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Ein paar Superreiche wollen Milliarden für wohltätige Zwecke spenden. Klingt gut, ist es aber nicht. Mit Almosen wird man weder Armut noch Reichtum beikommen

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Wenn „Reiche den Armen helfen wollen“, wie eine Zeitung die Ankündigung der 40 spendenbereiten Milliardäre aus den USA umschreibt, sollte man stutzig werden. Nicht etwa, weil den Mitgliedern der Initiative „The Giving Pledge“ die Philanthropie abzusprechen wäre (was weiß man denn schon über individuelle Motive). Und auch nicht wegen der skeptischen Mutmaßung, es könne sich hierbei um eine Art PR-Veranstaltung handeln (tut es natürlich, ist aber nicht so wichtig). Sondern weil derlei Großgroßzügigkeit an jenen Zuständen nichts ändert, die überhaupt erst dafür sorgen, dass Bill Gates, Warren Buffett und Co. sie sich leisten können. Mit Brecht gesprochen: „Reicher Mann und armer Mann / Standen da und sahn sich an. / Und der Arme sagte bleich: / Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich.“ Oder anders formuliert: Das „neue soziale Gewissen“, von dem jetzt gern einmal die Rede ist, wäre ohne das alte asoziale Denken gar nicht möglich.

Nun kann man sagen: Der Computerfabrikant und der Großspekulant hätten doch schon früher gezeigt, wie ernst sie ihre soziale Verantwortung nehmen. George Lucas wollte mit seinem Star-Wars-Merchandising bestimmt auch niemandem weh tun. Und wenn die einen nun ein paar andere Superreiche überreden, es ihnen gleich zu tun und viel Geld für Zwecke zu spenden, die als wohltätig bezeichnet werden, was soll daran schlecht sein. Nichts ist daran schlecht, es ist nur nicht gut in dem Sinne, dass es etwas ändern könnte. Im Gegenteil: Wo Privatiers und Couponschneider in die Lücke stoßen, die eigentlich von einer demokratischen Öffentlichkeit gefüllt werden müsste (etwa: für menschenwürdige Zustände aller zu sorgen), wird das Loch nur verdeckt, nicht geschlossen.

Was würden die Unterzeichner der Spenden-Erklärung sagen, wenn es statt ihrer Almosen ebenso kollektive wie wirksame Verabredungen gäbe, welche die Anhäufung solchen Reichtums gar nicht zulassen würden, in dem es die rechtlichen und machtpolitischen Voraussetzungen abschafft, ohne die er nicht entstehen könnte? Oder, erster Schritt, steuergesetzliche Zustände schafft, die für "Zurückverteilung" sorgen. Mag sein, dass einige der globalen Milliardäre angesichts der jüngsten Krise darüber nachdenken, „wie sie ihren Reichtum sinnvoll einsetzen können“ (so der Duktus der Nachrichtenagenturen). Oder es der eine oder andere als „moralische Verpflichtung“ ansieht, etwas gegen die grassierende Weltarmut zu tun. Doch der Irrsinn des exorbitanten Privatvermögens der Gates, Buffett und Co. lässt sich nicht dadurch in Vernunft verwandeln, dass man ihn generös halbiert.

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