In einer nicht allzu fernen Zukunft wird man auf den Bundespräsidenten Christian Wulff als jenen Politiker zurückblicken, der in einer Mischung aus Amtshybris und irritierender Dummheit laut über das Führen eines „Krieges“ nachdachte, den er bereits verloren hatte. Ein ehemaliger Stadtrat aus Osnabrück, der die Bild über den Rubikon marschieren sah und damit den nächsten Schritt über den eigenen politischen Jordan machte. Ein Jurist, der nicht erkennen wollte, dass er mit der Verhinderung von Berichten über seinen Privatkredit das Erpressungspotenzial derer erhöht hätte, die es schon wussten. Ein CDU-Mann, der zunächst nur deshalb im Schloss Bellevue gehalten wurde, weil weder die Opposition noch die Kanzlerin so schnell eine machtpolitische Alternative parat hatten. Ein Staatsoberhaupt, das zu Schlagzeilen Anlass gab: „Wulff bekennt sich zur Pressefreiheit“. Was für eine Nachricht!
Im Rückblick wird die Affäre Wulff vor allem als ein Problem ihrer eigenen Bearbeitung erscheinen. Man wird daran erinnern, dass der Präsident volle Aufklärung versprach, aber immer nur eingestand, was ohnehin bekannt war. Norbert Lammert wird ein eigenes Kapitel gewidmet sein, weil der Bundestagspräsident die Medien just in dem Moment für ihre Berichterstattung geißelte, als bekannt wurde, dass das Staatsoberhaupt mehrfach in diese eingreifen wollte. Man wird sich dafür interessieren, wie ein Anruf von der Mailbox eines Chefredakteurs ausgewählten Journalistenkollegen zur Kenntnis gelangte. Die Affäre Wulff als Sittengemälde im Zeitalter von Transparenzideal und Medienmacht.
Ein Sumpf und seine Blüten
Und doch liegt der Kern der Sache nicht auf dem Anrufbeantworter des Bild-Chefredakteurs, sondern in Wulffs Nähe zu Vertretern der Wirtschaft, in den Vergünstigungen, die der CDU-Mann allein deshalb genoss, weil er ein wichtiges Amt innehatte. Der Freundschaftskredit einer Unternehmerfamilie, die Urlaubsaufenthalte bei einflussreichen Bekannten aus der Finanzwirtschaft und welche Blüten der niedersächsischen Sumpf sonst noch getrieben haben mag. Wulff hat das Darlehen durch einen besonders zinsgünstigen Kredit der BW-Bank zu einer Zeit abgelöst, als die Tochter der Landesbank Baden-Württemberg noch im Einflussbereich seiner CDU-Parteifreunde stand, von denen einer, Günther Oettinger, wie Wulff dem Andenpakt junger Unionspolitiker angehörte.
Natürlich ist das alles nicht neu. Vor Angela Merkel stand ein „Genosse der Bosse“ der Bundesregierung vor, der im niedersächsischen Netzwerk ebenfalls gut verdrahtet war. Roland Koch wechselte vom Ministerpräsidentenstuhl zum Baukonzern Bilfinger Berger, der dem CDU-Mann einen Millionenauftrag verdankte. Jürgen W. Möllemann warb auf Behördenpapier für die Einkaufwagenchips seines angeheirateten Vetters. Lothar Späth hatte seine Traumschiff-Affäre, Max Streibl die Amigo-Affäre, Jürgen Rüttgers eine Sponsoring-Affäre. Im Saarland zieht ein FDP-Unternehmer an den Strippen einer Landesregierung, die ohne das Zutun eines Grünen nie zustande gekommen wäre, der Angestellter des Liberalen war. Ein Bremer SPD-Bürgermeister und Aufsichtsratschef der Stadtwerke ließ sich von denen Strom zum halben Preis liefern. Und so weiter und so fort.
Manches reichte ins Strafrecht hinein, anderes war „bloß“ politisch anstößig. Es gab Rücktritte und Aussitzer. Die Grenzen zwischen den Formen des Nicht-Legitimen sind fließend, die öffentliche Aufmerksamkeit ist hierzulande größer als anderswo, was einerseits für eine kritischere Sensibilität der Öffentlichkeit spricht. Andererseits aber auch in gewissem Widerspruch zu der Omnipräsenz einer Geschenkökonomie steht, an der nicht nur Politiker und Unternehmer, sondern auch Journalisten teilhaben. Die einen lassen sich zum Politiker-und-Unternehmer-Essen einladen, die anderen profitieren von Rabattmöglichkeiten. Und so weiter und so fort.
Gewinnen und verlieren
Die Vorsitzende von Transparency International, Edda Müller, wollte sich dieser Tage nicht festlegen, ob die Causa Wulff zu jenem „illegitimen Lobbyismus“ gehört, den ihre Anti-Korruptions-Organisation so oft beklagt. Andere sehen im Vorzugskredit des Präsidenten den provinziellen Sonderfall einer allgemeinen Freunderlwirtschaft, in der materiell gestiftete Beziehungen andere Verfahren der Entscheidung verdrängt haben. Die Linke spricht von einem Beispiel für „die Verfilzung von Politik und Wirtschaft zu einem System gegenseitiger Begünstigung“.
Hierin, in der Personalisierung von Zusammenhängen, die sich sonst oft der direkten Erfahrung entziehen – wie war das noch mit der Krise des Kapitalismus?! –, dürfte ein Grund für die Empörung über den Bundespräsidenten liegen. Wulffs Verhalten bestätigt das Unbehagen an einem System, in dem sich die Institutionen von ihrer demokratischen Selbstbeschreibung entfernen, in dem legitime Verfahren durch Abhängigkeiten ersetzt werden, in denen Repräsentanten nicht als Vertreter der Allgemeinheit gelten, sondern als Apparatschiks im Dienste partikularer oder schlicht persönlicher Interessen.
Früher hätte man Wulffs Einbettung in „sein“ Netzwerk vielleicht als Beleg für die Theorie vom „Staatsmonopolistischen Kapitalismus“ angesehen, nach welcher der ökonomische Einfluss von Konzernen über direkte Verbindungen immer stärker in die politische Sphäre hineinreicht. Heute fällt einem eher Colin Crouchs Kritik an einer Postdemokratie ein, in welcher der Einfluss privilegierter Eliten, zu denen vor allem bestimmte Unternehmer gehören, das Ideal vom Souverän untergräbt.
„Eines der wesentlichen Wesenselemente von Demokratie ist“, hat Wulff zu seiner Wahl 2010 gesagt, „dass man auswählen kann, dass man gewinnen kann und dass man verlieren kann.“ Der Präsident hat die Nähe zu Unternehmerfreunden gewählt und dabei ein paar Zehntausend Euro gewonnen. Verloren hat die Demokratie.
Eine Frage der Nähe – über Sumpf, Seilschaften und das Strafgesetzbuch
Klüngel
Klüngel gibt es nicht nur in Köln. Doch wer vom „Knäuel“ aus Gefällig- und Abhängigkeiten spricht, kommt an der rheinischen Variante nicht vorbei. Fälle wie jener des Unternehmers Trienekens und die Müllverbrennungsanlage, der zugleich ein Parteispendenskandal war, gehen über Korruption hinaus – sie offenbaren eine regionale Kultur der Interessendurchsetzung, die auf Institutionen des Alltäglichen, des Vor-Politischen gründet, etwa Karnevalsvereinen. Woanders würde man von Sumpf, Seilschaften oder Nepotismus reden. Nicht so in Köln: „Nehmt mich auf in Euren Klüngel!“, soll Oberstadtdirektor Rossa 1977 vor dem Rat ausgerufen haben – unter allgemeinem Beifall.
Karrieren
Wie sich Parteien Einfluss tief in die gesamte Gesellschaft sichern? „Durch Ämterpatronage“, hat Ex-Bundespräsident Richard von Weizsäcker einmal geantwortet. „Treue Dienste werden mit Positionen aller Art belohnt.“ Oder anders herum: Für Amtsleiter, Richter und Posten im öffentlichen Rundfunk ist ein Parteibuch nicht nur hilfreich, sondern oft eine Bedingung, die wiederum mit unausgesprochenen Ewartungen verbunden ist. Mit Proporz lässt sich diese politische Karrierewirtschaft nicht legitimieren, denn sie wuchert nahe der Korruption. „Alle Parteikämpfe sind nicht nur Kämpfe um sachliche Ziele“, wusste schon Max Weber, „sondern vor allem auch: um Ämterpatronage.“
Korruption
Was Korruption ist, wird vom Strafgesetzbuch anders bestimmt als in der politischen Öffentlichkeit. Die Organisation Transparency International etwa subsumiert darunter „den Missbrauch anvertrauter Macht zum privaten Nutzen oder Vorteil“ – ein weites Feld, auf dem sich auch ein Vorzugskredit abspielt, den eine Person nur wegen ihres herausgehobenen politischen Postens erhält. Das Strafgesetzbuch wiederum zählt Bestechung und Bestechlichkeit, Vorteilsannahme und -gewährung zur Korruption. Christian Wulff kannte den Unterschied, unterließ es aber dennoch, anders zu handeln: „Nicht alles was juristisch rechtens ist“, gestand der Präsident unter Druck, „ist auch richtig.“
Kreise
Wenn Verbände oder Gewerkschaften ihre Interessen in Politik und Gesetzgebung einbringen, dann ist das Lobbyismus – und der wäre als „fünfte Gewalt“ in idealer Form auch kein Problem. Doch es gibt auf diesem Parkett weder genügend Regeln noch Gleichberechtigung. Im Ringen um Einfluss haben die einen mehr Geld, die Interessen anderer werden immer schon „mitgedacht“. Und dann gibt es noch jene Kreise, für die schon einmal eine Geburtstagsfeier im Kanzleramt ausgerichtet wird – wie 2009: Als die Öffentlichkeit die Gästeliste sehen wollte, musste sich nicht Jubilar und Deutsche-Bank-Chef Ackermann ertappt fühlen. Von dem hatte man mehr Distanz nicht erwartet. Von der, die unter ihm regiert, schon. TS
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Mehrere Äusserungen Wulffs waren gelogen. Sein Anruf bei Bild diente nicht dazu, den geplanten Beitrag um einen Tag zu verschieben. Das Erscheinen des Beitrags sollte verhindert werden!
