzter Woche dem “Der Freitag“-Reporter Steffen Kraft offenbart, dass es bei Wikileaks ein Leck gegeben habe. " Quelle: blog.zdf.de/hyperland/2011/08/domscheit-berg-ein-klassisches-ablenkungsmanoever/ Hellie Bu schrieb am 02.09.2011 um 18:05 Da stimme ich zu: Es hat eine Datenpanne gegeben, an der der Guardian seinen deutlichen Anteil hatte - immerhin hat David Leigh das Passwort buchstabengetreu veröffentlicht, weil er offenbar keine Ahnung von der Verschlüsselung durch PGP hat. Diesen Umstand lässt Steffen Kraft unter den Tisch fallen - vielleicht, weil der Fretag auch mit dem Guardian zusammenarbeitet?! Ich kann es nicht so abwegig von Assange finden, einem Partner (vom Guardian) ein Passwort zu übergeben. Das ist doch ein normaler Vorgang - auch bei eteas sensibleren Daten. Normalerweise vertraut man darauf, dass, dass es nicht weitergegeben wird (zumal das vertraglich so festgelegt war). Als das Buch von Leigh erschien, waren die Daten längst gespiegelt und nicht mehr löschbar. Daher hat Wikileaks das einzige getan, was man tun konnte – möglichst niemanden auf einen Zusammenhang zwischen Datei und Passwort aufmerksam zu machen. Wenn also im Laufe des Jahres ein paar Insider den Zusammenhang kannten, ist das eine Sache – an die große Glocke gehängt haben Daniel Domscheit-Berg und der Freitag die ganze Sache!!! Mit dem Ergebnis, dass nun alles im Netz steht. Ehrlich gesagt, auf den Schachzug wäre ich nicht stolz und wäre ganz still, was das Rumhacken auf Assange betrifft.< Quelle: www.freitag.de/politik/1135-was-misstrauen-schafft |
|
|
diese protestantische schuld oder nicht-schuld zuweisungen finde ich ziemlich banal.
es gibt doch in der zwischenzeit etliche faktische analysen von jeweils verschiedenen blickwinkeln. eine davon ist zB die aus der cryptographischen perspektive hier: tinyurl.com/3fblhwg . nicht zu vernachlaessigen auch die genaue DDB timeline auf tinyurl.com/3bo2wwb , die, glaube ich, hier schon mal zitiert wurde. wenn man tatsaechlich interesse an der sache hat muss man eben ein bisschen suchen. dass das ganze ein sehr vielschichtiges kuddelmuddel aus ebenso technischen wie psychologischen ingredenzien ist, sollte doch jedem unterwegs klar geworden sein (und deshalb ist schuld oder nicht-schuld eben wirklich kein analyse standpunkt). das faengt schon da an, dass Leigh's technisches know-how auf einem niveau ist, das vor einer 7z datei in nichts als fragendes staunen ausbricht -- und das im zusammenhang mit sensiblen digitalen daten! warum JA mit derart unqualifizierten personen zusammenarbeitete, weiss er allein. |
|
|
schrieb am
07.09.2011 um 17:28
bioport schrieb am 07.09.2011 um 14:59
"diese protestantische schuld oder nicht-schuld zuweisungen finde ich ziemlich banal." Prinzipiell stimme ich Ihnen da durchaus zu. Nur wenn jemand - wie Steffen Kraft >Die anderen sind schuld< - schon in diesen Kategorien arbeitet, sollte er sich vielleicht auch einmal um den Balken im eigenen Auge kümmern. Er ist ja nun wiederhölt auf die Doppelbödigkeit seiner Argumentation hingewiesen worden; wie ich finde, durchaus schlüssig. Letztlich ist dieser Punkt doch auch eine Frage der Glaubwürdigkeit für den Autor. |
|
|
schrieb am
09.09.2011 um 16:25
Hallo @bioport
Der Vorwurf des Protestantismus trifft mich als eingefleischte Atheistin hart (sofern ich gemeint war). Normalerweise bin ich auch lieber analytisch und weniger moralisch unterwegs. „Dumm gelaufen“ oder „Murphys Gesetz“ würde die Situation eigentlich besser treffen. Doch leider wird in diesem Fall die „Schuldfrage“ permanent von denjenigen gestellt, die Wikileaks demontieren wollen. Und wenn man sich das mediale Echo anschaut, gibt es wenige, die dagegen reden. Es ist natürlich sinnvoll, die Ereignisse zu rekonstruieren, und da sind die oben genannten Blogg-Beträge „from a cryptography standpoint“ durchaus hilfreich tinyurl.com/3fblhwg. (Wobei sie auch die „Schuldfrage“ stellen – nur aus technischer Sicht.) Was die technische Kompetenz von David Leigh angeht, kann man wohl von einem Journalisten, der über ist, nicht erwarten, dass er mehr als MS-Office beherrscht. Wenn er ein guter investigativer Journalist ist, mag das durchaus ein Grund zur Zusammenarbeit sein. Und diesen Ruf hatte Leigh ja, bis er mit seinem Buch und noch mehr mit seinen Tweets wie ein bildungsferner Teeny daherkam. Unverständlich ist, warum Leigh sich offenbar weder im direkten Umgang mit den Wikileaksdaten, noch bei seinem Buch von jemandem beraten ließ, der sich technisch auskennt. |
|
|
>>LukaMowaklukamowak
01.09.2011 | 15:58 Wikileaks-Leck: Wenn Sensationsgeilheit Menschen in Gefahr bringtwikileaks openleaks medien der freitag spiegel-online ccc assange domscheit-berg Nachdem das Datenleck bei Wikileaks bekannt wurde, überschlugen sich die Meldungen. Der gemeine Tenor lautet, dass die Schuld am Leck in menschlichem Versagen zu suchen ist, aber wie so oft wird dabei die Rolle der Medien wieder einmal vergessen. Ist möglicherweise die Sensationsgeilheit der Medien mitverantwortlich für die Gefahren, denen die Informanten von WikiLeaks nun ausgesetzt sind? Es scheint an der Zeit, das Wirr-Warr der unterschiedlichen Meinungen und die Rolle der beteiligten Akteure genauer zu untersuchen. Was ist hier im Einzelnen passiert? Im Sommer 2010 treffen sich laut Spiegel David Leigh vom Guardian und Julian Assange um die Rahmenbedingungen für die Weitergabe der geleakten Daten zu vereinbaren. Dazu legt Assange die Daten in einem versteckten Verzeichnis auf einem WikiLeaks-Server ab und gibt das Passwort an seinen Bekannten weiter. Noch bevor der Guardian die ersten geschwärzten Depeschen veröffentlicht verstößt er gegen die Vereinbarung mit Assange und gibt einen Teil des Datensatzes an die New York Times weiter,welche daraufhin zeitgleich mit dem Guardian die ersten Informationen veröffentlicht. Im September 2010, bevor Domscheit Berg aus dem Projekt aussteigt, repariert er noch einen WikiLeaks Server und nimmt dessen gesamten Inhalt mit - darunter auch die verschlüsselte Datei mit den unregidierten Depeschen (was Domscheit-Berg laut Spiegel vermutlich gar nicht weiß). Die unverschlüsselte Datei war damit Assanges Zugriff entzogen. so zumindest schreibt es der Spiegel im erstgenannten Artikel Warum dieser Server kaputt war wird in den Medienberichten nicht erwähnt. Klar ist allerdings, dass Assange nun die Datei gar nicht mehr auf dem Server hatte, denn die war nun in Domscheit-Bergs Besitz übergegangen. Nachdem es zum Bruch zwischen Domscheit-Berg und Assange kommt versucht der CCC-Vorstand Andy Müller-Maguhn eine Sicherungskopie des Wikileaks-Dateiservers. Kurz darauf waren diese Daten frei im Internet abrufbar. Wer sie ins Netz gestellt hat ist laut einem Artikel des Freitags nicht bekannt. Müller-Maguhn wollte sich dazu jedenfalls nicht äußern. Im Spiegel heißt es weiter, dass Domscheit-Berg Ende 2010 eine Sammlung verschiedener mitgenommener Datein, inklusive der verschlüsselten Kabel, an WikiLeaks zurück gab. Wie dem Spiegel-Artikel zu entnehmen ist gelangen die Datensätze erst jetzt ins Netz. Dort heißt es: "Wohlmeinende WikiLeaks-Unterstützer bringen auch eine komprimierte Version aller bislang vorliegenden WikiLeaks-Veröffentlichungen über das Tauschbörsensystem BitTorrent in Umlauf. Die Unterstützer verfügen über den Datensatz von Domscheit-Berg samt der versteckten Datei." Wann wurde die Cables-Datei also ins Netz gestellt?Wer sind diese wohlmeinenden Unterstützer? Wussten Sie, dass sie die versteckte Datei haben? Und konnte Assange wirklich wissen, dass die von Domscheit-Berg mitgenommenen Kabel nun wieder auf dem Server waren? Hätte er die