www.bild.de/politik/inland/wulff-kredit-affaere/bild-bittet-wulff-um-transparenz-21916856.bild.html www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,807250,00.html Die erkennbaren charakterlichen Mängel in seiner Person vertragen sich nicht mit dem Amt des Präsidenten. Er muss zurücktreten. |
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Der Artikel ist ein luzider und differenzierter Abgesang auf das, was wir DEMOKRATIE nannten! Was mich befremdet, ist der fast
zeitgleiche SPON-Kommentar des FREITAG-Herausgebers: "An diesem Platz kann man sich jetzt auch den Bundespräsidenten ganz gut vorstellen", nämlich dem untersten in der Hölle, ist da etwa zu lesen. Nicht wird von ihm hinterfragt, wie Medien, Wirtschaft und Politik in ihren jeweiligen Interessen- verflechtungen und Vorteilsansannahmen zusammenwirken - zugleich ist keinerlei SYSTEMkritik zu vernehmen. Mehr als, um in seiner Metaphorik zu bleiben, eine "lässliche Sünde". Zumal erscheint es zunehmend abstrus, wie und dass er sich mit einer BILD-Bohne immer noch glaubt medial inszenieren zu müssen ... Teilen Sie ihm dies doch mal gerne mit! Noch mal sei gedankt für IHREN Beitrag! |
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schrieb am
08.01.2012 um 13:05
Dank an Tom Strohschneider und den Kommentator. Ohne diese und ähnliche Beiträge wäre der Freitag ein belangloses Blatt.
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Ihr Artikel zielt absolut in die richtige Richtung. Der Verquickung zwischen der Wirtschaft und der Politik ist das eigentliche Problem. Wir haben längst griechische bzw. italienische Verhältnisse, nur mit dem Unterschied, dass ein leistungsfähiger Mittelstand mit ebenso leistungsbereiten Arbeitnehmern das ganze System aufrecht erhält. Aber auch da findet Korruption und Vetternwirtschaft statt.
Ein weiteres Problem sind die Hinterbänkler, die in den Parlamenten sitzen und für die ihr Abgeordnetengehalt nur ein Zubrot darstellt. In Berlin ist ein Heer von Lobbyistenverbänden angesiedelt. "Leihbeamte" dieser Interessenvertretungen schreiben direkt die Gesetzesvorlagen oder beeinflussen sie maßgeblich. Das nennt man dann Referentenentwurf. Diese Entwürfe passieren die Parlamente zumeist ungehindert. Wie lange wollen wir uns das noch gefallen lassen? Wir haben in der Tat eine systemische Krise der Demokratie. Wenn Wulff jetzt seinen Hut nehmen muss, weil er - wie Augstein zu Recht anmerkt - sein Würde verloren hat, ist das doch nur ein Placebo zur Beruhigung der Volkseele. Danach geht es wie gehabt weiter. |
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@blog1
Sehr richtig erkannt! Es wird sich nichts am bestehenden, korrupten System ändern, wenn Wulff geht! |
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So gesehen wäre es doch der Gipfel der Glaubwürdigkeit, Friede Springer als Bundespräsidentin zu installieren (wahlweise auch Ackermann; vielleicht als würdigen Gegenkandidaten - wg. des Unterhaltungswerts des ohnehin sauteuren Demokratie-Staats-Theaters).
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schrieb am
08.01.2012 um 03:17
>>So gesehen wäre es doch der Gipfel der Glaubwürdigkeit, Friede Springer als Bundespräsidentin zu installieren<<
Oder den Bundesrentenminister a.D. Maschmeyer? Der wäre doch der ideale Repräsentant der Bonzenrepublik Deutschland (BRD). Aber Leute wie Friede Springer oder Maschmeyer kandidieren nicht: sie lassen regieren. Die Familie Guttenberg ist eine Ausnahme. Ohnehin andere Liga. |
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"Die "Bild"-Zeitung will die Unklarheiten über den ominösen Anruf von Christian Wulff bei Chefredakteur Diekmann ausräumen. Das Blatt plant, den Wortlaut der Mailbox-Nachricht zu veröffentlichen - und setzt damit den Bundespräsidenten unter Zugzwang: Er soll seine Zustimmung geben." (aktuelle Schlagzeile bei spiegel.de)
Ich hatte mich gestern gefragt, ob die "Mailbox-Affäre" der "Griff zum Wegwerfen" sein soll, den der "Egon-Eklat" nicht liefern will (oder darf?). Gerade lese ich Jakob Augsteins Komumne und bin nun vollkommen verwirrt. Was er schreibt ist richtig. Ich werde nur das Gefühl nicht los, dass es hier längst nicht mehr um Wulff geht, sondern über verletzte Eitelkeiten im Springer Konzern. Schwer, das zu formulieren, ohne unnötig Partei für Wulff zu ergreifen. Nichts gegen einen guten (Macht-)Kampf, aber fair sollte er doch sein. Was wird das jetzt? Rettet Springers Kai Diekmann mit seiner Mailbox nun im Alleingang die Pressefreiheit in Deutschland? Und bewahrt er damit das Gesicht Nachkriegsdeutschlands in der Welt? Ich bin raus. Für mich steht mittlerweile fest, dass es hierbei um etwas geht, das wir (noch) gar nicht wissen. Zu viele Ungereimtheiten, zu viele unglückliche Zufälle. Zu viel Nachtritt und Nachdruck. Zu viel Speicherplatz auf Diekmanns AB. Fegefeuer der Eitelkeiten. Was soll ich denn jetzt schlimmer finden? Dass Wulff versucht hat, der Presse Druck zu machen oder dass Springer den Präsidenten für uns stürzt? Mir wär genau das wichtig, was Tom Strohschneider im Artikel beschreibt: Das am Ende dieses Rambazamba feststeht, dass Wulff wegen Verquickung seiner politischen Ämter mit allerlei anderweitigen Interessenslagen gegangen wurde. Zu Befürchten bleibt jedoch, dass der Schlussakkord lauten wird: Don't ever mess up with Friede S. Verstört zurückbleiben bitte! - O.K., mach ich.. |
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@ Herr Katzer
"Was soll ich denn jetzt schlimmer finden? Dass Wulff versucht hat, der Presse Druck zu machen oder dass Springer den Präsidenten für uns stürzt?" Die Antwort lautet, beides ist gleich schlimm. Ein perfides Spiel um die Macht mit einem "Bauernopfer" Wulff, der glaubte, zum Kreis der Schönen und Reichen zu gehören und jetzt feststellen muss, dass er zwar gute Freunde hatte, die ihn für das missbraucht haben, das er am meisten bewundert hat. Ein Realitätsverlust, den er jetzt teuer bezahlen muss. Tröstlich für ihn, dass ihm noch der Ehrensold bleibt. Peanuts für die wirklich Mächtigen in diesem Lande. |
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schrieb am
05.01.2012 um 23:05
@blog1,
hervorragend geschrieben. Kann mich voll diesen Ihren Argumenten anschließen. |
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@blog1,
ja ein böses perfides Spiel, in dem man Wulff wahrscheinlich auch nur für gewisse Zwecke benutzt hatte. Und das das Kapital, in diesem Falle Springer, mehr Macht als alle anderen besitzt empfinde ich viel schlimmer und gefährlicher!! Als die Inanspruchnahme einer Kreditvergünstigung. Die Presse- und Meinungsfreiheit ist doch durchs GG garantiert. Wenn jetzt Gauck als neuer BP antritt, haben wir endgültig verloren. Denn Gauck ist für mich ein Heuchler, weil Wendehals. Und die Kirche hat zu DDR-Zeiten sehr eng mit dem Staat zusammen gearbeitet. Mit der Stasi allemal. Auch Gaucks Herkunft, was sein Elternhaus angeht, lässt tief in den Abgrund blicken. Mir ist das alles suspekt. Das man jetzt so an Wulff sägt und ihn stürzen will. Denn es geht demnächst um die Errichtung des ESM. Dazu müssen Gesetze (das GG?) geändert werden, damit Brüssel mehr Macht über die Parlamente bekommt. Und dahinter steckt wie immer die Wirtschaft, das Kapital. Da denke mal jeder drüber nach. Hier wird gespielt vom feinsten. |
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Ein prägnanter, erhellender Artikel.
Doch möchte ich anmerken, dass Wulff nicht in irritierender Dummheit agiert hat, sondern ein gerissenes Hündchen ist. In dem ARD/ZDF- Interview zeigte Wulff deutlich Karl-Theodor- Qualitäten. Wulff rückte von sich selbst ab und sprach immerzu von "man". Als ob es ein anderer gewesen sei, der gerne telefoniert und Kredite abschließt. Wulff ist ein Blender und gehört zu dem neuen Typus Politiker (oder generell gesprochen Mensch), der wie modernes Autodesign funktioniert: Glatt, auf den ersten Blick schön rund (meint pseudooffen und pseudozugänglich), klobig und platzeinnehmend. Da ein Modell aber dem anderen gleicht und man einen Porsche SUV nicht mehr von einem Audi unterscheiden kann, fehlt Charakter (ich sage hier auch mal im ursprünglichen Sinne Charisma). Und vor allen Dingen eine ethische Haltung. Ich denke oft auch an Horst Köhler, den man abservierte, weil er kein Konformist war. Wulff ist ein gerissener im Schafspelz. Zum Interview: Schausten und ihr ARD- Kollege haben zu seicht gefragt, waren nicht präzise genug, haben nicht nachgehakt. Warum stellten sie nicht die auf der Hand liegende Frage: Herr Wulff, wollen Sie nicht auch deshalb im Amt bleiben, weil Sie an Ihre Pension denken? Und so, wie es auch schon der Artikelschreiber formulierte, sind auch die Medien verstrickt. Dass ein Interview so abgekartet wie ein Schaukampf verlaufen kann, finde ich unglaublich! Zumal es sich um öffentlich-rechtliche Sender handelt. Da geht es um Verantwortung. Hatten sie etwa angst, unangenehme Fragen zu stellen, weil man es sich dann mit der polit. Elite verscherzt? No transparency auch hier! Ich vermute, dass ARD und ZDF vorher die Fragen zusenden mussten, dass Wulff (wie es auch an anderen Stellen anklang) genug Zeit zur Vorbereitung hatte. Vielleicht gab es sogar Absprachen, die es verboten haben, spontane Fragen im Gespräch stellen zu dürfen. Und dann am Ende: der SWR- Kommentator in der ARD (im Rahmen der schlaffen Tagesthemen), der Wulff verbal wieder fest ins Amt gefaselt hat. Die Tagesthemen waren reine Zuhilfe für Wulff. Die Akte Wulff ist beschämend für die Demokratie, für die Politik und auch für die ARD und das ZDF! |
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@ aleata
"Wulff ist ein gerissener im Schafspelz". Wulff ist ein Emporkömmling, der es aus einfachen Verhältnissen geschafft hat, ganz nach oben zu kommen. Ähnlich verlief im Übrigen die Karriere von Schröder. Solche Leute wie Wulff mit diesem sozialen Hintergrund sind sehr ehrgeizig und sie wollen dazugehören zu denen, die sich Anerkennung und Reichtum nicht selbst erarbeiten mussten. Wulffs Bewunderung für erfolgreiche Unternehmer wie z. B. Herrn Machmeyer war schon frühzeitig erkennbar, er suchte ihre Nähe wie die Motte das Licht. Es interessierte ihn nicht, wie Maschmeyer zu seinem Vermögen gekommen ist. Erfolg um jeden Preis, weil nur das Eine zählt, Geld und die damit verbundene Anerkennung. Und dann nennt er diese Leute auch noch seine Freunde. Welch ein Realitätsverlust mit dem jetzt harten Aufschlag im medialen Schlachtfeld der Bildzeitung, ein übles Schmierblatt, das nicht mit der Wimper zuckt, Existenzen mit einem Artikel zu vernichten. Wer sich mit dem Teufel einlässt, braucht sich nicht zu wundern, wenn er am Ende geröstet wird. Ich glaube nicht, dass die an Wulff gestellten Fragen ihm vorher bekannt waren. Es lag doch auf der Hand, welche Themenkomplexe behandelt werden sollten. Womit Sie allerdings Recht haben, ist, dass es eine Art stille Übereinkunft gab, Wulff nicht zu sehr in die Enge zu treiben. Und Wulff hatte - wahrscheinlich zusammen mit einem Medienberater geübt- wie er sich verhalten soll. Auf die Wirkung kommt es an, nicht auf das, was er sagt. Die devote Grundhaltung "Ja, ich habe Fehler gemacht und dafür entschuldige ich mich" und "ich verdiene ein zweite Chance, man möge mich bitte erst am Ende meiner Amtszeit beurteilen". Das kommt an beim Normalbürger. Und nur das zählt. |
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Danke für die weiterführende Anmerkung zur Wulffsnatur. ja, er ist auch ein Emporkömmling, der gelernt hat. A campy guy.
Dank auch für den Verweis auf "Gas-Gerd" Schröder. Ein treffender Vergleich. Sowieso hinterfragt in dieser Nation niemand mehr die Machenschaften von Schröder, der nicht nur eine Partei (genauso wie Oskar) in den Ruin geführt hat, sondern die Ära der Suprematie der Performation über die Policy eingeläutet hat. Und ich sehe es genauso wie Sie, dass die Hinterbänkler eine große Rolle spielen und die Seilschaften. Der Fall Wulff stellt auch die Frage nach der direkten Partizipation des Volkes an einer Wahl des Bundespräsidenten. Und: Mich würde im Zusammenhang mit Verstrickungen noch interessieren: Was hatte Gerhard Schröder beim Pressetermin bei Karstadt zu suchen, als das Unternehmen verkündete, dass Berggruen den Konzern rettet? Kam Schröder nur zum Sekttrinken vorbei oder wollte er seine Berluti- Schuhe ausführen? Achtung: Auch die nobelsten Treter lösen sich einmal in Nichts auf! Das geschieht exemplarisch in Christian Krachts Roman "1979", in dem ein reicher Junge aus guten Hause den Boden unter den Füßen verliert. Wo wir wieder bei Karl-Theodor sind. |
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schrieb am
07.01.2012 um 20:02
Liebe aleata,
ich bin nicht der Meinung, daß Wulffs Problem - d.h. auch das Problem von Wulffs politischem Überleben - die Nähe zu der Wirtschaft ist; wie oben ausgeführt, gehört die leider zur Politik, und bei näherer Untersuchung würde sich wohl niemand in den oberen Rängen als vollkommen sauber herausstellen. Nein, sein Problem ist die eigene Verteidigungsstrategie, und da staune ich immer wieder, wie stümperhaft und ohne Format die ist. Was mach(t)en eigentlich sein Pressesprecher und seine Anwälte? Wahrscheinlich ist der Mann weitgehend beratungsresistent, und benutzt sein Umfeld nur als Boten. (Interessant wäre auch, die Rolle seiner Frau bei dem Ganzen zu kennen, oft benehmen sich verliebte ältere Ehemänner wie ausgemachte Dummköpfe.) Seine Botschaft auf dem Anrufbeantworter der Bild-Zeitung - das ist wie wenn ein Dieb sein Photo einschließlich Visitenkarte in die Tasche des Bestohlenen steckt. Und so geht das Erklärung für Erklärung, Interview einbegriffen. Die Salamitaktik erinnert übrigens an den ehemaligen österreichischen Präsidenten Kurt Waldheim. Er ist natürlich auch ein Geschöpf Angela Merkels, so wie ehemals Köhler. Präsidenten von der Kanzlerin Gnaden. Die Umstände der gegenwärtigen Affäre sind genauso peinlich wie die Umstände von Wulffs Wahl. Sie verträgt offenbar niemand auch nur ansatzweise neben sich, jemanden wie Richard von Weizsäcker. Selbst Ursula von der Leyen wäre zu selbstständig gewesen, geschweige denn ein Joachim Gauck, der ja politisch nicht soo weit entfernt sein mag. Nebenher, was mich doch rührt: wie billig so ein Ministerpräsident zu haben ist. Vergünstigter Privat- und dann Bankenkredit, über den er stolpert: es ging um ein paar Tausend Euro. |
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@blog1,
ich finde diese Stellungnahme zu Wulff jetzt aber doch sehr vermessen. Woher weißt du wie Wulff tatsächlich ist?! Kennst du ihn persönlich?! Ich finde, dass dies Unterstellungen sind. Wenn ich auch verstehe, das es deine Wahrnahme der Dinge ist. Nur eben ist diese subjektiv. Das Wulff wie so viele nach oben wollte mag wohl so sein. Wer will denn das nicht?! Selbst der Otto-Normal-Bürger will sich "Oben" mit einreihen. Zumindest in der Nähe. Vielleicht wollte aber auch Wulff dabei ehrlich und im Sinne der Demokratie handeln. Vielleicht hat man auch Wulff den Kredit sozusagen in die Hand gelegt?! Intrigen stehen in der Politik an 1.Stelle. Und keiner weiß, wie es wirklich abgelaufen sein wird. Und hinter Wulff steht eine junge, starke Frau. Es sind immer Frauen, die ihre Männer zur Karriere verhelfen. Da gibt es noch mehrere Aspekte, die man beleuchten könnte. Es ist ein Zusammenspiel von vielen kleinen Puzzelteilchen. Für Wulff gibts keine so eindeutigen, plausiblen Erklärungen. Da gehört mehr dazu. Das wäre zu einfach und nicht objektiv. Und um an solch eine Position wie dem BP zu gelangen, reicht eigenes Handeln wohl nicht aus. Dazu Bedarf es dann doch mehrere. Fakt ist, dass Wulff mit seiner Rede die Bundesregierung in Lindau angemahnt hatte. Sich für den Erhalt der Demokratie aussprach. www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europas-schuldenkrise/tagung-der-wirtschaftsnobelpreistraeger-die-rede-von-christian-wulff-in-lindau-11124112.html Ob das nun geheuchelt ist oder ehrlich, sei dahin gestellt. Jedenfalls fing danach die Sezierung Wulffs durch die BILD doch erst so richtig an. Auch benutzen sich Menschen gern gegenseitig. Kann sein das Wulff den Spieß auch einfach umgedreht hat. Da er erkannt hat, welches Spiel man mit ihm treibt. Wissen tun wir es jedenfalls nicht! Unterstellen können wir ihm aber vieles. |
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schrieb am
09.01.2012 um 14:26
@KarinL.