Verbreitung über Bittorrent dann noch aufhalten können? Im Spiegel heißt es doch lediglich, Assange hatte die Daten offenbar, nachdem er sie über dieses versteckte Verzeichnis Leigh zugänglich gemacht hatte, einfach dort liegen gelassen. Aber eigentlich war die Datei doch gar nicht lange auf dem WikiLeaks-Server, denn Domscheit-Berg hatte sie (vermutlich unwissender Weise) mitgenommen. Kritisch wurde die Situation laut Medienberichten jedoch erst als Leigh die Zeichenfolge zur Entschlüsselung der Kabel in seinem Buch veröffentlichte, dass geschah am 1. Februar 2011. Fünf Tage später, am 6. Februar forderte nun Assanges Anwalt die von Domscheit-Berg entwendeten und Wikileaks vorenthaltenen Datenbestände zurück. Das zumindest geht aus der Erklärung von Assanges Anwalt, die bei Spiegel Online veröffentlicht wurde hervor. Aber laut Medienberichten hatte Domscheit-Berg die Daten doch bereits Ende 2010 zurückgegeben. Um was für Daten geht es hier also? Hatte Domscheit-Berg die Kabel doch nicht Ende 2010 zurückgegeben? Wie konnten die Depeschen dann über Bittorrent verbreitet werden? Im August 2011 gibt Domcheit-Berg nun ein Interview im Freitag, dort sagt er: "Nein, ich habe keine Dokumente von Wikileaks mitgenommen. Und wir haben auch sonst keine Schatzkiste, aus der wir uns bedienen könnten." Daraufhin schließ ihn der Vorstand des CCC, laut verschiedenen Medienberichten auf Grund eines Vorwands, vom Hacker-Verein aus. Kurz darauf sagt Domscheit-Berg: "Seine Formulierung im Freitag-Interview sei allerdings wirklich nicht präzise gewesen und ihm bei der Autorisierung „durchgerutscht“." Weiter heißt es im Artikel des Freitags: „Als Konsequenz aus den Ereignissen auf dem Hacker-Treffen kündigt Domscheit-Berg an, dass die Wikileaks-Aussteiger die elektronischen Schlüssel sowie die mitgenommenen Daten gelöscht haben." Was denn nun Herr Domscheit-Berg? Ich dachte ihre Plattform OpenLeaks solle für Transparenz stehen. Sie selbst nehmen das wohl auch nicht so genau? Daraufhin wird es wirklich interessant: "Julian Assange reagiert mit einer Stellungnahme, in der er von direkten und indirekten Kontakten Domscheit-Bergs und seiner Frau zu verschiedenen Geheimdiensten spricht, allerdings stets versehen mit Zusätzen, die wohl Klagen verhindern sollen. „Ich weiß nicht, ob DDB sich mit dem vermeintlichen Kontakt konspirativ verhalten hat“, steht da etwa." (der Freitag) Aber weiter im Takt: In der Woche vom 15. bis 22. August telefonierten Freitag-Verleger Augstein und Assange. "Assange fürchtete um die Sicherheit von Informanten. Augstein versicherte Assange, dass der Freitag keine Informationen veröffentlichen werde, die Zuträgern der Amerikaner gefährlich werden könnten." (ebd.) Am 25. August 2011 erschient schließlich der Artikel, der das Datenleck von WikiLeaks bekannt gibt im Freitag. Dort heißt es „Die Sorge des Wikileaks-Bosses war dennoch nicht ganz unberechtigt. Denn der Freitag hat eine Datei, die auch unredigierte US-Botschaftsdepeschen enthält, im Internet entdeckt. Das für die Entschlüsselung der Datei notwendige Passwort lässt sich ebenfalls über das Internet recherchieren." (ebd.) Die Information veröffentlichte also der Freitag selbst, weshalb ihm wohl zumindest eine Teilschuld zufällt, schließlich hatte Assange versucht seine Informanten zu schützen. Am 28. August schreibt nun der Spiegel: Die Panne blieb über viele Monate unentdeckt, wurde aber in den vergangenen Tagen von OpenLeaks-Anhängern verbreitet, um den seit Monaten von Domscheit-Berg erhobenen Vorwurf zu belegen, dass "Daten bei WikiLeaks nicht sicher" seien. Sind Sie das denn auf Grund des Verhaltens von Assange oder haben daran möglicherweise (auch) andere Schuld wie beispielsweise Domscheit-Berg oder Müller-Maguhn? Und was ist mit den Zeitungen die diese Informationen veröffentlichten? Hatte Assange nicht z.B. versucht den Freitag vor einer Veröffentlichung zu warnen? Aber dem Freitag schien es wichtiger, die Informationen zu veröffentlichen, denn im Artikel steht ganz klar: Ob die Datei eine vollständige unredigierte Kopie der Botschaftsdepeschen ist, konnte der Freitag bis zum Redaktionsschluss nicht bestätigen. Das Passwort zu dieser Datei liegt offen zutage und ist für Kenner der Materie zu identifizieren. Warum veröffentlicht der Freitag diesen Artikel dann, ohne vorweg eine umfangreiche Recherche anzustellen. Ist das noch professioneller Journalismus oder Sensationsgeilheit? Die Antwort liefert der Freitag noch im gleichen Artikel: "Kann man unter diesen Umständen eine Nachricht veröffentlichen, die womöglich Whistleblower und Unbeteiligte vor einem Sicherheitsproblem bei Wikileaks warnt, die aber zugleich auch das Projekt Openleaks in Schwierigkeiten bringen könnte? Die Antwort lautet: Man muss es tun. Freitag-Chefredakteur Philip Grassmann: „Das Leaking kann eine Revolution des Journalismus bedeuten und einen ungeheuren Fortschritt für die Netzdemokratie – aber das Risiko des menschlichen Fehlverhaltens ist enorm." Aber war es das Fehlverhalten von Menschen, die am Leaking beteiligt sind, oder doch eher Menschen, die man dem Journalismus zuordnen kann? Weiter heißt es im Artikel des Freitags: "Dass Wikileaks dafür mitverantwortlich scheint, dass nun unredigierte Botschaftsdepeschen im Internet stehen sowie ein Passwort zur Entschlüsselung über das Netz recherchierbar ist, macht verständlicher, warum Domscheit-Berg sich geweigert hat, die mitgenommen Dokumente zurückzugeben. Sollte er davon gewusst haben, stellt sich aber auch in Frage, ob der Wikileaks-Aussteiger überhaupt je zu einer Rückgabe an seinen ehemaligen Kompagnon bereit gewesen ist." Tatsache ist aber (so geht es zumindest aus den verschiedenen hier genannten Medienberichten hervor), dass Domscheit-Berg die Daten zurückgegeben hat, weiter noch, er hat sie sogar an den CCC weitergegeben und daraufhin tauchten zahlreiche Daten im Netz auf. Und auch als er die Daten an WikiLeaks zurückgab dauerte es nicht lange, bis die Daten im Netz auftauchten. Genau an diesen Stellen sind es erstaunlicherweise immer unbekannte, die die Schuld tragen. Wer oder was steckt also dahinter? Schlussendlich schreibt der Freitag: "Für die Zukunft des Leaking ist das eine entscheidende Frage: Welche Organisationsstrukturen können gewährleisten, dass interner Zwist nicht am Ende Menschen gefährdet?" Man könnte vermuten, die Organisationsstrukturen müssten vor allem auf vertrauliche Journalisten setzen, die vernünftig recherchieren und ihren Informanten vertrauen, wenn diese die Gefahr sehen, dass durch eine derartige Veröffentlichung Informanten gefährdet werden. Oder zumindest sollten sie noch einmal eigene Recherchen anstellen, wenn sie an der Integrität ihres Informanten zweifeln. (Das AutorInnenkollektiv möchte mit diesem Artikel keinerlei Einzelpersonen die Schuld an den geschilderten Geschehnissen zuzuweisen, es geht darum die Mechanismen der Massenmedien offenzulegen, dazu wurden die verlinkten Quellen zurate gezogen.) << |
|
|
schrieb am
07.09.2011 um 18:04
Quelle:
www.freitag.de/community/page_not_found Nur noch im Cache auffindbar. "Wenn Sensationsgeilheit Menschen in Gefahr bringt" www.google.de/#q=spiegel+online+domscheid+berg+mitschuld&hl=de&prmd=ivnso&ei=xJFnTtHcCIT4sgbb7t31Cg&start=10&sa=N&bav=on.2,or.r_gc.r_pw.&fp=cd1ac02e8613a9e2&biw=1280&bih=841 webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:UPLwMI1gH-gJ:www.freitag.de/community/blogs/lukamowak/wikileaks-leck-wenn-sensationsgeilheit-menschen-in-gefahr-bringt+spiegel+online+domscheid+berg+mitschuld&cd=11&hl=de&ct=clnk&gl=de |
|
|
schrieb am
07.09.2011 um 22:06
|
|
|
Na,das lässt sich doch ändern.