"Vielleicht wollte aber auch Wulff dabei ehrlich und im Sinne der Demokratie handeln. Vielleicht hat man auch Wulff den Kredit sozusagen in die Hand gelegt?! Intrigen stehen in der Politik an 1.Stelle. Und keiner weiß, wie es wirklich abgelaufen sein wird. Und hinter Wulff steht eine junge, starke Frau. Es sind immer Frauen, die ihre Männer zur Karriere verhelfen. Da gibt es noch mehrere Aspekte, die man beleuchten könnte. Es ist ein Zusammenspiel von vielen kleinen Puzzelteilchen." Ich finde es unerträglich, wie Sie (und auch andere) versuchen Wulff zu einem Opfer zu stilisieren. Jetzt ist Wulff also nicht nur Opfer eines Systems, das ihm quasi mit Gewalt den „Kredit“ in die Hände gelegt hat, nein, Christian Wulff ist auch noch Opfer seiner Ehefrau Bettina. Darf ich fragen, was für ein eigenartiges Frauen- bzw. Männerbild hinter Ihren Annahmen steckt?! Das würde ja bedeuten, dass mit der Eheschließung das eigenständige Denken aufhört. Genauso wie mit der Übernahme eines politischen Amtes. Niemand hat Wulff zu diesen Machenschaften gezwungen. Im Zusammenspiel dieser „kleinen Puzzleteilchen“, wie Sie es formulieren, tun sich Abgründe auf! Ich weiß nicht, ob Ihnen die Dimension dieses Skandals überhaupt bewusst ist. (Und nein, derartiges Verhalten ist nicht normal und keinesfalls „usus“, da muss ich Sie enttäuschen - auch das "System" kennt Grenzen.) „Fakt ist, dass Wulff mit seiner Rede die Bundesregierung in Lindau angemahnt hatte. Sich für den Erhalt der Demokratie aussprach.“ Wissen Sie, das eine ist, was man sagt, das andere, was man tut. Wulff mag in Lindau eine flammende Rede für den Erhalt der Demokratie gehalten haben. Durch sein Handeln hat Wulff die Demokratie jedoch mit Füßen getreten. Ich bin nun wirklich weit davon entfernt, eine Bild-Leserin zu sein und trotzdem nötigt mir die gute Recherchearbeit der Bild (und anderer Zeitungen) tiefen Respekt ab. Die hervorragende Arbeit der Presse in diesem Fall zeigt doch, dass unsere Demokratie eben doch nicht ganz verloren ist (und in Zukunft wünsche ich mir mehr davon). Natürlich haben Sie recht, wenn Sie sagen, dass Wulff Teil eines Systems ist. Wulff ist aber nicht dessen Opfer. |
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@L.Berit,
da haben wir ja etwas gemeinsam. Nämlich die Unerträglichkeit, wie Wulff behandelt wird :-) Und das BILD gute Recherche gemacht hat, können Sie eigentlich nur behaupten, wenn Sie BILD dazu gelesen haben. Wenn Sie sich schon so für BILD einsetzen, warum fragen Sie sich nicht dies: Warum hat BILD erst jetzt angefangen in Wulffs Leben zu bohren? Als Wulff Ministerpräsident war, hatte BILD schon genug Zeit dazu gehabt!! Es ist mehr als auffällig, dass man gerade jetzt an Wulff so werkelt. Und die Demokratie, die wir noch nie wirklich hatten, wird doch andauernd mit Füßen getreten. Da kommt es auf einen mehr oder weniger auch nicht mehr an. Ich verstehe auch nicht, wieso Wulff die Demokratie mit Füßen getreten hatte?! Der Kredit war seine Privatsache. Und überhaupt...warum zeigt die BILD Wulff nicht einfach an?! Wir leben immer noch in einem Rechtsstaat!! Wo man einen nur per recht und Gesetz schuldig sprechen kann. So einfach ist das. Was Sie machen ist Rufmord und Mobbing dazu. Lesen Sie doch mal hierzu etwas aus der Taz. www.taz.de/Die-Woche/!85200/ Und Herr Küppersbusch ist nun wirklich ein sehr intelligenter Mann, ohne Zweifel. :-) |
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schrieb am
09.01.2012 um 16:14
@KarinL.
"Der Kredit war seine Privatsache. Und überhaupt...warum zeigt die BILD Wulff nicht einfach an?! Wir leben immer noch in einem Rechtsstaat!!" Richtig, und deshalb liegen der Staatsanwaltschaft ja auch schon etliche Strafanzeigen gegen Wulff vor. Was den privaten "Kredit" (und alles drum herum) anbetrifft, siehe folgenden Artikel aus der FAZ. Die FAZ spricht mittlerweile ganz unverblümt von "Korruption": www.faz.net/aktuell/feuilleton/wulff-debatte-der-einbruch-des-halbseidenen-in-die-politik-11597750.html Oder ist Korruption für Sie auch "Privatsache"?! |
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@L.Berit
Sie sprechen von Korruption, die noch nicht einmal ein Richter entschieden hat! Sie betreiben ja schon wieder Rufmord, tzzt... Und schön, wenn jetzt die Staatsanwaltschaft ermittelt. Dann wird sich dieses Schmierentheater ja endlich bald erledigt haben. Mir ist es egal wie es aus geht. Im Endeffekt entscheidet das Recht! Eine BILD steht jedenfalls NICHT über einem Verfassungsorgan. Wie Herr Küppersbusch das so schön bemerkte. Auch wenn sie dieses gerne hätten :-) |
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Was schreibt Colin Crouch in seinem Buch "The Strange Non-Death of Neoliberalism"? "Civil society, as we have come to understand it today, operates in the interstices left among the great erections of political and economic power, like little houses springing up busily and untidily, creating vitality in a street dominated by the inaccessible security-controlled doors of skyscrapers. Since it contains a vast erray of competing groups, with different and sometimes opposed moral agendas, it also embodies a kind of moral relativism. But this is moral relativism only at the meta-level of the character of the system as a whole. Within it the great majority of participants acts with moral purpose. In societies that contain a plurality of rival values, where no religion or set of beliefs has hegemony, that is all we can hope for." (S. 161) Wulff steht an der Spitze des Staates. Er ist sozusagen die Meta-Ebene. Und sagt man nicht, dass der Fisch vom Kopfe her stinkt? Doch ist das, was Colin Crouch in seinem Buch schreibt, auch wenn seiner Analyse weitgehend zuzustimmen ist, nicht wirklich ein Trost oder eine Hilfe, denn wie schreibt er auf Seite 177: "I said in the Preface that this book is directed at those who have to cope with the world rather than those who try radically to reshape it. But coping can include campaigning successfully for many minor victories." Was wäre der Rücktritt von Wulff? Ein solch 'minor victory'? Was wäre aber dadurch gekommen? Der Kapiatlismus - Meta-Ebene! - will den totalen Sieg und das Gesicht der Welt total nach seinem Anlitz zu verändern ("to reshape it"). Mit weniger gibt er sich nicht zufrieden. Da helfen "minor victories" gegen ihn gar nichts! Insofern wäre auch nichts dadurch gelöst, würde Wulff - mag er sich auch momentan dagegen sträuben - seinen Hut nehmen. Aber überhaupt: Ich würde mich weniger auf Colin Crouch als vielmehr auf David Graebers "Debt. The First 5,000 Years" beziehen. Das nicht nur deswegen, weil - wie es scheint - die Redenschreiber von Wulff ein 'proverb' daraus geklaut (?) haben. (Frank Schirrmacher erwähnt, dass in dem Buch und in einer Rede Wulffs die gleiche 'Lebensweisheit' erwähnt wird.) In dem Buch unterscheidet Graeber vereinfacht gesagt zwischen zwei Arten von Ökonomie. Die eine Ökonomie nennt er 'human economy'. In der regelt nicht Geld, sondern die Beziehungen der Menschen unter- und zueinander das Leben und Miteinander. Die andere Ökonomie ist die, in der das Geld alle Bereiche des Lebens durchdrungen hat und man alles nur noch in Geld-Relationen bewertet, kurz: das heute allgemein gültige Wirtschaftsmodell. Es ist das Wirtschftsmodell, was uns von den Neoliberalen als das effektivste der Welt verkauft wird und das so effektiv ist bei der Zerstörung seiner eigenen Grundlage, dass es jedes Mal vor sich selbst gerettet werden muss, um nicht die ganze Welt gleich mit in den Abgrund zu reißen. (Es ist halt nur die Frage, wie das noch gelingen kann, wenn es nicht nur um reine Rechenoperationen geht, sondern wenn auch die natürliche Basis vollkommen zerstört ist. Aber das ist ein anderes Thema.) Es ist jedenfalls ein System, das in der jetzigen Form auch von so jemanden wie Wulff durch seine Politik möglich gemacht wurde. Wie es aber nun scheint, wird er selber Opfer dieses Systems, weil er - wie Klaus Raab - schreibt, nicht begriffen hat, dass er nicht der Freund von Diekmann ist, sondern nur ein Geschäftspartner. Wulff hat, obwohl er ein Vertreter des Neoliberalismus ist, noch in den alten Denkschemata der 'human econony' gedacht. In gewisser Weise ist es rührend. Aber vielleicht ist es auch nur ein Beispiel von dem 'moral relativsm' Crouchs. Und ist der nicht das kleinere Übel Crouch zufolge? Ich denke: eher nicht.
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Es war nicht der linke investigative Journalismus, der hinter das inszenierte Leben Wulffs blickte und diese dunkle Seite an die Oberfläche brachte. Es war der Boulevard-Journalismus, der einen Türspalt breit einige Einblicke in die oberen Etagen der Vetterleswirtschaft gewährte. Doch dieser kurze, scharfe Blick in das Geben und Nehmen der 1-Prozent-Klasse genügte, sich medial zu vergegenwärtigen, dass die Bundesrepublik nur dem Papier nach eine Demokratie ist. Der Wulffsche Charakter ist der Charakter der Zeit. Diesen Leuten wird gewährt, bis zum ersten Repräsentanten dieses Staates aufzusteigen. Jemand wie Wulff wurde dort hingelobt, nicht nur von wirtschaftsnahen Verbänden, sondern auch von der Bundeskanzlerin, die Wulff schon über viele Jahre kennt. Das alles spiegelt die Verfasstheit unseres Gemeinwesens wider. Das Positive daran ist: Wir sind gezwungen hinzuschauen. Ein Ansatz fürs Umdenken. Doch soweit wird es vermutlich nicht kommen. Zu komplex, zu trickreich sind die Fäden gesponnen, die nach außen die Demokratie aufscheinen lassen, im Inneren jedoch abwürgen. Und: Die Presse darf sich da nicht ausnehmen.