Hier der Beitrag als PDF: www.file-upload.net/download-3719347/WikiLeaks.pdf.html |
|
|
>>Die anderen sind schuld<< - was sich in der Überschrift wie die Charakterisierung eines etwas infantilen Rechthabers liest, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als Bumerang: Ein Journalist veröffentlicht ein Passwort zu einer Datei (das er erhalten hat, um diese Datei öffnen und redigieren zu können, u.a in Hinblick auf den Schutz der Informanten) - und beschwert sich anschliessend, er habe nicht wissen können, dass diese Datei bei Kenntnis dieses Passworts auch von anderen gelesen werden kann.
Der Freitag hängt das an die grosse Glocke, der ehemalige Insider Domscheit-Berg verkündet, es gebe erhebliche Sicherheitslücken bei Wikileaks (und promotet so, auch im Freitag, sein kommerzielles Produkt, Openleaks) - und beide tun dann so, als sei diese Preisgabe der Informanten Assange zuzuschreiben, der aber zu uneinsichtig sei, dies zuzugeben. Shalako (schrieb (neben anderem Klugen) am 07.09.2011 um 17:58) berichtet über die Reaktion von Freitag-Chefredakteur Philip Grassmann: „Das Leaking kann eine Revolution des Journalismus bedeuten und einen ungeheuren Fortschritt für die Netzdemokratie – aber das Risiko des menschlichen Fehlverhaltens ist enorm." Es ist zwar noch zu früh, um zu beurteilen, welche Rolle die Veröffentlichung der Botschaftsdepeschen gerade auch für die neuerdings ‘arabischer Frühling’ genannten Umwälzungen im Nahen Osten haben, etwa, indem sie die Diskrepanz zwischen offiziellen Verlautbarungen dortiger Dikatoren und ihrer faktischen (Geheim)diplomatie transparent machten. Offenbar aber ist, dass sich der klassische Journalismus die leaks als Federn an den Hur stecken will und, z.B. via Blabla über eine angebliche Revolution des eigenen Metiers, im Spiel bleiben will. Und genauso klar ist, dass genau diese Sorte Journalismus (klassischerweise schon immer ‘embedded’) solcherart Investigation nicht gewachsen ist und die Dinge, beispielsweise über den künftigen Bezahldienst Openleaks, in geordnete Bahnen gelenkt wissen will. 'Menschliches Fehlverhalten' (Grassmann): Kein seriöser Redakteur, dem Informanten- und Quellenschutz ein Anliegen ist, plaudert Passwörter aus, und kein verantwortungsbewusster deutscher Kooperationspartner lenkt anschliessend die Aufmerksamkeit darauf, schon gar nicht, um eine unbequeme Quelle - Wikileaks - gegen eine händelbare - Openleaks - auszuspielen. Das ist yellow press, Mutter oder wen sonst verkaufen für ne Schlagzeile und den Profit. Aber klar, ‘die anderen sind schuld’... |
|
|
Es wird ganz klassisch symbolisches Kapital versenkt, neben dem Handwaschbecken, drübergestreut ein paar Osterglocken.
|
|
|
ich wuerde gern noch mal etwas gerade ruecken in bezug auf: "Wenn Sensationsgeilheit Menschen in Gefahr bringt ..."
die unredigierten cables enthalten (moeglicherweise) informationen zu informanten. gut. diese informanten sind/waren personen, die den _US behoerden_ informationen haben zukommen lassen, nicht WL. es spielt bei solch menschlichen aeusserungen, wie oben zitiert, durchaus eine rolle, dass das ein ganz anderes spielfeld mit -- mal nett gesagt -- sehr undurchsichtigen agendas ist, und mitleid ist hier mit vorbehalten zu verteilen. vom sessel aus betrachtet, ja, da ist jeder mensch ein gleicher mensch. im schlamassel selbst weiss (fast) jeder was er/sie tut wenn er/sie sich mit "dem feind" verbuendet und wen er/sie danach auf den versen hat. wenn man denn nun doch unbedingt mitleid haben will, dann seien zunaechst die USA in die verantwortung genommen, denn sie haetten ihre informanten schuetzen sollen. WL hat sich meines wissens nach von anfang an bemueht dieses verhaeltnis zu respektieren. einen vertrauenbruch gegenueber wistleblowers hat WL damit aber noch lange nicht begangen. in diesem zusammenhang verstehe (und teile) ich JA's aussage zur veroeffentlichung der cables auf WL. so jedenfalls hatten die informanten zumindest eine chance auf den gleichen kenntnisstand zu kommen wie die services. |
|
|
"Ist doch gar nicht so schlimm"
könnte bitte im Text irgendwie klargestellt werden, dass das keine Quote von JA ist, sondern eine Auslegung der US Reaktion? (ist nur eine der tendenziösen Formulierungen, aber stößt mir mehr auf als alle anderen) Zu allem anderen dürfte meine Meinung via Twitter etc bekannt sein ;) |
|
|
Schaut man auf die Vorgänge um Wikileaks, seit es mit der Veröffentlichung von Geheiminformationen begann, ist da etwas viel von Zufällen und Ungereimtheiten. Man kann versuchen, sie alle als Indizien zu betrachten und auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Zum Beispiel auf diesen:
www.blogsgesang.de/2011/09/06/wie-die-zersetzung-von-wikileaks-organisiert-wird/ |
|
|
"Ethik
Der Freitag begleitet die Testphase von Openleaks als Partner." bei aller generellen zuneigung bin ich zum schluß gekommen, dass vom freitag zum thema wiki-/openleaks kein seriöser journalismus mehr zu erwarten ist, da er direkt involviert ist. ich bin nicht sicher, ob diesem fakt mit obigem zitat ausreichend rechnung getragen wird. der freitag hat für die botschaftsdepeschen seine unabhängigkeit geopfert und ist nun spielfigur ddbs, von dem man noch nicht genau weiß, wessen figur er ist. mit augenmerk auf die journalistische ethik wäre der sauberste mögliche ausweg, der freitag beendete die zusammenarbeit mit openleaks. wenigstens jedoch müßten artikel wie dieser mit einer überschrift: "in eigener sache" als kommentar gekennzeichnet sein. |
|
|
Mir ist noch immer nicht klar warum freitag.de sich so auf OpenLeaks festgelegt hat.
Das Konzept trägt nicht zur Transparenz bei. Und durch die Aussage der Bereitstellung einer vermeintlich sicheren Infrastruktur wird hier ein trügerische Sicherheit vermittelt. Es werden nur weitere Angriffspunkte geschaffen. WikiLeaks hat eine klare Struktur. Besonders hervorheben möchte ich die Veröffentlichung der Cable Daten hervorheben. Eine wunderbare Zusammenarbeit der Community und WikiLeaks. Bereitstellung von Servern durch Unterstützer, spiegeln der Daten usw. Und es funktionierte alles ohne Probleme. Bis dann Dritte (Domscheit-Berg) durch ihr Verhalten Verrat ausgeübt haben. Und nun sitzt Freitag mit im OpenLeaks Boot. Nur das Boot bekommt immer mehr Löcher. Der Freitag hat sich letztendlich von Domscheit-Berg manipulieren lassen. Für den Freitag wäre es sinnvoll hier endlich eine neutrale Haltung einzunehmen. Denn OpenLeaks wird keine funktionsfähige Plattform bereitstellen. Diese Seifenblase wird in den nächsten Monaten platzen. |
|
|
Sorry,ein hervorheben zu viel.:-(
|
|
|
schrieb am
08.09.2011 um 12:37
|
|
|
Unsere Kritik ist beim Freitag angekommen.
Das sagt das Video aus. Herr Augstein hat erfasst das hier "alte Rechnungen" beglichen werden sollten. Und sein Hinweis auf die Schaffung eines "Kodex" ist sehr interessant. |
|
|
Kann es eigentlich sein das Herr Augstein und Herr Kraft unterschiedlicher Meinung sind ?
|
|
|
schrieb am
08.09.2011 um 15:55
@Dabularasa
"Frodos" nächster Auftritt. web.inxmail.com/wan-ifra/html_mail.jsp?params=38806+wan-ifra@wan-ifra.org+3+04cq000u0000bk5w Ganz großes Publikum! |
|
|
Dann kann der Leak-Troll wieder seine Plattform/Seifenblase propagieren.