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Beispiel einer die Demokratie aushöhlenden Presseberichterstattung über das Ehepaar Wulff aus dem Springer-Verlag, Welt-Online vom 01.07.2010:
Bettina Wulff, die ihren Christian 2006 geheiratet hat, die sehr athletisch ist und nicht ohne Ehrgeiz, hatte bisweilen sogar etwas zuviel Schwung. Man guckte dann etwas komisch im Landtag zu Hannover. Nicht wegen des Tattoos am Oberarm, so spießig ist man selbst an der Leine nicht mehr, wie das manche Zeitungen vermuten. Eher schon, weil sie gelegentlich nicht so ganz exakt zu unterscheiden wusste, was geht, wenn man Ministerpräsidenten-Gattin ist. Und was nicht. Das einzige, winzige Skandälchen jedenfalls, das jemals an Christian Wulffs landesväterlicher Fassade kratzte, verdankt er, so erzählt man es in der niedersächsischen Union, seiner Frau Bettina. Sie sei es gewesen, die bei einem Empfang in der Hauptstadt Air-Berlin-Chef Joachim Hunold getroffen habe. Ergebnis der Plauderei: Der Ferienflug der Wulffs nach Florida wurde etwas komfortabler als bezahlt. Air Berlin stufte die Familie kostenlos in die Business-Class hoch. Ein Vorteil, den er, wie Wulff später bekannte, nicht hätte annehmen dürfen. Ein Anfängerfehler, der den auf seine persönliche Integrität penibel achtenden Ministerpräsident enorm gewurmt hat. Damals sprach Wulff schon von "Anfängerfehlern". Diese Argumentationsfigur wiederholte er im aktuellen Interview, indem er darauf verwies, dass er in seinem Amt noch lerne. Der Vorgang der Vorteilsnahme zeigt auch, dass Wulff sich treu geblieben ist. |
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5. Januar 2012 um 8:52 Uhr
Wulff klammert sich an sein Amt Verantwortlich: Wolfgang Lieb www.nachdenkseiten.de Er setzt darauf, die Affäre um seine Person aussitzen zu können und er baut darauf, dass sich der Staub, der aufgewirbelt wurde, nach kurzer Zeit wieder legt. Wie sein Parteifreunde Kohl, der gesetzeswidrig seine Spender nicht preisgab, oder Koch, der der Öffentlichkeit die schwarzen Kassen seiner Partei als „jüdische Vermächtnisse“ vorlog, wird er mit dieser Durchhaltetaktik wohl auch durchkommen – selbst wenn es heute noch einige kritische Medienstimmen gibt. „Wem es in der Küche zu heiß ist, der darf nicht Koch werden“, war typischerweise der Schlusssatz in dem Interview, das ZDF-Hauptstadtstudiochefin Bettina Schausten und Ulrich Deppendorf, Leiter des ARD-Hauptstadtstudios, nach langem Schweigen Wulffs führen durften. Und die konservativen Parteivorsitzenden Merkel und Seehofer, die ihn ins Amt gehoben haben, springen ihm auch prompt zur Seite. Er ist und bleibt auch im höchsten Staatsamt ein Präsident von Merkels Gnaden und nicht der „überparteiliche, neutrale“ Repräsentant des ganzen Volkes. Seine Verteidigungsstrategie war klar erkennbar: Er wollte das Mitleid der Bürgerinnen und Bürger rühren. Das ging schon mit dem ersten Satz los: Er habe nie an Rücktritt gedacht, „denn ich hatte die ganzen Wochen über große Unterstützung von vielen Bürgerinnen und Bürgern“. Von den zahllosen Kritikern sprach er natürlich nicht. Man müsse seine Drohungen gegenüber dem Springer-Verlag „auch menschlich verstehen“, wenn man im Ausland sei und mit „Unwahrheiten in Verbindung gebracht wird“. Wo wurde in der ihm offenbar peinlichen Enthüllung, dass er im niedersächsischen Landtag nur die Halbwahrheit gesagt hat, Unwahres berichtet ? Er habe sich als „Opfer“ gesehen und sah sich in einer „Schutzfunktion“ gegenüber seiner Familie und seinen Freunden. Dabei ist er doch Opfer seines zu hinterfragenden Verhaltens. Er wolle „nicht mehr in einem Land leben, wo sich jemand von Freunden keinen Kredit mehr leihen“ könne. Er habe Dinge einräumen müssen, die sonst niemand einräumen müsse. Dabei hat er doch selbst den Fehler begangen, seit über einem Jahr nur scheibchenweise Tatsachen einzuräumen, die sich nicht mehr unter der Decke halten ließen. Er müsse sich fragen, „ob es nicht irgendwann akzeptiert wird, dass auch ein Bundespräsident ein privates Leben haben darf.“ Hat er aber nicht gerade über intime Home-Storys und Party-Fotos von sich und seiner neuen Frau seine Popularität gesucht? Es gebe auch Persönlichkeitsrechte selbst für Bundespräsidenten und deren Angehörige, ja selbst die „Menschenrechte“ sieht er tangiert. Mehr Larmoyanz geht nicht. Oder: „Wenn man als Ministerpräsident keine Freunde mehr haben darf und wenn alle Politiker in Deutschland nicht mehr bei Freunden übernachten dürfen, sondern wenn sie bei den Freunden im Gästezimmer übernachten nach einer Rechnung verlangen müssen, dann verändert sich die Republik zum negativen, deswegen stehe ich zu diesen sechs Urlauben.“ Und er spricht dabei natürlich nicht über die Urlaube in den Villen seiner Unternehmerfreunde, sondern geradezu tränenrührend über den Urlaub bei einer ihm bekannten Inhaberin eines Süßwarenladens auf einer Nordseeinsel. Er spielt auf den Menschen wie Du und ich an, der eben auch mal einen Fehler machen darf: „Man ist Mensch und man macht Fehler.“ Das ist die Täuschung, auf die die ganz normalen Bürgerinnen und Bürger in diesem Land hereinfallen sollen. Doch welcher „kleine Mann“ erhält schon einen privaten Kredit über eine halbe Million von einem Freund? Wer erhält schon direkt von einer Bankzentrale einen Geldmarktkredit mit so günstigen Zinsen und wer aus dem gemeinen Volk kann schon die Villen seiner Unternehmerfreunde als Urlaubsdomizil nutzen? Das ist gewiss keine Frage des Neides, sondern, dass Wulff das alles für normal hält, belegt, dass Wulff ein Repräsentant einer bestimmten Oberschicht ist, die ohne jeden Skrupel ihre Beziehungen nutzt und spielen lässt, wie es eben in dieser gesellschaftlich abgehobenen Gruppe üblich ist. Und was schon im Privaten gilt, gilt vermehrt im Politischen. Das ist genau das beklagenswerte gesellschaftliche Phänomen, das wir auf den NachDenkSeiten ständig als die Vernetzung der sog. Eliten kritisieren, die sich gegenseitig die Bälle zuspielen und skrupellos gegenüber dem Rest der Gesellschaft ihre Interessen durchsetzen und sich ihre Privilegien sichern und absahnen, was abzusahnen ist. Ob Wulff bleibt oder nicht, ist eine nachrangige Frage, aber wenigstens das sollten die Fernsehzuschauer gestern Abend doch gemerkt haben: Es ist nicht ihr Bundespräsident. Er spielt den Allzu-Menschlichen, der sich selbst Objektivität und Neutralität attestiert, der aber keinerlei Gespür dafür hat, wie das bei all denen ankommt, die eben nicht dieser privilegierten Schicht angehören. Zugespitzt gesagt: Er verhält sich gegenüber dem „kleinen Mann“ wie Marie Antoinette im absolutistischen Staat: Wenn sie kein Brot mehr haben, sollen sie doch Kuchen essen. Wenn wenigstens diese Erkenntnis beim „gemeinen Volk“ hängen bleiben würde, dann könnte diese Affäre ein Lehrstück sein. Ansonsten hat man in dem Interview in den „Staatsfernsehsendern“ (trotz der teilweise durchaus kritischen Fragen) nicht viel Neues erfahren. Wulff wiederholte seine verharmlosende Entschuldigung, dass er „nichts Unrechtes getan habe, sondern nur nicht alles richtig war, was er getan hat.“ Er stellte sich selbst das Zeugnis aus, dass er „mit Ausnahme der letzten drei Wochen“ während der „anderthalb Jahre“ (?) ein gutes Urteil über seine Amtsführung habe. Dabei hat er doch – außer netten Fotos mit seiner Frau – eigentlich nur Sätze wiederholt, die er von seinen Vorgängern abgekupfert hat. Er meinte, dass sein „schwerer Fehler“ mit dem Anruf beim Chefredakteur von Bild damit ausgeräumt sei, dass dieser diese Entschuldigung akzeptiert habe und er sich in seiner Erklärung vor Weihnachten zum Recht der Presse- und Meinungsfreiheit bekannt habe. Wie hohl dieses Bekenntnis aus dem Munde eines der Hüter der Verfassung klingen muss, spürt Wulff gar nicht. Ob er in dem Telefonat mit Diekmann tatsächlich nur darum gebeten hat, mit der Berichterstattung „einen Tag abzuwarten“, kann nur der Bild-Chef selbst beantworten, warum es für diese harmlose Bitte aber solcher Drohungen bedurft hat, ist ein Indiz dafür, dass auch bei dieser Aktion Wulff erneut zu verharmlosen versucht. Die Bild-Zeitung hat diese Behauptung im Übrigen schon dementiert. Wulff redet sich wie ein Winkeladvokat heraus, indem er an den gegen ihn erhobenen Vorhalten notorisch vorbeiredet. Es ist eine Sache, ob man von Unternehmerfreund einen privaten Kredit erhält, die politische Frage ist aber doch, ob man auf eine Parlamentsanfrage mit einer halben Wahrheit antwortet. Er redet bei dem BW-Kredit nicht darüber, über welche Verbindungen er an diesen herangekommen ist, sondern spricht von einem „ganz normalen Kredit zu üblichen Konditionen“. (Vielleicht gehen Sie einfach auch einmal zu dieser Bank und verlangen die gleichen Konditionen.) Er lässt die Frage gar nicht erst aufkommen, warum es ihm erst im November letzten Jahres eingefallen ist, diesen Kredit in ein langfristiges Hypothekendarlehen umzuwandeln und er tut so als wäre es ganz selbstverständlich, dass er vor Weihnachten erklärt hat, er habe „inzwischen“ eine Umschuldung vorgenommen, obwohl er erst einen Tag vor seinem öffentlichen Auftritt unterschrieben hat und der Vertrag formal noch gar nicht in Kraft ist. Er stellt sich als Unschuldslamm hin, indem er so tut, als verstehe er nicht, dass es sich weder für einen Ministerpräsidenten noch gar für einen Bundespräsidenten gehört, Vorteile von Freunden zu empfangen, während es einem städtischen Müllwerker verboten ist, zu Weihnachten ein kleines Trinkgeld von einem zufriedenen Kunden anzunehmen. Wenn solche Vorteilsnahmen „nicht in Bezug auf das Amt“ geschehen würden, dann sei das eben eine private Beziehung, meint er, und leugnet damit, dass jede Vorteilsnahme eines Amtsträgers politische Abhängigkeiten schafft. Nicht er habe dem Amt geschadet, sondern „durch diese Art des Umgangs mit den Dingen hat man dem Amt sicher nicht gedient“. Es sind also immer die anderen, die Schuld haben. Und dann behauptet er sogar noch, dass er „durch eine ganze Reihe von Aktivitäten das Amt gestärkt“ habe. Wulff meint „Bewährung“ bekäme man nur bei einem „Gesetzesverstoß“ und hält deswegen die Beschreibung, dass er ein Bundespräsident auf Bewährung ist, „für abwegig“. Es geht dem Bundespräsidenten nicht um die moralische Frage, ob man als Amtsträger mit seinen Handlungen der „Würde“ des Amtes entspricht, sondern nur um „Fragen von Transparenz, von Darlegung und Erklärung, um zu erklären, was ist und was war.“ Christian Wulff hat keinen Gesetzesverstoß begangen, aber er verhält sich wie ein Straftäter der meint, wenn er seine Tat zugibt, dann sei (in diesem Falle) dem Gesetz von Anstand und den Anforderungen an die Autorität des Amtes Rechnung getragen sei. Er „begnadigt sich selbst“, wie Heribert Prantl so treffend schreibt. Was bleibt nach dieser Verweigerung eines fälligen Rücktritts: Man kann hoffen, dass die Bürgerinnen und Bürger aus dem Verhalten Wulffs den „Lernfortschritt“ erzielen, dass dieser Präsident sie nicht repräsentiert, sondern dass er ein Repräsentant der herrschenden Eliten ist. Ganz allgemein wird das Ansehen von Politikern durch sein Verhalten jedenfalls in großen Teilen der Bevölkerung weiter sinken. Wulff ist und bleibt ein Bundespräsident von Merkels Gnaden. Bisher jedenfalls ist die Bundeskanzlerin für das Fehlverhalten ihres Günstlings in keiner Weise zur Rechenschaft gezogen worden. Sie hält sich wieder einmal heraus und lässt sich lieber als die mächtigste Frau der Welt feiern. Ja, sie konnte sogar die geballte Macht des ach so kritischen Journalismus für Wochen von ihren schrecklichen Fehlern in der Eurokrise ablenken. Das Schlimmste aber ist, dass Wulff dem Springer-Verlag und der Bild-Zeitung die Gelegenheit bot, sich als Vorkämpfer für die Pressefreiheit aufzuspielen und so tun konnte, als würden sie auch vor konservativen Politikern nicht klein bei geben. Dabei war die wohlfeile Kampagne gegen Wulff nur eine Machtdemonstration dafür, wie die Medien und die Öffentlichkeit mobilisiert werden können, wenn die Politik nicht nach der Pfeife von Springer tanzt. |
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"Ob Wulff bleibt oder nicht, ist eine nachrangige Frage,..."
Caro Matto, no, no, no! Das ist es nicht. |
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@Tom Strohschneider
"Manches reichte ins Strafrecht hinein, anderes war „bloß“ politisch anstößig" Solange der Deutsche Bundestag sich weigert, mehreitlich die UNO Charta gegen Korruption und Abgeordnetenbestechung zu ratifizieren, die bereits vor über zehn Jahren von der rotgrünen Bundesregierung unterzeichnet wurde, braucht es nicht einmal klageunwillige Staatsanwälte/innen, um Klagen wg. Korruption, Abgeordneenbestechung aufgrund angeblich mangelndes Anfangsverdachts niederzuschlagen Der Hamburger Bürgermeister Ole von Beust, ging nach überstürztem Abgang aus allen Hamburger Partei- und regierungs- Ämtern, um dem Donnerwetter der HSH Nordbank Desaster zu entgehen, dass er mit genährt, nicht über LOS, sondern direkt als Seniorpartner zu dem Politikberaterkonzern Roland Berger, den er vorher mit Berateraufträgen der Stadt Hamburg in zig Millinen Höhe € versehen, sein Dankeschön auf einem hochdotierten zwei Tage Wochen Job entgegen zu nehmen. Ihm ging der Hamburger CDU- Finanzsenator "Heiner Peiner penilich" ein Jahr eher scon in unauffällig geordnetem Rückzug voran hinan aus seinem Amt, um sich nun, angesichts des HSH- Nordbank Skandals die Hände in Unschuld, die Taschen voller Pensionsgelder, öffentlich in der Unschuld anderer zu waschen Christian Wull besitzt die ungeheure Unverfrorenheit, seinen von der BW- Bank für ihn persönlich am Aufsichtsrat und normalem Beraterpesonal vorbei mit Günter Öttinger ausgehandeltes Kreditmarktbereitstellungsdarlehen in Höhe bis zu 500.000.- € , orientiert am EZB Geldmarkt Niedirgzins in zur Zeit von Höhe 1 % ausgehandelt, kaltschnäuzig ein kundenübliches Finanzprodukt für Otto Normalverbraucher zu nennen. Ja ist denn dieser Bundespräsident Christian Wulff mit dem Klammerbeutel gepudert?, dass er nicht nur den leisesten Anfangsverdacht von Korruption, Bestechlichkeit, Vorteilsnahme vermeiden will, sondern unter em Label von Miss Mabel"Meine Freuindeskreise" deren Lied zum Allerbesten gibt, um dann vorauseilend für den Fall all der Eventual Fälle, die nur hierzulande, sonstnirgendwo denkbar sind, in den juristischen "Hans Filbinger Modus" des berüchtigten "Tatirrtums" zu verfallen, der nur Volljuristen als "Waffenschein" zugestanden wird? |
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Wo ist mein Essay von vor rd. 5 Minuten geblieben ?
Der von Dinstanzlosigkeit schrieb zwischen Politikern, Wirtschaftlern, Medienleuten ? Wo meine konkret beründeten Verweise auf Montesquieu, Postman ? Wo meine sprachlichen Versuche, bestehende Ähnlichkeiten/Vergleichsmöglichkeiten für andere begreifbar und verstehbar zu machen auf die Gefahr hin, dass sprachliche Deutlicheit in orwellschem Korrektheits-PIDGIN rechtswidrig sind ? |
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schrieb am
06.01.2012 um 03:11
"dass sprachliche Deutlicheit(en) in orwellschem Korrektheits-PIDGIN rechtswidrig sind"
und vor allen Dingen: Grob, weil (erforderlich) deutlich. Nichts für "feine" Damen und Herren. Ich kann auch anders. Schriftlich aber nicht. Ich will verstanden werden. Im Gegensatz zu den Mediengeiern. Aus Wikipedia zu Frau Wulff: Nach einem kurzen Aufenthalt in München[3] studierte sie von 1993 bis 1998 Medienmanagement und angewandte Medienwissenschaften am Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung der Hochschule für Musik und Theater in Hannover. Das ist interessant, Wulffi der Naive weniger. Akademisches Mediendesaster (zwei Naive) im höchstpolitischen Eigenheim Bellevue (hier steht Hannover nur für alle) Bologna, Bologna, Bologna ......hatte schon vor der offiziellen Implementierung Nester gebaut... überall. Nichts geschieht zufällig.. |
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schrieb am
06.01.2012 um 03:49
Es wäre an der Zeit, dass die Ehemänner der Meier`schen Rinder in Prenzlau anfangen zu merken und zu denken (was sie nicht tun, weil sie Stiere sind).Dressierte Maschinenmenschen? Think positiv !
Mittelmaß go on |
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Liebe Kommentatoren, jetzt schaut doch mal aus dem Fenster raus. Bei so einem Wetter jagt man doch keinen Wulff vor die Tür.
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schrieb am
08.01.2012 um 03:11
Drum sträubt er sich ja noch.
Man wird sicher bald mit einem hübschen Pöstchen winken, damit es ihm in der Arbeitslosigkeit nicht langweilig wird und der Zuverdienst gesichert ist. Es muss ja nicht immer bei Gazprom oder Nabucco sein. Vielleicht im Aufsichtsrat des Springerverlages? Dann ist der Frühling da und der Leitwulff verlässt das Rudel. |
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Wollen wir die Liste doch zumindest noch um den verstorbenen Bundespräsidenten Rau ergänzen, dessen ungewöhnlich fröhliche Flugreisen mit wechselnden Gästen zu seinen Zeiten als Ministerpräsident Niedersachsens auf Spesenkosten seines Initmfreundes Neuber von der West-LB immer noch ganz hoch im Ranking stehen.