Nur: Nichts funktioniert. Was ich nicht so ganz verstehe. Das seine Partner noch glauben das ein "Informant" nach dem Theater und Indiskretion Unterlagen etc. über ein evtl. OpenLeaks Netzwerk einsenden. Denn diese Informanten haben sicherlich keine Tomaten auf den Augen. Diese werden sich genau überlegen wem sie die Unterlagen anvertrauen. WikiLeaks wird zukünftig den Community basierten Weg gehen. Der einzig richtige Weg. Zeitungen haben sich als unfähige Partner erwiesen. Sicherlich auch weil diese kommerzielle Interessen verfolgen. |
|
|
schrieb am
09.09.2011 um 19:20
Interview @Augstein:
Thema "Menschlicher Faktor -persönliche Rache: Wie kann sich eine leaking-Plattform vor persönlicher Rache schützen? Der Hinweis von J. Augstein auf die CIA ist ganz gut, aber die Lösung für wl ist nicht so einfach wie für die CIA oder für eine Firma. Die CIA würde Rache wohl durch Drohung bzw. Liquidierung unterbinden, eine Firma hätte die Möglichkeit mit Arbeitsrecht, Zivilrecht etc. zu agieren. Ersteres macht wl nicht mit dem zweiten machen sie sich bisher nur lächerlich. - Obwohl es ein wirklicher Fortschritt wäre, in leaking-Plattformen Strukturen einzuführen, die sich am Arbeitsrecht bzw. an Vertragsbeziehungen zwischen NGOs und Ehrenamtlern orientieren. (Auf einer solchen Ebene wäre es übrigens völlig absurd, z.B. beim Weggang vom BUND, die Anteile der eigenen Arbeit, wie z.B. Datensätze aus der Datenbank einfach mitzunehmen.) Doch das Problem von wl ist, dass sie in einem weitgehend rechtsfreien Raum agieren und sich selbst dadurch nur sehr bedingt vertraglich absichern können. Das hat sich schon bei der Weitergabe der Cables durch den Guardian an die NYT gezeigt, als Assange gesagt hat, die Kopie sei gestohlen und der Chefredakteur des Spiegels Mascolo entgegnete: Hier sind nur gestohlene Kopien im Spiel (Stark/Rosenbach). Offenbar ist gerade die Presse der Meinung, die vertraglichen Vereinbarungen mit wl sein das Papier nicht wert, auf dem sie stehen. Es existieren ja z.B. schriftliche Vertraulichkeitserklärungen mit dem Guardian. Und DDBs Vorstellungen davon, was er für Rechte beim Ausstieg aus wl hätte, orientieren sich nicht an irgendwelchen juristischen Gepflogenheiten. Sowohl die Presse als auch DDB verlassen sich darauf, dass wl keinen Hebel hat, seinen Standpunkt einzuklagen. Hier können Sie ja mal einen Vorschlag machen, Herr @Augstein. Wie wäre es mit freiwilligen Selbstverpflichtungen von Journalisten, die den Umgang mit sensiblen Daten und z.B. Passwörtern festlegen? In diesem Dilemma könnte vielleicht auch moralischer Druck helfen – wobei man leider wieder bei der Schuldfrage wäre. Denn nur, wenn die Bösen ordentlich isoliert würden, hätten sie einen Grund, die Finger von den, von anderen gestohlenen, Daten zu lassen. |
Ausgabe 20/2012
16.05.2012
keine Versandkosten
kein Aufpreis
Einzelpreis: 3.60 €
>> bestellenCarta
Autoren-Blog für Politik, Medien und Ökonomie
Lobby Control
Blog von lobbycontrol.de
annalist
Anne Roth verfolgt den "Krieg gegen den Terror"
Nachdenkseiten
Das kritische Tagebuch von Albrecht Müller und Wolfgang Lieb
Reporterwelt.Blog
Blog des Korrespondenten von Weltreporter.net
Latinomedia
Toni Keppeler berichtet aus Lateinamerika
politik.de
Portal für Politik und Demokratie
Sprengsatz
Der Politikblog von Michael Spreng
Lafontaines Linke
Tom Strohschneider und Co. bloggen über die Linkspartei
Bangemachen gilt nicht
Das Blog von Jürgen Link