Könnte nicht ganz anders herum ein Schuh aus all diesen Skandälchen und Schiebereien werden, wenn man nämlich schlichtweg davon ausgeht, daß man nur in solche Ämter gelangt, wenn man eindeutig kompromittierbar ist? Dies ist nämlich die finale Garantie dafür, daß man beizeiten (wenn wichtige Beschlüsse anstehen oder wichtige Reden gehalten werden müssen) nicht aus der Reihe tanzt. Bei kleineren Vergehen/Abweichungen von der akzeptierten Norm reicht ein dezenter intener Hinweis, bei gröberen Verstößen kommt die Bildzeitung oder ein vergleichbares, öffentlichkeitswirksames Szenario. In freudiger Erwartung auf den nächsten Aspiranten D. Reimers |
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Goiiing, nächste Runde:
- „Der Springerverlag hat bestätigt, dass Bundespräsident Wulff auch Verlagschef Döpfner gedroht hat.“ - „Vor dem Schloss Bellevue haben sich 300 Demonstranten versammelt und Wulffs Rücktritt gefordert.“ ("ARD-Infonacht") --- @blog1: >>Die Verquickung zwischen der Wirtschaft und der Politik ist das eigentliche Problem.<< Das war ja schon so, als der Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken, Robert Pferdmenges, als ständiger Berater des Bundeskanzlers Adenauer fungierte. Nur waren damals weniger Illusionen über die Beschaffenheit der BRD im Umlauf als später. Es war kein Skandal, dass Bundeskanzler und Bankenverteter zusammengehören und gar nicht erst zusammenwachsen müssen. Drum sind die Erinnerungen so schwach und man denkt, es wäre nicht stinknormaler Kapitalismus sondern etwas ganz Neues, dass Geld die Welt regiert. Als der SPD-Schatzmeister Alfred Nau 1970 Bettelbriefe an alle grossen Konzerne und Wirtschaftsverbände schickte, protestierten immerhin die Jusos. Der Rest der Partei fand das aber offenbar in Ordnung. >>Ein weiteres Problem sind die Hinterbänkler, die in den Parlamenten sitzen und für die ihr Abgeordnetengehalt nur ein Zubrot darstellt.<< Tja, das ist eben der Wesenskern der „repäsentativen Demokratie“: Parteien und Abgeordnete repäsentieren ihre Arbeitgeber. Ein bisschen repräsentiert halt auch der Präsident den Souverän. Austauschbar sind die Repäsentanten alle. Interessant finde ich immer wieder, dass man sich zwar mächtig über diejenigen echauffiert, die Angebote annehmen. Diejenigen, die Angebote machen stehen offenbar über jeder Kritik. Oder ist es Realismus? Um die realen finanzmächtigen Herrscher abzusetzen genügen nicht ein paar Zeitungsartikel. Dafür bräuchte es stärkere Mittel und andere Anwender. |
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"Goiiing, nächste Runde:
- „Der Springerverlag hat bestätigt, dass Bundespräsident Wulff auch Verlagschef Döpfner gedroht hat.“ " Ich sage "BOIIIING"... Claudia, danke dafuer, dass dachte ich auch vor 2 h. Aber ich bin langsam Tastenfaul, was den Wulff angeht. Ich habe schlaue Leute nicht nur links von der Mitte als Pendel der gesellschaftlichen Gefühlslage, und wen du nur fragst: ALLE sagen es ist ein UNDING dass er noch nicht zurückgetreten ist. Man freue sich 2080 auf eine Dissertation eines Historikers Bj. 2048, der wird so was von zerlegt, der Wulff... schönes neues C. :-) |
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schrieb am
09.01.2012 um 05:25
>>ALLE sagen es ist ein UNDING dass er noch nicht zurückgetreten ist.<<
Ich kenne niemand, der/die sich länger als 2 Minuten mit dem Thema Wulff beschäftigt. Es hat keinerlei Einfluss auf das Leben der Menschen, ob der Bundespräser Wulff, Krethi oder Plethi heisst. Eher schon, was ein Präsident vor seiner Präsidentschaftszeit getrieben hat. Aber für jede/n, der/die über die Wolken zur Präsidentschaft auffährt, stehen 100 Andere bereit, in seine/ihre Fusstapfen zu treten... So spricht die Volxweisheit. >>Man freue sich 2080 auf eine Dissertation eines Historikers Bj. 2048, der wird so was von zerlegt, der Wulff...<< Niemand ist nutzlos: Er kann immer noch als Dissertationsthema dienen. |
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Genau Claudia,
keiner regt sich über einen dieser Gönner von Wulff auf. Warum eigentlich? Interessant finde ich auch, dass anscheinend erst jetzt in der Krise die Strukturen der BRD so richtig wahrgenommen wird. So ist es eben, wenn es ans Eingemachte geht. Ob Wulff eine Marionette des Kapitals ist oder "nur" ein "Opfer" seiner Naivität, wissen wir nicht. Fakt ist aber das man nach seiner Rede in Lindenau angefangen hatte bei Wulff zu bohren. Und das jetzt der ESM ratifiziert werden soll. Der die Demokratie erheblich aushebelt! Da die Parlamente nämlich umgangen werden sollen. |
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Es ist nur ein Beispiel, aber neben der (zweifellos wichtigen) Frage ob Bild den Präsidenten in einer Art "betreutem Amtsrestverweilverhältnis" und also wie eine Marionette hält oder Wulff nun der zuallererst "böse" ist, weil er in die Pressefeiheit eingreift und die Salami nicht alle wird, von der täglich eine neue Scheibe abgeschnitten wird, gerät manches ein bisschen an den Rand. Das Problem sind nicht die Kleider von Frau Bellevue, sondern solche Dinge hier, von denen nun der Spiegel vorab berichtet:
Der Gratis-Urlaub des heutigen Bundespräsidenten Christian Wulff im Jahr 2008 beim Aufsichtsratschef des Talanx-Versicherungskonzerns, Wolf-Dieter Baumgartl, rückt in ein neues Licht. Wulff hatte sich zuvor als niedersächsischer Ministerpräsident für wesentliche Interessen der Versicherungswirtschaft eingesetzt, nämlich in der Frage, ob die Erträge aus Lebensversicherungen steuerfrei bleiben sollten. Auf einer internen Veranstaltung des Konzerns, der HDI-Versicherungen des Talanx-Konzerns, hatte sich Wulff im Jahr 2005 dieser Verdienste für die Branche selbst gerühmt. "Sofern es im Einflussbereich der Niedersächsischen Landesregierung lag, ist sie für die Beibehaltung des Privilegs der Steuerfreiheit der Erträge eingetreten", führte Wulff in einer Rede vor dem Gesamtbeirat der HDI-Versicherungen aus. Die Landesregierung habe für die Kompromisslösung gekämpft, dass nur die Hälfte der Erträge besteuert werden sollte. Durch diesen Einsatz würden "Lebensversicherungen auch weiterhin eine wichtige Rolle bei der privaten Altersvorsorge spielen". Baumgartl war bei Wulffs Rede persönlich anwesend und wurde von diesem namentlich begrüßt. bit.ly/wZ4zfD |
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"Tom Strohschneider schrieb am 08.01.2012 um 10:24"
Ausser das "die Salami nicht alle wird", keine neue Sachen: Diesen mal lesen, das wird vielleicht die "Salamischeibe" in 3 Tagen, ist dann aber im FreitagBlog 5 Tage alt... www.freitag.de/community/blogs/kunibert-hurtig/ein-wullferdinger-auf-bellevue- Baumgartl: Das sich der Wulff die ganze Zeit (Informationen bis jetzt!) unter Preis verkauft hat ("Urlaub"), grenzt schon an der Schmerzgrenze. Wir sind gespannt, was der Wendelin ("Sportwagenhersteller a.D.") und Ferdinand ("Auto-für-Jedermann") im Untersuchungsausschuss Ende 2012, Anfang 2013 so alles erzählt... |
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schrieb am
09.01.2012 um 07:33
Ein weiteres gewichtiges Detail, ohne den inzwischen allseits auf- und abschwellenden Empörungsgesang des von ihm selbst ausgelösten "Meutenjournalismus" zu bedienen!
Kauder hat gerade mit Nachdruck darauf hingewiesen, dass Wulff bleibt,der sich in unfreiwilliger Ernst Jünger- Nähe "in Stahlgewittern" verortet hat und beim Neu- jahrsempfang seinen Mitarbeitern versichert, dies alles sei in einem Jahr "vergessen". Zum Thema des Vergessens dessen, was an Politiker-skandalen und ihrer Verflechtung mit der Wirtschaft schon seit Adenauer Usus war, verweise ich auf den heutigen Spiegel-Online-Kommentar von Bettina Gaus. Dieser Aspekt, bis hin zu vielfach bemühter Amnesie vieler verstrickter Politiker ALLER Couleur, scheint mir untersuchenswert. Gaus nennt zahllose Beispiele. Zudem das, was jeweils zugleich auf der politischen und wirtschaftlichen Hauptbühne abläuft und deshalb vergessen gemacht (!) wird. |
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"Gaus nennt zahllose Beispiele"
Ganz schwach, die B. Gaus: Möllemann, Schreiber, Pfahls, Holzhäuser, Barschel, Schäuble, Leuna, "Ehrenwort", Max Strauss und die Hohlmeier (Jetzt EVP - Fraktion im Europäischen Parlament) etc. etc. etc. etc. etc. Das könnte der/die zebraistik aber besser schreiben als die Bettina Gaus... ;-) |
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schrieb am
09.01.2012 um 13:13
@tlacuache
Mir ging es nicht um Vollständigkeit, mehr um die Fragestellung, zumal dieses Land auf beiden Seiten geprägt ist von der 'Kultur' des Vergessens, auch dem seiner Bürger_innen. Das dauert (so etwa H. Welzel) bis in die dritte Generation, da helfen noch so viele Mahnmale nicht. Die Väter des GG (warum nicht die Mütter, die 'Trümmerfrauen'?) haben dem versucht, etwas entgegenzusetzen. Mir erscheint Heinemann, wenn schon Maßstäbe für einen BuPrä ERINNERT würden, erwähnenswert, zumal er auch dem VERGESSEN entgegentrat, und zwar glaubwürdig. Über viele andere wurde der 'Mantel der Geschichte' gebreitet, die 'Gnade der frühen Geburt' ausgesprochen. Das Problem ist ein zumindest zweifaches: das eben benannte IM ZUSAMMENSPIEL mit systemgewollter Intransparenz, zumal dessen Profiteure sich nicht erinnern (lassen) wollen, an ihre Beutezüge und Gesetzesverstöße. Also: keine larmoyante Zivilisations- sondern SYSTEMkritik, die auch diese Ebene einbezieht. Ach, das müsste ich bei mehr Zeit noch mehr differenzieren! Kürzlich saßen hier in B im Haus der Kulturen der Welt zehn zusammen, die zumindest versuchten, nicht nur vordergründig, mit heißer Nadel gestrickt, ihre Ansichten als Nachdenkende auszutauschen: mit bescheidenen Ergebnissen. Ich selbst bin - im doppelten Wortsinn - ALT68- erin, allerdings Philologin und kann nicht fundiert dazu schreiben, möchte nur das Thema anregen. Hatte allerdings einen Vater mit Berufsverbot, eine Mutter als eine der ersten Ostermarschiererinnen, die nicht VERGESSEN wollten, einen Onkel, der als einziger Verfassungsrichter Kriegsdienstverweigerer beriet und von "Raubtierkapitalismus" sprach und viele dissenting votes einbrachte. |
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zebraistik :-)
Ich melde mich noch mal: Vorab: "Die Väter des GG (warum nicht die Mütter, die 'Trümmerfrauen'?)" Es gab 4 Mädels bei der GG, wenn ich mich nicht ganz und gar täusche. Elisabeth Selbert war die wichtigste... ;-) Einen Knicks :-) |
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schrieb am
09.01.2012 um 13:57
@tlacuache
Antworte zunächst auf den Knicks: Verbeuge mich vor Ihrem Wissen, habe eben recherchiert. Es heißt halt immer "die Väter des GG", was sich - wenn überhaupt - im Mehrheitsbewusstsein festgesetzt hat Hatte selbst 1 miserablen Geschichtsunterricht von einem Lehrer, der Feldzüge im III. Reich an der Karte nachstellte, bis zur Paulskirche kam es nicht. Bin wohl als 'freie' Journalistin lange schreibend prekär unterwegs (als Begleiterin des Theaters THIKWA anders begabter Schauspieler) und davor über 20 Jahre als allein erziehende Mutter eines nun gestorbenen, meines einzigen, Sohnes, der "schwerstbehindert" war, zugleich in der Erwachsenenbildung am Berlin-Kolleg ... , aber eben Philologin. Was im Netz eine unlässliche "Sünde" ist, tue ich: meine Texte sind weitgehend - leider - google- bar unter meinem Pseudonym: christiane frettlöh. Mir hat ihr Zuspruch gut getan! |
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zebraistik: :-)
Ich bin nicht so schlau wie Sie denken. Ich musste eben noch mal in Wiki 5 x lesen was ein Philologe ist... Wobei es eigentlich bei eigener Geschichte nicht so schwer sein sollte es zu verstehen... Auf der eigenen Leitung stehen sozusagen... Columbus und Wolfram Heinrich würden mich sofort zwangseinweisen, deshalb schleime ich bei denen immer so rum ;-) Hinweis: Meinen Namen Googeln ;-) :-)))) |
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schrieb am
10.01.2012 um 15:00
@ Tom Strohschneider/volle Zustimmung + *****
Verpasste Chance: im Hype um die Wahl zwischen Gauck und Wulff wurde vergessen, noch einmal auf die MP-Zeit von Wullf zu schauen. Vielleicht wären dann die Geschäfts/Freundes/Vorteilsbeziehungen bereits zu diesem Zeitpunkt so beleuchtet worden, dass eine Kandidatur unmöglich gewesen wäre. Handschlag: Wulff reklamierte für sich den Handschlag als Anerkennung seiner Seriosität mit einem Geschäftspartner. Handschlaggeschäfte sind Geschäfte und Absprachen in den Hinterzimmern der Lobbyisten und entbehren jeglicher Seriosität. |
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Na endlich wird die Sache mal auf den eigentlichen Fokus ausgerichtet und damit auf den Punkt gebracht!!
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KarinL. schrieb am 09.01.2012 um 12:01
Wen meinen Sie jetzt? :-? |
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@Tlacuache,
das es am bestehenden System mit all seinen Verstrickungen, sprich Netzwerken liegt. Und im Endeffekt das Kapital das sagen hat. Politiker sind doch nur Erfüllungsgehilfen der Macht. Bestes Beispiel Frau Merkel und die Bankenrettung! Es geht um die Strukturen, die in diesem Machtsystem bestehen. Kein Politiker in den Führungsetagen kann sich der Wirtschaft generell verweigern. Wir sind doch alle abhängig vom Kapital, da das Geld dies zwingend erfordert. Politiker, die mittels Freundschaft, so eng mit der Wirtschaft verbandelt sind, können immer schwach werden und Vergünstigungen in Anspruch nehmen. Jedenfalls kenne ich aus meinem Umfeld auch keinen, der sich nicht für viel Geld verkaufen würde. Geld ist nunmal Götze. Zumal sich eben diese Gesellschaft über Status und Geld definiert. Dazu gibts auch ein schönes Buch von Frau U.Herrman, über den Selbstbetrug der Mittelschicht. Und es dreht sich immer nur alles ums Geld. Wulff hat moralisch verwerflich gehandelt, keine Frage aber eben doch auch als Mensch und ist "nur" systemrelevant. Sonst wäre er nicht BP. |
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Dazu fällt mir noch dieser Beitrag ein.
www.blognition.de/politik/jenseits-von-gut-und-bose-muss-wulff-ein-musterknabe-sein Bei Wulff gehts doch nur um den Neid des Geldes! Das ist einfach nur schäbig. Geld regiert die Welt und ist Götze. Ändert was am System, wenn ihr einen ehrlichen Politiker, sprich BP haben wollt. Und mit dem vorhanden sein von Geld bekommt man eben keine Garantie, dass ein Politiker ehrlich ist. Politiker sind auch nur Menschen und "Systemrelevant"! Zudem noch käuflich dazu. Nur ist so nunmal die Spezies Mensch! Hier auf Wulff rumhacken ist einfach nur billig und fadenscheinig. Schon lustig, wie die Moral wieder bei Geld aktuell wird. |
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schrieb am
09.01.2012 um 13:19
>>Politiker sind auch nur Menschen und "Systemrelevant"!<<
So isses. Hierarchien lassen nur diejenigen aufsteigen, die glatt und stromlinienförmig in die Hierarchie hineinpassen. Die Hierarchie an sich für gut zu halten und gleichzeitig immer wieder einzelne Aufsteiger zu kritisieren ist ganz schön inkonsequent. Zumal wenn nur die Aufsteiger kritisiert werden, die zuvor im Rahmen der machtsystemimmanenten Intrigen* zur Kritik freigegeben wurden. (Tom Strohschneider tut das in seinem Artikel allerdings nicht, sondern spricht schon prinzipielle Fragen an.) |
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AUCH Bild hat ungehindert dieser Postdemokratie ein Gesicht, eher eine Fratze gegeben, indem es - man mag mich idealistisch nennen - als Konzern nicht nur in der Yellow Press, auch in der sog. öffentlich-rechtlichen Publizistik MARKTgesetze eingeführt
hat. Da hilft das vermeintlich "freie" Bloggen wenig. ODER? Demokratie am Gängelband des Springerimperiums - schon so lange! Datenschutz in den neuen Medien in der Hand meist greiser Politiker. Wo bitte, soll dann "frei" gebloggt werden? Mal abgesehen von der heterogenen Piratenpartei, die in ihren Reihen allerlei dubiose Existenzen beherbergt und dem eben veröffentlichten kläglichen Regierungs'entwurf' für Berlin NICHTS hinzuzufügen weiß ..., aber im Abgeordnetenhaus SITZT mit Mediatorenhilfe ... Ich möchte Strohschneiders Beitrag ergänzen mit einem substanziellen Kommentar, der zeigt, wie weit es die 4. GEWALT im Staat schon gebracht hat und wohl weiterhin tun wird! [b]Die Machtspielchen der Bildzeitung[/b] Brigitte Baetz am 9.1.2012 im dradio "... während sich viele Beobachter zurecht fragen, warum der Bundespräsident nicht alle Karten auf den Tisch legt, immer nur das zugibt, was man ihm auch nachweisen kann, bleibt die publizistische Salamitaktik des Hauses Springer weitgehend undiskutiert. Ginge es der Bild-Zeitung wirklich um die Pressefreiheit, hätte sie nicht längst den kompletten Text auf eigene Gefahr veröffentlicht? Die rechtlichen Grundlagen dafür wären zwar nicht eindeutig, aber so schlecht stünden die Karten für eine Veröffentlichung nicht, wenn es denn wirklich so sein sollte, dass Christian Wulff eine Berichterstattung hätte verhindern wollen. Und wer, wenn nicht [b]der hoch-liquide Springer-Verlag [/b]könnte ein rechtliches Verfahren zu riskieren wagen? [b]Doch geht es Bild nicht um journalistische Ethik oder um Anstand[/b], auch wenn man scheinbar großmütig dem Willen Christian Wulffs stattgegeben hat, die Abschrift nicht zu veröffentlichen. Zurzeit erleben wir einen Machtkampf. Die Bild-Zeitung, die den Ministerpräsidenten Wulff schonte, ja sogar in die positiven Schlagzeilen brachte, als der sich von seiner ersten Frau scheiden ließ, lässt ihn als Bundespräsidenten nun fallen - und genießt die Macht der ungedruckten Gerüchte, die umso mehr wie Pilze aus dem Boden schießen als es dem Staatsoberhaupt nicht gelingt, den Verdacht zu zerstreuen, dass es weiterhin Dinge verheimliche. [b] Im 60. Jahr ihres Bestehens möchte die Bild-Zeitung anscheinend den Kopf Christian Wulffs als Trophäe in ihre Jagdsammlung aufnehmen.[/b] Den Politikern sei dieser Skandal ein warnendes Signal. Christian Wulff hatte wohl geglaubt, sich mit ein paar Home-Stories das Wohlergehen dieser Boulevardzeitung auf Dauer gesichert zu haben - und hatte sich getäuscht." |
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Sockenpuppen-Beschuss des Blogger-Volkssturms von hinten, Gasangriff der irgendwie-linken Journaille, Trommelfeuer aus dem gewendeten ehemaligen Sturmgeschütz: aus seiner letzten Stahlgewitter-Schlacht kam Ernst Jünger mit einer schweren Verwundung zurück, im Lazarett Hannover erreichte den EK-1-Träger die Nachricht, dass seine Majestät ihm den Orden Pour le mérite verliehen hatte ...
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24.05.2012
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